Landnutzung: Landuse Siedlungs-/Verkehrsfläche: 41.441 qkm (2000) settlement area Landwirtschaftsfläche: utilised agriculture area - zona agrícola utilizada - agriculture Ackerland: 33.46% arable land – cultivo de las tierras - terre labourable Wasserfläche: 3.374 qkm water area – áera agua - plan d’eau Waldfläche: - - - forest area – bosque – surface boisée
Flächenverbrauch: - - - land consumption - consumo de la tierra - utilisation des terres
Nach Deutschland ist Frankreich das bevölkerungsreichste Land der EU. Die meisten Départements haben eine Fläche zwischen 4.000 und 8.000 km² und eine Bevölkerung zwischen 250.000 und einer Million Einwohner. Das flächenmäßig größte überhaupt ist Guyane (83.534 km²), das flächenmäßig größte in Europa Gironde (10.000 km²), das kleinste Paris (105 km² – ohne Vororte, die zu anderen Départements gehören); das bevölkerungsreichste ist Nord (2.555.020 Einwohner), das bevölkerungsärmste Lozère (74.000). Zwischen 1936 und 1990 hat sich die urbane Bevölkerung (urban population) verdoppelt, während sich die Gesamtbevölkerung lediglich um 40 % erhöht hat. Heute leben bereits dreiviertel der Bevölkerung im urbanen Bereich (urban units). Dazu erklärt INSEE (Institut National de la Statistiqué et des Études Économiques): “The highest population growth is on the rim of urban cores, in the periurban ring. This periurban space is home to 12.3 million people. In 1999, France had 57 urban units of more than 100,000 inhabitants, down from 60 in 1990. With 9.6 million inhabitants, the Paris agglomeration consolidates its position as the largest in Europe. Marseille-Aix-en-Provence ranks second in France, just ahead of the Lyon agglomeration. Nearly all major urban units registered population growth between 1990 and 1999. For some units, the increase was due to the extension of their municipal boundaries….The gap is growing between the départements on the Atlantic seaboard and the South, the populations of which are experiencing strong growth, and those of the Centre and North-East, where populations have stagnated or in some cases even diminished. In mainland France as a whole between 1999 and 2005, population growth was higher than 1.4 % on average in 10 départements: Haute-Garonne, Alpes-de-Haute-Provence, Hérault, Gard, Landes, Vendée, Aude, Haute-Savoie, Ain, Hautes-Alpes. Haute-Garonne, which enjoys massive appeal thanks to the effect of its capital, Toulouse, topped this list at 1.7 %. At the other end of the scale, the population dropped by 0.1 % or more in five départements, two of which are in the Champagne-Ardenne region (Ardennes, Hautes-Marne) and the other three in the centre of France (Allier, Creuse, Nièvre).” Immer noch von großer Bedeutung ist die agrarische Landnutzung: Es gibt über 700.000 Farmen mit einer Million Beschäftigten.
Frankreich war das am stärksten zentralisierte Land Westeuropas. Die Regierungen der vergangenen Jahrzehnte haben sich jedoch bemüht, die 96 Departments (bzw. 100 mit den Überseegebieten) aus der Rolle der reinen Befehlsempfänger zu befreien und zwischen Staat und Department eine weitere Entscheidungsebene zu schaffen. Die neu geschaffenen 22 Regionen (bzw. 26 mit den Überseegebieten) wurden eigenen politischen und finanziellen Kompetenzen ausgestattet. Künftig regelte nicht mehr der Zentralstaat alle Ebenen der Lebensvorsorge sondern half den dezentralen Einheiten, dies zu tun. Das Raumordnungsgesetz von 1999 stellte die pays (Landschaften) und agglomérations (Ballungsräume) ins Zentrum der Entwicklung von Wirtschaft und Infrastruktur. Der Staat fördert übergemeindliche Zusammenschlüsse als pays und agglomérations und schließt mit ihnen Verträge über Entwicklungsprogramme ab, damit sie ihre eigenen Ziele verwirklichen können. Bis 2001 war die Zahl der pays auf 280 und die der agglomérations auf 90 angewachsen. Ein pays soll im ländlichen Raum oder im Stadtrandbereich von den örtlichen Akteuren als geographische, wirtschaftliche oder soziale Einheit, möglichst aber durch Pendlerbeziehungen abgegrenzt werden, vergleichbar mit den Einzugsbereichen der deutschen Unter- und Mittelstädte. In diesen Einheiten werden Ziele für die Beschäftigungsentwicklung und die Grundversorgung definiert und ein Ausgleich zwischen den zentralen Orten und dem Raum gesucht. Dies soll jedoch keine neue Verwaltungsebene sein, sondern die Zusammenarbeit gesellschaftlicher Gruppen fördern. Die Förderung lokaler Projekte wird ergänzt durch die Übertragung staatlicher Aufgaben an örtliche Verbände und Selbstverwaltungskörperschaften. Die 36.782 Gemeinden (communes) sind die unterste Ebene der Selbstverwaltung. Mit Ausnahme von 100 Gemeinden in den nicht voll integrierten Überseegebieten gehört jede Gemeinde zu einem der 100 Départements. Durch das Dezentralisierungsgesetz von 1982 wurden die Kompetenzen der Départements erweitert und zahlreiche Kompetenzen unter anderem auf den Gebieten der Städteplanung und Raumordnung, des Wohnungsbaus, der Verkehrs- und Umweltpolitik auf die gewählten Körperschaften der Gemeinden (conseil municipal – Gemeinderat), Départements (conseil général – Generalrat) und Regionen (conseil régional – Regionalrat) übertragen. Mit der Änderung des code d’urbanisme durch die loi SRU Ende 2000 hat eine Angleichung an das deutsche Planungsrecht stattgefunden. In beiden Ländern gliedert sich die formelle Planung nunmehr in ein zweistufiges System aus einem strategischen Gesamtplan und Detailplänen. Flächennutzungsplan und schéma de cohérence territoriale (SCOT) sind strategische Werkzeuge ohne direkte Wirkung. Allerdings ist SCOT interkommunal und höchstens zehn Jahre bestandskräftig. Er muß durch sektoriale Planung ergänzt werden. Im Unterschied zu den deutschen Bebaungsplänen erstreckt sich der plan local d’urbanisme (PLU) jedoch auf das gesamte Planungsgebiet der strategischen Planung. Standardisierte Vorgaben wie sie in der deutschen Baunutzungsverordnung gemacht werden (sie bestimmt Art und Maß der baulichen Nutzung eines Grundstücks, die Bauweise und die überbaubare Grundstücksfläche), gibt es weder für SCOT noch PLU. Dennoch können sie im Ergebnis deutschen Plänen entsprechen.
Bürgerbeteiligung Partizipation
„In Frankreich hat sich eine Dezentralisierungstendenz vollzogen und der Schwerpunkt der Beteiligung an der Planung hat sich auf die Ebene der „pays“ (also sehr lokal) verlagert. Obwohl es auf regionaler Ebene nur eine geringe Beteiligung gibt, sind eine signifikante Beteiligung der NROs an der Stadterneuerung auf lokaler Ebene sowie ganz allgemein eine viel engere Einbindung von sozialen, wirtschaftlichen und umweltbezogenen Fragen festzustellen, wobei die Planung eher als ein Teilaspekt dieser Fragen als eine gesonderte Aktivität gesehen wird.“ (APaNGO-Advocacy, Participation and NGOs in Planning. Zwischenbericht). Mit der Ende 2000 Erlassenen loi SRU wurden die Beteiligungsmöglichkeiten im kommunalen bauplanungsrechtlichen Verfahren deutlich erweitert. Die sogenannte concertation préalable gibt während der gesamten Verfahrensdauer die Möglichkeit, sich am Prozess zu beteiligen, während dies im deutschen Recht nur in einem eingegrenzten Zeitraum möglich ist. Ebenfalls anders als in Deutschland gibt es jedoch keine Durchführungsvorschriften. Die enquête publique hingegen wurde nicht verändert. Sie bleibt daher hinter den Möglichkeiten der förmlichen Bürgerbeteiligung zurück. Dies wird jedoch dadurch teilweise aufgefangen, dass die Umsetzung der EU-Umweltinformationsrichtlinie (UIR) in Frankreich weitaus mehr Informationsrechte gewährt, als das deutsche Umweltinformationsgesetz. Die informellen Beteiligungsmöglichkeiten entsprechen grundsätzlich denen, die weltweit angewendet werden.
Initiativen gegen Flächenverbrauch Non Government Organisations (NHOs) against Land Consumption
Comité français de l’Union mondial pour la Nature (UICN) 26 rue Geoffroy Saint Hilaire - 75005 Paris Tél : 01 47 07 78 58 - Fax : 01 47 07 71 78 uicn@uicn.fr www.uicn.fr Fondation Nicolas Hulot pour la Nature et l’Homme 6 rue de l’Est, 92100 Boulogne-Billancourt www.fondation-nicolas-hulot.org
Société Française pour le Droit de l’Environnement Université Robert Schuman 11 rue du Maréchal Juin – F - 67046 Strasbourg Tel : 0 (033) 3 88 14 30 42 - Fax. 0(033) 3 88 14 30 44 laurence.renard@urs.u-strasbg.fr www.urs.u-strasbg.fr Greenpeace France 22, rue des Rasselins, F-75020 Paris Tel : 01 44 64 02 02, Fax : 01 44 64 02 00 gl.paris @ greenpeace.fr www.greenpeace.org/france