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Der tägliche Lagebericht von LANDUSEWATCH.INFO zum "Endkampf um die letzten freien Ressourcen" (Wolf Schneider: Der Mensch - eine Karriere). Wir lesen, recherchieren nach  und kommentieren für Sie (fast) täglich die Pressemeldungen zu Flächenverbrauch und Landnutzung.  Damit das Thema in der zivilgesellschaftlichen Öffentlichkeit immer weiter oben in der Rangliste steht.



13.05.11
Megastädte
Mehr als die Hälfte der Menschheit lebt in Megacitys, die meisten davon in Entwicklungs- und Schwellenländern. Deshalb ist nachhaltige Stadtentwicklung laut KfW Entwicklungsbank das zentrale Thema der Dekade. Artikel von Tobias Schwab auf FR-ONLINE.
www.fr-online.de/wirtschaft/sauberes-wasser-fuer-megastaedte/-/1472780/8441058/-/index.html
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12.05.11
EuGH: Klagerecht für Umweltschutzverbände
Laut einem Urteil Europäischen Gerichtshofes (EuGH) vom Donnerstag dürfen künftig auch Umweltorganisationen als Vertreter der Allgemeinheit klagen, wenn erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt zu befürchten sind. Die Chancen, "überflüssige und klimaschädliche Kohlekraftwerke zu verhindern", seien nun gestiegen, teilte der BUND mit.
www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,762276,00.html

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11.05.11
Globaler Trend zu grünen Städten?
Hat die Weltgemeinschaft noch die Wahl, sich zukünftig für oder gegen grüne Städte zu entscheiden? Welche Faktoren implizieren die Notwendigkeit hin zur Trendwende, und was muss sich weltweit im Stadtbild verändern? Das fragt Claudia Hangen auf TELEPOLIS.
www.heise.de/tp/artikel/34/34709/1.html

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07.05.11
Der Grüne Winfried Hermann wird neuer Verkehrsminister in Baden-Württemberg
Es gehehe dem neuen Verkehrsminister auch darum, die Verödung der Innenstädte zu verhindern. Grüne Infrastruktur, wie die Baden-Württemberger sie sich vorstellen, setzt auf die »Stadt der kurzen Wege«: Wohnen, Arbeiten und Einkaufen sollen so nah beieinanderliegen wie möglich. »Schluss mit der Zwangsmobilität« nennt Hermann das. Ein Artikel von Mariam Lau auf ZEIT.DE
www.zeit.de/2011/19/Verkehrsminister-Hermann

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05.05.11
Der Klimawandel bedroht die globale Getreideernte

Die Temperatur steigt, die Ernteerträge fallen: Forscher haben überprüft, wie sich die Erderwärmung in den vergangenen 30 Jahren auf die Produktion von Getreide ausgewirkt hat. Vor allem Weizen und Mais sind betroffen - ein massives Problem für die Versorgung der Weltbevölkerung droht.
Von Christoph Seidler.
www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,760690,00.html

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04.05.11

Gardening Subversion auf dem Kompost
Gardening ist der neueste Schrei unter trendbewussten Großstädtern. Zwischen Tulpenzwiebeln und Rosenbeet kommen sie wieder zu sich selbst. Seltsam findet das David Hugendick auf ZEIT.DE.
www.zeit.de/lebensart/2011-05/gardening-glosse “ kann als Erfolg des WWF gewertet werden. 2011 nahmen bereits hunderte Millionen Menschen in 135 Ländern teil und setzten ihr persönliches Zeichen für den Klimaschutz. Heute sind vor allem der Klimawandel, die Überfischung der Meere und das Artensterben ins Zentrum der WWF-Arbeit gerückt.
Der WWF-Österreich
Der 1963 gegründete WWF Österreich hat auch einige Erfolge aufzuweisen. Die Rettung des Vogelparadieses  „Lange Lacke“, der Nationalpark Neusiedlersee, das WWF-Reservat Marchegg mit seiner Storchenkolonie, der erfolgreiche Kampf gegen Kraftwerk Hainburg und die Errichtung des Nationalparks Donauauen sind ein Auszug aus der langen Erfolggeschichte des österreichischen WWF. Neben heimischen Themen unterstützt der WWF auch internationale Projekte im Amazonas, den Mekongländern, im Pazifik und in Osteuropa
www.wwf.at/de/50jahrjubilaeum/

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03.03.11
Megacities: Chinas große Urbanisierung

Hunderte Millionen Bauern will Chinas Regierung bis 2030 in Städte umsiedeln. Es ist die größte Wanderung der Geschichte. Das Sozialsystem ist dem nicht gewachsen meint Felix Lee auf ZEIT.DE


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03.03.11
Klimawandel, Wilderei und Lebensraumzerstörung – weltweiter Artenschwund hält an
Presseerklärung WWF: Wir brauchen globalen Schutzschirm für bedrohte Arten
Das menschenverursachte Artensterben geht unvermindert weiter, warnt die Umweltschutzorganisation WWF am "Internationalen Tag des Artenschutzes". So befinden sich insgesamt 3.559 Tier- und Pflanzenarten in der höchsten Bedrohungskategorie der "Roten Liste". Amur-Leopard, Spitzmaulnashorn oder Beluga-Stör stehen demnach vor dem Aussterben. Für 791 Arten die auf der Roten Liste erfasst sind, kommt gar jede Hilfe zu spät. Sie sind wohl für immer von der Erde verschwunden. Auf dieser "Todesliste" finden sich u. a. der australische Magenbrüterfrosch, der Java-Tiger und das Kouprey-Wildrind. Die Dunkelziffer dürfte unterdessen wesentlich höher liegen, da viele Arten aussterben, bevor sie überhaupt entdeckt werden. So seien von den schätzungsweise weit über eine Millionen Tierarten auf der Erde gerade einmal knapp 43.000 in der Roten Liste erfasst. Die Hauptgründe für den weltweiten Artenschwund sind nach WWF-Einschätzung hauptsächlich vom Menschen verursacht: Klimawandel, Raubbau, Wilderei und Lebensraumzerstörung.
"Artensterben ist grundsätzlich ein natürliches Phänomen, das es schon immer gegeben hat", erklärt Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland. "Doch die Aussterberate ist heutzutage durch den Einfluss des Menschen bis zu zehntausendmal höher als unter natürlichen Bedingungen." Der WWF-Experte fordert daher einen "globalen Schutzschirm für bedrohte Arten". Ein weltweites Maßnahmenpaket sei die einzige Chance, um das größte Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier überhaupt noch aufhalten zu können. "Die internationale Staatengemeinschaft muss gemeinsam und grenzüberschreitend den globalen Artenschwund entschlossen bekämpfen, die Lebensraumvernichtung stoppen und für eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen eintreten", so Homes. Beispiele wie der australische Magenbrüterfrosch zeigten, dass der Mensch auch aus purem Egoismus ein Interesse daran haben müsste die Artenviefalt zu erhalten. Die Besonderheit der Frösche lag in ihrer einzigartigen Brutpflege: Das Weibchen brütete die Kaulquappen im Magen aus. Das gelang mit Hilfe eines Sekrets, welches die Zersetzung der Nachkommen durch Magensäure und Enzyme verhinderte. Erste Untersuchungen nährten die Hoffnung, mit Hilfe des Frosches ein neues Medikament gegen Magengeschwüre finden zu können. Doch bereits kurz nach dieser Entdeckung verschwand die Froschart.Der Tag des Artenschutzes ist im Jahr 1973 im Rahmen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens eingeführt worden und findet jährlich am 3. März statt. Durch das Abkommen sollen bedrohte wildlebende Tier- und Pflanzenarten geschützt werden. Zwar beurteilt der WWF die weltweiten Artenschutzbemühungen als noch lange nicht ausreichen, doch es gäbe aus den vergangenen Jahren auch Erfolgsmeldungen. So sind die Bestände von Amurtiger, Berggorilla, Goldlöwenäffchen oder Buckelwal dank engagierter Schutzmaßnahmen in einem besseren Zustand als in der Vergangenheit.
FSC Zertifikats  („Forest Carbon Stewardship Council“)  zum Schutz der Wälder und des MSC Zertifikats  („Marine Stewardship Council“) für nachhaltigen Fischfang. Seit 1998 veröffentlicht der WWF  mit seinen Partnern den „Living Planet Report “ der sich detailliert dem Rückgang der Arten und dem ökologischen Fußabdruck widmet. Auch die weltweit größte Klimaschutzkampagne, die „Earth Hourwww.zeit.de/wirtschaft/2011-03/china-urbanisierunginfo@wwf.de
www.wwf.de

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02.03.11
„Wir sind auf der Erde das dominierende Raubtier.“

Der britische Geologe Jan Zalasiewicz im Gespräch mit Christian Schwägerl von SPIEGEL:ONLINE. Nach unseren heutigen Erkenntnissen könne man die Forderung, unsere Epoche in Anthropozän umzubenennen, zumindest mit gutem Recht erheben. Der Mensch gestalte bereits die Bodenschichten um, die sich ablagern und ablagern werden. Dazu gehörten auch neuartige künftige Bodenschichten, die wir heute Städte nennen.
www.zeit.de/wirtschaft/2011-03/china-urbanisierung

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03.03.11
Klimawandel, Wilderei und Lebensraumzerstörung – weltweiter Artenschwund hält an
Presseerklärung WWF: Wir brauchen globalen Schutzschirm für bedrohte Arten
Das menschenverursachte Artensterben geht unvermindert weiter, warnt die Umweltschutzorganisation WWF am "Internationalen Tag des Artenschutzes". So befinden sich insgesamt 3.559 Tier- und Pflanzenarten in der höchsten Bedrohungskategorie der "Roten Liste". Amur-Leopard, Spitzmaulnashorn oder Beluga-Stör stehen demnach vor dem Aussterben. Für 791 Arten die auf der Roten Liste erfasst sind, kommt gar jede Hilfe zu spät. Sie sind wohl für immer von der Erde verschwunden. Auf dieser "Todesliste" finden sich u. a. der australische Magenbrüterfrosch, der Java-Tiger und das Kouprey-Wildrind. Die Dunkelziffer dürfte unterdessen wesentlich höher liegen, da viele Arten aussterben, bevor sie überhaupt entdeckt werden. So seien von den schätzungsweise weit über eine Millionen Tierarten auf der Erde gerade einmal knapp 43.000 in der Roten Liste erfasst. Die Hauptgründe für den weltweiten Artenschwund sind nach WWF-Einschätzung hauptsächlich vom Menschen verursacht: Klimawandel, Raubbau, Wilderei und Lebensraumzerstörung.
"Artensterben ist grundsätzlich ein natürliches Phänomen, das es schon immer gegeben hat", erklärt Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland. "Doch die Aussterberate ist heutzutage durch den Einfluss des Menschen bis zu zehntausendmal höher als unter natürlichen Bedingungen." Der WWF-Experte fordert daher einen "globalen Schutzschirm für bedrohte Arten". Ein weltweites Maßnahmenpaket sei die einzige Chance, um das größte Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier überhaupt noch aufhalten zu können. "Die internationale Staatengemeinschaft muss gemeinsam und grenzüberschreitend den globalen Artenschwund entschlossen bekämpfen, die Lebensraumvernichtung stoppen und für eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen eintreten", so Homes. Beispiele wie der australische Magenbrüterfrosch zeigten, dass der Mensch auch aus purem Egoismus ein Interesse daran haben müsste die Artenviefalt zu erhalten. Die Besonderheit der Frösche lag in ihrer einzigartigen Brutpflege: Das Weibchen brütete die Kaulquappen im Magen aus. Das gelang mit Hilfe eines Sekrets, welches die Zersetzung der Nachkommen durch Magensäure und Enzyme verhinderte. Erste Untersuchungen nährten die Hoffnung, mit Hilfe des Frosches ein neues Medikament gegen Magengeschwüre finden zu können. Doch bereits kurz nach dieser Entdeckung verschwand die Froschart.Der Tag des Artenschutzes ist im Jahr 1973 im Rahmen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens eingeführt worden und findet jährlich am 3. März statt. Durch das Abkommen sollen bedrohte wildlebende Tier- und Pflanzenarten geschützt werden. Zwar beurteilt der WWF die weltweiten Artenschutzbemühungen als noch lange nicht ausreichen, doch es gäbe aus den vergangenen Jahren auch Erfolgsmeldungen. So sind die Bestände von Amurtiger, Berggorilla, Goldlöwenäffchen oder Buckelwal dank engagierter Schutzmaßnahmen in einem besseren Zustand als in der Vergangenheit.
info@wwf.de
www.wwf.dewww.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,748356,00.html

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27.02.11
Baustopp für Megastaudamm
Ein Richter kassiert die Genehmigung für das weltweit drittgrößte Wasserkraftwerk Belo Monte in Brasilien. Es fehlten Programme zum Schutz der indigenen Bevölkerung berichtet Jost Maurin von TAZ.DE.
www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/baustopp-fuer-megastaudamm/

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24.02.11
Neues Planungstool unterstützt Kommunen bei der Kostenschätzung ihrer Siedlungsplanung
Kalkulationswerkzeug macht Verkehrsfolgekosten transparent – Presseerklärung Difu
Kommunen können mit einem neuen, kostenfrei zur Verfügung stehenden Kalkulationswerkzeug ihre Verkehrsinfrastrukturkosten systematisch erheben und auswerten. Das einfach anzuwendende Planungstool für öffentliche Haushalte wurde vom Difu in Kooperation mit der Planersocietät Dortmund entwickelt.
Die Schätzung ermittelt die direkten, verkehrsbezogenen Kosten, die mit der Entscheidung für eine bestimmte Siedlungsweise verbunden sind. Neben dem im Excel-Format bereitgestellten Planungswerkzeug stehen eine Publikation über die empirischen wissenschaftlichen Hintergründe des Schätzwerkzeugs sowie ein Nutzerhandbuch kostenfrei online zur Verfügung.
Das Planungswerkzeug wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) unter fachlicher Betreuung des Bundesinstituts für Bau, Stadt- und Raumforschung (BBSR) erstellt. FoPS-Nr. 73.0328/2006.

Ansprechpartner im Difu:
Dr. Wulf-Holger Arndt, Telefon: 030/39001-252, E-Mail: arndt@difu.de
Online-Publikation über empirische wissenschaftliche Hintergründe des Schätzwerkzeugs:
http://www.difu.de/publikationen/2011/abschaetzung-und-bewertung-der-verkehrs-und-kostenfolgen.html
Tools und Nutzerhandbuch für den Verkehrsfolgekostenabschätzer:
http://www.difu.de/publikationen/2011/verkehrs-und-kostenfolgen-der-siedlungsplanung.html
Hintergrundinformationen auf den Seiten des BBSR:
http://www.bbsr.bund.de/cln_016/nn_28646/BBSR/DE/FP/FOPS/Projekte/VerkehrsUndKostenfolgen/03__Ergebnisse.html

Kurzinfo: Deutsches Institut für Urbanistik
Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) ist als größtes Stadtforschungsinstitut im deutschsprachigen Raum die Forschungs-, Fortbildungs- und Informationseinrichtung für Städte, Kommunalverbände und Planungsgemeinschaften. Ob Stadt- und Regionalentwicklung, kommunale Wirtschaft, Städtebau, soziale Themen, Umwelt, Verkehr, Kultur, Recht, Verwaltungsthemen oder Kommunalfinanzen: Das 1973 gegründete unabhängige Berliner Institut - mit einem weiteren Standort in Köln (Bereich Umwelt) - bearbeitet ein umfangreiches Themenspektrum und beschäftigt sich auf wissenschaftlicher Ebene praxisnah mit allen Aufgaben, die Kommunen heute und in Zukunft zu bewältigen haben. Der Verein für Kommunalwissenschaften e.V. ist alleiniger Gesellschafter des in der Form einer gemeinnützigen GmbH geführten Forschungsinstituts.
Pressekontakte:
Deutsches Institut für Urbanistik (Difu), Sybille Wenke-Thiem
E-Mail: wenke-thiem@difu.de
Internet: www.difu.de

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24.02.11
WWF: Fehlanreize im EEG fördern Maiswüsten und treiben Pachtpreise in die Höhe
Presseerklärung
Deutschland wird immer mehr zur Mais-Wüste. Zwischen 2005 und 2010 ist die Maisanbaufläche von 70.000 Hektar auf 600.000 Hektar hochgeschnellt, mit fatalen Folgen für Umwelt und Landwirtschaft, so eine WWF-Studie. Grund dafür sind falsche Förderanreize für Strom aus Biomasse im Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG). Das EEG belohnt Strom aus Biogas mit umgerechnet jährlich rund 3000 Euro pro Hektar. Das ist fast das Zehnfache dessen, was Bauern sonst pro Hektar durchschnittlich an EU-Förderungen erhalten.
Die Folge: Investoren pachten oder kaufen im großen Stil Ackerflächen. Angebaut wird darauf hauptsächlich Energie-Mais. Ein für die Investoren lukratives Geschäft, das die Pachtpreise in die Höhe treibt und ganze Landstriche in Mais-Monokulturen verwandelt.
"Das Erneuerbare Energien-Gesetz muss in dieser Hinsicht schnell und umfassend geändert werden", fordert WWF-Agrarreferentin Tanja Dräger de Teran. "Es ist unsinnig, das halbe Land in Maisfelder zu verwandeln. So, wie er heute angebaut wird, vernichtet Mais die Artenvielfalt, belastet die Gewässer und trägt wertvollen Mutterboden ab." Die dramatische Ausweitung des Maisanbaus gefährde die nationalen Ziele zum Schutz der Biodiversität.
Besonders irritierend: Für die Erzeugung von Bioethanol muss Mais Nachhaltigkeitskriterien erfüllen, für Biogas hingegen nicht. "Das ist vollkommen unlogisch und muss sich umgehend ändern", so die WWF-Expertin. Nach WWF-Angaben ist die Zahl der Biogasanlagen in Deutschland von etwa 2000 im Jahr 2005 auf heute 6000 gestiegen.

Der Biogas-Boom lässt die Pachtpreise in vielen Regionen Deutschlands anziehen. In Ostdeutschland haben sich die Pachtpreise für Agrarflächen laut WWF in den vergangenen drei Jahren beinahe verdreifacht. Landwirte haben beim Auslaufen ihrer Pachtverträge häufig das Nachsehen, weil die Anlagenbetreiber höhere Preise pro Hektar bieten. Rund 60 Prozent der deutschen Landwirte pachten Land.
"Die derzeitige Situation zeigt, dass Bioenergie nicht per se umweltfreundlich oder nachhaltig ist. Es kommt sehr darauf an, woher die Rohstoffe stammen und wie sie angebaut werden", sagt WWF-Expertin Dräger. Die Bundesregierung müsse nun schnell das EEG verbessern. Die geltenden Nachhaltigkeitskriterien für Biokraftstoffe müssten auch für Energiepflanzen gelten, die zum Betrieb von Biogasanlagen angebaut werden.

Die WWF-Forderungen zu Biogas in Kürze:
Die derzeit geltenden Nachhaltigkeitskriterien für Biokraftstoffe und flüssige Brennstoffe müssen auf den gesamten Anbau von Biomasse zur Erzeugung von Bioenergie ausgeweitet werden. Die Vergütungsstruktur des EEG ist auf den Einsatz von Reststoffen aus der Landwirtschaft auszurichten (zum Beispiel Wirtschaftsdünger, biogene Reststoffe) Die Vergütungssätze sollen kommunale Anlagen verstärkt fördern. Eine ausgeglichene Stickstoffbilanz muss Voraussetzung für den Erhalt von Fördergeldern sein.  Biomasse sollte statt für Strom- und Wärmeerzeugung prioritär für Emissionsminderungen im Verkehrssektor eingesetzt werden (Biokraftstoffe), wo es z.B. im Güterverkehr keine vergleichbaren Alternativen gibt.
info@wwf.de
www.wwf.de

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23.02.11
Erneuerbare Energien als Perspektive für den Maghreb

Matthias Brake befasst sich in der Energie- und Klimawochenschau (TELEPOLIS) aus aktuellem Anlass mit der Frage, ob Erneuerbare Energien (wie das umstrittene DESETEC-Projekt) Entwicklungsimpulse für die Region geben  und so die Demokratisierungsprozesse langfristig unterstützen können.
www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34245/1.html

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22.02.11
Eine Erde reicht nicht

Die Menschheit lebe schon jetzt weit über ihre Verhältnisse: Doch wenn der Raubbau an der Erde noch weiter zunehme, drohe eine Katastrophe, warnten Experten auf einem Kongress des Amerikanischen Wissenschaftsverbandes AAAS in Washington.
www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article12615181/Kapazitaet-der-Erde-womoeglich-in-40-Jahren-erschoepft.html

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21.02.11
Räumungsurteil: Aus für Christiania?
Eher nicht, meint nicht nur Rheinhard Wolff in der TAZ. Kaum einer glaube an die Durchsetzung – weder die etwa tausend BewohnerInnen (May peace, love and oneness prevail on Mother Earth"), noch das Touristenamt ("Keine andere Stadt hat so etwas").
www.taz.de//1/politik/europa/artikel/1/keine-andere-stadt-hat-so-etwas/

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2!.02.11
Tödliches Experiment‘ CCS muss ganz gestoppt werden
NaturFreunde Deutschlands warnen vor Verseuchung ganzer Landstriche.

Vor einer Verseuchung ganzer Landstriche durch die unterirdische Verpressung von Kohlendioxid durch die sogenannte CCS-Technologie (CCS: Carbon Dioxide Capture and Storage) warnen die deutschen NaturFreunde. „Bei der praktischen Umsetzung des von der Bundesregierung geplanten CCS-Gesetzes werden große unterirdische Giftmüllkippen entstehen, die sich weder beherrschen noch sanieren lassen“, erklärte der umweltpolitische Sprecher des Verbandes Eckart Kuhlwein. Die Bundesregierung müsse auf dieses ‚tödliche Experiment‘ verzichten.Kuhlwein zufolge gehe es nicht allein um die Frage, ob und inwieweit die Bundesländer die Einlagerung von Kohlendioxid (CO2) in ihrem Gebiet selbst bestimmen könnten. Es gehe schlichtweg um das Prinzip. Die Bundesregierung mache den Bürgerinnen und Bürgern etwas vor, wenn sie in ihrem Gesetzentwurf behaupte, die „CCS-Technologien könnten zum Erreichen der Klimaschutzziele und zu einer möglichst sicheren, effizienten und umweltverträglichen Energieversorgung und Industrieproduktion beitragen“. Die CO2-Abscheidung und -Lagerung verbrauche gewaltige Mengen an Energie und sei ein ökologischer und ökonomischer Wahnsinn. Das hätten viele wissenschaftliche Institutionen wie etwa der Sachverständigenrat für Umweltfragen oder das Umweltbundesamt bestätigt. Experten, wie etwa der nordfriesische Ingenieur Manfred Opel, hätten zudem ausgerechnet, dass mit dem flüssigen CO2 auch bis zu sechs Prozent hochgiftige Gase und Dämpfe mit verpresst würden. Zudem ließen sich das CO2 und seine „Begleiter“ nicht in der Region halten, sondern würden über mehr als 1.000 Kilometer verdriften. Dabei würden riesige Mengen Wasser verdrängt und dauerhaft verseucht. In großer Zahl würden überdies Leckagen entstehen, welche die Biosphäre und die Trinkwasservorräte irreparabel zerstörten.Kuhlwein fordert die Bundesregierung auf, die CCS-Gesetzgebung jetzt ganz zu stoppen. Offenbar gehe es nur um das „Grünwaschen“ für die großen Stromkonzerne, welche gern die Abgaben für ihre CO2-Emissionen sparen wollten. Dies widerspreche in einem unerträglichen Ausmaß einer Politik der „nachhaltigen Entwicklung“ im Interesse künftiger Generationen, welche die Bundeskanzlerin in ihren Sonntagsreden gern verkünde.
www.naturfreunde.de

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18.02.2010
WWF-STUDIE: DIE ENTWALDUNG AUF SUMATRA TRÄGT MASSGEBLICH ZUM KLIMAWANDEL BEI
Die massive Entwaldung der indonesischen Insel Sumatra beeinflusst messbar den Klimawandel. Nach WWF-Analysen hat der Waldverlust zwischen 1985 und 2008 mit etwa 7,5 Gigatonnen CO2-Emissionen zu Buche geschlagen. Dies entspricht etwa 20 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen, die in den 1990er Jahren durch Änderungen in der Landnutzung entstanden sind. Die Abholzung, Trockenlegung und Brandrodung von Torfmoorwäldern hat zwischen 1990 und 2002 zusätzlich geschätzte 1,1 Gigatonnen CO2 jährlich
verursacht. Sumatra hat seit 1985 die Hälfte seiner Tropenwälder verloren, über 13 Millionen Hektar. "Sumatra war einmal ein grünes, tropisches Paradies. Das ist vorbei", sagt WWF-Experte Markus Radday. Statt dichten Waldes mit bunter Artenvielfalt beherrschen Ölpalmen und Akazien die Insel. Abgeholzt wird hauptsächlich für Papier und Zellstoff und die Umwandlung in Palmöl-Plantagen. Europa zählt zu den Hauptabnehmern der Produkte, die aus diesen Rohstoffen hergestellt werden. Besonderen Anteil an der Waldzerstörung haben zwei Papier- und Zellstoffgiganten: die Firmen Asia Pulp & Paper (APP) und Asia Pacific Resources International Holdings (APRIL)."Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus", so Markus Radday. "Zuerst trifft der Kahlschlag die Menschen, Tiere und Ökosysteme vor Ort. Früher oder später aber spüren wir ihn alle." Jetzt komme es darauf an, den Kahlschlag zu stoppen, die verbliebenen Wälder zu erhalten und mit Aufforstungen den Schaden zu begrenzen.Wälder sind gigantische Kohlenstoffspeicher, besonders tropische, die im Vergleich zu anderen Wäldern doppelt so viel des Klimagases speichern können. Tropenwälder wirken darüber hinaus kühlend auf das Weltklima. "Intakte Wälder sind ein wichtiges Bollwerk gegen den Klimawandel", sagt WWF-Experte Radday  Deshalb sei es wichtig, im Rahmen eines künftigen Klimaabkommens dem in den Wäldern gebundenen Kohlenstoff einen finanziellen Wert zu geben. Damit ließen sich auch die berühmtesten Bewohner der sechstgrößten Insel der Erde retten: Orang-Utan, Sumatra-Elefanten, -Tiger und -Nashorn. Höchstens 2.800 Exemplare des Sumatra-Elefanten durchstreifen die Insel noch - 1985 waren es doppelt so viele. Der Bestand der heute maximal 7.000 Sumatra Orang-Utans wurde seither ebenfalls halbiert. Das Sumatra-Nashorn, von dem 1991 noch785 Tiere gezählt wurden, schafft es heute auf höchstens 200 Individuen. Von den 1.000 Sumatra-Tigern, die vor 30 Jahren auf der Insel heimisch waren, leben derzeit allenfalls noch 679 Exemplare.

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08.02.2010
»pro Erdkabel«
Freileitungen sind nicht schön für das Landschaftsbild, darin stimmen alle Parteien überein. Die gesundheitlichen Auswirkungen der Stromfelder in der Luft sind noch wenig erforscht. Die Alternative ist für die Widerständler ein Erdkabel, mit dem die Stromleitung eineinhalb Meter tief in den Boden verlegt wird. Nur: Freileitungen sind deutlich günstiger als Erdkabel – und erfüllen somit die Gesetzesvorgabe eines »möglichst kosteneffizienten« Netzausbaus. Ein Artikel von Stefan Schweiger
www.zeit.de/2011/06/Oekostrom-Netzausbau-Buergerprotest

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08.02.2010
Protest gegen das Mountain Top Removal in den USA
Zwar ist die Kohleindustrie in den ländlichen Gebieten oft der größte Arbeitgeber und hatte deshalb bisher freie Hand für Ihre Bergbaumethoden, aber sukzessive werden die gravierenden Nebenwirkungen des Bergbaus bekannt. Und die Proteste aus der Bevölkerung in den Fördergebieten West Virginias und Washingtons nehmen zu.
Ein Artikel von  Matthias Brake
www.heise.de/tp/blogs/2/149215

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30.01.11
Ralf Südhoff im Interview mit Alexandra Endres: "Wir brauchen eine radikale Agrarwende"
Die Zeit des Überflusses ist vorbei, Nahrung teuer wie nie. Wer den Hunger bekämpfen will, muss die kleinen Bauern in Entwicklungsländern stärken, sagt Ralf Südhoff Das UN World Food Programme (WFP) ist die größte humanitäre Organisation der Welt. Ralf Südhoff ist WFP-Chef für Deutschland, Österreich und die deutschsprachige Schweiz. Südhoff: Wir brauchen eine radikale Agrarwende. Zuallererst müssen Kleinbauern in Entwicklungsländern mehr Möglichkeiten erhalten und besser gefördert werden. Der Weltagrarrat der Vereinten Nationen schätzt, dass sich die dortigen Ernten vervierfachen könnten, wenn wir die Wende zu einer effizienteren und zugleich nachhaltigen Bewirtschaftung ermöglichten. Damit würde man zugleich den Hungernden direkt helfen, den drei von vier Hungernden weltweit sind Viehzüchter, Landarbeiter und Subsistenzbauern, die sich heute vom Ertrag ihrer Felder nicht ernähren können und auch kein Geld haben, um Nahrung zu kaufen.
www.zeit.de/wirtschaft/2011-02/nahrung-preise-spekulanten

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28.01.2011
IW: In Deutschland wird zu viel Bauland ausgewiesen
Täglich werden 100 Hektar neu bebaut, bald sollen es nur 30 Hektar sein, denn die Flächen fehlen der Landwirtschaft.Bauland soll nicht mehr so freigebig ausgewiesen werden wie bisher, fordert das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. „Der ruinöse Wettbewerb zwischen den Kommunen führt zu einer enormen Fehlentwicklung“, meint IW-Experte Ralph Henger. „Wir sehen hier eine typische Form von Marktversagen.“ Obwohl die Bevölkerungszahl in Deutschland bereits seit dem Jahr 2002 zurückgeht, steigt nämlich der Umfang der Siedlungs- und Verkehrsflächen weiter an. Gut 13 Prozent der Landesfläche sind bereits durch Gebäude, Straßen und sonstige Anlagen bebaut – und Tag für Tag werden es rund 100 Hektar mehr. Das entspricht einer Fläche von rund 140 Fußballfeldern.
http://de.news.yahoo.com/17/20110127/
tsc-bund-fordert-bauverbot-an-den-steilk-4e0be13.html


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27.01.2011
China plant 42-Millionen-Stadt
Großstadtplanung oder Größenwahn? China will im Süden des Landes neun Metropolen zusammenlegen. Entstehen soll so die gewaltigste Megacity der Welt - 26-mal so groß wie London.
www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,741994,00.html

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21.01.11
Vom Acker in den Abfall: Ein Drittel der Lebensmittel landet im Müll
Presseerklärung WWF zum Agrarministergipfel in Berlin: „Nachernteverluste“ müssen verringert werden
Zum morgigen Welt-Agrarministergipfel auf der Grünen Woche in Berlin fordert der WWF von den Landwirtschaftsministern der teilnehmenden Staaten, die Vernichtung von Nahrungsmitteln zu bekämpfen. Derzeit wird fast ein Drittel aller erzeugten Lebensmittel weggeworfen, weil es beispielsweise an vernünftigem Transport, rechtzeitiger Verarbeitung oder Kühlung fehlt. Diese so genannten Nachernteverluste zwischen Landwirt und Verbraucher belasten nach Angaben des WWF die Umwelt unnötig und verschlimmern die weltweite Ernährungskrise. „Die Agrarlobby redet immer davon, die Produktion auszuweiten: Mit mehr Pestiziden, mehr Gentechnik, mehr gerodetem Wald für neue Äcker“, kritisiert WWF-Agrarexperte Matthias Meißner. „Dabei müssen wir zuerst die dutzenden Lecks stopfen, die unser Ernährungssystem hat. Wir können es uns nicht leisten, so viel Essen zu verschwenden, weder moralisch noch ökologisch.“ Nach wissenschaftlichen Schätzungen erzeugt die Landwirtschaft weltweit 4.600 Kilokalorien pro Tag und Mensch. Davon erreichen 1.400 Kalorien niemals einen Magen. „In schlecht entwickelten Ländern verlieren wir Essen durch falsche oder fehlende Lagerung und Verarbeitung“, so Meißner. „Dort müssen die Handelsströme verbessert werden.“ In den reichen Industrienationen dagegen gehe es um einen Bewusstseinswandel: „Wir schmeißen Lebensmittel weg, die eigentlich noch essbar wären. Dies gilt für Supermärkte genauso wie für den Privathaushalt.“ Allein in Großbritannien wanderten 14 Millionen Tonnen Lebensmittel jährlich aus Warentheke oder Kühlschrank direkt in den Müll. Der WWF fordert die Agrarminister auf, den Aufbau vernünftiger Transport und Verarbeitungsstrukturen in die Hand zu nehmen und dafür Geld bereitzustellen. Daneben müsse es gesetzliche Vorgaben für den Handel und Verbraucheraufklärung geben. Verbrauchern rät WWF-Experte Meißner, planvoll einzukaufen und kein Essen wegzuwerfen. „Das würde helfen, die für 2050 vorhergesagten drei Milliarden Menschen mehr zu ernähren, ohne unseren ökologischen Fußabdruck über Gebühr zu vergrößern.“ www.wwf.de/presse/details/news/vom_acker_in_den_
abfall_ein_drittel_der_lebensmittel_landet_im_muell/

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06.01.11
Pflanzen als Lebensgrundlage werden knapper
Wie viel pflanzliche "Biomasse" muß im System bleiben?
Matthis Bracke stellt eine Studie von Marc Imhoff (Nasa) auf TELEPOLIS vor. Er wertete Satellitenbilder aus. Ergebnis: Während die Nettoproduktion an Pflanzen-Biomasse in allen Weltregionen seit 1995 annähernd konstant geblieben ist steigt der Konsum (sei es als Nahrung, Energielieferant, Rohstoff oder Baustoff).. Imhoff: "1995 hat die Menschheit 20 Prozent der verfügbaren Biomasse genutzt, die Landpflanzen durch Photosynthese erzeugten. 2005 waren es schon 25 Prozent. Industrieländer wie Kanada und die USA lägen zurzeit pro Einwohner noch bei einem Konsum von sechs Tonnen Kohlenstoff aus Pflanzen pro Jahr. In Schwellenländern Südostasiens sind es noch etwa zwei Tonnen. Die Autoren der Untersuchung hätten hochgerechnet, dass eine Angleichung der Konsumgewohnheiten in Südostasien an die westlicher Industrieländer mittelfristig zu einem Verbrauch von 56 Prozent der jährlichen Pflanzenproduktion führen wird - die restliche Biomasse muß dann für die gesamte übrige belebte Umwelt reichen.
www.heise.de/tp/blogs/2/149033
Weitere Infos:


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05.01.11
Auswirkungen der Landnutzung durch den Anbau von Biokraftstoffen
Das EU-Koordinationsbüro des Deutschen Naturschutzrings teilt mit: „Die EU-Kommission hat die Entscheidung, wie indirekte Auswirkungen der Landnutzung durch den Anbau von Biokraftstoffen künftig berechnet werden sollen, vertagtIndirekte Folgen für die Landnutzung bezeichnen die Nutzung von Flächen, auf denen zuvor Nahrungsmittel angebaut wurden, für den Anbau von Energiepflanzen. Als Folge dieser Umnutzung müssen neue Agrarflächen erschlossen werden, wozu oftmals Regenwald gerodet, Moore trockengelegt oder Graslandschaften zu Nutzflächen umgepflügt werden. Die europäischen Umweltgruppen Transport & Environment (T&E), Europäisches Umweltbüro (EEB) und BirdLife kritisierten die Kommission für die Aufschiebung der Entscheidung scharf. Die Kommission habe diverse Studien über die indirekten Auswirkungen der Landnutzung durch Biokraftstoffe eingeholt und die Ergebnisse seien eindeutig.“
www.eu-koordination.de/umweltnews/news/klima-energie/643-nachhaltigkeitskriterien-fuer-biokraftstoffe-weiterhin-nicht-vollstaendig

Hier die gemeinsame Presseerklärung von Birdlife, EEB und T&E:
EU postpones cleanup of biofuels policy again
„Hopes of a sustainable future for EU biofuels policy have been dealt a blow following the European Commission’s decision to delay a critical decision on how to account for the impacts of ‘indirect land use change’ (ILUC). Environmental groups BirdLife Europe, the European Environmental Bureau (EEB) and Transport & Environment (T&E) are calling for the immediate revision of biofuel sustainability criteria to take ILUC impacts into account.
Nusa Urbancic of Transport & Environment (T&E) said: “The science shows that Europe’s biofuel policy currently causes more environmental problems than it solves. Despite that, after more than a year of work, and countless scientific studies, the European Commission has decided to delay action again, leading to continued uncertainty for the biofuels industry.”
ILUC is a result of fields of food crops being converted for biofuel production. Additional farm land is needed to grow the displaced food somewhere else in the world, causing rainforests, grasslands and ancient peatlands to be ploughed up to meet the demand. This releases huge quantities of greenhouse gases into the atmosphere, has severe impacts on people and threatens some of our most valued biodiversity worldwide.
Faustine Defossez of the EEB commented: ”A policy promoting biofuels that save emissions on paper but not in reality is doomed. The only way out of this scenario, and to secure a future for biofuels, is to start accounting for all emissions associated with its use, including indirect land use change’”.
A recent study by the Institute for European Environmental Policy (IEEP) based on the National Renewable Energy Action Plans submitted by EU Member states found that, unless EU policy changes, extra biofuels coming on the market will increase greenhouse gas emissions by 81 to 167% (1). EU targets, agreed in 2008 as part of the EU’s Renewable Energy Directive (RED), oblige Member States to source 10% of their fuels from renewable sources, resulting in a huge boom for biofuels. The RED also contains ‘sustainability criteria’, but these do not include the issue of ILUC but instead subject it to a Commission review by the end of 2010.
Over the past year the Commission has gathered thousands of pages of research into the issue, the balance of evidence of the studies leaves no doubt that ILUC impacts are substantial. However, the Commission has been reluctant to release the findings of the studies and only did so following legal action by environmental groups (2).
“More and more evidence has revealed the impact of both direct and indirect land use change driven by the European Renewable Energy Directive” said Trees Robijns of BirdLife Europe. “The Commission should do all it can to avoid negative direct and indirect effects on people, their environment and the climate. How much longer do we have to keep waiting before they take the evidence seriously and take action?”
The environmental groups are calling for the full environmental impacts, including those from ILUC, to be taken into account in the sustainability criteria. Such an approach is the only way of ensuring that biofuels sold on the EU market are better than the fossil fuels they replace, and hence it is also the only way to give future investment security to the industry.
(1) IEEP study: www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,741994,00.htmlhttp://de.news.yahoo.com/17/20110127/tsc-bund-fordert-bauverbot-an-den-steilk-4e0be13.htmlwww.zeit.de/wirtschaft/2011-02/nahrung-preise-spekulantenwww.heise.de/tp/blogs/2/149215www.zeit.de/2011/06/Oekostrom-Netzausbau-Buergerprotest

www.nasa.gov/topics/earth/features/carbon-capacity.htmlwww.transportenvironment.org/Publications/prep_hand_out/lid/611 and briefing:www.transportenvironment.org/Publications/prep_hand_out/lid/612
(2) See: www.transportenvironment.org/News/2010/3/Green-groups-sue-Commission-over-withheld-biofuels-docs/
For further information:
Trees Robijns, EU Agriculture Policy Officer, Birdlife trees.robijns@birdlife.org
Simon Nazer, Press Officer, EEB press@eeb.org
Dudley Curti, Communications Manager, T&E dudley.curtis@transportenvironment.org

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04.01.11

Volksentscheide einführen und im Planungsrecht Lehren aus "Stuttgart 21" ziehen – Presseerklärung BUND
Mit einem Fünf-Punkte-Programm will der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Planung von Großprojekten und Infrastrukturvorhaben reformieren. Bundesregierung, Länderregierungen und kommunale Behörden müssten die Beteiligung der Bürger an den Planungen ausbauen, Alternativvorschläge von Umweltverbänden stärker berücksichtigen und die Verfahren ergebnisoffen durchführen, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Erforderlich seien eine frühzeitige Beteiligung der Bürger am Raumordnungsverfahren, völlige Transparenz beim Erörterungstermin, die Ernennung einer Ombudsperson zur Schlichtung, verbesserte Möglichkeiten zur gerichtlichen Überprüfung der Planungsvorhaben und die Einführung von Volksentscheiden auf Bundesebene. 
Weiger: „Die Planungsprozesse für Großprojekte und Infrastrukturvorhaben sind hochkomplex. Umso wichtiger ist es, dass betroffene Bürger und ihre Verbände frühzeitig und umfassend einbezogen werden. Sonst entsteht zu Recht das Gefühl, Politiker und so genannte Fachexperten entscheiden ohne Beteiligung der Öffentlichkeit hinter verschlossenen Türen. Deutschland braucht den Ausbau der Mitbestimmung, bei vielen Themen ist auch der Volksentscheid eine sinnvolle und erprobte Möglichkeit.“
Die Absicht der Bundesregierung, bei Planungsvorhaben die Verpflichtung für Erörterungstermine abzuschaffen, ist für den BUND der vorläufige Höhepunkt einer ganzen Reihe von Versuchen, Beteiligungsrechte zu schmälern. Stattdessen müssten bereits im zwingend vorzuschreibenden Raumordnungsverfahren ergebnisoffene Grundsatzanhörungen durchgeführt werden. In diesen Anhörungen müsse die Notwendigkeit der Planung begründet, nach Alternativen gesucht und auch die Aufgabe des Projektes in Betracht gezogen werden. Bei etwaigen weiteren Planungsschritten seien Betroffene und Verbände laufend, schriftlich und über das Internet umfassend mit den notwendigen Informationen zu versorgen. Mit Anzeigen in Tageszeitungen und öffentlichen Aushängen müssten die Bürgerinnen und Bürger und ihre Verbände künftig zum Erörterungstermin eingeladen werden. Ein etwaiger Genehmigungsbescheid für das erörterte Vorhaben müsse auf jeden Fall gerichtlich überprüfbar sein.
Weiger: „Planungsbehörden, Wirtschaft und Parteien müssen ihr Misstrauen gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern endlich abbauen. Extreme Konflikte wie in Baden-Württemberg um den Bahnhof Stuttgart 21 oder in Niedersachsen bei Castortransporten sind vermeidbar, wenn die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger ernster genommen und bei politischen Entscheidungen tatsächlich berücksichtigt werden. Volksinitiativen, Bürger- und Volksentscheide können bei der Planung von Großprojekten oder gravierenden Umwelteingriffen zu besseren Ergebnissen führen als ein Regieren und Entscheiden über die Köpfe der Betroffenen hinweg.“
Wo es in Deutschland auf Länderebene bereits Volksentscheide oder Volksbegehren gebe, existieren nach Meinung des BUND oft noch zu hohe Hürden für mehr Bürgerbeteiligung. So sei in Baden-Württemberg mit 16,6 Prozent der stimmberechtigten Einwohner das erforderliche Quorum zur Zulassung eines Volksbegehrens extrem hoch, in Baden-Württemberg, Bayern und Brandenburg seien Listeneintragungen auf öffentlichen Ämtern vorgeschrieben und in einigen Ländern wiederum seien Abstimmungen ungültig, wenn nicht sehr hohe Zustimmungsquoren erzielt würden. Neben der Einführung von Volksentscheiden auf Bundesebene forderte Weiger deshalb eine Vereinfachung und Vereinheitlichung der Verfahren auf Länderebene. Plebiszite gegen Minderheiten oder Menschen- und Völkerrechte lehne der BUND selbstverständlich strikt ab.
Pressekontakt: Rüdiger Rosenthal, presse@bund.net

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03.01.11
2011 ist "Internationales Jahr der Wälder". Privatisierung öffentlicher Wälder in Deutschland stoppen und Buchenwälder schützen – Presseerklärung BUND
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) will im von den Vereinten Nationen zum "Internationalen Jahr der Wälder" erklärten Jahr 2011 vor allem die Rolle der Wälder beim Schutz der Artenvielfalt ins Blickfeld rücken. "Der Wald ist nicht primär ein Wirtschaftsgut für die Holzindustrie, er ist vor allem ein Refugium für viele seltene Pflanzen und Tiere. Darunter bedrohte Arten wie Luchs, Wildkatze, Rauhfußkauz und Grauspecht. Der Wald hat eine wichtige Funktion beim Klimaschutz und ist ein unverzichtbarer Erholungsraum für die Bevölkerung", sagte die BUND-Waldexpertin Heidrun Heidecke. Auch Deutschland müsse beim Waldschutz zulegen. Nadelforste müssten in Mischwälder umgewandelt, Waldmoore renaturiert und mindestens fünf Prozent der Waldfläche aus der Nutzung genommen und als künftige Urwälder geschützt werden.
Heidecke: "Global gesehen ist bei jedem Wimpernschlag ein Hektar Wald verschwunden. Die Vernichtung der Wälder trägt weltweit ebenso viel zum Klimawandel bei wie die CO2-Emissionen aller Autos, Flugzeuge und Schiffe. Die internationale Gemeinschaft muss den Beschluss des Klimagipfels von Cancun vom letzten Dezember schnell umsetzen und mit Geldern aus dem Waldfonds zuerst den Erhalt der Regenwälder sichern."
Der BUND werde sich in diesem Jahr vor allem für den Schutz der Buchenwälder einsetzen, sagte Heidecke. Bedenklich sei, dass inzwischen jede zweite Buche in Deutschland Schäden aufweise. Hauptursache seien die Emissionen aus Verkehr und Landwirtschaft. Hohe Stickstoffeinträge führten zur Versauerung der Böden und schädigten die Baumwurzeln. Da ein Viertel der weltweiten Buchenbestände hierzulande vorkomme, trage Deutschland für deren Erhalt eine besondere Verantwortung. Die Bemühungen der Bundesregierung, Buchenwälder in Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen 2011 von der UNESCO als Weltnaturerbe schützen zu lassen, will der BUND unterstützen. Bund und Länder seien jedoch gefordert, zusätzlich Buchenwälder wie jene im bayerischen Steigerwald als nutzungsfreie Nationalparks auszuweisen. Gestoppt werden müsse auch die weitere Privatisierung öffentlicher Waldflächen.
Pressekontakt: Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressestelle, presse@bund.net

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01.01.11
Internationales UN-Jahr der Wälder 2011: Pro Wildlife fordert Umdenken beim Waldschutz – Presseerklärung ProWildlife
Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife nimmt das „Internationale UN-Jahr der Wälder 2011" zum Anlass, die Menschen für einen besseren Schutz der Urwälder zu gewinnen. „Urwälder sind die Lunge der Erde und die Schatzkammern der Artenvielfalt – deshalb müssen wir sie schützen“, sagt Birgit Trinks, Waldexpertin bei Pro Wildlife. „Es gibt keinen besseren Klimaschutz als die Urwälder zu erhalten. Und es gibt keine bessere Artenschutzmaßnahme, als den Tieren ihren Lebensraum zu bewahren“. Für viele Produkte des täglichen Bedarfs wird direkt oder indirekt Wald vernichtet. In einer Informationskampagne klärt Pro Wildlife im Jahr der Wälder Verbraucher darüber auf, für welche Erzeugnisse Urwälder abgeholzt werden und zeigt umweltfreundliche Alternativen auf. Mit Waldschutzprojekten in Madagaskar und Kamerun trägt Pro Wildlife zum unmittelbaren Schutz intakter Urwälder bei.
Plantagen sind kein Wald
Jede Minute gehen Waldflächen in der Größe von 36 Fußballfeldern dauerhaft verloren. Die Vereinten Nationen haben deshalb das Jahr 2011 zum Internationalen Jahr der Wälder erklärt. Während viele Regierungen und Industrien in Wäldern eine reine Rohstoffquelle sehen und die Nutzung von Holz im Vordergrund steht, ist Wald aus Sicht von Natur-und Artenschützern weit mehr: Wälder bieten Lebensräume für etwa zwei Drittel aller Tier- und Pflanzenarten auf der Erde. Die Abholzung der Urwälder für landwirtschaftliche Flächen, illegale Holzgewinnung oder Bebauung ist verantwortlich für den fortschreitenden Verlust der Artenvielfalt: Täglich sterben in den Tropenwäldern bis zu hundert Arten. Selbst wenn gerodeter Wald für Plantagen wiederaufgeforstet wird, bieten diese monotonen Flächen Wildtieren keinen geeigneten Lebensraum mehr. „Wälder sind weit mehr als eine Ansammlung von Bäumen. Sie sind fragile Ökosysteme, die für unser aller Überleben unentbehrlich sind“, so Trinks.
Jeder kann zum Schutz der Wälder beitragen
Sind Gartenmöbel aus Plantagenholz umweltfreundlich? Auf welche Holzsiegel ist Verlass? Warum sollte ich Produkte ohne Palmöl kaufen? Die Verwirrung bei Verbrauchern ist groß. „Wir wollen im Jahr der Wälder mit verbreiteten Öko-Irrtümern rund um das Thema Wald aufräumen und die Verbraucher informieren, damit sie sich nicht von dubiosen Siegeln und Nachhaltigkeitszertifikaten täuschen lassen“, sagt Trinks. „Denn wenn wir hier unseren Konsum ändern, können wir dazu beitragen, dass entfernter Urwald Lebensraum für Tiere bleibt und nicht bei uns als Terrassenmöbel, im Brotaufstrich oder als Klopapier endet.“
www.prowildlife.de/PM22/12/10

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31.12.10
BUND-Bilanz und Ausblick: 2010 Höhepunkt der Anti-Atom-Proteste. 2011 steht Agrarreform an: Großdemonstration am 22. Januar in Berlin - BUND
"2010 war nicht das Jahr des so genannten Wutbürgers. Es war ein Jahr demokratischer und phantasievoller Bürgerproteste gegen Fehlentscheidungen wie die Aufkündigung des Atomausstiegs oder die Verlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs unter die Erde." Dieses Fazit zieht Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in einer Rückschau auf das Jahr 2010. Für 2011 erwartet er zwei Hauptthemen, an denen der BUND arbeiten wird: "Die Europäische Union steht 2011 in der Agrar- und Klimapolitik vor entscheidenden Weichenstellungen. Die Verteilung von fast 60 Milliarden Euro Agrarsubventionen muss neu geregelt und das Klimaschutzziel von minus 20 Prozent CO2 muss auf minus 40 Prozent erhöht werden." Die Anhebung der Ziele zur CO2-Minderung für alle Staaten der Europäischen Union sei ebenso dringend erforderlich wie eine stärker an Umwelt- und Tierschutz orientierte Landwirtschaft. Bei beiden Themen komme der Bundesregierung eine Schlüsselrolle zu. Verweigere sie sich ambitionierten Klimaschutzzielen und blockiere sie die anstehenden Agrarreformen, werde sie ihrer Verantwortung für eine zukunftsfähige Wirtschaftsweise nicht gerecht.
"Positive Trends im Natur- und Umweltschutz gingen 2010 leider nicht auf das Konto der schwarz-gelben Bundesregierung. Der isländische Vulkan Eyjafjallajökull und die Wirtschaftskrise haben mehr zur Reduzierung der globalen Treibhausgase beigetragen als die Umweltpolitik von Kanzlerin Angela Merkel und Umweltminister Norbert Röttgen. In Deutschland sind die CO2-Emissionen im letzten Jahr sogar um etwa 30 Millionen Tonnen gestiegen", sagte Weiger. Die zu starke Abhängigkeit der Industriestaaten von fossilen Rohstoffen habe auch die Explosion der Ölbohrinsel "deep water horizon" und die anschließende Ölkatastrophe im Golf von Mexiko deutlich gemacht.
"Weder die Bundesregierung noch die deutsche Wirtschaft haben die nötigen Lehren aus den Umweltdebatten der vergangenen Jahre gezogen. Strengere Vorgaben zur Verbrauchsminderung für Autohersteller wurden blockiert, Straßen und Autobahnen übertriebenen Verkehrsprognosen hinterher geplant, umweltfreundliche Verkehrsmittel wie die Bahn vernachlässigt und mit Laufzeitverlängerungs-Geschenken an Atomstromkonzerne der Ausbau der erneuerbaren Energien behindert. Federführend in rückwärtsgewandter Umweltpolitik ist meist das von FDP-Politiker Rainer Brüderle geleitete Bundeswirtschaftsministerium", sagte Weiger.
2010 habe die schwarz-gelbe Bundesregierung mit der neuen Abgabe auf Atom-Brennstäbe und der Luftverkehrssteuer erste Schritte beim Abbau umweltschädlicher Subventionen getan. Diese Maßnahmen seien jedoch allein der klammen Haushaltslage geschuldet gewesen. Zu den Erfolgen des Jahres 2010 gehöre, dass das Bundesverfassungsgericht die gentechnikfreie Landwirtschaft geschützt habe, indem es die strengen Regeln zum Schutz vor Verunreinigungen von Äckern mit Gentech-Pflanzen bestätigte.
International habe es 2010 ebenfalls einige Erfolge gegeben. Weiger: "Im UN-Jahr der Biodiversität hat sich die Weltgemeinschaft in Japan auf den Abbau umweltschädlicher Subventionen bis 2020 verständigt und Anfang Dezember wurde im mexikanischen Cancun der UN-Prozess für ein globales Klimaschutzabkommen vor dem Scheitern bewahrt. Trotzdem kommt der Klimaschutz nur schleppend voran. Wenn die Industriestaaten nicht endlich mit verbindlichen und strengeren CO2-Minderungszielen aufs Tempo drücken, werden sich Zahl und Ausmaß der vom Menschen verursachten Klimakatastrophen leider noch erhöhen."
Weiger hob hervor, dass es 2010 eine Renaissance der Anti-Atom-Bewegung gegeben habe. Hunderttausende seien für eine zukunftsfähige Energieversorgung ohne Atomkraft auf die Straße gegangen. Für 2011 kündigte der BUND-Vorsitzende neue Demonstrationen an: "Wir werden den erstarkten Bürgerprotest gegen die fragwürdigen Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke, gegen Prestigeprojekte wie 'Stuttgart 21' und gegen eine verfehlte Agrarpolitik auch im kommenden Jahr auf die Straße tragen. Schon am 22. Januar veranstalten wir anlässlich der Grünen Woche in Berlin gemeinsam mit einem breiten Bündnis von Umwelt-, Agrar- und Tierschutzverbänden eine große Kundgebung für Gentechnikfreiheit und Agrarreformen. Und wenn sich im April die Tschernobyl-Katastrophe zum 25. Mal jährt, werden wir deutschlandweit zu Protesten gegen die schwarz-gelbe Atompolitik aufrufen."
Pressekontakt: Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, presse@bund.net

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30.12.10
„Schöne Bescherung - Genehmigt trotz zahlreicher Mängel“

So die erste Reaktion der Bürgerinitiative „Stopp Staudinger“ auf www.stopp-staudinger.de  Einer der weltweit größten Steinkohleblöcke mit einer Leistung von 1100 Megawatt, 1,2 Milliarden Euro teuer, soll im Kraftwerk Staudinger in Großkrotzenburg bei Hanau entstehen. Am Mittwochvormittag erteilte – so heute FR.ONLINE - das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt die erste Teilbaugenehmigung. Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) bekräftigte am Mittwoch, die Stadt werde das Vorhaben weiter entschieden bekämpfen.
www.fr-online.de/rhein-main/hanau/staudinger-ausbau-kann-kommen/-/1472866/5049336/-/index.html

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29.12.10
Orang Utans auf Sumatra: Letzte Rettung für Abel und seine Brüder

SPIEGEL ONLINE: Der Dschungel von Bukit Tigapuluh ist einer der letzten Tieflandregenwälder Sumatras, Zufluchtsort für Orang-Utans, Tiger und Elefanten. Nun wollen Papierfirmen angrenzende Flächen in Baum-Plantagen umwandeln. Es gibt nur eine Chance, das bedrohte Ökosystem zu retten – die Zoologische Gesellschaft muß den Wald mit Spendenmitteln kaufen.
www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,735331,00.html
Weitere Infos:
http://assets.wwfid.panda.org/downloads/last_chance_for_bukit_tigapuluh__warsi_fzs_eof_wwf_14dec2010_.pdf

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28.12.10
S 21:
Mutbürger und die Renaissance der Ideale der Demokratie – TAZ-Interview mit Heiner Geißler
„Der Anspruch der Menschen, sich bei konkreten Projekten zu beteiligen, ist absolut berechtigt. Das muss nur in den Grundgedanken der Demokratie eingebaut werden. Die Politik hat lange nicht reagiert und die Demonstranten als Terroristen und Altkommunisten denunziert. Das sind aber keine Wutbürger. Das sind Mutbürger, die mutig genug waren, kritische Fragen zu stellen.“
www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/demokratie-ist-kein-gesangsverein/

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27.12.10
Keineswegs "das bestgeplante Bahnprojekt aller Zeiten“
Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube hat Defizite beim Milliarden-Projekt Stuttgart 21 zugegeben. Es sei keineswegs "das bestgeplante Bahnprojekt aller Zeiten", wie es manche Bahnmanager vermarktet hätten, sagte Grube am Montag bei einer Bürgerversammlung in Leinfelden-Echterdingen im Kreis Esslingen.
www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,736758,00.html

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20.12.10
Demokratie 21

Peter Vonnahme (Richter am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof i.R.) und Bernd Tremml (Leiter einer Fachanwaltskanzlei für Verwaltungsrecht in München) stellen die Frage „Was verdankt die Republik dem Schlichter Heiner Geißler wirklich?“ Sie geben eine „parteiische Analyse“ des Schlichtungsverfahrens zu Stuttgart 21: „Last but not least: Geißler hat die offenen Flanken unserer Rechtsordnung, Quelle von viel hochschießendem Bürgerunmut, sichtbar bemacht. Der Gesetzgeber wird gut daran tun, sich nicht vor der Suche nach zeitgemäßen Lösungen zu drücken. Es ist schwierig, aber letztlich alternativlos: Die Demokratie 21 verlangt es! „
www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33865/1.html

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20.12.10
Sommerschlussverkauf
Florida wurde in den letzten Jahrzehnten zugebaut wie kaum ein Fleck dieser Erde. Heute ist Südflorida der Inbegriff der Immobilienkrise. Aus Palm Beach Gardens berichtet Marc Pitzke für SPIEGEL.ONLINE. „Wolkenkratzer ragen nutzlos in den Himmel, Luxuswohnungen stehen leer. Jetzt schnappen sich Spekulanten die Liegenschaften zum Ramschpreis - und hoffen auf eine bessere Zukunft…Alles ist runtergesetzt. 50 bis 70 Prozent. 75 Prozent
www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,734942,00.html Auch in Dubai sind die Träume ausgetraumt. Der Wüstenstaat sollte eine Weltmetropole des 21. Jahrhunderts werden - ein Zentrum des Tourismus, ein Dorado der Reichen und Schönen. Doch die Extravaganz von gestern wird zum Schnäppchen von heute. Nach dem Ende des Booms hat Dubai Mühe, in der Gegenwart anzukommen berichtet Andreas Kilb auf FAZ.NET.
www.faz.net/s/RubB4457BA9094E4B44BD26DF6DCF5A5F00
/Doc~E5254CA7630AA45FEA524B40A994C98F8~ATpl~Ecommon~Scontent.html



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17.12.10
Trotz Finanzkrise: Menschen in Deutschland fordern mehr Umweltschutz
85 Prozent erwarten konsequenten Umstieg auf erneuerbare Energien
Presseerklärung Umweltbundesamt

Wie eine im Frühjahr 2010 für das Umweltbundesamt (UBA) mit 2008 Personen durchgeführte Repräsentativumfrage zeigt, sind fast zwei Drittel der Befragten (62 Prozent) der Ansicht, dass der Staat mehr für den Umweltschutz tun solle. 61 Prozent sprechen sich für eine Vorreiterrolle Deutschlands in der internationalen Klimaschutzpolitik aus. Und 85 Prozent der Befragten stimmen dem Statement zu: „Wir brauchen einen konsequenten Umstieg auf erneuerbare Energien“. Ähnliche hohe Akzeptanzwerte erreicht das umweltpolitische Ziel „Erhöhung der Energieeffizienz“. Große Beiträge des Staates – mittels strengerer Gesetze sowie Streichung umweltschädlicher Subventionen – erwarten rund drei Viertel. “Die Umfrage widerlegt Befürchtungen, dass die Finanzkrise den Umweltschutz in den Augen der Menschen in Deutschland weniger wichtig machen würde.“, sagte UBA-Präsident Jochen Flasbarth. Hohe umweltpolitische Erwartungen richten die Befragten neben dem Staat vorrangig an die Wirtschaft: Große Beiträge zum Umwelt- und Klimaschutz können nach rund 90 Prozent der Befragten die Industrie und die Energieversorger leisten, in dem sie umweltfreundlicher produzieren. Dass die Automobilindustrie durch die Entwicklung umweltfreundlicher Autos viel tun kann, sehen rund 85 Prozent. Eine Mehrheit der Befragten sieht auch Möglichkeiten selbst etwas für den Umweltschutz zu tun: Hier sehen im Bevölkerungsdurchschnitt zwischen 58 und 68 Prozent der Befragten die Chance durch umweltfreundliches Konsumverhalten oder weniger Autonutzung sowie weniger Flugreisen einen Beitrag zu leisten.Viele Bürgerinnen und Bürger sind in ihrem Verbraucherverhalten umweltbewusst: Zwei Drittel der Befragten kaufen nach eigener Aussage gezielt Produkte, welche die Umwelt möglichst wenig belasten. Über die Hälfte boykottiert Produkte von Firmen, welche sich nachweislich umweltschädlich verhalten. Das bekundete Umweltbewusstsein schlägt sich aber noch nicht durchgängig in einem entsprechenden Umweltverhalten nieder. So haben nur acht Prozent der Deutschen bislang auf Ökostrom gewechselt. In der Umweltbewusstseinsstudie 2010 wird erneut das Milieumodell des Sinus-Instituts verwendet. Dabei zeigen sich teilweise erhebliche milieuspezifische Unterschiede im Umweltbewusstsein und -verhalten. Vor allem das Sozialökologische Milieu ist besonders und relativ konsistent umweltinteressiert. Die sozial benachteiligten, gelegentlich aber auch die eher konservativ eingestellten Milieus sehen zwar ebenfalls die Notwendigkeit und die Chancen von Umwelt- und Klimaschutz im allgemeinen recht deutlich, sind aber oft zurückhaltender im Hinblick auf umweltpolitische Forderungen und Handlungsbereitschaften. Generell sind unter Menschen mit niedrigeren Einkommen die Anteile der Befragten geringer, welche große Umweltschutz-Potenziale der Akteure sehen. Auch beim Potenzial für kulturelle Innovationen in der Gesellschaft sind milieuspezifische Unterschiede festzustellen: Beispielsweise findet jeder vierte Autofahrer Car-Sharing attraktiv, darunter sind vor allem jüngere und gut gebildete Personen, Frauen und Westdeutsche. Auch würde die Hälfte der Bevölkerung die Möglichkeit begrüßen, Gegenstände des täglichen Bedarfs wie elektrische Haushaltsgeräte, Gartengeräte oder Renovierungsutensilien gegen Gebühr im unmittelbaren Wohnumfeld auszuleihen. Gut Gebildete und Personen mit höherem Einkommen sind hierbei deutlich stärker vertreten. Ähnliche soziale Unterschiede zeigen sich auch beim Anteil an Engagierten im Umwelt- oder Naturschutz, der sich in den letzten Jahren mehr als verdoppelt hat: von vier Prozent in 2008 auf neun Prozent in der aktuellen Umfrage. Dabei sind Mitglieder von Umwelt- und Naturschutzverbänden häufig gut gebildet und verfügen über ein hohes Haushaltsnettoeinkommen.
Die aktuelle Studie steht unter
http://www.uba.de/uba-info-medien/4045.html zum Download bereit.

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16.12.10
Im 20.
Jahr der Deutschen Einheit: Flächen im "Grünen Band" nicht privatisieren. Biotopverbund an innerdeutscher Grenze als "Nationales Naturmonument" schützen
Presseerklärung des BUND
Berlin: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Bundesregierung aufgefordert, sich für einen Privatisierungsstopp von Flächen im Biotopverbund "Grünes Band" an der ehemaligen innerdeutschen Grenze einzusetzen. Obwohl die Bundesregierung zugesagt habe, alle bundeseigenen Flächen im Grünen Band für den Naturschutz zu sichern, sei die Verwendung von etwa 1000 Hektar ungeklärt. Diese Flächen seien im Besitz der Bodenverwertungs- und -verwaltungs-GmbH (BVVG) und würden teilweise auf dem freien Grundstücksmarkt angeboten. Damit drohe ein einzigartiger Biotopverbund, der sich im einstigen innerdeutschen Grenzgebiet nahezu unberührt entwickeln konnte, weiter zerrissen zu werden. Noch sei ein Drittel des ehemaligen Grenzstreifens nicht unter Schutz gestellt.
Der BUND forderte, das Grüne Band  durch die neugeschaffene Naturschutzkategorie "Nationales Naturmonument" zu schützen. In den Niederlanden, Dänemark und den USA seien bereits Gebiete von herausragender Bedeutung für den Naturschutz und die Geschichte als Nationale Naturmonumente ausgewiesen worden. Diesen Vorbildern müsse Deutschland folgen. Ulrike Mehl, stellvertretende BUND Vorsitzende: "Im 20. Jahr der Deutschen Einheit steht die Bundesregierung in der Pflicht, sich für die Unversehrtheit des Grünen Bandes einzusetzen. Das Gebiet ist von großer Bedeutung für den Naturschutz. Und es muss für künftige Generationen als ein lebendiges Denkmal der Zeitgeschichte erhalten werden. Dafür müssen auch Flächen im Grünen Band, die seit Anfang der neunziger Jahre intensiv landwirtschaftlich genutzt werden, zurückgekauft werden." Das Grüne Band verbindet auf 1393 Kilometern von der Ostsee bis zum sächsischen Vogtland 109 verschiedene Lebensraumtypen wie Moore, Fließgewässer und Bergwiesen und ist ein Querschnitt durch 17 repräsentative Naturräume wie das Norddeutsche Tiefland oder Mittelgebirge wie Harz und Thüringer Wald. Das Grüne Band ist Heimat von über 1200 in Deutschland gefährdeten Tier- und Pflanzenarten und gehört zum "Green Belt Europe", das der BUND als "Grünes Band Europa" im Jahr 2002 initiiert hat. Das "Green Belt Europe" erstreckt sich entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs von der Barentssee bis zum Schwarzen Meer. Es zieht sich durch 23 Staaten, umfasst 38 Nationalparke und zahlreiche weitere Schutzgebiete. Mit seinen 12500 Kilometern ist das "Green Belt Europe" Rückzugsgebiet und Wanderkorridor für eine Vielzahl bedrohter Tiere wie Luchs, Wildkatze, Fischotter, Braunbär und Wolf. Kai Frobel, BUND-Projektleiter für das Grüne Band: "Angesichts des dramatisch voranschreitenden Verlustes an biologischer Vielfalt bietet das 'Grüne Band Europa' die einmalige Chance, in einem möglichst unzerschnittenen Lebensraum viele gefährdete Arten effektiv zu schützen. Zugleich wird dieser Biotopverbund durch intensive landwirtschaftliche Nutzung, Straßenbau, Rohstoffabbau, Massentourismus und die Freizeitindustrie bedroht. Auch an der deutschen Ostseeküste werden immer noch wertvolle zum Grünen Band gehörende Biotope zerstört." Der BUND forderte die Bundesregierung auf, im Rahmen der Europäischen Union grenzüberschreitende Projekte und eine nachhaltige Landnutzung in den Regionen entlang des "Green Belt Europe" zu fördern. Mit der Entwicklung eines Netzwerks naturnaher Lebensräume zur Erhaltung der Biodiversität durch Europa, der "Green Infrastructure", müsse ernst gemacht werden. Darüber hinaus müsse die EU die Entwicklung eines speziellen Förderprogramms "Grünes Band Europa" prüfen sowie die Bewerbung als UNESCO-Natur- und Kulturerbe.
Pressekontakt Dr. Liana Geidezis und Melanie Kreutz, Grünes-Band-Projektbüro, gruenesband@bund-naturschutz.de

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09.12.10
Waldschutz darf nicht auf Zahlenspielereien basieren. In Cancun steht Glaubwürdigkeit der Klimapolitik auf dem Spiel. Was macht eigentlich Angela Merkel? – Presseerklärung BUND

Cancun/Berlin: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat davor gewarnt, dass es beim Weltklimagipfel in Cancun zu falschen Lösungen beim Schutz der Wälder kommen könnte. Die Versuche verschiedener Länder, fragwürdige Berechnungsmethoden zum CO2-Speicherpotential von Wäldern durchzusetzen, schadeten der Glaubwürdigkeit der Europäischen Union und der Klimaschutzpolitik insgesamt. Die von einigen Ländern gewünschte Nicht-Berücksichtigung von CO2-Emissionen aus der Waldnutzung könne allein in den Industriestaaten zu einem geschätzten Kohlendioxidzuwachs von etwa 450 Millionen Tonnen pro Jahr führen. „Reale CO2-Bilanzen der Waldbewirtschaftung sind essentiell für den Klimaschutz. Das geplante Herausrechnen von CO2-Emissionen, die mit der Waldnutzung verbunden sind, ist zwar ein leicht durchschaubarer Taschenspielertrick. Wenn diese Methode aber von den Entwicklungsländern mit ihren riesigen Wäldern übernommen wird, dann ist das Klima aufs höchste gefährdet. Beim Klimaschutz darf nicht mit zweierlei Maß gemessen werden“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Blieben die CO2-Reduzierungsziele der Industriestaaten zu niedrig und würden sie mit unzähligen Ausnahmen versehen, lasse sich die Erderwärmung nicht mehr wirksam bremsen. Von den aus wissenschaftlicher Sicht bis 2020 notwendigen Emissionsminderungen sei noch nicht einmal die Hälfte sicher. „Wenn fragwürdige Rechentricks und der CO2-Zertifikate-Handel zu immer mehr Schlupflöchern führen, ist kein wirklicher Klimaschutz mehr möglich“, sagte Manuel Graf, der als BUND-Klimaexperte die Verhandlungen in Cancun beobachtet. Der BUND forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, sich beim Thema Klimaschutz endlich wieder zu Wort zu melden. Es sei inakzeptabel, dass sie auf Tauchstation gegangen sei. Noch habe Merkel die Chance, ihren bereits arg ramponierten Ruf als Klimakanzlerin wenigstens teilweise zu reparieren. Sie müsse sich für eine Fortführung des Kyoto-Protokolls einsetzen und ihren Widerstand gegen das von der Europäischen Union in Aussicht gestellte CO2-Minderungsziel von minus 30 Prozent bis 2020 im Vergleich zu 1990 aufgeben.
Pressekontakt: presse@bund.net

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03.12.10
Parodie auf den herrschaftsfreien Diskurs
Die Stuttgarter Tafelrunde war nur der Versuch, die Ohnmächtigen mit ihrer Niederlage zu versöhnen. Heiner Geißler hatte viel Chuzpe, aber wenig Mumm. Ein schlechteres Modell demokratischer Konfliktlösung kann es kaum geben - meint Andreas Zielke auf SUEDDEUTSCHE.DE
www.sueddeutsche.de/
kultur/heiner-geissler-und-stuttgart-die-lizenz-zur-vollstreckung-1.1031587


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29.11.10
Demokratische Planbarkeit von Großprojekten.
Klaus Selle, Professor für Stadtplanung an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen, spricht im FR-Interview über die demokratische Planbarkeit von Großprojekten. Muss – nach S21 - die Bürgerbeteiligung reformiert werden? Selle:“Der FDP-Altliberale Burkhard Hirsch hat gerade vom ‚Ende der Zuschauerdemokratie’ geschrieben: Über Jahrzehnte seien die Bürgerinnen und Bürger aufgefordert worden, aus der Rolle der Zuschauer herauszutreten. Nun täten sie es, weil sie unzufrieden sind – aber keiner wolle sie hören. Auf der anderen Seite führten die Parteien das Stück “Parlamentarische Demokratie„ auf und merkten nicht, dass sie immer mehr unter sich bleiben. Diese Beschreibung trifft die Realität insbesondere in den Städten recht genau.“
www.fr-online.de/kultur/maechtige-interessen/-/1472786/4877778/-/index.html

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24.11.10
Niederlage für die Gegner der Isentaltrasse:
Die Trasse durchs Isental ist zum Symbol des Widerstands gegen Landschaftszerstörung geworden: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat nach fast 35 Jahren Streit grünes Licht für den Bau der heftig umkämpften Autobahn von München ins niederbayerische Pocking gegeben. Doch aufgeben wollen die Gegner auch jetzt nicht.
www.sueddeutsche.de/bayern/bau-der-a-niederlage-fuer-isental-gegner-1.1027713

Zum Urteil erklärt die Aktionsgemeinschaft gegen die Isentalautobahn:
„Der Schnappauf-Trick, oder: Warum der Prozess verloren wurde
1977 – Der Beginn einer falschen Planung
Schon seit mehr als drei Jahrzehnten plant der Freistaat Bayern den Bau der A94 von München nach Passau. Konstant weigert er sich dabei, die Trasse Haag, die größtenteils entlang der B12 verlaufen könnte, ernsthaft in den Planungen zu berücksichtigen. Stattdessen wurden für die Trasse Dorfen (Isental) sage und schreibe 14 Planänderungen durchgeführt, da die Trasse nicht genehmigungsfähig war. Diese Planung dauerte 25 Jahre – ein bundesweit einmaliger Vorgang. Erst im Jahr 2005 kam es zur ersten Gerichtsverhandlung - Schuld an dem extrem langen Planungszeitraum von 1977 bis 2002 konnten also keine Kläger sein. Es lag allein an der falschen Trassenwahl. Seit dem Beginn der Planung werden wir nicht müde, immer wieder darauf hinzuweisen, dass die Trasse Haag die ökonomisch und ökologisch sinnvollere Alternative ist. Bis zum Jahr 2000 wurde dies auch von fast allen bayerischen Fachbehörden und Gutachtern genau so gesehen.
Behörden teilen unsere Sicht
So resümierte beispielsweise die Regierung von Oberbayern, 20.2.1997 unter dem Aktenzeichen 831-8604-BAB-2/85, S. 10:„Wir stellen fest, dass bei allen sieben dem Gesamtvergleich zugrunde gelegten Schutzgütern bzw. Schutzzielen, die Trasse Haag eindeutig günstiger ist als die Trasse Dorfen.“ Und mit Datum vom 11.9.1997 schreibt sogar das, von der Autobahndirektion beauftragte Gutachterbüro Dr. Schober, Freising, „dass aufgrund der Empfindlichkeit des Landschaftsraumes und seiner spezifischen Werte (Ruhe, keine Vorbelastungen) im Korridor Dorfen keine naturschutzfachlich hinnehmbare Trasse gefunden werden kann. Je mehr man sich mit den Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen auf der Trasse Dorfen befasst, umso eklatanter zeichnen sich die Vorteile der Trasse Haag ab.“ Und neben vielen anderen Fachbehörden stellt das auch für die Lärmbelastung zuständige Bayerische Landesamt für Umweltschutz unter dem Az. 2/2-254-28654/96 fest: „Aus der Sicht des Lärmschutzes wurde vom LfU die Trasse Haag befürwortet, da die Trasse Dorfen insbesondere wegen des hohen Restverkehrs auf der B 12 wesentlich ungünstiger erschien…“. (S.3) „Diese Tabelle verdeutlicht, dass die Trasse Dorfen bezüglich der 3 untersuchten Schutzgüter nicht wie im Erläuterungsbericht dargelegt nur als ‚ungünstiger’ sondern sogar als ‚wesentlich’ ungünstiger einzustufen ist.“ (S. 15).
Schnappaufs genialer Trick
Nachdem der Bayerischen Staatsregierung offensichtlich klargeworden war, dass es bei derartiger Aktenlage keine Chance gab, den Prozess zu gewinnen, hatte ausgerechnet der bayerische Umweltminister die rettende Idee. Im April 2000 fügte er im Landesentwicklungsprogramm bei der A 94 den Zusatz „auf der Trasse über Dorfen“ ein. Damit hätte nicht mehr zwischen den beiden Trassen abgewogen werden müssen, da durch diesen Zusatz die Trasse Dorfen (Isental) Gesetzesrang hatte. Die unzähligen Gutachten und Stellungnahmen der bayerischen Fachbehörden, die alle für die Trasse Haag und gegen die Trasse Dorfen sprachen, hätten somit keine Rolle mehr gespielt. Wir erhoben sofort Klage gegen dieses Vorgehen. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (schon damals unter dem Vorsitzenden Erwin Allesch) wies die Klage gegen diesen „Schnappauf-Trick“ ohne mündliche Verhandlung ab und ließ keine Revision zum Bundesverwaltungsgericht zu. Sofort legten wir dagegen in Leipzig Beschwerde ein. Das Bundesverwaltungsgericht (damals noch in anderer Besetzung) nahm unsere Klage an. Nach einer mündlichen Verhandlung im Januar 2003 bekamen wir Recht. Als Folge daraus musste Schnappauf die fünf Worte („auf der Trasse über Dorfen“) wieder streichen. Die beiden Trassen mussten weiterhin klar gegeneinander abgewogen werden.
Die Erleichterung und der Schock
Auf die Freude über diesen höchstrichterlichen Sieg folgte später die Ernüchterung. Ein internes Schreiben der Reg.v.Obb. (Aktenzeichen 830-8604-BAB-2/85) vom 3. 7. 2000, das uns in Kopie vorliegt, zeigt den wahren Grund für den „Schnappauf-Trick“. Bereits drei Monate nachdem die fünf Worte, also die Bindung auf die Trasse Dorfen im LEP, eingefügt worden waren, wurden alle bisherigen Gutachten und Stellungnahmen der bayerischen Fachbehörden für überholt erklärt und zurückgezogen. Somit waren von diesem Tag an alle bisherigen Äußerungen der Fachbehörden, die eindeutig die Trasse Haag (B12) als die wesentlich geeignetere Trasse darstellten, vom Tisch. Die unbequemen Fakten der 23 Jahre von 1977 bis 2000, mit denen der Freistaat so gut wie keine Prozesschance gehabt hätte, lagen nun im Papierkorb. Und das auch noch „ganz legal“. Denn unser gerichtlicher Sieg in Leipzig war ja erst im Januar 2003. Ab Juli 2000 waren aber bereits die „richtigen“ Beamten und Gutachter in Marsch gesetzt worden, um nun endlich „passende“ Stellungnahmen zu produzieren. Im ersten Planfeststellungsbeschluss von 2002 sowie den folgenden war dies dann auch sehr schön zu erkennen.
Die legalen Tricks
So wurden zehn verkehrliche Ziele eingefügt, die fast alle ausschließlich von der Trasse Dorfen (Isental) zu erfüllen sind. Dass dies eine besonders raffinierte Methode war, um die gewünschte Trasse durchzusetzen, soll hier nur an einem Beispiel gezeigt werden. Für das Ziel, „die Erschließung des südöstlichen Landkreises Erding“, ist natürlich die Trasse Dorfen geeigneter. Hätte man stattdessen jedoch die „Erschließung des südwestlichen Landkreises Mühldorf“ genannt, dann wäre dieses Ziel durch die Trasse Haag (B12) wesentlich besser zu erfüllen gewesen. Tatsächlich darf die Erschließung eines Landkreisviertels beim Autobahnbau überhaupt keine Rolle spielen. Aber wie es oft auch bei betrieblichen Stellenbesetzungen läuft – man erkennt schon an der Ausschreibung, wer den Posten bekommen wird. Dass seit dem Schnappauf-Trick aus dem Jahr 2000 nur noch „passende“ Behördenäußerungen auf den Tisch kamen, zeigt sich auch in anderen Bereichen. So wurde die gesamte Lärmbilanz für die Anwohner der beiden Trassen umgedreht, denn die bestehende B 12 mit ihrem heutigen Verkehrslärm wird – anders als in den Stellungnahmen vor 2000 – nicht mehr einbezogen. Die Trasse Haag (B12) wird offiziell von den Behörden so behandelt, als verlaufe sie genauso wie die Trasse Dorfen (Isental) durch bisher unverlärmtes Gebiet. Weitere Beispiele: Für den Verkehr wird auf der A 94 für das Jahr 2025 eine Steigerung um annähernd 150 (!) Prozent prognostiziert. Tatsächlich ist der Gesamtverkehr in Deutschland von 2001 bis 2009 um insgesamt 1.6 Prozent gestiegen. Besonders grotesk ist die Abwägung der Erholungseignung. Bis zum Jahr 2000 wurde korrekt dargestellt, dass die Trasse Dorfen (Isental) dreimal so viele Erholungsflächen beeinträchtigt wie die Trasse Haag (B12). Nach 2000 wurden beide Trassen beim Punkt Erholung gleich eingestuft. Offensichtlich spazieren Erholungssuchende heute genau so gerne entlang der B 12 wie sie dies im Isental tun.“
www.a94-b12.de

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24.12.10
Erst denken, dann Straßen bauen
Der Bundesverkehrswegeplan ist überfrachtet und nicht mehr zeitgemäß. Statt auf Neubau sollte der Staat mehr auf Erhalt setzen – und die Bürger besser beteiligen. Richard Rother berichtet von einer Fachtagung zum Bundesverkehrswegeplan.
www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/erst-denken-dann-strassen-bauen/
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10.11.10
Nicht nur bei der Endlagerung des Atommülls finanzieren die Steuerzahler die Kernindustrie
Seit Beginn der Nutzung der Kernkraft sind etliche Milliarden an Subventionen an die Energiekonzerne geflossen – so N-TV.DE unter Berufung auf eine Studie des Forums ökologisch-soziale Marktwirtschaft FÖS im Auftrag von Greenpeace. Das Ergebnis: Seit 1950 sind über 140 Milliarden Euro Staatsgelder in die Atomwirtschaft geflossen. Dazu zählen Kanäle wie Forschung und Entwicklung, Endlager-Suche, Steuervergünstigungen oder die Beseitigung von Altlasten.
http://www.n-tv.de/politik/Die-strahlende-Rechnung-der-Atomkraft-article1899576.html
http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/atomkraft/Atomsubventionsstudie_Update_2010_01.pdf

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06.11.10
Endlagerstandort Gorleben: Primat der Wahlaussichten

Sylvia Kotting-Uhl (umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Bundestag) zieht auf FREITAG.DE eine Zwischenbilanz des Untersuchungsausschusses: „Die Endlagersuche lief von Beginn an unseriös ab. Ab 1973 untersuchte die Firma KEWA für die Bundesregierung 26 potentielle Atomlager. Drei Standorte in Niedersachsen wurden als grundsätzlich geeignet bewertet: Wahn, Lichtenhorst und Lutterloh. Gorleben war nicht einmal erwähnt. Als an den drei favorisierten Standorten bekannt wurde, was man vorhatte, gab es heftige Entrüstung. Der Widerstand bewirkte ein regelrechtes Wunder. Die Landtagswahl im Juni 1978 stand bevor. Das Emsland mit seinem CDU-Wählerpotential zu verlieren, kam für den CDU-Ministerpräsidenten Ernst Albrecht nicht in Frage. Die als Favoriten gehandelten Standorte wurden sang- und klanglos fallengelassen. Völlig überraschend brachte Albrecht im November 1976 den Salzstock Gorleben ins Spiel, den bis dahin niemand als geeigneten Lagerort für Atommüll betrachtete. Inzwischen zugängliche Dokumente belegen, dass auch im Landeskabinett an der Eignung gezweifelt wurde. In einer Vorlage des niedersächsischen Wirtschaftsministerium wird im Dezember 1976 festgehalten, dass alle strukturellen Indikatoren im Gorleben-Standort Lüchow-Dannenberg "mit stark negativer Tendenz vom Landesdurchschnitt" abweichen. Durchsetzen konnten sich solche Stimmen nicht.
www.freitag.de/politik/1044-die-potentielle-mega-asse

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22.10.10
Spekulation  mit Ackerböden
Im vergangenen Jahr wurden 300.000 Quadratkilometer Ackerland vernichtet - das entspricht etwa der Fläche von Italien. Spekulation, Umweltschäden und Verstädterung führen laut Uno zu einem "explosiven Cocktail", 500 Millionen Kleinbauern leiden Hunger. Das hat der Uno-Sonderberichterstatter für das Recht auf angemessene Ernährung, Oliver De Schutter, am Donnerstag vor dem Menschenrechtskomitee der Vereinten Nationen dargelegt.
www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,724568,00.html
Weitere Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Recht_auf_angemessene_Ern%C3%A4hrung
www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,722516,00.html


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19.10.10
Missbrauch des Demonstrationsrechts?

Als Jurist reibe ich mir in diesen Tagen die Augen angesichts dessen, was die Kollegen so treiben. De Maìzìere zum Beispiel heute im ´ZDF-Morgenmagazin: Der Innenminister attackiert den bürgerlichen Protest gegen Stuttgart 21 heftig und spricht von einer "Stimmungsdemokratie": Wenn Eltern ihre Kinder für die Demos krankschreiben, sei das ein "Missbrauch des Demonstrationsrechts". Aha. Das Grundrecht steht also unter Nichtkrankschreibungsvorbehalt. "Es kann nicht sein, dass die handelnden Politiker die Idioten sind, und die ehemaligen Politiker sind die Heiligen." Gemein, wenn ein ehemaliger Politiker im fortgeschrittenen Alter keine Presseerklärungspolitik mehr macht, sondern ernst nimmt, was im Grundgesetz steht: „Alle Staatsgewalt geht vom Volk aus.“ Unterdessen hat sich Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser- Schnarrenberger gegen einen nachträglichen Volksentscheid im Streit um das Bahnprojekt Stuttgart 21 ausgesprochen. Die FDP- Politikerin sagte der "Passauer Neuen Presse": "Das wäre demokratietheoretisch und rechtlich problematisch. Hier teile ich die Auffassung des Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts." Als Demokratietheoretikerin ist sie bislang unauffällig geblieben. Insofern bleibt sie auch die Begründung für diese kühne Behauptung schuldig. Bedächtig-bedeutungsschwangeres Kompfwackeln muss ausreichen. Und „rechtlich problematisch“ macht sich immer gut. Im Gegensatz zur FDP-Politikerin ist der von ihr vereinnahmte Präsident des Bundesverfassungsgerichts Prof. Dr. Andreas Voßkuhle sehr wohl als Rechtstheoretiker aufgefallen. (zum Beispiel als ehemaliger Direktor des Instituts für Staatswissenschaften und Rechtstheorie der Uni Freiburg). Mit dem SPD-Ticket kam er zum Gericht. Und jetzt das. Herr im Himmel! Normalerweise braucht es Jahre, bis das Bundesverfassungsgericht mit Hilfe seiner Heerschaar wissenschaftlicher MitarbeiterInnen zu einer Entscheidung kommt. Was also sollte dieser – auch von den Benimmregeln her – ungewöhnliche Vorstoß? Macht das BVG jetzt offen Politik – und nicht nur verdeckt (wie Ridder das immer wieder kritisiert hat)? Es ist an der Zeit, die „Über-die-Köpfe-hinweg-Demokratie“ in den Köpfen der Juristenelite abzuschaffen (Guido Block-Künzler – gbk).
www.innovationcityruhr.dewww.un.org/Depts/german/wiso/ec12-1999-5.pdfwww.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,723857,00.html

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17.10.10
Die Apfelbaum-Demokratie
Die Schlichtung zu Stuttgart 21 ist der Versuch, Defizite der repräsentativen Demokratie zu beheben und das Vertrauen in den Staat wieder zu stabilisieren. Ein Kommentar von Heribert Prantl: „Man kann sich die repräsentative Demokratie in Deutschland als einen Apfelbaum vorstellen: Jahrzehnte alt, eigentlich ganz gut gewachsen, knorrig, aber da und dort verdorrt - und krankheitsanfällig; nicht mehr jeder ist mit der Fruchtqualität zufrieden. Beim Apfelbaum überlegt der Obstgärtner dann, ob und wie er ihn verbessern kann: Er pfropft dem alten Baum neue Zweige ein, "Edelreiser" nennt er sie. Wenn er das ordentlich macht, trägt der Baum ein paar Jahre später ganz neue Früchte, die Ernte wird besser. Idealiter funktionieren Schlichtung, Mediation und Bürgerentscheid auch so: als neue Zweige, als "Umveredelung" der repräsentativen Demokratie.“
www.sueddeutsche.de/politik/stuttgart-und-der-staat-die-apfelbaum-demokratie-1.1012993

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17.10.10
In Stuttgart wird um das Konzept des Fortschritts gerungen
Sind zehn Milliarden für dreißig Minuten Zeitgewinn gut ausgegebenes Geld? Eine entschleunigte Betrachtung von Jörg Magenau auf TAZ.DE: „ … So lässt sich auch erklären, dass gerade diejenigen Personen und Parteien, die sich selbst als konservativ verstehen, am entschiedensten für das Neue in Gestalt des Bahnhofs sind. Denn es gibt nichts Älteres als das Konzept des Fortschritts, für das sie damit fechten. Wer im 21. Jahrhundert den Fortschritt verteidigt, der im 19. Jahrhundert erfunden wurde, muss ein wahrhaft Konservativer sein. Es handelt sich dabei um eine Glaubensfrage, die wie jede religiöse Ausrichtung rationalen Argumenten nicht zugänglich ist. Die Fortschrittskonservativen setzen, um ihren Glauben zu behaupten, nicht nur die Natur aufs Spiel, sondern darüber hinaus das Kostbarste, was sie haben: ihre Macht.“
www.taz.de/1/zukunft/schwerpunkt-stuttgart-21/artikel/1/der-zug-des-fortschritts

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16.10.10

Faust 2 und Stuttgart 21
Dieter Bartetzko weist auf FAZ.NET darauf hin, daß Machbarkeitswahn und Geldgier schon in der ersten dichterischen Analyse des Kapitalismus, Goethes „Faust II“, eine zentrale Rolle spielen: „Für einen riesigen Kanal lässt der Titelheld hemmungslos Berge planieren und Schluchten graben, bis sein Fortschrittsglaube und seine Ideen von einer besseren Welt sich ins Gegenteil verkehren. „Kluger Herren kühne Knechte gruben Gräben, dämmten ein. Schmälerten des Meeres Recht, Herrn an seiner Statt zu sein“, heißt es anfangs. Später, als der erblindete Faust mit einem „Wie das Geklirr des Spatens mich ergötzt“ seine vermeintliche Großtat bejubelt, höhnt Mephisto für sich: „Die Elemente sind mit uns verschworen, und auf Vernichtung läuft’s hinaus.“ Die letzten Spatenstiche, die Faust hört, sind nicht, wie er meint, die des Fortschritts, sondern die seiner Totengräber.“
www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/
Doc~EE0045EF8F7454C9EAC1210EEA78602C3
~ATpl~Ecommon~Scontent.html


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16.10.10
Lobbypedia-Workshop in Stuttgart:
Das Online-Organ von LobbyControl beschäftigt sich mit der umstrittenen Tieferlegung des Bahnhofs der Schwabenmetropole
Die Initiative LobbyControl will bis Ende Oktober mit Lobbypedia.de ein lobbykritisches Online-Medium an den Start bringen, berichtet Reinhard Jellen in seinem BLOG auf TELEPOLIS. „Anhand der Software Mediawiki soll das bislang eher undurchsichtigen Treiben der Lobbys und ihrer politischen Handlanger für jedermann per Mausklick zugänglich gemacht werden. Eine erste Probe ihres Könnens wollen die zukünftigen Betreiber der Internet-Seite heute in Stuttgart mit einem öffentlichen Schreib- und Recherche- Workshop über die Zusammenhänge von Stuttgart 21 und der Bau- und Immobilienlobby abliefern. Wer von dem umstrittenen Bauprojekt profitiert, welche Personen, Firmen, Verbände und Interessengruppen dahinter stecken und warum es bislang nicht gelungen ist, nicht besonders kostengünstige Prestigeprojekt auf demokratischen Weg mit Bürgerbeteiligung zur Abstimmung zu bringen, soll in dem zehnstündigen Projekt diskutiert und erarbeitet werden.
www.heise.de/tp/blogs/8/14857

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15.10.10
Jagd auf Rohstoffe Das Geschäft mit dem Tod
Der skrupellose Raubbau an der Natur bringt Milliarden, denn Rohstoffe sind begehrt. Doch der schnelle Profit ist lebensgefährlich und zerstört die Umwelt. Warum das so ist, erklärt Silvia Liebrich auf ZEIT.DE: „Uran aus afrikanischen Geröllwüsten, Diamanten aus der Arktis, Öl aus dem Amazonasgebiet - um den Rohstoffhunger der Weltwirtschaft zu stillen, dringen Rohstoffkonzerne in die entlegensten Regionen dieser Erde vor. Mit ungeahnten Risiken für Mensch und Natur. Das zeigen jüngste Unglücksfälle wie die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko.“
www.taz.de/1/zukunft/schwerpunkt-stuttgart-21/artikel/1/falscher-zug-aus-bruesselwww.sueddeutsche.de/wirtschaft/jagd-auf-rohstoffe-das-geschaeft-mit-dem-tod-1.1012279

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13.10.10

Landgrabbing wird zusehends zum Problem, Hunger droht
Immer mehr Land in Entwicklungsländern wird für die Exportproduktion an Konzerne verpachtet oder verkauft. Das geht zu Lasten der Lebensmittelproduktion, NGOs schlagen Alarm. Auf die Gefahren des sogenannten "Landgrabbings" für die Ernährungssicherheit haben heute anlässlich des Welternährungstags "Brot für die Welt" und die Menschenrechtsorganisation FIAN in Berlin hingewiesen. Sie fordern, dass die einheimische Nahrungsmittelproduktion wieder Vorrang vor Profitinteressen erhält. Nur so kann die Zahl der Hungernden nachhaltig gesenkt werden. Das von "Brot für die Welt" und FIAN herausgegebene "Jahrbuch zum Menschenrecht auf Nahrung" zeigt in der diesjährigen Ausgabe auf, wie durch Landgrabbing der Hunger in Afrika, Asien und Lateinamerika größer geworden ist. Die Herausgeber appellieren an Regierungen, Menschenrechte vor Eigennutz zu stellen und die Auswirkungen dieser internationalen Landnahme genau zu beobachten. Carolin Callenius, Ernährungs-Expertin bei "Brot für die Welt": "Konzerne müssen ebenso wie Regierungen zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie das Menschenrecht auf Nahrung missachten".
http://blog.zeit.de/politik-nach-zahlen/2010/10/14/%E2%80%9Ewarum-erst-jetzt%E2%80%9C-stuttgart-21-stand-schon-vor-der-grosen-protestwelle-auf-wackeligen-beinen_2586

14.10.10
Stuttgart 21: Warum die Schlichtung zu spät kommt
Geplant, beschlossen, von Protestlern blockiert. Dass Bauprojekte auf Widerstand stoßen, ist nicht neu. Es gibt Lösungen für das Problem – man muss sie nur wollen. Das meint Carsten Liemann auf ZEIT.DE. Er befragte dazu Horst Zillessen. Der ist Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, bis 1986 war er Präsident der Universität Oldenburg. Heute führt Zillessen eine Agentur, die sich auf Mediationsverfahren für Großprojekte spezialisiert hat: Zillessen ist hauptberuflicher Vermittler in Konfliktsituationen. Wer ihn zu Stuttgart 21 befragt, bekommt eine Menge zu hören. Frage von Carsten Liemann an Horst Zillessen: Kann der Schlichter Heiner Geißler in Stuttgart eine ähnliche Lösung (Anm.: wie im Gasteinertal) erreichen? Antwort: "Den richtigen Zeitpunkt für eine Schlichtung haben die Verantwortlichen verpasst. Solche Verfahren müssen einsetzen, bevor unumkehrbare Entscheidungen getroffen wurden." Jetzt noch die Pläne für Stuttgart 21 zu ändern, sei fast unmöglich, da hohe finanzielle Kosten und ein Gesichtsverlust für die beteiligten Politiker drohten. "Auf beiden Seiten kann es eigentlich nur noch Verluste geben", sagt Zillessen. www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-10/mediation-schlichtung-stuttgart-geissler
www.mediatorgmbh.de/team_team.php
www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/102485/
www.amazon.de/Mediation-Kooperatives-Konfliktmanagement-Umweltpolitik-Zille%C3%9Fen/dp/3531131125

14.10.10
"clausula rebus sic stantibus" (Bestimmung der gleichbleibenden Umstände)
Ein Vertrag ist ein Vertrag ist ein Vertrag - ginge es nach der Stuttgarter Landesregierung, so wäre S21 auf politischem oder juristischem Weg nicht mehr aufzuhalten. Doch diese Position ist kaum haltbar, gibt es doch zahlreiche Ausstiegsszenarien, wie Jens Berger heute auf TELEPOLIS darlegt.
www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33490/1.htmlwww.taz.de/1/zukunft/schwerpunkt-stuttgart-21/artikel/1/falscher-zug-aus-bruesselwww.taz.de//1/politik/amerika/artikel/1/freude-macht-blindhttp://assets.panda.org/downloads/lpr2010.pdfwww.heise.de/tp/r4/artikel/33/33490/1.htmlwww.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-10/mediation-schlichtung-stuttgart-geissler
www.mediatorgmbh.de/team_team.php
www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/102485/
www.amazon.de/Mediation-Kooperatives-Konfliktmanagement-Umweltpolitik-Zille%C3%9Fen/dp/3531131125http://blog.zeit.de/politik-nach-zahlen/2010/10/14/%E2%80%9Ewarum-erst-jetzt%E2%80%9C-stuttgart-21-stand-schon-vor-der-grosen-protestwelle-auf-wackeligen-beinen_2586www.welt.de/politik/deutschland/article10307160/EU-Kommissar-pocht-auf-Umsetzung-von-Stuttgart-21.htmlhttp://assets.panda.org/downloads/lpr2010.pdfwww.heise.de/tp/r4/artikel/33/33490/1.htmlwww.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-10/mediation-schlichtung-stuttgart-geissler
www.mediatorgmbh.de/team_team.php
www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/102485/
www.amazon.de/Mediation-Kooperatives-Konfliktmanagement-Umweltpolitik-Zille%C3%9Fen/dp/3531131125http://blog.zeit.de/politik-nach-zahlen/2010/10/14/%E2%80%9Ewarum-erst-jetzt%E2%80%9C-stuttgart-21-stand-schon-vor-der-grosen-protestwelle-auf-wackeligen-beinen_2586www.welt.de/politik/deutschland/article10307160/EU-Kommissar-pocht-auf-Umsetzung-von-Stuttgart-21.htmlwww.glocalist.com/news/kategorie/soziales/titel/landgrabbing-wird-zusehends-zum-problem-hunger-droht

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12.10.10

Der Spielraum für Stuttgart-21-Vermittler Heiner Geißler wird immer enger:
"Es kann und darf keinen Bau- und Vergabestopp geben", sagte Grube bei einer IHK-Veranstaltung in Stuttgart am Montagabend. "Mit dem Grundwassermanagement können wir nicht aufhören. Ein Vertrag ist ein Vertrag, und ein Vertrag ist dafür da, dass er erfüllt wird", fügte er vor mehreren hundert Vertretern von Wirtschaft und Politik hinzu.
www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,722454,00.html
www.n-tv.de/politik/dossier/Es-spricht-so-viel-dafuer-article1678031.html
www.sueddeutsche.de/politik/bahnchef-grube-in-stuttgart-der-messias-und-seine-juenger-feiern-stuttgart-1.1010929
www.taz.de/1/zukunft/schwerpunkt-stuttgart-21/artikel/1/bahn-chef-grube-lehnt-baustopp-ab/

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12.10.10
Aus Stuttgart 21 lernen: Government 2.0
Mit dem Internet ist eine neue Transparenz möglich. Government 2.0 ist die Nutzung von internetbasierten Technologien für die Interaktion von BürgerInnen und Staat. Regierungen schreckt das eher ab. Aber es ist eine Chance. Artikel von Anke Domscheit-Berg erklärt das Einmaleins des Government 2.0
www.freitag.de/positionen/1040-das-einmaleins-des-open-governmen

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12.10.10
Bahn-Projekt "Stuttgart 21" Filzvorwurf
Umweltministerin Gönner steht unter Druck, weil sie Mitglied in einer Stiftung des Projektentwicklers ECE ist. Denn der plane ein Einkaufszentrum auf einem Bahngelände in Stuttgart im Gesamtwert von 500 Millionen Euro. Artikel von S. Kosch und N. Michel unter Bezug auf Handelsblatt Online.
www.taz.de/1/zukunft/schwerpunkt-stuttgart-21/artikel/1/filzvorwurf-gegen-umweltministerin
www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2010-10/stuttgart-goenner-einkaufszentrum

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11.10.10
Kapitulation der Politik
Leitartikel in der FR von Christian Bommarius zu Stuttgart 21: „Zur Vermittlung von Politik gehört das Gespräch mit den Bürgern, nicht nach der Entscheidung, sondern zum Beginn der Planung. Eine Politik, die sich den Bürgern vermitteln will, muss rechtzeitig vermitteln, zwischen den Wünschen innerhalb der Bürgerschaft, den Interessen der Lobbyisten, den Ansichten den Parteien. Das Ergebnis einer solchen Vermittlung ist im besten Fall ein Kompromiss, der vielleicht nicht bei allen auf Zustimmung, aber zumindest auf breites Verständnis stößt. Von einem Kompromiss war jedoch in Stuttgart nie die Rede, und nun fehlt es den Bürgern an Verständnis. Sehr zu Recht. “
www.fr-online.de/politik/meinung/kapitulation-der-politik/-/1472602/4732668/-/index.html

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11.10.10
Stuttgart 21: Rechentricks aus Schwaben
Die Zweifel an der korrekten Planung von Stuttgart 21 wachsen. Die Deutsche Bahn soll mit abenteuerlichen Methoden die Gesamtkosten herunter gerechnet haben, um ein politisches Aus zu verhindern
www.fr-online.de/politik/rechentricks-aus-schwaben/-/1472596/4732660/-/index.html

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10.10.10
Agrarland: Ausverkauf auch in der Uckermark
Fruchtbarer Boden ist begehrt   – und das längst nicht nur bei denen, die schon lange von ihm leben. Weltweit sind in den letzten Jahren Agrarflächen von der Größe Frankreichs durch Investoren, Agrarkonzerne und Länder wie China und Saudi-Arabien aufgekauft worden. Das vertreibt zum Beispiel in Kenia Kleinbauern, die mit Subsistenzwirtschaft ihre Familien ernähren. Auch in der Uckermark schlagen die Investoren zu. Nun tun sich Bauern zusammen, um ihr Ackerland vor dem Ausverkauf zu retten. Das berichtet Anna Marohn auf ZEIT.DE. Die Situation sei dramatisch: vor fünf Jahren habe die Bodenverwertungs- und -verwaltungs Gesellschaft (BVVG), die das Land für den Bund zu Geld macht, in Brandenburg durchschnittlich um die 3000 Euro pro Hektar bekommen. Im vergangenen Jahr waren es mehr als 8000 Euro. Der Boden ist begehrt „Es gibt immer mehr Investoren, die ihr Geld außerlandwirtschaftlich verdient haben und dann hier mit dreistelligen Millionenbeträgen ankommen, um Land aufzukaufen“, Die Bauern wehren sich nun: „Spekulantenland in Bauernhand!“ (ZEIT.DE/gbk)
www.zeit.de/2010/41/Bauern-Ackerland-Uckermark
Mehr Infos:
www.zuhause-in-brandenburg.de/blog/2009/08/13/teure-scholle-in-der-uckermark
www.kontraindustrieschwein.de/pdf/taz030508.pdf
www.nl-bzar.de/fileadmin/Download_AktuelleThemen/Fl%C3%A4chenerwerb/06_NL-Forum_Bodenmarkt-Ost.pdf
www.lbv-brandenburg.de/content/rubrik/60.html
www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/313348/313349.php
http://de.wikipedia.org/wiki/Uckermark
www.uckermark.de/de

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09.10.10
„Diskurs in diesem Land, was noch möglich ist“
Mappus erklärte Stuttgart 21 erneut zum Richtungsentscheid für Deutschland. Und das ist gut so. „Es geht um die Frage: Kann ich in Deutschland auf Basis von Rechtssicherheit und Vertragstreue noch Projekte angehen?" sagte Mappus der "Wirtschaftswoche". Falsche Frage. Es geht vielmehr darum, ob einige wenige Nutznieser über Großprojekte entscheiden oder eine umfassende Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger stattfindet. Auf dieser Baustelle herrscht seit Jahrzehnten Baustopp. Zeit nun, ihn aufzuheben und sich an die Arbeit zu machen. Aus Stuttgart lernen heißt: den Bürger ernst nehmen. Wer heute noch meint, dass es zeitgemäß sei, den Bürgerinnen und Bürgern unaufbereitet Kilometer von Aktenordnern vorr die Füße zu werfen (ich habe als Rechtsreferendar im Abfallwirtschafrsdezernat erlebt, dass eine simple Mülldeponie 15 Aktenordner füllen kann und nur ein Kopierer im RP zur Verfügung stand) und ihnen dann vier Wochen Zeit zu geben, sich durch das Fachchinesisch der Gutachten zu arbeiten, der ist von Gestern. Das Internet bietet hervorragende Möglichkeiten für einen offenen Umgang mit Planungen jeglicher Art. Dass sie nicht genutzt werden, fördert die Demokratie nicht. Es gibt viel zu tun, packen wir es an. Eines ist jedoch klar: eine netzgestützte Planung erlaubt es nicht, dass sich eine kleine Gruppe zusammenhockt und ihre Vorstellung von der Zukunft durchsetzt.(gbk)
www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,722189,00.html

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08.10.10
Zoff statt Schlichtung
Was ist ein Baustopp und wie lange macht Geißler das Spiel noch mit? Dass es Mappus nicht um ergebnisoffene Gespräche geht, hat er in seiner Regierungserklärung unmissverständlich festgestellt. "Hier stehe ich und kann nicht anders". Reden will er nur über die Farbe der Bauzäune. Andernfalls drohe der Untergang des Abendlandes – zumindest aber der parlamentarischen Planfeststellungsdemokratie. Dass diese gravierende Mängel gerade bei Großprojekten hat, darauf habe nicht nur ich bereits vor 20 Jahren in den UVP-Nachrichten und seitdem immer wieder hingewiesen. Wer die Öffentlichkeitsbeteiligung vernachlässigt, droht Sturm zu ernten. Unerquicklich für Befürworter wie Gegner. Zeit, die Verfahren zu ändern. Parlamentarisch. (gbk - Guido Block-Künzler)
Mehr Infos:
www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33466/1.html
www.taz.de/1/zukunft/schwerpunkt-stuttgart-21/artikel/1/geissler-verkuendet-baustopp

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07.10.10
Ungarisches Giftschlammgulasch
Der Verursacher der Bauxitschlammlawine spielt die Verantwortung für den Unfall und die Schäden herunter. In den betroffenen Dörfern rund um das Aluminiumwerk herrscht Endzeitstimmung. Thomas Paly berichtet auf TELEPOLIS.
www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33459/1.html

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06.10.10

Retro
Konsens, das ist Deutschland? Auch die FAZ bemüht sich nun, den Präsi-Satz zu karrikieren - nachdem in Berlin alle Parteien schon alles getan haben, die Konfliktlinien des letzten Jahrhunderts wiederauferstehen zu lassen:
"Denen (Anm.: zuvor benannt als fanatische Gegner von Stuttgart 21 wie die ‚Parkschützer’-  zu besichtigen gewesen bei Beckmann am Montagabend in Form von Ex-CDU-Mitglied Christine Oberpaur - mit Perlenkette und kunstvoller Frisur – und dem bundesweit bekannten Revoluzzer Walter Sittler ) geht es nicht um Bäume, sondern um eine andere Republik."
Ach ja, dem Kommentator ging es um das Kirchhoff-Gutachten zur Rechtmässigkeit eines Volksbegehrens. So ganz nebenbei: einen zu beauftragen, der mehr Politiker als Jurist ist – und obendrein erzkonservativ (seit Studientagen Mitglied katholischer Studentenverbindungen) und dann noch zu meinen, das Ergebnis beende die Diskussion: das ist oberdreist!. Um noch eins draufzusetzen: der Herr Professor ist, wenn überhaupt für irgendwas, Fachmann für Finanz- und Steuerrecht. („Bierdeckel-Steuererklärung“). Als Verfassungsinterpret fiel er bislang nicht übermässig auf. Im Gericht saß er mit CDU-Ticket. Mappus spielt Spielchen aus der Trickkiste des letzten Jahrhunderts, die selbst im entlegendsten Kaff auf der Alb noch der Dorfdepp blickt  Unterdessen schlägt die Natur zurück: Osmoderma eremita lautet der wissenschaftliche Name des seltenen schwarzbraunen Tierchens, das von der EU als schützenswert eingestuft wird. Im Übrigen: ich für meinen Teil bin inzwischen davon überzeugt, dass es gar nicht um den Bahnhof geht. Es geht um das Bahnhofsgelände. Und damit um Immobilienspekulation. So jedenfalls der ehemalige Chef des Stuttgarter Bahnhofs. (gbk)
www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E075DB708F8F14E9090281697B7663884~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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05.10.10

Rohstoffspekulation: Merkel und Sarkozy sagen Weizen-Zockern den Kampf an
Weizen ist ein Grundnahrungsmittel - und lukratives Geschäft für Spekulanten, zum Schaden der Ärmsten. Diesem Treiben wollen Deutschland und Frankreich nun ein Ende bereiten und die Preisschwankungen für Rohstoffe begrenzen.
www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,721334,00.html

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04.10.10
Peter O. Chotjewitz: Kastanien gegen Roboter
„Es ist nicht wahr, dass die Stuttgarter genug Zeit hatten, sich zu dem babylonischen Anlageprojekt "Stuttgart 21" zu äußern. Man wusste, da ist was in den Tischvorlagen. Aber wie es aussehen würde, was es für das Leben in der Stadt bedeuten, was es kosten, wer sich daran einen goldenen Nabel verdienen würde, wurde verschwiegen. Das wurde erst in den letzten Monaten ruchbar…“
www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-10/chotjewitz-stuttgart-21

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04.10.10
Alles klar. Sowieso. Genau.

Tanja Gönner (Umweltministerin Baden-Württemberg) im FR-Interview zur Dialogbereitschaft: „Es geht darum, ob man Vorbedingungen für Gespräche stellt oder nicht. Die darf es von beiden Seiten nicht geben.“ „Aber eins ist klar: Ein Baustopp kommt nicht infrage.“ „Wir brauchen jetzt einen dritten Anlauf, um den Menschen die Ängste zu nehmen, die das Großprojekt Stuttgart 21 erzeugt.“ Gesprächstherapie. Klasse Idee. Anfangen sollte sie mit einem ihrer ehemaligen Parteifreunde, einem CDU-Urgestein. Peter Unfried von der TAZ hat mit ihm gesprochen: „Hopfenzitz ist keiner, der sich erst in den letzten Wochen und Monaten dem Protest angeschlossen hat. Dass er nicht mehr CDU wählen wird, war schon vor dem Aufmarsch der Staatsgewalt klar. Er ist Bundesbahnoberrat a.D., war Chef des Stuttgarter Hauptbahnhofs und hat sich als solcher seit der Geburt des Projekts Mitte der 1990er Jahre mit den Vor- und Nachteilen beschäftigt. Er kennt alle Argumente der Befürworter, ist aber selbst zu anderen Erkenntnissen gekommen. Die wichtigsten: Ein Kopfbahnhof ist leistungsfähiger als der geplante Tiefbahnhof. Die Kosten werden nicht sieben sondern zehn bis zwölf Milliarden Euro betragen. 70 Prozent der Reisenden aus dem Norden steigen in Stuttgart aus, denen nutze eine beschleunigte Neubaustrecke nach München gar nichts. Und was die den Befürwortern so wichtige "Magistrale" Paris-Stuttgart-Bratislava angeht, versorgte er sich schon in den 1990ern mit Zahlen. Ergebnis: Im Jahr wurden zwei oder drei Tickets von Stuttgart nach Bratislava verkauft. "Kein Mensch wollte nach Bratislava." Die Neubaustrecke? Brauche man. Der unterirdische Bahnhof aber ist für ihn ein "reines CDU-Immobilienprojekt", um innerstädtischen Bauraum zu gewinnen, beschlossen von einer Kleingruppe Parteifreunde, die nichts vom Bahnfahren verstehen und denen das auch herzlich egal ist.
Unterdessen nennt Justizminister Goll – letze Anmerkung zur Dialogbereitschaft – die Demonstranten „wohlstandsverwöhnt“.
www.fr-online.de/politik/-einen-baustopp-wird-es-nicht-geben-/-/1472596/4708986/-/index.html
www.taz.de/1/zukunft/schwerpunkt-stuttgart-21/artikel/1/schlimmeres-habe-ich-noch-nie-erlebt
www.taz.de/1/zukunft/schwerpunkt-stuttgart-21/artikel/1/jeden-tag-gibt-es-neue-geruechte
www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-10/chotjewitz-stuttgart-21
www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33432/1.html

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03.10.10
„Bulldozer-Politik“: Wenn Grube eine Grube gräbt
"Die Kraft zum Konsens, das ist Deutschland". So jedenfalls sieht es unser Bundespräsident am Tag der Deutschen Einheit. Nicht nur in Stuttgart ist das gemeine Volk derweil vom entgegengesetzten Grundgefühl beherrscht: Die Bürger fühlen sich ignoriert, sie glauben, dass die Politik über alle Köpfe hinweg handelt und dass vieles vertuscht wird. Da passt es ins Bild, wenn Bahnchef Grube heute via BILD den Demonstranten in Stuttgart das Recht zum demonstrieren abspricht: "Ein Widerstandsrecht gegen einen Bahnhofsbau gibt es nicht". Das Bauprojekt sei demokratisch ausreichend legitimiert. "Bei uns entscheiden Parlamente, niemand sonst. Unsere frei gewählten Volksvertreter haben das Dutzende Mal getan: im Bund, im Land, in Stadt und Region. Immer mit großen Mehrheiten", sagte Grube. Der Jurist und Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung Heribert Prantl dazu: „Muss es nicht damit sein Bewenden haben? Wenn es so wäre, dann wäre das Grundrecht der Demonstrationsfreiheit ein Larifari-Grundrecht. Natürlich darf auch gegen ein längst beschlossenes Großprojekt demonstriert werden, natürlich dürfen auf diese Weise an die Politik Gesichtspunkte herangetragen werden, die vor einem Jahrzehnt womöglich noch gar nicht bekannt waren…Es gibt die Rechtsfigur des Wegfalls der Geschäftsgrundlage. Wenn die Geschäftsgrundlage für einen Vertrag wegfällt, dann muss der Vertrag angepasst werden. Bei Großprojekten ist es nicht anders. Man kann die Demonstrationen in Stuttgart als die vehemente Aufforderung an die Politik verstehen, zu überprüfen, ob sich aufgrund von neuen Erkenntnissen die Geschäftsgrundlage für das Projekt grundlegend verändert hat. Nicht der Protest in Stuttgart ist also unnormal, sondern die Politik. Womöglich muss sie einen Volksentscheid suchen, um zur Normalität zurückzufinden.“ Richard David Precht, Autor des Bestsellers "Wer bin ich - und wenn ja, wie viele?" stellt daher zutreffend fest: "Im Namen des Volkes beschlossen, aber ohne dessen Zustimmung". Die Planung fand ohne öffentliche Debatte statt. Sie wurde im Rahmen der sogenannten „Maultaschen- oder Spätzle-Connection“ ausgekungelt, die in sechzig Jahren CDU-Herrschaft herangewachsen ist. „Zu ihr gehören“, so die Frankfurter Rundschau, „die jeweiligen Ministerpräsidenten, Landräte, Oberbürgermeister, Bankdirektoren und Unternehmer, die sich allesamt, wie zufällig, im Unterstützerkreis von Stuttgart 21 wieder treffen. Oder, wie der Stuttgarter Finanzbürgermeister Michael Föll, im Beirat jenes Bauunternehmens, das den Zuschlag für den Abriss des Nordflügels erhalten hat.
www.sueddeutsche.de/politik/proteste-gegen-suttgart-demo-demos-demokratie-1.1007427
Mehr Infos:
www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,720944,00.html
www.sueddeutsche.de/politik/proteste-gegen-stuttgart-ein-widerstandsrecht-gibt-es-nicht-1.1007567
www.welt.de/politik/deutschland/article10031158/Die-Wasserwerfer-haben-das-Vertrauen-weggespuelt.html

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02.10.10
S 21: Nach der Demo
Nach der eskalierten Demonstration im Stuttgarter Schlossgarten wächst der Druck auf die Politik. Offensichtlich zweifeln mittlerweile auch Vertreter der schwarz-gelben Regierung in Baden-Württemberg daran, dass Gegner von Stuttgart-21 den harten Polizeieinsatz provoziert haben. Landesinnenminister Heribert Rech sprach zwar am Morgen erneut davon, die Beamten seien massiv attackiert worden. Zugleich räumte er aber ein, es gebe dafür noch keine handfesten Beweise. Der 60-jährige CDU-Politiker schloss in einem Interview mit dem Deutschlandfunk sogar einen Rücktritt nicht aus.
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-10/stuttgart21-regierung-ruecktritt

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01.10.10
Stuttgart 21 – der Konflikt wird eskaliert

Mappus kalkuliert eisakalt. Divede et impera. Die Spätzle-Connection (von wegen demokratische Entscheidung für ein zukunftsfähiges Baden-Württemberg!) versucht den Durchmarsch. Mit Wasserwerfern gegen Kastanienwerfer: Hauptsache, der Konflikt eskaliert und die „braven Leute“ bleiben wieder zu Hause. Dann ist das rechte Weltbild wieder in Law-and-Order-Ordnung: von Linken, Grünen, Alt-68 und ähnlichem Gesindel angestachelte Chaoten auf der einen, die bürgerliche Mitte (deren Speerspitze, Schild und Schwert die CDU war, ist und in Ewigkeit amen sein wird) auf der anderen. Die BürgerInnen werden diese Zeitreise in alte Konfrontationsstrukturen nicht mitmachen.
Weitere Infos:
www.taz.de/1/zukunft/schwerpunkt-stuttgart-21
http://stuttgart-21-kartell.org
www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/schwaebische-verflechtungen-1
www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/die-wollen-an-die-futterkrippe
www.freitag.de/community/blogs/tom-strohschneider/wie-in-nordkorea-heftige-kritik-nach-stuttgarter-polizeieinsatz
www.n-tv.de/politik/politik_kommentare/Alle-Gewalt-geht-vom-Staate-aus-article1616901.html
www.sueddeutsche.de/politik/protest-gegen-stuttgart-die-ersten-baeume-sind-gefallen-1.1006862

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30.09.10
Preis für das „richtige Leben“
Seit 1980 wird der "Right Livelihood Award" (auch unter dem Namen "Alternativer Nobelpreis" bekannt). In diesem Jahr wurden Menschen und Organisationen geehrt, die sich unter anderem gegen die menschenverachtende und umweltzerstörende Ölförderpraxis in Nigeria und für Menschenrechte in Israel und Palästina einsetzen. "Wahrer Wandel beginnt von unten", sagte der Gründer des Preises, Jakob von Uexküll.
www.zeit.de/politik/ausland/2010-09/alternativer-nobelpreis-2010
Die „Alternativen Nobelpreise“ gehen in diesem Jahr an Umweltschützer in Nigeria und Brasilien, Dorfgemeinschaften in Nepal und Ärzte in Israel. FR-online.de stellt sie in Kurzporträts vor.
www.fr-online.de/politik/die-traeger-des-alternativen-nobelpreises/-/1472596/4690960/-/index.html

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29.09.10
Kann denn der einzelne Bürger etwas gegen den Welthunger unternehmen?
Das fragt N-TV Jean Ziegler. Seine Antwort: „Allen Ursachen, die ich genannt habe, ist eins gemeinsam: Sie sind menschengemacht und können von Menschen wieder rückgängig gemacht werden. Man kann die Spekulationen (mit Agrarrohstoffen) verbieten, man kann die Exportsubventionen stoppen und man kann mit der Verbrennung von Lebensmitteln (Biodiesel) aufhören. Die Bundesrepublik ist eine große und vitale Demokratie. Die Bevölkerung kann, wenn sie erwacht, den Landwirtschaftsminister zwingen, das Agrardumping zu stoppen. Und sie kann den Finanzminister zwingen, bei der nächsten Generalversammlung des Internationalen Währungsfonds für die Entschuldung der ärmsten Länder zu stimmen. Und wenn er es nicht tut, kann man ihn abwählen. Das Gesetz gibt uns Waffen in die Hand.“
www.n-tv.de/politik/Ich-schaeme-mich-meiner-Ohnmacht-article1583391.html
Mehr Infos:
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/511891
www.zeit.de/politik/ausland/2010-09/Millenniumsgipfel-Bewertung

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28.09.10
Der erste Europäische Bodenatlas
Er zeigt drastisch den schlechten Zustand der Böden berichtet Thomas A. Friedric auf WELT.DE.: Weite Teile Europas würden als kritische Flächen markiert. EU-Umweltkommissar Janez Potocnik schlage Alarm: „Die Verschlechterung der Bodenqualität in den letzten Jahrzehnten gefährdet zunehmend unsere Nahrungsquellen, die Luftqualität und sauberes Trinkwassser“. Die intensive Landwirtschaft (z. B. zur Erzeugung von Biodiesel) gelte als größte Bedrohung für eine nachhaltige Entwicklung von Böden, Grundwasser und sauberer Luft.
www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article9907421/Biokraftstoffe-vernichten-Europas-Boeden-dauerhaft.html

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27.09.10
Draußen bleiben (1): Israelische Siedlungspolitik

Der zehnmonatige Baustopp in Israels Siedlungen ist zu Ende. Die Israelis wollen 2000 neue Häuser im Westjordanland bauen. Schon jetzt durchziehen die Siedlungen das Westjordanland wie Löcher den Schweizer Käse http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d8/Westbankjan06.jpg
 und führen das Projekt einer Zweistaatenregelung des Nahost_Konflikts ad absurdum. Nach dem Sechstagekrieg von 1967 wurden sie in den besetzten Gebieten errichtet und dürfen nur von jüdischen Israelis bewohnt werden. Laut einem Armeereport der lebten am 30. Juni 2009 über 300.000 israelische Bürger in Siedlungen im Westjordanland. Von der internationalen Staatengemeinschaft werden die jüdischen Gemeinden und Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten zumeist als völkerrechtswidrig verurteilt. Das Völkerrecht gestatte die vorübergehende Beschlagnahmung von Land in besetzten Gebieten ausschließlich für militärische Zwecke, nicht jedoch für die dauerhafte Niederlassung eigener Staatsbürger, Landwirtschaft und andere zivile Nutzungen. Bei einem großen Teil der Siedler handelt es sich um Einwanderer, vor allem neoorthodoxe Juden aus den USA, aber auch aus Frankreich und anderen Staaten. Der komfortable Siedlungsausbau wie auch die ständige Militärpräsenz machen jährlich einen erheblichen Teil der israelischen Staatsausgaben aus. (SUEDDETSCHE.DE/WIKIPEDIA).
www.sueddeutsche.de/politik/nahost-konflikt-siedler-bringen-bulldozer-in-stellung-1.1004767
http://de.wikipedia.org/wiki/Israelische_Siedlung

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27.09.10
Draußen bleiben (2): Naturreservat Kronozkij

Erst seit 1990 ist die Kamtschatka-Halbinsel für Touristen zugänglich. Über 50 Jahre lang war sie militärisches Sperrgebiet. Hier sei es so schön, dass man besser nicht hinfahren sollte. Das  schreibt David Quammen heute auf ZEIT.DE. Russlands Regierung habe die Verletzlichkeit des Ökosystems anerkannt und Zugangsregeln erlassen, die kurz gefasst etwa so lauten: "Sperrzone zur Erforschung und zum Schutz von Flora, Fauna und Geologie; Tourismus beschränkt oder verboten; danke für Ihr Interesse, aber bleiben Sie draußen."
www.zeit.de/reisen/2010-09/russland-reservat
Mehr Infos:
www.nationalgeographic.de/reportagen/naturreservat-kronozkij-draussen-bleiben
http://de.wikipedia.org/wiki/Kamtschatka

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26.09.10
Geld verdienen mit Klimawandel, Bevölkerungsexplosion,
Rohstoffknappheit und Co.
Anleger haben die weltweiten Herausforderungen der nächsten Dekaden als Investitionschance entdeckt. Die globalen Megatrends bieten Chancen auf satte Renditen berichtet Astrid Lipsky.
www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,719153,00.html

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26.09.10
Klimawandel
Wie die Anpassung an "das Unvermeidliche" aussehen könnte erklärt Ralf Heß auf TELEPOLIS: äthiopische Zwerghirse und zukunftsfähige Kulturlandschaften
www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33320/1.html

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25.09.10
Al-Qaida und der Uran-Boom in AfrikaWeißen Buchwww.heise.de/tp/r4/artikel/33/33379/1.html
zu Verteidigung und nationalen Sicherheit fest. Ein Artikel von Ralf Hackensberger auf TELEPOLIS. Frankreichs Atomstrom hängt vom Niger ab. Die neue Entführung der Minenarbeiter trifft die wirtschaftlichen Interessen Frankreichs für die nicht nur Niger, sondern die gesamte Sahel-Zone mit ihren reichhaltigen Erdöl-, Mineralien- und Uranvorkommen zu "den vier wichtigsten Regionen" zählt. Präsident Nicolas Sarkozy legte dies bereits 2008 in seinem
 

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25.09.10
Stuttgart 21: „Noch-isch-nix-gschwaetzt“
Projektgegner Stocker zeigte sich im Anschluss an das Treffen am Freitag ernüchtert. "Die Vertreter der Bahn hatten keinen Verhandlungsspielraum." Dies müsse sich bei künftigen Gesprächen ändern. "Wir können doch nicht gemeinsam auf eine Brücke gehen, wenn einer schon anfängt, sie einzureißen."
www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/noch-isch-nix-gschwaetzt

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24.09.10
Indische Sojabauern: Wenn der Gott BASF heißt
Jedes Jahr trinken 20.000 indische Kleinbauern ihr Insektizid, um sich das Leben zu nehmen. Sie sind überschuldet. Jetzt hat BASF ein Training geschaffen, um den Bauern ertragreichen Anbau beizubringen. Doch das hilft nur Großbauern - und BASF selbst. Das berichtet Christoph Hein auf FAZ.NET. www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/
Doc~E8E2E390E26704000A1818C2C3B6D4B3B~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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24.09.10
Surftip:
www.feldhamsterverleih.de
„Herzlichen Willkommen bei feldhamsterverleih.de, Ihrem kompetenten Serviceanbieter in Sachen Blockade durch Naturschutz. Erfahren Sie mehr über unsere günstigen Angebote und wie diese Ihnen dabei helfen können, unerwünschte Bauprojekte zu blockieren und naturverträglichere Lösungen zu finden. Unser Dauerbrenner Feldhamster Cricetus cricetus.“ Motto sei “Die Erde ist aller Wesen Erhalterin, sowohl des Menschen, der sie bebaut, als des Hamsters, der sie durchwühlt.” (aus: “Versuch einer Naturgeschichte des Hamsters” 1774 verfasst von Friedrich Gabriel Sulzer (1749-1830), Arzt, Naturforscher und Weggefährte Goethes.). Die Website wirbt auch mit Paketangeboten wie der "Moor-Packung", die einen kombinierte[n] Einsatz der Produkte Hauben-Azurjungfer, Sumpf-Johanniskraut und Rotbauchunke" verspricht. Für die Mindestdauer von 10 Wochen kostet das Paket pro Woche 2428 beziehungsweise (mit eingeschränktem Einsatzgebiet) 1049 Euro.
Mehre Infos
www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33361/1.html

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22.09.10
Schmutziges Uran - die Kehrseite der "sauberen" Kernenergie
Sendung des rbb am Do 16.09.10 22:00

In Afrika wird seit Jahrzehnten Uran abgebaut - auch für deutsche Atomkraftwerke. Die Bedingungen sind oft katastrophal. Ganze Landstriche werden verstrahlt, Arbeiter sterben qualvoll. Doch der Bedarf an Natururan steigt weiter, auch wegen der geplanten Laufzeitverlängerung in Deutschland.
Die umstrittene Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke in Deutschland ist beschlossene Sache. Das sorgt weiter für politische Debatten, gerade heute wieder über die Eignung von Gorleben als Endlager für radioaktiven Müll. Doch worüber kaum geredet wird, ist die Tatsache, dass mit längeren AKW-Laufzeiten auch der Bedarf an Uran steigen wird. Denn ohne Uran gibt es keinen Atomstrom. Doch woher beziehen die Kernkraftwerke eigentlich ihr Uran, unter welchen Bedingungen wird es abgebaut? Wüssten Sie es? Manka Heise und Chris Humbs haben in einer aufwändigen Recherche versucht, genau das rückzuverfolgen. Und sie stießen dabei auf haarsträubende Zusammenhänge.
Sauberer Strom - mit diesem Image werben die Stromanbieter für ihre Kernkraftwerke. Diese Bilder passen da gar nicht zum Saubermannimage der Atomenergie: der Uranabbau.
Uran - das ist der strahlende Brennstoff für die Reaktoren. Schon in seiner Ursprungsform ist der Rohstoff für den Menschen gefährlich. Der Wind verteilt den radioaktiven Staub kilometerweit. Dies sind Bilder von einer Uranmine in Niger, Westafrika.
Gleich vor Ort wird Uran zu Uranoxid verarbeitet, dem so genannten "yellow cake". Die für diese erste Verarbeitungsstufe erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen werden gerade in dieser Mine oft nicht eingehalten.
Das erzählt es uns der Dokumentarfilmer Idrissou Mora Kpai. Er konnte als letzter ungeschönte Aufnahmen von der Mine im afrikanischen Niger machen.
Idrissou Mora Kpai, Dokumentarfilmer
„Wenn man in so einer Stadt ankommt, dann hat man wirklich das Gefühl, dass man auf einem anderen Planeten ist. Da war ich geschockt, die Arbeiter zu sehen. Arbeiter, die seit vielen Jahren, seit 15 oder 20 Jahren, arbeiten, die keinen Schutz haben, die keine Maske tragen, die keine Handschuhe tragen und arbeiten, wie ein normaler Straßenarbeiter."
Aber nicht nur die Minenarbeiter sind dem radioaktiven Staub schutzlos ausgeliefert. Auch in der nahe gelegenen 80 000-Einwohner-Stadt wurde von unabhängigen französischen Wissenschaftlern stark erhöhte Werte von Radioaktivität gemessen. Hier soll die Lebenserwartung gerade mal 40 Jahre betragen, das berichten zumindest die Minenarbeiter.
Die Ärztin Angelika Claußen beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit den Gefahren des Uranabbaus. Vor allem der dabei entstehende Uranstaub ist gefährlich.
Angelika Claußen, Vorsitzende Ärzteverband IPPNW
„Dadurch werden Krebserkrankungen erzeugt, insbesondere Lungenkrebs, weil ein Hauptaufnahmeweg ist also über die Atmung, so dass die uranhaltigen Feinstäube in der Lunge verbleiben und da wirksam werden und die Zellen verändern und zu Krebszellen machen."
In Europa wird so gut wie kein Uran mehr abgebaut. Wir wollen daher wissen, woher Deutschland das Uran für seine Reaktoren bekommt, ob sie es auch aus dem Niger beziehen.
Wir fragen nach bei den Kernkraftwerksbetreibern. Außer EnBW will keiner der Energieversorger ausschließen, dass auch sie Uran aus dem Niger bekommen. Die anderen Betreiber bleiben äußerst vage. So schreibt uns Vattenfall zum Beispiel
Zitat
„Vattenfall kauft den Brennstoff Uran am Weltmarkt ein."
Zu Niger sagen sielieber nichts. Für die Einfuhrkontrolle von Rohstoffen ist Bundeswirtschaftsminister Brüderle zuständig. Wir würden gern ein Interview mit ihm führen. Doch er antwortet nicht einmal auf die Anfrage. Wir treffen ihn vorm Bundestag.
KONTRASTE: „Minister Brüderle, guten Morgen. Ich habe eine Frage an Sie. Können Sie mir sagen, woher das Uran für deutsche Kernkraftwerke herkommt? Können Sie mir sagen, unter welchen Umständen das abgebaut wird?" Keine Antwort. Auf schriftliche Anfrage beim Wirtschaftsministerium teilt man uns mit:
Zitat
„… die in einzelnen Kernkraftwerken eingesetzten verarbeiteten Kernbrennstoffe (können) keinen bestimmten Uranbergwerken zugeordnet werden."
Die Bundesregierung weiß angeblich nicht, aus welchen Minen das Uran für die Brennstäbe kommt und somit auch nicht, unter welchen Bedingungen es gewonnen wird.
Gerhard Schmidt, ein renommierter Uranexperte in Deutschland, kritisiert diese Intransparenz der Atomwirtschaft.
Gerhard Schmidt, Öko-Institut, Sektion Urangewinnung
„Wir haben diese Rückverfolgbarkeit bei sehr, sehr vielen Konsumprodukten inzwischen, man kann sehr genau wissen, woher das Kotelett herkommt, unter welchen Bedingungen es erzeugt worden ist. Beim Uran haben wir diese Rückverfolgbarkeit überhaupt nicht. Und schon gar nicht wissen wir, welche Umwelt- und Sozialstandards mit der Herstellung dieses Produktes verbunden waren."
Der Großteil des Urans für deutsche Kernkraftwerke wird über Frankreich importiert, so steht es in einer Drucksache des Bundestages.
Wir recherchieren weiter. In Frankreich gibt es keinen Uranabbau - dafür aber den Atomkonzern Areva. Der schürft seit Jahrzehnten Uran im Ausland. Dieses Uran wiederum wird teilweise weiterverkauft, auch an die deutschen Kernkraftwerksbetreiber.
Das wichtigste Abbauland von Areva ist die ehemalige französische Kolonie Niger. So schließt sich der Kreis. Wir würden gerne dort drehen, uns die Bedingungen, unter denen das Uran in der Nähe des Ortes Arlit abgebaut wird, selbst anschauen. Doch Areva antwortet nicht auf unsere Anfragen. Arlit - so erfahren wir - gilt heute als Sperrzone. Areva fürchtet sich vor negativer Berichterstattung. Den Eindruck, dass Erkrankungen in der Stadt mit der Radioaktivität zusammenhängen, wollen sie mit aller Macht vermeiden. Doch die Probleme in Arlit sind offensichtlich.
Idrissou Mora Kpai, Dokumentarfilmer
„Die wissen ganz genau, dass die Leute, die da arbeiten, werden irgendwann mal von Lungenkrebs, allen möglichen Krankheiten mal sterben."
Dieser ehemalige Minenarbeiter erzählte Idrissou beispielhaft für viele vor Ort von seinen starken Schmerzen in der Lunge.
Idrissou Mora Kpai, Dokumentarfilmer
„Und zwei Wochen nach dem Dreh ist er dann gestorben."
KONTRASTE
„Woran ist er gestorben?"
Idrissou Mora Kpai, Dokumentarfilmer
„Das ist immer die Frage. Keiner weiß, wovon man stirbt in Arlit. Man stirbt nur einfach."
Nicht nur die Franzosen, auch die Deutschen sind an der Ausbeutung dieser Mine im Niger direkt beteiligt gewesen. Aus diesem KONTRASTE vorliegenden Dokument des Auswärtigen Amtes geht hervor, dass die Frankfurter Firma Urangesellschaft, einst Tochter deutscher Atomkonzerne, eine Teilhaberschaft von rund acht Prozent besaß.
Die Bundesregierung hat zudem die Uranaktivitäten im fernen Niger großzügig gefördert. Die Deutschen haben vor Jahren den Franzosen das Feld ganz überlassen. Mit all den strahlenden Hinterlassenschaften. Das Uran aus dem Niger kommt jetzt über Paris nach Deutschland. Heute preist Brüderles Ministerium an, dass die „Kernenergie praktisch eine heimische Energieform" sei. Obwohl Uran immer noch zu 100 Prozent importiert wird.
In Afrika nach Uran zu schürfen, ist besonders lukrativ, denn dort müssen die Minenbetreiber keine Rücklagen schaffen, um die radioaktiven Abraumhalden zu beseitigen, beziehungsweise das Gelände langfristig zu sichern.
Den Einkäufern aus Deutschland scheint das alles egal zu sein:
Gerhard Schmidt, Öko-Instut, Sektion Urangewinnung
„Wir stehen im Atombereich eigentlich noch auf der Stufe der 50er Jahre, wo Umwelt keine Rolle gespielt hat oder wo die Auswirkungen von Uran eher verharmlost wurden oder einfach nicht wahrgenommen wurden."
Die saubere Kernenergie hat große Flecken auf der weißen Weste.“

Autoren: Manka Heise und Chris Humbs
www.rbb-online.de/kontraste/archiv/kontraste_vom_16_09/schmutziges_uran_.html

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22.09.10
Versuchsballon ? Schwarz-gelbe Pläne: Atom-Endlager in private Hände
Gestern:
Nach Informationen der SZ will die Bundesregierung das Bundesumweltministerium entmachten und die Zuständigkeit für die Endlager outsourcen. Demnach soll das Bundesumweltministerium demnächst nach dem Entwurf des neuen Atomgesetzes "die Wahrnehmung seiner Aufgaben mit den dafür erforderlichen hoheitlichen Befugnissen ganz oder teilweise auf Dritte übertragen" können. Gabriel. "Das ist Resozialisierung à la Merkel: Jene, die die Asse verbockt haben, dürfen in Gorleben weitermachen."
http://sueddeutsche.de/politik/plaene-der-regierung-neue-herren-fuer-gorleben-1.1003220
Heute: Die Bundesregierung hat Überlegungen zur Privatisierung von Atommüll-Endlagern aufgegeben. Eine entsprechende Presseerklärung des Umweltministeriums wurde zurückgezogen. „Es bleibt alles beim alten“, sagte Seibert. Es gebe aktuell keine Privatisierungspläne. Zunächst müsse ohnehin erst einmal die Eignung Gorlebens als Atommüll-Endlager geprüft werden. Die Erkundung dort soll am 1. Oktober wieder aufgenommen werden.
www.fr-online.de/politik/endlager-werden-doch-nicht-privatisiert/-/1472596/4667646/-/index.html

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21.09.10
Deutscher Klimaschutz in Ecuardor: Öl statt Dschungel
In einem Schreiben der deutschen Botschaft in Quito setzen sich Mitarbeiter für die Ölindustrie ein. Und Minister Dirk Niebel entzieht einem Dschungel-statt-Öl-Projekt die Gelder. Von Gerhard Dilger. 
www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/oel-statt-dschungel

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21.09.10
Spanisches Atomklo (Fortsetzung)
Wie befürchtet, läuft alles auf das Dorf Zarra in der Region Valencia hinaus. Ebenso sicher könnte man das Zeug auf dem Placa Major in Madrid lagern. Die Regierung macht Druck. Das Land ist pleite. Es drohen Strafzahlungen an Frankreich. Über 20 Jahre wurden abgebrannte Brennstäbe bis 1994 zur Wiederaufarbeitung ins Nachbarland verschickt. Ein Abkommen sieht vor, dass Spanien am 1. Januar 2011 fast 250 Millionen Euro an Frankreich für den Müll zahlen muss. Wenn es dann den Müll nicht zurücknimmt, werden täglich Strafzahlungen von 60.000 Euro fällig. Das wären allein im kommenden Jahr knapp 22 Millionen. Ralf Streck berichtet auf TELEPOLIS.
www.heise.de/tp/blogs/2/148412

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20.09.10
Kleinbauern statt Agrarfarmen fördern!
Im Kampf gegen den Hunger hat die Weltgemeinschaft ihre Ziele verfehlt - so lautet die Bilanz vor dem Uno-Gipfel. Eine Wende muss her. Damit künftig neun Milliarden Menschen satt werden, sollten nicht Großfarmen, sondern Kleinbauern gefördert werden. Von Petra Bornhöft, Jens Glüsing, Horand Knaup und Christian Schwägerl.
www.spiegel.de/spiegel/0,1518,718412,00.html

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19.09.10
Zoff im Hotzewald: Alles öko oder was?
Um die Windenergie zu fördern, werden große Speicherkraftwerke geplant. Ein Neues soll im Südschwarzwald entstehen, im Haselbachtal oberhalb von Bad Säckingen/Hochrhein
www.zeit.de/2010/38/Pumpspeicherkraftwerk

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19.09.10
LandUmNutzung des Regierungsviertels

Das Berliner Regierungsviertel sei "nicht umzingelt, sondern geflutet" worden, erklärten die VeranstalterInnen der gestrigen Anti-Atom-Demo in Berlin. Nach ihren Angaben nahmen rund 100.000 an der Demonstration teil.
www.n-tv.de/politik/Anti-Atom-Bewegung-feiert-Erfolg-article1520311.html
www.sueddeutsche.de/politik/anti-kernkraft-demo-im-regierungsviertel-von-atomgegnern-umzingelt-1.1002006
www.zeit.de/politik/deutschland/2010-09/demonstration-atomenergie-berlin
www.heise.de/tp/blogs/2/148406
www.fr-online.de/politik/menschen-belagern-regierungsviertel/-/1472596/4656670/-/index.html
www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/umzingelung-des-regierungsviertels
www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/die-wunden-von-wyhl
www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,718259,00.html

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18.09.10
Mit der weltweiten Urbanisierung lässt sich für Investoren viel Geld verdienen
Wie das funktioniert, erklärt Bettina Schulz auf FAZ.NET: Jede Woche eine Million mehr Menschen. Die großen Städte in aufstrebenden Ländern wie Brasilien und China wachsen schnell. Die Regierungen investieren viel Geld in Straßen und Schienen, um ihre Infrastruktur auf Vordermann zu bringen. Daran können auch Anleger verdienen, so Schulz. Die Ökonomen der Bank of America Merrill Lynch schätzten, dass die Regierungen der Schwellenländer allein in den kommenden drei Jahren 6 Billionen Dollar investieren werden, um die Infrastruktur ihrer Länder auf Vordermann zu bringen.
www.faz.net/s/RubF3F7C1F630AE4F8D8326AC2A80BDBBDE/
Doc~E8293DA65D0EE442FAC763CA3313D834E~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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17.09.10
Bauaustellung im Fürst-Pückler-Land
Braunkohlegruben wurden zu Badeseen, Industrieruinen zu Touristenattraktionen: In der Lausitz geht ein gewaltiger Landschaftswandel zu Ende, nach zehn Jahren findet der Schlussakt der Internationalen Bau-Ausstellung statt . Die Bilanz eines Millionenprojekts von Rainer Müller.
www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,718017,00.html

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17.09.10
Pat Mooney: "Next BANG! Wie das riskante Spiel mit Megatechnologien unsere Existenz bedroht"
Der Träger alternativen Nobelpreises, Pat Mooney, sieht im Geoengineering die größte Gefahr für Mensch und Planet. Die Auswirkungen beschreibt er in dem Buch, das Peter Unfried heute auf TAZ.ONLINE rezensiert.
Oekom Verlag, München 2010, 230 Seiten, 19,90 Euro
www.taz.de/1/leben/buch/artikel/1/planet-erde-in-ernsthafter-gefahr

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17.09.10
Eppler (SPD) zu Stuttgart 21 "Das Volk muss entscheiden"
Sebastian Beck von SZ.ONLINE fagt: Über das Projekt wurde 15 Jahre lang diskutiert. Warum reicht die Legitimation durch das Parlament nicht?  Eppler: Hier beißen sich Rechtsstaats- und das Demokratieprinzip. Das ist ein ganz gefährlicher Vorgang. Es stimmt, dass die Befürworter alle rechtsstaatlich vorgesehenen Entscheidungen hinter sich haben. Es stimmt aber genauso, dass zwei Drittel der Stuttgarter gegen das Projekt sind. Die Polizei ist nicht in der Lage, ein Jahrzehnt lang eine riesige Baustelle gegen Demonstranten oder Schlimmeres zu verteidigen. Kann man überhaupt so ein Großprojekt über ein Jahrzehnt gegen den Willen der Bevölkerung durchsetzen? Was bedeutet das für das politische Klima und den inneren Frieden? Was kann man einer für die Demokratie ausgebildeten Polizeizumuten?
www.sueddeutsche.de/politik/eppler-zu-stuttgart-das-volk-muss-entscheiden-1.1001183

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16.09.10
Zu wenig Grün, zu viel Lärm, "insgesamt ein Reichenviertel"
www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,717386,00.html
Eine Studie lässt an der prestigeträchtigen Hamburger Hafencity kaum ein gutes Haar. Protest folgt prompt: Die Erkenntnisse des Hamburger Zukunftsrats seien "absolut kontraproduktiv", zürnt die städtische Entwicklungsgesellschaft. Ein Artikel von Christoph Twickel.
Weitere Infos:
www.hh-heute.de/becker-zukunftsrat-liegt-falsch
www.taz.de/1/nord/hamburg/artikel/1/zukunftsrat-kritisiert-hafencity
www.zukunftsrat.de
www.zukunftsrat.de/download/hafencity_kurzstudie_aug10.pdf?PHPSESSID=9kjjh7qte81dpj99vb139tp016

Nachhaltigkeitsprobleme bei der HafenCity – Presseerklärung Zukunftsrat
"In einer neuen Kurzstudie zur HafenCity Hamburg stellt der Zukunftsrat vor allem  beim Verkehrskonzept, beim Umgang mit Boden und Natur, bei der Ansiedlung der Wohnbevölkerung und bei der Lärmbelastung Probleme für die Zukunftsfähigkeit des neuen Stadtteils fest. Bei der Energieversorgung, der Wirtschaftsstruktur und beim „nachhaltigem Bauen“ sieht der Zukunftsrat dagegen positive Ansätze.
Als großes Versäumnis bewertet die Studie, dass der nicht-motorisierten Alltags-Mobilität der Bewohner und Beschäftigten in der HafenCity keine Priorität eingeräumt wurde. Die Übergänge zur nahen Innenstadt und zum Hauptbahnhof sind besonders für Radfahrer eher gefährlich als attraktiv. Die Lärmbelastung im gesamten Stadtteil ist hoch und könnte die anspruchsvolle Bewohnerschaft langfristig nach Alternativen suchen lassen. Die flächendeckende Versiegelung und das Fehlen naturnaher Flächen mag die Pioniergeneration  noch als attraktiv „urban“ empfinden. Für Kinder bietet die HafenCity jedoch keinerlei wild-natürliche Erlebniswinkel und für junge Familien deswegen keinen zukunftsfesten Wohnstandort. Der geplante Lohsepark leidet unter der Dreifachfunktion als Erholungs-, Sport- und Erinnerungsstätte. Anhand der Miet- und Kaufpreise für Wohnungen und der bei Wahlen offenbarten Parteipräferenzen macht die Studie eine starke Einseitigkeit der Anwohnerstruktur aus – auch wenn die Lebensstile der Anlieger durchaus unterschiedlich sind. Ob der  daraus ableitbare hohe Anspruch an das Wohnumfeld angesichts der Belastungen des Stadtteils durch Lärm, Tourismus und öffentliche Events langfristig erfüllt werden kann, bezweifelt die Studie. Die Entscheidungen für eine Fern- und Nahwärmeversorgung des Stadtteils - z.T. mit erneuerbaren Energiequellen - wertet die Studie dagegen als grundsätzlich nachhaltig. Dasselbe gilt für die derzeitige Mischung der angesiedelten Groß- und Kleinunternehmen aus den verschiedensten Branchen. Die stark verdichtete enge Bauweise nutzt die Fläche effizient, kann allerdings lokal in einen Widerspruch zu den Ansprüchen der wohlhabenden Wohnungseigentümer und Mieter geraten. Dass die hohen Infrastrukturkosten der Stadt einschließlich der U 4 durch die Erlöse aus den Grundstücksverkäufen gedeckt werden können, stellt die Studie in Frage. Auch angesichts der aktuellen Vermarktungsprobleme bei Büroraum sind weitere Schulden der Stadt zulasten zukünftiger Generationen wahrscheinlicher. Die beabsichtigte Finanzierung des Containerterminals Altenwerder wird nicht gelingen und eine Finanzierung der Elbphilharmonie durch die HafenCity ist ohnehin nicht vorgesehen. Mit der neuen 50-seitigen Studie wendet der Zukunftsrat Hamburg den vagen Begriff der Nachhaltigkeit erstmals konkret und anschaulich auf einen Stadtteil Hamburgs an. Dazu gehört auch die Frage, ob Hamburg die HafenCity überhaupt braucht(e), was also den immensen, ökologisch nicht nachhaltigen Energie- und Ressourcenverbrauch für ihren Bau rechtfertigt. Kern der Studie sind zehn Themen-Kapitel: Am Maßstab eines jeweils vorangestellten Nachhaltigkeitsziels werden aktuelle Situation und absehbare Planung des Vorzeigestadtteils bewertet. Ein Seitenblick fällt dabei auf die allgegenwärtige Nachhaltigkeits-Werbung der HafenCity GmbH. Abschließend formuliert die Studie Konsequenzen und Anregungen für die weitere Entwicklung des Stadtteils: Der Zukunftsrat Hamburg  tritt ein für ein Moratorium der Planung zur östlichen HafenCity,
• empfiehlt eine stärkere soziale Mischung der Bewohnerschaft,
• fordert bauliche und verkehrslenkende Maßnahmen zur Förderung des nichtmotorisierten Alltagsverkehrs,
• mahnt für das HafenCity-Umweltzeichens „nachhaltiges Bauen“ eine größere Verbindlichkeit an und
• schlägt die Schaffung von Gelegenheiten zum Naturerleben vor – z.B. durch einen kleinen Tideelbe-Strand am Strandkai.
Kontakt: Stephanie Gokel, Geschäftsstelle Zukunftsrat: info@zukunftsrat.de"

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16.09.10
„Road will ruin Serengeti“

Im Serengeti-Nationalpark droht eine Umweltkatastrophe. 27 Wissenschaftler haben sich nach einem Bericht von SPIEGEL.ONLINEin der Zeitschrift "Nature" gegen den Bau einer Fernstraße durch den Osten Afrikas ausgesprochen: „Plans for building a two-lane road through 50 kilometres of the Serengeti National Park in Tanzania must be halted. The road will cause an environmental disaster by curtailing the migration of wildebeest.”
www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,717826,00.html
www.nature.com/nature/journal/v467/n7313/full/467272a.html

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15.09.10
US-Ethanol-Produktion auf Allzeithoch
36 Prozent des in den USA produzierten Getreides wird zur Herstellung von Ethanol verwendet meldet TELEPOLIS unter Berufung auf Angaben der Energy Information Administration. Danach wurden im Juni im Schnitt täglich 854.000 Barrel agrarisches Ethanol produziert, nach 846,000 b/d im Mai und nur 686.000 b/d im Juni 2009.
www.heise.de/tp/blogs/2/148376

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14.09.10
Stuttgart 21 nun auch Thema im Bundestag: SPD und Grüne für Baustopp
Die Bundestagsfraktionen beider Parteien haben Anträge eingereicht, die ein Moratorium für "Stuttgart 21" fordern. Das meldet heute TAZ.DE. Die SPD wolle eine Volksabstimmung, die Grünen rügten fehlende Transparenz.
www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/spd-und-gruene-fuer-baustopp
Die Fraktion der Grünen hat ihren Antrag ins Netz gestellt:
www.gruene-bundestag.de/cms/default/dokbin/352/352605.antrag_baustopp_stuttgart_21.pdf
Die Fraktion der SPD hat ihr Vorgehen in einer Presseerklärung erläutert:
„Zur Debatte um "Stuttgart 21" erklären der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Florian Pronold und der verkehrspolitische Sprecher Uwe Beckmeyer:
Die SPD-Bundestagsfraktion fordert die Bundesregierung auf, bis zu einer Volksabstimmung über das Projekt "Stuttgart 21" und die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm mit der DB AG und dem Land Baden-Württemberg einvernehmlich ein sofortiges Ruhen der Bau- und Abrissarbeiten anzuordnen und über die Planungsstände und Kostenentwicklungen umfassend zu informieren. Trotz der positiven Elemente des Großprojekts "Stuttgart 21" und der damit verbundenen Neubaustrecke Wendlingen-Ulm entzweit dieses Projekt die Bevölkerung. In der Wahrnehmung vieler Bürger erscheinen heute die Nachteile viel gravierender als die Vorteile. Über Jahre hinweg haben die Projektträger sich auf den klaren Mehrheitsbeschlüssen ausgeruht, anstatt die Bürgerschaft auf den langen Weg der Planung und Umsetzung mitzunehmen. Die Bürgerinnen und Bürger von Baden-Württemberg sollen selbst über die Zukunft von Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm im Rahmen einer landesweiten Volksabstimmung entscheiden können, auch im vollen Wissen über die Kosten und die Folgen eines Ausstiegs. Die SPD-Bundestagsfraktion unterstützt die Forderung der SPD Baden-Württembergs nach einer landesweiten Volksabstimmung über Fortführung oder Ende von "Stuttgart 21" und die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm. Nils Schmid und die baden-württembergische SPD haben damit wieder den Blick auf die Sache gelenkt. Bevor aber die Fakten nicht auf dem Tisch liegen und die Bürgerinnen und Bürger sich geäußert haben, darf der Abriss nicht weitergehen und kein einziger Baum weiter gefällt werden.
www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_dok/0,,53388,00.html

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13.09.10
Enteignungen für Gorleben: Deutschland einig Lobbyland

Presseerklärung der AG des 1. des Untersuchungsausschusses "Gorleben im Bundestag
Zu den aktuellen Plänen der Bundesregierung zur Durchsetzung des Endlagers Gorleben, Enteignungen vorzunehmen, erklärt die Obfrau er SPD-Bundestagsfraktion im 1. Untersuchungsausschuss "Gorleben" Ute Vogt:
„Dem schwarz-gelben Lobbysystem sind alle Mittel recht: Nach "Geheimabsprachen" mit den großen Stromkonzernen droht die Bundesregierung jetzt mit Zwangsenteignungen zur Durchsetzung des Endlagers Gorleben. Eine sogenannte "bürgerliche" Regierung will aufrechten Bürgern ihr Land wegnehmen. Damit dürfte endgültig klar sein, dass bei der Auswahl des Salzstock Gorlebens niemals um geologische Kriterien ging. Gorleben war wissenschaftlich unerwünscht, aber politisch gewollt. Heute wird deutlich: Wie Helmut Kohl exekutieren Merkel und Röttgen die Interessen einer Lobby. Schwarz-gelbe Atompolitik heute heißt: "Deutschland einig Lobbyland".Im Jahre 1983 musste Gorleben einfach her, weil in diesem Teil Deutschlands eine konservative Landes- und Bundesregierung auf wenig Widerstand hoffte. Doch mit dieser Einschätzung lag die Kohl-Regierung offensichtlich falsch. Die Bürger im Wendland sagen seit 30 Jahren sehr engagiert und qualifiziert: "Nein! Hier nicht!". Und sie haben dafür gute Gründe und die gesamte Fachwelt auf ihrer Seite. Doch ehemalige Umweltministerin und jetzige Bundeskanzlerin, Angela Merkel beharrt auf dem Motto der Kohl-Regierung; "Augen zu und durch mit Gorleben". Wenn es sein muss mit Enteignungen. In Gorleben zeigt sich: Wie ihr Mentor Kohl regiert Merkel an ihrem Volk vorbei. Doch Union und FDP haben ganz aktuell in dieser Woche die Gelegenheit den Menschen im Wendland ihre Position zu erklären. Denn der 1. Untersuchungsausschuss tagt am Donnerstag, 16. September 2010, nicht in Berlin, sondern in Gorleben.“
www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_dok/0,,53359,00.html

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13.09.10
Deutscher Naturschutzring (DNR) lehnt Olympische Winterspiele 2018 in den Bayerischen Alpen ab - Presseerklärung

„Der DNR ist aus der Fachkommission Umwelt der Bewerbungsgesellschaft München +2 für die Olympischen Winterspiele 2018 ausgeschieden. „Wir halten nach sorgfältiger Prüfung der Bewerbungsunterlagen und zwei ausführlichen Gesprächen mit führenden Vertretern der Bewerbungsgesellschaft, dem Generalsekretär Michael Vesper und dem Präsidenten des DOSB Thomas Bach die Durchführung der Spiele in Garmisch-Partenkirchen mit seinen engen Gebirgstälern und ökologisch bedeutsamen Flächen für nicht verantwortbar“, betonte Hartmut Vogtmann, Vizepräsident und Delegationsleiter des DNR. Mit dem Ausstieg des DNR aus der Fachkommission Umwelt der Bewerbungsgesellschaft dürften sich die Chancen von München als einer von drei Kandidaten für die Olympischen Winterspiele 2018 nach Ansicht des DNR deutlich verringern. Bisher wähnte sich München gerade wegen der Betonung des Umweltschutzes im Vorteil gegenüber den Mitbewerbern Annecy (Frankreich) und Pyeongchang (Südkorea). „Natur- und Landschaftszerstörung im Oberland in Zeiten des Klimawandels, fehlende Transparenz und explodierende Kosten, für all das steht inzwischen München 2018“, sagte Sebastian Schönauer vom DNR und Bund Naturschutz in Bayern. Es sei bezeichnend, dass die Bewerbungsgesellschaft bis heute den Umfang der sog. Funktionsflächen für Medien, Zuschauer und Athleten nicht genau beziffern kann. „Schlimm sind vor allem die vorgesehenen und teilweise bereits erfolgten Eingriffe beim Ausbau der Kandahar-Abfahrt und der Weltcup Strecke Gudiberg mit ihren besonders geschützten Biotopen“, listete Generalsekretär Helmut Röscheisen auf. Die versprochene Einrichtung eines Biosphärenreservates als Ausgleichsmaßnahme habe sich wegen der unprofessionellen Vorgehensweise der Bewerbungsgesellschaft als bloße Luftblase entpuppt, so der DNR.“
Für weitere Informationen:
Dr. Helmut Röscheisen, DNR-Generalsekretär
www.dnr.de/presse/presseinformation-13092010.htm

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12.09.10
Plünderung des Planeten künftig mit deutscher Gründlichkeit

Die Versorgung der Wirtschaft mit Rohstoffen besser abzusichern, plant die Regierung die Gründung einer Rohstoffagentur. Die zunehmende Verknappung wichtiger Industrierohstoffe ruft die Bundesregierung auf den Plan. Im Auftrag des Wirtschaftsministeriums soll nun eine neue Rohstoffagentur gegründet werden, die sich für die deutsche Wirtschaft um die Zugänge zu den wichtigen Zukunftsrohstoffen kümmert. Sie ist das Ergebnis des von Bundeswirtschaftsminister Brüderle (FDP) angestoßenen Rohstoffdialoges zwischen seinem Ministerium und der deutschen Industrie. Ralf Heß von Telepolis sprach mit Dr. Peter Buchholz von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe.
www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33218/1.html

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11.09.10
Urban Farming Detroit
Urban Farming's mission is to create an abundance of food for people in need by planting gardens on unused land and space while increasing diversity, educating youth, adults and seniors and providing an environmentally sustainable system to uplift communities.
www.urbanfarming.org

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10.09.10
Uferprivatisierung: Beispiel Griebnitzsee

In Bayern schützt die Verfassung, in den meisten anderen nicht. Auch im Grundgesetz ist der freie Zugang zur Natur, speziell zum Seeufer nicht geschützt. Sven Becker berichtet auf SPIEGEL.ONLINE über den bizarren Streit zwischen Villenbesitzern, Stadt und Spaziergängernum einen Uferweg am Griebnitzsee, der an vergangene feudale Zeiten erinnert.
www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,716354,00.html

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10.09.10
Macht die Natur uns zu besseren Menschen?
Die Sehnsucht nach Naturerfahrung treibt Städter in die Wildnis. Forscher untersuchen die Wirkung. Ein Selbsterfahrungsbericht von Christian Schüle.
www.zeit.de/zeit-wissen/2010/05/Lust-auf-Natur

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09.09.10
Hamburg: Elbufer wird mit Bürohäusern zugebaut

In der Bevölkerung regt sich Unmut über die „Privatisierung des Elbblicks“. Nun soll ein Bürgerbegehren die letzten alten Häuser retten. Von Rainer Müller, Hamburg.
www.faz.net/s/Rub5C3A58B4511B49148E54275F4B025915/
Doc~E649E07D7A5234156A6CBB728E6689A8A~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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08.09.10
Stuttgart 21: Fakten, Fakten, Fakten
Was für und gegen Stuttgart 21 spricht erklärt Michael Kröger auf SPIEGEL.DE.www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,716467,00.html

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08.09.10
Waldbrände Russland: Wiederaufbau nach Putin-Art
Webcams der Regierung sollen zeigen, dass den Feueropfern geholfen wird. Doch die wollen in den billig hochgezogenen Siedlungen nicht leben. Von Ann-Dorit Boy, Mochowoje.
www.zeit.de/politik/ausland/2010-09/russland-waldbraende-siedlungen

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06.09.10
Landbesitzer leiten Hochwasser zu den Armen um
Einflussreiche Politiker, oftmals Landbesitzer, haben dafür gesorgt, dass das Hochwasser in ärmere Regionen umgeleitet wird. Das berichtet Thomas Pany unter Bezug auf eine Meldung vom Wochenende.
www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33266/1.html

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Sorry. Wir sind wieder unterwegs. Die Exkursion führt diesmal nach Baden-Württemberg. Daher vorerst kein Nachrichtenüberblick für einige Wochen. Den Exkursionsbericht stellen wir unter "Brennpunkte" demnächst auf die Website.
Der Vorstand

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30.07.10
„Tänzerisch-leichter Schwung: Die Rheintal-Brücke zeigt, was Dresden
verschenkt hat“
Die Unesco akzeptiert den Bau einer Brücke über das Weltkulturerbe Mittelrheintal. Zu Recht, denn es lief vieles besser als bei der Waldschlösschenbrücke meint WELT.DE.
www.welt.de/kultur/article8732939/Die-Rheintal-Bruecke-zeigt-was-Dresden-verschenkt-hat.html

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28.07.10
Ressourcenfieber – Kühler Kopf für wertvolle Rohstoffe:

Öko-Institut entwickelt gemeinsam mit europäischem Industrie¬verband Vorschläge für effizientere Ressourcennutzung in Europa und weltweit
- Presseerklärung Öko-Institut
„Das Öko-Institut hat gemeinsam mit Eurometaux, dem Dachverband der europäischen Nichteisenmetall-Industrie, Vorschläge für eine effizientere Ressourcennutzung der EU entwickelt. Als Ergebnis werden in einem gemeinsamen Bericht zehn konkrete Maßnahmen vorgestellt wie wertvolle Nichteisen-Metalle in der EU besser genutzt werden können. Einsatz finden diese für Schlüsseltechnologien essentiellen Rohstoffe u.a. in der Bau-, Elektronik-, Luftfahrt- und Automobilindustrie sowie dem Energie- und Maschinenbausektor.
Diese und weitere Ergebnisse der Arbeit des Öko-Instituts zum Thema nachhaltige Rohstoffnutzung präsentiert die Website http://resourcefever.org. Mit aktuellen Informationen zu Ressourcen und der Nachhaltigkeit in Gewinnung, Einsatz und Recycling ist sie Anlaufstelle für diejenigen, die qualifizierte Informationen suchen für die Bewertung der politischen Prozesse und nachhaltiger Lösungen in der Industrie.
„Die relativ rohstoffarme Europäische Union muss besser mit den in der EU vor¬handenen Sekundär-Rohstoffen umgehen“, erklärt Dr. Matthias Buchert, Bereichsleiter Infrastruktur & Unternehmen am Öko-Institut. „Das heißt, wir müssen Schrotte und alte Produkte besser sammeln, zerlegen und recyceln. PV-Module, Computer, Altfahrzeuge usw. enthalten seltene und teure Rohstoffe wie Kupfer, Indium, Platin, Silber oder Gold. Wir müssen sicherstellen, dass Recyclingprozesse für Materialströme aus der EU, die in Schwellen- und Entwicklungsländern stattfinden, hochwertigen Standards und weltweit einheitlichen Regeln folgen, damit unnötige Umweltbelastungen und Wettbewerbsverzerrungen vermieden werden.“
Es müssen kooperative Ansätze für die Recyclinginfrastruktur in Entwicklungs- und Industrieländern entwickelt und gefördert werden. Für solche und weitere Recyclingthemen braucht es zusätzliche internationale Forschung- und Entwickl¬ungsprojekte. Der Bericht spricht zudem Empfehlungen aus, wie der illegale Export von Elektroschrott und Altautos verhindert werden kann. Hier sind neben der EU auch die Mitgliedsländer gefragt, um die bereits bestehenden Regelungen auch tatsächlich umzusetzen. Die EU ist gefordert dies durch bessere Regelungen für die Kennzeichnung auf den Zollpapieren zu unterstützen.
Die Ergebnisse von Öko-Institut und Eurometaux liefern einen Beitrag zur Fortschreibung der Aktivitäten der Europäischen Kommission im Rahmen der Rohstoff¬initative (Raw Materials Initiative). Die Kommission erarbeitet seit November 2008 Richtlinien für eine optimierte Rohstoffnutzung für die EU. Ende 2010 soll dem Europäischen Rat und Parlament ein Bericht mit Aktionsplan vorgestellt werden.
Ansprechpartner: Dr. Matthias Buchert. Dr. Georg Mehlhart
Öko-Institut e.V., Büro Darmstadt
Das Öko-Institut ist eines der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungsinstitute für eine nachhaltige Zukunft. Seit der Gründung im Jahr 1977 erarbeitet das Institut Grundlagen und Strategien, wie die Vision einer nachhaltigen Entwicklung global, national und lokal umgesetzt werden kann. Das Institut ist an den Standorten Freiburg, Darmstadt und Berlin vertreten.
www.oeko.de/aktuelles/presse/pressemitteilungen/dok/1032.php

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26.07.10
Der deutsche Wald wird neu vermessen
Pia Heinemannwww.welt.de/wissenschaft/umwelt/article8651953/Der-deutsche-Wald-wird-neu-vermessen.html
über die Vorbereitungen zum Bäumezählen.Der Wald verändert sich rasant: Neue Zahlen über die Bestände müssen her.

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23.07.10
Die Tricks der Kommission
Biosprit ist ein Bombengeschäft. Damit die Party weitergehen kann, fälschen EU-Beamte sogar wissenschaftliche Studien, berichtet Christian Mihatsch auf www.freitag.de/politik/1029-die-tricks-der-kommission. Er war in der Wirtschaftsredaktion der Basler Zeitung tätig, arbeitet heute als freier Autor in Bangkok und ist Korrespondent des Online-Magazins www.wir-klimaretter.de

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11.07.10
„Granatenmässige Sauerei“
Samstag Stuttgarter Talkessel: der Mittlere Schlossgarten ist in fröhlichem Belagerungszustand: 10.000, vielleicht sogar 20.000 protestieren gegen das Bahnprokekt Stuttgart 21 – darunter der Schauspieler Walter Sittler. Mehr dazu auf FR-ONLINE.
www.fr-online.de/top_news/2837435_Bahnprojekt-Stuttgart-21-Will-jemand-nach-Ulm.html

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11.07.10
Das Ende der Ruhe am Nordpol
Die politischen Auseinandersetzungen um die Rohstoffe der Arktis werden hitziger. Mehr dazu von Rudolf Herr auf TELEPOLIS.
www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32933/1.html

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11.07.10
Bahnanenrepublik II: Berufungsentscheidung des U.S. 5th Circuit Court of Appeals zu Obamas Tiefsee-Bohrstopp
Mit einer 2 zu 1-Richtermehrheit befand das Gericht, dass es nicht nachgewiesen sei, wonach die Tiefsee-Bohrungen vor der Küste "die Gefahr eines nicht-reparierbaren Schadens" im Golf von Mexiko riskieren.. Thomas Pany berichtet auf Telepolis, daß auch die Richter des Berufungsgerichts „ölige Verbindungen“ haben. Mit 2 zu 1 Stimme wurde kassierten die Berufungsrichter den Baustopp. Zwei der Richter, Jerry E. Smith und W. Eugene Davis, nominiert noch zu Zeiten Ronald Reagans, sollen nach Informationen der Bürgerrechtsorganisation Alliance for Justice privat Interessen der Öl-und Gas-Industrie wahrgenommen haben. Der dritte Richter, James L.Dennis soll beträchtliche Vermögenswerte in "mindestens 18 Unternehmen der Energieindustrie" halten.
www.heise.de/tp/blogs/2/147986
www.afj.org

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09.07.19
Nachhaltiger Tourismus
Es reiche nicht, so der Merian vor Beginn der Hauptreisezeit, Fernreisen zu meiden und die nahen Ziele wiederzuentdecken. Für einen "sanften Tourismus" komme es auch auf das Verhalten der Reisenden am Urlaubsort an, darauf, der Natur und den Menschen vor Ort Respekt und Wertschätzung entgegenzubringen. Konkret bedeute dies, dass man bei einem Urlaub im Schwarzwald auf die Pizza verzichten und stattdessen lieber "Metzelsupp" mit Sauerkraut bestellen sollte
www.merian.de/reiseziele/artikel/a-699232.html

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08.07.10
Radwege jetzt auch am schönsten Ende der Welt
Wer  Neuseeland vom Sattel aus erleben möchte, soll dafür künftig ein Netz von Fahrrad-Fernwegen nutzen können. Die ersten beiden Etappen der 245 Kilometer langen Strecke von Ruapehu nach Whanganui wurden nunmehr freigegeben.
www.n-tv.de/reise/Neuseeland-erhaelt-Radwegenetz-article1013656.html

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08.07.10
Nigerdelta: Die ganz alltägliche Ölpest
Die Welt schaut gebannt auf die Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko. Im Nigerdelta ist der Kampf gegen auslaufendes Öl für die Bewohner zum bitteren Alltag geworden. Artikel von Jon Gambrell auf ZEIT.DE
www.zeit.de/wirtschaft/2010-07/oelpest-nigeria

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07.07.10
Die Urbanisierung Chinas

Mit dem Wachstum der Städte wachsen auch Wirtschaft und Wohlstand – so die Devise der kommunistischen Führung, Florian Rötzer berichtete auf TELEPOLIS.
www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32903/1.html

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07.07.10
Verödung
Prof. Birgit Franz im Gespräch mit FAZ.NET: „Die Lage ist heute schon dramatisch“ Auf dem Land stehen immer mehr historische Bauten leer. In vielen Ortschaften stemmen sich die Bewohner verzweifelt gegen die Verödung. Doch nicht alle Dörfer werden zu retten sein: „Es wird Verluste geben“, sagt die Architekturprofessorin Birgit Franz.
www.faz.net/s/Rub8E0FC0CD826A4ACA80504FD9153A70F2/
Doc~E8940F9EECA7F4D589CC66488524AB54A~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Weitere Infos:
Prof. Birgit Franz zu ihrer
Philosophie im Umgang mit unserem schützenswerten Baubestand:
„Das Thema Nutzung hat sich in der Vergangenheit für das Bauen im Bestand als äußerst wichtig herausgestellt. Keiner kauft sich eine Hose, die ihm nicht halbwegs passt. Eventuell lässt er kleinere Unzulänglichkeiten vom Schneider beheben: beispielsweise die Hose kürzen oder den Saum herauslassen und einfassen. Aber kein Käufer wird auf die Idee kommen, aus einer weißen Röhrenhose eine schwarze Schlaghose machen zu wollen – er wird das ohne nachzudenken als unsinnig und unnötig teuer empfinden. Kauft der gleiche Käufer ein Baudenkmal oder einen Altbau, greift er oftmals ohne Scheu in den Grundriss, die Fassadengestaltung oder die Geschossigkeit ein. Die Folge sind Entkernungen oder Generalsanierungen – und damit immer ein weiteres Stück Disneyland. Geht man durch unsere Altstädte, kann man oftmals nicht mehr erkennen, was wirklich alt ist und was neu errichtet und nur historisch verbrämt wurde.
Nicht, dass Baudenkmale oder Altbauten nicht verändert werden dürften – schließlich sind in unserer Gesellschaft die Nutzungsintervalle inzwischen häufig kürzer als die Sanierungsintervalle. Der Veränderungsspielraum muss jedoch aus den jeweiligen Zeugniswerten abgeleitet werden. Anderenfalls lassen sich diese leider nicht bewahren. Die Nutzung historischer Gebäude gehört damit zu den schwierigen Themen in der Denkmalpflege, insbesondere dann, wenn die bisherige Nutzung im Ist-Zustand nicht länger möglich ist. Oftmals macht der Substanzerhalt auch ungewöhnliche Lösungen erforderlich. Wenn man dem Bauherrn ausreichend Zeit lässt, sich auch auf Unkonventionelles einzulassen, kann dieses zum Ziel verhelfen.
Grundsätzlich ist die Anpassung eines Gebäudes an eine ungeeignete Nutzung eine teure Lösung. Bleiben die Eingriffe in die vorhandene Bausubstanz gering, so lässt sich in der Regel auch die Wirtschaftlichkeit der Baumaßnahme steigern. Das heißt, auch mit dem Blick auf das Bankkonto lohnt es sich, intensiver über substanzschonende Alternativen nachzudenken – und das nicht nur beim Baudenkmal, sondern auch beim Altbau.“
www.hawk-hhg.de/holzminden/127155.php
www.dnk.de/_uploads/media/764_AK%20Theorie%20und%20Lehre%20S%C3%A4chs_DschG.pdf

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06.07.10
Hessische Landesregierung: Freikauf vom Umweltschutz
Pitt von Bebenburg berichtet auf FR-ONLINE berichtet, die Landesregierung wolle nicht länger hinnehmen, dass der Schutz von seltenen Tieren den Bau von Straßen und Flughäfen verzögert und drastisch verteuert. "Eine Entkopplung von Naturschutz und Infrastrukturprojekten nutzt der Umwelt mehr", sagt Verkehrsminister Dieter Posch (FDP). Nach den Sommerferien will der Landtag auf Antrag von CDU und FDP eine Anhörung von Fachleuten zu diesem Thema organisieren.
www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/
2821493_Bauprojekte-in-Hessen-Freikauf-vom-Umweltschutz.html

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05.07.10
Was hilft Ureinwohnern gegen die Globalisierung?
Rechtssicherheit statt mythischer Verklärung meint Hernando de Soto auf ZEIT.DE:„Das wahre Problem am Amazonas ist nicht die Präsenz ausländischer Firmen an sich, die durch Bergbau, Rodung, Ölbohrungen und die Produktion von Biotreibstoff von den Ressourcen dieser Region profitieren wollen. Stattdessen fürchten die Eingeborenen, dass die Kräfte der Globalisierung sie versklaven werden und dass sich die Biodiversität ihrer Wälder verringern wird. Dieser Kampf ist unfair. Den Ureinwohnern fehlen die Waffen – und hier rede ich nicht von Pfeilen und Gewehren, sondern zum Beispiel von Rechtskenntnissen.“
www.zeit.de/2010/27/Globalisierung-Amazonas-Ureinwohner

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04.07.10
"AlpspiX": Bergerlebnis für jedermann im Abenteuerpark Alpen
Die Eröffnung der neuen "AlpspiX"-Aussichtsplattform auf der Alpspitze in Garmisch-Partenkirchen ist von Protesten überschattet worden. "Unsere Berge brauchen keine Geschmacksverstärker!", lautete die Aufschrift eines riesigen Transparentes, das Kletterer an dem bayrischen Skywalk aufgehängt haben. Naturschützer und Alpenverein bemängeln eine Verschandelung der alpinen Landschaft.
http://reisen.t-online.de/eroeffnung-der-aussichtsplattform-alpspix-proteste/id_42158818/index
Weitere Infos:
www.zugspitze.de/de/summer/berg/garmisch-classic/alpspix.htm
www.spiegel.de/reise/deutschland/0,1518,704779,00.html
http://www.bergleben.de/klettern/
1258-alpspix-eroeffnet-brauchen-die-alpen-geschmacksverstaerker.html

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02.07.10
Monsanto: Vergiftetes Geschenk an Haiti
Der Agrar- und Biotechnikkonzern will Tonnen von Saatgut an das arme Land verschenken, Bauern fürchten Schlimmes und verweigern die Hilfen. In  einem offenen Brief vom 14. Mai nannte Chavannes Jean-Baptiste, Geschäftsführer der MPP (Mouvman Peyizan Papay) und Sprecher der Nationalen Bauernbewegung des Papay-Kongresses (MPNKP), die Ankunft von Monsantos Saatgut in Haiti „einen sehr heftigen Angriff auf kleinbäuerliche Landwirtschaft, auf Bauern, auf Biodiversität, auf kreolisches Saatgut ... und auf das, was von unserer Umwelt in Haiti noch übrig ist“.
www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32890/1.html
http://principiis-obsta.blogspot.com/2010/05/haitianische-bauern-planen-die.html

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01.07.10
Balis Flüssen geht das Wasser aus

Weil ihre Gäste zuviel Wasser verbrauchen, schöpfen balinesische Hotels die Grundwasservorräte leer. Helfer versuchen, die Insel wieder ins Gleichgewicht zu bringen
www.zeit.de/reisen/2010-07/bali-tourismus

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30.06.10
Sollte derjenige, der die Natur liebt, ihr lieber fernbleiben? Oder gibt es einen Weg, sie zu bereisen und doch im Reinen mit ihr zu sein?
Katrin Zeug befasst sich am Beispiel Costa Ricas mit diesen Fragen. Das mittelamerikanische Land gilt als Vorreiter des Ökotourismus. Als dort in den achtziger Jahren beinahe 80 Prozent der Regenwälder abgeholzt waren, schlug das Land eine neue Richtung ein: Heute ist ein Drittel seiner Fläche Schutzgebiet, und bis 2021 will Costa Rica eine CO2-neutrale Bilanz ausweisen können. Umweltorganisationen kritisieren, dass Reisende auf der Suche nach Naturverbundenheit nicht selten trotzdem – oder gerade deswegen – genau das zerstören, was sie so sehr wollen: die unberührte Natur. So auch in Costa Rica.
www.zeit.de/2010/26/GL-Gruener-Reisen
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30.06.10
Monokulturen und Klimawandel

Feldversuche mit künstlich erzeugter Dürre und anderen Wetterextremen zeigen: Der Klimawandel wird die Landwirtschaft verändern. Besonders gefährdet sind Monokulturen.
www.sueddeutsche.de/wissen/folgen-des-klimawandels-ueber-den-duerren-klee-1.967428

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29.06.10
Boomstadt Marrakesch
Die alte Handelstadt am Fuße des Atlasgebirges erlebt auf königliche Anordnung einen Bauboom ohnegleichen. Dutzende Villen und Luxushotels schießen aus dem Boden. Mit einem milliardenschweren Förderprogramm zur Modernisierung des Landes ermöglicht der 47-jährige Monarch ausländischen Investoren den günstigen Kauf von Grundstücken. In den ersten drei Jahren bleiben Gewinne steuerfrei.
www.spiegel.de/reise/staedte/0,1518,703491,00.htm

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29.07.10
China: Gigantomanie ohne Ende

Ein neues Wasserprojekt soll Wasser aus Flüssen im Süden des Landes in den zunehmend trockenen Nordteil transportieren. Es umfasst Kanalisierungs- und Staudammvorhaben in verschiedenen Regionen, unter anderem am Unterlauf des Jangtse. Nach einem Bericht der amtlichen "Volkszeitung" sollen innerhalb von zwei Jahren 345.000 Menschen, vor allem arme Landbewohner, ihre Heimat verlassen müssen.  (AFP/N-NT/gbk)
www.n-tv.de/panorama/China-plant-neues-Wasserprojekt-article949496.html

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29.06.10
Waldzerstörung im Kongo
Im rohstoffreichen Kongo versucht die Regierung, ein Geschäft mit Tropenholz aufzubauen, um Wohlstand zu schaffen. Doch man tut sich schwer, den Holz-Reichtum umweltschonend zu nutzen. Von Judith Raupp.
www.sueddeutsche.de/wissen/waldzerstoerung-im-kongo-verloren-im-dschungel-1.966999

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28.06.10
Politikverdrossenheit, Wirtschaftswachstum und Wohlstand
In einem SPIEGEL-Gastbeitrag schreibt der Philosoph und Bestseller-Autor Richard David Precht über das Verhältnis von Politikverdrossenheit, Wohlstand und Wachstum: „Die Entfremdung der Politiker von den Bürgern ist mehr als nur eine Frage von verweigerter Mitbestimmung. Sie ist auch der immer trotzigere Versuch, eine Politik von gestern zu bewahren, in der Form und im Inhalt. Ihren stärksten Ausdruck findet sie in der Ideologie des Wachstums, die glauben machen möchte, dass wir weiterhin die Umwelt zerstören und Ressourcen aufbrauchen müssen, um noch mehr Konsumgüter zu erzeugen. Tatsächlich fördert das Wirtschaftswachstum schon lange nicht mehr den Wohlstand, sondern es ruiniert ihn. Jede neue Autobahn erhöht die Lärmentwicklung, jedes neue Einkaufscenter enteignet den Mittelstand, und die Abwrackprämie bezahlen der Steuerzahler und die Umwelt.“
www.spiegel.de/spiegel/0,1518,703254,00.html

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26.06.10
„Öko-Simulator – Projekt Grün“
Ein Game für eine bessere Welt: Die PC-Simulation „Projekt Grün“ will dem Spieler beibringen, wie sich Wohlstand und eine intakte Umwelt vereinen lassen. Dazu der Hersteller: „Sie bestimmen die nationale Ökologie und Ökonomie! Wählen Sie einen von 7 Kontinenten und verhelfen Sie diesem zu einem aufblühenden und ökologisch vorbildlichen Erdteil zu werden. Führen Sie die Welt in eine grüne Zukunft. Erreichen Sie wichtige ökologische Etappen, während Sie an Ihrem großen Ziel arbeiten, das Sie aber in einer bestimmten Zeit erreicht haben müssen. Möglicherweise werden Sie aber auch einfach aus dem Amt gewählt, wenn die Bevölkerung mit der wirtschaftlichen Situation oder Ihren ökologischen Entscheidung nicht einverstanden ist.“
www.focus.de/digital/games/game-kritik/oeko-simulator-projekt-gruen-umweltschutz-im-computer_aid_523443.html
www.halycon.de/produkte/weitere-games/oeko-simulator---projekt-gruen/216.html

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26.06.10
100 Gründe für die A 100

Die Berliner SPD entscheidet heute über den Ausbau der Autobahn 100. Noch sind nicht alle Delegierten auf dem Parteitag einer Meinung. Die taz leistet gerne Überzeugungsarbeit und erklärt, warum Sozialdemokraten für den Bau sein müssen.
www.taz.de/1/berlin/artikel/1/100-gruende-fuer-die-a-100

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26.06.10
Rückzug auf den Kern der Stadt

Wie sich schrumpfende Städte verändern und was an die Stelle der Leere treten kann, zeigt die Internationale Bauausstellung Stadtumbau 2010. Von Jörg Brauer auf TELEPOLIS.
www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32789/1.html

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25.06.10
Ever daydream about owning your own village?

“Look no further than Otira, a tiny West Coast town in the Southern Alps.” (Press.CO.NZ) In Neuseeland ist für eine Million neuseeländische Dollar ein Dorf  zu verkaufen: 20 Hektar Land, 18 Wohnhäuser und 40 Einwohner.
www.stuff.co.nz/the-press/news/3852182/1-million-wanted-for-Otira-including-the-pub

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24.06.10
Meilenstein zum Schutz des Grünen Bandes: Förderbescheid zum Naturschutzgroßprojekt "Grünes Band Rodachtal - Lange Berge - Steinachtal" übergeben – Presseerklärung BMU
Mit Übergabe des Förderbescheides für das Naturschutzgroßprojekt "Grünes Band Rodachtal - Lange Berge - Steinachtal" zwischen Bayern und Thüringen wurde heute ein wichtiger Schritt zum Erhalt des nationalen Naturerbes am Grünen Band getan. Zusammen mit den Ländern Bayern und Thüringen fördert das Bundesumweltministerium über das Bundesamt für Naturschutz das Grüne Band als lebendiges Mahnmal für die ehemalige Teilung Deutschlands auf einer Länge von rund 127 Kilometern. Das sind fast 10 Prozent des gesamten Grünen Bandes in Deutschland. Zusammen mit dem bereits 2009 in das Förderprogramm aufgenommenen Projekt "am Eichsfeld" wird der Bund seiner besonderen Verantwortung damit auf insgesamt rund 260 Kilometer Länge gerecht.
Ziel des Naturschutzgroßprojektes ist es, naturnahe Abschnitte des Grünen Bandes dauerhaft zu erhalten sowie weitere Bereiche gezielt zu entwickeln, um den Wert als Lebensraum für seltene und oftmals bundesweit gefährdete Arten wiederherzustellen. Zu den wichtigsten Lebensräumen gehören Wälder, Heiden, Magerrasen, Feuchtgrünland und Fließgewässer. Das 10.841 Hektar große Kerngebiet zeichnet sich durch bemerkenswerte Artenvorkommen wie Mopsfledermaus und Raubwürger aus. Auch Edelkrebs und Bachmuschel haben hier ebenso ihren Lebensraum wie die Bunte Schwertlilie und die Kornrade.
Das Projekt wird vom Zweckverband "Grünes Band Rodachtal - Lange Berge - Steinachtal" bestehend aus den Landkreisen Coburg, Kronach, Sonneberg und Hildburghausen umgesetzt. Neben dem Schutz und der Entwicklung wertvoller Biotope geht es bei diesem Vorhaben auch um die modellhafte Verwirklichung eines länderübergreifenden Biotopverbundes.
Für eine erste Förderphase, die zweieinhalb Jahre dauern soll, stellt der Bund 719.000 Euro zur Verfügung. Weitere 143.000 Euro kommen von den Bundesländern Bayern und Thüringen. Der Projektträger beteiligt sich mit 95.000 Euro an den Ausgaben. Ziel dieser Förderphase ist es, die spätere Umsetzung auf eine solide fachliche Grundlage zu stellen. Neben der Erarbeitung eines Pflege- und Entwicklungsplans steht dabei insbesondere die aktive Einbindung und Beteiligung der gesellschaftlichen Gruppen im Mittelpunkt. An die Planungsphase soll sich eine zehnjährige Umsetzungsphase anschließen.
Das "Grüne Band Rodachtal - Lange Berge - Steinachtal" gehört zu derzeit 29 Vorhaben, die der Bund als gesamtstaatlich repräsentative Naturschutzgroßprojekte fördert. Bisher konnten weitere 45 Vorhaben erfolgreich abgeschlossen werden. Mit diesem Förderprogramm unterstützt der Bund seit mehr als 30 Jahren die Bundesländer mit dem Ziel, großflächige und besonders wertvolle Lebensräume für bedrohte Tiere und Pflanzen langfristig zu sichern. Dabei verpflichten sich das jeweils zuständige Bundesland sowie der Projektträger - auch über die begrenzte Bundesförderung hinaus - zu einem nachhaltigen Schutz und einer naturverträglichen Entwicklung des Projektgebietes. Insgesamt wurden seit 1979 über 390 Millionen Euro Bundesmittel für die Sicherung und Entwicklung bundesweit bedeutsamer Landschaftsausschnitte bereitgestellt. Derzeit stehen jährlich 14 Millionen Euro für dieses Förderprogramm zur Verfügung.
www.bmu.de/pressemitteilungen/aktuelle_pressemitteilungen/pm/46164.php

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23.06.10
Küstenschutz in der Bananenrepublik
Bundesrichter Martin L. Feldmann, der Obamas Tiefsee-Bohrstopp aufhob, erzielt Einkünfte aus Transocean-Anteilsscheinen, meldet der GUARDIAN.
www.guardian.co.uk/environment/2010/jun/23/judge-drilling-ban-shares-oil/print
www.judicialwatch.org/jfd/Feldman_Martin_L_C/2008.pdf

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22.06.10
Varese Ligure: Shangri-La in den Apenninen
Grüne Ökonomie mit Bio-Käse und Windkraft, Erhaltung des Landschaftsbildes, Rückbau der Bausünden, Verbesserung des Gemeinschaftslebens, Stärkung der Regionalen Identität – es klingt utopisch.. Doch 30 Kilometer vom Disneyland der Cinque-Terre-Dörfer entfernt, ist die Welt wieder in Ordnung, der Niedergang aufgehalten und bewiesen worden, dass Entwicklung ohne „Gewerbepark“ möglich ist. Die Gemeinde könnte Vorbild .für viele in Europa sein. Also auf nach Varese Ligure!. Der Journalist Andreas Weber ist gleich hingezogen und berichtet darüber auf ZEIT.DE: „Caranza (Bürgermeister in den 1990er Jahren) begriff, dass die Natur der Trumpf des Städtchens ist. Der Respekt vor dem Ursprünglichen und der Tradition würde auch die Gemeinschaft beleben. Und Caranza gelang es, die Anwohner zu überzeugen. Zusammen begannen sie, viele Bausünden zu beseitigen und die Vergangenheit von Varese Ligure freizulegen, dem schmucken mittelalterlichen Handelszentrum am Fuße des Cento-Croci-Passes, der jahrhundertelang wichtigster Transitweg zwischen Küste und Po-Ebene gewesen war. Sie pflasterten die Dorfstraße mit handbehauenem Schiefer, die Tankstelle mitten im Dorf rissen sie ab. Sie tünchten die verschachtelten Mauern in frischem Pastell, orange, ocker, rosé, gelb. Sie gründeten eine Ökomolkerei und eine Biofleischkooperative. Sie bauten eine Kläranlage und einen Recyclinghof. Der unlängst verstorbene Caranza hat es geschafft, zu jedem investierten Euro vier weitere aus den Europa-Töpfen für Regionalentwicklung loszueisen und damit Varese die verlorene Identität wiederzugeben: eine Miniatur-Civitas inmitten berauschender Landschaft. Heute ist das ökologische Wirtschaften zum Schlüssel des ökonomischen Erfolges geworden..  . Die grüne Ökonomie hat zaghaften Wandel gebracht und – anders als jedes Rezept für Wachstum, das mit »Industrieansiedlungen« winkt – vor allem neue Autonomie. Es ist ein Kosmos, der sich selbst genügt – manchmal verschlafen, manchmal engstirnig, aber stets heimelig.“
www.zeit.de/2010/25/Italien-Varese-Ligure
Weitere Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Varese_Ligure
www.comune.vareseligure.sp.it

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22.06.10
Blut und Boden

Für ein größeres Stammesterritorium töten Schimpansen ihre Artgenossen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Universität Michigan, die zehn Jahre lang in Uganda untersuchten, warum sich die Menschenaffen gegenseitig umbringen. (dpa)
http://de.news.yahoo.com/26/20100621/tsc-schimpansen-tten-nachbarn-fr-ein-stc-dd61bdb.htmlwww.heise.de/tp/r4/artikel/32/32828/1.htmlwww.cell.com/current-biology/abstract/S0960-9822%2810%2900459-8

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22.06.10
Colleen Dardagan: Südafrika braucht keine WM

„Zwar haben wir Straßen ausgebessert, neue Flughäfen gebaut, modernste Sicherheitssysteme gekauft, der Fifa zehn Stadien hingestellt, die ihre Auflage erfüllen. Doch kein Mensch spricht darüber, welchen Nutzen der südafrikanische Bürger von dieser Extravaganz namens Fußball-WM ziehen soll.“
Colleen Dardagan ist Redakteurin und WM-Koordinatorin des Mercury, eine der renommiertesten Zeitung Südafrikas.
www.zeit.de/sport/2010-06/fifa-suedafrika-politik-armut

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21.06.10
Bilder von Spaniens Ruinen der Immobilienkrise

Wer durch Spanien fährt – insbesondere durch Küstengegenden im Süden des Landes – begegnet unvollendet gebliebenen Neugebäuden auf Schritt und Tritt: Spätfolgen einer gewaltigen Immobilienblase. 2006 wurden 860.000 Neubau-Wohnungen fertiggestellt, so viele wie nirgendwo sonst in Europa
www.zeit.de/wirtschaft/2010-06/fs-immobilien-spanien

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21.06.10
Stahlwerk mit Schönheitsfehlern

An der Westküste in Rio de Janeiro weihte Präsident Lula da Silva am Freitag ThyssenKrupps modernstes Stahlwerk ein. Proteste von Fischern und Umweltschützern blieben folgenlos, berichtet Gerhard Dilger auf TAZ.DE.
www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/stahlwerk-mit-schoenheitsfehlern

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20.06.10
Wohnlotsen am Wattenmeer

Cuxhaven hat ein Problem: Schon in wenigen Jahren könnte dort jedes vierte Haus leer stehen. Jetzt versucht die Stadt an der Nordsee gegenzusteuern. Neubürger werden kaum kommen, aber es soll zumindest der Bestand gesichert werden, berichtet Rainer Müller auf FAZ-NET.
www.faz.net/s/Rub8E0FC0CD826A4ACA80504FD9153A70F2/
Doc~E3FAF9F5A92744222AD4D0157E8EE34AC~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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19.06.20
Eine Milliarde Menschen sind bedroht
FAO und OECD warnen davor, dass die Lebensmittelknappheit zunimmt, während die Nachfrage in den Schwellenländern steigt und sich der Bedarf an Biotreibstoffen erhöht.
www.freitag.de/politik/1024-eine-milliarde-menschen-sind-bedroht
www.agri-outlook.org/dataoecd/30/35/45450948.pdf

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18.06.10
BUND: Neues Waldgesetz verschenkt Chancen für Natur- und Artenschutz
"Berlin: Für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist das vom Bundestag beschlossene Bundeswaldgesetz eine verschenkte Chance für mehr Natur- und Artenschutz im deutschen Wald. Der Gesetzgeber habe es versäumt, verbindliche und bundesweit gültige Standards der guten fachlichen Praxis festzuschreiben, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. "Das neue Waldgesetz ist nicht geeignet, dem Gemeinwohl Vorrang vor Privatinteressen zu verschaffen", sagte Weiger. Wichtige Aspekte des Waldschutzes wie das Kahlschlagsverbot, der Bodenschutz, die Bestandsverjüngung und der Biotopbaumschutz seien im Gesetz nicht geregelt worden. Damit drohe zwischen den Ländern ein Wettlauf hin zu möglichst niedrigen Waldschutzstandards. "Der Wald ist Lebensraum für hunderttausende Pflanzen- und Tierarten und spielt für den Klimaschutz eine entscheidende Rolle. Bäume und Waldböden sind wichtige CO2-Senken, die bei Kahlschlägen oder boden- und waldschädlichen Holzernten große Mengen Kohlenstoff freisetzen. Der Wald kann seinen unverzichtbaren Beitrag zum Klimaschutz nur leisten, wenn seine ökologisch verträgliche Bewirtschaftung gesetzlich gesichert ist. Diese Chance wurde leider vertan", sagte Weiger. Der BUND rief die Bundesregierung und die Länder auf, endlich das Ziel der Nationalen Biodiversitätsstrategie umzusetzen, großräumige und unzerschnittene Waldgebiete zu erhalten und mindestens fünf Prozent der deutschen Waldfläche dauerhaft der natürlichen Entwicklung zu überlassen. Im öffentlichen Wald sollten mindestens 10 Prozent der Fläche nicht mehr bewirtschaftet werden. Nur dann könne Deutschland glaubwürdig auch auf internationaler Ebene von Entwicklungs- und Schwellenländern mehr Waldschutz fordern. Daher müsse verhindert werden, dass der öffentliche Wald durch den Verkauf an Privatpersonen und Unternehmen zum Spielball privater Investoren werde."
www.bund.net/nc/bundnet/presse/pressemitteilungen/detail/zurueck/
pressemitteilungen/artikel/neues-waldgesetz-verschenkt-chancen-fuer-natur-und-artenschutz/

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18.06.10
Flächenrecycling: Immobilienbranche entdeckt Industriebrachen
Steffen Uttich berichtet auf FAZ.NET, dass das bisher vernachlässigte Geschäft mit Industrieflächen in Bewegung. kommt. Zu verdanken sei das einer Basisarbeit des Analysehauses Bulwien-Gesa. Erstmals würden darin Kategorien festgeschrieben, die eine bessere Vergleichbarkeit von Objekten ermöglichen und Erfolgsmaßstäbe definiert.
Weitere Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%A4chenrecycling
www.difu.de/publikationen/difu-berichte-22001/flaechenrecycling-als-kommunale-aufgabe.html

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17.06.10
Worldday to Combat Desertification
Fast ein Drittel aller landwirtschaftlich nutzbaren Flächen ist von der sogenannten Desertifikation (fortschreitende Wüstenbildung) bedroht. Die Lebensgrundlage von über 1 Milliarde Menschen in mehr als 110 Ländern ist durch anhaltenden Verlust an fruchtbarem Boden gefährdet.
Desertifikation o bezeichnet die Verschlechterung des Bodens in relativ trockenen (ariden, semiariden und trocken subhumiden) Gebieten, die durch unterschiedliche Faktoren einschließlich Klimawandel und menschlicher Aktivitäten herbeigeführt wird. Diese Bodendegradation bewirkt die Ausbreitung bzw. Entstehung von Wüsten oder wüstenähnlichen Verhältnissen. Am heutigen Donnerstag ist der UN-Welttag zur Bekämpfung von Wüstenbildung.
Weitere Infos:
www.focus.de/wissen/wissenschaft/klima/welttag-kampf-gegen-die-verwuestung_aid_520382.html
www.desertifikation.de
http://www.gtz.de/de/themen/9852.htm
http://www.unric.org/de/umwelt/109?showall=1
http://wir-klimaretter.de/nachrichtensep/umwelt-nachrichten/6140-kampf-gegen-wuestenbildung
http://de.wikipedia.org/wiki/Desertifikation

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16.06.10
Deät Lun  bleibt klein aber fein
1721 wurde der natürliche Damm zwischen Hauptinsel und der Düne weggespült. Im April 2008 wurden erste Pläne des Hamburger Bauunternehmers Arne Weber bekannt, die eine großangelegte Neulandgewinnung auf Helgoland vorsehen. Eine etwa 1000 Meter lange Spundwand soll als „Neuer Woal“ demnach das Mittelland mit dem Weststrand der Düne verbinden und damit erstmals seit der Sturmflut 1720/1721 die beiden Inselteile wieder vereinigen. Die Stahlbetonkonstruktion könnte direkt im Felssockel der Insel verankert werden und hätte dadurch festen Halt. Die eigentliche Landgewinnung soll über Spülschiffe erfolgen, die den – nur wenige Meter tiefen – Meeresarm zwischen Hauptinsel und Düne mit Sand aus der Nordsee auffüllen. Gestützt wird der Plan durch eine Machbarkeitsstudie der Technischen Universität Hamburg-Harburg und des Alfred-Wegener-Instituts mit der Biologischen Anstalt Helgoland. Die Landgewinnung wäre laut dieser Studie für 80 Millionen Euro innerhalb von zwei Jahren zu bewerkstelligen. Am 14. Juni 2010 wurde dieses Projekt jedoch nach abschließenden Beratungen endgültig von der zuständigen Lenkungsgruppe unter Vorsitz des Pinneberger Landrats abgelehnt. Der Investor hofft nun auf die Kommunalwahlen im September. (WIKIPEDIA/N-TV).
http://de.wikipedia.org/wiki/Helgoland
www.n-tv.de/reise/Helgoland-bleibt-so-klein-article923604.html
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d0/Helgoland_Vogelperspektive_sx.jpg

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15.06.10
DIW warnt vor Armenvierteln
Die Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland wird größer. Das geht aus einer neuen Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor, wie.Felix Berth und Thomas Öchsner auf SUEDDEUTSCHE.DE berichten. Die Polarisierung der Einkommen könne in vielen Städten zu erheblichen Problemen führen: „Denn die wachsende Zahl ärmerer Menschen sei auf niedrige Mieten angewiesen, die es vor allem in unsanierten Altbaugebieten und unattraktiven Hochhaussiedlungen gebe. Dort würden sich ‚Quartiere herausbilden, denen das Stigma der Armenviertel anhängt’, schreibt der Stadtsoziologe Hartmut Häußermann in der DIW-Studie. Solche Armenviertel seien ‚von Resignation und Zukunftspessimismus geprägt’, was vor allem für die dort aufwachsenden Kinder und Jugendlichen fatal sei.“
www.sueddeutsche.de/geld/einkommensverteilung-grosse-panik-in-der-mittelschicht-1.959333

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14.06.10
Riesige Rohstoffvorkommen in Afghanistan entdeckt
Geahnt haben viele es. Am Hindukusch wird nicht nur die westliche Freiheit verteidigt. Da hatte Herr Köhler Recht, obwohl er es dann doch nichts so gemeint haben wollte. Heute berichtet Christiane Grefe von WELT.DE über einen Artikel in der ONLINE-Ausgabe der „New York Times“, der den wirtschaftlichen Hintergrund des westlichen ‚Engagements’ in Afghanistan offenlegt. Unter Berufung auf US-Regierungsmitarbeiter. berichte die NYT, in dem bitterarmen Land seien bisher unentdeckte Bodenschätze im Wert von einer Billion Dollar gefunden worden. Die Vorkommen von Lithium, Eisen, Kupfer, Kobalt und Gold seien so riesig, dass das verarmte Land zu einem der weltgrößten Bergbauzentren avancieren könnte, (NYT/WELT/gbk)
www.welt.de/politik/ausland/article8034235/Riesige-Rohstoffvorkommen-in-Afghanistan-entdeckt.htmlKlaus Naumann: Kein Interventionsgrund
„Bodenschätze waren kein Kriegs- und Interventionsgrund. Sind sie nun ein Argument dafür, "im Spiel" zu bleiben? Wer die Frage so stellt und damit verkürzt, hat von den geopolitischen Dimensionen des postsowjetischen Greater-Near-East-Konflikts wenig begriffen. Instabilitäten in dieser Großregion, die vom Gaza-Streifen bis nach Kirgistan und Kaschmir (um nur drei Signalbegriffe zu nennen) reicht, schlagen unmittelbar auf die kollektive Sicherheit der Staatengemeinschaft durch. Nichts an diesem desaströsen Setting hat sich durch das Bekanntwerden der afghanischen Bodenschätze verändert - außer der Tatsache, dass Lösungsanstrengungen für die vielfach verzahnten Regionalkonflikte noch dringender geworden sind.“
Klaus Naumann arbeitet als Zeithistoriker im Hamburger Institut für Sozialforschung. Veröffentlichung: "Einsatz ohne Ziel? Die Politikbedürftigkeit des Militärischen" (Hamburger Edition; Bundeszentrale für Politische Bildung).
www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/doku_und_debatte/2761127_Afghanistan-Hatte-Horst-Koehler-doch-Recht.html

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14.06.10
Mitreißend

Christiane Grefe auf ZEIT.DE über zwei neue Studien, die vom skrupellosen Kampf um die wichtigste Ressource der Zukunft – dem Wasser – erzählen: „Das Versiegen der Flüsse ist nur ein Brennpunkt der globalen Wasserkrise. Schon heute haben rund eine Milliarde Menschen kein sauberes Trinkwasser. Doch von Texas bis in den indischen Punjab verursachen ressourcenblinde Siedlungs-, Anbau- und Konsumweisen, übernutzte Grundwasserquellen, Umweltverschmutzung, wachsende Bevölkerung und schließlich der Klimawandel weitere Knappheiten und Krankheiten, Dürren und Fluten.“ Zwei lesenswerte Neuerscheinungen widmen sich dieser vielschichtigen politischen Herausforderung:
Erik Orsenna: Die Zukunft des Wassers
Eine Reise um unsere Welt; C. H. Beck Verlag, München 2010; 319 S., 21,95 €
Petra Dobner: Wasserpolitik
Suhrkamp Verlag, Berlin 2010; 393 S., 14,- €
www.zeit.de/2010/23/L-P-Wasser 

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14.06.10
Broggi: Die Wildnis braucht ihren Raum

Mario Broggi (ehemaliger Direktor der Eidgenössischen Forschungsanstalt Wald, Schnee und Landschaft); „Der Mensch muss Akzeptanz des Unkontrollierten wieder lernen.“ Kanyama Butz sprach mit ihm über die Schwierigkeiten des Menschen mit der Wildnis und fragte, „Weshalb fällt es Menschen so schwer, Wildnis zu akzeptieren?“. Antwort Mario Broggi: Von der humanistischen Seite her gesehen gibt es zwei Welten, eine kontrollierte und eine unkontrollierte. Die kontrollierte Welt ist kultiviert und bewohnt. Die unkontrollierte ist der wilde, dunkle Wald, eben die Wildnis. Man weiß nicht, wer dort lebt, was dort passiert, Sherwood Forrest mit Robin Hood lässt grüßen. Deshalb kann dieser Teil nicht eingeordnet werden und wird eher abgelehnt. Die Wildnis strahlt eine gewisse Unheimlichkeit aus. Umso wichtiger ist die Auseinandersetzung damit, auch als Kulturbeitrag. Aus ethischer Sicht sollte sich der Mensch fragen, ob es wirklich richtig und notwendig ist, überall die Finger im Spiel zu haben und ein Terrain zu hundert Prozent zu kontrollieren. Oder ob es nicht besser ist, gewisse Teile der Natur zurück zu geben, auch mit dem Nichtwissen, was passiert.“
www.neues-deutschland.de/artikel/172981.die-wildnis-braucht-ihren-raum.html

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12.06.10
Gibt es die Natur überhaupt?

Der Gärtner Jakob Augstein beschäftigt sich nicht nicht mit Blumen oder Unkraut, sondern denkt über viel grundlegendere Fragen nach - etwa warum die Natur kein Gleichgewicht kennt
www.freitag.de/alltag/1023-gaertner

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11.06.10
20 Jahre Wildnis: Der Müritz-Nationalpark
107 von den mehr als 2000 Seen Mecklenburg-Vorpommerns liegen im Müritz-Nationalpark. Der insgesamt 318 km² große Nationalpark ist zu 65 Prozent von Wäldern und zu 12 Prozent von Seen bedeckt; acht Prozent des Gebietes sind Moore und sechs Prozent Wiesen und Weiden. Die Fläche wird in der Verordnung über die Festsetzung des Nationalparks ‚Müritz-Nationalpark’  vom 12. September 1990 beschrieben: „Der Müritz-Nationalpark repräsentiert einen wesentlichen Ausschnitt der Mecklenburgischen Seenplatte im Bereich der Städte Neustrelitz und Waren. Er umfasst großflächig waldbestandene Endmoränen-, Sander- und Niederungslandschaften, in denen eine mannigfaltige und häufig noch ursprüngliche Naturausstattung erhalten ist. Lebensgrundlage für die vielen hier noch vorkommenden gefährdeten Pflanzen- und Tierarten und gleichzeitig einen besonderen landschaftlichen Reichtum stellen die vielen Seen und Moore dar. Hohe Bedeutung hat das Gebiet für die Erhaltung einer Reihe in Mitteleuropa überaus gefährdeter Großvogelarten (wie Seeadler, Fischadler, Kranich, Schwarzstorch). Das Territorium ist dünn besiedelt und wird auf Grund geringer Eignung nur in einigen Randgebieten landwirtschaftlich genutzt.“ Es ist ein Paradies für Bieber, Kraniche und Steinadler. Früher gingen hier DDR-Bonzen auf Jagd. Grosse Teile waren für die Bevölkerung tabu. Einen Monat vor dem Ende der DDR nutzte die erste und letzte demokratisch gewählte Regierung die Gunst der Stunde. Heute hat sich die Natur das militärische Sperrgebiet zurückerobert. (Spiegel(WIKI/gbk)
www.spiegel.de/reise/deutschland/0,1518,700176,00.html
Weitere Infos:
http://www.mueritz-nationalpark.de/cms2/MNP_prod/MNP/de/Startseite/index.jsp
http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCritz-Nationalpark
http://mv.juris.de/mv/gesamt/MueritzNatPV_MV.htm#MueritzNatPV_MV_rahmen
www.fr-online.de/in_und_ausland/reise/aktuell/2741828_Ein-Paradies-wird-20-Der-Mueritz-Nationalpark-feiert.html

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10.06.10
Greenpeace zur EU-Nachhaltigkeitsverordnung Biokraftstoffe

„Die neu veröffentlichten EU-Nachhaltigkeitskriterien für "Biosprit" aus Importen bieten kaum Grund zur Freude. Die europäischen Richtlinien bilden die Grundlage für ein Zertifzierungssystem und können weder die Regenwaldabholzung noch den Treibhausgasausstoß angemessen verringern. Immerhin, die Definition Ölpalm-Plantage gleich Wald – wie es ein erster Entwurf der Richlinien vorsah - ist nun passé. Nach einem Sturm der Entrüstung von Umweltverbänden, Menschenrechtsorganisationen und einigen Mitgliedsstaaten hat die EU den absurden Absatz überarbeitet, der nebenbei auch der internationalen Definition von Wald widersprach. Die Nachhaltigkeitsstandards der EU-Kommission sind immer noch zu schwach; damit werden weder Wald noch Orang-Utans gerettet, erklärt Corinna Hölzel, Waldexpertin bei Greenpeace. Sie lassen zentrale Probleme außer Acht: So wird für die ersten Jahre eine Treibhausgaseinsparung von lediglich 35 Prozent vorgeschrieben. Auflagen zum Schutz von Böden, Wasser und Luft fehlen. Torfböden, die bereits ackerbaulich genutzt wurden, können weiterhin in Plantagen umgewandelt werden. Auch soziale Kriterien sucht man vergeblich. Die Klimabilanz der sogenannten Biokraftstoffe erfasst indirekte Landnutzungsänderungen gar nicht erst, obwohl gerade diese Verschiebungseffekte die Urwaldzerstörung vorantreiben: Wenn beispielsweise Ölpalmen oder Soja für Biosprit auf Flächen angebaut werden, die vorher für Rinderweiden oder Tierfutter genutzt wurden, müssen für den Anbau dieser Nutzungsformen zusätzliche Flächen gerodet werden. Das bedeutet mehr CO2-Emissionen, die dem Klima schaden. Das Joint Research Center der EU rechnet vor: Wenn nur ein Prozent des europäischen Biodiesels von indonesischen Torfwäldern stammt, macht dies bereits alle Treibhausgaseinsparungen der EU zunichte. Greenpeace-Analysen zeigen, dass der in Deutschland verkaufte Biodiesel bereits heute zu elf Prozent aus Soja- und zu fast sechs Prozent aus Palmöl besteht - somit trägt er direkt zur Waldvernichtung in Südamerika und Südostasien bei. Berücksichtigt der neue Versuch der Europäischen Komission den ökologischen Fußabdruck des importierten Agrosprits? Corinna Hölzel verneint: Mit den neuen Leitlinien wird trotzdem Palmöldiesel in deutschen Tanks landen, der lediglich auf dem Papier als nachhaltig deklariert ist, befürchtet sie. Greenpeace fordert die EU-Mitgliedsstaaten auf, die Nachhaltigkeitskriterien konsequent nachzubessern und sowohl soziale Kriterien als auch indirekte Landnutzungsänderungen aufzunehmen.“
www.greenpeace.de/themen/klima/nachrichten/
artikel/nachhaltigkeitsverordnung_der_eu_hinkt/

Weitere Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Biokraftstoff
www.erneuerbare-energien.de/inhalt/4593/
Siehe auch:
http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/biokraft-nachv/gesamt.pdf
www.redcert.org
www.iscc-system.orgRöttgen begrüßt Zertifizierung von Biokraftstoffen und flüssiger Biomasse zur Stromerzeugung - Presseerklärung BMU Nr. 086/10
„Die Europäische Kommission hat heute zwei Mitteilungen und eine Entscheidung veröffentlicht, in denen sie die Anforderungen an die Zertifizierung von Biokraftstoffen und Bioenergie aus Pflanzenölen konkretisiert. Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen begrüßt diesen Schritt: "Die Nutzung von Biomasse ist ein zentraler Bestandteil des Ausbaus der erneuerbaren Energien. Nur wenn wir Biomasse verstärkt als Energieträger nutzen, werden wir in Europa die Ziele zum Ausbau der erneuerbaren Energien erreichen. Ich begrüße deshalb außerordentlich, dass Energiekommissar Oettinger heute Kriterien zur nachhaltigen Nutzung von Biomasse vorgelegt hat, anhand derer die Zertifizierung nun europaweit harmonisiert werden soll", so Röttgen. Ein einheitliches Siegel für den umweltverträglichen Anbau von Energiepflanzen werde auch die Akzeptanz der Nutzung von Biomasse weiter vergrößern. Deutschland hat bereits 2009 als erster EU-Mitgliedstaat die europäischen Nachhaltigkeitsanforderungen an Biokraftstoffe und an flüssige Biomasse in deutsches Recht umgesetzt. Biokraftstoffe und Pflanzenöle müssen zukünftig mit Hilfe von Zertifizierungssystemen ihre Nachhaltigkeit beim Anbau und in der Herstellung nachweisen, nur dann können sie auf die Biokraftstoffquote angerechnet werden oder nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert werden. So darf der Anbau von Biomasse für Biokraftstoffe und Pflanzenöle nicht mit der Umwandlung von Flächen mit hohem Kohlenstoffbestand und hoher Biodiversität einhergehen. Zu den geschützten Flächen gehören Naturschutzgebiete, Urwälder, Wälder, Feuchtgebiete und Grasland. Zudem müssen Biokraftstoffe und Pflanzenöle nachweislich mindestens 35 Prozent Treibhausgas-Emissionen gegenüber dem fossilen Kraftstoff einsparen. Deutschland ist Vorreiter bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitszertifizierung. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ist mit der Anerkennung von Zertifizierungssystemen betraut. Die Behörde hat bereits zwei Zertifizierungssysteme und acht Zertifizierungsstellen für die Tätigkeit der Zertifizierung vorläufig anerkannt.“
www.erneuerbare-energien.de/inhalt/46117/4593

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10.06.10
Glück durch 1 730 000 Prozent Steigerung des Wirtschaftswachstums?
Das hält die Erde nicht aus. Marcus Meier für TELEPOLIS im Gespräch mit Angelika Zahrnt (BUND) über Klimagipfel und eine Wirtschaft jenseits des permanenten Wachstums.
Meier: „Die Industrieländer streben ein Wirtschaftswachstum von drei Prozent pro Jahr an. Damit würde sich das Volumen der Wirtschaft binnen hundert Jahren mehr als verneunzehnfachen  Warum gilt das Motto "Wachstum, Wachstum über alles"?“
Angelika Zahrnt: „Dahinter steckt ein Glaube, dass Wirtschaftswachstum alle Probleme lösen wird: Mehr Wohlstand, weniger Arbeitslosigkeit und mehr Glück, weil alle mehr Güter haben. Dieser Glaube an unbegrenztes Wirtschaftswachstum ist noch gar nicht so alt: Er entstand erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch Wirtschaftswachstum führt nicht zu sozialem Ausgleich. Wir haben trotz Wirtschaftswachstum eine vertiefte soziale Spaltung. Man muss eine neue Sozial-, Einkommens- und Umverteilungspolitik machen, um sozialen Ausgleich zu schaffen. Für das zweite Ziel, die Vollbeschäftigung, bräuchte man fünf Prozent Wachstum – und das ist illusorisch.“
www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32774/1.html

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09.06.10
Stadtbegrünung durch vertikale Gärten

Der Franzose Patrick Blanc hat die vertikalen Gärten erfunden. Überall auf der Welt hat er sie installiert, sie gelten als wichtigster Impuls in der Diskussion darüber, wie man die Städte des 21. Jahrhunderts begrünen kann. Ein Artikel von Anke Schipp auf FAZ.NET. www.faz.net/s/RubCD175863466D41BB9A6A93D460B81174/
Doc~EB8D077BF9A684E2D88BB49FE8CF29703~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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07.06.10
Maisfelder mindern Butterqualität
Tanja Busse erklärt auf ZEIT.ONLINE, warum die irische Butter besser als die deutsche ist. In Irland dürfen die Kühe fressen, was sie fressen sollten und wofür ihr Verdauungsapparat gemacht ist … Denn die deutschen Landwirte haben einen großen Teil der Weiden in den vergangenen Jahren umgepflügt, um darauf Getreide und Mais anzubauen. Der Mais wird nach der Ernte im Herbst als Silage haltbar gemacht und das ganze Jahr über an das Milchvieh im Stall verfüttert, Konservenfutter für Kühe.“ Das Futter beeinflusst aber die Zusammensetzung der Milch:
www.zeit.de/2010/21/E-Butter

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06.06.10
UBA fordert Nachhaltigkeits-Check für neue Gesetzesvorhaben
Umweltschädliche Subventionen des Bundes kosten 48 Mrd. Euro pro Jahr
Matthias Brake berichtet über die aktualisierte UBA- Studie "Umweltschädliche Subventionen in Deutschland“. Danach kosteten allein die gelisteten Subventionen im Jahr 2008 48 Mrd. Euro. UBA-Chef Jochen Flasbarth fordert deshalb einen obligatorischen "Nachhaltigkeits-Check" für neue Gesetzesvorhaben, um den entscheidenen Politikern von vornherein bewußt zu machen, welche Umweltschäden, Folgekosten und Klimaauswirkungen durch ihre Pläne ausgelöst würden.
www.heise.de/tp/blogs/2/147755
Weitere Infos:
www.handelsblatt.com/politik/
deutschland/jochen-flasbarth-im-gespraech-
umweltbundesamt-fordert-nachhaltigkeits-check;2593851

www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3780.pdf

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03.06.10
Öl-Angst erreicht Urlaubszentren

„Mit dem Ostzipfel Alabamas und damit praktisch Florida sind die Touristenhochburgen von der schlimmsten Ölpest der US-Geschichte bedroht. Und zu allem Überfluss liegt dort auch der atemberaubend schöne Insel-Naturpark Gulf Islands National Seashore, der sich von Mississippi bis nach West-Florida erstreckt.“
www.focus.de/reisen/reisefuehrer/usa/tid-18494/
florida-oel-angst-erreicht-urlaubszentren_aid_515336.html

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31.06.10
Lacoste: zu Tode saniert
Modedesigner Pierre Cardin hat das halbe Dorf Lacoste im französischen Luberon gekauft und aufwändig renoviert. Doch wohnen will dort niemand. Die angestammten Bürger sind empört. Artikel von Ingrid Müller-Münch auf FR-ONLINE.
www.fr-online.de/top_news/2704655_Reportage-aus-Lacoste-Zu-Tode-saniert.html

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31.05.10
Ist die Menschheit zukunftsfähig?

Nachdenkliches kommt von Volker Braun: »Wenn die Ideen begraben sind / kommen die Knochen raus. / Wie lange hält uns die Erde aus / Und was werden wir die Freiheit nennen«
http://de.wikipedia.org/wiki/Volker_Braun

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30.05.10
Kolumbien: Landübergabe an Siedler gestoppt – eine Meldung der peace brigades international
Afrokolumbianische Gemeinden im Chocó konnten am 18. Mai einen Teilerfolg verbuchen: Das Verfassungsgericht stoppte die Übergabe von Landtiteln an eine Siedlergemeinde, die mehrheitlich aus Betreibern von Ölpalmenplantagen bestand. Die Siedlergemeinde gründete erst im Herbst 2009 einen sogenannten Gemeinderat unbeachtet der Tatsache, dass afrokolumbianische Gemeinschaften 13 Jahre zuvor von illegalen bewaffneten Akteuren von diesem Land vertrieben worden sind. Der Interamerikanische Menschenrechtsgerichtshof unterstützt den Entscheid des Verfassungsgerichtes und hat in den letzten Jahren Schutzmaßnahmen für mehrere Führungspersonen des Rates der afrokolumbianischen Gemeinden angeordnet. Einen Tag nach dem Gerichtsentscheid erließ die Staatsanwaltschaft 23 Haftbefehle gegen Siedler und Plantagenbetreiber. Die Vorwürfe sind mannigfaltig: Illegale Inbesitznahme von Land, Zusammenarbeit mit paramilitärischen Gruppierungen und Vertreibung der lokalen Bevölkerung.“
http://bewegung.taz.de/organisationen/pbi/blogeintrag/kolumbien-landuebergabe-an-siedler-gestoppt

Peace brigades international (pbi) ist eine internationale Friedens- und Menschenrechtsorganisation, die sich seit mehr als zwanzig Jahren erfolgreich für die gewaltfreie Bearbeitung von Konflikten einsetzt.
www.pbi-deutschland.de

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30.05.10
Spanien – das immobile Land
Winand von Petersdorff befasst sich mit den Folgen des Baubooms: „Spaniens Aufschwung der letzten Jahre war vor allem dem Bau zu verdanken. Jetzt lernt das Land gerade, dass man auf Sand gebaut hat. Die Suche nach Ursachen und Schuldigen hat längst begonnen. Auf der Verdächtigenliste stehen die Finanzkrise als solche, Spekulanten ohnehin und Rating-Agenturen wie zuletzt Fitch, die die Kreditwürdigkeit der spanischen Regierung herabstuften von „supergut“ auf immer noch „gut“ www.faz.net/s/Rub3ADB8A210E754E748F42960CC7349BDF/
Doc~E0AF38B6F244745ADA4DF1070659AE3C0~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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29.05.10
China: Ethanol aus Stroh?

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuthers ist China auf dem besten Wege Ethanol aus Zellulose zu gewinnen. Wolfgang Pomrehn hält das zu Recht auf TELEPOLIS für keine besonders gute Idee: „Eine andere Frage ist allerdings, ob es sinnvoll ist, diese Abfälle größtenteils der Landwirtschaft zu entziehen. Schließlich bilden sie eine wichtige Grundlage für die Rückführung von Nährstoffen in die Böden. Neben der Störung der gewachsenen Kreisläufe wäre sicherlich zukünftig ein höherer Kunstdüngerbedarf die Folge. Für die Bauern könnte das durchaus zu einem ökonomischen Problem werden.“
www.heise.de/tp/blogs/2/147719

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28.05.10
"Wir sind Römer, superreiche Römer, wir schlafen in Palästen und bauen die Elbphilharmonie."
Christoph Twickel befasst sich auf SPIEGEL.DE mit der morgen anstehenden Volksbesichtigung der Baustelle. "Was für eine dekadente Stadtentwicklung ist das überhaupt?" fragen die Mitglieder der Hamburger "Recht auf Stadt"-Bewegung.
www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,697396,00.html

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28.05.10
Zerstört die Deutsche Bank Stadtteile von Milwaukee?
Seit einiger Zeit rührt sich in verschiedenen Städten der USA Bürgerprotest gegen Zwangsvollstreckungen und das Verfallenlassen von geräumten Häusern berichtet Helmut Lorscheid auf TELEPOLIS. Im US-Bundesstaat Wisconsin, wo die Deutsche Bank der größte Treuhänder und Eigentümer von zwangsgeräumten Immobilien ist, versucht die Bürgerinitiative "Common Ground" www.commongroundwi.org seit einem halben Jahr vergeblich, ein Treffen mit einem Vertreter der Bank zu erreichen.
www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32696/1.html

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27.05.10
Düsseldorf liegt vor Sydney
Nirgends lebt es sich besser als in Wien – zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Beratungsfirma Mercer (2010 Quality of Living Survey). Drei deutsche Städte schafften es unter die ersten zehn: Düsseldorf (Platz 6), Frankfurt (7) und München (8).
www.zeit.de/reisen/2010-05/staedte-ranking
Weitere Infos:
www.mercer.com/qualityofliving

Quality of living ranking:
Vienna, Austria (1st)
Zurich, Switzerland (2nd)
Geneva, Switzerland (3rd)
Vancouver, Canada (tied 4th)
Auckland, New Zealand (tied 4th)

Eco-city ranking
Calgary, Canada (1st)
Honolulu, United States (2nd)
Ottawa, Canada (tied 3rd)
Helsinki, Finland (tied 3rd)
Wellington, New Zealand (5th)

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26.05.10
Teure Sonntagsbrötchen: Kampagne „für mich. für dich. fürs klima.“
„Wussten Sie schon, dass Ihre Brötchen ganz schön teuer werden, wenn Sie mit dem Auto zum Bäcker fahren? Wenn Ihr Bäcker zwei Kilometer entfernt ist, verbraucht der kalte Motor Ihres Autos bis zu einem Liter Benzin auf Hin- und Rückweg. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad können Sie sich da leicht noch ein paar Extra-Brötchen leisten – und dem Klima über 100 Kilogramm CO2 im Jahr ersparen!“ So die Kampagne  „für mich. für dich. fürs klima.“ des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) mit den 16 Verbraucherzentralen und dem Deutschen Mieterbund (DMB), der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), dem Verkehrsclub Deutschland (VCD), dem Verbraucherservice im Katholischen Deutschen Frauenbund und Germanwatch. Das Netzwerk klärt mit bundesweiten Aktionen über die Chancen jedes Einzelnen beim CO2-Sparen auf. Gegenüber Politik und Wirtschaft vertritt es die Interessen der Verbraucher für einen Klimaschutz ohne Hürden. Ein Schwerpunkt der Kampagne liegt auf dem Thema Mobilität. Mehr als 18 Prozent der deutschen CO2-Emissionen sind auf den Verkehr zurückzuführen.
Nähere Informationen unter:
www.verbraucherfuersklima.de
www.verbraucherfuersklima.de/cps/rde/xbcr/projektklima/
Faltblatt_Kurzstrecke_Broetchenaktion.pdf
 


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25.05.10
Landgewinnung: Auf Sand bauen
Die Helgoländer sollen in einem Referendum entscheiden, ob ein Investor vor der Insel Neuland aufschütten darf. Nach der Vergrößerung soll Helgoland als CO2-freie Gesundheitsinsel vermarktet werden. Auf TAZ.DE berichtet Sven-Michael Veit von dem Vorhaben.
www.taz.de/1/nord/artikel/1/auf-sand-bauen

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24.05.10
Die Hilfe geht an den Menschen vorbei
Kurt Gerhard geht in einem Gastbeitrag für SPIEGEL.ONLINE der Frage nach, warum die Helfer in Afrika versagen: Er gehört zu den Mitbegründern der politischen Initiative "Grundbildung in der Dritten Welt" und des Vereins "Makaranta e.V." zur Förderung der Grundbildung in Afrika. Er ist außerdem Mitinitiator des "Bonner Aufrufs - Für eine andere Entwicklungspolitik!" Sein Beitrag endet zusammenfassend mit den Worten: „Unsere Entwicklungshilfe hat eigene Anstrengungen in Afrika nicht genug gefördert und häufig sogar behindert, weil unsere Hilfe zu wenig subjekt- und zu sehr objektorientiert war. Zu oft stand nicht der Mensch im Mittelpunkt, sondern das Projekt oder das Programm. Dadurch wurde sie zur Hilfe, die am Menschen vorbeigeht. Dieses Verhalten hat große Teile Afrikas in einen würdelosen Zustand versetzt. Das riesige weltweit organisierte Netz von Hilfeagenturen wird sie mit noch so viel Geld nicht daraus befreien. Das wird den Afrikanern nur aus eigener Kraft gelingen.“
www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,694057,00.html
Weitere Infos:
www.solidarity.org/de/3-1-d.pdf
www.makaranta.de/german/mitglieder.html
www.bonner-aufruf.eu 

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22.05.10
Extra-Steuer für Erz-Schürfer

Australien verfügt über die weltweit größten natürlichen Vorkommen an Braunkohle, Blei, Nickel, Silber, Uran und Zink. Nun will die Regierung die Gewinne von Bergbaukonzernen mit einer Sondersteuer von 40 Prozent belegen. Das stoße - so N-TV.DE -  bei Bergbaukonzernen und Wählern auf wenig Gegenliebe, habe jedoch die Unterstützung der OECD.
www.n-tv.de/wirtschaft/OECD-unterstuetzt-Australien-article884965.html

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21.05.10
Bioenergiewüsten
Mathias Brake rechnet in seinem Blog auf TELEPOLIS vor, wie erstaunlich ineffizient Biomasse vom Acker ist: „Ein immer wichtigerer Abnehmer sind dabei Gasversorger, die zu Erdgasqualität aufbereitetes Biogas ihren Gasprodukten beimischen, um auch "Ökotarife" anbieten zu können. Beispielsweise berichtet der Berliner Erdgasversorger Gasag, dass seinem Tarif "GASAG-Bio10" Methan aus der Biogasanlage Rathenow beigemischt wird. Dort werden auf 1.000 Hektar Silage, Getreide und Gülle produziert und damit pro Jahr 44 Mio. Kilowattstunden Biogas ins Erdgasnetz eingespeist. Pro Quadratmeter bedeutet das aber nur einen Ertrag von 4,4 kWh.** Die solare Einstrahlung in der Region beträgt aber rund 1000 kWh/(m²*a). Die Biogasproduktion in immer größerem Umfang verwandelt also, wenn sie nicht gestoppt wird, immer größere Flächen der Landschaft in Bioenergiewüsten.“
www.heise.de/tp/blogs/2/147657

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20.05.10
Golf von Mexiko: Ölteppich in sensiblen Feuchtgebieten angekommen
SPIEGEL.ONLINE berichtet: „Das Marschland ist für seinen Artenreichtum bekannt und schützt die Küste vor Erosion. Darüber hinaus ist es eine wichtige Einnahmequelle: Hier werden Garnelen, Muscheln, Krabben und Fische gezüchtet, die Louisiana zu einem führenden Produzenten von Meeresfrüchten in den USA gemacht haben.“
www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,695793,00.html

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18.05.10
Flexible Stadtplanung: Freibad jetzt, teuer später
Mit ihrem Konzept "Instant Kiez" haben zwei Stuttgarter Studenten die schonende Aufwertung eines 40 Hektar großen Geländes in Berlin-Moabit entworfen - als Zwischenlösung für die Jahrzehnte dauernde Umsetzung des Masterplans. Von Ingeborg Wiensowski.
www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,695258,00.html

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17.05.10
Kalifornien: trockengelegte Agrarwüsten
Mit Kaliforniens Dauerdürre, der Agrarstruktur und dem unmäßigen Wasserbedarf befasst sich Tomasz Konicz auf NEUES-DEUTSCHLAND.DE: „Spätestens dann (Anm.: wenn die Auswirkungen des Klimawandels  zum Tragen kommen) dürfte auch die auf Ertrags- und Profitmaximierung abzielende Agrarstruktur Kaliforniens nicht mehr aufrecht zu erhalten sein, die bereits in der vergangenen Dürre an ihre Grenzen stieß. Die wichtigste Agrarregion des Westküstenstaates, das Central Valley, erlebte in den Dürrejahren milliardenschwere Ernteverluste. In vielen landwirtschaftlich geprägten Gemeinden, die Erwerbslosenquoten von 20 bis 40 Prozent aufwiesen, mussten ab Mitte 2009 Lebensmittelrationen verteilt werden. … Die langfristigen Folgen dieser Agrarstruktur sind zumindest dem amerikanischen Energieminister Steven Chu durchaus geläufig: »Wir schauen auf ein Szenario, wo es keine Landwirtschaft mehr in Kalifornien geben kann. Ich sehe eigentlich auch nicht, wie die Städte am Laufen gehalten werden können«, erklärte Chu kurz nach seiner Amtseinführung gegenüber der »Los Angeles Times«. Dabei spiegelt die Wasserkrise in Kalifornien eine landesweite Tendenz wider, da die USA mit ca. 300 Litern pro Kopf einen sehr hohen durchschnittlichen täglichen Wasserkonsum aufweisen. In den Niederlanden liegt dieser Wert beispielsweise bei nur 130 Litern täglich.“
www.neues-deutschland.de/artikel/171072.atempause-in-der-dauerduerre.html

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15.05.10
Kollaps bleibt Projektentwicklern erspart
Aber eine restriktive Kreditvergabe und die geringe Nachfrage nach Gewerbeflächen haben tiefe Spuren in den Neubauaktivitäten hinterlassen. Ausweichmanöver finden vor allem in Richtung Wohnungsbau statt. Von Steffen Uttich auf FAZ.NET.
www.faz.net/s/Rub5C3A58B4511B49148E54275F4B025915/
Doc~EA3007736D70047AFB2689CB5B2B85B48~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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14.05.10
Zweiradautobahnen

Urlaub mit dem Fahrrad ist längst ein Wirtschaftsfaktor geworden. Kein Wunder, dass auch der Ruf nach Qualitätsnormen für Fahrradwege immer lauter wird. Gerhard Fitzthum wirft jedoch zu Recht auf TAZ.DE die Frage auf, ob Radler wirklich asphaltierte Rollbahnen wollen. Und irgendwie passt diese völlig unnötige Flächenversigelung auch nicht zum Öko-Image des prosperierenden Wirtschaftszweiges „Radtourismus“, oder? Liebe Planer: hört auf mit dem Unfug! Liebe Leute vom ADFC: überarbeitet eure Qualitätsrichtlinien. ‚Rollwiderstand’ wird überschätzt. (gbk)
www.taz.de/4/reise/europa/deutschland/artikelseite/1/asphaltierte-rollbahnen/

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14.05.10
Künstliche Inseln
In der Südsee versinken die Palmeninsel-Staaten mit Mann und Maus. Zwei Regierungschefs haben in Japan um neue, künstliche Inseln gebeten. Sie werden am Äquator durch den Südpazifik schwimmen. Auf jeder sollen bis zu 50.000 Menschen leben – im Einklang der Natur. Martin Kölling erklärt auf WELT ONLINE, wie das gehen soll.
www.welt.de/wissenschaft/article7626519/
Kuenstliche-Inseln-fuer-50-000-Einwohner-geplant.html

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12.05.10
Die begrenzte Tragfähigkeit der Erde ernst nehmen: Leben nach dem Wachstum
Mathias Grevenrath kommentiert Pläne für eine Enquete-Kommission „Wachstum“ auf TAZ.DE: „Wenn sie die richtigen Fragen stellt, wäre solche Enquete auch für die Aktivisten von Attac, die kritischen Wissenschaftler, die politisch Resignierten eine große Herausforderung: sich nüchtern auf die Details der Transformation, auf eine Fortentwicklung der sozialen Demokratie und auf den Staat einzulassen. Wenn die Medien die Arbeit dieser Kommission klug begleiten, dann könnte sie zum organisierenden Zentrum eines "nationalen Ratschlags" werden, zur demokratischen Denkwerkstatt des Großen Wandels.“
www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/leben-nach-dem-wachstum

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12.05.10
Die Bevölkerung schrumpft, die Großstädte boomen
Dazu Florian Rötzer auf TELEPOLIS: Die von vielen erwartete Auflösung der Stadt (Dezentralisierung statt räumlicher Verdichtung) durch den digitalen Urbanismus (virtuelle Weltmetropole), der den räumlichen Ort immer unwichtiger machen sollte, sei nicht eingetreten. Weltweit und auch in Deutschland habe die Stadtbevölkerung zugenommen. Insgesamt würden Großstädte besser verdienende Menschen anziehen. Zwar nehme insgesamt die "soziale Mischung" zu, aber um den Preis der Gentrifizierung, also von homogeneren Bevölkerungen in den Vierteln:
www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32619/1.html

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12.05.10
Tourismusflaute in Montenegro:
Bausünden in Badebuchten
Halbfertige Betonbauten, mangelhafte Infrastruktur, überhöhte Preise: Das Adrialand Montenegro hat sich bei seinen Tourismusplanungen verkalkuliert. Viele Gästehäuser bleiben leer - doch manche Unternehmer hoffen immer noch, speziell reiche Besucher locken zu können. Thomas Brey (dpa) auf SPIEGEL.ONLINE.
www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,694493,00.html

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11.05.10
Artensterben: Vereinte Nationen warnen vor irreversibler Zerstörung von Ökosystemen
Obwohl weltweit Naturschutzgebiete flächenmäßig an Land und Wasser wachsen, reicht dies nicht aus, um bedrohte Tierarten zu schützen. Die Vereinten Nationen warnen vor einer irreversiblen Zerstörung der Artenvielfalt, wenn die Staaten nicht schnell handeln und die Ursachen bekämpfen. Nach dem Global Biodiversity Outlook befinden sich verschiedene natürliche Ökosysteme auf der Kippe. Geht die Zerstörung weiter, dann werde dies den Verlust der Artenvielfalt beschleunigen, so Florian Rötzer auf TELEPOLIS.DE www.heise.de/tp/blogs/8/147597
Im Vorwort des Berichts schreibt der UN-Generalsekretär Ban Ki-moon:
“In 2002, the world's leaders agreed to achieve a significant reduction in the rate of biodiversity loss by 2010. Having reviewed all available evidence, includingnational reports submitted by Parties, this third edition of the Global Biodiversity Outlook concludes that the target has not been met. Moreover, the Outlook warns, the principal pressures leading to biodiversity loss are not just constant but are, in some cases, intensifying. The consequences of this collective failure, if it is not quickly corrected, will be severe for us all. Biodiversity underpins the functioning of the ecosystems on which we depend for food and fresh water, health and recreation, and protection from natural disasters. Its loss also affects us culturally and spiritually. This may be more difficult to quantify, but is nonetheless integral to our well-being. The consequences of this collective failure, if it is not quickly corrected, will be severe for us all. Biodiversity underpins the functioning of the ecosystems on which we depend for food and fresh water, health and recreation, and protection from natural disasters. Its loss also affects us culturally and spiritually. This may be more difficult to quantify, but is nonetheless integral to our well-being. Current trends are bringing us closer to a number of potential tipping points that would catastrophically reduce the capacity of ecosystems to provide these essential services. The poor, who tend to be most immediately dependent on them, would suffer first and most severely. At stake are the principal objectives outlined in the Millennium Development Goals: food security, poverty eradication and a healthier population. The conservation of biodiversity makes a critical contribution to moderating the scale of climate change and reducing its negative impacts by making ecosystems -- and therefore human societies -- more resilient. It is therefore essential that the challenges related to biodiversity and climate change are tackled in a coordinated manner and given equal priority. In several important areas, national and international action to support biodiversity is moving in a positive direction. More land and sea areas are being protected, more countries are fighting the serious threat of invasive alien species, and more money is being set aside for implementing the Convention on Biological Diversity. However, these efforts are too often undermined by conflicting policies. To tackle the root causes of biodiversity loss, we must give it higher priority in all areas of decision-making and in all economic sectors. As this third Global Biodiversity Outlook makes clear, conserving biodiversity cannot be an afterthought once other objectives are addressed - it is the foundation on which many of these objectives are built. We need a new vision for biological diversity for a healthy planet and a sustainable future for humankind.”
Download des gesamten Berichts unter www.cbd.int/gbo/gbo3/doc/GBO3-final-en.pdf

Weitere Infos:
www.fr-online.de/in_und_ausland/wissen_und_bildung/aktuell/2632634_Artensterben-Keine-Zeit-zu-warten.html
http://gbo3.cbd.int/the-outlook/gbo3/foreword/foreword-by-the-united-nations-secretary-general.aspx
www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/warnung-vor-massensterben

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10.05.10
Naturerfahrung und öffentliche Landnutzung: Wild campen in Europa
Nadia Maria Chaar hat für WELT.DE recherchiert, wo man noch wild campen darf: „Europa ist nicht mehr so wildromantisch wie es einmal war“, sagt Stefan Thun, Chefredakteur des Camping-Caravaning-Führers vom ADAC in München. In den allermeisten Ländern ist freies Campen schlicht verboten. Nur in Estland, Lettland und Litauen, Norwegen und Schweden sowie in Irland und Spanien ist es noch erlaubt, Zelte mehrere Nächte in der freien Natur aufzustellen.“
www.welt.de/reise/article7515033/Wo-man-in-Europa-noch-wild-campen-darf.html

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09.05.10
Buchtipp: 100 einzigartige Orte, die schon bald verschwinden könnten

- von Stine Trier Norden, Sören Rud/Co+Life (Hrsg), erschienen im Knesebeck Verlag, München
Nicht nur die Malediven, sondern auch Venedig, Bangkok, New York und Rotterdam, das Mississippi-Delta und viele weitere einzigartige Plätze auf der Welt sind vom Untergang bedroht, wenn die Temperatur unseres Planeten weiterhin ansteigt. Der mit dem Nobelpreis ausgezeichnete IPCC Report (Intergovernmental Panel on Climate Change) hat diese Tatsache in erschreckender Weise dokumentiert. Co+life führt uns nun auf der Basis dieser Studie eine Auswahl von 100 der schönsten Orte auf der ganzen Welt in einem Bildband vor. Die Bilder der besten Fotografen von Getty Image werden begleitet von Texten, die die Geschichte der Plätze und ihre besondere Problematik schildern. Die Bedrohung liegt nicht in einer fernen Zukunft, sondern könnte schon in den nächsten Jahren stattfinden. Menschliche Kulturen würden verschwinden und die wirtschaftliche Basis vieler Bewohner. Muss es so kommen? Nicht, wenn wir die Appelle an die Vernunft des Menschen erhören, die uns dieses Buch auf eindrucksvolle Weise nahebringt.
www.knesebeck-verlag.de/neuheiten/illustrierte-buecher/
populaere-wissenschaft/detailansicht-technik-und-wissenschaft/article/
100-einzigartige-orte-die-schon-bald-verschwinden-koennten/index.html

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07.05.10
Einkaufszentren: Klotzen in Bulgarien
In Osteuropa ist das Planungsrecht noch nicht hieb- und stichfest. Deshalb trumpfen Investoren mit Großprojekten auf, um die Konkurrenz klein zu halten. Das gilt auch für das neue ECE-Center in Sofia. Von Birgit Ochs auf FAZ.NET.
www.faz.net/s/Rub3E00EA1DD23648FD935E8008AA708467/
Doc~E2376CAF5A9224A30933D6EB34B49EF82~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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06.05.10
Arevas Uranförderung stellt immer noch Gefahr für Niger dar
Im Januar hat der französische Atomkonzern Areva versprochen, die Stadt Akokan im Niger von Strahlungsquellen zu befreien. Ein kürzlich herausgegebener Greenpeace-Report zeigt: Die Realität sieht anders aus. Die Strahlung in Luft, Wasser und Boden des Gebiets übertrifft internationale Vorgaben um ein Vielfaches.
www.greenpeace.de/themen/atomkraft/nachrichten/artikel/
arevas_uranfoerderung_stellt_immer_noch_gefahr_fuer_niger_dar/

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06.05.10
Jürgen Rüttgers bekommt virtuellen Besuch: Hunderte Klimaschützer belagern seine Facebook-Seite – Presseerklärung Klima-Allianz

Damit hat Jürgen Rüttgers nicht gerechnet: Hunderte Klimaschützer belagern seit heute 14 Uhr seine Facebook-Seite und kritisieren ihn in ihren Nachrichten und Kommentaren, in den letzten Jahren in NRW nichts für den Klimaschutz getan zu haben. Nur drei Tage vor der NRW-Landtagswahl lassen so viele Menschen ihrem Unmut über die Energiepolitik des amtierenden CDU-Ministerpräsidenten, der weiterhin auf den Klimakiller Kohle setzt, freien Lauf. Initiiert wurde der so genannte Flashmob von der Klima-Allianz, einem breiten gesellschaftlichen Bündnis von insgesamt über 100 Organisationen aus den Bereichen Umwelt, Entwicklung, Kirche, Jugend, Tierschutz, Verbraucherschutz und Gewerkschaften.
Facebook-Nutzer Klaus Kleingeld schreibt: “Klimaschutz sollte ur-eigenstes Interesse der CDU sein. Herr Rüttgers, setzen Sie sich endlich konsequent für den Klimaschutz ein und verzichten Sie auf Kern- und Kohlekraftwerke! Man wird es Ihnen danken.”
Mario Pothen, der ebenfalls das Internet-Netzwerk nutzt: “Keine Neubauten von Klimakillern!” und durch Michaela Stoff ist jetzt auf Rüttgers Facebook-Seite zu lesen: “Klimaschutz in Deutschland: 10 neu geplante Kraftwerke, dabei steht die Tür offen für erneuerbare Energien wie Ökostrom!!!! Wie kann das sein???? Wir haben alle Mittel um erneuerbare Energien zu nutzen. Es ist absolut unverantwortlich, überhaupt noch über den Bau von neuen Kohlekraftwerken nachzudenken!!!!”  Bislang erschienen auf Rüttgers Facebook-Seite belanglose Meldungen über seine Wahlkampftour. Wie viele andere Politiker langweilt auch der (noch) amtierende CDU-Landesvater die Internetgemeinde mit Sätzen wie “Sie sind herzlich eingeladen in die Heinz-Gerlach Halle nach Bad Münstereifel” oder “Mit der CDU Nordrhein-Westfalen unterwegs: Diesmal bei Marie-Luise Fasse im Kreis Wesel II.”
Seite heute Nachmittag jedoch tummeln sich so viele Klima-Aktivisten auf Rüttgers Seite, dass für derlei Belanglosigkeiten kein Platz mehr ist. Am Pranger steht die Klimapolitik der NRW-CDU, die in dem größten Bundesland immer noch unbeirrt am Klimakiller Kohle festhält. Die Folge: Beim Klimaschutz ist Nordrhein-Westfalen Schlusslicht. Während deutschlandweit der Ausstoß von Treibhausgasen sinkt, verharrt er in NRW auf hohem Niveau – fatal für das Klima. Besonders umstritten: Im Dezember letzten Jahres strich die Landesregierungdie Klimaschutz-Vorgaben ersatzlos aus dem Landesentwicklungsgesetz, um das gerichtlich gestoppte E.ON-Kohlekraftwerk zu retten. Nun darf der Energieriese weiter hoffen, seine CO2-Dreckschleuder bauen zu dürfen.
Die Klima-Allianz fordert deshalb ein Klimaschutz-Gesetz für NRW:Nur wenn NRW aktiv Klimaschutz betreibt, können zukunftsfähige Arbeitsplätze geschaffen werdenNur wenn NRW auf neue klimaschädliche Kohlekraftwerke verzichtet, kann die Energiewende gelingenNur wenn NRW als Industrie- und Energieland beim klimaschutz ernst macht, können die deutschen Klimaschutzziele erreicht werdenNur wenn NRW ein Klimaschutzgesetz verabschiedet, bekommt verbindlicher Klimaschutz seinen dringend benötigten Stellenwert.
Alle Informationen zum Klimaschutz-Gesetz für NRW unter:
www.klimaschutzgesetz-nrw.de
www.die-klima-allianz.de/jurgen-ruttgers-bekommt-virtuellen-besuch-hunderte-klimaschutzer-belagern-seine-facebook-seite/3103

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05.05.10
Wüsten der Lausitz: Europas größte Landschaftsbaustelle

In der Lausitz wurden die durch Tagebau zerschundenen Landschaften zu attraktiven Seenketten umgestaltet. Die Internationale Bauausstellung hat bis jetzt den Umbau beraten. Von Edith Kresta auf TAZ.DE
www.taz.de/4/reise/europa/deutschland/artikelseite/1/europas-groesste-landschaftsbaustelle

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05.05.10
Deutsche Ingenieursarbeit – ohne Rücksicht auf Verluste? ECCHR (European Center for Constitutional and Human Rights) reicht Strafanzeige gegen Planungsbüro Lahmeyer International ein - Presseerklärung des ECCHR

"Am 3. Mai 2010 hat das ECCHR eine Strafanzeige gegen zwei leitende Angestellte des Ingenieurbüros Lahmeyer International GmbH bei der Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main eingereicht. Die Lahmeyer International GmbH ist maßgeblich am Bau des Merowe Staudammes im Nordsudan beteiligt. In der Strafanzeige wird den beiden Mitarbeitern vorgeworfen, für die Überflutung von über 30 Dörfern, die Vertreibung von über 4.700 Familien und die Zerstörung ihrer Lebensgrundlage verantwortlich zu sein. Der Merowe Staudammbau im Norden Sudans ist gegenwärtig das größte Wasserkraftprojekt in Afrika. Nach konservativen Schätzungen sind von dem Bau des Staudammes und den damit verbundenen Umsiedlungen rund 40.000 Personen betroffen. Das deutsche Unternehmen Lahmeyer International GmbH hat Bauplanung, Bauüberwachung sowie die Kontrolle der Inbetriebnahme des Staudammes und des Wasserkraftwerkes übernommen. Dabei begann Lahmeyer mit dem Bau des Staudammes, ohne dass - wie in internationalen Standards der Weltbank vorgesehen - die Umsiedlungspläne mit den betroffenen Bevölkerungsgruppen ausgehandelt worden wären. Bis zur Inbetriebnahme der ersten Turbinen des Wasserkraftwerkes am Staudamm konnte die sudanesische Regierung keine Einigung mit den betroffenen Bevölkerungsgruppen erzielen. Sie wurden mit Fortschreiten des Bauprojektes unter der Federführung Lahmeyers vielmehr buchstäblich aus ihren Dörfern geflutet. Schätzungsweise 17.700 Menschen sind von den Überflutungen betroffen: die Ernten wurden ebenso vernichtet wie Nutztiere und sonstiges Hab und Gut. Nach vielen Jahren Erfahrung in zahlreichen Hydropower-Projekten begegnete Lahmeyer International in Merowe nicht zum ersten Mal massiven Schwierigkeiten bei der Umsiedlung; ähnliches geschah in Argentinien (Yacyretá-Projekt), Burma (Ta Sarng-Projekt), China (Xiaolangdi-Staudamm) oder in Äthiopien (Awash III) - Projekte, an denen Lahmeyer beteiligt war. Zwar gibt die Firma an, nicht mit den Umsiedlungen, sondern nur mit der Bauüberwachung betraut gewesen zu sein; dennoch ist sie verpflichtet so zu arbeiten, dass Dritte nicht gefährdet werden. Lahmeyer hatte die vorbereitenden Studien für das Bauprojekt selbst angefertigt und kannte daher das Flutungspotential des Staudammes. Ebenso wusste Lahmeyer, dass viele Betroffene weder vor noch während der Bauarbeiten umgesiedelt worden waren. Es hatte hierzu zahlreiche öffentliche Proteste gegeben. Was die Bauern, die einige Kilometer flussaufwärts im künftigen Stauseegebiet lebten, nicht wussten, war den Verantwortlichen des Unternehmens klar - denn sie hatten alle Vermessungen und Untersuchungen zur Bauplanung übernommen: eine Fortsetzung der Bautätigkeit in den kritischen Phasen des Staudammbaus würde dazuführen, dass die Siedlungen der Bauern überschwemmt werden würden. Auch eine Stellungnahme des UN-Sonderberichterstatters für angemessenes Wohnen, die Lahmeyer explizit zum Baustopp aufforderte, konnte das Unternehmen nicht davon abhalten, den Bau fortzusetzen. Nach Ansicht des ECCHR ist dieser Fall symptomatisch für die Gefahren, die von großen Infrastrukturprojekten für die Menschenrechte ausgehen. Zwar sollen derartige Projekte der Entwicklung des jeweiligen Landes dienen und damit auch der lokalen Bevölkerung zu Gute kommen. Jedoch beachten autoritäre Regime wie das sudanesische unter Präsident Al Bashir bei Planung und Durchführung nur selten die sozialen und ökologischen Auswirkungen für die betroffene Bevölkerung. Im vorliegenden Fall hat das deutsche Unternehmen Lahmeyer das menschenverachtende Vorgehen der sudanesischen Regierung durch rücksichtsloses Betreiben des Bauprojektes verstärkt, was dazu führte, dass mehrere tausend Menschen ihr Obdach und ihren Lebensunterhalt verloren. Für solche eklatanten Verletzungen der Menschenrechte auf adäquates Wohnen und auf Nahrung darf die Mitverantwortung eines deutschen Unternehmens nicht straffrei sein. Die deutsche Justiz ist nach Ansicht des ECCHR hier in der Pflicht."
www.ecchr.de/lahmeyer-fall.html

Weitere Infos:

Das ECCHR
Das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) ist eine gemeinnützige und unabhängige Menschenrechtsorganisation mit Sitz in Berlin. Sie wurde 2007 von einer kleinen Gruppe renommierter Menschenrechtsanwälte gegründet, um die Menschenrechte, die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sowie anderen Menschenrechtsdeklarationen und nationalen Verfassungen garantiert werden, mit juristischen Mitteln zu schützen und durchzusetzen. Dabei fühlen wir uns dem kreativen und effektiven Gebrauch des Rechts als Motor für gesellschaftliche und soziale Veränderungen verpflichtet. Das ECCHR will europäische Menschenrechtsanwälte und Menschenrechtsaktivisten besser vernetzen, um ihr Wissen und ihre Erfahrung im Kampf um Menschenrechte auszutauschen und gemeinsam Strategien über die Grenzen hinweg zu entwickeln.
www.ecchr.de/ueber_ecchr.html

WIKIPEDIA zum Merowe-Staudamm
„Der Merowe-Staudamm, auch Hamdab High Dam ist eine Talsperre in Sudan. Der Staudamm liegt am Nil unterhalb des vierten Kataraktes, etwa 350 bis 400 km nördlich von Khartum nahe der Stadt Karima. …Das Staudamm-Projekt ist umstritten. Vor dem steigenden Wasser des Stausees mussten bereits tausende Menschen fliehen, es wird mit 50.000 gerechnet, die aus dem fruchtbaren Niltal in die unfruchtbare Nubische Wüste umgesiedelt werden müssen (siehe z.B. Dar al-Manasir). Auch archäologische Stätten aus 5.000 Jahren werden oder wurden bereits überflutet. Proteste gegen den Staudamm führten im April 2006 zu mindestens drei Todesopfern. Zwischen August 2006 und Januar 2009 wurde der Stausee eingestaut und 100 Familien mussten ihre Häuser aufgeben, ohne dass eine Information oder Warnung seitens der Behörden erfolgt wäre. Berichten zufolge erhielten die Betroffenen keine Unterstützung nach ihrer Vertreibung, waren zeitweise ohne Nahrung und Unterkunft und wurden teilweise dauerhaft obdachlos. Der UN-Sonderberichterstatter für das Menschenrecht auf angemessenes Wohnen rief deshalb im August 2007 zu einem Baustopp am Merowe- und Kajbar-Staudamm auf, bis eine unabhängige Untersuchung der Vorwürfe durchgeführt werde Anfang Oktober 2008 wurden die Schleusen des Staudamms geschlossen. Ein Teil der lokalen Bevölkerung oberhalb des Damms protestierte weiterhin und versuchte, sich in den Siedlungen gegen das steigende Nilwasser zu schützen. Bereits 30.000 Menschen sollen bisher insgesamt vertrieben worden sein. Im Juli 2008 wurde Ausländern und Journalisten der Zugang zu dem Gebiet untersagt.“ 

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03.05.10
EXPO-Motto: "Bessere Stadt, besseres Leben"

Auf der Expo in Schanghai präsentiert China seine Stärke - und der Rest der Welt Visionen von der Stadt der Zukunft. Die sollten die Führung in Peking auch interessieren. Von Jutta Lietsch auf TAZ.DE: „Die Expo soll Gedankenanstöße geben - und das ist auch dringend nötig. Peking und Schanghai ersticken im Verkehr, und doch werden täglich Tausende von Autos neu zugelassen. Abermillionen Städter produzieren Berge von Müll, viele Deponien sind überfüllt. In den nächsten Jahrzehnten wird es in China immer mehr Millionenstädte geben, schon jetzt sind es mehr als 160. Im Norden und Südwesten Chinas haben die Städte nicht genug Wasser, und trotzdem wird unbeirrt weiter gebaut.“
www.taz.de/1/politik/asien/artikel/1/schaufenster-in-eine-bessere-welt

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02.05.10
Golf von Mexiko: Ölteppich erreicht die Küste der USA

Nach dem Untergang der Ölplattform "Deepwater Horizon" am 22. April hat sich der Ölteppich, gespeist vom steten Strom neuen Öls aus der Tiefe, mittlerweile auf eine Größe von weit über 10.000 Quadratkilometern ausgeweitet. Schneller als erwartet hat das Öl im Golf von Mexiko das Festland erreicht. Das hochsensible Mississippi-Delta ist bedroht – trotz weiträumig ausgelegter Barrieren
www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-04/oelpest-usa
www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,692507,00.html

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29.04.10
Aufteilung der Arktis: Grenze auf zum Plündern

Ein Kommentar von Reinhard Wolff auf TAZ.DE zur Aufteilung der Arktis unter den „Arctic Fife“: „Die Arktisanrainerstaaten sind schlicht dabei, die Naturressourcen der Nordpolarregion untereinander aufzuteilen. Einmischungen von "außen", wie beispielsweise die Forderung von Umweltschutzorganisationen und den Vertretungen der indigenen Völker nach Gremien, Gesetzen und Verträgen zum Schutz ihrer Rechte und der Region, sind da unerwünscht…“
www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/grenze-auf-zum-pluendern
Weitere Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Politischer_Status_der_Arktis
http://de.wikipedia.org/wiki/Arktischer_Rat

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28.04.10
Bald entkommt Monsanto keiner mehr

Unter diesem Titel kommentiert Stephan Börnecke auf FR-ONLINE anlässlich des jüngsten Patentantrages des Agrarriesen Monsanto auf Schweineschnitzel die Patentpolitik des Konzerns: „Die Monsanto-Politik, die von anderen Feldspielern munter nachgeahmt wird, läuft darauf hinaus, nicht nur gentechnische Methoden, sondern die existierende biologische Vielfalt, also auf die Natur, und die konventionelle Tier- und Pflanzenzüchtung zu monopolisieren. Damit entkommt dem Konzern auf Dauer keiner mehr. Die Idee, dass der Bauer auf seinem Hof sein eigener Herr und Züchter ist, wäre damit genauso ad absurdum geführt, wie die Vorstellung, wir hätten im Supermarkt noch die freie Wahl. Haben wir nicht.“ Monsanto erwirtschaftet viel Geld. Nach WIKIPEDIA im letzten Jahr genau 1,724 Mrd US-Dollar. Doch der börsennotierte Konzern mit Sitz in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri und Niederlassungen in 61 Ländern ist so skrupellos wie unersättlich. Es wird Zeit, ihm die rote Karte zu zeigen. Ein erster Schritt wäre die Beseitigung von Unklarheiten im internationalen Patentrecht, die Monsanto immer wieder als Lizenz zum Gelddrucken zu Lasten von Bauern und Verbrauchern ausnutzt. (FR.ONLINE/gbk)
www.fr-online.de/top_news/2591574_Kommentar-zum-Patentrecht-Bald-entkommt-Monsanto-keiner-mehr.html
Weitere Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Monsanto
www.monsanto.de
http://video.google.com/videoplay?docid=-7781121501979693623# („Mit Gift und Genen“)
http://video.google.de/videoplay?docid=7746737223581129999&ei=YXieSdT5EYO22wK5lbCODg&q=arme+sau# 

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28.04.10
Montenegro: Ausverkauf der Küste
Der Balkanstaat ist mit etwa 672.000 Einwohnern und einer Fläche von 13.812km² einer der kleineren Staaten Europas. Hauptwirtschaftzweig ist der Tourismus an der montenegrinischen Küste, die regenreich und stark erdbebengefährdet ist. .Wolf Reiser berichtet auf WELT.DE, man habe im „Affentempo die Hälfte der knapp 300 Kilometer Küste für abenteuerliche Summen an nicht minder abenteuerliche Investoren veräußert. Montenegro boomt, baggert und bebt, als ob es keine Krise gäbe.“ Das Land führe die Tabelle der weltweit am schnellsten wachsenden Reiseziele schon seit Jahren an – mit jährlichen Steigerungsraten der Besucherzahlen von stabilen 30 Prozent.
www.welt.de/reise/article7360802/Montenegro-freut-sich-ueber-Stars-und-Glamour.html
Weitere Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Montenegro
http://de.wikipedia.org/wiki/Montenegrinische_K%C3%BCste

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27.04.10
Geschichte des Klimawandels ist nicht neu zu schreiben: Pressekonferenz des Deutschen Wetterdienstes zum Klimawandel in Deutschland
„Die Geschichte des Klimawandels muss nicht neu geschrieben werden. Der Klimazug hat trotz seiner abwechslungsreichen Reise nach wie vor ein klares Fahrtziel. Er fährt bergauf.“ Dies sagte Wolfgang Kusch, Präsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD), auf der jährlichen Klima-Pressekonferenz des nationalen Wetterdienstes in Berlin. Ein Jahr oder mehrere ohne neue Wärmerekorde seien kein Beleg für ein Ende des Trends zu höheren Temperaturen. „Wir müssen deshalb nach wie vor alle Kraft in die Verringerung der Treibhausgasemissionen stecken und uns heute schon auf die Folgen des Klimawandels einstellen.“ Angesichts dieser Fakten bedauert Kusch, dass die zum Teil berechtigte Kritik an einzelnen Aussagen des Intergovernmental Panel on Climate Change IPCC auch dazu genutzt werde, die nach wie vor zutreffende wissenschaftliche Gesamtschau des Klimawandels in Frage zu stellen. „Hier muss man die Kirche im Dorf lassen. Jeder Fehler ist einer zu viel, muss korrigiert werden. Aber die Bilanz des letzten IPCC-Berichts gilt unverändert: Wir müssen handeln!“ Der Deutsche Wetterdienst wird seinen Beitrag zur Beobachtung und Erforschung des Klimawandels ausbauen. Da man in der alltäglichen Praxis nicht in Jahrhunderten, sondern in überschaubaren Planungszeiträumen denke, wird der DWD mit anderen Forschungseinrichtungen ein Klimavorhersagesystem für die kommenden zehn Jahre entwickeln. Die Bundesbehörde nimmt außerdem 2010 ein Klimarechenzentrum in Betrieb, um ein regionales Klimamodell für Deutschland zu rechnen. Dies zeige: „Der Deutsche Wetterdienst ist die einzige Institution in Deutschland, die einen vollständigen Klima-Service von der Beobachtung bis zur Beratung anbieten kann.“ Ein Eckpfeiler sei das 2009 eingerichtete Klimadatenzentrum (CDC) mit seinen rund 100 Milliarden Klimadaten. Die Daten werden Forschern und interessierten Institutionen online bereitgestellt. Vor wenigen Tagen hat der DWD zudem den „Klimaatlas Deutschland“ ins Internet gestellt. Dieses in Deutschland einzigartige Angebot verknüpft aktuelle Klimadaten mit den Mittelwerten der Vergangenheit und den Projektionen der Klimaforschung bis zum Jahr 2100. Der „Klimaatlas Deutschland“ ist unter www.dwd.de/klimaatlas aufrufbar und wird ständig erweitert.
Klimawandel verändert die Landwirtschaft
Eine wichtige Zielgruppe der Klimaberatung ist die Landwirtschaft. Nach Einschätzung des DWD werden die deutschen Landwirte im Verlauf dieses Jahrhunderts aufgrund steigender Temperaturen zunehmend Wärme liebende Pflanzen einsetzen. Auf die zu erwartenden milden Winter kann mit der Umstellung auf Getreidesorten reagiert werden, die nicht so stark auf einen Kältereiz angewiesen sind. Außerdem sei künftig mit neuen Pflanzenarten wie Hirse oder Sudan-Gras auf den Feldern in Deutschland zu rechnen. Da auch die Winter milder werden, wird der Bodenfrost nicht mehr so tief in den Boden eindringen. Dadurch geht dessen den Boden auflockernde Wirkung zurück. Das senkt die Erträge. Hier zeigt sich laut DWD die Ambivalenz des Klimawandels. Mehr Kohlendioxid in der Atmosphäre und höhere Temperaturen bringen Vorteile beim Wachstum und durch Mehrfachernten in Regionen mit guten Böden und genug Wasser. Der Klimawandel könnte aber zugleich regional auch zu geringeren Erträgen führen. Alle Landwirte müssen künftig auch damit rechnen, dass mildere Winter die Gefahr von Schädlingsbefall erhöhen - eine Herausforderung, auf die sich der Pflanzenschutz vorbereiten muss. Ziemlich sicher könne man laut DWD heute schon sagen, dass die nordeuropäische Landwirtschaft zu den Profiteuren des Klimawandels gehören wird. Der Temperaturanstieg wird dort die Anbaumöglichkeiten stark erweitern. Die südeuropäischen und vermutlich auch die südosteuropäischen Bauern werden dagegen mit weniger Niederschlägen auskommen müssen.
Der Wald in Deutschland wird anders aussehen
Bedrohlich für den deutschen Wald könnten höhere Temperaturen und mildere Winter mit dann mehr Schädlingen wie Borkenkäfern oder Pilzen sein. Der DWD rechnet damit, dass sich Waldbesitzer gegen kritische Witterungseinflüsse und den Klimawandel schützen, indem sie Fichten durch robustere Douglasien und Roteichen sowie für Schädlinge besonders anfällig Monokulturen durch widerstandsfähigeren Mischwald ersetzen. Das habe Folgen: „Der Anblick unserer Wälder wird sich in diesem Jahrhundert deutlich verändern.“
Das Klima in Deutschland im Jahr 2009
Das Jahr 2009 entsprach laut DWD ganz den Vorstellungen vom Klimawandel: Es war wieder zu warm - in Deutschland, in Europa und weltweit. Hierzulande erreichte das vergangene Jahr eine Durchschnittstemperatur von 9,2 Grad Celsius. Damit lag die Jahresmitteltemperatur um 0,9 Grad über dem Wert der internationalen klimatologischen Referenzperiode 1961-90. Das vergangene Jahr war das 13.wärmste seit 1881. In den anderen europäischen Staaten war 2009 ebenfalls wieder wärmer als im statistischen Durchschnitt. Dabei lag der Schwerpunkt der Erwärmung wie im Vorjahr im Osten und Norden Europas. Weltweit lag 2009 auf Rang 5. Zusammengefasst bedeutet das: 2009 brachte zwar keine neuen Rekorde - hat den Erwärmungstrend der vergangenen Jahrzehnte aber klar bestätigt. Ein Blick in das 130 Jahre zurückreichende Klimaarchiv des DWD zeige, dass die Jahresdurchschnittstemperatur in Deutschland seit 1881 um 1,1 Grad gestiegen ist und das Jahrzehnt 2000 bis 2009 in Deutschland - und auch weltweit - die wärmste Dekade seit Beginn flächendeckender Messungen war. Das Archiv des DWD belege auch regionale Unterschiede innerhalb Deutschlands. So zeigt sich seit 1881 eine deutlich stärkere Temperaturzunahme im Westen im Vergleich zum Nordosten. Die Jahresniederschläge nahmen deutschlandweit um elf Prozent zu. In westlichen Ländern waren es bis zu 17 Prozent. In Ostdeutschland wurden nur einstellige Zuwächse beobachtet – in Sachsen sogar ein Rückgang von gut vier Prozent.
www.dwd.de

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Wir bitten um Geduld!
Aktuelles von LANDUSEWATCH.INFO wieder nach unserer
BALEAREN-EXKURSION. Neue Nachrichten Ende April.
Beste Grüsse an alle User
Guido Block-Künzler

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29.03.10
Göttinger Wissenschaftler entwickeln einen „Markt für Artenvielfalt“
Mitarbeiter des Bioplex Projektes, dass gemeinsam von den Universitäten Gießen, Göttingen und Rostock bearbeitet wird, haben einen „Markt für Artenvielfalt“ geschaffen. Das Team vom Forschungs- und Studienzentrum Landwirtschaft und Umwelt der Universität Göttingen hat in mehrjähriger Forschungs- und Entwicklungsarbeit ein System entwickelt, mit dem ar-tenreiches Grünland und Ackerland, dass durch Landwirte bereitgestellt wird, einen Wert be-kommt.
Das Verfahren wurde Ende März dieses Jahres auf der Tagung „Biodiversitätsforschung – Meilensteine zur Nachhaltigkeit“ in Berlin vorgestellt. Die Veranstaltung gab einen Überblick über neun Jahre Forschung im Rahmen des BIOLOG-Programmes des BMBF. Das Bioplex-Projekt war Teil dieses Förderprogrammes und widmete sich mit seiner Göttinger und Rosto-cker Arbeitsgruppe maßgeblich der Entwicklung praxistauglicher Honorierungskonzepte für Artenvielfalt.
Bisher kein Markt für Artenvielfalt
Bisher hatte Biodiversität in der Agrarlandschaft keinen eigenen Wert, weil niemand für diese Artenvielfalt einen Preis bezahlt hat. Dabei ist die Gesellschaft gar nicht zahlungsunwillig. Wie umfangreiche Befragungen ergaben, besteht durchaus eine Zahlungsbereitschaft durch die Bevölkerung. Häufig fehlt es an geeigneten Verfahren und marktähnlichen Zahlungsme-thoden, um Landwirte zur Förderung der Artenvielfalt zu veranlassen. Die bisher üblichen Förderprogramme haben nicht immer den gewünschten Erfolg, so dass ein großer Bedarf für innovative Ideen besteht.
Nur das Ergebnis zählt
Kernelement des entwickelten Verfahrens ist die regionale Nachfrage nach Artenvielfalt, die durch einen Beirat ausgeübt wird. Dieser Beirat repräsentiert die wichtigen Interessengruppen aus Politik, Verwaltungspraxis und Verbänden. Nachdem der Beirat über bevorzugte Elemen-te der Biodiversität entschieden hat, wird diese Nachfrage durch eine Ausschreibung bekannt gemacht. Die Landwirte der Region können dann entscheiden, ob und für welchen Preis sie diese Vielfalt erzielen wollen. Als Maß für Artenvielfalt gilt dabei in der Regel der Pflanzen-artenreichtum. Am Ende zählt nur das Ergebnis, denn nur wenn die vereinbarte Artenzahl, das sogenannte „ökologische Gut“ tatsächlich im Gelände anzutreffen ist. Bei Nichterfüllung braucht die Prämie nicht ausgezahlt zu werden. Den teilnehmenden Landwirten ist weitestgehend freige-stellt, welche Produktionsmethoden sie dabei anwenden wollen. Das Prinzip lautet, dass der standortkundige Bewirtschafter in der Regel selbst sehr gut entscheiden kann, wie die stand-orttypische Vegetation am besten gefördert wird.
Breite Anerkennung
Dieser vorerst noch experimentelle Markt ist bisher in vier Jahren eingerichtet worden. Im Landkreis Northeim als Modellregion stieß das Verfahren auf große Resonanz bei Landwirten mit Grünland und Ackerflächen. Im bisher erfolgreichsten Jahr gingen Gebote über nahezu 300 artenreiche Flächen ein. Der Markt für Artenvielfalt ist geeignet, sowohl von der Land-wirtschaft, von der Fachwissenschaft, als auch von der Gesellschaft anerkannt zu werden.
Neben der Förderung aus Mitteln des BMBF beteiligten sich auch die Deutsche Bundesum-weltstiftung, die Niedersächsische Bingo-Umweltlotterie sowie der Landkreis Northeim an der Entwicklung des Verfahrens.

Kontakt: Universität Göttingen, Forschungs- und Studienzentrum Landwirtschaft und Um-welt, Tel. 0551 / 39 55 37, www.uni-goettingen.de/zlu (Das Northeim-Projekt
http://zlu.agrar.uni-goettingen.de/images/stories/northeim-projekt/pressemitteilung_biolog_tagung.pdf
http://zlu.agrar.uni-goettingen.de/images/stories/pdf/gruenlandflyer_niedrig.pdf

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14.03.10
John Stewart über die Zukunft dieser Welt
„In welche Richtung wird sich die Evolution also bewegen? Aus der derzeitigen Entwicklung auf die Zukunft zu schließen ist zunächst einmal ziemlich einfach: Der nächste große Wandel auf der Erde wird zur Entstehung einer nachhaltigen und kooperativen Weltgesellschaft führen. Wie auf allen anderen Ebenen, so würde eine Kooperation der Weltgesellschaft interne Konflikte und zerstörerische Konkurrenz (einschließlich Krieg und Umweltverschmutzung) zurückdrängen…Der Mainstream in der Biologie hat erst allmählich akzeptiert, dass die Evolution sich in Richtung immer größerer Kooperationen entwickelt. Die vorherrschende Meinung bestand lange Zeit darin, die Evolution bediene sich vielmehr des Egoismus, anstatt der Zusammenarbeit. Dieser Vorbehalt konnte in den vergangenen beiden Jahrzehnten durch unzählige Arbeiten über die Evolution der Zusammenarbeit ausgeräumt und überwunden werden. Kurz gesagt geht aus all diesen Forschungen hervor, dass es zwischen Indivuduen, die eigentlich eigene Ziele verfolgen, zu einer solchen Kooperation kommen wird, wenn sie davon profitieren. Diejenigen, die nicht kooperieren, werden hingegen bestraft. Entscheidend daran ist: Der vermeintliche Konflikt zwischen Egoismus und Zusammenarbeit wird gegenstandslos.“
John Stewart ist Mitglied in der Forschungsgruppe Evolution, Komplexität und Kognition der Universität Brüssel und Autor der Bücher Evolution`s Arrow und The Evolutionary Manifesto . Der Text auf FREITAG.DE, aus dem das obige Zitat stammt, ist eine stark gekürzte Version seines Papers The meaning of life in a developing universe, das sich gegenwärtig in Druck für eine Sonderausgabe des Journals Foundations of Science befindet.
www.freitag.de/wissen/1010-evolution-sinn-leben

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13.03.10
Westerwelle in Brasilien: Unterwegs als Atom-Lobbyist

Richtig ausgerastet soll er sein, als Röttgen seine vagen Pläne für ein vorzeitiges Ende der Kernkraftwerke in Deutschland lancierte. Nun öffnet sich der Schleier. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit setzt sich Westerwelle massiv für die deutsche Atomwirtschaft ein. Gerhard Dilger berichtet auf TAZ.DE über den Export veralteter Technologie in ein Land mit niedrigen Sicherheitsstandards und ohne unabhängige Atomaufsicht. Mitgenommen hat Westerwelle den Geschäftsführer des französisch-deutschen Atomfirma Areva NP (Ulrich Gräber), an der Siemens ein Drittel hält. Der Atommanager erwartet nun, dass der Vertrag über den Weiterbau des AKWs Angra 3 in Brasilien jetzt "schnellstens" unter Dach und Fach gebracht werde. Den Auftrag hatte die schwarz-gelbe Bundesregierung im Januar mit einer Hermesbürgschaft von bis zu 2,5 Milliarden Euro abgesichert.
PS1: Von der Mitnahme eines Solarenergie-Lobbyisten wurde nichts bekannt. Lohnt sich ja auch nicht. Werden doch künftig die Saudis mit dem Großprojekt „Masdar City“ ohnehin den Weltmarkt in Sachen Solarenergie bestimmen. Wozu sich dann noch die Mühe machen, eine künftige wirtschaftliche Großmacht von fortschrittlicher deutscher Technologie zu überzeugen. Da verkauft Westerwelle doch lieber Brückentechnologie, die zu Hause kaum noch jemand will. Außerdem gibt die Solarwirtschaft ihr Geld ja ohnehin vorzugsweise den Grünen, odr? Also sind die Grünen schuld.
PS2: Angra dos Reis liegt im erdbebengefährdeten Küstengebiet zwischen Rio und São Paulo.
(TAZ/gbk)
www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/unterwegs-als-atom-lobbyist

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12.03.10
Ölpalmplantagen: die Wälder von morgen
Für die Palmöl-Monokulturen wird Regenwald gerodet. Nun will die EU-Bürokratie herausgefunden haben, dass damit kein Wald verlorengeht. Eine entsprechende Richtlinie ist in Vorbereitung. Statt Bäumen und anderer Pflanzen wachsen dort eben Millionen Ölpalmen Stamm an Stamm. Folglich soll Palmöl weiterhin in Automotoren und Blockheizkraftwerken verbrannt werden, ohne dass Autobesitzer und Kraftwerksbetreiber deshalb ein schlechtes Umweltgewissen haben müssen. (FOCUS.DE/M.Odenwald/gbk)
www.focus.de/wissen/wissenschaft/wissenschafts-dossiers/tid-17529/energie-boeser-biosprit_aid_488807.html 

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12.03.10
Wie soll Europa die Landwirtschaft fördern?
EU-Abgeordneter der Grünen Martin Häusling im Gespräch mit FR-ONLINE
Auf die Frage von Stefan Börnicke, wie man denn heute noch Agrarhilfen begründen könne, antwortet Häusling: „Wir wollen die Agrarpolitik neu definieren. Also: Was sind die gesellschaftlichen Leistungen, die die Landwirtschaft erbringt? Wie soll Landwirtschaft künftig aussehen und wofür ist die Gesellschaft künftig bereit zu zahlen? Will die Gesellschaft Prämien für Gentechnikanbau für BASF oder Gen-Mais in Spanien zahlen? Oder will sie eine Landwirtschaft, die tiergerecht arbeitet, Böden und Wasser schützt und die Bauern in benachteiligten Regionen fördert? Das muss beantwortet werden.“
www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/doku_und_debatte/2411208_Landwirtschftsexperte-Haeusling-Agrarhilfen-neu-verteilen.html12.03.10
Weitere Infos:
www.martin-haeusling.eu

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12.03.10
Beyond the Green Line: Bebauungsplanung als Eroberungsstrategie
Dazu heute Thomas Pany auf TELEPOLIS: „Kurz nachdem Biden bei seinem Israel-Besuch die Bereitschaft Netanjahus gelobt hatte, den Siedlungsbau zu unterbrechen, wie dies Präsident Obama seit Monaten fordert, wurde er mit der Nachricht konfrontiert, dass der Jerusalemer Bauausschuss soeben den Bau von 1600 neuen Wohnungen in Ramat Shlomo arabischen Ostteil Jerusalems genehmigt hatte… Stimmen jüngste Informationen der israelischen Zeitung Ha'aretz so liegen in den Schubladen der israelischen Behörden Pläne für den Bau von weiteren 50 000 Wohnungen, die in besetzten Gebieten ("beyond the Green Line") in Ost-Jerusalem errichtet werden sollen… Wie ein Mitglied der israelischen NGO Ir Amim erklärt, folgt der Bauplan einer Eroberungsstrategie, die "unmöglich" mit der Lösung des israelisch-palästinensichen Konflikts zu vereinbaren ist:“
www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32242/1.html

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11.03.10
Ökopsychologie: Baum statt Medikament

US-Psychologen propagieren die Heilkraft von Wäldern und Wiesen - und warnen vor psychischen Störungen, wenn Naturerfahrungen fehlen. Doch europäische Experten sind skeptisch. Ein Artikel von Hubertus Breuer.
www.sueddeutsche.de/,ra18m1/wissen/428/505618/text 

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09.03.10
Erdsystemmanagement

Nicht nur das Klima, das ganze Erdsystem braucht Fürsorge. Die Erde soll als Ganzes geschützt werden: "Erdsystemmanagement" heißt das Ziel, das weltweit eine wachsende Zahl von Forschern propagiert. Ein Artikel von Hans Schuh auf ZEIT.DE
www.zeit.de/2010/10/Kommentar-Erdsystem

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07.03.10
Apuliens Zukunft
Sie liege im Tourismus und im Anbau hochwertiger Produkte behauptet Michaela Namuth heute auf TAZ.DE: Frauen erobern die Gastronomie, ziehen Weinreben hoch, treiben Umweltprojekte voran und können endlich Ideen verwirklichen
www.taz.de/4/reise/europa/italien/artikelseite/1/garnelenschwaenze-zu-malvasiner-

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07.03.10
Nachhaltigkeit: Wem gehört die Erde?
Vom Silberbergbau bis »Avatar«: In einer allegorischen Erzählung stellte der sächsische Humanist Paulus Niavis 1492 erstmals die Frage nach dem Recht des Menschen, die Natur zu plündern. Ein Beitrag des Publizisten Ulrich Grober auf ZEIT.DE. Mehr zum Thema in seinem gerade erschienenen Buch »Die Entdeckung der Nachhaltigkeit – Kulturgeschichte eines Begriffs« (Verlag Antje Kunstmann, München; 298 Seiten, 19,90 €).
www.zeit.de/2010/10/A-Erzgebirge 

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07.03.10
Ruhrgebiet plant Ökostadt für 50.000 Menschen

„Nach dem Vorbild von Abu Dhabi will nun auch das Ruhrgebiet eine eigene Ökostadt errichten. Anders als bei den Scheichs soll sie aber nicht von Grund auf neu gebaut werden. Stattdessen dürfen sich Städte der Region bewerben – der Sieger soll dann umgebaut werden.“ Mehr dazu auf WELT.DE.
www.welt.de/wirtschaft/article6670118/Ruhrgebiet-plant-Oekostadt-fuer-50-000-Menschen.html 

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06.03.10
„Töpfer holt die Sonne vom Himmel“

Joachim Wille berichtet auf FR-ONLINE, daß der frühere deutsche Umweltminister und langjährige Chef des UN-Umweltprogramms in Nairobi, Klaus Töpfer (CDU), Berater der Industrieinitiative DESERTEC wird. Er solle seine guten Kontakte zu afrikanischen Ländern und sein Renomee als Vorkämpfer für eine nachhaltige Entwicklung nutzen, um dem Projekt den Weg zu ebnen.
www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/2386780_Desertec-Botschafter-Toepfer-holt-die-Sonne-vom-Himmel.html 

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06.03.10
Masdar City – Die Ökostadt der Ölscheichs

Während hierzulande über Brückentechnologien und Ausstiegsdaten gestritten und gefeilscht wird, schaffen die Ölscheichs Fakten. Bis 2017 soll die erste völlig CO2-neutrale, auto- und abfallfreie Stadt der Welt 17 Kilometer östlich der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate fertig sein und alle 50.000 Bewohner eingezogen. Die ersten Gebäude sind bereits bezugsfertig. Im September soll das Masdar Institute of Science and Technology - die erste Universität der Welt, die sich ausschließlich der Erforschung erneuerbarer Energien und nachhaltigen Wirtschaftens widmet – fertig sein. (WELT.DE/gbk)
www.welt.de/wirtschaft/article6659874/Masdar-City-Die-Oekostadt-der-Oelscheichs.html

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04.03.10
Griechen wollen Inseln nicht verkaufen

Damit Griechenland aus den Schulden rauskommt, haben Politiker von CDU und FDP den Verkauf von unbewohnten griechischen Inseln gefordert. Die Empörung ist groß.
www.welt.de/politik/deutschland/article6653348/Empoerte-Griechen-wollen-Inseln-nicht-verkaufen.html

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04.03.10
Erdrückendes Wachstum: Die Wirtschaft schädigt rücksichtslos die Umwelt. Nun liegt eine erschreckende Rechnung vor
„Weltweit wächst der Druck auf Branchen und Unternehmen, für Schäden, die sie Klima und Umwelt zufügen, selbst aufzukommen. Eine UN-Studie, die voraussichtlich im Juni veröffentlicht werden soll, kommt zu dem Ergebnis: In diesem Fall wären rund 1,6 Billionen Euro pro Jahr fällig. Das Dokument könnte der erste Schritt zu einer konzertierten Aktion sein, die Umweltschäden, die die 3.000 größten Unternehmen weltweit verursachen, genau zu erfassen. Der zweite Schritt dürfte mit dem anstehenden Bericht zum ökonomischen Wert von Ökosystemen und Biodiversität (TEEB) erfolgen, den die Projektgruppe unter Leitung des UN-Sonderberaters Pavan Sukhdev ebenfalls Mitte 2010 herausgeben will. Der Ökonom warnte bereits davor, dass die Weltwirtschaft durch große Umweltschäden bis Mitte des Jahrhunderts um sieben Prozent schrumpfen wird, sollte dieser Entwicklung nicht Einhalt geboten werden.“ Mehr zum Thema auf FREITAG.DE.
www.freitag.de/wochenthema/1009-es-ist-zeit-endlich-aufzuraeumen-wirtschaft-umwelt-wochenthema

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03.03.19
Explore-Berlin-Wiki
Das Explore-Berlin-Wiki ist ein Wiki über Stadterkundung (engl.urban exploration) in und um Berlin; für die Erkundung und Dokumentation verlassener Orte, alter Ruinen und morbider, unzugänglicher oder vergessener urbaner Einrichtungen im Raum Berlin/Brandenburg. Urban Exploration bezeichnet das Erkunden städtischen Raumes. In diesem Sinn stellt jeder Stadtspaziergang ein urbanes Explorieren dar, doch bezeichnet der Begriff ein Erkunden, das über das übliche Maß hinausgeht. Von wirklichem Erkunden kann man doch nur sprechen, wenn das zu Erkundende unbekannt ist. Der "Explorer" erkundet folgerichtig den städtischen Raum, der üblicherweise unbekannt und schwer zugänglich ist.  http://wiki.exploreberlin.de/Explore_Berlin_Wiki:%C3%9Cbersicht
Weitere Infos:
www.freitag.de/alltag/1009-netzgeschichten-google-view-archiv-stadt-geschichte

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26.02.10
10 Jahre für den Wiederaufbau

Das verheerende Unwetter auf Madeira hat nicht nur mehr als 40 Menschen das Leben gekostet, sondern auch Schäden von über einer Milliarde Euro verursacht. Der Städteplaner Danilo Matos warnte davor, sich auf einen Wiederaufbau zu beschränken. "Dann riskiert man, dass sich eine solche Katastrophe wiederholt." www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/ueber-eine-milliarde-euro-schaden/

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26.02.10
Die Aufteilung des "schwarzen Kontinents"

Vor 125 Jahren unterzeichneten die Kolonialmächte die sogenannte Kongoakte, die Grundlage für die Aufteilung Afrikas in Kolonien. Die willkürlich gezogenen Landesgrenzen lasten bis heute als schwere Hypothek auf dem Erdteil und seinen Menschen. Ein Artikel von Alexander Bahar auf ZEIT.DE.
www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32142/1.html

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25.02.10
Doch noch Hoffnung für NSG Biblis: Nur ein bisschen Ausstieg aus dem Ausstieg?
Merkel scheint Röttgens Pläne nun doch zu unterstützen. Im FAZ-Interview erklärte sie, „den Betrieb der deutschen Kernkraftwerke nach wie vor für verantwortbar“ zu halten. Die Förderung regenerativer Energien binnen der letzten zwölf Jahre habe sich allerdings so positiv ausgewirkt, dass „ein Ersetzen der Atomkraft“ viel realistischer geworden sei.
www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/
Doc~ED56689056695487680F4363370341AB6~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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24.02.10
Ölpest: Ist kriminelle Bauspekulation in der Region Mailand der Hintergrund?

Mehrere Millionen Liter Heiz- und Dieselöl sind gestern Tanks der stillgelegten Raffinerie Lombarda Petroli di Villasanta ausgelaufen und in den Po- Zufluss Lambro geflossen. Inzwischen steht zweifelsfrei fest, daß die Ventile geöffnet wurden. Wie die Tagesschau gestern meldete, vermuten italienische Medien Bauspekulation in der Region Mailand hinter der Tat. N24 ergänzt, daß in der Nähe der Raffinerie Großprojekte geplant seien. Denen stand die Anlage wohl im Wege.
www.n24.de/news/newsitem_5876006.html www.welt.de/vermischtes/
article6543964/Eindaemmen-der-Oelpest-am-Po-gescheitert.html


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24.02.10
Bauwut und Profitgier im Tourismussektor: Unwetterkatastrophe auf Madeira menschengemacht

"Ich darf einen Markt, der für uns überlebenswichtig ist, doch nicht zerstören." Der Rechtspopulist Alberto João Jardim ist der am längsten amtierende demokratisch gewählte Regierungschef weltweit. Seit der Nelkenrevolution  wählten ihn die BürgerInnen der autonomen Region Madeira mit schöner Regelmäßigkeit erneut ins Amt. Er hat die Region durch rücksichtslose touristische Infrastrukturentwicklung vom Armenhaus zu einem beliebten Reiseziel gemacht. Auf Kosten der Umwelt standen die Betonmischer nicht still.. Das hat nun über 42 Menschenleben gekostet. "Die Überschwemmungen sind Folge der unzähligen Fehler bei der Besiedlung der Insel", klagt Hélder Spínola von Portugals Umweltschutz-Organisation Quercus. Die vielen Bauten an den Ufern und in Risikogebieten, die illegale Entsorgung von Müll und Bauschütt in Flüssen und zunehmende Bodenversiegelung seien für die nun herrschende Katastrophe mit verantwortlich. Den Regierungschef ficht das nicht an. Alberto João Jardim will so rasch wie möglich zur Tagesordnung zurückzukehren, damit das Image der Insel als Reiseziel nicht leidet. Das wäre fatal. Wie wäre es, wenn Quercus eine eMail-Aktion gegen die Bauwut auf Madeira und für eine nachhaltige Entwicklung starten würde? Schaden würde es nicht.
Quellen:
www.n-tv.de/reise/dossier/Die-Profitgier-toetete-mit-article742484.html
www.n-tv.de/reise/Madeira-sorgt-sich-um-Tourismus-article744859.html
www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/32-menschen-sterben-bei-unwetter/
http://madeira.quercus.pt  

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23.02.10
Bevölkerung im Osten Deutschlands wird besonders schnell zurückgehen und altern Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes
Der Osten Deutschlands wird bis zum Jahr 2060 in viel stärkerem Maße vom Rückgang und der Alterung der Bevölkerung betroffen sein als der Westen: In den neuen Bundesländern (ohne Berlin) werden 2060 rund 37% weniger Menschen als im Jahr 2008 leben und 36% von ihnen werden 65 Jahre und älter sein. Besonders schnell wird diese Entwicklung in den kommenden zwei Jahrzehnten voranschreiten: Bereits um 2030 wird die Bevölkerungszahl in den neuen Ländern um 15% niedriger sein als heute und jeder dritte Einwohner wird 65 Jahre oder älter sein. Dies zeigt eine der beiden Varianten der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung nach Ländern, die das Statistische Bundesamt (Destatis) jetzt in Ergänzung der am 18. November 2009 veröffentlichten Bundesergebnisse vorgelegt hat. Die zwischen den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung liefert vergleichbare Ergebnisse für alle Bundesländer.
Die rapide Alterung wirkt sich in den neuen Ländern nicht nur in der schnell ansteigenden Zahl der Älteren aus, sondern auch im Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials. Die Zahl der Menschen im Erwerbsalter (von 20 bis unter 65 Jahren) wird von 8,0 Millionen (Stand 2008) auf 5,6 Millionen im Jahr 2030 (– 30%) und dann auf 4,0 Millionen im Jahr 2060 (– 50%) zurückgehen. Dementsprechend wird der so genannte Altenquotient – er zeigt wie viele Senioren auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter (hier von 20 bis unter 65 Jahren) entfallen – von heute 37 bis zum Jahr 2030 auf 68 steigen. Seinen höchsten Wert wird der Altenquotient dann im Jahr 2055 mit 82 erreichen und anschließend bis 2060 leicht auf 74 sinken. Zu diesem Rückgang kommt es, weil dann die geburtenschwachen Jahrgänge aus der ersten Hälfte der 1990er Jahre das Alter 65 erreichen.  
Die Bevölkerung in den westlichen Flächenländern wird dagegen bis zum Jahr 2030 um lediglich 4% und bis zum Jahr 2060 um 19% im Vergleich zum Jahr 2008 zurückgehen. Die Einwohnerzahl in den Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin bleibt bis 2030 fast stabil und nimmt dann bis 2060 um 12% ab. Auch in den westlichen Flächenländern und Stadtstaaten wird im Jahr 2060 jeder dritte Einwohner 65 Jahre oder älter sein. Die Alterung und der Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials werden hier jedoch deutlich langsamer verlaufen als in den neuen Ländern. Der Altenquotient wird in den Flächenländern im Westen Deutschlands und in den Stadtstaaten bis 2060 ansteigen, aber auch dann noch niedriger sein als in den neuen Ländern. 
Die hier dargestellten Ergebnisse entsprechen der Variante zur unteren Grenze der „mittleren“ Bevölkerung. Ihr liegen folgende Annahmen zugrunde: eine annähernd konstante zusammengefasste Geburtenziffer von 1,4 Kindern je Frau, eine Zunahme der Lebenserwartung bei Jungen um etwa acht und bei Mädchen um rund sieben Jahre bis 2060 und ein Anstieg des jährlichen Außenwanderungssaldos für Deutschland insgesamt bis zum Jahr 2014 auf 100 000 Personen und anschließende Konstanz bis zum Jahr 2060.
Zur Binnenwanderung wird angenommen, dass der Anteil der Bevölkerung, der in ein anderes Bundesland fortzieht, bis zum Jahr 2020 konstant bleibt und den durchschnittlichen altersspezifischen Fortzugsraten der Jahre 2005 bis 2007 entspricht. Die Zuzüge eines Bundeslandes ergeben sich als Summe der Fortzüge der übrigen 15 Länder in dieses Land. Der Wanderungsverlust der neuen an die alten Länder wird aufgrund der rückläufigen Bevölkerungszahl von aktuell etwa 48 000 auf etwa 14 000 bis zum Jahr 2020 sinken. Zwischen den Jahren 2020 und 2030 nimmt im angewendeten Modell die Intensität der Binnenwanderung ab. Ab dem Jahr 2030 werden keine Binnenwanderungen mehr angesetzt.
Die zweite Variante der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung für die Länder unterscheidet sich von der ersten nur durch die Annahme eines höheren Außenwande­rungssaldos von 200 000 Personen jährlich ab 2020. Sie entspricht der oberen Grenze der „mittleren“ Bevölkerung der Berechnung für Deutschland insgesamt. Zusammen markieren die beiden Varianten die Grenzen eines Korridors, in dem sich die Veränderungen bei Fortsetzung der aktuellen demografischen Entwicklung vollziehen dürften.
Weitere ausführlichen Erläuterungen und Ergebnisse zu Deutschland und zu den Ländern stehen kostenlos im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes zur Verfügung.
Eine vergleichende Darstellung des Altersaufbaus der Länder in Form der Bevölkerungspyramiden kann direkt unter folgender Adresse abgerufen werden:
www.destatis.de/laenderpyramiden/
www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/
Internet/DE/Presse/pm/2010/02/PD10__060__12421,templateId=renderPrint.psml

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23.02.10
Mecklenburg-Vorpommern und die Uckermark als Hamptons für Berliner?
Thomas Pany befasst sich auf TELEPOLIS mit der Meldung des Statistischen Bundesamtes zum Bevölkerungsschwund im Osten:" ‚Mit wenigen Menschen lebt es sich angenehmer’, so die Klage eines Großstadtbewohners, der von seinem Nachbarn mit täglichen Gepolter heimgesucht wird. Er vergleicht die landschaftlich schönen, aber wenig besiedelten Länder im Osten Deutschlands mit den Hamptons, dem Naherholungsgebiet der reicheren New Yorker … Die Gutsbesitzer in der Uckermark würden ihm vielleicht recht geben mit diesem Standortvorteil. Ob der Rest der Ortsansässigen dies auch so sieht, ist nicht bekannt.“
www.heise.de/tp/blogs/3/147134

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21.02.10
Ausstieg aus dem Ausstieg – ein Überblick zum Sachstand
Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat sich erneut dafür ausgesprochen, Atomkraftwerke länger laufen zu lassen.
Er stellte sich damit nicht nur gegen seinen Röttgen, der auf den Atomausstieg dringt sondern auch gegen ein von ihm und Oettinger mitverantwortetes Strategiepapier. Danach ist der Ausstieg aus dem Ausstieg mit vielen offenen und schwierigen juristischen Fragen behaftet. „Schon drei Tage nach der gewonnenen Bundestagswahl schickten die Länderchefs den Parteispitzen das Papier zu. Im Anschreiben heißt es, es bedürfe "umfangreicher rechtlicher Regelungen und Vereinbarungen", damit die Meiler länger am Netz bleiben können.“ Dies berichtete TAZ.DE vor wenigen Tagen.
www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/schwarz-gelb-kennt-die-tuecken
Und gegen Ende der Woche hat sich Merkel von Röttgens moderaten Ausstiegsplänen distanziert.
www.zeit.de/politik/deutschland/2010-02/roettgen-atmo-merkel
Unterdessen nimmt DESSERTEC Gestalt an. In Marokko sollen bald die ersten Solarkraftwerke des Konsortiums entstehen.
www.heise.de/tp/blogs/2/147102
Und schließlich legte am Donnerstag der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) in Berlin die Zahlen der Branche zur Entwicklung der Erneuerbaren Energien im vergangenen Jahr vor. Danach waren die Erneuerbaren auch 2009 auf Wachstumskurs:
www.bee-ev.de/3:441/Meldungen/2010/Erneuerbare-Energien-2009-weiter-auf-Wachstumskurs.html
Schließlich prophezeite gestern der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, im SZ-ONLINE-Interview mit M. Bauchmüller, dass die Kernkraft schon 2020 überflüssig sein könnte:
www.sueddeutsche.de/,ra3l1/wirtschaft/590/503810/text
Auch der Chef des Energiekonzerns E.on, Wulf Bernotat, lehnte Röttgens Zeitplan ab. Wer hätte das erwartet: "Wenn wir strengere Ziele erreichen wollen, reichen acht Jahre mehr wahrscheinlich nicht aus."
Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast kritisierte den Umweltminister in der "Mittelbayerischen Zeitung":"Röttgen hätte gerne, dass wir denken, er wolle einen schnelleren Ausstieg. Aber er kämpft für acht Jahre mehr." http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,679386,00.html
Den Ausstieg aus dem Ausstieg verhindern kann letztlich wohl nur eine Regierungsbeteiligung der GRÜNEN nach der NRW-Wahl im Mai. Die haben nämlich angekündigt, die erforderliche Zustimmung des Landes im Bundesrat zu verweigern. (diverse Quellen/gbk)

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20.02.10
Im Porträt Prof. Dr. Ann-Christin Scheiblauer: Impulse für den Stadtumbau
In Frankfurt sei inzwischen eine ganze Menge in Gang. „Heute gebe es mehr Willen zur Partizipation, suchten Bürger verstärkt Möglichkeit, selbst ein Wort mitzureden.“ Frau Scheiblauer verweist in diesem Zusammenhang auf die zum Umbau anstehende Siedlung Mainfeld in Niederrad. Mit ihren Studenten an der Fachhochschule Frankfurt habe sie sich vorgenommen, in Diplomarbeiten nach Lösungen zu suchen, wie es in diesen Hochhäusern aus den 60er Jahren weitergehen könnte. Matthias Arning porträtiert die Architektib heute auf FR-ONLINE.
www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/frankfurt/2332886_Im-Portraet-Impulse-fuer-den-Stadtumbau.html
Zum Strukturwandel städtischer Öffentlichkeit - eine Veranstaltung des Zentrums Haus am Dom und der Frankfurter Rundschau, Mittwoch, 24. Februar, 19.30 Uhr, im Haus am Dom. 

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19.02.2010
Ecuador: Eine Hoffnung weniger
Mit einem innovativen Projekt wollte Ecuador seinen Regenwald retten: Industrieländer sollten für die Erhaltung zahlen. Jetzt macht der Präsident des Landes einen Rückzieher und will doch nach Erdöl bohren lassen.
www.zeit.de/2010/08/Ecuador

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19.02.10
Kenia: Baustopp für Hotels in Nationalparks
Kenias Regierung will den ungebremsten Ausbau von Lodges und Hotels in den Nationalparks stoppen. Camps und Lodges, die ohne Baugenehmigung in den Nationalparks Massai Mara und Amboseli und deren Umgebung errichtet worden seien, drohe die Schließung. Das sagte Tourismusminister Najib Balala. Ihr Betrieb bedrohe das Überleben der empfindlichen Ökosysteme.
www.n-tv.de/reise/Kenia-will-Bauten-stoppen-article737640.html

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19.02.2010
Uno-Studie: Die 3000 weltgrößten Konzerne haben 2008 Umweltschäden in Höhe von 2,2 Billionen Dollar verursacht.

Die Studie wurde von der Londoner Beratungsgesellschaft Trucost erstellt. Sie wird erst im Sommer veröffentlicht. Mehr als die Hälfte der berechneten Kosten wird durch den Klimawandel verursacht, der durch Treibhausgase entsteht.
www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,678963,00.html

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18.02.10
Erneuerbare Energien 2009 weiter auf Wachstumskurs /
BEE: Fortschritte im Wärmemarkt jetzt beschleunigen - Presseerklärung
Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) hat heute in Berlin die Zahlen der Branche zur Entwicklung der Erneuerbaren Energien im vergangenen Jahr vorgelegt. Danach waren die Erneuerbaren auch 2009 auf Wachstumskurs: Die Energiebereit­stellung stieg gegenüber dem Vorjahr um 10,8 Milliarden Kilowattstunden (kWh). Damit erreichten die Erneuerbaren insgesamt einen Anteil am Endenergieverbrauch von 10,6 Prozent (2008: 9,5 %), mehr als jede zehnte in Deutschland verbrauchte Kilowattstunde stammte also aus regenerativen Quellen. Die Erneuerbaren Energien haben allein im vergangenen Jahr rund 112 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent vermieden und damit die Volkswirtschaft um 8 Mrd. Euro externer Kosten für Umwelt- und Gesundheitsschäden entlastet. Zudem konnten Importe fossiler Brennstoffe im Gegenwert von 6,4 Mrd. Euro vermieden und stattdessen die heimische Wertschöpfung gestärkt werden. „Trotz der schwierigen Bedingungen durch die weltweite Wirtschaftskrise haben die Unternehmen der Branche investiert und den Anteil der Erneuerbaren Energien weiter erhöht. Das bedeutet einen hohen Nutzen für Arbeitsmarkt, Klimaschutz und Volkswirt­schaft. Diese positive Gesamtentwicklung muss die Politik in Bund und Ländern jetzt weiter vorantreiben und bestehende Hemmnisse abbauen“, erklärte BEE-Geschäfts­führer Björn Klusmann bei der Veröffentlichung der Zahlen. Besonders stark haben die Erneuerbaren Energien im Wärmesektor zugelegt. Hier stieg ihr Anteil auf 9,6 Prozent gegenüber 7,9 Prozent im Vorjahr. Das entspricht einer Zunahme in der Wärmeerzeugung von 110,7 auf 125,3 Mrd. kWh. „Die Zahlen zur Erneuerbaren Wärme sind zunächst einmal sehr erfreulich. Doch sie täuschen über eine gefährliche Trendwende hinweg: Im zweiten Halbjahr 2009 ist der Absatz von Anlagen der regenerativen Wärmeerzeugung regelrecht eingebrochen“, berichtete Karl-Heinz Stawiarski, Geschäftsführer des Bundesverbandes Wärmepumpe und Sprecher der AG Wärme im BEE. Die Politik müsse deshalb für den Wärmemarkt dringend zusätzliche Anstrengungen unternehmen. „Gemeinsam mit der deutschen Heizungswirtschaft fordern wir die Bundesregierung auf, die Erneuerungsquote von Heizungsanlagen durch geeignete Maßnahmen mindestens zu verdoppeln und ausreichend finanzielle Anreize für den Einbau regenerativer Heiz­systeme zu bieten“, sagte Stawiarski. Dafür müssten u.a. wirksame Energiestandards geschaffen, das Marktanreizprogramm deutlich aufgestockt und eine Informations­kampagne gestartet werden. Wegen stark unterdurchschnittlicher Windverhältnisse blieb die insgesamt regenerativ erzeugte Strommenge im Jahr 2009 mit 93,3 Mrd. kWh etwa auf gleichem Niveau wie 2008. Der relative Anteil stieg wegen des gesunkenen Stromverbrauchs dennoch auf 16,1 Prozent (2008: 15,1 %). Die installierte Leistung in den Bereichen Wind, Sonne, Wasser, Bioenergie und Geothermie stieg 2009 zusammengenommen um rund 5400 MW. „Damit liegt der Ausbau der Erzeugungskapazitäten voll im Plan unserer Branchenprognose“, konstatierte BEE-Geschäftsführer Klusmann. Diese gehe davon aus, dass die Erneuerbaren Energien 2020 bereits 47 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland decken. „Eine Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke ist daher ebenso wie der Bau zusätzlicher Kohlekraftwerke nicht nur unnötig, sondern in erheblichem Maße kontraproduktiv.“ Ebenso trage die geplante Kürzung der Vergütung für Solarstrom zur Verunsicherung der gesamten Erneuerbaren-Branche bei. Sie stelle die Investitionssicherheit massiv in Frage. „Wir appellieren daher an Regierung und Parlament, Kürzungen mit Augenmaß vorzunehmen und die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Solarunternehmen nicht aufs Spiel zu setzen“, sagte Klusmann. Im Verkehrssektor hat sich 2009 die schlechte Entwicklung des Vorjahres fortgesetzt. Der Einsatz von Biokraftstoffen war weiter rückläufig, so dass nur noch ein Anteil von 5,4 Prozent Erneuerbarer Energie im Verkehrssektor eingesetzt wurde. Das entspricht einer Energiemenge von 33,8 Mrd. kWh (2008: 36,7 Mrd. kWh). Klusmann: „Unsere War­nungen haben sich im Verkehrssektor leider vollständig bewahrheitet. Die kurzfristige Verschlechterung der politischen Rahmenbedingungen hat innovative Unternehmen der deutschen Biokraftstoffbranche in die Insolvenz getrieben und im Gegenzug den Anteil fossilen Öls im Verkehr wieder erhöht.“ Der notwendige Neustart in der Biokraftstoffpolitik stehe nach wie vor aus. Von der im Koalitionsvertrag von Union und FDP versprochenen schnellen Wiederbelebung des Reinkraftstoffmarktes sei bisher noch nichts zu erkennen. „Den aufgeschriebenen Worten müssen jetzt Taten folgen, um auch im Verkehrssektor die Energiewende voranzutreiben“, verlangte Klusmann.
E-Mail: presse@bee-ev.de
www.bee-ev.de/3:441/Meldungen/2010/Erneuerbare-Energien-2009-weiter-auf-Wachstumskurs.html

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19.02.10
Bekämpfung des Welthungers war Gestern: Schamlosigkeit statt globaler Strukturpolitik
Entwicklungspolitik und Globalisierung sind Themen, die angesichts der – auch militärisch kaum zu haltenden – Festung Europa ganz oben auf der Agenda der Regierenden in diesem Land stehen sollten. Vieles ist in der Vergangenheit in Sachen Entwicklungshilfe schief gelaufen. Daß es noch ärger kommen könnte, konnte sich bis dato wohl niemand vorstellen: Das BMZ verkommt zur Versorgungsanstalt von Parteigenossen und Bundeswehrkumpels. Die von Ressortchef Dirk Niebel (FDP) geplante Berufung des FDP-Militärexperten, Oberst Friedel Eggelmeyer, zum Abteilungsleiter im Entwicklungsministerium (BMZ) stößt auf Widerstand in allen anderen Parteien. Steven Geyer stellt ein Meinungsbild auf FR-ONLINE zusammen:
"Niebel mache sein Ministerium "in schamloser Art und Weise zu einem Auffangbecken für alte FDP-Freunde und Bundeswehr-Kameraden."( Claudia Roth/GRÜNE)
Auch die CSU mahnt an, dass es "auch in anderen Regierungsparteien gute Entwicklungspolitiker gibt" (Dagmar Wöhrl/CSU).
"Mit seiner Personalpolitik entwickelt sich Niebel zum Rambo der Entwicklungszusammenarbeit …Soldaten sind keine Entwicklungshelfer und deshalb hat ein Oberst im Ministerium nichts verloren." (Heike Hänsel/DIE LINKE)
„Erst holt Reservist Niebel verdiente Parteisoldaten ins BMZ, jetzt kommen die richtigen Soldaten … Es ist unerträglich, wie im BMZ derzeit Versorgungsposten geschaffen werden …Landser-Käppi auf und ab nach Afrika – das ist Kolonialstil vergangener Tage und hat nichts mit moderner Entwicklungsarbeit zu tun." (Sascha Raabe/SPD).
Im Grunde ist Niebels Personalpolitik ein Fall für die Staatsanwaltschaft. Leider ist die Veruntreuung von Steuergeldern nicht strafbar. Schade. In der Bundeswehr gibt es seit Abschaffung des Kadavergehorsams die schöne Sitte, offensichtlich unzurechnungsfähigen Vorgesetzten Befehle erteilen zu dürfen: Grüße vom Fahnenjunker an den Kompaniechef: Stillgestanden. Abtreten! (FR-ONLINE/gbk)
www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2328173_Jetzt-auch-in-der-Union-Experten-gegen-Niebels-Oberst.html

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18.02.10
Windräder und der Erhalt des Landschaftsbildes
Es ist schon merkwürdig: wenn es um ein paar Windkrafträder geht, spielt die Erhaltung des Landschaftsbildes im konservativen (man beachte die spätrömischdekadente Wortbedeutung) Lager eine tragende Rolle. Der Ausbau der Regionalflughafens Kassel-Calden und der B 49 sowie andere von der CDU/FDP-Landesregierung massiv vorangetriebene Projekte sind offensichtlich landschaftspflegerische Maßnahmen. Zwischen Bergen-Enkheim und Maintal planen die Anlagenbauer der hessischen Renertec GmbH die Errichtung von vier Windkraftanlagen - den ersten auf Frankfurter Gebiet. Und schon ist wieder Teufel los. Daniel Majic berichtet auf FR-ONLINE über den Konflikt. Danach haben die Anlagenbauer im Bergen-Enkheimer Ortsvorsteher Helmut Ulshöfer (Grüne) auch einen Verbündeten: "Wir Grünen glauben, dass die ökologischen Vorteile die Nachteile überwiegen." Denjenigen, die eine "Verschandelung" der Landschaft befürchten, empfehle Ulshöfer einen Spaziergang entlang der Hohen Straße. "Über die jahrzehntealten Strommasten regt sich niemand auf, aber vier Windräder sind auf einmal ein Schock für die Kulturlandschaft." wird er von Majic zitiert.
PS: Der Berger Rücken war als Vorrangfläche für die Aufstellung von Windkraftanlagen ursprünglich im Entwurf des regionalen Flächennutzungsplans vorgesehen. Auf Betreiben der CDU-FDP-Mehrheit im Planungsverband Ballungsraum Rhein-Main wurde ihre Zahl von 66 auf acht zusammengestrichen. Da dies einer gerichtlichen Prüfung nicht standgehalten hätte, strich die Mehrheit diese Flächen im letzten November ganz aus dem Plan. Jetzt dürfen Windkraftanlagen überall dort gebaut werden, wo bau- oder umweltrechtliche Vorschriften (BImSchG, TA Lärm) diesen Anlagen nicht entgegenstehen. (FR/gbk)
www.fr-online.de/top_news/2323729_Neue-Energien-in-Frankfurt-Windraeder-auf-dem-Ruecken.html

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17.02.10
Kanaren - Inseln der Umweltsünder
Film von Johannes Höflich und Jo Angerer heute 20.15 Uhr auf 3Sat

„Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote: Für Millionen Deutsche sind die Kanarischen Inseln das Top-Urlaubsziel. Dort wird alles geboten, Animation im Hotel und deutsches Bier am Strand inklusive. Doch die Kanaren haben auch eine andere Seite. Wenige Kilometer hinter dem Strand, im Landesinneren, kann man fast unberührte Landschaften finden. Dorthin verirren sich nur wenige Touristen. Doch das Paradies ist trotzdem bedroht: Nach wie vor werden Hotels mitten in Naturschutzgebieten gebaut und renoviert - vielfach illegal und ohne Baugenehmigung. Mitunter schreitet die spanische Justiz ein, doch bewirkt hat sie kaum etwas. Zu mächtig sind Hotelbesitzer und Bauunternehmer. Deutsche Tourismuskonzerne verdienen oftmals mit. Naturattraktionen wie der Nationalpark am Teide, dem höchsten Berg Spaniens, vermüllen zunehmend. Zahllose Trekking-Touristen lassen ihren Abfall einfach am Wegrand liegen. Giftige Abwässer aus mangelhaften Kläranlagen zerstören außerdem die empfindliche Unterwasserwelt.
Die zweiteilige Reportage "Bedrohte Paradiese" stellt Inseln vor, die als Paradies gelten, vom Mensch aber immer weiter zerstört werden. In der zweiten Folge dokumentieren Johannes Höflich und Jo Angerer zusammen mit dem renommierten Meeresbiologen Robert Hofrichter die bedrohte Umwelt auf den Kanarischen Inseln. Sie sprechen mit einheimischen Umweltschützern, die oftmals auf verlorenem Posten gegen gigantische Wirtschaftsinteressen kämpfen, und konfrontieren deutsche Reiseveranstalter mit den Folgen des Massentourismus.
Als nächsten Beitrag der Themenwoche "Naturwunder" zeigt 3sat am Donnerstag, 18. Februar, um 20.15 Uhr die Dokumentation "Neuseelands Fjorde".www.3sat.de
Weitere Infos:
www.landusewatch.info/40573/40878.html (Lanzarote)

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17.02.10
Versprochen, gehalten
Wir erinnern uns: rhe Niebel Minister wurde, wollte er das Ministerium abschaffen, dem er nun vorsteht. Unterm Strich scheint ihm die Einlösung des Wahlversprechens dennoch gelungen zu sein. „Die OECD rügt Deutschlands geringes Engagement in der Entwicklunghilfe. Kein Wunder: Minister Niebel hat die besten Fachkräfte aus seinem Haus geworfen … Der personelle Kahlschlag, den Niebel seit Herbst vollzogen hat, ist beispiellos. Die Leitungsebene des Hauses hat Niebel mit fast durchweg unerfahrenen Parteileuten besetzt. …… Niebels Motto lautet ‚Loyalität kommt vor Fachlichkeit’ “ Gordon Repinski rechet heute auf TAZ.DE mit Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel ab. Entwicklungshilfepolitik finde nicht statt: „Große Linien wie die von Vorgängerin Heidemarie-Wieczorek-Zeul geprägte Idee der ‚globalen Strukturpolitik’ sind nicht zu erkennen. ‚Er geht mit der Entwicklungspolitik um, als würde er sie abschaffen wollen’, sagt die SPD-Politikerin Kofler.“
www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/oecd-ruegt-deutsche-entwicklungshilfe

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17.02.10
"Italien rutscht" titeln italienische Blätter
"Was wir jetzt vor Augen haben, hat aber recht wenig mit der Natur zu tun", erklärt Massimo Gargano von der nationalen Vereinigung für Entwässerung der römischen Tageszeitung "La Repubblica". Die wilde Urbanisierung habe sich in das Land gefressen, der Boden nehme Wasser nicht mehr auf, so dass es mit hoher Geschwindigkeit "wie auf einer Eisbahn abfließt", sagt Gargano. Hinzu komme, daß der Klimawandel Regenfälle in schwere Wolkenbrüche verwandle. N-TV berichtet über die Berichterstattung in Italien
www.n-tv.de/panorama/Ursachenforschung-in-Kalabrien-article732550.html

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17.02.10
Pakt mit dem Teufel: Obama setzt auf Atomkraft
"Yes we can." Thomas Pany berichtet auf TELEPOLIS über den merkwürdigen Sinneswandel. Im Wahlkampf habe Obama gesagt, dass der Bau neuer Reaktoren erst in Frage käme, wenn Sicherheitsprobleme der Atommüllentsorgung geklärt seien. Sind sie aber nicht. Beobachter sähen – so Pany - in den jüngsten Atomenergie-Ankündigungen Obamas einen taktischen Zug, der sich um die Gunst von atomenergiefreundlichen Republikanern bemühe um unter anderem sein Klimaschutzgesetz durchzubringen.
www.heise.de/tp/blogs/2/147088

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16.02.10
Lula - auch nur ein Genosse der Bosse?
Seit September 2006 baut ThyssenKrupp zusammen mit dem brasilianischen Bergbaukonzern Vale an einem riesigen Stahlwerk der Companhia Siderúrgica do Atlântico (CSA) in der Bucht von Sepetiba. (Bundesstaat Rio de Janeiro). ThyssenKrupp hält 73 Prozent an der CSA. Was von Lulas Regierung als industrielle Großtat gefeiert wird, bezeichnen Menschen aus der Region als Bedrohung der wirtschaftlichen Existenz von rund 8.000 Fischern. Ein Bericht von Helmut Lorscheid auf TELEPOLIS.
www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32092/1.html

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16.02.10
2000 Euro pro Hektar: Haste mal 'nen See?
Was im Westen kaum bekannt ist, sorgt insbesondere in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern für Entsetzen: Der Bund verkauft über die Bodenverwertungs- und –verwaltungs GmbH BVVG (Motto: „Land zum Leben“) alle Seen, Tümpel und Teiche in Ostdeutschland, die 1945/1946 verstaatlicht und später Volkseigentum der DDR wurden. Insgesamt geht es um eine Fläche von 25000 Hektar. 10.000 Hektar Gewässer sind schon privatisiert. Im Angebot sind auch Wiesen, Äcker, Waldflächen, Baugrundstücke und Häuser. Bürgermeister, Dorfbewohner, Naturschützer und Angler wehren sich. Mehr als 100000 Unterschriften gegen die Verkäufe sind gesammelt und liegen beim Petitionsausschuss des Bundestages vor. Auch Till Backhaus, der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, wendet sich im Interview mit FR-ONLINE gegen den Ausverkauf ostdeutscher Landschaften: „Seen sollten Gemeinschaftseigentum bleiben. Wasser ist Leben, Wasser ist ein wichtiges Lebensmittel. Es ist für die Perspektive der Menschen einfach von großer Bedeutung. Ich halte es für notwendig, dass unsere Seen weiter in öffentlichem Besitz bleiben.“ Bernhard Honnigfort berichtet heute auf FR-ONLINE über den Mellensee. Der einzige See des gleichnamigen Dorfes ist bei der BVVG zum Schnäppchenpreis von 440.000 Euro im Angebot.
www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2319798_Entsetzen-in-Ostdeutschland-Haste-mal-nen-See.html
Weitere Infos:
www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2319894_Interview-mit-Till-Backhaus-Kann-den-Zorn-der-Leute-verstehen.html
www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2319835_Seen-Verkauf-in-Ostdeutschland-Merkels-Reste-Rampe.html
www.gemeinde-am-mellensee.de
www.bvvg.de
www.naturfreunde-brandenburg.de/text/UmweltbriefeSeite10.pdf
http://commonsblog.wordpress.com/2009/07/21/onlinepetition-gegen-gewasserprivatisierung

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15.02.10
Wenn der Bürgermeister die Bulldozer schickt
Mitten im Winter lässt Moskaus Bürgermeister Luschkow rabiat eine alte Datschensiedlung abreißen. Offiziell heißt es, dort solle ein Park entstehen - die Bewohner vermuten jedoch, dass die Behörden es auf das Bauland abgesehen haben. Bei seiner Gründung 1957 lag Retschnik noch im Moskauer Umland, inzwischen hat die boomende Metropole das Dörfchen umwuchert. Aus Moskau berichtet Friedhelm Weinberg für SPIEGEL.DE.
www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,677248,00.html

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14.02.10
Valentinsland Kenia
Kenia ist das Land, wo unsere Rosen zum Valentins- und Muttertag blühen. Sie tun das übers ganze Jahr ohne energieaufwändige Hilfsmittel. Deshalb – und weil Arbeit in Kenia kaum was kostet - sind die Produktionsstätten dorthin verlagert worden. Man nennt das Globalisierung. Mehr als 50.000 Blüten pro Hektar ist dort der Ertrag. Daran erinnert Benjamin Dürr am Valentinstag auf ZEIT.DE. Zweidrittel aller in Deutschland – dem größten Markt in der EU - verkauften Rosen kommen aus Kenia. Vor allem aus Naivasha. Weit mehr als die Hälfte der Kenianer leben von der Landwirtschaft. Allerdings sind nur etwa 20 Prozent der Fläche des Landes nutzbar. Der Rest ist wegen karger Böden oder zu geringen Niederschlägen meist Brach- oder Bergland. Abgesehen davon, daß der Anbau von Rosen für „den Tag der Liebe“ in einem Land, das regelmäßig von Hungerkatastrophen heimgesucht wird, ganz offensichtlich obszön ist: es kommt noch dicker. 2006 zahlte die größte Rosenfirma Sher Karuturi (6000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) 56 Euro monatlich. Davon lässt sich auch im Entwicklungsland Kenia keine Familie durchbringen. Hinzu kommt die erhebliche Gesundheitsgefährdung durch Pestizide. Zu den Folgen für die Region schreibt Dürr: „Wassermangel in der Stadt, durch Abwasser und Pflanzenschutzmittel vergiftete Böden sind die Folgen, die Menschen und Tiere in dieser Region in Zentral-Kenia spüren.“ Inzwischen gibt es Siegel wie „fair trade“. Wirklich umweltfreundlich sind Schnittblumen allerdings nicht herzustellen – es sei denn, man holt sie aus dem eigenen Garten. Mitten im Februar müssen es ja nicht unbedingt Rosen sein. Es gibt viele winterblühende Gehölze. Die duften sogar - im Gegensatz zu den auf schnelles Wachstum gezüchteten Hochleistungsrosen aus Kenia  Zaubernuss (Hamamelis), Chinesische Winterblüte (Chimonanthus praecox), Schneeforsythie (Abeliophyllum distichum) und das Winterblühende Geissblatt (Lonicera x purpusii) sind ausserordentlich schöne Gehölze und bestens geeignet für ein schönes Gesteck. Zudem in unseren Breiten jahreszeitengemäß. Und in jedem Garten und von auch professionellen Gärtnern leicht zu ziehen.Ganz ohne verherende Auswirkungen auf die Umwelt, ganz ohne Hungerlöhne- und ohne Transport, der die persönliche CO2-Bilanz und den ökologischen Fussabdruck in Negativwerte bringt, die auch mit täglichem Radfahren nicht mehr einzuholen sind. Es gilt letztendlich im Grundsatz, was wir schon seit Jahrzehnten sagen: kauft regionale Produkte (allerdings eine Regel mit Ausnahmen - die globalisierte Welt kompliziert geworden und verlangt von uns VerbraucherInnen Kenntnis und Nachdenken. Sorry. Können wir auch nix für. Was die Valentinsrosen angeht: den Kauf könnte man - einig bin ich da mit mir nicht  - rechtfertigen, wenn man " fair traide" kauft und noch allerlei Ablasshandel betreibt. Lieber regional einkaufen.  (ZEIT.DE/gbk)
www.zeit.de/wissen/2010-02/valentinstag-rosen-afrika
Weitere Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Naivasha
www.kn-portal.com/fileadmin/_public/documents/knworld/2009_2/de/KNWorld_4D.pdf
www.bgi-ev.com
www.karuturi.com
www.fairflowers.de/
www.transfair.org
www.transfair.org/news-service/blumen-finder.html

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13.02.10
NSG Biblis – ein Traum rückt näher, oder?
"Unglaubwürdig" und "unverlässlich" nennt der bayerische Umweltminister seinen Kollegen. Röttgens Forderung, Deutschland so bald wie möglich von Kernenergie unabhängig zu machen, sei nicht hinnehmbar – und widerspreche dem Koalitionsvertrag zwischen Union und FDP. Frau Lautenschläger pflichtete ihm bei. Eine halbe Autostunde von ihrem Wiesbadener Amtssitz entfernt dampft das marode Kernkraftwerk Biblis im hessischen Ried vor sich hin. Nach gültigem Atom-Ausstiegsbeschluss droht ihm die Abschaltung noch in diesem Jahr. Dann könnte mit dem Rückbau begonnen werden. So weit soll es nach dem Willen von Lautenschläger, Söder und Gönner (Gönner, wer zum Teufel ist das?) nicht kommen. Das Unionstriumvirat rottete sich daher gestern Vormittag im Bundesrat zusammen, um Röttgen presseöffentlich abzuwatschen. Wer solche Parteifreunde hat, braucht keine Feinde mehr. (ZEIT.DE/gbk)
www.zeit.de/politik/deutschland/2010-02/roettgen-atom-soeder
Weitere Infos:
www.zeit.de/wirtschaft/2009-12/ausblick-energie
www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/die-notoperation-der-atomindustrie
http://de.wikipedia.org/wiki/Atomausstieg 

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12.02.10
"Almacén Temporal Centralizado" (ATC) oder die Suche nach dem Atomklo
Die Zentralregierung in Madrid sucht nach einem Standort für ein zentrales Zwischenlager. Hier sollen die 7000 Tonnen hochradioaktiven Mülls gelagert werden, die das Land in 30 Jahren Atomstromproduktion angehäuft hat, berichtet Ralf Streck auf TELEPOLIS. Das ATC sollte schon 2010 in Betrieb gehen, doch die Ausschreibung scheiterte 2006 mangels Bewerbern und heftigem Widerstand in Gemeinden, die mit dem Projekt liebäugelten. Nunmehr haben sich – dem Lockruf der Fördergelder und Arbeitsplätze folgend - 14 Gemeinden beworben. Davon landeten 8 auf der short list. Madrid wolle – so Streck - das ATC in Ascó (katalanische Provinz Tarragona) oder Yerba (Kastillien-La Mancha) ansiedeln. Es rege sich jedoch sowohl in Ascó wie auch anderen Orten heftiger Widerstand. Dass ausgerechnet die Katalanen ruhig zusehen werden, wie die ungeliebte Zentralregierung ihnen den Atommüll der Nation ins Wohnzimmer schüttet, ist kaum zu erwarten. Im Übrigen sollte Mal jemand nachprüfen, ob der Bürgermeister von Ascó nicht kürzlich die Automarke gewechselt hat. Unter korrupten spanischen Bürgermeistern beliebt sind deutsche Marken wie Porsche und BMW. PS: Mit der Suche nach einem Endlager hat die Zentralregierung noch nicht einmal begonnen. Wenn wissenschaftliche und sicherheitstechnische Kriterien ohnehin keine Rolle spielen, wäre die Casting-Show doch das geeignete Instrument. Dann hätte das verantwortungslose Spiel mit dem tödlichen Stoff wenigstens Unterhaltungswert. (TELEPOLIS/gbk)
www.heise.de/tp/blogs/2/147062 
Weitere Infos:
http://www.contratom.de/news/rssanzeige.php?newsid=21399 
http://www.nucleartourist.com/world/spain.htm 
http://www.csn.es/
http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Asc%C3%B3

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11.02.10
Ende des spanischen Baubooms destabilisiert Euro

Experten befürchten – so Stefan Schultz auf SPIEGEL.ONLINE - dass Spanien eine viel größere Gefahr für die Stabilität der Euro-Zone sei als Griechenland. Jahrelang habe das Land von einem beispiellosen und von Spekulanten angeheizten Bauboom profitiert
Beispiele:
www.landusewatch.info/40573/40878.html (Lanzarote)
www.landusewatch.info/40573/40887.html (spanische Mittelmeerküste)
http://www.landusewatch.info/40573/89801.html (Mallorca)
Schultz: „Jetzt verkommen halbfertige Siedlungen zu Geisterstädten, und die Arbeitslosigkeit wächst auf immer neue Rekorde. Vier Millionen Menschen haben mittlerweile keinen Job mehr, mehr als 20 Prozent.“   www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,676966-4,00.html

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10.02.10
Hoffnung für Tuvalu: Deutsches Klimaschutzgesetz
Obama hat eines vorgelegt, die Briten („Climate Change Act“) haben bereits seit zwei Jahren eines – doch die Klimakanzlerin zögert. Schwarz-Gelb ist sich uneins, berichtet Marlies Uken auf ZEIT.DE www.zeit.de/wirtschaft/2010-02/klimaschutzgesetz . SPD und Grüne wollen jetzt das britische Klimaschutzgesetz auf Deutschland übertragen. Ende Januar brachten beide Parteien jeweils Anträge für ein Klimaschutzgesetz in den Bundestag ein. Es geht darum, die politische Absichtserklärung die CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent zu mindern - 2007 abgegeben im Rahmen einer Regierungserklärung –  rechtsverbindlich zu machen. Erst dann kann die Regierung in die Pflicht genommen werden. Der WWF hat bereits im letzten Jahr ein Gutachten beim Umweltforschungsinstitut Ecologic (Berlin) in Auftrag gegeben. ZEIT.DE hat bei ECOLOGIC und den Regierungsparteien nachgefragt: " ‚Es gibt keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen ein deutsches Klimaschutzgesetz nach britischem Vorbild’, sagt Ecologic-Fachmann Stephan Sina….Die CDU siehe dennoch keinen Handlungsbedarf. ‚Ich halte von dem Gesetz recht wenig’, sagt Thomas Bareiß, energiepolitischer Koordinator der CDU/CSU-Fraktion….Bei der FDP klingt es ein wenig versöhnlicher. Von einem ‚offenen Diskussionsprozess’ spricht FDP-Energieexperte Michael Kauch.“
Der WWF hat sehr konkrete Vorstellungen, wie das Klimaschutzgesetz aussehen soll: „Es muss Ziele und Zwischenziele zur Reduktion der deutschen Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent und bis 2050 um 80 bis 95 Prozent im Vergleich zu 1990 verbindlich festlegen.Es muss Zwischenziele festlegen, anhand derer festgestellt werden kann, ob die deutsche Klimapolitik noch auf dem richtigen Kurs ist oder ob nachgesteuert werden muss.Es muss die Einrichtung einer hochrangigen, unabhängigen Klima-Kommission vorsehen. Deren Aufgabe wäre es, die deutsche Klimapolitik in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren und öffentlich festzustellen, ob ausreichende Maßnahmen ergriffen wurden. Es müssen langfristig alle für den Klimaschutz wichtigen Gesetze und Verordnungen zusammengefasst, vereinfacht und besser aufeinander abgestimmt werden.
Ein solches Klimaschutzgesetz würde die deutsche Klimapolitik transparenter machen. Nur so hätten wir die Sicherheit, nicht das Ziel aus den Augen zu verlieren. Nur so können wir den Klimaschutz in Deutschland anpacken.“
http://www.wwf.de/themen/politik/klimapolitik/deutsche-klimaschutzpolitik/klimaschutzgesetz/
Weitere Infos:
http://ecologic.eu/
www.wwf.de/presse/details/news/wwf_fordert_ein_klimaschutzgesetz_fuer_deutschland/
www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/pdf_neu/Microsoft_Word_-_41922_Gutachten_Klimaschutzgesetz30042009.pdf
www.bund-berlin.de/nc/bund_berlinde/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/klimaschutzgesetz-kann-sich-rechnen-sicherheit-statt-kostenfalle/?tx_ttnews[backPid]=447&cHash=8e359e77d9

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O9.02.10
Bioenergie und Naturschutz: Synergien fördern, Risiken vermeiden – Presseerklärung Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat heute in Berlin anlässlich der Fachtagung "Bioenergie aus der Landschaftspflege" ein neues Positionspapier zum Thema Bioenergie vorgestellt. Bioenergie stellt mit rund 70% den überwiegenden Anteil an den Erneuerbaren Energien. "Angesichts der rasanten Dynamik im Bioenergiesektor und der damit verbundenen Intensivierung in der Landwirtschaft muss die Erzeugung und Gewinnung der Bioenergie differenziert und mit Augenmaß erfolgen. Immer noch finden naturverträgliche Formen der Biomasseerzeugung, die sich positiv auf die Entwicklung der Arten- und Lebensraumvielfalt in der Kulturlandschaft auswirken, zu wenig Beachtung", sagte die BfN-Präsidentin, Prof. Beate Jessel. Nach Ansicht des BfN müssen Aspekte des Naturschutzes beim Ausbau der Bioenergienutzung besser integriert werden. So kann es beispielsweise in ausgeräumten, strukturarmen Landschaften (in denen z.B. Gehölzgruppen fehlen) durch den sinnvoll gesteuerten Anbau von schnell wachsenden Gehölzen zu einer Aufwertung des Landschaftsbildes und der Kulturartenvielfalt kommen. Aber auch die Kombination von land- und forstwirtschaftlichen Flächen in Agroforstsystemen kann zu einer Erhöhung der Biologischen Vielfalt beitragen, da damit Lebensräume für z.B. Vögel und Kleinsäuger geschaffen und zugleich die natürlichen Ressourcen wie Boden und Wasser geschont werden. Ebenso kann sich die Verwendung alter Kultursorten, die Erhaltung von extensivem Grünland und naturschutzfachlich wertvollen Flächen günstig auf die Tier- und Pflanzenartenvielfalt auswirken. Besonders auf wertvollen Naturschutzflächen, für deren Erhaltung eine Pflege notwendig ist, bietet die energetische Nutzung der anfallenden Schnittgüter (Gehölzschnitt oder Heu) eine sinnvolle Option, um einer Nutzungsaufgabe wie auch einer Intensivierung entgegenzuwirken. Voraussetzung ist allerdings ihre ökonomische Tragfähigkeit, d.h. dass finanzielle Anreize und Fördermöglichkeiten entsprechend ausgestaltet werden. "Die Erhaltung der Biologischen Vielfalt und konsequenter Klimaschutz sind nicht als Gegensätze zu verstehen, sondern bedingen sich gegenseitig", sagte die Präsidentin. "Nur nachhaltig und naturverträglich angebaute Biomasse kann auch wirklich einen Beitrag zur Erhaltung der Biologischen Vielfalt sowie zur Verringerung des Treibhauseffekts leisten. Mit diesem Anliegen müssen relevante Strategien und Steuerungsinstrumente für die spezifischen Anforderungen des Biomasseanbaus angepasst bzw. fortentwickelt werden. Anderenfalls sind unter Umständen die Risiken für die Natur und die klimawirksamen Emissionen höher als die positiven Effekte", so Beate Jessel. Die in dem  BfN-Papier dargestellten Prinzipien, Forderungen und Umsetzungsbeispiele liefern dafür innovative Gedankenanstöße. Der Hintergrund für die Erarbeitung des Positionspapiers ist, dass mit einer ausschließlich auf die Energieausbeute ausgerichteten Bioenergieerzeugung die Flächenkonkurrenzen in der Landnutzung zunehmen. Die Folgen: Es kommt in der Landwirtschaft zu engeren Fruchtfolgen bis hin zu deren Aufgabe, die Kulturartenvielfalt nimmt immer weiter ab, der Anbau von Kulturpflanzen erfolgt regional zunehmend in Monokulturen und der Verlust von Strukturelementen in der Landschaft steigt. Das BfN fordert auch, dass die Vornutzung der Flächen und die indirekten Landnutzungsänderungen durch Bioenergie in eine Umweltbilanz einfließen. So ist beispielsweise der Umbruch von artenreichem Grünland für den Biomasseanbau durch seine Emissionen an Treibhausgasen und den Verlust von Lebensräumen, weder im Sinne des Klima- noch im Sinne des Naturschutzes. Das  Papier umfasst Forderungen, Ansätze zur Realisierung und Umsetzungsbeispiele und will damit Impulse geben, Synergien zwischen der Biomasseanbau und -nutzung und Naturschutz künftig aktiver zu nutzen.
Das Positionspapier „Bioenergie und Naturschutz – Synergien fördern, Risiken vermeiden“ kann im Internet unter http://www.bfn.de/positionspapiere.html herunter geladen werden. Hinweis:Die UNO hat 2010 zum Internationalen Jahr der Biodiversität erklärt. Damit bietet sich allen Akteuren in Bund, Ländern, Gemeinden, Wirtschaft sowie NGOs, Wissenschaft und weiteren Interessierten die Gelegenheit, während einer Phase erhöhter Aufmerksamkeit, miteinander in einen Dialog über Biodiversität zu treten. Weitere Information unter  www.kalender.biologischevielfalt.de. Das Bundesumweltministerium (BMU) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) rufen zu einem Wandertag am Tag der biologischen Vielfalt (Pfingstsamstag, den 22.5.2010) auf. Motto: Gemeinsam wandern – Deutschlands Vielfalt erleben! Weitere Information unter www.wandertag.biologischevielfalt.de

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08.02.10
UN fordert Ökologisierung der internationalen Wirtschaftspolitik
Der Generalsekretär der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad), Supachai Panitchpakdi, habe am Montag erklärte: Die Entwicklungsländer müssten konsequent einen nachhaltigen Wandel der wirtschaftlichen Strukturen vorantreiben. Dabei sollten sie Energie sparen und erneuerbare Energien sowie neue landwirtschaftliche Methoden kombinieren. Großes Potential habe der Ausbau der ökologischen Landwirtschaft. Ein Artikel von S. Kosch und J. Otten für TAZ.DE.
www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/green-deal-fuer-den-sueden
Siehe auch:
www.zeit.de/wirtschaft/2010-02/unctad-studie-klima

UNCTAD-Presseerklärung im Original:
“The Trade and Environment Review 2009/2010: Promoting Poles of Clean Growth to Foster the Transition to a more Sustainable Economy places particular emphasis on the transition to a more sustainable economy in the 140-plus low-income and least developed countries, which - although they did not cause the economic, financial, climate and food crises (for instance, they account for less than 10 per cent of energy-related greenhouse gas emissions of all developing countries) - have to bear the brunt of these crises. How can they mitigate these interrelated crises while transiting to a qualitatively and structurally different growth and development model? Based on an in-depth analysis of the root causes of the current systemic economic and financial crisis, the Trade and Environment Review 2009/2010 highlights the need for a proactive mitigation strategy that addresses ecological, social and financial reform in an interrelated way, tying new green growth poles to job- and income-generating activities and financial reform. The Trade and Environment Review 2009/2010 singles out three clean growth "poles" (i.e. enhancing energy/material/resource efficiency; mainstreaming sustainable agriculture; and harnessing renewable energy for sustainable rural development) that can effectively "magnetize" key parts of the economy of these developing countries and thus lead to relatively quick clean growth impulses that, in the short and medium term, have negative costs and short payback periods. In this regard, the Trade and Environment Review 2009/2010 counters the myth that currently only a limited number of low-cost mitigation opportunities exist, and that more effective mitigation could be achieved only with new technologies. The analysis confirms that many of the required technologies already exist, but that creating the necessary economic incentives and structures will be the most significant political challenge. The Trade and Environment Review 2009/2010 highlights the importance of far more proactive government roles in particular in stimulating structural change and related technological progress so that the structural and technological effects lead to a qualitatively different growth and development path that compensates for the negative ecological impact of the scale effect of economic growth. This will require a far more pronounced use of active industrial policies reversing the trend of governmental passiveness advocated under the neoliberal growth paradigm. Such a shift to active industrial policies may require bigger policy space under current rules of the multilateral trading system.”
www.unctad.org/Templates/Page.asp?intItemID=5305&lang=1
www.unctad.org/Templates/webflyer.asp?docid=12579&intItemID=5304&lang=1&mode=downloads

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04.02.10
Metropol-Region Rhein-Main: „Union überwindet Grenzen“
Auf dem Aschaffenburger Schloss  kündigten die Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) und Roland Koch (CDU) laut FR-ONLINE eine intensivere Kooperation in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main an - über Ländergrenzen hinweg an. Anders als die Sozialdemokraten, die sich mit dem Regionalkreis auch eine neue politische Struktur für den hessischen Teil der Metropolregion vorstellen könnten, bauten die Regierungspolitiker auf freiwillige Kooperationen in den bestehenden Strukturen. Das Ballungsraumgesetz sollte in Hessen mehr Kooperation erzwingen. Es läuft 2011 aus. Derzeit sind Gespräche über seine Fortschreibung im Gang.
www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/2268535_Metropol-Region-Union-ueberwindet-Grenzen.html

Hintergrundinfo aus Wikipedia:
Das Rhein-Main-Gebiet ist eine Wirtschaftsregion und ein städtischer Ballungsraum am Zusammenfluss von Main und Rhein. Es liegt im Süden Hessens sowie Teilen der angrenzenden Bundesländer Rheinland-Pfalz (Rheinhessen - Mainz) und Bayern (Unterfranken - Aschaffenburg). Nach dieser Abgrenzung umfasst die Metropolregion 14.800 km² Fläche mit etwa 5,5 Millionen Einwohnern. Es ist die je nach Definition zweit- oder drittgrößte der elf offiziellen europäischen Metropolregionen in Deutschland und eine der am stärksten wachsenden (jeweils nach Einwohnern).Eine bis heute gültige Besonderheit der Region ist, dass es niemals in der Geschichte eine territoriale Einheit des Rhein-Main-Gebiets gab. Der tausendjährigen Kleinstaaterei verdankt die Region ihre kulturelle Vielfalt, aber auch die im Gegensatz zu konkurrierenden Metropolregionen fehlende Kooperation und Koordination. Die zentrale und verkehrsgünstige Lage in Südwestdeutschland förderte schon Mitte des 19. Jahrhunderts die Industrialisierung der Region. Mit Aufkommen der Regionalplanung in Deutschland begann auch im Rhein-Main-Gebiet, vor allem in der engeren Stadtregion Frankfurt, eine Phase der Institutionalisierung. Durch starke Suburbanisierung wurde eine Lösung der anstehenden Probleme im regionalen Maßstab immer dringender. Während der 1960er Jahre wurde lange um Stadtkreis- und Regionalstadtmodelle gerungen, die stets den Wegfall administrativer Ebenen mit sich gebracht hätten. 1975 wurde als Kompromiss der Umlandverband Frankfurt (UVF) per Landesgesetz ins Leben gerufen – dieser war ein sogenannter Mehrzweckpflichtverband und sollte zahlreiche Aufgaben übernehmen: Zum einen sollte er für die 43 Mitgliedskommunen die Flächennutzungsplanung im Rahmen eines gemeinsamen Flächennutzungsplans übernehmen. Dazu kamen zahlreiche Trägerschaftsaufgaben, z. B. der Wasserver- und Abwasserentsorgung, der Abfallentsorgung, regionaler Freizeiteinrichtungen u. a. Der UVF konnte seinen Aufgaben allerdings nicht überall nachkommen, da ihm zahlreiche Einrichtungen nicht wie vorgesehen überlassen wurden. Der Umlandverband geriet schnell in die Kritik. Diese gipfelte 1995 im sogenannten „Jordan-Papier“ des SPD-Bezirks Hessen-Süd, mit dem eine Neuordnung des Regierungsbezirk Darmstadt durch Regionalkreise vorgeschlagen wurde. 1999 griff die neu gewählte CDU/FDP-Landesregierung unter Roland Koch die Kritik am Umlandverband auf und schuf im Jahr 2000 mit dem Ballungsraumgesetz eine neue Regionalstruktur: Der Umlandverband Frankfurt wurde durch den Planungsverband Ballungsraum Frankfurt Rhein-Main abgelöst, das Aufgabenspektrum auf die Planung reduziert und das Verbandsgebiet (Ballungsraum) von 43 auf 75 Kommunen erweitert. Sämtliche Trägerschaftsaufgaben des UVF sollten sich freiwillig in der Region organisieren und von einem „Rat der Region“, gebildet aus Oberbürgermeistern und Landräten, gelenkt werden. Auf eine demokratische Legitimation dieses Konstruktes wurde verzichtet, das Parlament des Umlandverbandes wurde durch die Verbandskammer des Planungsverbandes ersetzt. Im Vergleich zu anderen Regionalisierungen bleibt die Abgrenzung des Ballungsraumes jedoch deutlich hinter den tatsächlichen wirtschaftlichen Verflechtungen der Kernstädte mit ihrem Umland zurück. Mittlerweile hat die Landesregierung von ihrem Recht, regionale Kooperation zu verordnen zweimal Gebrauch gemacht: Zum einen wurde so die Wirtschaftsförderung Region FrankfurtRheinMain als Gemeinschaftsunternehmen einiger Kernstädte sowie einiger Landkreise gegründet (2005). Diese soll sich um die einheitliche Vermarktung bzw. Präsentation der Region bemühen. Derzeit läuft noch die von der Landesregierung festgelegte Frist zur Bildung eines Kulturzweckverbands - da jedoch einige Kommunen eine Umverteilung von Geldern zu Gunsten der Kernstadt Frankfurt und ihres kulturellen Angebots vermuten, lehnen zahlreiche betroffene Kommunen diesen Verband strikt ab. Die Städte Hanau und Offenbach haben Klagen vor dem hessischen Verwaltungsgerichtshof eingereicht. Das Ballungsraumgesetz wurde von Beginn an heftig kritisiert, z. B. auf Grund eines Eingriffsrechts der Landesregierung, mit dem diese regionale Kooperation per Erlass initiieren kann und wegen der fehlenden demokratischen Legitimation. In der Folge wurden zahlreiche Initiativen gestartet, die eine Neuordnung der Region versuchten: So wurde von der Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth ein „Stadtkreismodell“ vorgelegt, das den Zusammenschluss von Frankfurt mit seinen Nachbargemeinden in einem Kreis vorsah. Die SPD Hessen legte ein Konzept vor, mit dem Hessen insgesamt in vier Regionalkreise unterteilt werden sollte. Keines der Konzepte konnte sich jedoch bislang durchsetzen, so dass die Region Rhein-Main nach wie vor politisch fragmentiert ist. Das Ziel einer „vereinten“ Region verfolgen auch zahlreiche Initiativen in der Region: Dazu gehörte z.B. die Metropolitana, hervorgegangen aus einer Artikelserie der Frankfurt Rundschau (2000-2001), die sich als Verein formierte und später mit der Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain fusionierte. Auch mit Hilfe einer Bauausstellung - vergleichbar der IBA Emscher Park im Ruhrgebiet - sollte das Regionalbewusstsein in der Region mehrfach befördert werden. Eine IBA wurde bereits in Zusammenhang mit der Metropolitana diskutiert, im Jahr 2004 wurde die Idee aufgegriffen und ein Frankfurter Architektur- und Planungsbüro mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, die 2005 vorgelegt werden sollte. Zu den Initiativen, die sich um eine (politische) Stärkung der Region bemühen, ist auch das IHK Forum Rhein-Main zu zählen. Problematisch an diesem losen Verbund verschiedener IHKn ist allerdings der voluntative Charakter: Da sich das IHK-Forum in den vergangenen Jahren deutlich vergrößert hat, ist auch der regionale Bezug zum Rhein-Main mittlerweile verwässert. Als Bürgerinitiative formierte sich Anfang 2004 die Regionalwerkstatt Rhein-Main. Unter Führung der Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain wurden im Rahmen eines Workshops Ideen zu Zukunft der Region gesammelt. Obwohl die Resonanz anfangs groß war, gelang es den Organisatoren nicht, die Begeisterung für die Idee einer Region Rhein-Main weiter zu tragen, so dass die Initiative im Sand verlief.    http://de.wikipedia.org/wiki/Rhein-Main-Gebiet

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03.02.10
"Stuttgart 21": Im Tunnel der Angst
Zehn Jahre Bauzeit und mindestens 6,1 Milliarden Euro Kosten: Warum Baden-Württemberg bereit ist, beinahe jeden Preis für das gigantische Projekt "Stuttgart 21" zu zahlen. Das Geheimnis lüftet Bernd Dörries heute auf SZ-ONLINE.
www.sueddeutsche.de/,tt8m1/politik/820/502059/text/
Weitere Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Stuttgart_21
http://www.welt.de/wirtschaft/article6228200/Spatenstich-fuer-den-Bahnhofsneubau-Stuttgart-21.html
www.kopfbahnhof-21.de/
www.leben-in-stuttgart.de/
www.s21.siegfried-busch.de/

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02.02.10
Bahnhof mit Köpfchen statt Stuttgart 21 - Presseerklärung von Cem ÖzdemirZum heutigen Baustart von Stuttgart 21 erklärt der Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
"Der heute groß zelebrierte Baubeginn ist eine verzweifelte Trockenschwimmübung der Betonköpfe, die immer noch an eine Zukunft dieses irrsinnigen Projekts glauben, obwohl die Mehrheit der Stuttgarterinnen und Stuttgarter klar dagegen ist. Festhalten an den Fehlern der Vergangenheit, statt mit Köpfchen den Verkehr von morgen gestalten, ist offenbar ihre Devise. Mit dem sturen Beharren auf Stuttgart 21 haben sich weder der frühere noch der aktuelle Bahnchef als besonders lernfähig erwiesen. Die heutige Start-Show kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in Stuttgart einen massiven Widerstand gegen das unsinnige Prestigeprojekt gibt, der in den kommenden Wochen weiter wachsen wird. Angesichts dieses öffentlichen Widerstands ist es alles andere als sicher, dass die Tunnelbohrmaschinen überhaupt jemals anrücken werden oder der Seitenflügel des Hauptbahnhofs tatsächlich abgerissen wird. Ein Projekt dieser Dimension über die Köpfe der Bevölkerung hinweg durchzuziehen, wäre zutiefst undemokratisch. Die Befürworter offenbaren ein Höchstmaß an Ignoranz und Egoismus, wenn sie angesichts früherer Erfahrungen bei Projekten dieser Dimension ausgerechnet bei Stuttgart 21 exorbitante Kostensteigerungen kategorisch ausschließen. Zahlreiche Experten weisen darauf hin, dass es nie und nimmer bei 4 Milliarden Euro bleiben wird. Diese Zahl hat keine wirtschaftliche Grundlage, sie ist de facto politisch gewollt, um das Projekt auf Gedeih und Verderben durchzuziehen. Stuttgart 21 ist kein Zukunftsprojekt, sondern ein Milliardengrab, das andere wichtige und wesentlich sinnvollere Verkehrsprojekte wie etwa die Rheintalbahn angesichts fehlender Mittel mit in den Abgrund ziehen wird. Auch die Spende der Firma Herrenknecht, zufällig Hersteller von Tunnelbohrmaschinen, an die CDU in Höhe von 70.000 Euro wirft Fragen auf. Die CDU ist jedenfalls gut beraten, den Hintergrund dieser Spende der Öffentlichkeit glaubhaft zu erklären."
www.oezdemir.de/show/3079318.html

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29.01.10
Lobbyarbeit: Viel Kohle für weniger Kohle
MdL Van Dinther (CDU) sei "im  vergangenen Jahr viel auf alten Zechen-Halden gewesen", versucht ein Sprecher des Landtags zu erklären, wenn er auf den stolzen Lohn („für vier Stunden 30.000 oder 15.000 Euro“) von Landtagsabgeordneten, den der Bergbaukonzern RAG den Mitgliedern seines Regionalbeirats zahlt, angesprochen wird. Annika Joeres berichtet auf FR-ONLINE. Formal solle das Gremium über den Kohleausstieg beraten.
www.fr-online.de/top_news/2243881_Lobby-Arbeit-Tausende-Euro-fuers-Kekse-Essen.html

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28.01.10
Roche und die Royal Bank of Canada: Würdige Public-Eye-Preisträger – Presseerklärung EvB
In Sichtweite des Weltwirtschaftsforums (WEF) haben die Erklärung von Bern (EvB) und Greenpeace heute die sozial und ökologisch skrupellosesten Firmen des Jahres prämiert. Ihre Public Eye Awards 2010 redlich verdient haben sich die nichtstaatliche Royal Bank of Canada sowie der Basler Pharmakonzern Roche. Auch die Online-Abstimmung für den Publikumspreis mit über 20'000 Teilnehmern konnte Roche nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen gegen GDF/Suez für sich entscheiden. Der erste „Greenwash Award“ geht derweil an das höchst fragwürdige UNO-Wassermandat. Am elften Public Eye in Davos haben Greenpeace Schweiz und die EvB zwei Unternehmen und eine Institution „ausgezeichnet“, deren verantwortungsloser Umgang mit Menschen und Umwelt die Schattenseiten eines von Profitdenken getriebenen, ungezügelten Ultraliberalismus zeigt. „Die andauernde Finanzkrise hat die Systemfehler des Kapitalismus, wie wir ihn kannten, schonungslos offen gelegt und dadurch erst wirklich therapierbar gemacht“, stellte Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph E. Stiglitz per Videobotschaft – statt wie geplant vor Ort – fest. Der Vordenker rechtlich verbindlicher Regeln für transnationale Konzerne warnte aber zugleich davor, dass „die Marktfundamentalisten bereits wieder Morgenluft wittern“ und versuchen, „die zu neuem Selbstbewusstsein erwachte Politik erneut zu schwächen“.
Die Royal Bank of Canada gewinnt den diesjährigen „Global Award“. Am Pranger steht das umsatzstärkste Unternehmen Kanadas wegen seiner Rolle als weltweit führender Financier der Ölsandkonzerne. Diese fördern in der Provinz Alberta auf einer Fläche grösser als die Schweiz und Österreich zusammen das dreckigste Rohöl der Welt. In seiner Laudatio berichtet Brant Olson vom kalifornischen Rainforest Action Network von „einer der grössten Umweltsünden des 21. Jahrhunderts“ und fordert deren Hauptgeldgeber zur „endgültigen Abkehr von dieser mittelalterlichen Klimakiller-Industrie“ auf.Weitere Infos ( Abstimmungsresultate und Laudatios) auf www.publiceye.ch
Kontakt: Oliver Classen, Erklärung von Bern, Tel. +41 44 277 70 06, oliver.classen@evb.ch
Bruno Heinzer, Greenpeace, +41 79 400 88 31, bheinzer@ch.greenpeace.org
www.evb.ch/p25017060.html 

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27.01.10
Obama bewirbt sich bei Attac

Einst waren wir alle umherziehende Jäger und Sammler. Lang währte ein solches Leben nicht, aber man war unter Gleichen. Dann wurden wir sesshaft. Wer mehr Grund und Boden für sich beanspruchte, lebte besser. Sehr viel später lebte noch besser, wer mit den Grundbedürfnissen nach Nahrung und Lebensraum virtuell umging. Der Geldverleiher war geboren. Am besten lebt heute der, der daraus ein für den Durchschnittsbürger undurchschaubares hypervirtuelles Geschäft macht: der Investmentbanker. Ohne die Geldverleiher ist nicht nur unsere westliche Gesellschaft nicht mehr denkbar. Aber spätestens seit der Finanzkrise ist auch für sogenannte konservative Politiker wie Merkel klar, daß es so nicht weitergehen kann. Nun hat sich der mächtigste Mann der westlichen Welt entschlossen, der Wall Street den Kampf anzusagen. Mit seinem Vorhaben bewirbt er sich zwar nicht zwangsläufig um den Vorsitz bei Attac – allerdings nimmt er direkt oder indirekt ihre Systemkritik in sein Regierungshandeln auf. Das lässt hoffen. Kampf dem Finanz-Terror: Der Beginn eines Systemwandels, also der Abschied vom Glauben an das ewigwährende Wirtschaftswachstum ist das noch nicht. Aber immerhin ein Anfang. Stepp by stepp. Ulrich Schäfer kommentiert heute auf SZ.ONLINE die neue Strategie Obamas; „US-Präsident Barack Obama will den Bankern zeigen, dass ihre Logik des ungezügelten Markts und der dicken Boni nicht auf Dauer trägt. Doch dieser Krieg ist ungleich schwerer zu führen als der in Afghanistan und im Irak.“(SZ-ONLINE/gbk)
www.sueddeutsche.de/,tt2m1/finanzen/128/501384/text/

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26.01.10
Weniger Touristen auf den Kanaren: Beton oder Finanzkrise?
„Auf den Kanaren bleiben die Touristen aus“ titelt heute Alfred Hackensberger auf WELT.DE. Nicht nur Frau Hendriks von der Bodega Chupadero (La Geria/Lanzarote) müsse kleinere Brötchen backen und habe gerade ihren Koch entlassen. „2009 kamen 600.000 Touristen weniger als im Vorjahr auf die Kanarischen Inseln. Ein Rückgang von rund 15 Prozent. Für eine Ökonomie, die zu 80 Prozent vom Tourismus lebt, ist das ein herber Schlag. Allein in den ersten neun Monaten 2009 mussten 5000 kleine und mittlere Unternehmen schließen.“ Ein Leser kommentiert dazu: „Das könnte auch was mit zubetonierter Landschaft und drittklassigen Stränden zu tun haben!“ Wir sehen es etwas anders. An dem heftigen Einbruch 2009 ist sicher die Finanzkrise schuld. Sie hat auch andernorts – etwa auf Mallorca – zu dramatischen Rückgängen geführt. Was insbesondere Lanzarote angeht – siehe unsere Dokumentation unter www.landusewatch.info/40573/40878.html - sind es auch nicht vermeintlich drittklassige Strände (Famara, Papagayos). Es sind vielmehr zugebaute Strände und wachsende Touristensiedlungen, die immer mehr Touristen von einem Kanarenbesuch abhalten. Weniger ist mehr. Dieses Motto von Cesar Manrique ist in den letzten 15 Jahren im Keller verschwunden. Es wurde gebaut, was die Betonmischer hergaben. Mit dem Rückbau erster illegal errichteter Hotel- und Apartmentanlagen sollten Zeichen für eine Trendwende gesetzt werden. (Hackensberger/WELT.DE/gbk).
www.welt.de/reise/article5978120/Auf-den-Kanaren-bleiben-die-Touristen-aus.html

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26.01.10
Raus aufs Meer!
Endlich ist sie da, die ultimative Lösung aller Landnutzungsprobleme. Nach Mike, Zack und Jessy stach vor wenigen Tagen Abby Sunderland in See. Einmal drumherum um den geschundenen Planeten. Nichts wie hinterher. Was die 16jährige kann, können wir doch schon lange! Und nach der Rückkehr gibt’s ein Handgeld für ersparte Erschließungskosten und Infrastrukturaufwendungen – anteilig zum Durchschnittslebensalter. Nur die „Scorpions“ sollten an Land bleiben: „Werden ja nicht jünger.“ (Rudolf Schenker).  gbk
www.abbysunderland.com

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25.01.10
Las Vegas in Nigeria?
Bis zum ersten April ist es noch eine Weile hin. der ewige Nobelpreisträgerkandidat und Wirtschaftstheoretiker Paul Michael Romer („Der irre Vorschlag eines genialen Wissenschaftlers“ titelt ftd.de) hat es folglich ernst gemeint:. Er will in der sogenannten Dritten Welt riesige Städte neu gründen. Der Plan geht so, fasst Laura Himmelreich für SPIEGEL.ONLINE heute zusammen: „Ein Entwicklungs- oder Schwellenland stellt eine unbesiedelte Fläche zur Verfügung. Einer oder mehrere Industriestaaten entwerfen den Gründungsvertrag, die Charta für die zu bauende Stadt. Die armen Länder liefern das Land, die reichen die Gesetze. Romers Theorie: Wenn die rechtlichen, politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen, kommt der Aufschwung von selbst.“ Wo doch alles so gut funktioniert in den westlichen Industriestaaten. Das letzte, was die Menschen diese Erde brauchen, ist mehr Wachstum, weniger Selbstbestimmung und die Unterordnung unter eine ihnen fremde Kultur. Genau dies ist aber die Basis des schlichten Romerschen Weltrettungskonzepts. Laura Himmelreich bat Steffen Angenendt (Migrationsexperte bei der Stiftung Wissenschaft und Politik – Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit www.swp-berlin.org ) um eine Stellungnahme: „Das sieht sehr nach einer Art Entwicklungsdiktatur aus, nach sozial-technokratischem Planungswahn … Das Konzept ähnelt Ideen, die schon vor 30 Jahren zu Recht in den Papierkorb gewandert sind." By the way: der Stanford-Professor arbeitet  für die Hoover Institution on War, Revolution, and Peace www.hoover.org. Hört sich harmloser an, als es ist. Dahinter verbirgt sich ein äußerst einflussreicher konservativer think tank an der Stanford University in Kalifornien. Hier wird erdacht und fundiert, was Attac www.attac.de bekämpft. Zu den Fellows des Instituts gehören oder gehörten Politiker wie Margaret Thatcher, Ronald Reagan und Condoleezza Rice. (SPIEGEL-ONLINE/gbk).
www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,668449,00.html 
Weitere Infos:
www.chartercities.org
http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Romer
www.dw-world.de/dw/article/0,,5089580,00.html
www.ftd.de/politik/international/:charter-cities-der-irre-vorschlag-eines-genialen-wissenschaftlers/50048804.html
www.brandeins.de/uploads/tx_brandeinsmagazine/072_b1_10_09_interv_romer_01.pdf
https://archive.harvardbusiness.org/cla/web/pl/product.seam?c=2275&i=2277&cs=7b9e2623ca9d337e9e6dd0e21012b011

Im Original liest sich die Idee so: “Charter Cities
Charter cities offer a truly global win-win solution. These cities address global poverty by giving people the chance to escape from precarious and harmful subsistence agriculture or dangerous urban slums. Charter cities let people move to a place with rules that provide security, economic opportunity, and improved quality of life. Charter cities also give leaders more options for improving governance and investors more opportunities to finance socially beneficial infrastructure projects. All it takes to grow a charter city is an unoccupied piece of land and a charter. The human, material, and financial resources needed to build a new city will follow, attracted by the chance to work together under the good rules that the charter specifies. Action by one or more existing governments can provide the essentials. One government provides land and one or more governments grant the charter and stand ready to enforce it. What might a charter city look like? The concept of a charter city is flexible. Consider three specific examples:
Case 1: Canada develops a Hong Kong in Cuba
Case 2: Indonesians flock to a manufacturing hub in Australia
Case 3: States in India compete for the chance to build a charter city
The key in each case lies in timing. The charter comes first, then residents, investors, and employers each decide whether to come live under the rules that it specifies. Historically, the ability to vote with one’s feet has been a powerful force for progress. Charter cities offer a chance to amplify it, dramatically improving the rate at which people get access to better rules. For residents and employers, a key protection is the ability to exit as well as to enter the new cities. For investors in long-lived infrastructure projects, exiting is not an option. Some of the most important and most challenging rules are those that enforce long-term contracts that prevent both expropriation of investors and exploitation by investors. How can we maximize the number of people living and working under better rules? The default process involves change from within. A given group of people participate in a political process that can, in principle, generate change. Since a change in the rules applies to everyone, change from within always involves a mixture of consultation and threatened coercion. As a result, attempts at change from within regularly end in deadlock and persistence of the status quo. Imagine an alternative process in which people can migrate from a society with bad rules to another society with better rules. In this case, the rules in both places stay the same but people move between them. The process of movement between can be more effective than the process of change from within. Just as important, the presence of movement between creates pressures that speed up change from within. Today’s world offers little chance for large-scale migration. The hundreds of millions of people who want to move to places with better rules aren’t allowed in. Charter cities will become the places where they can go. Cities are the right scale for implementing entirely new rules. A coherent set of rules can let millions of people work together and create enormous value on a small tract of land. Because cities are also relatively self-contained, the internal rules in one can differ from the rules in all of its trading partners. Urbanization is the key to the predictable transformation from an economy where most people earn a precarious living in subsistence agriculture (doing great harm to the environment in the process) to one in which most people work in manufacturing and services. The transformation is inevitable; current estimates suggest that an additional 3 billion people will move to cities this century. The quality of their lives will depend on whether these are well-run cities with good rules, or dysfunctional cities with bad rules. Many people continue to move into urban slums with no running water, high crime rates, few steady jobs, and sewage in the streets. The embedded, interlocking systems of bad rules that lead to this type of dysfunction will be exceedingly difficult for existing cities to change from within. A new charter city offers a speedier path to better rules. People who live there, even people who start out earning very little, can live in housing that is safe and sanitary, send their children to school, find work, and live free from fear of crime. All it takes is better rules. We already know what many of these rules are. We already know how to enforce them. Charter cities can create places where the hundreds of millions of people on the bottom rung of economic life could go live and work under these kinds of rules. “
www.chartercities.org/concept 

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24.01.10
Prof. Dr. Kurt Biedenkopf, das ewige Wachstum und die endlichen Ressourcen
Er hat den Job gemacht, den Heiner Geissler (damals noch CDU-General) nicht wollte – und ihm anbot: den Sachsen ein Landesvater zu sein. Nun treffen sich beide wieder: in ihrer Wachstumskritik. Während Heiner Geissler schon lange – nicht eben leises – Mitglied bei Attac ist, outet sich Biedenkopf erst jetzt als fundamentaler Kritiker des naiven Wachstumsglaubens. Angesichts der hassadeurhaften Operation, die Merkel und Westerwelle mit diesem Land vorhaben, sicher keine Sekunde zu früh. Ob es hilft? „Wir produzieren inzwischen nicht, um Nachfrage zu befriedigen, sondern wir erzeugen Nachfrage, damit wir produzieren können.“ Der Konsum werde zur Schlüsselfrage erklärt. So Biedenkopf heute gegenüber WELT.DE. Es gehe gar nicht mehr darum, ob die Leute das, was sie konsumieren, auch wirklich brauchen. „Ich habe nichts gegen Wachstum. Ich habe aber etwas gegen Wachstum, wenn es zu Lasten der Staatsfinanzen geht. Dann leihen wir uns das Wachstum von der kommenden Generation, um unsere gegenwärtigen Probleme zu erleichtern.“ Gleiches gelte für ein Wachstum zu Lasten endlicher Ressourcen. Auch dann werde die Zukunft in Anspruch genommen.
www.welt.de/politik/deutschland/article5962344/Der-Irrglaube-der-Demokratie-an-ewiges-Wachstum.html

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23.01.10
Auf der falschen Schiene

In einem Leitartikel zur Bahn befasst sich Frank-Thomas Wenzel auf FR-ONLINE. anlässlich der jüngsten Forderung des WWF, die Bahnkapazität zu verdoppeln, mit dem jämmerlichen Zustand der Bahn: „Die Bahn ist lahm. Woran liegt das? Die Antwort ist einfach. An der Bahnpolitik. Die ist zu einer Art Restposten verkommen. Deshalb gibt es einen Bundesverkehrswegeplan, der offenbar nur noch ein unverbindliches Sammelsurium darstellt.“ Er unterstützt die Forderung des WWF und will einen Masterplan fürs Bahn-Netz. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Zum Wohle der Wiesen, Weiden und Wälder. Und weil die Regierung sonst ihr Klimaschutzziel nicht erreichen wird. Vielleicht wäre - neben dem Masterplan - auch eine gute Idee, die Bahn nicht Managern zu überlassen, die aus der Luftfahrt- und Automobilindustrie kommen.
www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/2215489_Leitartikel-zur-Bahn-Auf-der-falschen-Schiene.html

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22.01.10
Tödliche Felder

Gentechnik statt Bio in der Baumwolle: Die Berichte über falsch beworbene Mode bei H&M, C&A und Tchibo lenken den Blick auf indische Bauern. Die Industrie dreht ihnen Dünger und Gentechnik an, treibt sie so in die Verzweiflung. Und nicht selten in den Tod. Aus Indien - dem mit 22,16 % der Weltproduktion größten Baumwollproduzenten - berichtet Christine Möllhoff für FR-ONLINE. Die lange Wachstumszeit der Baumwolle erfordert nach der Ente eine rasche Feldbestellung und Neuaussaat. Daher ist der Anbau von Zwischenfrüchten zur Verbesserung der Bodenqualität und zur Unterdrückung von Unkräutern kaum möglich. Besonders auf großen Flächen wird Baumwolle oft ohne Fruchtwechsel mit anderen Nutzpflanzen angebaut. Infolge dieser Monokulturen ist die großflächige Baumwollproduktion stark von Pflanzenschutzmitteln abhängig. Baumwolle gilt als das landwirtschaftliche Produkt mit dem höchsten Einsatz an Chemikalien. Auf Baumwolle entfallen etwa 25 % des weltweiten Insektizid- und 10 % des Pestizidmarktes. Einige Baumwollbauern setzen auf ökologischen Anbau, so dass es heute auch Bio-Baumwollprodukte auf dem Markt gibt. Bio-Baumwolle hält mit ca. 60.000 t Weltproduktion einen Anteil von nur 0,2 % des Weltmarktes. Einige Baumwollbauern setzen auf ökologischen Anbau, so dass es heute auch Bio-Baumwollprodukte auf dem Markt gibt. Bio-Baumwolle hält mit ca. 60.000 t Weltproduktion einen Anteil von nur 0,2 % des Weltmarktes. Es ist daher kein Wunder, wenn Betrüger diese Situation ausnutzen. Hundert Prozent ökologisch angebaute Baumwolle" - so wirbt H&M für die Produktlinie Organic Cotton. Doch die Modekette ist wohl Opfer eines Betrugs in "gigantischem Ausmaß", wie es Sanjay Dave, Direktor der indischen Agrarbehörde Apeda, formuliert.
Weitere Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Baumwolle
www.fr-online.de/top_news/2224392_Baumwolle-Anbau-in-Indien-Toedliche-Felder.html
Katharina Paulitsch, Caroline Baedecker, Bernhard Burdick: Am Beispiel Baumwolle: Flächennutzungskonkurrenz durch exportorientierte Landwirtschaft. Wuppertal Paper Nr. 148 (September 2004), (Download über www.wupperinst.org )

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22.01.10
"Vereinigung zur Besteuerung von Finanztransaktionen im Interesse der BürgerInnen" – 10 Jahre Attac
In Frankfurt/Main beschließen am 22. Januar 2000 Mitglieder von rund 50 NGOs aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, ein „Netzwerk zur demokratischen Kontrolle der internationalen Finanzmärkte“ zu gründen. Dieses soll eng mit der Den Anstoß zur Gründung gab ein Leitartikel von Ignacio Ramonet, der im Dezember 1997 in der Zeitung Le Monde diplomatique veröffentlicht wurde und die Gründung einer Association pour une taxe Tobin pour l'aide aux citoyens (deutsch: „Vereinigung für eine Tobin-Steuer zum Nutzen der Bürger“) vorschlug. im Jahr 1998 gegründeten französischen Organisation Attac zusammenarbeiten. Attacs Hauptkritik an den „Kräften der neoliberalen Globalisierung“ (im Sprachverständnis von Attac zu unterscheiden von kultureller, ökologischer, politischer Globalisierung) ist, dass diese das Versprechen eines „Wohlstands für alle“ nicht habe einlösen können. Im Gegenteil: Die Kluft zwischen Arm und Reich werde immer größer, sowohl innerhalb der Gesellschaften als auch zwischen Nord und Süd. Motor dieser Art von Globalisierung seien die internationalen Finanzmärkte. Banker und Finanzmanager setzten täglich Milliardenbeträge auf diesen Finanzmärkten um und nähmen über ihre Anlageentscheidungen immer mehr Einfluss auf die gesellschaftliche Entwicklung. Damit würden die Finanzmärkte letztendlich die Demokratie untergraben. Zum 10jährigen Geburtstag der NGO sind Attac-Forderungen Mainstream. „Die Kritik am freien Fluss der Geldströme ist in den Parteien angekommen. Und es ist nicht mehr Ignacio Ramonet, sondern Bundespräsident Horst Köhler, der den Markt ein Monster nennt“ (FR-ONLINE). Roger Willemsen gratuliert heute auf SUEDDEUTSCHE.DE: "In Attac steckt etwas wie die Wiedergeburt der außerparlamentarischen Opposition, also eine schlüssige Antwort auf die trostlose Selbstbezüglichkeit der politischen Parteien. Attac ist jünger, wendiger, angriffslustiger und in den wichtigsten Fragen leidenschaftlicher und couragierter als diese. Diese Demokratie braucht zum Selbsterhalt Organisationen, die mehr von der Politik verlangen, als Wachstumsförderungsgesetze und Heimwehzulagen."
Weitere Infos:
www.attac.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Attac
http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/politik/473/500737/bilder/
www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,673481,00.html
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,672755,00.html
www.heise.de/tp/blogs/8/146933
www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2224423_Zehn-Jahre-Attac-in-Deutschland-Gemeinsam-gegen-das-Monster.html
www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/alle-sind-attac-und-nun

 „10 Jahre Attac - 10 von Vielen!
Nix läuft wie es soll. Es trifft immer die am unteren Ende. Wer an den Finanzmärkten schon fleißig an der nächsten Krise strickt, kann wieder ordentlich Geld machen. Banken werden mit Steuergeldern gerettet, die uns allen fehlen werden. Im Welthandel geht`s ungerecht zu, die armen Länder werden erpresst und über den Tisch gezogen. Atomkraft soll wieder eine Option sein. Konzerne greifen nach öffentlichen Gütern, und Bildung soll Geld kosten. Wir haben hier eine Zweiklassenmedizin, und viele Millionen Menschen haben weltweit gar keine ärztliche Versorgung, während Pharmakonzerne fleißig verdienen. Flüsse und Seen werden privatisiert – die Welt verkommt eben doch zur Ware. Dabei machen wir nicht mit. Diese Verhältnisse passen uns nicht. Es gibt vieles, was wir dagegen tun können. Hinhören, nachdenken, sich interessieren, sich einmischen – und schließlich: die Verhältnisse rocken, die Welt ändern. Das versuchen wir mit Attac auf ganz unterschiedliche Weise. Wo auch immer Dein Platz in dieser Welt ist, Du hast die Wahl: Rock die Verhältnisse!“
www.attac.de/aktuell/10-von-vielen   

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21.01.10
Was für ein Murks
Ok, wer ist schon unfehlbar. Was da der Weltklimarat (IPCC) 2007 abgeliefert hat, ist mit Allzumenschlichem vielleicht erklärbar, entschuldbar ist es nicht. Jedenfalls hat ein winziger Abschnitt des Weltklimaberichts („Stand der Klimaforschung“) der Klimawissenschaft und all denen, die in und von der Politik energische Maßnahmen gegen den Klimawandel fordern, einen Bärendienst erwiesen. Jahre später hat irgendjemand den Bericht wirklich gelesen. Und nun ist der Teufel los. Ein ganz eklatanter Fall von Schlamperei ist ans Licht gekommen, berichtet unter anderen Ulf von Rochhaupt auf FAZ.ONLINE unter dem schönen Titel „Voodoo statt Wissenschaft“ Er zitiert den IPCC-Bericht der Arbeitsgruppe II (zehntes Kapitel, Seite 493): „Die Gletscher des Himalaja ziehen sich schneller zurück als in irgendeinem anderen Teil der Welt und wenn die gegenwärtige Rückzugsrate anhält, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie im Jahr 2035 verschwunden sind, wenn die Erde sich mit der gegenwärtigen Rate erwärmt“. Sprachlich gekonnt kommentiert Rochhaupt: „Dieser doppelte Konditionalsatz ist nicht nur sprachlich ziemlicher Murks sondern auch inhaltlich falsch. Und das Schlimme daran: Jeder mit etwas Grundkenntnissen in Glaziologie und einigen Informationen darüber, wie dick die Gletscher des Himalaja nun sind, hätte stutzig werden müssen. Im Rahmen der bekannten Naturgesetze können sie gar nicht so schnell schmelzen, egal wie stark die Treibhausgasemissionen steigen.“ Ende der Durchsage. Nun ist der Bericht angesichts vieler Meldungen und wissenschaftlicher Beiträge zum Klimawandel betagt. Und niemandem soll das aufgefallen sein? Das erinnert mich ein wenig an das Wegschauen der Linken in Zeiten der Schwarzweißmalerei des Systemwettbewerbs „Kommunismus/Kapitalismus“. Diese Art von Gefolgstreue in Glaubenskriegen können und sollten wir uns nach zweihundert Jahren abendländischer Aufklärung nicht leisten. Zumal es – da hat Wolf Schneider („Der Mensch – eine Karriere“) - recht – neben dem Klimawandel noch einige klitzekleine Problemchen gibt, denen sich die Menschheit zuwenden sollte. Was Schneider nicht sieht: mit dem Klimawandel haben sie schon zu tun. In Beziehung zu ihm lassen sich Armutsflüchtlinge, Hunger und Elend in vielen Teilen der Welt allerdings nur setzen, wenn seriöse Wissenschaft und nicht Voodoo Entscheidungsgrundlage bleibt. Verblödete, betriebsblinde, ehrgeizige und um Pfründe besorgte Wissenschaftler (siehe E-Mail-Affaire) sind allerdings keine guten Ratgeber. Hier sollte ein Selbstreinigungsprozess Klarheit schaffen. Jagt sie aus dem Dorf. Sie müssen nicht unbedingt geteert und gefedert werden. Aber hallo: wenn, dann wäre ich gerne dabei. Ansonsten ist die Politik – also der Staat letztendlich - gefragt. Auch wenn hierzulande bei einigen Politikern – die mit dieser Behauptung gutes Geld verdienen - der Staat als verblödet gilt. (FAZ/gbk)
www.faz.net/s/RubC5406E1142284FB6BB79CE581A20766E/
Doc~E09B1CAA42E104CF0871A0070CB979A7B~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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20.01.10
Baustopp für Aldi, Lidl und Co
Das Bundesverwaltungsgericht hat den Kommunen untersagt, neue Filialen von Discountern zu genehmigen – wenn dadurch bestehende Geschäfte geschädigt werden. Richard Haimann befasst sich unter dem Titel „Baustopp treibt Discounter aufs platte Land“mit den Konsequenzen. Experten bezweifelten, dass durch das Urteil der Expansionsdrang der Billigläden gestoppt wird – zumal es in der Hauptsache die vorinstanzlichen Urteile lediglich bestätige.www.welt.de/wirtschaft/article5914831/Baustopp-treibt-Discounter-aufs-platte-Land.html Die Presseerklärung des Bundesverwaltungsgerichts nachfolgend im Original:
Schutz der verbrauchernahen Grundversorgung: Presseerklärung Nr. 92/2009 zu BVerwG 4 C 1.08; BVerwG 4 C 2.08 17.12.2009
„Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat heute in zwei Verfahren entschieden, dass auch sog. Nahversorgungsbereiche zentrale Versorgungsbereiche sein können, die vor schädlichen Auswirkungen durch Einzelhandel außerhalb dieses Bereichs zu schützen sind. Geklagt hatten zwei Lebensmitteldiscounter, die sich gegen die Versagung einer Baugenehmigung bzw. eines Vorbescheids für die Errichtung eines Lebensmitteleinzelhandelbetriebs in München bzw. Köln wenden. Nach § 34 Abs. 3 BauGB dürfen von Bauvorhaben, die innerhalb eines im Zusammenhang bebauten Ortsteils an sich zulässig sind, keine schädlichen Auswirkungen auf zentrale Versorgungsbereiche in der Gemeinde oder in anderen Gemeinden zu erwarten sein. Ziel ist die Erhaltung gewachsener städtebaulicher Strukturen und die Entwicklung integrierter Lagen auch im Interesse der verbrauchernahen Versorgung. Zentrale Versorgungsbereiche sind nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts räumlich abgrenzbare Bereiche einer Gemeinde, denen auf Grund vorhandener Einzelhandelsnutzungen - häufig ergänzt durch diverse Dienstleistungen und gastronomische Angebote - eine Versorgungsfunktion über den unmittelbaren Nahbereich hinaus zukommt. Das Bundesverwaltungsgericht hat die Auffassung der Vorinstanzen bestätigt und klargestellt, dass auch solchen Einkaufsbereichen eine Funktion als zentraler Versorgungsbereich zukommen kann, die ein im Wesentlichen fußläufig erreichbares Einzugsgebiet haben und der Nahversorgung dienen. In dem Kölner Fall hat es zudem die Auffassung des Oberverwaltungsgerichts bestätigt (BVerwG 4 C 2.08), wonach bei der Prognose, ob schädliche Auswirkungen zu erwarten sind, auch berücksichtigt werden könne, dass die Funktionsfähigkeit des Nahversorgungsbereichs bereits durch zwei andere nahe beieinander liegende Lebensmittelmärkte vorbelastet sei. In dem anderen Fall (BVerwG 4 C 1.08) hat das Bundesverwaltungsgericht den Rechtsstreit dagegen an den Verwaltungsgerichtshof zur erneuten Würdigung der tatsächlichen Umstände zurückverwiesen, weil dieser sich bei der Prognose der städtebaulichen Auswirkungen des Vorhabens allein an Schwellenwerten orientiert hat, die er den raumordnungsrechtlichen Regelungen des Landesentwicklungsprogramms entnommen hat. Solche landesplanerischen Zielvorgaben sind jedoch für die Beurteilung der baurechtlichen Zulässigkeit eines einzelnen Vorhabens am Maßstab des § 34 Abs. 3 BauGB ungeeignet.
BVerwG 4 C 1.08 und 4 C 2.08 - Urteile vom 17. Dezember 2009“
www.bundesverwaltungsgericht.de

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19.01.10
Klimakiller Abholzung - Presseerklärung

"ifo Institut veröffentlicht Daten zum Verlust von Waldflächen weltweit Größte Abholzungen in den Tropenländern, Aufforstung in China Rodungen von Ur- und Regenwäldern besonders klimaschädlich Die globale Waldfläche ist im Zeitraum zwischen 1990 und 2005 um drei Prozent geschrumpft. Das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Verlust von 0,2 Prozent oder 20.000 Hektar am Tag. Wie die Veröffentlichung des ifo Instituts jetzt zeigt, ist die Entwicklung der Waldflächen jedoch regional sehr unterschiedlich. Besonders viel Wald ist in den vergangenen Jahren in den tropischen Ländern (speziell Brasilien, Indonesien und Sudan) abgeholzt worden. Obwohl die Waldflächen in Brasilien mit einer jährlichen Rate von minus 0,6 Prozent längst nicht so schnell schrumpfen wie in Indonesien (minus zwei Prozent jährlich), fällt dieser Verlust durch den hohen Anteil Brasiliens an der weltweiten Waldfläche stark ins Gewicht. Allein Brasilien und Sudan sind zusammen für 47 Prozent des jährlichen Rückgangs der weltweiten Waldflächen verantwortlich. Eine wesentliche Ursache ist der wachsende Flächenbedarf für die Produktion von Biokraftstoffen aus Palmöl, Soja und Zuckerrohr sowie für die Rinderzucht. Positive Entwicklungen sind hingegen in China und Ruanda zu verzeichnen. In China wurde im Jahr 2002 ein zehnjähriges Aufforstungsprogramm gestartet. In den letzten Jahren nahm die Waldfläche dadurch jährlich um rund vier Millionen Hektar zu (2,2 Prozent). Damit hat China einen Anteil von 73 Prozent am weltweiten Waldzuwachs. In Ruanda wurden nach der großen Abholzungswelle durch die Bürgerkriegsflüchtlinge von 1994 in den Jahren von 2000 bis 2005 jährlich 6,9 Prozent der Waldfläche wieder aufgeforstet. Für das Klima besonders schädlich ist die Rodung von Urwäldern und tropischen Regenwäldern, da diese sehr viel Kohlenstoff speichern. Allein durch Brandrodungen werden weltweit pro Jahr ca. 650 Mio. Tonnen CO2 freigesetzt. Insgesamt trägt die Entwaldung mit 20 Prozent zu der Emission von Treibhausgasen bei. Neben dem Schutz der bestehenden Wälder kommt der Aufforstung eine besondere Bedeutung zu. Da Wälder C02 langfristig speichern, ist die Anpflanzung von Bäumen eine der wenigen Möglichkeiten, das Weltklima positiv zu beeinflussen.
Publikation: Jana Lippelt
Kurz zum Klima: Klimakiller Abholzung?
Pressekontakt: Stefan Schott E-Mail: schott@ifo.de "
www.cesifo-group.de/portal/page/portal/ifoHome/e-pr/e1pz/_generic_press_item_detail?p_itemid=11800810

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19.01.10
Drei von vier Bundesbürgern sind „unmittelbar gefährdet“
Deutsche Umweltstiftung stellt neuen AKW-Gefährdungsatlas vor - Presseerklärung

„Beklemmend“ nennt Jörg Sommer, Vorstandssprecher der Deutschen Umweltstiftung, das Gefühl, welches sich ihm beim ersten Blick auf den AKW-Gefährdungsatlas aufdrängte. Eine Arbeitsgruppe der Umweltstiftung ermittelte in mehrwöchiger mühevoller Kleinarbeit die Bevölkerungszahlen in den Gefährdungsregionen der aktuell in Betrieb befindlichen deutschen Kernkraftwerke. Berücksichtigt wurde dabei die Wohnbevölkerung in einem Umkreis von jeweils 150km. Dabei ergaben sich gefährdete Bevölkerungszahlen zwischen 5,4 Millionen (Gundremmingen) und bis zu 11,8 Millionen (Neckarwestheim). Besonders gefährdet sind die Menschen um Bremen, die im unmittelbaren Einzugsbereich von bis zu 6 AKWs leben müssen. Die so ermittelten Zahlen sind Untergrenzen, da durch einen größten anzunehmenden Unfall weit mehr Bürgerinnen und Bürger in einem mehrfach erweiterten Umkreis durch die frei gesetzten radioaktiven Strahlen betroffen sein könnten, also um ihre Gesundheit und im schlimmsten Fall um ihr Leben fürchten müssten. Laut Projektleiter und Vorstandsmitglied Hans Günter Schumacher führt das Projekt „in erschreckender Deutlichkeit vor Augen, dass sich die politisch Verantwortlichen in Regierungen und Parlamenten, insbesondere aber die großen Energiekonzerne EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall nach unserer Auffassung nicht nur unverantwortlich, sondern menschenverachtend, gegenüber den Millionen möglicherweise betroffener Menschen verhalten, wenn in einem so dicht besiedelten Land wie Deutschland, aber auch in Europa, weiterhin Atomkraftwerke betrieben werden.“ Die Deutsche Umweltstiftung fordert deshalb die Bundesregierung, den Deutschen Bundestag und Bundesrat nachdrücklich auf,endgültig einen Schlussstrich unter die weitere Nutzung der Atomenergie zu ziehen,demgemäß keiner Laufzeitverlängerung der siebzehn Atomkraftwerke zuzustimmen,eine sofortige Stilllegung der sieben ältesten Atomkraftwerke AKW Biblis A und B, Brunsbüttel, Neckarwestheim 1, Isar 1, Philippsburg 1 und Unterweser zu veranlassen,Hermesbürgschaften für den Export von Atommüll ins Ausland zu versagen,Subventionen für Betreiber von Atomkraftwerken zu streichen und das Atomforum unverzüglich aufzulösen,der Nutzung regenerativer Energien einen absoluten Vorrang gesetzlich auch in Zukunft einzuräumen.die großen Energiekonzerne dazu zu verpflichten, ihre Milliardengewinne und Rücklagen ausschließlich zugunsten der Nutzung regenerativer Energien einzusetzen.Und den Herrn Bundespräsidenten bittet die Deutsche Umweltstiftung, die Verfassungsmäßigkeit einer ihm vorgelegten Novelle zum Atomgesetz prüfen zu lassen und solange seine Unterschrift zu versagen, bis eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes vorliegt. Der aktuelle AKW-Gefährdungsatlas der Deutschen Umweltstiftung kann über deren Homepage www.deutscheumweltstiftung.de gegen eine freiwillige Spende bestellt werden.
AKW-Gefährdungsatlas 2010Erläuterungen zum Gefährdungsatlas (PDF)Gefährdungspotential für die Wohnbevölkerung durch Atomkraftwerke (PDF) 
Deutsche Umweltstiftung, Postfach 1355, D-76713 Germersheim
Tel. +49(0)7274 – 4767, Fax +49(0)7274 – 77302
www.deutscheumweltstiftung.de

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19.01.10
Wiederaufbau Haiti: Naturkatastrophe trifft auf Wirtschaftsliberalisierung

Im März soll die Wiederaufbaukonferenz in Kanada unter dem Vorsitz von US-Präsident Barack Obama seinem brasilianischen Kollegen Luiz Inacio Lula da Silva stattfinden. Nach Ansicht der Dominikanischen Republik benötigt Haiti rund zehn Milliarden Dollar für den Wiederaufbau. SZ-ONLINE sprach heute mit Prinz Felix zu Löwenstein, (Agrarökonom, Ökolandwirt und Präsident des Dachverbandes der deutschen Biolebensmittelwirtschaft BÖLW). Er hat Löwenstein hat in den achtziger Jahren als Entwicklungshelfer in Haiti gearbeitet. Er meint, es sei naiv zu glauben, dass sich mit Hilfe von Geld und Technologie irgendwie alle Probleme lösen lassen. Das Land hae zudem den Punkt, an dem noch eine Umkehr möglich gewesen wäre, längst hinter sich gelassen. SZ fragt dataufhin „Meinen Sie damit den Raubbau an der Natur?“. Daraufhin Löwenstein; „Ja. Ein großer Teil des fruchtbaren Ackerbodens wurde ins Meer gespült. Die massive Abholzung auf der Insel hat dramatische regionale Klimaveränderungen ausgelöst. So ist der Nordosten des Landes, das einmal eines der ertragreichsten Anbaugebiete der gesamten Karibik war, zur Wüste geworden. Haiti wird deshalb für immer auf den Import von Nahrungsmitteln angewiesen sein.“ www.sueddeutsche.de/,ra3m1/wirtschaft/228/500493/text/
Schon vor dem Erdbeben entwickelte das ehemals selbstversorgende Haiti im Zuge der von den internationalen Finanzinstitutionen in den 1980ern auferlegten Strukturanpassungsprogramme eine starke Abhängigkeit von Lebensmittelimporten. Die 2008 gegründete Bauernallianz, die sich u. a. aus den landesweiten Bewegungen Tèt Kole Ti Peyizan und Mouvman Peyizan Nasyonal Kongre Papay (MPNKP) sowie regionalen Organisationen zusammensetzt, forderte vor dem Bebenbei steht vor allem die Beendigung der Abhängigkeit von Importen bei Nahrungsmitteln. Die haitianische Landwirtschaft sollte nach Jahrzehnten der neoliberalen Strukturanpassung und der daraus folgenden Hungerkrise wieder in die Lage versetzt werden, die eigene Bevölkerung zu ernähren. www.oneworld.at/start.asp?ID=226776. Das dürfte vorerst wieder in weite Ferne gerückt sein.

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18.01.10
Teilsieg für den Umweltschutz: Gericht in Thailand stoppt Industrieprojekte wegen Normverletzungen

In Thailand ist erstmals das Primat wirtschaftlicher Entwicklung gegenüber Umwelt- und sozialen Komponenten gekippt worden. Ein Gericht hat 76 Industrieprojekte gestoppt, wie Thomas Berger aus Bankog berichtet.
www.neues-deutschland.de/artikel/163190.teilsieg-fuer-den-umweltschutz.html

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17.01.10
Failed State Haiti: Angst vor Hungerrevolten im Agrarland
Haiti ist das einzige Land des amerikanischen Doppelkontinents, das zu den am wenigsten entwickelten Ländern gezählt wird. Zur schwachen Wirtschaft kommt eine instabile politische Lage mit zahlreichen Unruhen, weshalb im letzten Jahrzehnt über drei Millionen Haitianer ausgewandert sind. Als am 12. Januar 2010 Haiti ein Erdbeben der Stärke 7 erschütterte, brach die gesamte Infrastruktur des ärmsten Landes der westlichen Hemisphäre zusammen. Das Land ist ein überbevölkerter Agrarstaat mit dem geringsten Pro-Kopf-Einkommen Lateinamerikas. Etwa zwei Drittel der Bevölkerung Haitis leben von der Landwirtschaft. Hauptprodukte sind Kaffee, Mangos, Rohrzucker, Sorghumhirse und Holz. Fast alle anderen Nahrungsmittel müssen im großen Umfang importiert werden. Etwa 1/3 des Landes wird landwirtschaftlich genutzt, jedoch sind große Flächen an Ackerfläche durch Abholzung und Erosion verloren gegangen. Mangos und Kaffee werden in erster Linie für den Export angebaut. In der Kolonialzeit galt Haiti als eines der reichsten Länder der Karibik. Florian Rötzer heute zu den Folgen des Erdbebens auf TELEPOLIS.DE: „Die Folgen des Erdbebens in Haiti haben erneut deutlich gemacht, welche Risiken lauern, wenn Kriege oder Katastrophen in Abwesenheit von verlässlichen und nicht korrupten staatlichen Strukturen ausbrechen. Haiti ist ein gefährdetes Land für Naturkatastrophen, Erdbeben oder Wirbelstürme können es immer heimsuchen, aber es ist seit Jahrzehnten auch ein Land, das nicht auf die Beine kommt, von Diktatoren beherrscht wurde, als Spielfigur im geopolitischen Machtspiel fungiert, aber auch als unwichtig gilt, weil es nichts als eine verarmte und junge Bevölkerung bietet.“ In den Jahrzehnten nach der Entdeckung der Insel Hispaniola durch Christoph Kolumbus im Jahr 1492 wurde die indigene Urbevölkerung dieser Insel, die Arawaks (auch Taínos genannt), fast vollständig ausgerottet. Im späten 17. Jahrhundert schließlich wurde die Insel durch afrikanische Sklaven, die auf den Zuckerplantagen eingesetzt wurden, wiederbevölkert. Florian Rötzer weiter: „Kaum vorstellbar ist derzeit, wie es in Haiti langfristig nach dem Medienhype und der absehbar vorüber gehenden weltweiten Aufmerksamkeit weiter gehen soll. Selbst wenn die geplante Geberkonferenz große Mittel für einen Wiederaufbau zur Verfügung stellen würde, ist die Frage, wie das Leben in der zerstörten Hauptstadt schnell wieder aufgebaut werden kann und wie man eine legitime und nicht korrupte Regierung einführen kann. Die letzten "Modelle", der Kosovo, Irak oder Afghanistan, machen wenig Hoffnung.“ Ähnlich skeptisch waren gestern auch Carsten Volkery und Anna Reimann auf SPIEGEL.ONLINE unter dem Titel:“Haiti und der Westen: Wie die Katastrophe zur Chance werden kann“. Zunächst verweisen sie auf die Verantwortlichkeit des Westens für die auch vor dem Erdbeben bereits marode Infrastruktur und das Elend: "Die internationale Gemeinschaft ist zu einem großen Teil verantwortlich für das Leiden, was sie nun bekämpfen will", sagt Peter Hallward, Autor des Buchs "Damming the Flood: Haiti, Aristide and the politics of containment". Die westliche Entwicklungsideologie der neunziger Jahre ("Washington Consensus") hatte in Haiti besonders schlimme Folgen. Unter anderem wurde die heimische Reisproduktion binnen weniger Jahre nahezu zerstört. Die US-Regierung unter Clinton verhalf dem vom Militär weggeputschten Präsidenten Jean-Bertrande Aristide 1994 wieder ins Amt - aber nur unter der Bedingung, dass er den Importzoll für Reis von 50 auf 3 Prozent reduziert. Bis dahin hatte Haiti vier Fünftel seines Reisbedarfs aus eigenem Anbau gedeckt. Nach dem Fall der Zollschranke schwemmten US-Firmen die Insel mit Billigimporten. Der Preisverfall machte 40.000 Bauern arbeitslos. Heute importiert Haiti mehr als zwei Drittel seines Reises“. Das Versprechen, der freie Welthandel – der frei nur für wenige war –bringe Wohlstand für alle, hat sich längst als Lüge erwiesen. Die Reichen wurden immer reicher – während die Armut weltweit zunahm (siehe Berichterstattung zur Welthungerkonferenz letztes Jahr in Rom. Die Folgen der Rücksichtslosigkeit, mit der die G8-Staaten die Interessen ihrer Konzerne durchsetzten ist am Beispiel Haitis nunmehr auf den Bildschirmen rund um den Globus zu sehen. Experten fordern jetzt eine Art Marshall-Plan, der endlich das Elend beendet. Dazu Carsten Volkery und Anna Reimann: „Die Geschichte bietet reichlich Anlass zum Zweifeln - aber vielleicht klappt es ja diesmal tatsächlich. US-Präsident Barack Obama hat sich an die Spitze der internationalen Helfer gesetzt. Und auch Ban Ki-Moon und Bill Clinton haben schon ihren Besuch auf der Insel angekündigt. Sie könnten beweisen, dass die internationale Gemeinschaft aus ihren Fehlern gelernt hat.“ Klima- und Welthungergipfel geben allerdings keinen Anlass für Optimismus. (TELEPOLIS/SPIEGEL/WIKIPEDIA/gbk)
Weitere Infos:
www.heise.de/tp/blogs/6/146918
www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,672036,00.html
http://debatte.welt.de/kommentare/184803/sprachlosigkeit+und+hoffnung
www.heise.de/tp/blogs/6/146918
www.fr-online.de/in_und_ausland/panorama/2207023_Spendenliste-Hilfe-fuer-Haiti.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Haiti
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/85/Portauprincenasa.jpg
Susan George: Change it! Anleitung zum politischen Ungehorsam. Droemer 2006.

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16.01.10
Biodiversität und Klimaschutz: Landwirtschaft auf dem Prüfstand
Lange ist schon bekannt, daß die Flächennutzung durch Landwirtschaft nicht klimaneutral ist. Wennn die Welt nach Ursache und Wirkung durchforstet wird, konnte es nicht ausbleiben, daß auch die idyllisch weidenden lila Kühe und mit ihnen die gesamte Landwirtschaft in den Focus geraten. Während der Grünen Woche in Berlin beraten an diesem Sonnabend 50 Agrarminister aus aller Welt, wie die Landwirtschaft ihren Anteil am Klimawandel reduzieren kann. In Deutschland har die Landwirtschaft – so Stephan Börnecke lauf FR-ONLINE - einen Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) von nicht einmal einem Prozent, sorgt aber, je nach Rechnung, für sechs bis 16 Prozent der Treibhausgase. www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/2209042_Sparpotenzial-der-Landwirtschaft-Viel-Klimagas-wenig-BIP.html. Angesichts der dramatischen Folgen des Klimawandels hat Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) die Agrarwirtschaft zu verstärkten Anstrengungen aufgerufen. Es sei zwingend notwendig, die Landwirtschaft weltweit an die Bedingungen des Klimawandels anzupassen und klimaschonender zu produzieren, sagte Aigner gestern zum Auftakt der Internationalen Grünen Woche in Berlin. www.welt.de/die-welt/politik/article5868261/Aigner-fordert-mehr-Klimaschutz-in-der-Landwirtschaft.html .Biolandwirte, Wissenschaftler und Umweltschützer fordern eine Agrarwende, so Susanne Golze gestern auf TELEPOLIS.DE. www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31885/1.html.  

Eröffnungsrede der Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Ilse Aigner:
"Ich begrüße Sie ganz herzlich zum Berliner Agrarministergipfel des "Global Forum for Food and Agriculture" und freue mich, dass Sie so zahlreich meiner Einladung gefolgt sind. Dies zeigt, welche Bedeutung das heutige Thema doch im internationalen Kontext einnimmt. Schließlich sind hier Vertreter aus über 50 Ländern zusammengekommen, die mehr als die Hälfte der weltweiten Agrarproduktion widerspiegeln. Wir sind hier im Herzen Berlins. Der Pariser Platz ist ein geschichtsträchtiger Ort. Nicht weit von hier stand einst die Mauer als Zeichen der Teilung der Welt. Heute ist das Brandenburger Tor Symbol der Wiedervereinigung und des Endes der Teilung. Ich wünsche mir, dass der Geist dieses Ortes unsere Diskussionen inspiriert und dazu beiträgt, dass wir in einer zentralen Zukunftsfrage der Menschheit zu gemeinsamen Schlussfolgerungen und Initiativen kommen. Wir spannen heute einen großen Bogen. Er reicht vom Agrarministergipfel im vergangenen Jahr unter dem Thema der Welternährung über das G-8-Treffen in Treviso, dem Welternährungsgipfel in Rom und dem Weltklimagipfel in Kopenhagen bis hin zu unserem heutigen Gipfeltreffen. Die Sicherung der Welternährung und der Klimawandel sind die beiden großen Herausforderungen unserer Zeit, denen wir uns stellen müssen. Schon heute leidet jeder siebte Mensch an Hunger und Armut. Bis 2050 sollen rund neun Milliarden Menschen auf unserer Erde leben. Wenn wir den Hunger wirksam bekämpfen und das Recht auf Nahrung für alle Menschen verwirklichen wollen, dann muss die Produktion von Nahrungsmitteln in den kommenden vier Jahrzehnten um 70 Prozent steigen. Gleichzeitig sind die natürlichen Ressourcen wie Boden und Wasser endlich und werden zunehmend durch den Klimawandel beeinflusst. Für die Bäuerinnen und Bauern weltweit heißt das, sich an veränderte Produktionsbedingungen anzupassen und einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Das bedeutet für die Zukunft: mehr mit weniger produzieren. Effizienz, Ressourcenschutz und Nachhaltigkeit ist der Dreiklang, an dem sich das Wirtschaften der Zukunft orientieren muss. Forschung und Entwicklung sowie Technologietransfer sind hier Schlüsselelemente. Viele der durch Sie vertretenen Staaten sind deshalb auch Teil der neuen "Global Research Alliance on the Reduction of Agricultural Greenhouse Gases", die genau hier mit gemeinsamen Forschungsbemühungen ansetzen will. Denn es gilt auf lange Frist: Wer Klimaschutz und Effizienz unter einen Hut bringt, gewinnt nicht nur für sich, sondern auch für die Umwelt. Wir werden heute im internationalen Kontext neue Konzepte für Landwirtschaft und Klimawandel diskutieren. Das ist eine große und wichtige Aufgabe, aber es ist bei weitem keine einfache. Wichtige Fragen sind zu beantworten: Wie können wir dem Verlust landwirtschaftlicher Fläche begegnen ohne wirtschaftliches Wachstum zu gefährden? Wie lassen sich Produktionssteigerung, aktiver Klima- und Ressourcenschutz sowie der Erhalt der Artenvielfalt vereinbaren? Auf den ersten Blick scheint die Quadratur des Kreises gefordert zu sein, um Antworten zu geben. Wir wissen, dass es dafür kein Patentrezept gibt. Kein Staat kann den Ausweg alleine finden. Vielmehr sind wir alle gefordert: Politik und Wirtschaft, Produzenten und Verbraucher sowie Forschung und Wissenschaft. Der Berliner Agrarministergipfel wird deshalb auch ergänzt durch ein hochrangiges Wirtschaftspodium, das die Thematik aus ökonomischer Sicht beleuchtet. Lassen Sie mich den Ansatz für unsere Arbeit beim Agrarministergipfel daher mit diesem Gebäude vergleichen: Wer vom Pariser Platz das Gebäude der DZ-Bank sieht, wird auf den ersten Blick ein gewöhnliches Haus erkennen, das sich von der Architektur her scheinbar in die gesamte Platzgestaltung einfügt. Erst auf den zweiten Blick sieht man die Besonderheiten. Wer das Gebäude schließlich betritt, ist beeindruckt, was sich hinter der Fassade verbirgt. Es tut sich etwas Dynamisches und Unerwartetes auf. Bekannte Materialien wie Glas, Holz und Metall werden so kombiniert, dass sie sich in einem neuen Gesamtzusammenhang darstellen. Bei den künftigen Konzepten zur Bewältigung der Herausforderung des Klimawandels dürfen wir auch nicht oberflächlich bleiben, sondern müssen von innen heraus mit den Veränderungen beginnen. Nur so kann etwas Neues entstehen. Dazu sind wir heute zusammengekommen. Der Berliner Agrarministergipfel ist der Auftakt für eine große Initiative für Klimaeffizienz in der Landwirtschaft. Dies ist ein wichtiger Schritt! Gehen wir ihn mit Mut und Engagement! In diesem Sinne wünsche ich uns fruchtbare und zielführende Diskussionen mit Schlussfolgerungen, die wie im vergangenen Jahr die internationalen Diskussionen einen großen Schritt voranbringen."
www.bmelv.de/cln_182/sid_E8FA0D55790746E9153052AB406B9B0C/
SharedDocs/Reden/2010/01-16-Agrarministergipfel-Eroeffnung-AI.html?nn=407450

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15.01.10
Verbrauchermacht: Schweden führt Klimasiegel für Lebensmittel ein
Die Berechnungen für das "Svenskt sigill" genannte Label beziehen sich auf den gesamten Produktionszyklus der Nahrungsmittel u.a. auch die Art der Bewirtschaftung der Äcker. Wissenschaftliche Genauigkeit könne man – so Matthias Brake aud TELEPOLIS.DE von dem Label, das auf Kennwerten beruht, nicht erwarten, aber es solle Bewusstsein schaffen dafür, dass eben auch das eigene Ernährungsverhalten relevant für den Umweltschutz ist. Hoffnung für Tuvalu? Zumindest ein - nachahmungswürdiger - Baustein unter vielen. Schaden kann es nicht, dem Verbraucher seinen eigenen Beitrag zum Klimawandel vor Augen zu führen. Herr Röttgen, übernehmen Sie. www.heise.de/tp/blogs/2/146898

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14.01.10
BUND, ROBIN WOOD und Anwohner-Initiative kritisieren Beschluss des Hamburger Verwaltungsgerichts / Widerstand vor Ort geht weiter*
Gemeinsame Pressemitteilung von BUND, ROBIN WOOD und der Bürgerinitiative "Moorburgtrasse stoppen"

"Mit Empörung haben die Umweltverbände BUND und ROBIN WOOD sowie die Anwohner-Initiative „Moorburgtrasse stoppen“ den im Eilverfahren getroffenen Beschluss des Hamburger Verwaltungsgerichts zur „Moorburgtrasse“ zur Kenntnis genommen. Das Gericht hat heute die Klage des BUND gegen den Trassenbau zurückgewiesen, da der BUND nach Auffassung des Gerichts nicht antragsbefugt sein soll.
Die Entscheidung des Gerichts ist für die Menschen und den Umweltschutz in Hamburg eine Katastrophe“, kritisiert Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg. „Es kann nicht sein, dass die Fällung von fast 400 Bäumen und eine 1,5 Kilometer lange Schneise durch öffentliche Parks ohne Planfeststellungsverfahren und Umweltverträglichkeitsprüfung genehmigt werden und weder Umweltverbände noch Anwohner dies juristisch angreifen können. Wenn dieses Beispiel Schule macht, ist dies ein herber Schlag für den Umwelt- und Naturschutz sowie für die Bürger- und Verbandsbeteiligung“, so Manfred Braasch. Der BUND-Geschäftsführer betont, dass die Wahl des Verfahrens nicht das Ergebnis einer fachlichen Abwägung, sondern eine rein politische Entscheidung zu Gunsten des Vattenfall-Konzerns war, die die Trassenvariante durch den Grünzug Altona erst möglich gemacht habe. Der BUND wird die Klagebegründung kurzfristig prüfen und bei Aussicht auf Erfolg alle Rechtsmittel nutzen, um seine Beteiligungsrechte doch noch durchzusetzen. Die Umweltorganisation ROBIN WOOD rechnet nun mit einer Zuspitzung des Konflikts. „Die Entscheidung des Gerichts ignoriert die Interessen der Bürger. Wir erwarten, dass eine bürgerfreundliche Stadt bei derart wichtigen Projekten wie der Moorburgtrasse die Betroffenen beteiligt. Hamburg vermarktet sich als Umwelt- und Klimahauptstadt Europas. Tatsächlich aber arbeitet die „grün“ geführte Umweltbehörde ganz im Sinne des Klimakillers Vattenfall und lässt zu, dass Hunderte von Bäumen für die Trasse zum Kohlekraftwerk Moorburg gefällt werden. Das werden wir nicht hinnehmen. Die Bäume bleiben besetzt“, sagt ROBIN WOOD-Aktivistin Aglaia Abel. Für Volker Gajewski von der Anwohner-Initiative „Moorburgtrasse stoppen“ ist klar, dass die Altonaer das Urteil nicht akzeptieren werden: „Das Genehmigungsverfahren bleibt auch nach diesem Urteil eine reine Gefälligkeitshandlung gegenüber dem Konzern Vattenfall. Dieser darf nun wohl die Polizei zur Sicherung seiner Moorburgprofite bestellen.“ Die Auseinandersetzung um die Moorburgtrasse habe nun eine neue Eskalationsstufe erreicht. „Eine Räumung der BaumbesetzerInnen oder Fällungen werden wir im Stadtteil mit einem kraftvollen Tag X beantworten und auch danach werden wir nicht locker lassen. Wir stellen uns auf eine lange Auseinandersetzung ein“, so Gajewski.
www.robinwood.de/Newsdetails.13+M543b4ca57a7.0.html
Für Rückfragen:
Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressesprecherin, presse(at)robinwood.de
Dirk Seifert, ROBIN WOOD-Energiereferent, energie(at)robinwood.de 

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13.01.10
Terror im Outback: Australiens Kamele verwüsten das Hinterland
Dumm gelaufen. Sie sollten die Eroberung des Outback ermöglichen: Ende des 19.Jahrhunderts aus Afghanistan importierte Kamele. Nach dem Bau von Straßen und Eisenbahnlinien nicht mehr gebraucht, lies man sie einfach frei. Inzwischen bevölkern sie das Outback und konkurieren mit Farmern und dheimischer Tierwelt um Weideflächen und Wasser, Herden überfallen Wasserreservoirs der Dörfer und Farmen, verwüsten Grünflächen und haben sogar gelernt, Wasserhähne aufzuschrauben. Aktuellen Berechnungen zufolge beherbergt das rote Zentrum Australiens über eine Million Kamele – und jedes Jahr steigt die Population um weitere 80.000 Tiere. Die wilden Tiere richten jedoch nicht nur Schäden in den Siedlungen an, sondern ziehen auch das fragile Ökosystem in Mitleidenschaft. Jede Anstrengung, die wüstenartige Landschaft aus roter, staubtrockener Erde, kargen Akazienbüschen und Spinifexgras wieder zu begrünen, werden durch die Herden zunichte gemacht. Das macht sie nicht gerade beliebt. In der Zeitung "Courier Mail" forderte im Frühjahr letzten Jahres der Wissenschaftler Glenn Edwards (Leiter einer Regierungsstudie zum Kamelproblem), etwa 400.000 Tiere zu töten. Die Labor-Regierung hat erst im Juli 14 Millionen Australische Dollar (8,6 Millionen Euro) bereitgestellt, um die Herde von Scharfschützen verkleinern zu lassen. John Cobb, Agrarsprecher der Oposition im australischen Parlament, bringt nunmehr die Ausrottung der als "guten Beitrag zum Klimaschutz" ins Spiel. Jedes Kamel rülpse im Jahr eine Tonne Treibhausgase in die Luft – insgesamt so viel wie 300.000 Autos.
Weitere Infos
www.n-tv.de/panorama/Kamel-Ausrottung-als-Klimaschutz-article676890.html
http://blog.reisen-experten.de/kamelplage-im-australischen-outback-2337
www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article4293077/Scharfschuetzen-sollen-Kamel-Plage-eindaemmen.html
www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,616741,00.html
www.dnews.de/nachrichten/kuriosa/145433/riesige-kamelherde-belagert-dorf-in-australien.html
http://forum.politik.de/forum/bildung-forschung-umwelt-und-technik/219573-zum-klimaschutz-die-kamele-ausrotten.html 

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12.01.10
Wunderwaffe CCS?
Ein Bündnis aus Bergbau, Gewerkschaften, Politik und Wissenschaft hat zu einer zweitägigen Konferenz in den Kohlestaat West Virginia geladen. Martin Klingst berichtet auf ZEIT.DE, die in Morgantown verspreche - wie überall auf der Welt - eine gloriose Zukunft mit sauberer Kohle. In einem aufwendigen Verfahren will sie das schwarze Gestein vom schädlichen Treibhausgas befreien. Die Zauberformel dafür heißt CCS, carbon capture and storage. Am Ende speist das Werk nur 35 Prozent der produzierten Energie ins Stromnetz ein, den großen Rest braucht es für den Betrieb der eigenen Anlage. www.zeit.de/2010/02/Kohlekraftwerk

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11.01.10
Rede der Kanzlerin zum Auftakt des Internationalen Jahres der Biodiversität 2010
Wir dokumentieren die lange Originalrede, denn auch Sonntagsewden sollten Sie an Taten messen können Und da gibt es - wen wunderts - durchaus Diskrepanzen Sie zu verringern, ist Aufgabe der wachsamen und aktiven Zivilgesellschaft. Es gibt viel zu tun, packen wir es an.

„Sehr geehrter Herr Minister, lieber Norbert Röttgen,
sehr geehrte Exzellenzen und Gäste der heutigen Veranstaltung,
liebe Kolleginnen und Kollegen aus dem Deutschen Bundestag,
sehr geehrter Herr Professor Leinfelder,
sehr geehrte Damen und Herren,
auch ich begrüße Sie recht herzlich zum Auftakt des Internationalen Jahres der biologischen Vielfalt hier am passenden Platz und in passender Umgebung, nämlich im Museum für Naturkunde in Berlin. Ich freue mich, dass Sie der Einladung von Bundesumweltminister Norbert Röttgen und mir gefolgt sind. Mir persönlich – aus einer langen politischen Geschichte heraus und auch als Bundeskanzlerin – und der ganzen Bundesregierung – das zeigt die heutige Vertretung der verschiedensten Ressorts – ist der Erhalt der biologischen Vielfalt ein ganz besonderes Anliegen. Ich habe gerade mit Herrn Steiner getuschelt. Wir waren uns sofort einig: Die Frage der Erhaltung der biologischen Vielfalt hat dieselbe Dimension und Bedeutung wie die Frage des Klimaschutzes. Sie ist in ihrer Komplexität oft schwieriger darzustellen. Die Ziele sind nicht ganz so einfach wie etwa auf eine Zwei-Grad-Begrenzung des Temperaturanstiegs zu reduzieren. Aber nichtsdestoweniger handelt es sich um ein elementares Problem und um einen elementaren Bestandteil des gesamten Rio-Prozesses, über den wir nach 20 Jahren im Jahr 2012 Bilanz ziehen werden. Deshalb möchte ich, dass von dieser Veranstaltung zu Beginn dieses Jahres ein starkes Signal der Verantwortung an die Weltöffentlichkeit ausgeht. Wir müssen mit vereinten Kräften die Weichen für einen wirksamen internationalen Schutz der Biodiversität und ihre nachhaltige Nutzung neu stellen. Wir brauchen eine Trendwende. Wenn ich sage "nicht jetzt", wäre das falsch. Wir brauchen sie jetzt – unmittelbar und nicht irgendwann. Aber ich sage auch: Wir müssen realistisch sein; es ist schwierig. Eigentlich war es so, dass das Jahr 2010 dafür stehen sollte, dass wir bis dahin eine deutliche Reduktion des Biodiversitätsverlustes erzielen. Dieses Ziel werden wir nicht erreichen. Ich glaube, wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern wir müssen es ganz klar so benennen, wie es ist. Deshalb muss dieses Jahr der Biodiversität, dieses Jahr der Artenvielfalt genutzt werden, um neuen Schwung zu holen und zur Kenntnis zu nehmen, dass die Verluste an Lebensräumen und Arten dramatisch sind und dass vor allen Dingen die Geschwindigkeit, in der dieser Prozess abläuft, beängstigend ist. Schätzungen zufolge ist die von der Menschheit verursachte weltweite Verlustrate einhundert- bis tausendmal höher als der natürliche Artenschwund. Es gibt immer wieder die sehr vereinfachende Diskussion, dass sich die Artenvielfalt schon immer verändert hat. Wir hören Ähnliches auch beim Klimaschutz. Die eigentlichen Fragen heißen jedes Mal: Was ist vom Menschen verursacht? Mit welcher Geschwindigkeit vollziehen sich die Veränderungen durch unser Eingreifen in die natürlichen Zusammenhänge? Dazu muss man sagen: einhundert- bis tausendmal beschleunigter Artenverlust und Artenschwund. Dieser Verlust, dieser Artenschwund hat folgenschwere Auswirkungen für uns alle, denn die biologische Vielfalt ist so etwas wie eine Datenbank der Natur. Sie ist unersetzliche Rohstoffbasis dafür, die Grundbedürfnisse unserer rasch wachsenden Weltbevölkerung zu decken. Sie ist ein Schutzschild für die Erhaltung der menschlichen Gesundheit. Denn je mehr Artenvielfalt wir um uns haben, umso robuster ist auch unser Überlebenssystem. Wenn wir daran denken, dass es gleichzeitig eine Artenreduktion gibt und wir eine immer noch wachsende Weltbevölkerung haben, dann sind es im Grunde zwei Entwicklungen, die gegeneinander stehen und die negativen Wirkungen verstärken. Wir sollten daran denken, dass Artenvielfalt natürliche Lebensgrundlage ist. Milliarden von Menschen leben von Nahrungsmitteln aus den Ozeanen. Wenn man sich allein die Entwicklung der Artenvielfalt der Weltmeere anschaut, ist das ein höchstes Alarmsignal. Wenn wir uns vor Augen führen, wie viele Menschen von Armut betroffen sind, dass die allermeisten von ihnen in ländlichen Gebieten leben, dass sie von traditioneller Landbewirtschaftung und von dem abhängig sind, was in der Natur geerntet werden kann, dann wissen wir, dass die Erhaltung der Artenvielfalt in Form stabiler Agrarökosysteme für diese Menschen von allergrößter Überlebensnotwendigkeit ist. Das muss man immer wieder im Auge haben. Wir wissen, dass auch unsere Landwirtschaft in Europa nicht ohne die charakteristischen Bodenorganismen und die Vielfalt der Arten denkbar ist, die wir mit unseren mageren biologische Kenntnissen – ich möchte keinen beleidigen, aber ich gehe einmal von mir aus – in ihrer Komplexität gar nicht kennen. Es ist immer wieder erschütternd, wie wenige Arten wir überhaupt mit Namen benennen können und wie reich aber die Artenvielfalt insgesamt ist. Umgekehrt sichern bestimmte landwirtschaftliche Nutzungssysteme die Lebensräume von Pflanzen und Tieren. Wir wissen, dass in Deutschland – das ist ein langer Streit im Naturschutz – bestimmte Arten, so zum Beispiel Heidelandschaften, nur erhalten bleiben, weil sie beweidet werden. In meinem Wahlkreis, der ein klassischer Kranichzug-Bereich ist, ist gerade ein großer Streit ausgebrochen, ob die Futtermöglichkeiten der Kraniche in den offenen Landschaften erhalten bleiben sollen oder ob man bestimmte Landschaften zurückgibt, die durch Baumbewuchs nicht mehr als Futter- und Rastmöglichkeiten für Kraniche auf dem Zug zur Verfügung stehen. In Kulturlandschaften gibt es immer wieder viel Streit über solche Fragen. Insgesamt sind wir alle von funktionsfähigen Ökosystemen abhängig. Die Grundlage für diese Funktionsfähigkeit ist die Vielfalt. Denn nur sie garantiert, dass Entwicklungs- und Anpassungsoptionen für die Ökosysteme überhaupt aufrechterhalten werden. Diese Möglichkeiten der Anpassung sind dringend notwendig, so insbesondere, wenn wir den Rückschluss zum Klimawandel ziehen, der wiederum erheblichen Druck auf die Anpassungsfähigkeiten und Anpassungsmöglichkeiten der Organismen ausübt. Wir wissen heute immer noch relativ wenig über komplexe Ökosysteme und das Zusammenspiel der Arten. Wir wissen wenig darüber, wie Arten auf bestimmte, sich verändernde Situationen reagieren, so zum Beispiel mit Blick auf den Klimawandel. Wir können nicht genau absehen, was es für das Gesamtsystem bedeutet, wenn Arten für immer verschwinden. Aber klar ist, dass wir keinerlei Hoffnung haben, dass damit etwas Gutes verbunden ist. Man kann das an einigen Beispielen sehr deutlich machen. Ich möchte eines nennen. Wahrscheinlich kennt hier nicht jeder den australischen Magenbrüterfrosch. Ich habe auch erst im Zusammenhang mit der heutigen Veranstaltung von ihm gehört – leider zu spät. Der Name sagt schon, dass der Magenbrüterfrosch seinen Nachwuchs im Magen ausbrütet. Die Kaulquappen sondern im Magen der Mutter ein Sekret ab, das die Zersetzung durch Magensäuren und Enzyme verhindert. Die Forscher waren sehr zuversichtlich, dass sie daraus für die Medizin ein sehr gutes Medikament gegen Magengeschwüre entwickeln könnten. Die ersten Untersuchungen waren viel versprechend. Aber: Die Studien konnten nicht zu Ende geführt werden, weil die beiden einzigen Magenbrüterarten vorher ausstarben. Das zeigt, wie wir uns selbst Möglichkeiten berauben, wenn wir auf bestimmte natürliche Ressourcen nicht mehr zurückgreifen können. Ich will zwei weitere Beispiele nennen, die vielleicht etwas hoffnungsvoller sind. So haben das Anpflanzen und der Schutz von fast 12.000 Hektar Mangroven-Wäldern in Küstenregionen in Vietnam gut eine Million US-Dollar gekostet. Aber damit wurden zum Beispiel Kosten für Küstenschutzmaßnahmen in Höhe von über sieben Millionen US-Dollar eingespart. Das ist ein klassisches Beispiel dafür, wie wir durch eine gut gestaltete natürliche Umwelt auch sparen können. Es ist auch zu berücksichtigen, dass Mangroven die Kinderstube für viele Fischarten und damit die Grundlage für eine küstennahe Fischerei bilden. Das heißt also, es ist eine klassische Gewinnsituation, wenn man hier etwas tut. Von Norbert Röttgen sind schon die Verluste durch die Zerstörung der Korallenriffe erwähnt worden. Bei gleichbleibendem CO2-Ausstoß werden die Riffe wahrscheinlich innerhalb der nächsten Jahrzehnte ihre gesamte Funktionsfähigkeit verlieren – mit schlimmen Folgen für den Küstenschutz und die Fischzucht. Eine halbe Milliarde Menschen verlöre mit den Riffen ihre bisherige Existenzgrundlage unwiederbringlich. Sie alle kennen vielleicht vergleichbare Beispiele. Wir wollen diese Beispiele zusammentragen und Kosten und Nutzen genauer betrachten. Deshalb hat die Bundesregierung im Jahr 2007 zusammen mit der EU-Kommission und UNEP, dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen, eine Studie in Auftrag gegeben. Es geht hierbei um die Frage: Was bedeutet das Bereitstellen von Nahrung, Trinkwasser, Brennstoffen und Arzneimitteln durch funktionierende Ökosysteme in wirtschaftlicher Hinsicht? – Wir wissen, dass gerade die Frage des Klimawandels durch den Stern-Report sehr klar an Bedeutung gewonnen hat, da er einmal aufgezeigt hat, welchen Verlust in uns bekannten volkswirtschaftlichen Größen es bedeutet, wenn man nichts tut. Welche materiellen Mittel muss man aufwenden, um überhaupt einigermaßen die Schäden zu kompensieren? Ich glaube, wenn wir beginnen, so nachzudenken, haben wir wirklich eine Chance. Die Studie hat viel Unterstützung durch die britische Regierung und andere Länder erfahren. Dafür bin ich sehr dankbar; ich will das ausdrücklich sagen. Die Ergebnisse sollen auf der nächsten Vertragsstaatenkonferenz der Biodiversitätskonvention im Herbst in Japan präsentiert werden. Bereits die bisherigen Erkenntnisse lassen erkennen, welche enormen Kosten auf uns zukommen, wenn wir nicht bereit sind, jetzt zu handeln und gegenzusteuern. Deshalb möchte ich in dieser Festrede nicht nur die dramatische Situation schildern, sondern auch sagen, was wir konkret für den Erhalt der Artenvielfalt tun können. Erstens: Wir müssen in den Schutz und die Erhaltung von Ökosystemen finanziell investieren, weil es Investitionen sind, die sich bezahlt machen. Ich glaube, dass Deutschland während seiner Präsidentschaft in der Tat wichtige Zeichen setzen konnte. Im Mai 2008 hatte ich auf der schon erwähnten Vertragsstaatenkonferenz in Bonn zugesagt, in den Jahren 2009 bis 2012 zusätzlich 500 Millionen Euro für den Schutz von Wäldern und anderen Ökosystemen bereitzustellen – und ab 2013 dauerhaft eine halbe Milliarde Euro jährlich. Ich denke, das war eine wichtige, aber auch notwendige Zusage. Dabei haben wir in einem ersten Schritt im Rahmen der bilateralen staatlichen Entwicklungszusammenarbeit die Mittel von 200 Millionen Euro im Jahr 2008 auf über 240 Millionen Euro aufgestockt. Es ist wichtig, an diesem Beispiel noch einmal folgenden Zusammenhang deutlich zu machen: Der Schutz von Lebensräumen und Arten ist immer auch ein Teil von Entwicklungspolitik. Denn rund 80 Prozent des weltweiten Vorkommens der genetischen und biologischen Ressourcen finden sich in den so genannten Entwicklungsländern. Auch das müssen wir sehen. Der Artenreichtum ist dort sehr, sehr groß. Wenn wir zum Beispiel auf Afrika blicken, wissen wir, dass durch den Klimawandel bis zu 40 Prozent der Arten verschwinden können, da sie sich an die zunehmende Trockenheit nicht anpassen können. Wenn man zum Beispiel Südafrika besucht, kann man das heute schon erkennen. Das sind nicht Dinge, die irgendwann einmal auf uns zukommen, sondern das wird einem an bestimmten Beispielen leider schon heute deutlich gemacht. Hinzu kommt, dass Armut die Menschen zwingt, die knappen natürlichen Ressourcen zu übernutzen. Übernutzung führt natürlich zu weiterer Zerstörung. Das heißt, wir tun gut daran, in die Zukunft zu investieren und Entwicklungszusammenarbeit und Schutz der Artenvielfalt in einem Zusammenhang zu sehen. Die Zerstörung von Biodiversität hat also soziale, kulturelle und wirtschaftliche Folgen. Deshalb können wir die Millenniumsentwicklungsziele, die die klassischen Ziele im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit sind, nur erreichen, wenn die Ökosysteme dauerhaft stabilisiert werden können. Interessant ist auch: Im Grunde ist die Erhaltung der Artenvielfalt auch Teil der Klimaschutzpolitik. Das können wir zum Beispiel bei den Waldökosystemen sehr gut beobachten, die Kohlendioxid binden und so das Klima regulieren. Das war auch Thema auf der Konferenz in Kopenhagen, die uns nicht gerade optimistisch gestimmt hat. Aber wir machen weiter. Darin sind wir uns alle einig; ich habe gerade auch mit Norbert Röttgen und Herrn Steiner darüber gesprochen. Es gibt keine Alternative zu diesem Verhandlungsprozess. Gerade das Thema Wald hat hierbei eine erhebliche Rolle gespielt, wenngleich ich an dieser Stelle sagen möchte: Der Wald darf nicht als Alibi dienen, um Klimaschutz vorzutäuschen. Wir waren bei den CO2-Minderungszielen zum Schluss schon beim Abfallmanagement und ähnlichem, um noch etwas zusammenzukratzen. Das ist nicht die erforderliche qualitative Herangehensweise beim Klimaschutz. Ob Nahrungssicherung, Entwicklungszusammenarbeit oder Klimaschutz – wir sehen, wie die Dinge miteinander verwoben sind. Deswegen arbeiten in Deutschland die verschiedenen Ministerien Hand in Hand. Ich bin sehr dankbar dafür, dass dadurch manche Wälder und andere Ökosysteme nachhaltig genutzt werden, dass sie als Kohlenstoffspeicher erhalten bleiben und dass wir Entwicklungszusammenarbeit sinnvoll konstruieren. Bei der Auswahl der entsprechenden Projekte spielt die LifeWeb-Initiative eine wichtige Rolle, die auf den Schutz gefährdeter Lebensräume ausgerichtet ist. Damit bin ich nach der finanziellen Förderung bei der zweiten großen Herausforderung für die internationale Naturschutzpolitik: Wir brauchen ein weltweites Netz an Schutzgebieten, und zwar zu Lande und zu Wasser. Nun wissen wir – auch darüber ist gesprochen; wir haben damit in der Bundesrepublik Deutschland viel Erfahrung, aber manches muss man immer noch erklären –, dass global vernetzte Schutzsysteme natürlich dringend erforderlich sind. Wir wissen, dass es wenig hilft, wenn man in einem Teil der Welt etwas tut und in anderen Teilen der Welt nicht. Deshalb ist die Unterstützung der Partner beim Aufbau effektiver Managementstrukturen und bei der Finanzierung ein ganz wichtiger Beitrag. Wichtig ist zudem – das wissen wir auch von uns zu Hause –, dass die lokale Bevölkerung an den Schutzaufgaben beteiligt wird. Alles andere führt nicht zu einem nachhaltigen Erfolg. Damit befinden wir uns im Grunde wieder in einem Kreislauf. Wenn wir hehre Reden über den Schutz von Fischbeständen halten, aber eine hungernde und arme Bevölkerung vor uns haben, wird das nicht sehr tragfähig sein. Vor allen Dingen brauchen wir einen fairen Interessenausgleich zwischen Industrie- und Entwicklungsländern. Hier muss sich Europa an die eigene Nase fassen. Wenn man einmal auf einem EU-Afrika-Gipfel mit den afrikanischen Küstenstaaten über die Frage spricht, wer die größere Gefahr für die Fischbestände darstellt, dann sind es weniger die, die um das tägliche Überleben kämpfen, als vielmehr Fischereiflotten, die neben der Überfischung noch nicht einmal faire Preise für das Gefischte zahlen. Das ist ein Thema, das wir uns in Europa selbstkritisch anschauen sollten, auch wenn ich weiß, dass das sehr, sehr schwierig ist. Das dritte Handlungsfeld, das ich hervorheben möchte, ist, dass die Herkunftsländer der genetischen Ressourcen an den Vorteilen beteiligt werden müssen. Das ist auch ein sehr komplexes Thema. Wirksame internationale Abmachungen für das so genannte ABS – Access- and Benefit-Sharing – müssen sicherstellen, dass der Ressourcenreichtum in erster Linie den Ländern zukommt, aus denen er stammt. Das ist auch etwas, bei dem es ein kulturelles Manko gibt. Man glaubt, auf die Natur hat jeder irgendwie ein Zugriffsrecht und er kann tun und lassen, was er will, und muss dafür nichts zahlen. Es muss aber für uns als entwickelte Länder zur Selbstverständlichkeit werden, einem Land sein genetisches Eigentum nicht ohne Gegenleistung einfach wegzunehmen. Wir haben vor zwei Jahren in Bonn ehrgeizige Zielvorstellungen für solche internationalen Abmachungen entwickelt. Damit haben wir die Chance, aber auch die Verpflichtung, bis zur 10. Vertragsstaatenkonferenz im Herbst in Nagoya in Japan die Verhandlungen erfolgreich abzuschließen. Sie dürfen davon ausgehen, dass Deutschland das unterstützt, dass wir das gemeinsam vorantreiben wollen. Wir haben uns während unserer Präsidentschaft sehr dafür eingesetzt, dass wir vorankommen. Wir bieten auch an, den Aufbau der nötigen Expertise in den Verwaltungen weiterhin zu unterstützen, wie wir das gerade auch in afrikanischen Partnerländern getan haben. Das ist wieder ein interessanter Aspekt von Entwicklungspolitik. Letztlich kommt ein vierter zentraler Punkt hinzu: Es kommt entscheidend darauf an, die Bedeutung biologischer Vielfalt noch besser als bisher zu erklären und zu kommunizieren. Ich denke, das Internationale Jahr der Biodiversität bietet eine sehr, sehr gute Grundlage dafür, dass wir Verbraucherinnen und Verbrauchern ebenso wie den Entscheidungsträgern in der Wirtschaft mehr Sensibilität im Hinblick auf dieses Thema nahe bringen können. Wir brauchen genügend Rückhalt in der Gesellschaft bei diesem Thema. Wir brauchen ein gesellschaftliches Bewusstsein dafür, dass individuelles Verhalten direkt auf den Zustand der Ökosysteme und auf die Artenvielfalt Einfluss nimmt, dass also jeder seinen kleinen Beitrag dazu leisten kann, dass wir hier vorankommen. Der Ressourcenverbrauch – auch ein klassisches Thema im Bereich Nachhaltigkeit – muss sich an der Kapazität der Ökosysteme orientieren. Vergessen wir nicht: Die deutsche Forstwirtschaft war es, die die nachhaltige Forstwirtschaft geprägt hat und damit den Begriff der Nachhaltigkeit, also die "sustainability", sozusagen in Umlauf gebracht hat. Das, was für die Forstwirtschaft schon weit vor über 100 Jahren selbstverständlich war, muss für alle Ökosysteme wirklich gelten. Ich glaube, dass die Studie zu Kosten und Nutzen beim Erhalt von Ökosystemen, von der ich sprach, sehr hilfreich sein kann. Ich glaube auch, dass es nicht bei einer Studie bleiben darf, sondern dass es sinnvoll wäre, eine wirkliche Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik im Bereich der Biodiversität so zu etablieren, wie wir das vom IPCC als dem zuständigen wissenschaftlichen Gremium im Bereich des Klimaschutzes kennen. Ohne das Gremium IPCC, ohne die geballte wissenschaftliche Meinung – auch wenn es so ist, dass es Facetten in der Beurteilung gibt –, wäre der Klimaschutz als ein drängendes Problem nicht so nach vorne gekommen. Vielleicht ist dies auch eine Möglichkeit, um der Biodiversität mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Ich glaube, dass die Welt die Herausforderungen bewältigen kann. Ich bin dafür, dass wir eine UN-Organisation schaffen, die sich insgesamt auf dem Niveau der klassischen UN-Organisationen mit Umweltpolitik auseinander setzt. Dazu gehören Klimaschutz und Biodiversität. Vielleicht ist das ein Projekt, das wir in Richtung des Jahres 2012 anlässlich 20 Jahre Rio-Prozess umsetzen können, ohne dass die einzelnen Sekretariate, so zum Beispiel das Klimasekretariat, Angst haben müssen, dass sie sozusagen "gekillt" werden. Wir müssen der ganzen Sache mehr Schlagkraft verleihen. Sie haben an meinen Ausführungen gemerkt: Die Dinge hängen unglaublich eng zusammen. Ohne eine faire und gerechte Nutzungspolitik, ohne Armutsbekämpfung, ohne Klimaschutz und ohne Erhalt der Artenvielfalt werden wir in der Welt auf eine sehr, sehr schwierige Entwicklung zusteuern. Ganz zum Schluss, meine Damen und Herren, möchte ich Folgendes sagen: Es gibt sehr sachliche Gründe und wir wissen, was wir tun können, aber die emotionale Komponente einer artenreichen Welt, die uns immer wieder staunen lässt, die uns Ehrfurcht vor der Natur lehrt, möchte ich nicht unerwähnt lassen. Es ist etwas Faszinierendes, was alles das Leben auf der Erde darstellt. Ohne Ehrfurcht gegenüber der Natur aber werden die Menschen vielleicht auch nicht ehrfürchtig miteinander umgehen. Lassen Sie uns in diesem Sinne dieses Jahr 2010 zu einem Jahr machen, in dem wir nicht nur für die Vielfalt unserer Schöpfung werben, sondern auch dafür eintreten. Tragen Sie das weiter in die Welt hinaus. Es gibt genügend zu tun. Aber wir können das schaffen. 
Herzlichen Dank"
www.bundeskanzlerin.de/nn_683608/Content/DE/Rede/2010/01/2010-01-11-rede-bkin-biodiversitaet.html

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11.01.10
Biodiversität: Die Landwirtschaft ist der größte Artenkiller

Artenschützer zeichnen ein düsteres Bild laut WELT.DE. Allein in Deutschland kämpfen 207 Wirbeltierarten um ihr Überleben und etwa die Hälfte aller Vogelarten ist akut vom Aussterben bedroht. Pläne für die Bekämpfung des Artensterbens gibt es schon lange, doch die Regierung ist untätig, kritisieren Umweltschützer. Von Britta Schultejans.
www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article5805620/Die-Landwirtschaft-ist-der-groesste-Artenkiller.html

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08.01.10
Projektentwicklung: Vancouvers nachhaltiger Ehrgeiz – auch in Sachen Landnutzung

Die Stadt gehört zum Regionaldistrikt Metro Vancouver, der mit 2,25 Millionen Einwohnern (2007) die größte Metropolregion Westkanadas und die drittgrößte des Landes bildet. Die Stadt entstand in den 1860er Jahren als Folge der Einwanderungswelle während des Fraser-Canyon-Goldrauschs und entwickelte sich nach der Eröffnung der transkontinentalen Eisenbahn im Jahr 1887 innerhalb weniger Jahrzehnte von einer kleinen Sägewerkssiedlung zu einer Metropole. Die Wirtschaft basierte zu Beginn auf der Ausbeutung der natürlichen Ressourcen von British Columbia: Forstwirtschaft, Bergbau, Fischerei und Landwirtschaft. Nun soll die Winterolympiade Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit setzen! So lautet jedenfalls  - wie Sabine Kwapik für FAZ.ONLINE berichtet - das Motto der Olympischen Winterspiele vom 12. bis 28. Februar 2010 im kanadischen Vancouver: „Es gilt nicht nur in sportlicher Hinsicht, sondern auch für den Bau des Olympischen Dorfs. ‚Das ist das nachhaltigste Projekt in ganz Nordamerika’, behauptet die Stadtplanerin Robin Petri, die für die Unterkünfte der mehr als 2800 Athleten in der westkanadischen Metropole verantwortlich ist.“Das Sportlerquartier entstehe auf einer ehemaligen Industriebrache am Southeast False Creek, einem Meeresarm im Stadtzentrum. Der Zuschlag des Internationalen Olympischen Komitees für Vancouver als Austragungsort der 21. Winterspiele kam den Stadtplanern für die Entwicklung des 50 Hektar großen Areals gerade recht. Großereignisse dieser Art böten den Gastgebern seit je die Chance, Infrastrukturprojekte voranzutreiben und mit einer außergewöhnlichen Architektur von Sportstätten wie Unterkünften Aufsehen zu erregen. In jüngster Zeit sei der Einsatz grüner Technologien für den Prestigegewinn zwingend. So hätten etwa Sydney oder Peking ihre Olympischen Dörfer mit Abwasserfilterungen und Solaranlagen ausgestattet. Ganz nett – a ber vermutlich nicht mehr als Kosmetik. Außen vor jedenfalls bleibt eine Umweltverträöglichkeitsprüfung des Massenwintersports – olympisch und generell. Die sähe grottenschlecht aus. Was hier schon - alpenmässig - belegt wurde. (FAZ/gbk).
www.faz.net/s/Rub8E0FC0CD826A4ACA80504FD9153A70F2/
Doc~EEA61484A7BA545DCA2D7F3BFB8665D62~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Weitere Infos:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b8/Vancouver_from_air.jpg
http://de.wikipedia.org/wiki/Vancouver#Bev.C3.B6lkerungsentwicklung

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 06.01.10
Luxustourismus finanziert Landschafts- und Artenschutz
Die Umweltorganisation Great Plains finanziert sich durch Luxustourismus. Sven Michaelsen sprach für ZEIT.DE mit dem Gründer Colin Bell über aussterbende Löwen und Jeeps, die mit Frittieröl fahren. Bell: „Bell: Safari-Anbieter haben es seit einigen Jahren mit einem neuen Kundentyp zu tun. Diese Leute wollen morgens Löwen und Elefanten aus nächster Nähe sehen, sich nachmittags im Luxus-Spa verwöhnen lassen und abends Sterneküche serviert bekommen – und bei all diesem Komfort die Wildnis spüren. Unter unseren Kunden sind viele VIPs, aber wahrscheinlicher ist es, dass Sie in unseren Lodges ein Akademikerehepaar aus München oder Milwaukee treffen. …Ich denke, wir beweisen, dass High-End-Luxus und Ökologie kein Widerspruch sein muss… Den Großteil des Kapitals bringen wir durch den Verkauf unserer Carbon-Bonds auf. Indem wir Regenwald aufforsten, wird eine Menge CO2 in Sauerstoff umgewandelt.“
www.zeit.de/2010/02/Interview-Bell
Weitere Infos:
www.greatplainsconservation.com/

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06.01.09
50 Jahre Assuan-Staudamm
Helmut Vensky  befasst sich anlässlich des Jubiläums – die Bauarbeiten begannen am 9. Januar 1960 -  mit dem „Denkmal für die fatalen Folgen des Glaubens an die Technik.“ Der Nasser-Stausee ist einer der größten künstlich geschaffenen Seen weltweit. Etwa 100.000 Menschen, hauptsächlich Nubier, mussten für das Projekt umgesiedelt werden. Der Damm schadet der Landwirtschaft mehr, als er ihr nutzt. Weil der Wasserstand nicht mehr wie früher stark schwankt und die Salze auswäscht, versalzt der Boden. Das beeinträchtigt die Landwirtschaft und zerfrisst die Fundamente altägyptischer Kulturdenkmäler. An den Rändern des Niltals wächst die Wüste, weil der auf die Felder gewehte Sand nicht mehr weggespült und durch Nilschlamm ersetzt wird. Durch die fehlenden Nährstoffe im Wasser ist der Fischbestand ab Assuan zudem drastisch zurückgegangen, und sogar im Mittelmeer sind die Effekte zu spüren: Besonders im östlichen Mittelmeer sanken die Fischfänge nach dem Bau des Damms um fast die Hälfte, scheinen sich aber langsam wieder zu erholen. Der zurückgehaltene Nilschlamm ist jedoch nicht nur für die Landwirtschaft flussabwärts ein Problem, sondern auch für den Stausee selbst. Durch die zunehmende Verlandung des Sees kann immer weniger Wasser gespeichert werden. Schätzungen zufolge wird der See in etwa 500 Jahren vollständig versanden und damit für die Wasserspeicherung nutzlos sein. Flussabwärts und vor allem im Nildelta stellt auch Erosion ein großes Problem dar. Durch den Mangel an Nilschlamm, der vom Fluss transportiert wird, wird Ackerland weggespült und Uferbefestigungen beschädigt. Auch die Fischbestände im Brackwasser des Nildeltas, wo momentan ein Großteil des ägyptischen Fischs gefangen wird, werden durch das salzige Meerwasser geschädigt. Daneben gibt es eine signifikante Erosion entlang der Küsten des östlichen Mittelmeeres, da der vom Nil ins Meer gespülte Sand fehlt. (ZEIT.DE/WIKIPEDIA).
Weitere Infos:
http://www.schule.bremen.de/schulen/altes_gym/wasserprojekt/nil/assuan.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Assuan-Staudamm
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:BarragemAssu%C3%A3o.jpg&filetimestamp=20050328231347
ttp://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1f/Aswan_dam.jpg

www.yallaev.de/assuan.html www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/article1335785/Assuan-Staudamm-Der-spaete-Fluch-im-Pharaonenland.html

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06.01.10
Jemen: Armenhaus Arabiens
So titelt Reiner Herman heute auf FAZ.NET. Wenig ist hierzulande bekannt über den Staat, der kaum einer ist. Immer wieder macht der im Norden an Saudi-Arabien grenzende Staat mit spektakulären Entdührungsfällen von sich reden. Das wars – bis vor wenigen Wochen ein Selbstmordarttentäter in Detroit beinahe ein vollbesetztes Flugzeug in die Luft gesprengt häzze. Dessen Spur führt in jemenitische Ausbildungslager der Al Quaida. Terrorismusforscher Michael Bauer (wissenschaftlicher Mitarbeiter am Centrum für angewandte Politikforschung der Ludwig-Maximilians-Universität München) ebenfalls heute im interview mit B. Vorsamer auf www.sueddeutsche.de/,tt3m1/politik/543/498830/text;  „Im Norden rebellieren die Huthi-Stämme gegen die Zentralregierung. Der südliche Jemen will sich abspalten. Und die jemenitische Regierung ist zu schwach, um diese Brandherde zu kontrollieren. Eine nachhaltige Stabilisierung des Jemen ist ohnehin nur in einem politischen Prozess möglich, der einen Ausgleich zwischen diesen Konfliktparteien herstellt. Entsprechende Versuche sollten internationale Unterstützung erhalten.“. Der Jemen – so Hermann - sei als Rückzugsgebiet für Al Qaida nicht nur ein politisches Sorgenkind der arabischen Welt sondern auch das ärmste arabische Land, und es bestehe wenig Aussicht, dass sich das ändern werde – zumal die Ölprodultion kontinulich sinke. Das Land - eineinhalbmal so groß wie Deutschland – sei vor vor wenigen Jahrzehnten noch Selbstversorger war gewesen. Heute mässe es 75 Prozent der Nahrungsmittel einführen. Hermann wörtlich: „Auslöser der Nahrungsmittelkrise ist, dass die Landwirte zum Anbau der Volksdroge Qat übergegangen sind, die ihnen einen höheren Ertrag bringt als jede andere Pflanze. Qat ist aber kein Devisenbringer und verbraucht viel Wasser. Fachleute schätzen, dass auf Qat 80 Prozent des Wasserverbrauchs der Landwirtschaft entfällt. Die Landwirtschaft verbraucht wiederum 80 Prozent des gesamten Wassers. Eine Folge davon ist, dass der Grundwasserspiegel schnell sinkt und der Jemen zu den Ländern gehören wird, denen als Erstes das Wasser ausgehen wird.“ Ackerbau ist trotz Ausweitung der künstlichen Bewässerung nur auf etwa 7 % der Landesfläche möglich. Ungeachtet dessen bestimmt die Landwirtschaft einen größeren Teil der jemenitischen Wirtschaft. Auch die Fischerei und der Tourismus sind keine Wirtschaftszweige mit Wachstumsperspektiven .Die Anzahl der Touristen, die 2005 den Jemen besuchten, wurde auf 336.000 geschätzt. Es ist wenig Infrastruktur vorhanden, Hotels und Restaurants sind unter internationalem Standard und Straßen-wie Luftverkehr sind wenig entwickelt. Die Weiterentwicklung des Tourismus wird durch nicht zuletzt die schlechte Sicherheitslage verhindert. Ausländische Besucher werden immer wieder Opfer von Entführungen, weshalb nach wie vor Reisewarnungen der Außenministerien verschiedener Staaten gelten. So warnt das Auswärtige Amt: „Wegen des in Jemen bestehenden erheblichen Risikos terroristischer Anschläge, des ständig hohen Entführungsrisikos sowie der in einzelnen Landesteilen immer wieder aufflammenden Stammeskonflikte wird von Reisen nach Jemen abgeraten.“
Weitere Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Jemen
www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/01

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05.01.10
“Britain must grow more sustainable food”

Proposals for national food strategy calls for UK farming 'revolution' in response to climate change and food security: "Food security is as important to this country's future wellbeing – and the world's – as energy security. We need to produce more food. We need to do it sustainably. And we need to make sure that what we eat safeguards our health," the environment secretary Hilary Benn has told farmers. launching the government's food strategy goals for the next 20 years with a speech to the Oxford Farming Conference. (John Vidal/James Meikle).
www.guardian.co.uk/environment/2010/jan/05/uk-farming-2030-food-report

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05.01.09
taz-Streit der Woche: Müssen wir wegen des Klimawandels auf Fleisch verzichten?
60 Kilo Fleisch verzehrt ein Deutscher durchschnittlich im Jahr. 1 Kilo Rind = 250 Km Auto fahren. Zu einfach die Rechnung? Dann diskutieren sie mit.auf TAZ.DE.
www.taz.de/1/debatte/sonntazstreit/artikel/1/muessen-wir-wegen-des-klimawandels-auf-fleisch-verzichten   

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04.01.10
Plant for the Planet

Fasziniert von Wangari Maathai (Green Belt Movement), die in Kenia zusammen mit anderen Frauen mehr als 30 Millionen Bäume gepflanzt, um der Entwaldung und der Bodenerosion entgegenzuwirken, beendete der damals neunjährige Felx Finkbeiner ein Schulreferat und schloss mit dem Aufruf: „Wir Kinder sollten in jedem Land der Erde eine Million Bäume pflanzen.“ In mehr als 300 deutschen Schulen wurden seitdem eine halbe Million Bäume gepflanzt. Eine zweite halbe Million ist versprochen. Dass sich Kinder für den Schutz des Klimas engagierten, traf offensichtlich den Nerv der Zeit.. Neulich – berichtet FAZ.NET – war Felix in China wo ihm die Vizeforstministerin Felix versprochen hat, Plant-for-the-Planet auf der Expo 2010 in Schanghai zu einem Thema zu machen.
www.faz.net/s/Rub2309A3DB4F3C4474B93AA8610A24AE0A/
Doc~E360439E7C38F4A05B1D838D5AD079094~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Weitere Infos:
www.plant-for-the-planet.org

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03.01.10
Diamonds Are a Tyrant's Best Friend: Blutdiamanten aus Zentralafrika

Der illegale Handel mit Edelsteinen aus Krisengebieten nimmt wieder zu, berichtet Silvia Liebrich auf www.sueddeutsche.de/,tt7m1/finanzen/749/499033/text unter Bezug auf die spanische Tageszeitung El Pais und den Journalisten John Calin. Mit den Gewinnen aus dem Diamantenhandel werden auf dem afrikanischen Kontinent mehrere Bürgerkriege finanziert. Als ergiebige Quelle für illegal geschürfte Diamanten gilt bis heute die Kongo-Region. Im Geschäft mit geschmuggelten Steinen spielt nach Erkenntnissen der UN, der Behörden in den USA und der Europäischen Union der Machthaber Zimbabwes, Robert Mugabe, eine wichtige Rolle. Allerdings ist es nicht ganz leicht, einem Diamanten seine Herkunft anzusehen, und Zertifikate, die einen Herkunftsnachweis geben sollen, werden häufig gefälscht. Der Kimberley-Prozess ist ein komplexes System, das über staatliche Herkunftszertifikate den Handel mit sogenannten Blutdiamanten unterbinden soll. Als Blutdiamanten werden geschmuggelte Diamanten bezeichnet, durch die verschiedene Kriege in Afrika finanziert wurden bzw. werden. Seit 2003 ist der Kimberley-Prozess offiziell in Kraft, d. h. es dürfen nur solche Diamanten gehandelt werden, für die offizielle Herkunftszertifikate des jeweiligen Ursprungslandes vorliegen. Inzwischen beteiligen sich 47 Länder (die Länder der Europäischen Union als eines gerechnet), darunter sämtliche afrikanischen Diamantenproduzenten, am Kimberley-Prozess. Es gibt aber auch viele kritische Stimmen zum Kimberley Abkommen. Die deutsche Hilfsorganisation medico international kritisiert das Abkommen, weil die Kontrollen völlig unzureichend sind und fordert ferner, die am Diamantenhandel beteiligten transnationalen Unternehmen für die Beseitigung der Kriegsschäden, z.B. in Sierra Leone und Angola zur Verantwortung zu ziehen. Als sich die Mitglieder des Kimberley-Abkommens vergangenen November in Namibia trafen, ließen sie die Chance verstreichen, ihr Regelwerk zu verschärfen. Als ergiebige Quelle für illegal geschürfte Diamanten gilt bis heute die Kongo-Region. Liebrich: „Im Geschäft mit geschmuggelten Steinen spielt nach Erkenntnissen der UN, der Behörden in den USA und der Europäischen Union der Machthaber Zimbabwes, Robert Mugabe, eine wichtige Rolle. …Ein US-Abgeordneter bezeichnete die Regierung Zimbabwes als "kriminelle Organisation", die nur den Interessen Mugabes diene…Ende 2008 ließ Mugabe von seinen Soldaten das Gebiet der Marange-Mine im Osten des Landes gewaltsam räumen. Zweihundert Schürfer wurden dabei getötet. Auf dem 2000 Hektar großen Gelände sind Diamanten dicht unter der Erdoberfläche zu finden, so dass sie leicht abzubauen sind. Mugabe verschaffte sich mit Hilfe des Militärs die Kontrolle über das Abbaugebiet.
(SUEDDEUTSCHE/WIKIPEDIA/gbk)
Weitere Infos:
www.kimberleyprocess.com
http://de.wikipedia.org/wiki/Diamant
http://de.wikipedia.org/wiki/Blutdiamant
www.business-humanrights.org/Categories/Individualcompanies/O/OryxNaturalResources
www.globalpolicy.org/images/pdfs/07landgrabbingliberia.pdf
www.globalpolicy.org/component/content/article/182/33828.html

GLOBALPOLICY.ORG: The Dark Side of Natural Resources “Natural resources often lie at the heart of wars and civil strife. Huge mining and resource companies like ExxonMobil and BHP Billeton maneuver for control of enormously valuable oilfields and mineral lodes. There are many other players, including shadowy resource traders, smugglers, corrupt local officials, arms dealers, transport operators and mercenary companies. Increasing scarcity of resources further sharpens such conflicts, in which powerful governments and their military/intelligence arms are always deeply involved. This section posts many Key Documents, including UN reports and resolutions, as well as key NGO reports. These materials have helped raise public awareness and catalyzed global advocacy movements, putting the spotlight on clandestine networks, big resource companies and complicit governments North and South. A high-profile campaign has targeted the bloody consequences of the mining and trade in Diamonds. In Angola, rebel groups financed a long, violent civil war by selling diamonds on the black market. Other countries, especially in Africa, have been plagued by diamond-related conflicts. Oil and Natural Gas are the world's most valuable traded resources and probably the most conflict-prone. This section illustrates how the world's great companies in the sector, like Exxon, Shell, Total, and Lukoil, roam the planet in search of new reserves, often generating wars and civil conflicts as they vie (with help from their governments) for control of the hugely profitable fields. Water may be a "renewable" resource, but growing consumption puts increasing pressure on the world freshwater supplies. Local conflicts over water have long existed, but today a combination of water shortage and transboundary waterways gives rise to escalating international conflicts.Timber is another source of deadly conflict, as the world's forests disappear, timber prices soar, and illegal logging thrives in war zones. Minerals such as cobalt, coltan, copper, uranium and gold have fueled many civil and interstate wars in Africa. Sometimes these minerals provide rebel groups with revenue to purchase arms, and sometimes they provide governments with the resources to establish a repressive military presence in mineral-producing regions.  We also provide a number of General Articles, Analysis and Debate.  These materials help to clarify the discussion, identify proposals for policy change and examine the possibilities for effective action.”
www.globalpolicy.org/the-dark-side-of-natural-resources.html
http://twitter.com/globalpolicy

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02.01.10
Islands First sucht UN-PraktikantIen (JuristInnen und PolitikwissenschftlerInnen)
Die 2007 in den Vereinigten Staaten gegründete Organisation vermittelt Praktikanten an die UN-Missionen der „Small Island Developing States“ - zu dieser Gruppe gehören Länder wie Tuvalu, Nauru, Fidschi oder Palau. „Diese Nationen werden normalerweise kaum wahrgenommen, weil sie nicht genügend Geld und Mitarbeiter haben, um an allen wichtigen Sitzungen der UN teilzunehmen“, sagt Matthias Bergmann, der das deutsche Praktikantenprogramm von Islands First betreut. Selbstdarstellung auf ihrer Website: “While wealthy nations quibble over a price for carbon, the people living in small islands states are experiencing the real cost of climate change. Islands First assists small island states confront the threats of climate change by building the capacity of their UN missions, creating and sustaining strategic networks of scientific, environmental, and policy experts, and helping them plan political strategies for advancing their environmental agenda.”
Weitere Infos:
www.islandsfirst.org 
www.faz.net/s/RubC43EEA6BF57E4A09925C1D802785495A/
Doc~E662F5B24135A4178A127C5E24AD1230A~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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01.01.09
Doing the right thing for the planet: gute Vorsätze fürs Neue Jahr
Leo Hickman vom Guardian gibt uns zehn Tipps mit ins neue Jahr, wie wir durch Änderung unserer Eßgewohnheiten den Planeten retten können („How to green your eating habits“). Beispiel Fleisch: „The key word in all this is ‘grain fed’. The Sustainable Development Commission, the government's independent advisory body on sustainability, recently concluded that, where possible, we should choose meat that is ‘grass-fed’. But it also said we should aim to eat fewer meat and dairy products to improve our health and reduce emissions.”http://www.guardian.co.uk/environment/2009/dec/31/10-10-food-questions

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31.12.09
Geschenk zum Jahresende: „Lex E.on“
Während die Klimakanzlerin in Koppenhagen zu retten versuchte, was nicht mehr zu retten war, entsorgten ihre Parteifreunde in Nordrhein-Westfalen klammheinmlich die als ‚Klimaschutzparagraf’ bekannte Stelle im Landesentwicklungsprogramm. Sie verpflichtete das Bundesland bislang dazu, bei der Stromversorgung insbesondere einheimische und regenerierbare Energieträger’ einzusetzen. Das OVH Münster entschied daher vor einigen Monaten, siestehe dem Weiterbau des Steinkohlekraftwerks im Wege. Marcus Rohwetter befasst sich auf ZEIT.DE mit dem Skandal unter dem Titel: „Jürgen Rütgers, Schutzpatron“. www.zeit.de/2010/01/Kohle-NRW

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30.12.09
Dubai: Übermorgenland ist abgebrannt
Das Übermorgenland wurde von den Schulden von heute eingeholt. Das Märchen vom arabischen Disney-Wirtschafts-Boomland wird gerade einer schmerzhaften Realitätsprüfung unterzogen. Am 14. Dezember bewahrte der ölreiche Nachbar Abu Dhabi seinen Nachbarn mit einem Kredit von 10 Milliarden Dollar in letzter Sekunde vor der Zahlungsunfähigkeit. Im Januar will Dubai World mit seinen Gläubigern ein Stillhalteabkommen erzielen. Insgesamt hat die Staatsholding rund 40 Milliarden Dollar an Schulden angehäuft. Karim El-Gawahry auf TAZ.De zum (vorläufigen) Ende des Baubooms in und vor Dubai.
www.taz.de/1/politik/nahost/artikel/1/uebermorgenland-ist-abgebrannt

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30.12.09
Achtspurige Erweiterung: Land will die A5 ausbauen
37 Kilometer misst der Abschnitt zwischen Nordwestkreuz und Friedberg. Rund 350.000 Fahrzeuge rauschen täglich über die Rennstrecke. Den Ausbaubedarf wertet der Bundesverkehrswegeplan als "vordringlich". Von Jutta Rippegather für FR-ONLINE.
www.fr-online.de/top_news/2173231_Achtspurige-Erweiterung-Land-will-die-A5-ausbauen.html

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29.12.09
Räumliche Geschwindigkeit der Klimaveränderung

Florian Rötzer befasst sich auf TELEPOLIS mit der räumlichen Geschwindigkeit der Klimaveränderung. Bis zu 1,3 Kilometer im Jahr verschiebe sich die Temperatur dank Klimawandel Richtung Pole, was zu einer Migration oder dem Wettlauf der Arten führe. Viele Tierarten von Mücken und Käfern bis hin zu Gänsen oder Hasen hätten schon zu wandern begonnen. Die Lebensräume von Tieren könnten, so Wissenschaftler der California Academy of Sciences, des Carnegie Institute of Science, von Climate Central und der U.C. Berkeley, in einer Studie, die in Nature erschienen ist, jährlich um durchschnittlich 420 Meter Richtung Pole verschoben werden, um die Klimaveränderungen auszugleichen. www.heise.de/tp/blogs/2/146824
Weitere Infos:The velocity of climate change (Scott R. Loarie, Philip B. Duffy, Healy Hamilton, Gregory P. Asner, Christopher B. Field & David D. Ackerly): “The ranges of plants and animals are moving in response to recent changes in climate As temperatures rise, ecosystems with ‘nowhere to go’, such as mountains, are considered to be more threatened. However, species survival may depend as much on keeping pace with moving climates as the climate’s ultimate persistence.”
www.nature.com/nature/journal/v462/n7276/abs/nature08649.html

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28.12.09
Wenn öffentlicher Raum in Renditeanlagen verwandelt wird
Wolf Wetzel befasst sich auf TELEPOLIS mit dem brisanten Thema Gentrifizierung: „An dem unverständlichen Wort hängt eine Zündschnur: Wenn es die Richtigen unter den Richtigen benutzen, ist damit viel Geld zu verdienen, denn es geht um die "Aufwertung" und "Veredlung" von Stadtgebieten, der jene zum Opfer fallen, die sich das nicht leisten können. Wenn es die Falschen in verdächtigen Zusammenhängen benutzen, wie z.B. der Stadtsoziologe André Holm, dann kann man dafür wochenlang in den Knast kommen…“ www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31666/1.html

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27.12.09
Urbanisierung sei Modernisierung: Chinesischer Regierung geht die Urbanisierung des Landes zu langsam
Florian Rötzer berichtet auf TELEPOLIS, das die chinesische Regierung plane, bis 2050 65 Prozent der Bevölkerung – nach dem Vorbild der Industriestaaten - in Städten anzusiedeln. Die Verstädterung der Gesellschaft solle die Modernisierung und den Fortschritt vorantreiben. www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31793/1.html

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26.12.09
Lula und die Agrarreform in Brasilien
Präsident Lula da Silva habe sein Land geöffnet – und damit manch alten Anhänger enttäuscht. Besonders die Agrarreform blieb auf der Strecke, meint der ehemalige MST-Aktivist Netto Rodriguez auf FREITAG.DE: „’Lula ist ein Verbündeter seiner selbst’, meinte ein Repräsentant der Landlosen-Bewegung, als er nach dem Grund gefragt wurde, weshalb der Präsident nicht eingeladen war, als der MST den 25. Jahrestag seiner Gründung feierte. „Er bezeichnet sich als Verbündeten der Landlosen, zugleich aber auch als Verbündeten von Großgrundbesitz und Agrarbusiness.“ Sieben Jahre und eine Wiederwahl nach diesen Erklärungen hat Lula, der 1998 die Landreform „mit einem Federstrich“ per Dekret durchsetzen wollte, nicht nur das Image des MST-Sympathisanten abgestreift. Er hat sich auch vom Projekt der Landreform insgesamt verabschiedet. Stattdessen verteidigt er Großprojekte, die von sozialen Bewegungen und Umweltgruppen heftig bekämpft werden – so etwa das Wasserkraftwerk Belo Monte am Rio Xingu in Amazonien oder die Staudammprojekte am Rio Sao Francisco im trockenen Nordosten, die den Exportindustrien zugute kommen werden.“
www.freitag.de/politik/0952-brasilien-lula-reformen-landlose

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25.12.09
Tourismusentwicklung auf den Malediven
Der WELT.DE Journalist Stefan Quante hat eine ganz persönliche Zeitreise zu den Malediven gemacht. Zeitunterschied: 30 Jahre. Er erlebt eine Welt, die der Tourismus verändert hat. „Damals, vor 30 Jahren: Der Agent im Hafen des noch recht beschaulichen Malé (kein Haus hatte mehr als zwei Stockwerke, die Straßen waren aus weißem Sand, und niemand hatte ein Auto) schwärmt uns von den Schönheiten Himmafushis vor…. Heute kommt kaum ein Tourist mehr nach Malé, die am dichtesten besiedelte Stadt der Welt. Die höchsten Häuser haben inzwischen zehn Stockwerke, die Straßen sind asphaltiert und der Verkehr, sagen wir - eindrucksvoll.“
www.welt.de/reise/article5527892/Eine-ganz-persoenliche-Zeitreise-zu-den-Malediven.html

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24.12.09
LMBV gestaltet die Zukunft von Landschaften: „Bergbaufolgeseen zu zwei Dritteln geflutet. Lausitzer Seenlandschaft entsteht“
Presseerklärung der LMBV (Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau.Verwaltungsgesellschaft mbH mit Sitz in Senftenberg)
„Die 31 Bergbaufolgeseen in der Lausitz sind bereits zu mehr als zwei Dritteln voll, dass heißt sie sind zu 69 Prozent ihres Volumens gefüllt. Insgesamt flossen seit dem Jahr 2000 bereits 1.600 Mio. Kubikmeter Flutungswasser in die von der LMBV sicher gestalteten ehemaligen Gruben. 2009 konnte so bereits der 6. Lausitzer Bergbaufolgesee – der Bärwalder See  – seinen von den Bergbausanierern angestrebten Zielwasserstand erreichen. Neben den beiden Brandenburger Seen (Gräbendorfer und Schönfelder See) sind damit in Sachsen bereits vier Seen im Endstadium, darunter auch der Bernsteinsee, der Olbersdorfer und der Dreiweiberner See. Im Jahr 2009 konnten über die Flutungszentrale Lausitz rund 50 Mio. Kubikmeter aus der Neiße, 62 Mio. Kubikmeter aus dem Spreegebiet und 11 Mio. Kubikmeter aus der Schwarzen Elster verfügbar gemacht werden, ohne dass es zu Beeinträchtigungen von Schutzgütern oder von Versorgungsaufgaben der Vorfluter kam. Mit der in 2009 bisher gefluteten Gesamtmenge von 123 Mio. Kubikmeter (mit Stand vom 21.12.2009) ist von der LMBV in Zusammenarbeit mit LTV und LUA ein durchschnittliches Flutungsergebnis erreicht worden (2008: 155 Mio. Kubikmeter; 2007: 149 Mio. Kubikmeter; 2006: 130 Mio. Kubikmeter). Schwerpunkte bei der Flutung 2009 waren auf der brandenburgischen Seite das Restloch im Tagebau Meuro, der künftige Ilse-See, dessen Wasserspiegel um 6,65 Meter anstieg. Er speiste sich mit seinen eingeleiteten 24,5 Mio. Kubikmeter vor allem aus dem als Zwischenspeicher genutzten Restloch Sedlitz sowie aus Sümpfungsmengen der Wasserhaltung Meuro. Daher sind in der Bilanz in der  Brandenburgischen Lausitz insgesamt nur rund 14 Mio. Kubikmeter als Zuwachs zu verzeichnen. Die am Oberlauf der Neiße, der Spree und der Schwarzen Elster gelegenen Restseen in Sachsen kamen in den Genuss von 109 Mio. Kubikmeter Flutungswasser. Schwerpunkte der Flutungsaktivitäten 2009 waren wiederum der Berzdorfer See mit fast 50 Mio. Kubikmeter Wasserabnahme bei fast 6 Meter Wasserspiegelanstieg und der Bärwalder See mit rund 37,4 Mio. Kubikmeter Zuwachs. Der Bärwalder See hat damit rund 173 Mio. Kubikmeter geschluckt und eine Ausdehnung von fast 1.299 Hektar Wasserfläche erreicht. Insgesamt haben die zu flutenden Seen in der Lausitz bereits eine Wasserfläche von 80 Prozent des künftigen Endstandes erreicht. Damit konnte der durch Braunkohlenbergbau erzeugte Grundwasserabsenkungstrichter im Verantwortungsbereich der LMBV mit rund 5.000 Mio. Kubikmeter aufgefüllt werden, wovon 1.600 Mio. Kubikmeter in den Seen und 3.400 Mio. Kubikmeter im Grundwasser wiederaufgefüllt wurden. In den kommenden Jahrzehnten ist von der LMBV noch ein Defizit von rund 2.000 Mio. Kubikmeter auszugleichen, davon rund 700 Mio. Kubikmeter in den Seen und 1.300 Mio. Kubikmeter im Grundwasser. Für 2010 wird auch die komplette Fertigstellung der Neißewasserüberleitung ins brandenburgische Seenland erwartet. In 2009 wurde dazu als wichtiges Element der Obere Landgraben fast fertig ausgebaut und ertüchtigt. Im kommenden Jahr soll der Probebetrieb für diesen Abschnitt erfolgen und noch ein Bauabschnitt bei der Vorflut des Steinbach-Grabens realisiert werden, um künftig auch Neißewasser (über die momentan noch prioritäre Einleitung in den Berzdorfer See hinaus) verfügbar zu machen. www.lmbv.de
Weitere Infos:
www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,668091,00.html

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18.12.09
Vorhersehbares Catwalk-Desaster: Koppenhagen entsetzt Klimaschützer
Fast zwei Wochen haben über 190 Staaten über ein neues Klimabkommen verhandelt. Heraus kam ein "zur Kenntnis genommener“ Minimalkonsens. Das war absehbar. Das letzte Vorbereitungstreffen verhies nichts Gutes. Viel zu viele offene Fragen blieben. Welcher Teufel auch immer die Staatschefs geritten hat, vor diesem Hintergrund in Kopenhagen ein Schaulaufen zu inszenieren, bleibt ihr Geheimnis. Es war kein Blumentopf zu gewinnen. Zumal alles vor den wachen Augen der Mediewn und der zivilgesellschaft stattfand. Blogger bloggten, was das Web 2.0 hergab. Lächerlich vor diesem Hintergrund der Versuch, in einer Nachtsitzung im engsten Kreis zu einer labermäßig unverbindlichen Erlklärung zu kommen, die niemanden, schon gar nicht die heute schon betroffenen Länder, überzeugen konnte. Der versuchte Mediencoup, Misserfolg als Erfolg zu verkaufen, wurde als solcher von den Betroffenen und auch den Umweltaktivisten durchschaut. He. Wacht auf. Die Zeiten der Geheimdiplomatie, der Beeinflussung des Fußvolkes durch weitgehend regierungstreue Medien und der Volksverarschung sind mit WEB 2.0 endgültig vorbei. Auch Merkels Versuchg, China das Desaster anzuhängen („Wir haben ein selbstbewusstes China erlebt www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,668091,00.html) vernebelt nur die Tatsache, daß die Industrieländer bestenfalls bereit waren, ihre Portokasse zu öffnen, um das neben dem Welthungerproplem (das durch den Klimawandel verschärft wird) wichtigste Problem des gemeinam besiedelten blauen Planeten wenigstens zu entschärfen. Floppenhagen! Brokenhagen!" Umweltschützer und Hilfsorganisationen sind vom Uno-Gipfel enttäuscht. Der vorgeschlagene Mini-Kompromiss der 30 führenden Staaten empört sie maßlos - für die ärmsten Länder der Welt sei das "eine Katastrophe", die Millionen Menschen das Leben kosten könnte. Aus Kopenhagen berichtet Gerald Traufette für SPIEGEL.ONLINE. (SPIEGEL.DE/gbk) www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,668093,00.html

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17.12.09
Aus der Asche am Amazonas
Brasilien ist in wenigen Jahren zum Spitzenreiter in Sachen Klimaschutz aufgestiegen. Dahinter steckt die Hoffnung auf eine Art globaler Forstwirtschaftsplan mit radikaler ökologischen Agenda, genannt REDD. Nicht das Abholzen, das Schützen der Bäume soll bezahlt werden. In der Zeitschrift "Science" schrieb der unabhängige Regenwaldexperte Daniel Nepstad (Woods Hole Research Center in Falmouth, Massachusetts), dass er es für möglich hielte, die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes bis zum Jahr 2020 endgültig zu beenden. Keiner der für Redd relevanten Verträge ist bisher in trockenen Tüchern. In Kopenhagen könnte der Plan besiegelt werden. Ein Artikel von Joachim Müller-Jung auf FAZ-ONLINE.
www.faz.net/s/Rub2542FB5D98194DA3A1F14B5B01EDB3FB/
Doc~E6F9CC9BF39624E0C8E4281E7DEDDA63B~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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16.12.09
Häuptling Surui friert für den Regenwald
Hunderttausende Indianer in den Wäldern Brasiliens sind von der massiven Abholzung bedroht. Der Amazonas-Häuptling Almir Surui hat sich deshalb auf den Weg nach Kopenhagen gemacht. Seine Mission: Die Industrieländer davon zu überzeugen, dass ein lebender Wald mehr wert ist als ein toter. Aus Kopenhagen berichtet Christian Schwägerl.
www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,667349,00.html

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15.12.09
Der Terminator meint: Grüne Revolution kann neuen Wohlstand schaffen

Die industrielle Revolution hat vor 150 Jahren in eine neue Ära des Wohlstands geführt. Für Arnold Schwarzenegger, den Gouverneur von Kalifornien, könnte die grüne Revolution in Zukunft das Gleiche leisten kann. Dafür müssten Umweltschützer, Unternehmen, Bürger und Regierungen eng zusammenarbeiten. Ein Gastbeitrag auf WELT.ONLINE.
www.welt.de/politik/ausland/article5528427
/Gruene-Revolution-kann-neuen-Wohlstand-schaffen.html

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15.12.09
How the Myth of Unlimited Growth is Destroying the Planet

In this interview, Edgardo Lander, a Venezuelan leading thinker, analyzes the climate issue from another viewpoint. Lander argues that the climate change problem cannot be solved with technical top-down solutions such as carbon trading, "It is absurd to think a solution of growth can lead to something that is caused by growth itself" he says. The controversial professor believes that the South has equal share in tackling the problem.
www.globalpolicy.org/social-and-economic-policy/the-environment/general-analysis-on-the-environment/48571.html

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16.12.09
Salzwassertanks statt Ackerboden ?
Die Ausweitung der Anbauflächen für Energiepflanzen wie Mais oder Soja ließ weltweit die Lebensmittelpreise steigen, außerdem kamen immer mehr Zweifel an der Nachhaltigkeit der vermeintlich segensreichen Treibstofflieferanten auf. In Berliner Labors arbeiten Forscher nunmehr daran, mit Hilfe von Cyanobakterien den Biotreibstoff Ethanol herzustellen. Die Bakterien eignen sich dafür ganz besonders, haben sie doch eine weit höhere Photosyntheseleistung als Landpflanzen. Ein Artikel von Christoph Seidler.
www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,665958,00.html

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14.12.09
Hawaii: Erosiom spühlt die Strände weg
Hawaii lebt vom Tourismus. Das wichtigste Kapital sind seine makellosen Sandstrände. Aber die seien akut von Erosion und langfristig von einem steigenden Meeresspiegel gefährdet. Auf der Hauptinsel Oahu sei laut Geologen bereits ein Viertel der Sandstrände verloren gegangen, auf Kauai 70 Prozent der Strände von Erosion betroffen. Fachleute befürchteten, dass sich das Problem in den kommenden Jahrzehnten deutlich verschärfe, wenn die Meeresspiegel durch den Klimawandel schneller ansteigen.
www.focus.de/reisen/reisefuehrer/usa/
hawaii-erosion-spuelt-die-straende-weg_aid_461272.html

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13.12.09
Leah from Tuvalu
24 year old Leah from Tuvalu addressed the Melbourne Walk Against Warming Climate Rally detailing some of the effects of climate change being felt now and calling for an ambitious, fair and legally binding climate treaty from the Copenhagen Climate Conference. According to news reports an estimated 40,000 people took part in the Melbourne march and 90,000 around Australia. http://indymedia.org.au/2009/12/12/australians-send-a-climate-message-to-prime-minister-kevin-rudd
Weitere Infos:
http://climateimc.org  

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13.12.09
Fehmarnbelt
Sind Finanzierung und Zeitplan auch unklar - morgen wird der deutsch-dänische Staatsvertrag für die Brücke über die Ostsee unterzeichnet. Jetzt wehren sich die Ostseebäder: Der Schienenausbau brächte zusätzliche Güterzüge durch die Ferienorte. Artikel von Sven Michael Veit aug TAZ.DE.
www.taz.de/regional/nord/nord-aktuell/artikel/1/kein-bad-mehr-in-der-ostsee

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12.12.09
Kreativ-Quartiere: Notting Hill an der Ruhr

Die durch Schrumpfung und Abwanderung gebeutelte Region soll durch den Zuzug kreativer Unternehmen eine neue Perspektive bekommen. Wie in Notting Hill könnte es also auch in Dortmund funktionieren, wo gerade die ehemalige Union-Brauerei in das Kreativ-Quartier „Dortmunder U“ umgebaut wird. Von Miriam Beul, Duisburg.
www.faz.net/s/Rub8E0FC0CD826A4ACA80504FD9153A70F2/
Doc~E4CE06F32346E4DD28C03E8E369FEFA90~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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11.12.09
"Die Opfer des Klimawandels müssten vor Gericht klagen können"
Nur Regierungen schachern um den Klimaschutz. Die Betroffenen bleiben außen vor. Der Menschenrechtsexperte Theodor Rathgeber erklärt im ZEIT.DE-Interview zum Tag der Menschenrechte, wie sich das ändern soll: „Die Beschwerdeverfahren aus dem Bereich Menschenrechte, bis hin zu Verfahrensabläufen etwa beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, existieren doch bereits. Ähnliche Mechanismen könnten auch in die Klimarahmenkonvention aufgenommen werden. Wenn Menschen etwa in Vanuatu gezwungen sind, aufgrund klimatischer Veränderungen umzuziehen, sollten sie die Möglichkeit haben, sich beim UN-Klimarat zu beschweren. Und dieser müsste wiederum verpflichtet sein, darauf zu reagieren. Eine auf Gerechtigkeit gründende Klimapolitik muss den Zugang zu Klagemöglichkeiten und insgesamt die Herstellung rechtsstaatlicher Verhältnisse in die Agenda aufnehmen.“ http://www.zeit.de/wirtschaft/2009-12/interview-klimawandel-menschenrechte
Weitere Infos:
Theodor Rathgeber ist Politologe und Autor der aktuellen Studie "Klimawandel verletzt Menschenrechte", welche die Grünen-nahe Böll-Stiftung veröffentlicht hat
www.boell.de/publikationen/publikationen-7762.html

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10.12.09
Grünen-Politiker Bové: "Man muss die Menschen überzeugen"
José Bové ist bekannt als militanter Aktivist gegen McDonald's. Jetzt sitzt er als Grünen-Politiker im Europaparlament. Auf FR-online.de spricht er mit Stephan Börnecke über Landwirtschaft zwischen Ökologie und Nahrungsmittelversorgung. Der Gesprächspartner José Bové kam über die Protestbewegung der 70er Jahre zur Landwirtschaft. Er ist Gründungsmitglied der Anti-Globalisierungsorganisation Attac.
www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/doku_und_debatte/2134710_Gruenen-Politiker-Bove-Man-muss-die-Menschen-ueberzeugen.html
Weitere Infos:
http://jose-bove.eu/ 
http://de.wikipedia.org/wiki/Jos%C3%A9_Bov%C3%A9

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09.12.09
LBS spürt Belebung im Wohnungsbau – Presseerklärung LBS

Erste Trendwende im Sommer 2009 - 11 Prozent mehr Baugenehmigungen 2010 - Stärkere Impulse durch Wohn-Riester erwartet - Neubaubedarf ist weit höher

BERLIN – Nach jahrelangen Rückgängen im deutschen Wohnungsbau gibt es im Jahre 2009 erste Erholungstendenzen. Wie Verbandsdirektor Hartwig Hamm heute vor Journalisten in Berlin mitteilte, prognostizieren die Landesbausparkassen (LBS) bei den Baugenehmigungen für das 4. Quartal des laufenden Jahres und auch für 2010 erstmals wieder zweistellige Wachstumsraten. Als Ursachen nannte Hamm die abklingende Unsicherheit potenzieller Bauherren nach der Krise und das allmähliche "Greifen" der Riester-Förderung für Wohneigentümer. Der tatsächliche Neubaubedarf sei im übrigen noch weitaus höher als die 195.000 genehmigten Wohnungen, die für 2010 zu erwarten seien (nach voraussichtlich 176.000 Einheiten im Jahre 2009). Der LBS-Sprecher wies darauf hin, dass die Verbesserungen bei den Wohnungsbaugenehmigungen im bisherigen Jahresverlauf kaum Beachtung gefunden hätten. Während das 1. und 2. Quartal noch Minusraten von 11,3 und 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr aufwiesen, sei im 3. Quartal erstmals ein deutliches Wachstum von 6,6 Prozent registriert worden. Für das 4. Quartal prognostizieren die LBS sogar einen Anstieg von 13 Prozent. Insgesamt resultiert daraus für 2009 ein Plus von knapp 1 Prozent auf 176.000 genehmigte Wohnungen. Mehr als zwei Drittel davon entfallen auf Eigenheime und Eigentumswohnungen. Für 2010 erwarten die Bausparkassen der Sparkassen ein weiteres Wachstum von 11 Prozent auf 195.000 Genehmigungen. Das wäre der höchste Wert seit vier Jahren, läge aber immer noch 20 Prozent unter dem Niveau der Jahre 2005/2006. "Die Richtung stimmt, aber wir sind noch weit vom tatsächlichen Neubaubedarf entfernt", so Hamm. Er verwies darauf, dass nach einer LBS-Umfrage vom Jahresbeginn die Mehrheit der deutschen Wohnungsbauexperten einen jährlichen Bedarf in der Größenordnung von 270.000 bis 350.000 Einheiten sehen - mindestens 50 Prozent mehr als die aktuellen Werte. Der internationale Vergleich zeige zudem, dass in allen Nachbarstaaten die Wohnungsneubauintensität mindestens doppelt so hoch ist wie hierzulande - mit Ausnahme Dänemarks, wo 2009 "nur" 65 Prozent mehr Wohnungen pro 1.000 Einwohner gebaut werden (3,3, verglichen mit nur 2,0 in Deutschland). Hamm verwies in diesem Zusammenhang auch auf die aktuelle Wohnflächenprognose des Forschungsinstituts empirica, die deutlich gemacht habe, dass die wachsende Zahl der Haushalte noch mindestens bis 2030 die Flächenansprüche kontinuierlich in die Höhe treibt. Dabei entfällt der Löwenanteil des Bedarfs auf den Wohneigentumsbereich. Dass diese Faktoren sich auf Dauer auch stärker in der Bautätigkeit niederschlagen, dafür sprechen nach den Worten des LBS-Direktors das nach wie vor extrem niedrige Zinsniveau und die auch im internationalen Vergleich günstigen Immobilienpreise. "Noch konzentriert sich das Käuferinteresse vor allem auf die preisgünstigen Angebote aus dem Bestand", sagte Hamm. So hätten die LBS-Immobiliengesellschaften als größte Maklergruppe in Deutschland in den ersten drei Quartalen 2009 bei gebrauchten Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen ein Umsatzplus von über 10 Prozent verzeichnet. Es sei aber nur eine Frage der Zeit, bis das Angebot an Gebrauchtobjekten knapper werde und mehr Neubau nötig sei, um Engpässe zu vermeiden. In vielen wirtschaftsstarken Ballungsräumen könne man entsprechende Signale bereits jetzt erkennen. Der LBS-Sprecher hob hervor, dass die "Bezahlbarkeit" auch von neuen Häusern und Eigentumswohnungen zurzeit so gut ist wie selten zuvor. "Wir brauchen jetzt gezielte Anreize, damit die Menschen mehr Mut zu einer solide finanzierten Investitionsentscheidung haben", so Hamm. Die Einbeziehung von Wohneigentum in die Förderung der privaten Altersvorsorge sei ein wichtiger Schritt gewesen. Zusätzliche Impulse gebe es, wenn ab 2010 Guthaben auf vorhandenen Riester-Konten ohne Einschränkung als Eigenkapital für den Immobilienerwerb genutzt werden können. Daneben sei es richtig, wenn in der Koalitionsvereinbarung angekündigt werde, die "Eigenheimrente" zu vereinfachen. Außerdem müssen dort, wo die Schaffung von Wohneigentum bei durchschnittlichen Familien an den hohen Preisen zu scheitern droht, die Länder gezielt helfen. Schließlich sei es eine Daueraufgabe, ausreichend bezahlbare Grundstücke möglichst stadtnah und mit geeigneter Infrastrukturanbindung zur Verfügung zu stellen. "Die Menschen wollen mehr Wohneigentum. Die Politik ist auch für eine höhere Wohneigentumsquote. Deshalb geht es jetzt darum, dass Länder und Kommunen mit Förderangeboten und Baulandprogrammen konkret die Chancen vor allem für bauwillige Familien verbessern", sagte Hamm abschließend. www.lbs.de/ht/presse/pressemitteilungen/lbs-bundesgeschaeftsstelle/belebung
www.lbs.de/lbs/pics/upload/tfmedia1/HBFAAQhaazx.jpg

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08.12.09
Windturbinen hundertmal effektiver als Windräder

Windfarmen seien ein Ärgernis, weil die einzelnen Windräder Abstand voneinander brauchen. Damit verteilten sich Lärm und Schatten auf große Flächen. Jetzt präsentierten US-Forscher eine Lösung: Sie setzen auf einen eigentlich unmodernen Typ von Windturbine. Ihre Ausrichtung orientiert sich am Vorbild von Fischen. Artikel von Dörte Sasse auf WELT.DE.
www.welt.de/wissenschaft/article5464717/Windturbinen-hundertmal-effektiver-als-Windraeder.html

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04.12.09
René Ngongo (Democratic Republic of Congo) bekommt den Alternativen Nobelpreis – Originalerklärung auf der Website des Right Livelihood Award for outstanding vision and work on behalf of our planet and its people
"...for his courage in confronting the forces that are destroying the Congo's rainforests and building political support for their conservation and sustainable use."
The Congo rainforest, in global importance second only to that of the Amazon, is under grave threat from the aftermath of war, population pressure and corporate exploitation. Since 1994, including through the civil war from 1996-2002, René Ngongo has engaged, at great personal risk, in popular campaigning, political advocacy and practical initiatives to confront the destroyers of the rainforest and help create the political conditions that could halt its destruction and bring about its conservation and sustainable use.
Life and career
René Ngongo was born in Goma in October 1961, and took a Bachelor in biology from the University of Kisangani in 1987. It soon became clear to him that the Congo rainforest, the second largest tropical forest in the world, is under very grave threat - both because of the poverty of local people who cut the forest to satisfy their need for food and fuelwood and because of commercial logging and mining. In 1994 Ngongo founded, and became the national coordinator of, OCEAN (Organisation concertée des ecologistes et amis de la nature). OCEAN started as an environmental NGO in Kisangani, but has managed to reach out to the entire country through the work of volunteers. OCEAN's main activities are agroforestry, urban tree-planting, reforestation nurseries for the most threatened species, distribution of improved cooking stoves, monitoring of the exploitation of natural resources, education, especially through radio and TV broadcasts, and the advocacy and lobbying on local, national and international level. Ngongo has also worked both for the Forest Stewardship Council (FSC) and the Extractive Industries Transparency Initiative (EITI). Since 2008, Ngongo has been working for Greenpeace to build up the new Greenpeace DRC office. He handed over the leadership of OCEAN to a younger colleague and became a member of its Administrative Council instead.
Promoting sustainable land use
The first focus of Ngongo's work was to promote sustainable land use models that would allow the local population to satisfy their need for food and fuelwood, and to receive a better income, without destroying the forest. From 1992 to 2000, Ngongo had a weekly radio programme on nature protection and the impact of deforestation called 'L'Homme et son Environnement - MAZINGIRA'. At the same time, Ngongo developed pedagogical tools and provided trainings for farmers to learn about alternatives to the destructive "slash and burn" agriculture. He created in Kisangani demonstration fields for sustainable agricultural techniques like agroforestry (growing food in the forest without destroying it) and taught locals how to save on fuelwood through improved cooking stoves.Ngongo also co-ordinated the creation of a seedling plantation with 20,000 seedlings of the most exploited tree species in the Eastern province. This plantation provided trees for several events such as 'green city' (Ville Verte) during which tree planting took place in abandoned parks, along avenues and in schools. Children were actively involved in these events to ensure widespread dissemination of the environmental messages.
Exposing destructive mining and logging
Throughout the wartime years of 1996-2002 Ngongo was actively monitoring the exploitation of natural resources by the different warring parties. Many international organisations and research institutes recognised OCEAN as a key source of information. For instance, Ngongo's research on illegal mining operations (diamonds and other minerals) contributed to the UN Security Council expert panel report on the illegal exploitation of natural resources in the DRC. Ngongo is convinced that the struggle for the control over natural resources was the main driving force of the conflicts in the DRC that left millions of people dead. Since the civil war ended, the destruction of the Congo rainforest has accelerated even more, because the DRC is now safe terrain for the big forestry multinationals to operate. OCEAN became the key organisation exposing irresponsible logging practices as well as weak governance and a lack of transparency in the forest and mining sectors. Not surprisingly, Ngongo has experienced a considerable amount of threats, manipulation and intimidation. Today, the rainforests of the DRC are at a crossroads. In January 2009, the government finished a legal review of 156 forest concessions (on 20 million hectares) and concluded that 91 of them had been illegal. However, in September 2009, several companies whose contracts had been declared illegal by the joint ministerial commission in January continued their activities in total impunity. Thus, it is one of Ngongo's priorities to campaign for the implementation of the government's decision and for respecting the moratorium on new logging activities in the forests of the DRC. He is arguing that the further destruction of the Congo rainforest would put local communities, who depend on the forest for their livelihoods, at great risk. It would also further accelerate global warming and make the DRC more vulnerable to its effects.
Capacity building
Much of Ngongo's work is dedicated to strengthening the knowledge and capabilities of NGOs, politicians and local authorities in the Democratic Republic of Congo to effectively protect the forest. He has coordinated training sessions for national and provincial politicians on the forest code. OCEAN is working with local communities affected by road construction projects to make sure that their voices are heard. In addition, Ngongo's ongoing support of grassroots initiatives provided a strong basis for the development of the 'Reseau des Resources Naturelles', a Congolese umbrella organisation for civil society groups working on mining and forestry issues. Ngongo has also organised many consultations with politicians, donors and industry representatives to promote sustainable forestry practices.
Quotation
"The forests of the DR Congo and the Congo Basin, the planet's second 'lung', are a precious heritage that should be preserved. Those forests should not be considered merely as raw material to be exported and should neither only be seen as a carbon reservoir. Before anything else, it is a living environment, a grocery store, a pharmacy, a spiritual landmark for millions of forest communities and aboriginal peoples, those who are our forest's main guardians. Destroying the forest means destroying lifestyles that are worth as much as others... Those extraordinary forests, with a unique biodiversity, also represent a major asset for the DRC and the entire planet when it comes to the fight against climate change. Valorising them as standing forests brings about a quarter of the answer on how to defuse the threat of climate change. But unfortunately, with 13 million hectares disappearing each year, what future are we handing over to future generations? And in the meantime, so many meetings, speeches, good intentions...” 
www.rightlivelihood.org/ngongo.html

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04.12.09
Wohlstand ohne Wachstum
Es ist die dringlichste Aufgabe, die Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und NGOs im kommenden Jahrzeht auf der Agenda haben müssen. Zu lange sind wir um das goldene Kalb „Wachstum“ getanzt. Inzwischen haben uns Wissenschaftler vorgerechnet, daß wir mehrere Erden bräuchten, wenn wir mit der Wachstumsideologie weitermachen. Es sind dies längst nicht mehr nur die üblichen Verdächtigen aus dem Umfeld der linksalternativen Ökoszene. Das Thema ist auch auf präsidialer Ebene angekommen, wie Sarkozy – linksalternativer ökobewegungsorientierter Tendenzen unverdächtig – beweist. Wir haben an dieser Stelle öfter zum Thema berichtet und zu entsprechenden Artikeln verlinkt. Till Schwarze von N-TV hat einen weiteren Beitrag geleistet, auf den wir nunmehr hinweisen. In der Vorschau schteibt er: „Ist Wachstum wirklich für unser Leben notwendig, wie Kanzlerin Merkel stets betont? Von Bundespräsident Köhler über Frankreichs Präsident Sarkozy bis hin zur EU-Kommission fordern Politiker die Abkehr von der "Wachstumseuphorie". Für ein radikales Umdenken setzt sich auch Bremens Umweltsenator Loske ein: "Wohlstand braucht kein Wachstum." (N-TV/gbk)
www.n-tv.de/politik/dossier/Wohlstand-ohne-Wachstum-article623844.html

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04.12.09
Ballermann
Dass die inzwischen so benannte „Playa de Palma“ rund um die Plattenbauten zwischen Can Pastilla und S’Arenal (der Wiege des Pauschaltourismus) weg vom Ballermann-Image will, ist seit Jahren ein offenes Geheimnnis. Mit den Sauftouristen lässt sich kein Blumentopf gewinnen. Sie kommen nur, wenn es warm ist, und lassen auch nicht sonderlich viel Geld auf der Insel. Viel interessanter sind die Wanderer und Radler aus der Szene der LOHAS. Jahrelang wurde auf der Baleareninsel diskutiert, wie sich aus der Playa de Palma eine stilvolle Tourismusmeile machen lässt – nun kommt Bewegung in die Sache. Vielleicht, eventuell, hoffentlich. Auf Mallorca ticken die Uhren langsamer – wenn es nicht um kurzfristig erreichbare Gewinne geht sondern um nachhaltige Projekte. Sybille Nobel-Sagolla erklärt uns auf WELT.DeE, wie das gehen soll.
www.welt.de/reise/article5422638/Playa-de-Palma-will-weg-vom-Ballermann-Image.html

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02.12.09
'Greening of Hate' und ‘Planet-Management’

Der Klimawandel wird ganz allmählich zum Sicherheitsproblem umgedeutet. Dass das Problem der Nachhaltigkeit auch totalitär gelöst werden kann, habe Carl Amery 1998 in seinem Buch "Hitler als Vorläufer" dargelegt – so Nils Boing auf Technology Review. Amerys These sei es: „Der Nationalsozialismus von Hitler mit Euthanasie und Holocaust war kein singulärer Unfall in der Geschichte, sondern die barbarische Antwort auf ein sich erstmals andeutendes Nachhaltigkeitsproblem der westlich-industriellen Zivilisation.“ Die nationalsozialistische Ideologie sei nach Amery eine Verneinung der bis in die Antike zurückreichenden Tradition eines jüdisch-christlichen Humanismus. In der sah Amery auch die sozialistische Theorie seit dem 19. Jahrhundert: "Sie stand auf der granitenen Überzeugung: Es reicht für alle." Hitlers Selektionswahn hingegen baute auf der Ansicht auf: Es reicht nicht für alle - nur für ein "Herrenvolk". Die Hitler-Ideologie berge nach Amery ein Angebot an Zukunftselementen, dem sich weder die gegenwärtige zeitgeschichtliche Auseinandersetzung noch der gegenwärtige politische Betrieb zu stellen wagen. Boeing: „Moderner könnte man das Programm, das sich daraus ergibt, auch ‚Planet-Management’ nennen, schrieb Amery. Die wichtigsten Werkzeuge des Planet-Managers sind totale, lückenlose Überwachung und Selektion. Menschenrechte und der Schutz von Minderheiten stehen hierbei selbstverständlich zur Disposition.“.
www.heise.de/tr/blog/artikel/Planet-Management-873580.html
Weitere Infos:
Carl Amery, Hitler als Vorläufer - Auschwitz - der Beginn des 21. Jahrhunderts?, Luchterhand 1998
http://www.zeit.de/1998/01/Schwarze_Metaphysik?page=all (Rezension)
http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Amery

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28.11.09
Madrid: Bauen, was das Zeug hält
Der Großraum Madrid zählt mit etwa sechs Millionen Einwohnern zu den größten Metropolen Europas. Madrid ist (ohne Vororte) mit rund 3,3 Millionen Einwohnern nach London und Berlin die drittgrößte Stadt der Europäischen Union. Nicht nur an der spanischen Mittelmeerküste, sondern auch im Großraum standen bis zur Immobilkien- und Finanzkrise die Betonmischer nicht still. Florian Haupt weist auf MERIAN.DE darauf hin, daß man mit einem zehn Jahre alten Stadtplan zumindest in den Außenbezirken nicht mehr weit komme. Die Stadt sei in diesem Zeitraum um gut 300.000 Einwohner gewachsen (auf jetzt 3,2 Millionen), der Großraum um über eine Million (auf jetzt 6,3 Millionen). Das Metronetz habe sich von 170 auf 320 Kilometer fast verdoppelt.
www.merian.de/reiseziele/artikel/a-663600.html 
http://de.wikipedia.org/wiki/Madrid 

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27.11.09
Hashima: Geisterstadt im Ozean
Die Insel diente von 1887 bis 1974 als unterseeisches Kohleabbau-Gebiet und ist seitdem unbewohnt Sie besaß ursprünglich eine Breite von 120 m und eine Länge von 320 m. Durch sechs verschiedene Aufschüttungen mit Abraum beginnend ab 1897 erreichte sie ihre heutigen Ausmaße einer Breite von 160 m, einer Länge von 480 m und einer Küstenlänge von 1,2 km. Die Fläche beträgt 6,3 ha. 1959 wurde eine Bevölkerungsdichte von 83.476,2 Einwohnern pro Quadratkilometer festgestellt – eine der höchsten jemals aufgezeichneten Bevölkerungsdichten der Welt. Elektrizität und Wasser kam über unterseeische Leitungen von der Hauptinsel, Gemüse, Tee oder Kräuter wurden von den Bewohnern auf Dachgärten angebaut. Im Laufe der Energiereformen wurde die Stilllegung der Werke am 15. Januar 1974 beschlossen. Bis auf ein Demontagekommando waren alle Bewohner auf der Stelle arbeitslos und hatten dementsprechend große Eile, die Insel zu verlassen; das letzte Boot verließ die Insel bereits am 20. April 1974. Für viele Japaner gilt sie als Mahnmal der rücksichtslosen Industrialisierung und Ausbeutung von Mensch und Natur – auch mit Hinsicht auf die unrühmliche Funktion als zeitweiliges Arbeitslager. Christoph Gunkel erinnert heute an den trutzigen, grauen Koloss aus Stahl und Beton, der seit April 2009 ist Hashima erstmals nach 35 Jahren wieder für Besucher zugänglich ist.
http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/5562/geisterstadt_im_ozean.html 
http://de.wikipedia.org/wiki/Hashima_(Insel) http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6c/Nagasaki_Hashima_01.png

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26.11.08
Das ist der Gipfel!
Die politischen Schwergewichte der Welt buchen Flugtickets nach Dänemark. Mehr als ein Fototermin dürfte dabei nicht rauskommen. Die Rettung der Menschheit als politischer Catwalk. Klasse Idee. Danke Obama. Danke Wen Jiabau. Auch im Namen  der Bewohner von Tuvalu, der Malediven, Bengalens ….. und der Liebhaber von Mallorcas Stränden. Und - so nebenbei gesagt - der vielen Klimaflüchtlinge und alleine klimawechselbedingt Hungernden, die wir schon heute zu beklagen haben.  (SPIEGEL.DE/gbk)
www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,663549,00.html

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25.11.09
CORINE: Internationaler Buchpreis an Alex McLean für „Der American Way of Life oder Das Ende der Landschaft“
CORINE wird bereits zum neunten Mal im Rahmen einer TV-Gala verliehen. Wie der OSCAR im Filmbusiness, so gehört die alljährliche Verleihung der CORINE für die Verlagswelt zu den großen Ereignissen. Schirmherr ist der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer. Die Laudatio auf Alex McLean hielt gestern die Wissenschaftsmoderatorin Nina Ruge. Sie lud den anwesenden McLean zu einem Flug über Deutschland ein. Hoffentlich nimmt er die Herausforderung an.
CORINE-Hompage www.corine.de zum Buch (das wir nach seinem Erscheinen bereits an dieser Stelle vorgestellt haben, siehe auch www.landusewatch.info/40582/41448.html)
In ebenso brillanten, wie erschreckenden Bildern hält Alex MacLean seinen Landsleuten den Spiegel der Zerstörung ihres Kontinents vor. Seit über 30 Jahren dokumentiert der Architekt, Fotograf und Harvard Absolvent die Veränderung des amerikanischen Kontinents anhand von spektakulären Luftbildern aus mehreren hundert Metern Höhe. Seine Aufsehen erregenden Aufnahmen wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen auf der ganzen Welt gezeigt und vielfach ausgezeichnet. Die Arial-Shots zeigen die USA als Vorreiter auf dem Weg in die ökologische Apokalypse. Da werden Golfplätze, Reihenhaussiedlungen und ganze Städte mitten in die Wüste gebaut, neue Ferienhochburgen entstehen unmittelbar an ansteigenden und orkangefährdeten Meeresufern, Kohle- und Kernkraftwerke gewaltigen Ausmaßes beziehen ihr Kühlwasser aus natürlichen Gewässern und schicken es auch wieder dorthin zurück. In täuschend schönen Bildern und ausführlichen Kommentaren kritisiert er den unverantwortlichen Umgang mit Energien und natürlichen Ressourcen. Sein Appell zur Rettung des Planeten Erde richtet sich an die gesamte Weltgemeinschaft – und damit an jeden einzelnen von uns. “Noch nie hat uns ein Fotograf mit so ästhetischen Bildern zum Schaudern gebracht.“
Weitere Infos:
» Website des Verlags Schirmer/Mosel
» Bildmaterial zum Download bei Schirmer/Mosel (Zugang über Pressemeldung vom 24. August 2009) 
Die Preisverleihung wird am Samstag, den 28. November 2009 um 20:15 Uhr im Bayerischen Fernsehen wiederholt. 

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24.11.09
Forscher warnen vor blitzartigem Klimawandel

Die Erde erwärme sich viel schneller, als es selbst düsterste Szenarien vorhergesagt hätten. Für Gegenmaßnahmen blieben nur noch wenige Jahre. Diese dramatische Warnung häzzen jetzt renommierte Klimaforscher veröffentlicht. Kritiker hielten den Bericht jedoch für überzogen. Ein Artikel von Markus Becker auf SPIEGEL.ONLINE.
www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,663045,00.html

Original der Presseerklärung: Climate change accelerating beyond expectations, urgent emissions reductions required, say leading scientists.
Global ice-sheets are melting at an increased rate; Arctic sea-ice is disappearing much faster than recently projected, and future sea-level rise is now expected to be much higher than previously forecast, according to a new global scientific synthesis prepared by some of the world’s top climate scientists. In a special report called ‘The Copenhagen Diagnosis’, the 26 researchers, most of whom are authors of published IPCC reports, conclude that several important aspects of climate change are occurring at the high end or even beyond the expectations of only a few years ago. The report also notes that global warming continues to track early IPCC projections based on greenhouse gas increases.  Without significant mitigation, the report says global mean warming could reach as high as 7 degrees Celsius by 2100. The Copenhagen Diagnosis, which was a year in the making, documents the key findings in climate change science since the publication of the landmark Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) Fourth Assessment Report in 2007. The new evidence to have emerged includes:Satellite and direct measurements now demonstrate that both the Greenland and Antarctic ice-sheets are losing mass and contributing to sea level rise at an increasing rate. Arctic sea-ice has melted far beyond the expectations of climate models. For example, the area of summer sea-ice melt during 2007-2009 was about 40% greater than the average projection from the 2007 IPCC Fourth Assessment Report.Sea level has risen more than 5 centimeters over the past 15 years, about 80% higher than IPCC projections from 2001. Accounting for ice-sheets and glaciers, global sea-level rise may exceed 1 meter by 2100, with a rise of up to 2 meters considered an upper limit by this time.  This is much higher than previously projected by the IPCC.  Furthermore, beyond 2100, sea level rise of several meters must be expected over the next few centuries.In 2008 carbon dioxide emissions from fossil fuels were ~40% higher than those in 1990. Even if emissions do not grow beyond today’s levels, within just 20 years the world will have used up the allowable emissions to have a reasonable chance of limiting warming to less than 2 degrees Celsius. The report concludes that global emissions must peak then decline rapidly within the next five to ten years for the world to have a reasonable chance of avoiding the very worst impacts of climate change.To stabilize climate, global emissions of carbon dioxide and other long-lived greenhouse gases need to reach near-zero well within this century, the report states.

The full report is available at  download.copenhagendiagnosis.orgStatements by Authors

"Sea level is rising much faster and Arctic sea ice cover shrinking more rapidly than we previously expected. Unfortunately, the data now show us that we have underesti­mated the climate crisis in the past." Professor Stefan Rahmstorf, Professor of Physics of the Oceans and a Department Head at the Potsdam Institute for Climate Impact Research in Germany.
"Carbon dioxide emissions cannot be allowed to continue to rise if humanity intends to limit the risk of unacceptable climate change.  The task is urgent and the turning point must come soon. If we are to avoid more than 2 degrees Celsius warming, which many countries have already accepted as a goal, then emissions need to peak before 2020 and then decline rapidly." Professor Richard Somerville, Scripps Institution of Oceanography, University of California, San Diego, USA.
"We have already almost exceeded the safe level of emissions that would ensure a reasonably secure climate future. Within just a decade global emissions need to be declining rapidly. A binding treaty is needed urgently to ensure unilateral action among the high emitters." Professor Matthew England, ARC Federation Fellow and joint Director of the Climate Change Research Centre of the University of NSW, Australia.
"This is a final scientific call for the climate negotiators from 192 countries who must embark on the climate protection train in Copenhagen. They need to know the stark truth about global warming and the unprecedented risks involved." Professor Hans Joachim Schellnhuber, Director of the Potsdam Institute for Climate Impact Research (PIK) and Chair of the German Advisory Council on Global Change (WBGU).
"The adjustment of glaciers to present climate alone is expected to raise sea level by approximately 18 centimeters. Under warming conditions glaciers may contribute as much as more than half a meter by 2100.”
Dr. Georg Kaser, Glaciologist at the University of Innsbruck, Austria.
“Warming of the oceans and increased uptake of CO2 is of increasing concern for the marine environment. The loss of biodiversity due to upper ocean warming, ocean acidification and ocean de-oxygenation will add dramatically to the existing threads of overfishing and marine pollution".Professor Martin Visbeck, Professor of Physical Oceanography and Deputy Director of IFM-GEOMAR.
"The climate system does not provide us with a silver bullet. There is no escape but to start reducing greenhouse gas emissions as soon as possible." Professor Nicolas Gruber, Professor for Environmental Physics, ETH Zürich.
"Climate change is coming out even clearer and more rapidly in the recent data. The human contribution is not in doubt." Professor Corinne Le Quéré, University of East Anglia School of Environmental Sciences, UK
"Climate change is accelerating towards the tipping points for polar ice sheets. That's why we're now projecting future sea level rise in metres rather than centimeters." Professor Tim Lenton, University of East Anglia School of Environmental Sciences, UK
"Reducing tropical deforestation could prevent up to a fifth of human CO2 emissions, slowing climate change and helping to maintain some of the planet's most important hotspots of biodiversity." Professor Peter Cox, Climate System Dynamics at the University of Exeter, UK
"New ice-core records confirm the importance of greenhouse gasses for past temperatures on Earth, and show that CO2 levels are higher now than they have ever been during the last 800,000 years. The last time Earth experienced CO2 levels this high was millions of years ago." Professor Jane Francis, University of Leeds, UK
"The reconstruction of past climate reveals that recent warming in the Arctic and in the Northern Hemisphere is highly inconsistent with natural climate variability over the last 2000 years." Dr Alan Haywood, Reader in Paleoclimatology, the University of Leeds, UK

The Copenhagen Diagnosis, 2009: Updating the World on the Latest Climate Science. I. Allison, N.L. Bindoff, R.A. Bindschadler, P.M. Cox, N. de Noblet, M.H. England, J.E. Francis, N. Gruber, A.M. Haywood, D.J. Karoly, G. Kaser, C. Le Quéré, T.M. Lenton, M.E. Mann, B.I. McNeil, A.J. Pitman, S. Rahmstorf, E. Rignot, H.J. Schellnhuber, S.H. Schneider, S.C. Sherwood, R.C.J. Somerville, K. Steffen, E.J. Steig, M. Visbeck, A.J. Weaver. University of New South Wales Climate Change Research Centre (CCRC), Sydney, Australia.

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23.11.09
40 Jahre Unter unserem Himmel
Topographie: Bauen und Bewahren Grün kaputt – ein immer noch aktueller Film von Dieter Wieland aus dem Jahr1983

Lange bevor ökologische Themen zum journalistischen Repertoire gehörten, hat Dieter Wieland in „Unter unserem Himmel“ die Zersiedelung der Landschaft, die Verschandelung von Städten und Dörfern erkannt und eindringlich geschildert. Wie kaum ein anderer hat er die Veränderungen des Landes Bayern dokumentiert – und mit seiner unnachahmlichen Art kommentiert. Bis heute kämpft er in seiner preisgekrönten Reihe „Topographie" für den Schutz unserer gewachsenen und gebauten Kulturlandschaft. Zum 40. Jubiläum von „Unter unserem Himmel“ sendet das Bayerische Fernsehen einen seiner Aufsehen erregendsten Beiträge: „Grün kaputt“. Zur Erstausstrahlung 1983 schrieb Dieter Wieland: „Ein Kahlschlag geht durchs Land. Aber es sind nicht nur die großen, auffälligen Aktionen wie Startbahn West oder Rhein-Main-Donau-Kanal, die das Grün in Deutschland dezimieren. Viel schreckender und folgenschwerer sind die tagtäglichen privaten Abholzungen mit der Motorsäge, die in der freien Landschaft kaum noch Flurgehölze oder Hecken, Streuobstanlagen, Einzelbäume oder Alleen übriggelassen haben. Wir kennen kaum noch Bäume in der freien Flur. Noch nie standen Bauernhöfe und Dörfer so nackt und kahl in der Landschaft. Genauso erbarmungslos gehen Gartenbesitzer und Eigenheimbauer gegen jeden alten Baumbestand vor. Aus Angst vor Herbstlaub, Fallobst und vor Schatten sind in den letzten Jahren fast nur noch kniehohe Krüppelkoniferen gepflanzt worden – pflegeleicht, aber unfruchtbar und völlig wertlos als ökologische Basis für ein Tier- und Vogelleben und zur Verbesserung von Luft und Klima in unserem Wohnbereich. Es ist nicht damit getan, von der Industrie Maßnahmen gegen den Ausstoß von Schwefel zu fordern. In dieser Krise der Natur ist jeder einzelne zum Handeln aufgerufen.“ Wiederholung der Erstsendung vom 23. Oktober 1983 heute im Bayerischen Rundfunk. Hat jemand einen Mitschnitt?
www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/unter-unserem-himmel/gruen-kaputt-dieter-wieland-himmel-bub-2009-ID1255440949737.xml 
Weitere Infos:
www.br-online.de/download/pdf/alpha/w/wieland.pdf (Interview mit Wieland)
http://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Wieland 

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23.11.09
„Koloss von Rügen“ wird (teilweise) Jugendherberge

4,5 Kilometer NS-Vergangenheit verriegeln seit siebzig Jahren den Zugang zum flachen Sandstrand des Prorer Wiek. Die schönste Bucht der Insel Rügen haben sich die Nationalisten für ihr "Seebad der 20.000" ausgesucht. Im Auftrag der NS-Organisation "Kraft durch Freude" wurde Prora zwischen 1936 und 1939 auf 4,5Kilometern Länge hochgezogen. Die auch heute noch sichtbare Gesamtkonzeption der Anlage ist ein Beispiel dafür, wie der Nationalsozialismus seinen Machtanspruch sowohl mittels Architektur demonstrieren als auch über eine gleichgeschaltete Bevölkerung umfassend ausüben wollte. Wollte - denn es kamen niemals Urlauber. Als mit dem deutschen Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg begann, endeten die Arbeiten abrupt. Seit 70 Jahren verfällt das Seebad Prora auf Rügen, ohne jemals richtig genutzt worden zu sein. Seitdem verfällt das größte zusammenhängende Tourismusgebäude. Ideen gab es einige. Kein Investor hielt durch. Eine Jugendherberge mit 400 Plätzen (der Landkreis investiert 16,33Millionen Euro) soll nun Leben in Block 5 der Ruine bringen. Ein Artikel von Jens Schneider.
www.sueddeutsche.de/,ra2m1/panorama/910/495238/text
Weitere Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Seebad_Prora 
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1f/ProraSeeseite.jpg
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/76/Plan_Prora_1945%2B2009.png
www.dokumentationszentrum-prora.de  

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22.11.09
Ölförderung im Südsudan verseucht Grundwasser
Schon vor Erlangung der Unabhängigkeit des Sudans am 1. Januar 1956 fürchtete man im Südsudan, der Norden könnte den fruchtbaren und an Bodenschätzen reichen Süden in wirtschaftlicher, politischer und kultureller Hinsicht dominieren. Nach jahrzehntelangem Sezessionskrieg wurde im Jahre 2005 die autonome Region Südsudan gebildet. Sie hat ca. 8,8 Millionen Einwohner. Infolge des Krieges ist Armut bis hin zu Hunger unter der Bevölkerung verbreitet. Die Landwirtschaft – insbesondere Viehzucht und Hirseanbau – wurde in Mitleidenschaft gezogen, und die Versorgung der aus Nachbarländern und anderen Landesteilen zurückkehrenden Flüchtlinge stellt ein Problem dar. Südsudan verfügt über Bodenschätze, insbesondere Erdöl, und wird infolge des Friedensabkommens auch an den Gewinnen hieraus beteiligt. Laut einer Studie der Weltbank würde die Beteiligung an den Erdöleinnahmen, die der Autonomieregierung zufließt, ausreichen, um die Armut zu bekämpfen und die Lebensbedingungen der südsudanesischen Bevölkerung zu verbessern. Die Autonomieregierung gab bekannt, die Einnahmen vorrangig für die Entwicklung von Landwirtschaft und Infrastruktur einsetzen zu wollen. Doch was nutzt das, wenn die Ausbeutung der Rohstoffe – insbesondere des Erdöls – weite Teile der Region im Grunde unbewohnbar machen und seit Förderbeginn tausende ihre Dörfer verlassen mussten? Die deutsche Hilfsorganisation Hoffnungszeichen fand im südsudanesischen Bundesstaat Unity  in Trinkwasserquellen bei den Ölfeldern Mala und Thar Jath  gut 50 Kilometer außerhalb der Provinzhauptstadt Bentiu unter anderem Chrom und Blei. Dort betreibt das Konsortium White Nile Petroleum Operating Company (WNPOC), geführt vom malaysischen Konzern Petronas. die Ausbeutung der Ölfelder. Etwa 300.000 Menschen sind von der Grundwasserverseuchung betroffen. Die Bevölkerung dieser Region gehört zumeist zum Volk der Nuer und lebt von Viehzucht und Fischerei. Ein Artikel von Ilona Eveleens für TAZ.DE.
www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/durst-es-gibt-zyanid-chrom-blei
Weitere Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdsudan
www.hoffnungszeichen.de/schwerpunkt_sudan.html 

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21.11.09
25.000 HighTec-Wassermühlen für sauberen Strom?

Ein norddeutscher Ingenieur verhilft einer fast vergessenen Technologie zum Comeback: der Wassermühle, berichtet Nils-Victor Sorge auf SPIEGEL.ONLINE. Mit Tausenden solcher Anlagen wolle Hartmuth Drews künftig Strom produzieren. Die ersten Räder liefen bereits - und die Fachwelt räume dem Projekt gute Chancen ein. Professionelle Bedenkenträger wie wir erlauben sich jedoch den Hinweis, daß nicht alles Gold ist, was glänzt. Die Reaktivierung bzw. Aufrüstung alter Wasserkraftwerke ist eine gute Idee. Eine schlechte wäre es, nunmehr – wie in der Schweiz derzeit – großflächig und satellitenbildunterstützt die Gesamtfläche Deutschlands nach weiteren Potentialen abzugrasen. Kaum vermittelbar dürfte sein, Millionen respektive in der Summe der letzten Jahre Milliarden  in die Renaturierung von Bächen und Flüssen zu stecken, andernorts aber munter Bach- und Flussläufe zu verbauen.
www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,661710,00.html
Weitere Infos:
www.flussstrom.de
www.wasserrad-drews.de http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserrad

Die Parlamentarische Gruppe Frei fließende Flüsse, PG FfF wurde im Juli 2007 in der 16.Legislaturperiode von den Bundestagsabgeordneten Brunhilde Irber (SPD), Horst Meierhofer (FDP), Eva Bulling-Schröter (Die Linke) und Anton Hofreiter (Bündnis 90 / Die Grünen) gegründet. Ziel der Gruppe ist der Schutz der letzten noch erhaltenen großen deutschen Flussläufe und Flusslandschaften vor Zerstörung durch Kanalisierung und Verbauung. Als besonders gefährdet durch Flussbaumaßnahmen gelten die niederbayerische Donau zwischen Straubing und Vilshofen mit dem Isarmündungsgebiet, die Elbe, die Saale sowie die Oder im Bereich des deutsch-polnischen Auen-Nationalparks Unteres Odertal.Ziele:Schutz der Flüsse vor weiterer Anstauung, Kanalisierung und VerbauungSchutz der Auwälder und Flusslandschaften sowie deren Tier und Pflanzenwelt als wertvollen Beitrag zum Schutz der biologischen VielfaltUnterstützung der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie WRRL für einen ökologisch und chemisch guten Zustand der Flüsse und GewässerUmfassender ökologischer Hochwasserschutz, der Raum für eine naturnahe Flussdynamik lässtGrößtmögliche Durchgängigkeit für wandernde Fischarten und Wassertiere und eine verantwortungsvolle und schonende Nutzung der FischbeständeFreie und unverbaute Zugänglichkeit der Flüsse und sanften Tourismus und ErholungFörderung einer flussangepassten BinnenschifffahrtNachhaltiger und schonender Umgang mit der Ressource WasserGesunde, lebenswerte Umwelt und intakte Heimat
http://de.wikipedia.org/wiki/Parlamentarische_Gruppe_Frei_flie%C3%9Fende_Fl%C3%BCsse
www.toni-hofreiter.de/dateien/Parlamentarische_Gruppe_Freie_Fluesse.pdf.

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21.11.09
Après-Ski-Partys, Porno Alpin und Beleidigungsarchitektur
Mit dem Massentourismus im Ötztal befasst sich Caroline Mayer (dpa). Das ehemals kleine Bergdorf Sölden, in dem heute 3000 Menschen leben, registriere jedes Jahr zwei Millionen Übernachtungen in 15.000 Gästebetten. Damit ist Sölden Nach Wien und Salzburg die drittstärkste Tourismusgemeinde Österreichs und ein wichtiges Tourismusgebiet, hauptsächlich für den Wintersport. Der frühere Charakter eines Bergbauerndorfes, der bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts im ganzen Ötztal vorherrschend war, ging völlig verloren und wurde durch einen beliebigen, städtischen bis pseudo-alpinen Baustil verdrängt.
www.spiegel.de/reise/europa/0,1518,662536,00.html
Weitere Infos:
www.soelden.com/
http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%B6lden_%28%C3%96tztal%29
http://www.landschaftswandel.de/ergebnisse.html
www.cipra.org

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20.11.09
Naturschutz in Indonesien: "Meine Heimat wurde vernichtet"
Der Wissenschaftler Tampung Saman kämpft auf Borneo gegen die Zerstörung des Regenwalds. In den vergangenen 30 Jahren wurde die Hälfte des Regenwalds auf der Insel zerstört. Mit einer Fläche von 751.936 km² ist sie nach Grönland und Neuguinea die drittgrößte Insel der Welt. Die Gesamtbevölkerung Borneos betrug zur Volkszählung 2000 (Brunei 2001) gut 16 Millionen. Dagny Lüdemann hat mit Saman über Erfolge und Widerstände gesprochen.
www.zeit.de/wissen/umwelt/2009-11/borneo-abholzung-regenwald
Weitere Infos:
http://ckpp.wetlands.org/
http://de.wikipedia.org/wiki/Borneo
http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Palm_forest.jpg
www.bos-deutschland.de

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18.11.09
Die Stadt ist unsere Fabrik
Blog-Beitrag für die Technology-Review von Nils Boeing. „Man könnte den derzeitigen Aufruhr an den Universitäten für ein lustiges Ritual halten. Aber er kommt zusammen mit einem Rumoren in den Städten. Beide stehen für die neue Auseinandersetzung um die urbane Wissensgesellschaft von morgen. … Die zonierte, privatisierte, von oben durchregierte und "grün" lackierte Stadt ist die Lösung im neoliberalen Geiste. Und genau dagegen gehen die "Wissensarbeiter" – die angehenden und die praktizierenden – jetzt an. Ob sie eine bessere, funktionierende Alternative entwickeln können, wird man sehen. Dass sie es schaffen, ist aber unbedingt zu hoffen.“
www.heise.de/tr/blog/artikel/Die-Stadt-ist-unsere-Fabrik-860733.html 

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18.11.09
Ban Ki Moon rügt Israels Siedlungsbau als illegal
Die USA und die UN sind empört: Entgegen der Forderung der US-Regierung habe Israel einem neuen Siedlungsprojekt mit 900 Wohnungen am Rande Ostjerusalems (im Vorort Gilo) zugestimmt, berichtet ZEIT.DE. Gilo sei auf arabischem Land gebaut worden, das 1967 von Israel besetzt und später annektiert wurde. Die übergroße Mehrheit der internationalen Staatengemeinschaft erkenne diese Annexion nicht an.
www.zeit.de/politik/ausland/2009-11/gilo-siedlungsbau-kritik-un-usa 

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18.11.09
Bergtourismus
Reinhold Messner im FAZ.ONLINE-Interview mit Michael Wittershagen:
 „Klettern und Bergsteigen werden inzwischen zu den Spaßsportarten gezählt, in einer Reihe mit Bungee-Jumping und anderen Kick-Sportarten. Wir leben im Zeitalter des Pisten-Alpinismus. Möglichst viele Menschen sollen möglichst schnell und gefahrlos auf die Berge gebracht werden. Ein Berg aber, der nicht gefährlich ist, ist kein Berg, sondern eine Attrappe. Die Wildnis sollte nicht zu Disney Land verkommen.“
www.faz.net/s/Rub9CD731D06F17450CB39BE001000DD173/
Doc~EA6EFE6D1EAE44954BBD19645FFAA3FEC~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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18.11.09
St. Petersburg: Willkommen in der Zukunft ?
Peter der Große verwirklichte mit der Gründung St. Petersburgs auf sumpfigem Grund eine Utopie. Aktuelle Städtebau-Projekte wollen diesen Geist nun fortführen. Ihre Entwürfe sind tollkühn - und provozieren die Wut der Bürger. Artikel von Daniel Luchterhandt auf MERIAN.DE: „Für die Petersburger wird sich die Zukunft ihrer Stadt weniger im Zentrum ("Gazprom City" bzw. neuerdings "Ochta Zentr" und "Europa-Kai" -  nur 500 Meter westlich der Peter-Pauls) als jenseits davon entscheiden, ohne internationales Touristen- und Investorenpublikum. Industrie- und Wohngürtel, die sich beinahe schützend um das Zentrum legen, werden wie eine "zweite Stadt" behandelt. Hier, wo etwa 80 Prozent der fast fünf Millionen Einwohner leben und es große Flächenpotenziale gibt, könnte St. Petersburg demonstrieren, welche Vision es für alle Petersburger verfolgt. Bei einem Besuch dieser Stadtteile lässt sich erleben, in welch erschreckender Qualität 2008 mehr als 3,2 Millionen Quadratmeter neuer Wohnfläche entstanden. An den fast völlig vernachlässigten Grün- und Freiflächen kann man studieren, wie leichtfertig Architekten, Planer, Investoren und Kommunalpolitiker aus reiner Profitgier mit der Frage nach der Verbesserung der Lebensqualität jenseits des Zentrums umgehen.“. www.merian.de/reportagen/heft/a-658670.html  

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17.11.09
Toni Hofreiter zum verkehrspolitischen Sprecher gewählt und wieder in den Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung entsandt - Pressemitteilung
Dr. Toni Hofreiter, Bundestagsabgeordneter der Grünen aus Deisenhofen, wurde von seiner Fraktion zum verkehrspolitischen Sprecher gewählt und wieder in den Verkehrsausschuss des Bundestages entsandt. Als verkehrspolitischer Sprecher ist er bei den Grünen für die ganze Bandbreite an Verkehrsthemen in der Bundesrepublik vom Fuß- und Radverkehr über den öffentlichen Nahverkehr, den Personen- und Güterverkehr, den Straßenbau und die Bahnpolitik bis hin zum Luftverkehr und der Schifffahrt in Deutschland zuständig. Außerdem wurde er zum Leiter der Fraktions-Arbeitsgruppe Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gewählt und zum stellvertretenden Sprecher des großen Arbeitskreises 2 der Fraktion bestimmt. Im sog. "AK II" der Fraktion sind die Kernthemen der Grünen wie Umwelt, Klima, Naturschutz, Energie, Verkehr, Bauen, Ernährung und Verbraucherschutz angesiedelt.
www.toni-hofreiter.de

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17.11.09
Chinas Farmville
Besonders hohes Ansehen haben Chinas Bauern in der Bevölkerung der prosperierenden Städte nicht. Während die Chinesen in der Stadt seit Mitte der 1990er Jahre einen Sprung nach vorn erlebten, ist der Aufschwung an der Bevölkerung auf dem Land weitgehend vorbeigegangen. Das Hauptproblem der chinesischen Bauern: Es gibt in China für das zur Verfügung stehende Land zu viele Bauern, und deshalb haben die meisten Bauern zu wenig Land zum bewirtschaften. In Zentralchina hat eine Person im Durchschnitt nur 10 Ar (1000 Quadratmeter) Land zur Verfügung. Die Landbevölkerung Chinas beträgt ungefähr 800 Mio. Menschen, für die Bewirtschaftung des Landes werden aber, selbst beim Einsatz nur einfacher Mittel, nur 100 Mio. Menschen gebraucht. Landbewohner kommen daher – illegal - als Wanderarbeiter in die Städte. Nicht anzunehmen, daß sie auf die 16 Millionen Büromenschen treffen, die sich in virtuelle Gemüsebauern verwandelt haben. Sie können dabei nicht nur selber ackern, düngen, jäten und ernten, sondern auch die Möhren oder Tomaten ihrer Freunde klauen, was offenbar noch viel mehr Spaß macht. Mittlerweile sorgt sich Chinas führung allerdings um die Produktivität ihrer Angestellten in der realen Welt. Farmville ist auch (natürlich) über facebook zugänglich. (Henrik Bork/SZ-ONLINE/WIKIPEDIA/gbk).
www.sueddeutsche.de/,ra12m1/computer/327/494661/text
http://de.wikipedia.org/wiki/Volksrepublik_China#Lage_der_Bauern_in_den_90er_Jahren

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16.11.09
Gewässerschutz: Streit um Salzlauge

„Allein der Düngemittelkonzern K + S produziert mit seinen Bergwerken in Nordhessen und Thüringen pro Jahr 14 Millionen Liter Salzlauge. Eine Hälfte wird in den Boden verpresst, die andere in die Werra gekippt. Versuche den Konzern zu stoppen, scheitern am Streit der betroffenen Bundesländer. Vor allem Hessen und Thüringen stellen sich quer. Nun versuchen Politik, Umweltverbände und Fischer den Irrsinn zu stoppen. Doch K + S hält dagegen, mit List, Sturheit und dem Verweis auf 5.000 Arbeitsplätze..“ Artikel von Michael Quasthoff auf TAZ.DE..www.taz.de/regional/nord/nord-aktuell/artikel/1/streit-um-salzlauge Weitere Infos:
www.freies-wort.de/nachrichten/thueringen/seite3thueringenfw/art2402,724626 www.lebendige-weser.de/index.php?option=com_content&task=view&id=87&Itemid=88 

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16.11.09
Das Glücksspiel der Ärmsten: Hunger in Westafrika
Seit einigen Jahren würfele der Klimawandel die Jahreszeiten in Westafrika durcheinander. Das Leben der Bauern sei damit unkalkulierbar geworden. Der Klimawandel verschiebe den Beginn der Regenzeit und sorge für extreme Wetterereignisse. Das zeigten die Daten verschiedener Messstationen in Westafrika und das erzählten auch die Bauern der Region.
www.sueddeutsche.de/,ra16m1/wissen/294/494628/text
Weitere Infos:
www.agritrade.org/documents/APA_120509.pdf
Vortrag Namanga Ngongi (Vorsitzender der Alliance for a Green Revolution in Africa) www.agra-alliance.org
“AGRA works to achieve a food secure and prosperous Africa through the promotion of rapid, sustainable agricultural growth based on smallholder farmers. Smallholders--the majority women--produce most of Africa's food, and do so with minimal resources and little government support. AGRA aims to ensure that smallholders have what they need to succeed: good seeds and healthy soils; access to markets, information, financing, storage and transport; and policies that provide them with comprehensive support. Through developing Africa's high-potential breadbasket areas, while also boosting farm productivity across more challenging environments, AGRA works to transform smallholder agriculture into a highly productive, efficient, sustainable and competitive system, and do so while protecting the environment.” (Auszug Selbstdarstellung).

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16.11. 09
Ministerin stellt Waldzustandsbericht 2009 in Wiesbaden vor: niedrigere Absterberate  – Pressemitteilung HMUELV

Der Gesundheitszustand des hessischen Waldes bleibt stabil. Darauf hat Umweltministerin Silke Lautenschläger am Montag in Wiesbaden hingewiesen. „Die Absterberate der Bäume ist in diesem Jahr äußert niedrig und die Dichte des Blattwerks kaum verändert“, sagte die Ministerin vor Journalisten bei der Vorstellung des Waldzustandsbericht 2009. Ihm liegt eine im Sommer durchgeführte Stichprobenuntersuchung von rund 5.500 Bäumen zugrunde. Wie es den Bäumen geht, lässt sich dabei vor allem an der Dichte des Blatt- und Nadelwerks feststellen. Die Abweichung von einer voll belaubten Krone wird als „Kronenverlichtung“ bezeichnet. „Nach einem sehr guten Ergebnis im letzten Jahr mit nur 21 Prozent Kronenverlichtung, hat sich die durchschnittliche Kronenverlichtung aller Baumarten und Altersstufen mit jetzt 23 Prozent nur geringfügig verschlechtert“, sagte Lautenschläger. Während bei der älteren Buche eine höhere Kronenverlichtung festgestellt wurde, ist der Wert bei der Eiche und der Kiefer besser und bei der Fichte auf dem Vorjahresniveau.
Die Gründe für den schlechteren Wert bei den Buchen liegen laut der Ministerin vor allem an der besonders hohen Fruchtbildung bei den Buchen. „Das ist ein völlig natürlicher Vorgang. Die Blüte und die anschließende Fruchtbildung belasten den Stoffhaushalt und sorgen für kleinere Blätter und frühere Blattvergilbung“, betonte Lautenschläger. Die Experten hätten bei der Untersuchung ferner nur geringe Blattfraßschäden durch Insekten festgestellt.
Die Ergebnisse bei den Baumarten
Die Ergebnisse der Hauptbaumarten zeigten unterschiedliche Ergebnisse. Bei der ältere Buche (über 60 Jahre) zeige sich durch die hohe Fruchtbildung in diesem Jahr eine mittlere Kronenverlichtung von 33 Prozent (2008: 25 Prozent). Der Grund: 2009 trugen 97 Prozent der älteren Buchen Früchte (2008: 7 Prozent). Dies ist der höchste Wert im 26-jährigen Beobachtungszeitraum. Bei der älteren Eiche liegt der Blattverlust liegt in diesem Jahr mit 24 Prozent um zwei Prozent geringer als 2008. Bei der älteren Fichte gab es mit 30 Prozent mittlerer Nadelverlust den gleichen Wert wie im Vorjahr. Bei der älteren Kiefer nahm die Kronenverlichtung geringfügig auf 24 Prozent ab (2008: 25 Prozent). Bei den jüngeren Bäumen (bis 60 Jahre) wurde für alle Hauptbaumarten mit durchschnittlich elf Prozent eine leichte Verschlechterung des Kronenzustandes im Vergleich zum Vorjahr ermittelt (2008: 9 Prozent).
Ökologische Situation im Wald ist stabil
Auch die ökologische Situation ist stabil. Lautenschläger hob eine besonders niedrige Absterbe-Rate bei der Buche hervor, die mit einem Flächenanteil von knapp einem Drittel (31 Prozent) die Wälder Hessens prägt. „Die Buche weist seit 1984 die geringste Absterbe-Rate auf: im Mittel unter 0,1 Prozent. Dies deutet auf die stabile ökologische Situation der Buche in Hessen hin.“ In der Gesamtschau (alle Bäume, alle Alter) liegt der Wert bei 0,2 Prozent und damit ebenfalls auf einem geringen Niveau.
Die Situation im Rhein-Main-Gebiet
In der Rhein-Main-Ebene hat sich der Kronenzustand im Vergleich zum Vorjahr leicht verschlechtert. Bereits seit 1984 ist jedoch insbesondere die Kronenverlichtung der jüngeren Bäume und der älteren Eiche in der Rhein-Main-Ebene deutlich höher als im hessischen Landesdurchschnitt. Die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt bearbeitet deshalb im Auftrag des Umweltministeriums seit dem Frühjahr 2008 das Verbundprojekt „Waldentwicklungsszenarien für das Hessische Ried“. Es untersucht die Auswirkungen sich ändernder Umweltbedingungen auf die Leistungen und Wirkungen der Wälder sowie auf die Handlungsspielräume der Forstbetriebe im Hessischen Ried.
Lautenschläger zufolge werden im Rahmen der forstlichen Umweltbeobachtung Belastungsfaktoren (z.B. Klima und Immissionen) erfasst, um die ökologische Situation und die Entwicklung von Waldökosystemen zu bewerten. Diese Erhebungen sind eine wichtige Datenbasis für die Empfehlung von Maßnahmen und für Erfolgskontrollen, auch für den Naturschutz-Sektor. Das Monitoringprogramm beinhalte auch flächenrepräsentative Untersuchungen Artenvielfalt der Wälder. Diese Biodiversitäts-Erhebungen lieferten unter anderem Daten zum Totholz-Vorkommen und zur Arten- und Strukturvielfalt der Vegetation. Ein Schwerpunkt der Untersuchungen in Hessen sind Buchenwälder.
Bodenschutzkalkung hilft dem Wald
Die Bodenschutzkalkung stellt auf allen schwächer nährstoffversorgten Standorten einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Waldböden dar. Sie werden vor Versauerung geschützt und die Vitalität der Wälder wird verbessert. Im Jahr 2009 werden trotz schwieriger Haushaltslage rund 3,5 Millionen Euro für Kalkungsmaßnahmen im Staats-, Körperschafts- und Privatwald investiert und so mit rund 21.000 ha die größte Fläche seit 1995 gekalkt.
Hintergrund:
Hessen ist zusammen mit Rheinland-Pfalz das waldreichste Bundesland. Die Waldfläche nimmt beständig zu (42,4 Prozent). Im vergangenen Jahr sind 57 Hektar neu hinzugekommen. Seit der Wiedervereinigung 1990 gibt es im Saldo 3.300 Hektar Wald in Hessen mehr. Das ist mehr als die gesamte Weinanbaufläche im Rheingau (3.200 Hektar).
Pressestelle: Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Pressesprecher: Christoph Zörb, Mainzer Str. 80, D-65189 Wiesbaden
pressestelle@hmuelv.hessen.de   www.hessen.de

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16.11.09
Welthunger-Treffen in Rom: Papst geißelt Agrarsubventionen

Papst Benedikt XVI wandte sich qug der heute beginnenden Welthungerkonferenz in Rom scharf gegen Agrarsubventionen, die den Markt zulasten der armen Länder verzerrten, und verurteilte den "Egoismus", mit Getreide so wie mit anderen Waren zu spekulieren. Eine Milliarde Menschen hungern nach FAO-Schätzungen. FAO-Chef Jacques Diouf hatte das Ziel abgesteckt, dass die Regierungen jährlich 44 Milliarden Dollar (30 Milliarden Euro) bereitstellen, um die Agrarproduktion vor allem in armen Ländern anzukurbeln und den Millionen Kleinbauern zu helfen.
www.zeit.de/politik/ausland/2009-11/papst-fao-rede 

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16.11.09
Doha, Qatar: Arabiens next Top-City

Im Emirat Qatar gibt es eigentlich nur Wüste, Meer, Erdgasanlagen und Doha, wo derzeit mehr als 100 Wolkenkratzer entstehen. Von FOCUS-Online-Autor A. Herb.
www.focus.de/reisen/reisefuehrer/arabische-halbinsel/tid-15798/doha-qatar-arabiens-next-top-city_aid_443245.html

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16.11.09
Schwarz-Gelb muss Baumaßnahmen an Elbe und Donau stoppen und Wasserstraßenverwaltung reformieren. BUND-Studie: Binnenschifffahrt macht nur noch sechs Prozent des Güterverkehrs aus

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer aufgefordert, die laufenden Maßnahmen zur Vertiefung der Fahrrinne an der Mittelelbe, den Bau des Saale-Elbe-Kanals und Planungen für eine Donau-Staustufe zwischen Straubing und Vilshofen zu stoppen. Eine Fortsetzung dieser Projekte widerspreche dem schwarz-gelben Koalitionsvertrag, in dem sich die Regierungsparteien auf den Schutz von Flussauen und Flusstälern verständigt hätten. Das Vorhaben der Koalition, der Wasserstraßenverwaltung neue Aufgaben beim Auenschutz und bei der ökologischen Hochwasservorsorge zu übertragen, wurde vom BUND-Vorsitzenden Hubert Weiger begrüßt. Aufgrund fehlender Wirtschaftlichkeit der Elb-Schifffahrt müssten vor allem in diesem Bereich die Verwaltungskapazitäten umgeschichtet werden.
Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) kommt in einer Untersuchung der Wirtschaftlichkeit von Baumaßnahmen an Elbe und Saale zu dem Schluss, dass sich die Elbschifffahrt aufgrund des Klimawandels immer weniger rechne. Das Fazit der vom BUND unter dem Titel "Binnenschifffahrt auf Elbe und Saale - Strombaumaßnahmen in der Diskussion" herausgegebenen Wirtschaftlichkeitsanalyse ist eindeutig: Die zunehmende Klimaerwärmung stellt den Schiffsverkehr auf der Elbe generell in Frage und macht damit sowohl Maßnahmen zur Elbvertiefung als auch den Bau eines Saale-Elbe-Kanals obsolet. "Die Elbe ist eine hoch subventionierte Bundeswasserstraße ohne nennenswerten Verkehr", sagte Ulrich Petschow, Forschungsleiter Umweltökonomie am IÖW.
"Niemand kann für Binnenschiffe auf der Elbe dauerhaft stabile Fahrrinnentiefen an ausreichend vielen Tagen im Jahr garantieren. Das bedeutet auch, dass bisherige Annahmen über ein sehr positives Kosten-Nutzen-Verhältnis für die Ausbaumaßnahmen vom Anfang der 90er Jahre nicht mehr haltbar sind. Die Schiffe werden dort nicht fahren, weil die Elbe an den meisten Tagen im Jahr zuwenig Wasser führt", sagte Petschow. Durch den Klimawandel verursachte Trockenzeiten würden regelmäßig zu kritischen Pegelständen auch weit unterhalb der notwendigen 1,60-Meter-Marke führen. Das Vorhaben, mit den Ausbaumaßnahmen an der Elbe nahezu ganzjährig eine Fahrrinnentiefe von 1,60 Meter zu garantieren, müsse deshalb aufgegeben werden, so Petschow.
Das Güterverkehrsaufkommen in der mittleren Elbregion sei vergleichsweise gering und ein Transport per Bahn hier wesentlich umweltfreundlicher. Wegen der eingeschränkten Wasserverfügbarkeit und der dadurch begrenzten Abladetiefe sei die Wirtschaftlichkeit von Transporten per Binnenschiff in dieser Region generell in Frage gestellt. Da die Binnenschifffahrt nur noch sechs Prozent des Güterverkehrs in Deutschland abwickle, und dies vorrangig auf dem Rhein stattfinde, sei im Falle der Elbe auch mit sehr hohen Investitionssummen kein wesentlicher Güter-Verlagerungseffekt weg von der Straße zu erreichen. Die Binnenschifffahrt habe nur dort Vorteile, wo Industrie- und Agglomerationszentren mit Gütern versorgt würden und dementsprechend große Gütermengen transportiert werden müssten, sagte Petschow. Wegen erhöhter Schadstoffemissionen sei auch eine Verlagerung der Güter von der Bahn auf das Binnenschiff kontraproduktiv. Das Argument der "umweltfreundlichen Binnenschiffe" werde im Elberaum noch fragwürdiger, wenn man die Schäden an Natur und Landschaft, an wertvollen Feuchtgebieten und Auen berücksichtige.
"Von einem Ausbau von Elbe und Donau gehen extreme Gefährdungen für empfindliche Flussbiotope und viele bedrohte Tiere und Pflanzen aus", sagte der BUND-Vorsitzende Weiger. Der für die Baumaßnahmen zuständigen Wasser- und Schifffahrtsverwaltung sollten deshalb neue Aufgaben im Umwelt- und Hochwasserschutz übertragen werden. Weiger forderte Ramsauer zu einer grundlegenden Umstrukturierung der Verwaltung auf: "Wenn es pro Elb-Schiffer mehr als zehn Schifffahrtszuständige gibt, steht die neue Koalition vor der Aufgabe, in diesem Bereich eine tatsächlich überflüssige Bürokratie abzubauen."
Die BUND-Studie „Binnenschifffahrt auf Elbe und Saale - Strombaumaßnahmen in der Diskussion“ zum Download
Pressekontakt: Stephan Gunkel, BUND-Experte für Gewässerpolitik, Tel. 030-27586-465 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressestelle, Tel. 030-27586-425/-464, Fax: -440, E-Mail: presse(at)bund.net; www.bund.net
www.ioew.de/presse/pressemitteilungen  

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15.11.09
Apec-Treffen: Ringen um Kompromiss für Klimaabkommen

Asiens Regierungschefs halten einen international verbindlichen Klima-Vertrag für unrealistisch. Der dänische Ministerpräsident fordert jetzt ein Zwei-Phasen-Modell.
„Die Apec-Teilnehmer seien sich einig gewesen, dass "es unrealistisch war, zu erwarten, dass in der Zeit von heute bis zum Start der Klimakonferenz in Kopenhagen in 22 Tagen ein vollständiges, weltweit rechtsverbindliches Abkommen erzielt werden könnte", meinte der Wirtschaftsberater Obamas, Mike Froman. Damit scheint das ursprünglich angestrebte Klimaabkommen als Nachfolgevereinbarung von Kyoto so gut wie ausgeschlossen. Vielmehr sollten die Teilnehmer in Kopenhagen eine fünf- bis achtseitige politische Vereinbarung mit konkreten Klimaschutzzielen anstreben und über den geplanten völkerrechtlich bindenden Vertrag weiter verhandeln.“
www.zeit.de/politik/ausland/2009-11/asien-klimaabkommen

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14.11.09
Tatort Gemüsebeet: Der "Tatort"-Kommissar Mario Kopper entdeckt als Mensch Andreas Hoppe im Selbstversuch die regionale Ernährung. Eine Buchbesprechung von Johannes Gernert auf TAZ.DE

„Zwölf Monate lang nur essen, was in der näheren Umgebung gewachsen ist. Regionale Kost kaufen und selbst anbauen. Wie anstrengend ist das denn? Der "Tatort"-Schauspieler Andreas Hoppe hat es ausprobiert, er hat einen Selbstversuch gestartet und ein Buch darüber geschrieben. "Allein unter Gurken" heißt es…Hoppe erfreut sich an seinen regionalen Kreisläufen. In seinem Mecklenburger Dorf hat er neulich aus seinem Buch vorgelesen. Dort bauen alle selbst an, sind also einerseits umweltbewusst. Mit Flugobst, sagt Hoppe, und mit der Kerosinverschwendung haben sie dagegen nicht viel Erfahrung. Eingeflogen wurde in die DDR ja wenig. Nach der Lesung kam eine der Landfrauen und hat ihm gesagt, wie viel besser sie das jetzt versteht, auch das mit dem Kaffee, was der die Umwelt kostet, und dass sie künftig stärker darauf achten wird beim Einkaufen. Und da hat es wieder so einen kleinen Kreis gezogen.“
www.taz.de/1/leben/koepfe/artikel/1/tatort-gemuesebeet
Weitere Infos:
Mario Kopper: "Allein unter Gurken- mein abenteuerlicher Versuch, mich regional zu ernähren"
www.libri.de/shop/action/productDetails/8364034/
andreas_hoppe_jacqueline_roussety_allein_unter_gurken_3866122349.html

www.utopia.de/magazin/tatort-kommissar-andreas-hoppe-regionale-ernaehrung-buch-allein-unter-gurken (Interview)

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13.11.09
Welternährung: "Es gibt genug Lebensmittel für alle"

Die weltweit verfügbaren Anbaufllächen reichen noch lange zur Ernährung der Weltbevölkerung aus. Aber nur in der globalen und damit theoretischen Summe. Weshalb dennoch über eine Milliarde Menschen hungern, ist in diesem Blog oft genug dokumentiert worden. ZEIT.DE macht vor dem Welternährungsgipfel auf einen ethisch besonders verwerflichen Grund aufmerksam: Spekulanten machen das Essen zu teuer für viele Menschen in armen Ländern. Selbst Bauern hungern, beklagt Oxfam-Expertin Marita Wiggerthale. (zeit.de/gbk)
www.zeit.de/wirtschaft/2009-11/welternaehrungsgipfel-wiggerthale

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13.11.09
UN-Umweltstudie: Milliarden-Subventionen schaden der Umwelt

Weltweit fließen jedes Jahr Milliarden Euro an Subventionen. Ein Bericht des UN-Umweltprogramms weist nun darauf hin, dass das Geld zur Zerstörung der Natur beiträgt.
www.zeit.de/wirtschaft/2009-11/unep-studie-umweltschutz
Weitere Infos:
www.unep.org/Documents.Multilingual/Default.asp?DocumentID=602&ArticleID=6371&l=en&t=long

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13.11.09
Südkorea will sein Flusssystem durch ein gigantisches Bauprojekt verändern

„Das am Dienstag gestartete 4-Flüsse-Projekt soll der Anpassung an den Klimawandel dienen, Kritiker fürchten eine Umweltkatastrophe. Die südkoreanische Regierung ist von chinesischen Mammutprojekten des Landschaftsumbaus nicht abgeschreckt und nicht beeindruckt von weltweiten Bemühungen zur ökologischen Restaurierung von Flussläufen. Zwar sind alle großen Flüsse bereits im Zuge der Industrialisierung mit Staudämmen versehen, begradigt oder kanalisiert worden, aber nun wurde mit dem sogenannten 4-Flüsse-Projekt ein gewaltiges Bauunternehmen gestartet, durch das die vier größten Flüsse Südkoreas und zahlreiche weitere Nebenflüsse nun endgültig so fließen sollen, wie dies die Planer für wünschenswert halten.“ Florian Rötzer auf TELEPOLIS.
www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31473/1.html
www.koreaittimes.com/story/3775/gov%E2%80%99t-releases-master-plan-four-rivers-project

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13.11.09
Erfolg für Brasilien: Regenwaldabholzungen gehen deutlich zurück
Die Regenwaldabholzungen im Amazonas sind auf einem historischen Tiefstand, wie SPIEGEL.ONLINE unter Bezug auf can/dpa/AP mitteilt. Binnen Jahresfrist sei die Rodung im Amazonasbecken um 46 Prozent zurückgegangen und sind jetzt auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Messungen vor 21 Jahren, wie das Nationale Institut für Weltraumforschung (Instituto Nacional de Pesquisas Espaciais - INPE) am Donnerstag in Brasilia mitteilte.
www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,661032,00.html
Weitere Infos:
www.inpe.br/noticias/noticia.php?Cod_Noticia=2023
www.inpe.br/ingles/index.php 

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13.11.09
Neuer Report: So lohnt sich der Naturschutz

Die Zerstörung der Natur und das Artensterben sind nicht nur ein ökologisches Drama, sondern auch ein ökonomisches. Wissenschaftler und Wirtschaftsexperten haben nun einen Report erarbeitet, in dem sie die drängendsten Probleme nennen - und zeigen, wie sich Umweltschutz auch wirtschaftlich lohnt. Der erste Abschlußbericht der Studie "Die Ökonomie der Ökosysteme und der Biodiversität" benennt (englisch: The Economics of Ecosystems and Biodiversity - TEEB) wurde nun in Brüssel bei der Europäischen Kommission vorgestellt. Er richtet sich an die globale Politik. Weitere Teile sollen bis Mitte 2010 folgen und an Lokalpolitiker, Wirtschaft und Bürger adressiert werden. Von Jens Lubbadeh für SPIEGEL-ONLINE.
www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,661068,00.html
Weitere Infos:
www.teebweb.org/LinkClick.aspx?fileticket=I4Y2nqqIiCg%3d&tabid=924&language=en-US 

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13.11.09
Umweltministerin ruft Bürger zum Mitmachen auf – Kommunikationsplattform – Pressemitteilung HMUELV

Hessens Umweltministerin Silke Lautenschläger hat am Freitag in Wiesbaden das neue Internetportal der Nachhaltigkeitsstrategie Hessen frei geschaltet. Zeitgleich mit der neuen Einstiegsseite gingen auch die Webauftritte der Projekte der Strategie online. „Die neuen Internetauftritte der Nachhaltigkeitsstrategie und der Projekte sind ein wichtiger Schritt, um die Bürgerinnen und Bürger in Hessen in unsere Aktivitäten für eine nachhaltige Entwicklung in Hessen einzubeziehen. Neben den vielen Informationen, die für alle Interessierten nun leicht und schnell verfügbar sind, laden die Internetseiten vor allem zum Mitmachen ein“; sagte Lautenschläger.
Das neue Internetportal (www.hessen-nachhaltig.de) ist die projektübergreifende Kommunikationsplattform, die sich als zentrale Anlaufstelle an alle Akteure der Strategie sowie an Bürgerinnen und Bürger richtet, die sich für Nachhaltige Entwicklung interessieren. Junge Leute kommen hier ebenso zu Wort wie bekannte Persönlichkeiten und Akteure aus den Projekten. Im Portal finden sich unter anderem Informationen zu aktuellen Themen aus der Nachhaltigkeitsdebatte, Termine und Ergebnisse von Veranstaltungen sowie Erläuterungen zur Nachhaltigkeitsstrategie Hessen und ihren Zielen. Die Projekte der Nachhaltigkeitsstrategie leben vom Engagement und der Beteiligung von vielen Menschen in ganz Hessen. Genau darauf zielen auch die Webseiten der Projekte ab. Zum Beispiel werden auf den Seiten von „Hessen aktiv: 100 Unternehmen für den Klimaschutz“ mindestens 100 hessische Unternehmen gesucht, die sich für den Klimaschutz engagieren und dazu eine Charta unterzeichnen. Darin verpflichten sie sich, einen Aktionsplan aufzustellen, der Maßnahmen zur Energieeinsparung, zur Effizienzsteigerung, zum Einsatz erneuerbarer Energien oder zur Nutzung klimafreundlicher Verkehrsmittel enthält. Das Projekt ist gestartet und bereits in den nächsten Tagen werden die ersten Unterzeichner auf www.100unternehmen.hessen-nachhaltig.de vorgestellt. Die Ideen und Ansätze der Unternehmen stehen dann als Anregungen zum Nachmachen und zur Diskussion auf der Webseite zur Verfügung. So entsteht ein aktives voneinander lernen aller beteiligten Unternehmen – für den Klimaschutz und gleichzeitig für einen konkreten wirtschaftlichen Nutzen.
Mit dem Projekt „Hessen aktiv: CO2-neutrale Landesverwaltung“ (www.landesverwaltung.hessen-nachhaltig.de) nimmt die Landesverwaltung ihre Vorbildfunktion wahr und will im Jahr 2030 CO2-neutral arbeiten. Auf der Internetseite informiert die Projektgruppe über den Fortschritt des Vorhabens und kündigt die weiteren Schritte an. Außerdem hat die Gruppe einen Wettbewerb zwischen den einzelnen Liegenschaften ausgeschrieben, den sie ebenfalls auf der Seite präsentiert. Der Wettbewerb soll Anreize zum Energiesparen schaffen und das energiesparende Verhalten der Nutzer in den Landesliegenschaften fördern.
Das Projekt „Potenziale entfalten: Bildung für bessere Integration" (www.potenziale-entfalten.hessen-nachhaltig.de) will auf seiner Internetseite eine Kooperationsplattform schaffen und Aktivitäten sowie zentrale Dienstleistungen bündeln. Dies umfasst Begabten-, Sprach- und Lernförderung, aber auch Mentorenprogramme für den Berufseinstieg oder Elternarbeit. Der Internetauftritt des Projekts stellt unter anderem vorbildliche Ansätze aus der aktiven Bürgerschaft vor – dafür können sich alle Projekte und Initiativen bewerben, die zur Entfaltung der Potenziale von Migrantinnen und Migranten beitragen. Auf diese Weise erhofft sich das federführende Kultusministerium nicht nur Synergie- sondern auch Lerneffekte.
Interaktion wird auch beim Internetauftritt des Projekts „Hessen meets Vietnam – Vietnam meets Hessen“ (www.hessen-vietnam.hessen-nachhaltig.de) groß geschrieben: Hier können die Jugendlichen künftig bereits vor dem persönlichen Kennen lernen miteinander in Kontakt treten und sich über eine Community austauschen. Sie können gemeinsam an Projekten arbeiten und deren Ergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich machen. „Die Einbindung Jugendlicher in die Nachhaltigkeitsstrategie Hessen halte ich für besonders wichtig. Denn auf unsere Generation wird es in Zukunft ankommen“, so Verena Walther, Schülerin an der Leibnizschule Wiesbaden und stellvertretende Projektleiterin. Sie ist eine der sechs Mitglieder des Jugendbeirats der Nachhaltigkeitsstrategie Hessen, die den Ministerpräsidenten und die Umweltministerin aus der Sicht der Jugend beraten.
Alle Adressen der neuen Internetauftritte im Überblick:
Portal der Nachhaltigkeitsstrategie
www.hessen-nachhaltig.de
Hessen aktiv: 100 Unternehmen für den Klimaschutz
www.100unternehmen.hessen-nachhaltig.de
Hessen aktiv: 10.000 Bürgerinnen und Bürger für den Klimaschutz
www.aktive-buerger.hessen-nachhaltig.de
Hessen aktiv: 100 Kommunen für den Klimaschutz
www.100kommunen.hessen-nachhaltig.de
Hessen aktiv: CO2-neutrale Landesverwaltung
www.landesverwaltung.hessen-nachhaltig.de
Hessen aktiv: 100 Schulen für den Klimaschutz
www.100schulen.hessen-nachhaltig.de
Energie-Forum Hessen 2020
www.energie2020.hessen-nachhaltig.de
Hessen meets Vietnam – Vietnam meets Hessen
www.hessen-vietnam.hessen-nachhaltig.de
Potenziale entfalten: Bildung für Integration in Hessen
www.potenziale-entfalten.hessen-nachhaltig.de
Artenvielfalt in Hessen – auf Acker, Wiesen und in Gärten
www.artenvielfalt.hessen-nachhaltig.de
Hessen: Modellland für eine nachhaltige Nutzung von Elektroautos www.elektroauto.hessen-nachhaltig.de
Demografie gestalten: Vitale Orte 2020
www.vitale-orte.hessen-nachhaltig.de
Initiative „Von Anfang an – Bildung für nachhaltige Entwicklung in der frühen Kindheit“  www.kindheit.hessen-nachhaltig.de
Weitere Informationen unter
www.hessen-nachhaltig.de  

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12.11.09
WWF warnt in Studie „Mega-Stress für Mega-Städte“ vor allem Großstädte des Kontinents - Presseerklärung WWF
Der Klimawandel bedroht in Asien zahlreiche Millionenstädte. Besonders gefährdet sind nach einer neuen Studie der Umweltstiftung WWF Dhaka in Bangladesch, Manila auf den Philippinen und Jakarta in Indonesien. Der WWF warnt in der neuen Studie «Mega-Stress für Mega-Städte» vor einer «brutalen Klima-Zukunft». «Diese Städte brauchen dringend Hilfe, um sich auf den Klimawandel einzustellen und Millionen Einwohner ebenso zu schützen wie Anlagen, die einen Großteil zur Wirtschaftsleistung beitragen», sagte der Chef der WWF-Klima-Initiative, Kim Carstensen. Ein verheerender Tropensturm hatte die Metropole Manila im Oktober zu weiten Teilen unter Wasser gesetzt. Es waren die schlimmsten Überschwemmungen in der Region seit 40 Jahren. Der WWF untersuchte elf Städte an Küsten und Flüssen. Von zehn Risiken galten für Dhaka (13 Millionen Einwohner) neun und für Manila (11,5 Millionen) und Jakarta (24 Millionen) jeweils acht. Es folgten Kalkutta in Indien (15 Millionen), Phnom Penh in Kambodscha (2 Millionen), Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam (9 Millionen), Shanghai in China (20 Millionen), Bangkok in Thailand (6 Millionen), Kuala Lumpur in Malaysia (1,8 Millionen), Hongkong (7 Millionen) und Singapur (4,7 Millionen). Der WWF untersuchte unter anderem, welche Folgen ansteigende Meeresspiegel und heftigere Stürme haben können, wie wichtig die Städte für die Wirtschaft des Landes sind und wie gut sie sich auf Katastrophen einstellen können. Der APEC-Gipfel der Pazifik-Anrainerstaaten am Wochenende in Singapur sei die letzte Gelegenheit vor der Weltklimakonferenz in Kopenhagen, um deutliche Zeichen zur Treibhausgasreduzierung zu setzen, meinte Carstensen. Daran nehmen große Treibhausgas-Verursacher wie die USA, China und Indonesien teil.
Jörn Ehlers, Leiter der Pressestelle, WWF Deutschland, Rebstöckerstraße 55
60326 Frankfurt am Main
info@wwf.de, www.wwf.de
Weitere Infos:
Dhaka in Bangladesch

http://de.wikipedia.org/wiki/Dhaka  
Dhaka ist die Hauptstadt Bangladeschs und mit 6.080.671 Einwohnern in der eigentlichen Stadt und 11.490.872 in der Agglomeration (Stand 1. Januar 2005) vor Chittagong und Khulna die größte Stadt des Landes. Sie ist auch die Hauptstadt der gleichnamigen Division (Verwaltungseinheit). Dhaka liegt an einem Seitenarm des Flusses Dhaleswari im Herzen der größten Jute-Anbauregion der Welt. Das umliegende Gebiet ist sehr dicht bevölkert und wird von starken Monsun-Überschwemmungen heimgesucht.
Manila auf den Philippinen
http://de.wikipedia.org/wiki/Manila
Manila liegt auf der Hauptinsel Luzón. Die Stadt öffnet sich nach Übersee über die Manilabucht. Sie ist eine von 16 weiteren Städten und Kommunen, die zusammen die 636 Quadratkilometer große Region Metro Manila bilden. In der Stadt Manila leben 1,7 Millionen Menschen, in der Agglomeration Metro Manila 11,6 Millionen (2007).Die Metropolregion Greater Manila, die weit über die Grenzen von Metro Manila hinausreicht, hat 19,2 Millionen Einwohner (2008).
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/97/Manila_Bay_Landsat_2000.jpg
Jakarta in Indonesien
http://de.wikipedia.org/wiki/Jakarta
Jakarta ist die Hauptstadt der Republik Indonesien. Mit 8,6 Millionen Einwohnern (2008)[1] in der eigentlichen Stadt (das heißt ohne Vorortgürtel) ist sie die größte Stadt des Landes und mit 18,6 Millionen Einwohnern (2008) in der Metropolregion der größte Ballungsraum des Landes.

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12.11.09
CO2-Bilanz: Wie die Natur menschliche Klimasünden ausgleicht

Kohlendioxid ist hauptverantwortlich für den Klimawandel - doch fast 60 Prozent aller Emissionen gelangen gar nicht in die Atmosphäre. Neue Forschungsergebnisse zeigen, wie viel CO2 Meere, Wälder und Böden bisher aufgenommen haben. Aber auch diese Schutzspeicher könnten versagen. Ein SPIEGEL.ONLINE-Beitrag von Christoph Seidler: Der aus Deutschland stammende Forscher Wolfgang Knorr von der University of Bristol berichtet im Fachmagazin "Geophysical Research Letters" von seinen Kalkulationen. "Die Kohlenstoffspeicherung ist der geringste Wert eines Urwaldes", mahnt Knorr und verweist unter anderem auf den Schutz der Biodiversität. Wälder müssten trotzdem geschützt werden, auch wenn ihr Wert für die Kohlenstoffbilanz möglicherweise geringer sei als bisher angenommen.“
www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,660700,00.html

Is the airborne fraction of anthropogenic CO2 emissions increasing?
Wolfgang Knorr - Department of Earth Sciences, University of Bristol, Bristol, UK
Zusammenfassung des Originalartikels (Geophysical Research Letters):
"Several recent studies have highlighted the possibility that the oceans and terrestrial ecosystems have started loosing part of their ability to sequester a large proportion of the anthropogenic CO2 emissions. This is an important claim, because so far only about 40% of those emissions have stayed in the atmosphere, which has prevented additional climate change. This study re-examines the available atmospheric CO2 and emissions data including their uncertainties. It is shown that with those uncertainties, the trend in the airborne fraction since 1850 has been 0.7 ± 1.4% per decade, i.e. close to and not significantly different from zero. The analysis further shows that the statistical model of a constant airborne fraction agrees best with the available data if emissions from land use change are scaled down to 82% or less of their original estimates. Despite the predictions of coupled climate-carbon cycle models, no trend in the airborne fraction can be found."
Received 18 August 2009; accepted 23 September 2009; published 7 November 2009.
Citation: Knorr, W. (2009), Is the airborne fraction of anthropogenic CO2 emissions increasing?, Geophys. Res. Lett., 36, L21710, doi:10.1029/2009GL040613.
www.agu.org/pubs/crossref/2009/2009GL040613.shtml 

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11.11.09
"Unser Land hat Gewicht"

Die drohende ökologische Krise ist in ihrem Ernst vergleichbar mit der aktuellen Wirtschaftkrise. Dies unterstrich Dr. Norbert Röttgen am Mittwoch, 11. November 2009, in seiner ersten Rede als Bundesumweltminister vor dem Deutschen Bundestag. Ebenso systematisch und entschlossen wie in der Wirtschaft müssen man auch in der Ökologie umsteuern, so der Minister in der Aussprache zur künftigen Umweltpolitik. „Die Klimakrise kommt, wenn wir uns nicht ändern.“ Sie habe existenzielle Dimensionen: „Sie stellt die Überlebensfrage für Hunderte Millionen von Menschen.“ Mit der Klima- und Umweltpolitik verteidige man ein Menschheitsgut, „den Eigen- und Selbstwert der Schöpfung“.
Dabei richteten sich Klima- und Umweltschutz, wie Röttgen betonte, nicht gegen die Markwirtschaft: „Ökonomie und Ökologie sind zwei Seiten einer Medaille“. Doch brauche auch der Markt, der Umweltziele erreichen wolle, eine klare Ordnung: „Dieses Ordnungsprinzip heißt Nachhaltigkeit.“Klimaschutz, Energiepolitik, Schutz der biologischen Vielfalt
Aus dieser Einschätzung leite sich konkrete Umweltpolitik ab. Röttgen nannte dabei drei zentrale Felder: Den Klimaschutz, die Energiepolitik und den Schutz der biologischen Vielfalt. Zum Erfolg der kommenden Kopenhagen-Konferenz gebe es keine Alternative. „Wir alle haben in der Rettung und Verteidigung eines Menschheitsgutes keine Chance zu wählen: Die Konferenz muss ein Erfolg werden.“ Deutschland spiele dabei eine Vorreiterrolle: „Unser Land hat Gewicht.“
Der Minister bekannte sich ausdrücklich zu den im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Zielen, wonach die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad begrenzt und die Kohlendioxidemissionen in Deutschland bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent reduziert werden sollen.
SPD: Laufzeitverlängerung „schwerer Fehler“
Es waren weniger diese Ziele als die dafür angewandten Mittel, die die Opposition kritisierte. So nannte der SPD-Abgeordnete Ulrich Kelber die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke einen schweren Fehler. „Atomkraftwerke sind keine Brückentechnologie, sie verstopfen die Stromnetze und gefährden 280.000 Jobs im Bereich der erneuerbaren Energie“.
Die im Koalitionsvertrag beschriebene Umweltpolitik lasse ein „schamloses und ungehemmtes Klientelinteresse“ erkennen: „Neben jeden Absatz des Vertrags kann man den Namen des Unternehmens schreiben, der damit bedient wird.“ Dies sei „Liebedienerei“ an der Lobby.
Linke: Schritt ins Gestern
Ähnlich kritisierte die umweltpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Eva Bulling-Schröter, die Atompolitik der Bundesregierung: „Längere Laufzeiten blockieren den Ausbau von erneuerbaren Energien.“ Es sei in der Praxis fast unmöglich, Atomkraftwerke herauf- und herunterzuregeln, wenn man neue Energien in das Stromnetz einspeisen wolle. „Der Schutz von Atomkraftwerken ist ein Schritt ins Gestern. Er nützt den großen Konzernen.“
In die gleiche Richtung zielte die Kritik aus den Reihen von Bündnis 90/Die Grünen. Bärbel Höhn forderte die Bundesregierung auf, die „Lobbyarbeit für die großen Energiekonzerne“ endlich zu beenden. „Der Koalitionsvertag bedeutet mehr Atommüll und neue Schulden. Das ist das Gegenteil von Nachhaltigkeit.“ Die so genannte Brückentechnik sei in Wahrheit eine Mauer gegen die erneuerbaren Energien.
FDP: Strenge Voraussetzungen zu erfüllen
Michael Kauch (FDP) hielt den Vorwürfen der Opposition entgegen, dass auch künftig jeder Anbieter erneuerbarer Energien Strom ins Netz einspeisen könne: „Diese Energien konkurrieren nicht mit den Kernkraftwerken.“ Auch stellte Kauch klar, dass die Laufzeit von Anlagen nicht pauschal verlängert werde. Es seien dafür strenge Voraussetzungen zu erfüllen.
Marie-Luise Dött (CDU/CSU) mahnte, den Klimaschutz nicht zum Feld „politischer Profilierung und Vorteilsschöpfung im globalen Wettbewerb“ zu machen: „Es ist an der Zeit, dass andere Staaten sich ihrer Verantwortung stellen und mit konkreten Zielen mitziehen.“ Dazu gehörten konkrete nationale Zusagen über die Höhe von Treibhausgasminderungen.
www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2009/27797574_kw46_umwelt/index.html
Mehr Infos:
www.bundestag.de/dokumente/protokolle/plenarprotokolle/17004.pdf  

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11.11.09
"George Clooneys" Antrittsrede -
Umweltschutz in der Generaldebatte des Deutschen Bundestages

Nach diesem Koalitionsvertrag hatte kaum jemand mit einer solch beeindruckenden Antrittsrede („Ökokrise“) des neuen Bundesumweltministers Norbert Röttgen gerechnet. Zumal dieser als ehemaliger parlamentarischer Geswchäftsfüherer der CDU-Fraktion nicht eben als Vorreiter der Klimaschutz- und Ökobewegung aufgefallen war. Um das mal vorsichtig zu sagen. Nun das überraschende Statement, Umweltminister sei sein Traumjob. In seiner überzeugende Rede gab es keinen Punkt, wo er sich angreifbar gemacht hat. Im Vergleich zu den Antrittsreden seiner VorgängerInnen war die Rede kraftvoll, glaubwürdig und visionär. Dies anerkannte auch die Opposition und nahm sich daher den Koalitionsvertrag vor. SPD und GRÜNE geißelten insbesondere den Ablasshandel in Sachen Flächenverbrauch. Das bisschen verbliebene Natur werde für jedes neue Projekt in Frage gestellt, stellte Bärbel Höhn fest. Die CSU forderte eine stärker werteorientierte Umweltpolitik und kritisierte die Ökonomisierung aller Lebensbereiche. Alle wünschten Norbert Röttgen Erfolg in Koppenhagen. Kann er brauchen. Der Vorlagetext von Barcelona ist im Grunde nicht verhandlungsfähig. Er hat das Zeug zum Star der ansonsten wenig glaubhaften und glaubwürdigen Regierung. Und Gutenberg kann er optisch auch das Wasser reichen. Fahren Sie diesen Schwachsinn mit dem Ablasshandel zurück. Das geben wir Ihnen mit auf den Weg! (gbk)
Mehr Infos:
www.norbert-roettgen.de
www.bmu.de

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11.11.09
"Ländlichen Raum stärken"

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) will in dieser Legislaturperiode für eine Stärkung des ländlichen Raumes kämpfen. "Eine starke Landwirtschaft steht für Lebensqualität in Deutschland", sagte die Ministerin am Dienstag, 10. November 2009, im Deutschen Bundestag…Die Linke kritisierte, dass vor allem in Ostdeutschland die ländlichen Räume "verarmen und vergreisen".
www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2009/
27793595_kw46_verbraucherschutz/index.html

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11.11.09
Neueste UN-Zahlen: Weltbevölkerung wächst bis 2050 auf 9,1 Milliarden Menschen an. s Bevölkerungswachstum findet fast ausschließlich in Entwicklungsländern statt. DSW fordert verstärkte Investitionen in Familienplanung – Presseerklärung DSW
Trotz sinkender Kinderzahlen pro Frau wird die Weltbevölkerung nach neuesten Hochrechnungen der Vereinten Nationen bis zum Jahr 2050 um voraussichtlich 2,3 Milliarden Menschen wachsen. Nach der mittleren Variante der UN werden bis zur Mitte des Jahrhunderts 9,1 Milliarden Menschen auf der Erde leben – heute sind es knapp 6,8 Milliarden. So lauten die Ergebnisse der aktuellen Revision der Bevölkerungsprojektionen der UN-Bevölkerungsabteilung, die die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) heute in Deutschland vorstellt. Die Welt altert, vor allem die Industrieländer"Gerade in den am wenigsten entwickelten Ländern wächst die Bevölkerung rasant", erklärt Dr. Thomas Büttner, Stellvertretender Direktor der UN-Bevölkerungsabteilung und Leiter des Bereichs Bevölkerungsstudien. "In den 49 ärmsten Ländern der Welt wird sich die Bevölkerung bis 2050 von 0,8 auf fast 1,7 Milliarden Menschen verdoppeln. Der Kampf gegen die Armut wird dadurch erheblich erschwert."… Ein weiterer Trend, der aus den neuen Zahlen der Vereinten Nationen hervorgeht, ist die deutliche Alterung der Weltbevölkerung in den kommenden vier Jahrzehnten. Weltweit wird sich die Anzahl von Personen im Alter von über 60 Jahren bis 2050 fast verdreifachen: von 739 Millionen auf zwei Milliarden Menschen. In den Industrieländern steigt der Anteil der über 60-Jährigen so schnell wie nie zuvor. Im Jahr 2050 wird voraussichtlich ein Drittel der Bevölkerung in diesen Ländern älter als 60 Jahre sein… Migration spielt für die Bevölkerungsentwicklung in den Industrieländern eine entscheidende Rolle. Viele wohlhabende Länder können schon heute aufgrund niedriger Geburtenraten einen Bevölkerungsrückgang nur durch die Aufnahme von Migranten verhindern. Auch Deutschland gehört mit jährlich 110.000 Einwanderern zu dieser Gruppe. Zwar wird die derzeitige Wirtschaftskrise die Zuwanderung möglicherweise verringern, doch Büttner erklärt: "Die großen wirtschaftlichen und demographischen Unterschiede, die zwischen Entwicklungs- und Industrieländern bestehen, werden auch in Zukunft ein starker Motor für internationale Migrationsbewegungen sein…"
www.dsw-online.de/presse/presseinformationen120.shtml?navanchor=1010032

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10.11.09
Schweiz: Umweltrating des Abstimmungsverhaltens im Parlament
Ein neues Instrument außerparlamentarischer Kontrolle und Transparenz mit Vorbildcharakter haben nach heutiger Meldung von NZZ.CH Schweizer Umweltverbände mit www.umweltrating.ch geschaffen. In einer Halbzeitbilanz haben sie das Abstimmungsverhalten von eidgenössischen Räten in Bezug auf die Umwelt untersucht. Als Basis dienten 24 Abstimmungen in der grossen Kammer.
www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/
bern_parlament_eidgenoessiches_umweltrating_umweltverbaende_1.3996432.html

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O9.11.09
CIPRA: Auswirkungen und Nebenwirkungen von Klimamassnahmen im Alpenraum
Welche Auswirkungen und Nebenwirkungen haben Klimamassnahmen? Die neueste SzeneAlpen der CIPRA «Im Namen des Klimaschutzes» beleuchtet den Umgang mit dem Klimawandel in den Alpen und weist den Weg für nachhaltiges Handeln.
«Im Namen des Klimaschutzes» heisst die neueste Ausgabe der SzeneAlpen. Das Themenheft der CIPRA geht der Frage nach, welche Auswirkungen und Nebenwirkungen Klimamassnahmen im Alpenraum haben. Doch nicht abstrakt und wissenschaftlich wird das Thema abgehandelt, sondern konkret und anschaulich anhand von Themenfeldern und Beispielen.
www.cipra.org/de/alpmedia/publikationen/4038

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O9.11.09
Klimawandel: Zuschauen beim Sterben

Wo die Alpengletscher Fels zerstören, schaffen sie neues Leben und bezaubernde Landschaften. Doch bald werden sie verschwunden sein. Ein Abschiedsbesuch auf dem Dammagletscher auf ZEIT.ONLINE von Urs Willmann: „Kaum ein Gletscher weltweit wird auf so vielfältige Weise untersucht wie der noch 2,5 Kilometer lange Dammagletscher. Seine Ausdehnung wurde seit 1921 minutiös dokumentiert. Die exakten Abflussmengen des Schmelzwassers, das Treiben der Bakterien in seinem Eiskörper oder die Zusammensetzung des Gesteinsschutts, der Jahr für Jahr auf ihm liegen bleibt, finden Eingang in allerlei wissenschaftliche Publikationen. BigLink heißt der Forschungsverbund, an dem sich neben der Zürcher ETH weitere eidgenössische, deutsche und angelsächsische Hochschulen beteiligen. Rund um die Uhr fühlen deren Wissenschaftler hier oben dem schwindenden Gletscher mit Messinstrumenten den Puls, erfassen Temperatur, Feuchtigkeit, Niederschlagsmengen, den Stickstoffgehalt der Umgebungsluft und jedes Zurückweichen der Zungenspitze. Eine wissenschaftliche Form begleiteten Sterbens.“
www.zeit.de/2009/46/Gletscher

Weitere Infos zu BigLink (Biosphere-Geosphere interactions: Linking climate change, weathering, soil formation and ecosystem evolution)
CESS-BigLink ist ein einzigartiges, multidisziplinäres Forschungsprojekt zur Untersuchung der Entstehungsprozesse von Böden und Ökosystemen auf dem Vorfeld eines zurückgehenden Gletschers. Unser Beitrag ist in die Aktivitäten von Subprojekt 5 eingebettet und zielt auf die Abschätzung der vergangenen, heutigen und zukünftigen Umweltbedingungen im Gletschervorfeld. Hydrologische und thermische Umweltbedingungen sind entscheidend für jene chemische, physikalische und biologische Prozesse, welche Verwitterung und Bodenbildung bedingen. Der Dammagletscher liegt im Zentrum der Schweizer Alpen bei Göschenen / Andermatt. Schmelzwasser aus dem Einzugsgebiet entwässert in den Göscheneralpsee, welcher der Stromproduktion aus Wasserkraft dient. Die Gletscherfront zieht sich derzeit durchschnittlich um ca. 10 m pro Jahr zurück und liegt aktuell bei 2100 m über Meereshöhe.
www.wsl.ch/forschung/forschungsprojekte/cces_biglink/index_DE/printerfriendly?-C=&
www.cces.ethz.ch/projects/clench/BigLink

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09.11.09
Carbon ration account for all proposed by Environment Agency. If people used up their yearly ration early, they would have to buy extra from those who had not used their full allowance. Ben Webster, Environment Editor TIMESONLINE.

Finsbury (Chef der Nationalen Umweltbehörde Großbritanniens) hat eine revolutionäre Idee, die Sinn machen würde, wenn auch die Wirtschaft zu ähnlichen Anstrengungen gezwungen würde: jede erwachsene Privatperson soll ein persönlichen CO2-Kontingent erhalten. Eine ID-Nummer, die jedes Mal angegeben werden muss, wenn stark CO2-haltige Produkte wie Benzin, Strom oder Flugreisen gekauft werden, soll das gewährleisten. Wer sein Kontingent überschreitet, müsste von denjenigen, die weniger brauchen, Anteile erwerben. Es ist dies jedenfalls ein gleichermaßen ungewöhnlicher wie diskussionswürdiger Beitrag zur aktuellen Klimadebatte im Vorfeld der Klimaschutzkonferenz in Koppenhagen. Auszug aus dem Originaltext der TIMES: “Everyone should be given an annual carbon ration and face financial penalties if they exceed it, under a proposal by the Environment Agency. Lord Smith of Finsbury, the agency’s chairman, will say today that rationing is the fairest and most effective way of meeting Britain’s legally binding targets for cutting greenhouse gas emissions. People would be given a “carbon account” and a unique number that they would have to submit when making purchases of carbon-intensive items such as petrol, electricity or airline tickets. As with a bank account, people would receive statements showing the carbon weight of each purchase and how much of their ration remained. If they used up their ration within a year, they would have to buy extra credits from those who had not used their full allowance.”
www.timesonline.co.uk/tol/news/environment/article6909046.ece
Weitere Infos:
www.heise.de/tp/blogs/2/146519

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09.11.09
Klimakiller: Kühe müssen zur Abgasuntersuchung
Auch unsere Kulturlandschaftsidylle mit weidenden Kühen auf sattem Grassland steht in Zeiten des Klimawandels auf dem Prüfstein. Darauf weist heute ZEIT.DE hin. Die Ausscheidung klimaschädlicher Gase von Kühen soll erfasst werden. In Irland wird sogar schon über Gasmasken für die rülpsenden Rindviecher nachgedacht: „Noch steht am Landwirtschaftszentrum Haus Riswick nur der labyrinthartige Güllekeller, doch in Zukunft frisst und verdaut Elpa mit 143 anderen Kühen unter einem neuen Dach im Auftrag der Forschung."Ich hoffe, dass wir erstmals unter praxisrelevanten Bedingungen eine Antwort zur Bewertung klimaschädlicher Gase geben können", erklärt Landwirtschaftskammer-Präsident Johannes Frizen. …Eine Kuh lässt sich als kleine Biogasanlage begreifen: Bakterien zersetzen beim Fressen die pflanzlichen Zellwände, dabei entsteht im Vormagen unter anderem Methan. ‚Dieses ist wesentlich klimarelevanter als Kohlenstoffdioxid’, sagt Professor Wolfgang Büscher von der Universität Bonn, die die Studie in Kleve betreut. …Alleine im Jahr 2007 entwichen den mehr als vier Millionen Milchkühen in Deutschland nach Angaben des Umweltbundesamtes rund 450.000 Tonnen des Klimagases. Insgesamt trugen Kühe und Rinder mit 2,1 Prozent zu den deutschen Treibhausgasemissionen bei - zu einem großen Teil durch den direkten Ausstoß von Methan.“
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wissen_und_bildung/aktuell/2069917_Klimakiller-Kuehe-muessen-zur-Abgasuntersuchung.html
Weitere Infos:
www.uni-bonn.tv/podcasts/GPSimKuhstall.V2.mp4/view

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09.11.09
Never ending Story Geoengineering: Teure Zukunftsvisionen errechnet - Schwefel soll Erwärmung stoppen
Vor allem die Malediven werden demnächst „Land unter“ melden.  Im Vorfeld der Kopenhagener Klimakonferenz blüht die Phantasie der Geotechniker, weil die der Willen der Politiker zu restriktiven Maßnahmen gegen Null geht. Plan B scheint auf der Hand zu liegen. Der Mensch mache sich die Welt untertan (Version 3.0) Jüngstes Beispiel ist die Überlegung, Kampfjets mit kühlendem Schwefel gegen die Klimakatastrophe einzusetzen: „Weil sich auch bei der Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember keine durchgreifende Änderung abzeichnet, könnte eines fernen Tages eine große Flotte von Kampfflugzeugen gegen den Klimawandel eingesetzt werden. Diese würden Schwefelverbindungen in der oberen Atmosphäre versprühen, die Sonnenlicht zurückwerfen und die Erde kühlen sollen. „ne Gruppe um Alan Robock von der Rutgers-Universität in New Brunswick (US-Staat New Jersey) hat nun ausrechnet, was es kosten würde, pro Jahr eine Million Tonnen Schwefelgase, sogenannte Sulfat- Aerosole, in die Luft zu bekommen. Eine Möglichkeit dafür wären US-Kampfflugzeuge vom Typ "F-15C Eagle". Die können jeweils ein Gewicht von acht Tonnen in eine Höhe von 20 Kilometern fliegen. 167 dieser Maschinen müssten für die angestrebte Menge 3 Flüge am Tag unternehmen. Der Kaufpreis für die Flugzeuge hätte im Jahr 2008 etwa 6,6 Milliarden Dollar (rund 5,1 Milliarden Euro) betragen, der jährliche Unterhalt für diese Aktion läge bei rund 4,2 Milliarden Dollar.“ Was für ein Schwachsinn. (gbk/n-tv)
www.n-tv.de/wissen/weltall/Schwefel-soll-Erwaermung-stoppen-article581779.html

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07.11.09
"Waterküken": Häuschen auf Sylt ist sechs Millionen Euro wert

Ein Friesenhaus auf Sylt ist das teuerste Haus der Welt. Die Deutsche Bank stellte in einem Gutachten offenbar fest, dass der Wert der Immobilie "Waterküken" mit einer Wohnfläche von 30 Quadratmetern sechs Millionen Euro betrage. Sollte die bisher verweigerte Erweiterung genehmigt werden, liegt der Marktwert bei 8,5 Millionen.
www.welt.de/finanzen/article5118979/
Haeuschen-auf-Sylt-ist-sechs-Millionen-Euro-wert.html

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07.11.09
Mehr Ehrgeiz beim Klimaschutz - NABU-Bundesparlament tagte in Potsdam
NABU-Pressedienst
Einen Monat vor der Weltklimakonferenz in Kopenhagen (7.-18. Dezember) hat der NABU die Politiker davor gewarnt, die Erwartungen an das Treffen der internationalen Staatengemeinschaft herunterzuspielen. „Wir können uns keine halbherzige Klimapolitik leisten. Wenn es in Kopenhagen nicht gelingt, sich auf ehrgeizige Klimaziele für die Zeit nach 2012 zu einigen, wird das drastische Folgen für Millionen von Menschen haben, deren Existenzgrundlagen gefährdet werden. Ohne verbindliche Vorgaben zur Begrenzung des Treibhausgasausstoßes werden überlebenswichtige Ökosysteme unseres Planeten in absehbarer Zeit schlicht zusammenbrechen“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke anlässlich der NABU-Bundesvertreterversammlung am Samstag in Potsdam. Die Vertragsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention hätten sich leider auch vier Wochen vor der Kopenhagener Konferenz immer noch nicht geäußert, wie sie den Treibhausgasausstoß bis 2020 und 2050 im Rahmen eines neuen Weltklimaabkommens eindämmen wollen. Vor diesem Hintergrund forderte der NABU Bundeskanzlerin Merkel auf, persönlich nach Kopenhagen zu fahren, um sich mit den anderen Staats- und Regierungschefs auf wirksame Regeln für die globale Klimapolitik zu verständigen. „Die Kanzlerin genießt international Anerkennung. Sie muss in Kopenhagen als Fürsprecherin für ein ernstgemeintes Kyoto-Nachfolgeabkommen werben“, so Tschimpke. Der NABU warnte vor einer Hinhalte- und Verzögerungstaktik in der deutschen Energiepolitik: Die Frage des künftigen Energie-Mixes sei nach wie vor offen. Die Koalition wolle erst 2010 ein Konzept dazu vorlegen. Unverantwortlich sei die Vorfestlegung der neuen Bundesregierung auf eine bisher völlig unbestimmte Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke. Der NABU lehnt eine Laufzeitverlängerung entschieden ab und fordert mehr Investitionen in erneuerbare Energien und Maßnahmen zur Energieeffizienz. Auch im Verkehrsbereich müsse nachgebessert werden. Eine Million Autos sollen nach dem Willen der neuen Koalition 2020 mit einem Elektromotor fahren. Der NABU spricht sich im Gegensatz dazu für eine technikneutrale Förderung aus, die sich am Kohlendioxid-Ausstoß orientiert. „Es nützt dem Klima nichts, wenn die Elektroautos dann mit Kohlestrom rollen“, so Tschimpke. Der NABU begrüßt, dass die neue Bundesregierung die Sicherung des „Nationalen Naturerbes“ und damit die Übertragung ökologisch wertvoller Flächen aus Bundesbesitz wie ehemalige Truppenübungsplätze fortsetzen will. Bisher konnten 100.000 Hektar Naturschutzflächen gesichert werden, die Sicherung weiterer 25.000 Hektar ist im neuen Koalitionsvertrag festgeschrieben. Der NABU fordert auch, dass die „Kyritz-Ruppiner Heide“ - das ehemalige und 14.000 Hektar große Bombodrom - in den nächsten Jahren dauerhaft als „Nationales Naturerbe“ auf hohem naturschutzfachlichen Niveau gesichert wird. Mit Blick auf die neue rot-rote Regierung im Land Brandenburg hat der NABU wichtige Neuorientierungen in der Wasser- und Naturschutzpolitik, die durch den Koalitionsvertrag in Aussicht gestellt werden, begrüßt. „Das Moorschutzprogramm, der neue Umgang mit der Ressource Wasser, die Sicherung der Natura-2000-Gebiete als Naturschutzgebiete, die Bedarfsgerechtigkeit bei Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen, das Bekenntnis zum Bundesprogramm Nationales Naturerbe und zur Nationalen Biodiversitätsstrategie sowie die Schaffung von weiteren Retentionsflächen für unsere Flüsse sind zentrale Anliegen des NABU, die im Koalitionsvertrag ihren Niederschlag gefunden haben“, sagte NABU-Landesvorsitzender Tom Kirschey. In der Ökologisierung der Land- und Forstwirtschaft, beim Alleenschutz und beim Ausstieg aus der Braunkohleverstromung bleibe der Vertrag aber hinter den Erwartungen zurück. Der Unternehmer Michael Otto übergab im Rahmen der Bundesvertreterversammlung eine Spende von 200.000 Euro für das Renaturierungsprojekt „Untere Havel“. Gemeinsam mit dem Bund und den Ländern Brandenburg und Sachsen-Anhalt will der NABU als Projektträger bis 2021 das mit rund 9.000 Hektar größte zusammenhängende Feuchtgebiet im westlichen Mitteleuropa wieder naturnah gestalten.
Für Rückfragen:
Kathrin Klinkusch, NABU-Pressesprecherin, Tel. mobil 0173-9306515
Carsten Wachholz, NABU-Klima- und Energieexperte, Tel. mobil 0172-4179727
www.nabu.de/presse/pressemitteilungen/
index.php?popup=true&show=1551&db=presseservice

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07.11.09
Klimawandel wird Fleischkonsum inakzeptabel machen

Nicholas Stern, Herausgeber des gleichnamigen Reports zu den wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels - und den Kosten bei Unterlassung von Gegenmaßnahmen, ist der Auffassung, dass die Klimaverhandlungen in Kopenhagen nur erfolgreich sein können, wenn sie als Klimaschutzinstrument auch eine Verminderung der Fleischherstellung beinhalten. Stern, selber Vegetarier, sagte im Times-Interview: "Fleischproduktion verschwendet viel Wasser und verursacht große Mengen Treibhausgase. Es verursacht einen enormen Druck auf die Ressourcen der Welt." Genauso wie sich in den letzten Jahren die Einstellung zum Rauchen gewandelt hat, könne sich auch die Einstellung zum Fleischkonsum ändern - und dies sei notwendig für einen wirksamen Klimaschutz.. Ein Blog-Beitrag von Matthias Heise auf  TELEPOLIS.
www.heise.de/tp/blogs/2/146504

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06.11.09
Europa vernichtet seine klimafreundlichen Moore

Im weltweiten Vergleich verursachen die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union die zweithöchsten Emissionsraten von Treibhausgasen aus der Zerstörung von Moorgebieten. Ein Artikel von Daniel Lingehöh auf ZEIT.DE: „Nach Spitzenreiter Indonesien mit 500 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr folgt schon die EU mit 174 Millionen Tonnen noch vor Russland (160 Millionen Tonnen), das global gesehen die ausgedehntesten Moorflächen besitzt…Schuld habe daran vor allem die Entwässerung dieser Feuchtgebiete für die Landwirtschaft und der Abbau des Torfs für den Erwerbsgartenbau, sagt John Couwenberg der zusammen mit Hans Joosten von der Universität Greifswald und der Organisation Wetlands International den Ausstoß quantifiziert hat. "Ein nasses Moor ist klimaneutral, weil das organische Material teils über Jahrtausende nass und unter Luftabschluss gespeichert wird. Legt man es trocken, gelangt Luft an den Torf und oxidiert ihn. Das entstehende Kohlendioxid gast aus", so der Wissenschaftler.“
www.zeit.de/wissen/umwelt/2009-11/erde-sd-moorzerstoerung 
Weitere Infos:
John Couwenberg (Institut für Botanik und Landschaftsökologie Uni Greifswald)
http://www.uni-greifswald.de/~palaeo/mitarbeiter_deu.html 
Hans Joosten (Universität Greifswald)
www.sciencenet-mv.de/index.php/kb_739/pb_436/pb.html 
www.wetlands.org
Wetlands International works to sustain and restore wetlands, their resources and biodiversity for future generations. Wetlands include river delta, lakes, peatswamps, lagoons, estuaries and reefs

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O6.11.09
Viel Unklares, alte Rezepte und ungedeckte Schecks: So bewertet der NABU den Koalitionsvertrag

Mit den Worten „Wachstum – Bildung – Zusammenhalt“ haben CDU, CSU und FDP ihren Koalitionsvertrag für die 17. Legislaturperiode des Bundestages überschrieben. Auf 124 Seiten haben die Regierungsparteien dabei ihre politischen Arbeitsziele für die nächsten Jahre festgehalten. Unterm Strich bleibt aber vielfach offen, wie die Koalition ihre Ziele tatsächlich erreichen will. Dies gilt im besonderen Maße auch für die geplante Umweltpolitik der Koalition. Nur wenige einheitliche „rote Fäden“ ziehen sich durch den Vertrag. Dies gilt sicher für die Nähe zu Industrie und Wirtschaft, die sich in fast allen Politikfeldern niederschlägt, während Verbraucherschutz und die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern deutlich reduziert werden sollen. Deutlich wird dies auch an der Beschleunigung von Planungs- und Zulassungsverfahren. Ob beim Ausbau von neuen Energieleitungsnetzen, beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, bei der Zulassung neuer Pflanzenschutzmittel – überall will die Koalition beschleunigen. Zu befürchten ist dabei, dass Beteiligungsmöglichkeiten und akzeptanzorientierte Planungsprozesse weiter eingeschränkt werden. Und dies, obwohl Deutschland die kürzesten Planungszeiten im europäischen Vergleich hat. Konkret wird der Koalitionsvertrag vor allem dort, wo bestehende Regelungen geändert und zumeist wirtschaftsfreundlicher gestaltet werden sollen. Ob bei der angestrebten Kompensation für Belastungen aus der Lkw-Maut, der Ökosteuer oder dem Emissionshandel, dem Rückzug aus der Produzentenverantwortung in der Abfallpolitik oder einem der vielen anderen Punkte: überall werden bestehende Lenkungsinstrumente für die Entwicklung einer nachhaltigeren Wirtschaft aufgegeben. Deutlich weniger klar werden die Vereinbarungen des Vertrages überall dort, wo es um eine eigene, gestaltende umweltpolitische Handschrift der Koalition geht. Hier wird in den nächsten vier Jahren in vielen Verhandlungen erarbeitet werden müssen, was tatsächlich politisch umgesetzt wird.
www.nabu.de/themen/umweltpolitik/umweltpolitikallgemein/11661.html
Weitere Infos:
www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/umweltpolitik/
kurzbewertung_koalition_final_layout.pdf

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05.11.09
Time to Eat the Dog?
Das neuseeländische Autorenpaar meint es gar nicht lustig: Ein Hund belastet das Klima mehr als ein Toyota Land Cruiser, wenn man den Berechnungen von Robert und Brenda Vale glauben darf. Die gehen so: Ein mittelgroßer Hund verzehrt im Jahr 164 Kilogramm Fleisch und 95 Kilogramm Getreide. Zur Produktion sind 0,84 Hektar landwirtschaftliche Fläche nötig. Dagegen reicht zur Betankung und Herstellung eines Geländewagens angeblich die Biomasse von 0,41 Hektar. Dieser Vergleich brachte die Vales auf den Titel ihres Buches: Time to Eat the Dog?
www.zeit.de/2009/46/WOS-Haustier-Klima
Weitere Infos:
www.libri.de/shop/action/productDetails/
7996353/brenda_vale_time_to_eat_the_dog_0500287902.html

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03.11.09
Grünes Geld – auch für nachhaltige Landnutzung?

Junge Reiche treiben Nachfrage an: Sie sind die Trendsetter der Finanzwelt: vergleichsweise junge Menschen mit vergleichsweise viel Vermögen. Was schon bei Hedge-Fonds klappte, könnte nun auch nachhaltigen Investments zum Durchbruch verhelfen. Ein Artikel auf FTD.DE von Heino Rents: "Das Thema Nachhaltigkeit rückt für vermögende Investoren immer stärker in den Fokus", sagt Oliver Postler, Leiter Vermögensverwaltung und globale Investmentstrategie bei HVB Wealth Management. Es gebe eine deutliche Nachfrage von Seiten der Kunden. "Vor allem, weil nachhaltige und ertragreiche Geldanlage kein Widerspruch ist", sagt Postler. Inwieweit das Geld in Projekte nachhaltiger Landnutzung geht, wäre eine Untersuchung wert (ftd.de/gbk)
www.ftd.de/finanzen/alternativen/
:gruenes-geld-junge-reiche-treiben-nachfrage-an/50032381.html
  

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03.11.09
Ein neues Wachstumsmodell: Wegsteuern vom Wachstumsmantra

Um den Klimaschutz voranzubringen, sollte die schwarz-gelbe Bundesregierung Wohlstand neu definieren. Das wäre ein zutiefst konservatives Projekt. Kommentarvon Tobias Leipprand und Cordula Drautz auf FTD.DE. Beide sind Fellows der Stiftung Neue Verantwortung. Die Stiftung Neue Verantwortung ist ein gemeinnütziger, unabhängiger und überparteilicher Thinktank mit Sitz in Berlin: „Viele Konservative haben bereits erkannt, dass das Wachstumsmantra, wie es sich jetzt auch wieder im Koalitionsvertrag findet, durchaus im Konflikt zu Grundwerten der Konservativen steht, und fordern daher eine Neuausrichtung….Denn auch andere Bereiche liefern Gründe für eine Abkehr vom Wachstum als alleinige Richtgröße für Wirtschaftspolitik. Höher, schneller, weiter - diese Maxime spornte uns zwar jahrzehntelang zu Höchstleistungen an, vergrößerte aber auch die Kluft zwischen Arm und Reich. Der soziale Zusammenhalt ist gefährdet in einer Zeit, in der jeder vor allem auf seinen eigenen (finanziellen) Vorteil bedacht ist…“
www.ftd.de/wissen/natur/
:ein-neues-wachstumsmodell-wegsteuern-vom-wachstumsmantra/50032124.html

Mehr Infos:
www.neueverantwortung.de

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02.11.09
Fritz Vorholz über die Chancen der letzten Vorbereitungskonferenz für den Klimagipfel
„Vom Montag an wollen sie zwar noch einmal versuchen, die Voraussetzungen für einen Erfolg in Kopenhagen zu schaffen. Eine ganze Woche nehmen sie sich dafür Zeit. Doch warum sollte bei ihrem Treffen in Barcelona mehr herauskommen als bei den früheren Vorbereitungsversammlungen in Bonn und in Bangkok? Selbst die Bekenntnisse von Staats- und Regierungschefs – abgegeben anlässlich von G-8-Gipfeln, von G-20-Gipfeln oder vor der UN-Generalversammlung – haben kaum Bewegung in die festgefahrenen Klimaverhandlungen gebracht. Es geht dabei einfach um zu viel. Vor allem, so die verbreitete Wahrnehmung, um die Verteilung von Entwicklungschancen im 21. Jahrhundert. Es war zwar einst zum Jahrhundert der Umwelt ausgerufen worden, könnte aber genauso gut zum Jahrhundert der Umweltdesaster werden – wenn die Einigung über den globalen Klimaschutz noch lange auf sich warten lässt.“
www.zeit.de/2009/45/Klima

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31.10.09
Frankfurt: Gärten für die City
Zum siebtenmal hat der Deutsche Mieterbund - Landesverband Hessen e.V. zusammen mit dem Mieterbund Nordhessen e.V. zum alle zwei Jahre stattfindenden Kasseler Mieterforum heute namhafte Wissenschaftler, Wohnungswirtschaftler, Wohnungspolitiker, Mietervertreter und interessierte Bürger nach Kassel geladen. Der Geschäftsführer der Nassauischen Heimstätte/Wohnstadt, Prof Thomas Dilger (TU Darmstadt) wird in einem Praxisbericht über das „Wohnen als Motor der Stadtentwicklung" sprechen. Im FR-Interview mit Katja Schmidt spricht er über die Zukunft der Stadtentwicklung: “Worüber ich beim Mieterforum spreche, sind die größten Herausforderungen der Stadtentwicklung - Klimaschutz, Integration und demografischer Wandel. Wir beobachten eine urbane Renaissance. Auch die hat aber für den Raum Kassel andere Folgen als für Frankfurt/RheinMain. Früher hatten wir den Trend: Die Wohlhabenden ziehen an die Ränder, die Ärmeren bleiben in der Stadt. Der Trend dreht sich derzeit um. In Frankfurt kann das zu Verdrängungseffekten führen. Im Raum Kassel haben eher die kleinen Städte und Dörfer im Umland, die immer leerer werden, ein Problem. Deren Schwierigkeiten reichen vom schließenden Lebensmittelgeschäft bis demnächst zu Wassernetzen, die verkeimen.“
www.fr-online.de/top_news/2050242_Frankfurt-Gaerten-fuer-die-City.html 
Weitere Infos:
www.mieterbund-hessen.de
www.naheimst.de/ueber-uns/geschaeftsfuehrung/prof-thomas-dilger.htmlwww.regional.architektur.tu-darmstadt.de/eur/eur_kontakt/mitarbeiter_regional_details_7747.de.jsp

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28.10.09
Die Welt, wie sie nicht sein darf
Ob Migranten- oder Ideenströme, Rohstoff- oder Kapitalbewegung: Alles Fakten, die der neue "Atlas der Globalisierung" mit buntstiftbunten Karten anschaulich macht. Buchbesprechung von Arno Widmann auf FR.ONLINE.
www.fr-online.de/top_news/2043156_Atlas-der-Globalisierung-Die-Welt-wie-sie-nicht-sein-darf.html
Weitere Infos:
www.monde-diplomatique.de/pm/.atlas3

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27.10.09
Stadtplanung: Wachstum durch Abriss: Wie schrumpft man Städte?

Die Internationale Bauausstellung in Sachsen-Anhalt hat wilde Ideen. Ein Artikel von Tobias Timm auf ZEIT.DE. „Normalerweise entstehen im Rahmen solcher Bauausstellungen große Leuchtturmprojekte, in Stuttgart etwa wurde 1927 als Manifestation des »Neuen Wohnens« die berühmte Weißenhof-Siedlung gebaut. Und in Berlin planten Architekten wie Walter Gropius, Alvar Aalto und Oscar Niemeyer für die Interbau 1957 das Hansaviertel. Für die IBA Emscherpark wandelte man im Ruhrgebiet von 1989 bis 1999 alte Industriestätten in Kulturinstitutionen um. In Sachsen-Anhalt aber wurden jetzt erstmals für eine Bauausstellung mehr Gebäude abgerissen als gebaut. In 19 kleineren und größeren Städten von Magdeburg bis Halle hat man ausprobiert, wie das Schrumpfen durch stadtplanerische Eingriffe zum Nutzen der Dagebliebenen und ihrer Umwelt gesteuert werden kann. Neuland also für eine Profession, die bisher stets die Expansion plante.“
www.zeit.de/2009/44/IBA
Weitere Infos:
www.sachsen-anhalt.de/LPSA/index.php?id=926 
www.iba-stadtumbau.de/index.php?iba-2010-de
www.bauhaus-dessau.de/index.php?iba

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27.10.09
Stadtumbau – Urbane Qualitäten durch Freiraumentwicklung

Seminar für Dezernentinnen und Dezernenten, Führungs- und Fachpersonal aus Stadtplanungs-, Grünflächen-, Umweltämtern und Eigenbetrieben sowie für Ratsmitglieder – Presseerklärung des Deutschen Instituts für Urbanistik
In schrumpfenden Städten und Stadtregionen werden bauliche Nachnutzungen in absehbarer Zeit die brachfallenden Flächen bei weitem nicht füllen. Als Folge bleibt ein großer Teil der Brachflächen mittel- und langfristig ohne bauliche Neunutzung. Dadurch bieten diese Flächen Entwicklungsperspektiven für die städtische und stadtregionale Freiraumentwicklung, verbunden mit der Chance, im urbanen Raum einen Qualitätsgewinn durch ein „Mehr“ an Freiräumen zu erreichen. Gleichzeitig erfordern die geringen finanziellen Spielräume der betroffenen Kommunen „neue Freiraumtypen“, die weniger aufwändig in der Anlage und Pflege als die „klassischen“ öffentlichen Grün- und Parkanlagen sind. Im Mittelpunkt des Seminars sollen u. a. folgende Fragen erörtert werden:
-  Wie tragen Stadtumbau Ost und West zur Belebung der Freiraumkultur bei?
-  Welche Planungsinstrumente sind geeignet, um das neue Verhältnis von baulichen
   Flächen zu Freiflächen zu bestimmen und zu konzeptionieren?
-  Welche Chancen bieten brachgefallene Flächen für dauerhafte Renaturierungen?
-  Welche Rolle können „grüne“ Zwischennutzungen und neue Aneignungsformen Privater 
   im Rahmen der Freiraumentwicklung spielen?
-  Welche Organisations-, Pflege- und Finanzierungsmöglichkeiten bestehen für die
   Gestaltung neuer Freiräume?
-  Welche Zukunftschancen liegen in der Freiraumentwicklung durch Stadtumbau?
Stadtumbau – Urbane Qualitäten durch Freiraumentwicklung
9. bis 10. November 2009 in Berlin
Anmeldung (bitte nur schriftlich) an Sylvia Bertz
Deutsches Institut für Urbanistik GmbH, Postfach 120321, 10593 Berlin
Telefon: 030/39001-258, Telefax: 030/39001-268, E-Mail: bertz@difu.de

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26.10.09
Schwarz-Gelb betoniert Deutschland: Tausche Baum für Fabrik
Bisher müssen Bauherren für die Natur, die sie zerstören, andernorts Grün schaffen – die schwarz-gelbe Koalition ändert das. Umweltschützer halten die neue Regelung für "katastrophal". Artikel von Hanna Gersmann für TAZ.DE: „Eigentlich ist das Prinzip schlicht: Wer etwas kaputt gemacht hat, soll es auch wieder reparieren. Das galt bisher für Investoren, die eine Fabrik, ein Wohnhaus, eine Geflügelfarm gebaut haben. Für die Fläche X, die sie versiegelten, mussten sie auf der Fläche Y Natur schaffen. Doch diese Eingriffs-Ausgleichsregelung wollen Union und FDP nun ändern. Das steht in ihrem Regierungsprogramm, das sie Montag unterschrieben haben. So soll es einfacher werden, die Republik zu betonieren.“
www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/tausche-baum-gegen-fabrik

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25.10.09
FOCUS-Reportage: Abschied vom Landleben

Die Provinz ist in der Krise. Die Dörfer verlieren immer mehr Bewohner, nicht nur im Osten, auch im Westen. Deutschland steht vor den größten Umbrüchen seit Jahrzehnten. Ein Artikel von FOCUS-Reporter Wolfgang Bauer: „Diese Reportage erzählt vom Überlebenskampf eines Dorfes in Westdeutschland (Anm.: Hamm in der Eifel). Eines von vielen, die sich derzeit gegen den Untergang stem­men. Die meisten glauben, nur im Osten sei die Provinz in Not. Doch auch im Westen geht in der Hälf­te der Regionen die Bevölkerung zurück. Nach Prognosen werden von heute 82 Millionen Menschen in Deutschland im Jahre 2050 ohne Zuwanderung nur 58,6 Millionen übrig bleiben. „Entsiedelung“ ist der Fachbegriff für die Folgen auf dem Land. Sie erzeugt keine Schlagzeilen, aber am Ende wird die Bundesrepublik eine völlig andere geworden sein.“
www.focus.de/panorama/reportage/focus-reportage-abschied-vom-landleben_aid_448033.html

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24.10.09
Naturschutz und Flächenverbrauch im heute veröffentlichten Entwurf des Koalitionsvertrags zwischen CDU, CSU und FDP
„Kooperation mit den Betroffenen vor Ort ist unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Naturschutzpolitik. Wir wollen gemeinsam mit den Naturnutzern die Umweltbildung fördern. Wir werden die Partnerschaft zwischen Landwirtschaft, Natur- und Umweltschutz über freiwillige Programme weiter stärken und uns am Vorrang des Vertragsnaturschutzes orientieren. Die Nutzung von Ökokonten unterstützen wir nachhaltig. Wir werden den Bundesländern die Kompetenz geben, beim Ausgleich von Eingriffen in die Natur das Ersatzgeld anderen Kompensationsmaßnahmen gleichzustellen. Im Rahmen der Umsetzung der nationalen Strategie für biologische Vielfalt werden wir ein Bundesprogramm erarbeiten, das mit Ländern und Kommunen, mit Waldbesitzern, Landnutzern und Naturschutzverbänden abgestimmt wird. Die wichtige Rolle der Botanischen Gärten und Sammlungen werden wir stärken. Wir sprechen uns für die Vernetzung ökologisch besonders wertvoller Gebiete in einem Verbundsystem aus. Wir streben ein europa- und weltweites System von Schutzgebieten unter stärkerer Einbindung der regional unterschiedlichen Kulturlandschaften an. Wir erarbeiten ein „Bundesprogramm Wiedervernetzung“ als Grundlage für den Bau von Querungshilfen im Bundesverkehrswegenetz in den wichtigsten Lebensraumkorridoren. Zur Sicherung des „Nationalen Naturerbes“ werden wir die Übertragung der noch ausstehenden 25.000 Hektar national wertvoller Naturflächen fortführen. Wir sichern das „Grüne Band Deutschland“ entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze als „Naturmonument“ und wollen die Entwicklung eines „Grünen Bandes Europa“ anstoßen. Frei fließende Flüsse haben einen hohen ökologischen Wert. Die Durchgängigkeit der Flüsse für wandernde Fische muss wiederhergestellt werden. Für den Natur- und Hochwasserschutz sollen natürliche Auen reaktiviert und Flusstäler, wo immer möglich, renaturiert werden. Wir prüfen, ob die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes zu diesem Zweck eingesetzt werden kann. Wir unterstützen projektbezogene Modelle zur Honorierung vermiedener Abholzung in Entwicklungsländern. Wir halten an der Zusage zur finanziellen Unterstützung des internationalen Waldschutzes fest. Wir wollen auf EU-Ebene die Maßnahmen gegen illegal geschlagenes Tropenholz verschärfen.
Die Wiederverwendung bereits genutzter Flächen und die Verdichtung im Innenbereich müssen Vorrang vor Flächenneuverbrauch bzw. vor Entwicklung im Außenbereich haben. Deshalb wollen wir gemeinsam mit den Kommunen Instrumente zur Gestaltung der Innenentwicklung erarbeiten. Brachflächenkataster, Managementpläne, ein zoniertes Satzungsrecht der Kommunen und finanzielle Anreizinstrumente wollen wir weiterentwickeln. Wir beabsichtigen, einen Modellversuch zu initiieren, in dem Kommunen auf freiwilliger Basis ein überregionales Handelssystem für die Flächennutzung erproben.“
www.spiegel.de/media/0,4906,21958,00.pdf

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23.10.09
Geoengineering: Im Maschinenraum des Klimas
Ralf Nestler befasst sich auf ZEIT.DE mit dem Geoengineering. „Mit großem technischen Aufwand wollen Ingenieure die Erderwärmung bremsen. Doch sind Algenblüten als CO2-Speicher oder abgeschirmte Sonnenstrahlen wirklich die Lösung? … Geoengineering wird unumgänglich sein, wenn wir die Erderwärmung auf ein veträgliches Maß reduzieren wollen und zugleich allen 6,8 Milliarden Menschen, Tendenz stark steigend, einen passablen Lebensstil ermöglichen wollen. So lautete der Tenor des Wissenschaftsforums der ZEIT, das am Mittwochabend in Berlin stattfand. Über die Risiken solcher Operationen ist indes wenig bekannt. Das zeigt auch die bisher umfassendste Analyse zum Thema Geoengineering, die im September von der britischen Royal Society veröffentlicht wurde“ (wir berichteten).
www.zeit.de/wissen/2009-10/geoengineering 

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23.10.09
Reisernte vom Klimawandel bedroht
In seinem Blog auf TELEPOLIS berichtet Wolfgang Pomrehn darüber, wie ein Philippinisches Institut Auswirkungen des Klimawandels und Anpassungsstrategien erforscht. So wurden in dem Institut Reissorten gezüchtet, die Überschwemmungen besser vertragen, auch wenn sie durch Salzwasser erfolgen.
www.heise.de/tp/blogs/2/146400
Weitere Infos:
http://beta.irri.org/index.php/Home/Welcome/Frontpage.html
http://beta.irri.org/news/index.php/press-releases/climate-change-threatens-rice-production.html 

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22.10.09
Der Biokraftstoff-Boom bedroht das Erdklima

WELT.DE berichtet von einer auf SCIENCE veröffentlichten Studie unter der Leitung von JERRY M. MELILLO vom Marine Biological Laboratory (MBL). Die Wissenschaftler berechnen in der Studie detailliert, wie sich der Boom von Biokraftstoffen in diesem Jahrhundert auf die Emissionen von Treibhausgasen auswirken wird: „Große Treibhausgas-Emissionen durch diese indirekten Veränderungen der Landnutzung sind unabsichtliche Konsequenzen eines weltweiten Biokraftstoff-Programms“, warnt Melillo. „Wenn Wälder oder andere Pflanzen für Bioenergie gerodet werden, muss der dabei frei werdende Kohlenstoff auch als Emission berechnet werden. Geschieht das nicht, wird der Einsatz von Bioenergie das Treibhausgas-Problem eher verschärfen als lösen."
www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article4938166/Der-Biokraftstoff-Boom-bedroht-das-Erdklima.html  

Indirect Emissions from Biofuels: How Important?
A global biofuels program will lead to intense pressures on land supply and can increase greenhouse gas emissions from land-use changes. Using linked economic and terrestrial biogeochemistry models, we examine direct and indirect effects of possible land-use changes from an expanded global cellulosic bioenergy program on greenhouse gas emissions over the 21st century. Our model predicts that indirect land use will be responsible for substantially more carbon loss (up to twice as much) than direct land use; however, because of predicted increases in fertilizer use, nitrous oxide emissions will be more important than carbon losses themselves in terms of warming potential. A global greenhouse gas emissions policy that protects forests and encourages best practices for nitrogen fertilizer use can dramatically reduce emissions associated with biofuels production.
www.scienceonline.org/cgi/content/abstract/1180251v1
Weitere Infos
http://ecosystems.mbl.edu/staff/melillo.html
JERRY M. MELILLO
Email: jmelillo@mbl.edu

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22.10.09
Gated Communitys: Todsicher in der Isolation
Julian Heissler befasst sich auf SPIEGEL.DE mit einem Landnutzungsproblem, das inzwischen auch in Deutschland angekommen ist. Auch hier etabliert sich eine neue Wohnform für Wohlhabende - Gated Communitys und abgeschottete Stadthäuser wie die Arkadien-Siedlung am Glienicker Horn in Potsdam. Sie bieten ihren vermögenden Einwohnern das Gefühl von Sicherheit:: „In anderen Ländern sind Gated Communitys dagegen längst gang und gäbe. In den USA stehen mittlerweile über 40.000 überwachte Anlagen. Doch nicht nur dort ist die Wohnform verbreitet. Seit rund 30 Jahren gehören Gated Communitys zum Bild südamerikanischer Städte. In Südafrika sind sie gerade seit dem Ende der Apartheid bei der weißen Bevölkerung beliebt. Und auch in Russland zieht sich die reiche Oberschicht zunehmend aus Städten zurück und sucht ihr Glück in umzäunten Wohnvierteln vor den Toren der Metropolen.“
www.spiegel.de/panorama/0,1518,656192,00.html
www.spiegel.de/thema/gated_community  

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22.10.09
Himalaya: Asiens Trinkwasser versiegt

Die Eisvorräte des Himalaya schmelzen mit enormem Tempo. Das wird zu katastrophalen Überschwemmungen führen. Sind die Gletscher erst geschmolzen, droht Indien und China die nächste Katastrophe: Trockenheit und Trinkwasserknappheit. Artikel von Roland Benn auf www.merian.de/reiseziele/artikel/a-654889.html 

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21.10.09
Fauler Zauber

Venedig verkommt zur Fassade. 22 Millionen Touristen pro Jahr vertreiben die Einwohner aus ihrer Stadt. Den Bürgermeister schert das wenig. Hilferuf einer Einheimischen. Petra Reski auf ZEIT.DE: „An unserem Kanal wohnt fast niemand mehr . Während ich in meinen Reportagen das Verschwinden der Venezianer ebenso folgenlos wie starrköpfig beklagte, verdreifachte sich die Zahl der Touristen. Im letzten Jahrzehnt stieg sie von sieben Millionen auf 22 Millionen. Die Bevölkerung der Stadt hat sich in den letzten 40 Jahren jedoch halbiert. Auf einen wehrlosen Venezianer kommen also 366 sich nach Venedig verzehrende Touristen. Mein Käsehändler verkauft jetzt Eis, der Fleischer Muranoglas, der Buchhändler am Campo San Luca ist auf kunstgewerbliche Töpferwaren umgestiegen. Der Conte Marcello, die Frau des Kunsthändlers und ich, wir waren Widerstandskämpfer. Aber wir haben unsere Schlacht verloren… Allein in den letzten Jahren seien 706 neue (Hotel-)Lizenzen nach der Verordnung zum »Umbau von Wohnungen in hotelgewerblicher Absicht« vergeben worden.
www.zeit.de/2009/44/Venedig
Die Ausstellung »Migropolis. Venice, Atlas of Global Situation« findet bis 6. Dezember 2009 in Venedig in der Galleria di Piazza San Marco statt. Geöffnet von 10.30 bis 17.30 Uhr, Mo/Di geschlossen, Eintritt 4 Euro. Tel. 0039-041/5207797. Der Bildband »Migropolis« von Wolfgang Scheppe ist soeben im Hatje Cantz Verlag (Ostfildern; 1344 Seiten, 2 Bände im Schuber, 78 Euro) erschienen.

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21.10.09
Kelsterbach: Protest gegen Flughafenausbau geht weiter
Frank Schuster berichtet auf FR.ONLINE über die gestrige Gründung der "Bürgerinitiative Kelsterbach" (BIK) in der von Fluglärm geplagten Stadt. Viele BIK-Mitglieder entstammen dem Kreis der Initiatoren des Bürgerentscheids zum Verkauf des städtischen Waldes an den Flughafenbetreiber Fraport. Die Stadtverordnetenversammlung hatte Anfang des Jahres mehrheitlich beschlossen, den - inzwischen größtenteils gerodeten - Stadtwald an die Fraport zu verkaufen, die auf dem Gebiet die geplante Nordwestlandebahn bauen lassen will. Der Bürgerentscheid im Sommer war knapp gescheitert.
www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/2028239_Kelsterbach-Protest-gegen-Flughafenausbau-geht-weiter.html 

Positionen der Bürgerinitiative Kelsterbach - Dokumentation
I. Bürger für Bürger
1. Wir, kritisch aktive Bürger Kelsterbachs, sind entschlossen, die Geschicke unserer Stadt nicht länger allein haupt- und nebenberuflichen Politikern und Experten zu überlassen.
2. Wir engagieren uns außerhalb der städtischen Gremien für die Interessen der Bürger dieser Stadt, gleich, ob alt oder jung, alt eingesessen oder zugezogen.
II. Mehr Demokratie wagen. (Willy Brandt, 1972)
1. Zu diesem Zweck, und um unsere Aktivitäten unter einem organisatorischen Dach zu bündeln, haben wir die „Bürgerinitiative Kelsterbach“ (im Folgenden: BIK) gegründet. Die BIK ist unabhängig, überparteilich und konfessionell ungebunden. Sie ist basisdemokratisch verfasst: Die Stimme jedes Einzelnen wird gehört,geachtet und respektiert.
2. Als Zusammenschluss kritischer Bürger wirken wir außerparlamentarischkonstruktiv mit an der Entwicklung unserer Stadt, an ihrer Lebensqualität und am Schutz unserer Umwelt. Fehlentwicklungen in politischen und gesellschaftlichen Prozessen wollen wir durch öffentliches und kritisches Hinterfragen verhindern.
3. Es ist unser Ziel, der Politikverdrossenheit in unserer Kommune entgegen zu wirken. Wir erwarten und bieten Offenheit und Transparenz, Gerechtigkeit und Chancengleichheit, Fairness und Respekt. Wir wollen Teilhabe und Teilnahme des Bürgers an den politischen und gesellschaftlichen Prozessen dieser Stadt fördern. Wir wollen Entscheidungsprozesse zum Wohle der Stadt und ihrer Bürger beeinflussen. Unser Hauptziel bleibt vorerst, die negativen Auswirkungen des Flughafenausbaus öffentlich zu machen und zu minimieren.
4. In dieser Absicht bestärkt hat uns die große Zustimmung beim Bürgerbegehren. Daher fühlen wir uns verpflichtet, auch weiter aktiv zu bleiben. Wir sind keine Flughafengegner. Aber Ausbaugegner, wenn Gesundheit und Lebensqualität der Kelsterbacher Bevölkerung und einer ganzen Region wirtschaftlichen Interessen geopfert werden. 2212 Ja-Stimmen beim Bürgerentscheid bestätigen uns.
III. Menschen bewegen, statt nur Steine.
1. Als Mittel zum Erreichen unserer Ziele dient uns der Dialog auf Augenhöhe. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit wollen wir die Bürger Kelsterbachs bei wichtigen Themen sensibilisieren und aktivieren. Das Herstellen von Öffentlichkeit soll die Diskussionskultur und Integration in Kelsterbach fördern, um eine lebenswerte Umwelt und Gemeinschaft in allen Bereichen zu schaffen und zu erhalten.
2. Die BIK wird sich über den Flughafenausbau hinaus gesellschaftlich engagieren und die Interessen der Bürger unterstützen. Wir rufen alle Bürger, gleich welchen Alters, welchen Geschlechts und welcher Nationalität zur Mitarbeit in der BIK auf.
3. Die BIK finanziert sich ausschließlich durch Spenden ihrer Mitglieder. Nach außen vertreten wird die BIK durch Ihre Sprecher. Diese Funktion üben derzeit Eleonore Wagner, Fasanenweg 1, und Annerose Tanke, Hundert-Morgen-Straße 30, beide Kelsterbach.
http://kelsterbach.files.wordpress.com/2009/10/positionen-der-burgerinitiative-kelsterbach.pdf 

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21.10.09
Kluge Almbauern: Wirtschafts-Nobelpreis an die Politikwissenschaftlerin Elinor Ostrom

Alexander Armbruster und Christian Siedenbiedel befassen sich auf FAZ.NET mit Ostroms Forschungen zur Theorie der Gemeinschaftsgüter: „Funktionieren Gemeinschaftsgüter jetzt doch, obwohl sie eigentlich gar nicht sein dürften? Eine Politikwissenschaftlerin namens Elinor Ostrom wollte das genau wissen und verließ den Elfenbeinturm, um überall auf der Welt anzuschauen, wie die Menschen im Kleinen verwalteten, was allen gehört und wofür per Gesetz niemand im Besonderen zuständig ist. Jahrzehntelang war Olstrom unterwegs, schrieb alles auf und stellte fest: Der Gemeinde-Acker funktioniert unter bestimmten Bedingungen sehr gut - gerade auch auf der Alm in den Bergen.“
www.faz.net/s/RubB8DFB31915A443D98590B0D538FC0BEC/
Doc~E6E21F6B628C8466D8D1D445ABFABEA1A~ATpl~Ecommon~Sspezial.html


Elinor Ostrom auf Wikipedia (* 7. August 1933 in Los Angeles, Kalifornien, USA) ist Professorin für Politikwissenschaft an der Indiana University Bloomington. 2009 wurde ihr als erster Frau der Wirtschaftsnobelpreis zuerkannt, gemeinsam mit Oliver E. Williamson. Ostrom habe gezeigt, „wie gemeinschaftliches Eigentum von Nutzerorganisationen erfolgreich verwaltet werden kann“, heißt es in der Würdigung der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften. Ostrom ist weltweit angesehen als eine führende Forscherin im Bereich der Umweltökonomie. Sie setzt sich mit der Frage auseinander, wie Menschen in und mit Ökosystemen nachhaltig über lange Zeit interagieren können. Inhaltlich befasst sie sich u.a. mit der Fischereiwirtschaft, mit Bewässerungssystemen, mit Wald- und Weidewirtschaft, Ostroms Forschung befasst sich mit der Frage, wie sich Menschen organisieren, um gemeinschaftlich komplexe Probleme zu lösen. Sie analysiert, wie institutionelle Regeln sich auf Handlungen von Individuen auswirken, die bestimmten Anreizen ausgesetzt sind, Entscheidungen treffen (müssen), und sich zudem noch gegenseitig beeinflussen und Sie zeigt praktikable, gerechte und effiziente Lösungen für diese Probleme auf. International bekannt wurde sie vor allem mit ihrem Buch Governing the Commons: The Evolution of Institutions for Collective Action (1990), in dem sie sich mit Problemen kollektiven Handelns bei knappen natürlichen Ressourcen, die gemeinschaftlich genutzt werden (Allmenden), beschäftigt. Sie kam zu dem Ergebnis, dass für eine angemessene und nachhaltige Bewirtschaftung von lokalen Allmenderessourcen in vielen Fällen eine institutionalisierte lokale Kooperation der Betroffenen sowohl staatlicher Kontrolle als auch Privatisierungen überlegen sei. Als Resümee ihrer Forschung nennt Ostrom folgende Prinzipien für erfolgreiche Lösungen von lokalen Allmendeproblemen:
- Klar definierte Grenzen und einen wirksamen Ausschluss von externen Nichtberechtigten.
- Regeln bezüglich der Aneignung und der Bereitstellung der Allmenderessourcen müssen
  den lokalen Bedingungen angepasst sein.
- Die Nutzer können an Vereinbarungen zur Änderung der Regeln teilnehmen, so dass eine
  bessere Anpassung an sich ändernde Bedingungen ermöglicht wird.
- Überwachung der Einhaltung der Regeln.
- Abgestufte Sanktionsmöglichkeiten bei Regelverstößen.
- Mechanismen zur Konfliktlösung.
Die Selbstbestimmung der Gemeinde wird durch übergeordnete Regierungsstellen anerkannt.
Ostrom ist es mit diesem Buch gelungen, die Komplexität befriedigender Lösungen lokaler Ressourcenprobleme und die Unzulänglichkeit einfacher Rezepte zu verdeutlichen. Was ohne Zweifel gezeigt wird, ist, dass es Probleme von Allmenderessourcen gibt, die auch ohne eine Privatisierung dieser Ressourcen und auch ohne eine zentralstaatlich von oben angeordnete Lösung gelöst werden konnten. Hilfreich seien dabei nicht das Vertrauen auf „Markt“ oder „Staat“, sondern vielfältige Mischformen aus markt- und staatsähnlichen Institutionen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Elinor_Ostrom
Weitere Infos:
http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2009
www.cogs.indiana.edu/people/homepages/ostrom.html
www.sueddeutsche.de/wirtschaft/367/490740/text
Gemeingütermanagement—eine Perspektive für bürgerschaftliches Engagement [Governing a Commons from a Citizen’s Perspective]. In: Silke Helfrich/Heinrich-Böll-Stiftung (Hrsg): Wem gehört die Welt? Zur Wiederentdeckung der Gemeingüte.r S.218–228, München, Oekom Verlag, 2009.

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20.10.09
Klimabilanz von Biotreibstoffen außerordentlich schlecht
Matthias Brake berichtet auf www.heise.de/tp/blogs/2/146369 über den am Freitag veröffentlichten Bericht des Internationalen Rates für nachhaltige Ressourcennutzung der UN, in dem die Treibhausgas-Bilanz verschiedener Biotreibstoffe mit der von fossilen Treibstoffen verglichen werden. Seit 2000 wurde die Biodiesel-Produktion von weniger als einer auf elf Milliarden Liter und die Produktion von Bioethanol-Treibstoffmischungen auf 52 Milliarden Liter jährlich ausgeweitet. Nur die Ethanolproduktion aus Zuckerrohr in Brasilien sei gegenüber fossilem Sprit in der Klimabilanz positiv. „Dennoch, um zukünftig auch nur 10 % des Treibstoffbedarfs durch nachwachsende Rohstoffe zu decken, müsste die Anbaufläche weltweit auf 5 Mio. Quadratkilometer steigen, was netto bis zu 1 Mrd. Tonnen zusätzlicher Treibhausgase bedeuten würde. 170 bis 760 Mio. Tonnen eingespartem CO2 stünden dann aber 750 bis 1.830 Mio. Tonnen zusätzlicher Treibhausgase gegenüber. Daher sehen die Autoren für Biokraftstoffe weltweit nur eine Nebenrolle in der Energieversorgung, als Mittel der Emissionsreduktion sind sie ungeeignet.“ Stephan Börnecke dazu in einem Kommentar auf FR-ONLINE: „Und wozu das alles? Damit Biosprit in unseren Tanks blubbert, wir aber unser (Verkehrs-)Verhalten bloß nicht zu ändern brauchen. Natürlich antworten Bauern, schon die Altvorderen hätten das "Futter" für das Transportmittel Pferd auf dem Acker angebaut. Das übersieht: Heute leben wir in einer mobilen, global organisierten Welt mit horrendem Verkehrsaufkommen. Vor allem aber: Wir leben in einer Welt, in der immer mehr Menschen satt werden wollen. Sollen Autos und Menschen gefüttert werden, geht das aber auf Kosten der Natur, die immer stärker ausgebeutet wird.“
www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/2025272_Kommentar-Ausgebeutet.html

Biofuels—New Report Brings Greater Clarity to Burning Issue

International Panel Says Some Crop-Based Fuels Show Positive Climate Benefits: Others Environmentally Questionable
Nairobi, 16 October 2009 – UNEP-Presseerklärung zum Bericht
A far more sophisticated approach needs to be taken when developing biofuels as an environmentally-friendly energy option a new report concludes. Governments should fit biofuels into an overall energy, climate, land-use, water and agricultural strategy if their deployment is to benefit society, the economy and the environment as a whole. The report, the first by the United Nations Environment Programme’s (UNEP) International Panel for Sustainable Resource Management, says some first generation biofuels such as ethanol from sugar cane can have positive impacts in terms of greenhouse gas emissions. As currently practiced in a country such as Brazil, it can lead to emissions reductions of between 70 percent and well over 100 percent when substituted for petrol. However, the way in which biofuels are produced matters in determining whether they are leading to more or less greenhouse gas emissions. Conditions under which production of biofuels does lead to higher emissions have been identified in the report. The production and use of biodiesel from palm oil on deforested peatlands in the tropics is cited. It can lead to significant increases in greenhouse gas emissions--up to 2,000 percent or more when compared with fossil fuels. This is mainly as a result of carbon releases from the soils and land. However, a positive contribution to greenhouse gas emissions can arise if the palm oil or soya beans are instead grown on abandoned or degraded land. The report Towards Sustainable Production and Use of Resources: Assessing Biofuels is based on a detailed review of published research up to mid-2009 as well as the input of independent experts world-wide. It has been written to assist governments and industry in making sustainable choices in an area that over the past few years has become deeply divided while triggering sharply polarized views. Achim Steiner, UN Under-Secretary General and Executive Director of the UN Environment Programme, which hosts the panel, said : “Biofuels are neither a panacea nor a pariah but like all technologies they represent both opportunities and challenges.” “Therefore a more sophisticated debate is urgently needed which is what this first report by the Panel is intended to provide. On one level, it is a debate about which energy crops to grow and where and also about the way different countries and biofuel companies promote and manage the production and conversion of plant materials for energy purposes—some clearly are climate friendly while others are highly questionable,” added Mr. Steiner. ‘However, it is also a choice about how humanity best manages its finite land bank and balances a range of competing interests in a world of six billion people, rising to over nine billion by 2050,” he said. “The report makes it clear that biofuels have a future role, but also underlines that there may be other options for combating climate change, improving rural livelihoods and achieving sustainable development that may, or may not involve turning ever more crops and crop wastes into liquid fuels,” he explained. “The European Commission has been the firm supporter of the Resource Panel right from its outset. It is part of our long-term strategy on sustainable management of natural resources in providing authoritative and independent scientific advice to underpin policies and with a global perspective. The report on biofuels will help us in designing and implementing targets and sustainability criteria for the use of biofuels,” said Timo Maekelae of the European Commission. The report by the Panel, headed by Professor Ernst Ulrich von Weizsacker and written by scientists including Dr Stefan Bringezu of the body’s Biofuels Working Group, for example notes that: · Generating electricity at local power stations using wood, straw, seed oils and other crop or waste materials “is generally more energy efficient that converting biomass to liquid fuels”. Land, including abandoned land can be used for energy crops but could equally be used for re-afforestation or solar power which the report argues may be more efficient for turning sunlight into energy. Meanwhile, in transport, modal shifts and higher fuel efficiency standards and the development of alternative technologies such as plug-in vehicles could dramatically reduce emissions in their own right. The report points out that in the United States the Energy Independence Act requires fuel efficiency improvements of 40 percent for cars and light trucks by 2020. Similarly, Japan is set to adopt a 20 percent fuel efficiency improvement to be implemented by 2015 with car makers there claiming that 80 percent of vehicles already meet the proposed standard. Professor Weizsäcker said: “There are also wider life cycle issues that need to be factored into government policy decisions and in some cases these require more urgent research. Growing energy crops can involve increased use of fertilizers which in turn have implications for water quality. Fertilizer use also increases emissions of N20 which is a powerful greenhouse gas in its own right.” “Using abandoned or so called waste land for biofuels might be a sensible option, but it may also have implications for biodiversity and greenhouse gas emissions might be better cut by forestry schemes,’ he added. Dr. Bringezu noted: “If the world's cropland is used to feed a growing population and one increasingly consuming meat, any additional demand for energy crops will almost inevitably increase pressure on grasslands, savannahs and forests. This will lead to more greenhouse gas emissions as well as rising losses of biodiversity. Using wastes and residues represents one safer and more sustainable path out of this dilemma.”
Key Findings From The Report:
Biofuel Market
World ethanol production for transport fuels tripled between 2000 and 2007 from 17 billion liters to more than 52 billion liters. Biodiesel expanded 11 fold from less than a billion liters to 11 billion liters. Biofuels provide 1.8 percent of transport fuels. Investment in biofuels production capacity exceeded US$4 billion worldwide in 2007. International trade has been small, about three billion liters in 2006/07, but is expected to grow rapidly in countries like Brazil where in 2008 five billion liters were exported.
Land-Use Changes and Related Impacts of First Generation Biofuels
Global cropland will expand only to feed a growing world population with an increasing demand for more protein rich food from animals. Any additional demand for non-food biomass crops will add to the pressure of converting natural land. Global land use for biofuel crops was about two percent of global cropland in 2008, or about 36 million hectares. First generation biofuels include, for example, ethanol from sugar cane or corn or biodiesel from rapeseed, soya or palm oil. Globally about 118 to 508 million hectares of cropland would be needed to meet 10 percent of global transport fuel demand by 2030 if first generation biofuels are used. On the one hand, these biofuels could potentially substitute 0.17 to 0.76 billion tonnes of fossil CO2. On the other hand, the associated land-use change would lead to additional 0.75 to 1.83 billion tonnes of CO2. Altogether, there could be rather more greenhouse gas emissions for the coming decades due to energy crop-based biofuels. Land-use change for biofuel crops cannot be avoided by product standards and certification alone, as long as global demand for biomass is growing. Certified production would drive non-certified production, particularly for food, to other areas.
Climate Pros and Cons of Different Biofuels
Whether a biofuel is climate-friendly or contributes to climate change depends on numerous factors, basically whether it is based on crops or production residues and waste. The use of the latter is usually beneficial for the environment, requires no additional land and also provides economic benefits. The growing and conversion processes from biomass to fuel determine the environmental performance. Brazil’s sugar cane-to-ethanol industry is considered to have a positive climate benefit because and in part it uses wastes known as bagasse to power the processing and to also generate electricity for the national grid. Bioethanol from corn can be less climate-friendly in cases where fossil fuels are used in the process of converting the crop to liquid fuel. Depending on the efficiency of modern mills and other factors, it actually leads to a nearly 60 percent substitution of CO2 emissions from fossil gasoline. Palm oil biodiesel can reduce emissions when compared to fossil fuels by 80 percent. But if the palm oil is grown on cropland from cleared tropical forests, greenhouse gas emissions can be up to 800 percent higher. And if the land use was cleared peat forests the emissions increases over using fossil fuels can rise to 2,000 percent. Examples of other beneficial biofuels are biomethane from manure, with emissions savings of over 170 percent and second generation ethanol produced from agricultural and forestry wastes-- savings in the region of 80 percent to 90 percent over petrol. Jatropha, an energy crop being recommended in drylands in India and across Africa, can generate greenhouse gas savings if grown on degraded land but if grown on shrubland this can increase emissions through land use change. However, this needs to be balanced with the possibility to satisfy energy needs that are currently satisfied largely with traditional biomass use, which often leads to deforestation – again with an impact on climate change.
There are other impact categories beyond climate change that need to be assessed.
The report highlights impacts on water quality and quantity and biodiversity.
The Way Forward
The report calls for governments to consider a variety of measures and for additional research including: Development of harmonized product standards for biofuels based on internationally-recognized life cycle-assessments—ones that factor in wider environmental aspects such as greenhouse gas emissions linked with fertilizers, impacts on water and implications for land use. Reconsideration of current biofuel mandates, targets and quota in order to limit the demand to levels which can sustainably be supplied - considering impacts for land use globally through targets for national use. · Measures to limit the expansion of arable land into high-value natural ecosystems, such as forests and areas with high biodiversity. Brazil, for example, is developing a zoning system for palm oil production that distinguishes between suitable land and land of high conservation value. More comprehensive assessments of the amount of degraded land in the world that might be suitable for biofuel production set against its other potential uses such as for food production or forestry or natural regeneration, also considering the economic viability of biofuels produced on degraded land. Action to sustainably boosted yields in currently low-yielding countries and regions such as Africa so as to produce more crops per hectare of land for both food and energy use. .Research into the environmental performance of advanced (often referred to as second and third) generation biofuels such as those derived from wastes and sources such as switch grass and marine algae. Research to compare the relative advantages in site specific locations of stationary power generation versus converting biomass into liquid fuels--assessments too of the relative merits of biofuels versus solar power on the same land.  Introduce policies that reduce overall fuel consumption in countries such as through fuel taxes and fuel efficiency standards—for example, the European Union’s Directive on energy end-use efficiency and energy services says every member state must improve its energy efficiency beyond the trend by one percent annually.
The report Towards Sustainable Production and Use of Resources: Assessing Biofuels is available at
www.unep.fr/scp/rpanel/pdf/Assessing_Biofuels_Full_Report.pdf
For More Information Please Contact Nick Nuttall, UNEP Spokesperson/Head of
Media:: nick.nuttall@unep.org
Weitere Infos:
The International Panel on Sustainable Resource Management was established by UNEP in 2007. It compromises over 20 eminent scientists and researchers and is headed by Professor Ernst Ulrich von Weizsacker and has a steering committee consisting of representatives from governments, the EC, UNEP and other organizations. The objectives of the Resource Panel are to:a.) Provide independent, coherent and authoritative scientific assessments of policy relevance on the sustainable use of natural resources and in particular their environmental impacts over the full life cycle; b.) Contribute to a better understanding of how to decouple economic growth from environmental degradation.
www.unep.fr/scp/rpanel/members.htm

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19.10.09
Monsun-Modell weist auf Möglichkeit abrupter Veränderungen hin

Ein sich selbst verstärkender Effekt erhält derzeit Monsunwinde aufrecht, könnte die Luftzirkulation über Land und Meer jedoch auch unterbrechen. Die regelmäßigen Niederschläge des Monsuns könnten dann von einem aufs andere Jahr oder über Monate innerhalb einer Saison ausbleiben. Starke Luftverschmutzung könnte solch einen Abbruch herbeiführen, berichten Forscher vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) in der Online-Ausgabe des Magazins „Proceedings of the National Academy of Sciences“. Die globale Erwärmung erhöhe das Risiko abrupter Übergänge des Monsuns zwischen niederschlagsreichen und trockenen Phasen. „Von der namengebenden Regelmäßigkeit der Monsunniederschläge hängt die landwirtschaftliche Nahrungsmittelversorgung von rund zwei Milliarden Menschen in Asien und Afrika ab“, sagt der leitende Autor Anders Levermann. Der Name „Monsun“ wurde vom arabischen Wort „Mausim“ für Jahreszeit abgeleitet. Bisweilen werden jedoch extrem regenarme Monate innerhalb der Monsunsaisons beobachtet, etwa in Indien im Jahr 2002, was zu wirtschaftlichen und humanitären Problemen in den betroffenen Regionen führt. Während der letzten 11.000 Jahre schwankte die Regenintensität in Monsungebieten auch über längere Perioden extrem. Das Team um Levermann ging nun der Frage nach, wie solche Schwankungen oder Abbrüche der Monsunzirkulationen zustande kommen können. „Unsere Analyse zeigt auf Basis von Beobachtungen, dass Monsunsysteme zwei stabile Zustände haben könnten“, sagt Levermann. Zwischen beiden Zuständen seien abrupte Übergänge möglich. Die treibende Kraft der Monsunzirkulationen sind unterschiedliche Lufttemperaturen. Im Frühling wird die Luft über Land stärker erwärmt als über dem Meer. Die warme Luft steigt auf und zieht feuchte und kühlere Luft vom Meer nach. Die über Land einsetzenden Niederschläge haben zwei Effekte: Zum einen kühlen sie die Landoberfläche, zum anderen wird aber latente Wärme freigesetzt, wenn Wasserdampf zu Regentropfen kondensiert. Je mehr feuchte Luft zum Land transportiert wird und dort abregnet, umso mehr Wärme wird freigesetzt und umso mehr feuchte Luft vom Meer nachgesogen. Diese Selbstverstärkung, die so genannte Feuchte-Advektions-Rückkopplung, erhält die Temperaturdifferenz und die Zirkulation aufrecht. Der Mechanismus ist allerdings anfällig und könnte schon bei kleinen Störungen abrupte Veränderungen verursachen, berichten die Autoren. Sie haben nun ein konzeptionelles Monsunmodell entwickelt, das die Rückkopplung abbildet. Die zugrunde liegenden Gleichungen zeigen, dass die Sonneneinstrahlung einen Schwellenwert übersteigen muss, um eine Monsunzirkulation in Gang zu setzen. Wird dieser Schwellenwert nicht erreicht, etwa aufgrund starker Luftverschmutzung, setzt keine Zirkulation ein. Oberhalb des kritischen Wertes sind zwei stabile Zustände möglich: einer mit und einer ohne Zirkulation. Daraus ergeben sich zwei Möglichkeiten für abrupte Übergänge zwischen den stabilen Zuständen: Klimatische Veränderungen könnten das Zirkulationssystem über den Schwellenwert führen. Der Übergang würde von einer auf die andere Monsunsaison stattfinden und der neue Zustand so lange anhalten wie die Klimaänderung. Die zweite Möglichkeit für einen abrupten Übergang besteht zwischen den beiden stabilen Zuständen oberhalb des Schwellenwertes – in dem Bereich, in dem sich die Monsunsysteme heute befinden. Innerhalb einer Saison könnte eine Abschwächung der Monsunwinde und der Freisetzung latenter Wärme über Land dazu führen, dass die Temperaturdifferenz zwischen Land und Meer zu gering wird und die Zirkulation abbricht. Die Forscher grenzten mithilfe des Modells und anhand von Beobachtungsdaten aus den letzten 60 Jahren Schwellenwerte von Monsunsystemen in Indien, China, Bangladesch, Westafrika, Nordamerika und Australien ein. „Künftig wollen wir genauere Aussagen über die Anfälligkeit der Monsunsysteme treffen können“, sagt Jacob Schewe, ein Mitautor der Studie. Die vorläufigen Abschätzungen seien noch mit großen Unsicherheiten belegt. Während fortschreitende globale Erwärmung die Niederschlagsmenge erhöhen würde, könnte zunehmende Luftverschmutzung, etwa in Indien und China, die Stabilität der dortigen Monsunsysteme einschränken. „Der Wechsel zwischen regenreichen und extrem regenarmen Monaten könnte die Anpassungsfähigkeit der Menschen in den betroffenen Regionen überfordern“, sagt Schewe. Die Forscher möchten daher in weiteren Studien untersuchen, wie groß das Risiko abrupter Übergänge in den verschiedenen Monsunregionen ist. Der Artikel „Grundlegender Mechanismus für abrupte Monsun-Übergänge“ wird in Druck in einer Sonderausgabe des Magazins „Proceedings of the National Academy of Sciences“ erscheinen. Die Sonderausgabe wird redaktionell von PIK-Direktor Hans Joachim Schellnhuber betreut und behandelt acht potentielle Kippelemente im Erdsystem. Artikel: Levermann A, Schewe J, Petoukhov V, Held H (2009) Basic mechanism for abrupt monsoon transitions. Proc Natl Acad Sci USA, 10.1073/PNAS.0901414106
www.pik-potsdam.de/aktuelles/pressemitteilungen/monsun-modell?set_language=de
Weitere Infos:
www.pik-potsdam.de/~anders/index_de.html
www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge

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19.10.09
Nicht die Armut, das Wachstum muss bekämpft werden
Ungebremstes Wachstum wird nicht mehr nur von Ökoradikalen, sondern auch von Vertretern des Establishments in Frage gestellt. Doch das Umdenken bleibt zumeist halbherzig. Ein Beitrag von Pierre Ibisch und Lars Schmidt (Mitarbeiter des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik) auf www.zeit.de/meinung/2009-10/wachstum
Weitere Infos:
www.die-gdi.de

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19.10.09
Bäume fällen für das Klima

Eine kluge Forstwirtschaft könne Deutschlands CO2-Ausstoß deutlich senken. Dies begründet der ZEIT-Online-Autor Dirk Asendorpf am Beispiel von Bremens Wildnis Hasenbruch: „Was allerdings Naturliebhaber freut, ist für den Klimaschutz wenig hilfreich. Denn die Kohlendioxid-Bilanz in diesem Teil des Waldes ist ein mageres Nullsummenspiel: Die Bäume, die hier wachsen, entziehen der Atmosphäre bei der Photosynthese genau die gleiche Menge CO2, die im Zersetzungsprozess der toten Äste, Stämme und Wurzeln am Boden wieder freigesetzt wird. Das Holz ist kein End-, sondern nur ein Zwischenlager des Treibhausgases. Ganz anders sind die Verhältnisse im Rest des 630 Hektar großen Hasbruch. Dort werden alle Regeln der forstwirtschaftlichen Kunst angewendet. „Jedes Jahr wachsen hier 4500 Festmeter Holzmasse nach«, erklärt Jens Meier, der Revierförster. Nur ein knappes Drittel dieser Menge lässt er als Totholz liegen, gerade genug, um die Humusschicht im Boden zu erneuern. Gut 3000 Festmeter werden gefällt und verkauft. „Daraus entstehen Dachstühle, Möbel oder Papier, so bleibt der im Holz enthaltene Kohlenstoff gebunden und gelangt über lange Zeit nicht zurück in die Atmosphäre.“
www.zeit.de/2009/43/U-Waldklima

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19.10.09
Salzsee Uyuni: Bilder einer bedrohten Landschaft
Vom Handy bis zum Elektroauto: ohne Lithium läuft nichts. Mehr als die Hälfte der der förderbaren Reserven schlummern im Salz des Uyuni. Dessen 12.000 Quadratkilometer wurden bislang nur als (auch touristischer) Reise- und Transportweg genutzt. Nun soll es abgebaut werden. Sein Lithium-Schatz könnte für Bolivien einmal zu einer ähnlichen Geldquelle werden wie Erdöl für Saudi-Arabien - bislang ist das Land das ärmste der Region. Auch wenn Boliviens Bodenschätze per Gesetz unter Staatsaufsicht stehen und viel Geld im Land bleiben wird: Eine einzigartige Landschaft wird verschwinden. Ihre Schönheit zeigt heute SZ.ONLINE.
www.sueddeutsche.de/,ra17m1/reise/215/467786/bilder

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18.10.09
Schweiz: Der Berg grollt, der Mensch schaudert

Schmelzendes Eis und abstürzende Felswände sind auch Attraktionen: Im Jungfraugebiet hat die touristische Vermarktung des Klimawandels begonnen. Ein Artikel aquf FAZ.NET von  Gerhard Fitzthum.
www.faz.net/s/Rub6F18BAF415B6420887CBEE496F217FEA/
Doc~E6AFEA1ECFD5B4B0E91E112289F775ACB~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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17.10.09
Aktuelles Reiseverhalten der Deutschen
Mehr als ein Viertel machten im eigenen Land Urlaub. Als beliebtestes Bundesland wurde Bayern von Mecklenburg abgelöst. Beliebtestes Auslandsreiseziel ist immer noch Italien, gefolgt von Spanien.
www.n-tv.de/reise/Mecklenburg-erobert-den-Thron-article552632.html

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16.10.09
Neuer Landkartendienst

Die Berliner Firma StepMap bietet seit Kurzem einen kostenlosen Internet-Dienst an, mit dem Anwender interaktive Landkarten erstellen können. Die Bedienung ist einfach und die Gestaltungsmöglichkeiten sind umfangreicher als bei Google Maps.
www.n-tv.de/technik/Neuer-Landkartendienst-article550907.html
Weitere Infos:
www.stepmap.de

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13.10.09
Globaler Kollaps durch Hungersnöte?
Hungersnöte sind auch eine Folge verschlechterter Umweltbedingungen schreibt Lester R. Brown (Gründer des Worldwatch Institute 1974 und des Earth Policy Institute 2ßß1) auf ZEIT.ONLINE. Nichts bedrohe den Fortbestand unserer Zivilisation so sehr wie der Zusammenbruch ganzer Staaten durch plötzlichen Nahrungsmangel. „Seit vielen Jahren befasse ich mich mit globalen Trends in Landwirtschaft, Bevölkerungsentwicklung, Umwelt und Wirtschaft sowie deren Wechselwirkungen. Alles in allem laufen die Folgen – insbesondere die davon erzeugten politischen Spannungen – auf den Kollaps von Regierungen und Gesellschaften hinaus. Dennoch habe ich mich bis vor Kurzem gegen die Idee gesträubt, Nahrungsmittelknappheit könnte nicht nur einzelne Staaten zu Fall bringen, sondern auch unsere gesamte Zivilisation. Doch ich vermag diese Gefahr nicht mehr zu ignorieren. Da wir nach wie vor nicht im Stande sind, die ökologischen Trends zu stoppen, welche die weltweite Nahrungsmittelproduktion untergraben – insbesondere Grundwasserabsenkung, Bodenerosion und Erderwärmung –, muss ich einen globalen Kollaps in Betracht ziehen.“
Brown, L. R .: Plan B 3.0: So retten wir die Welt. Homilius, Berlin 2008.
Brown, L. R .: Outgrowing the Earth. The Food Security Challenge in an Age of Falling Water Tables and Rising Temperatures. W. W. Norton, Earth Policy Institute 2004.
www.zeit.de/wissen/umwelt/2009-10/Erde-SDW-Hungersnoete

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13.10.09
Ökoware aus China: Geschäft ohne Seele
China exportiert Ökoware im Wert von 500 Millionen Dollar im Jahr. Auf dem Binnenmarkt macht Bio nicht mal ein Prozent aus. 3000 Biofarmen mit einer Anbaufläche von rund zwei Millionen Hektar (Bundesrepublik: 0,9 Millionen). Die großen Gewinnspannen für die Erzeuger verführen zu Schmu. Ein Artikel von Andreas Lorenz.
www.spiegel.de/spiegelwissen/0,1518,654887,00.html

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13.10.09
Alternativer Novelpreis an David Suzuki
Der TV-Moderator wurde für mehr als 20 Jahre Aufklärungsarbeit über die Gefahren des Klimawandels. Suzuki leitet das in Kanada populäre Wissenschaftsmagazin "The Nature of Things“ („Die Natur der Dinge“). Die Stockholmer Stiftung „Right Livelihood Award“ („Preis für richtige Lebensführung“) hob seinen Einsatz „für die soziale Verantwortung der Wissenschaft“ heraus.
www.welt.de/wissenschaft/
article4827935/Klimaschuetzer-erhaelt-alternativen-Nobelpreis.html

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12.10.09
Klimawandel wird Wasserhaushalt im Elbegebiet stark verändern

Die Folgen der globalen Erwärmung machen sich zunehmend regional bemerkbar, so auch im Flusseinzugsgebiet der Elbe. Phasen von extremem Niedrigwasser werden vor allem im Sommer immer häufiger. Die langfristigen Änderungen des Wasserhaushaltes werden die ökologischen und sozioökonomischen Entwicklungsaussichten der Region entscheidend prägen. Dies ist der Tenor eines Memorandums, in dem jüngste Ergebnisse des Elbe-Projektes im Forschungsprogramm „Globaler Wandel des Wasserkreislaufs“ (GLOWA) zusammengefasst sind. Auf der Nationalen GLOWA Konferenz vom 12. bis 14. Oktober 2009 in Potsdam diskutieren die Wissenschaftler zusammen mit den Betroffenen in Politik und Gesellschaft über die Perspektiven für die Region. „Die durch den Ausstoß von Treibhausgasen bereits messbaren Veränderungen des Klimas und des Wasserhaushaltes im Elbegebiet bestätigen die Vorhersagen der Klimaforschung nachdrücklich“, sagte Frank Wechsung vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) am heutigen Montag auf der Konferenz. „Aus Szenarien ist absehbare Realität geworden.“ Wechsung leitet das Forschungsvorhaben für das Flusseinzugsgebiet der Elbe. Es ist eines von insgesamt fünf Gebieten in Europa, Nahost und Afrika, das für die Untersuchungen ausgewählt wurde. Seit 1951 ist im Elbeeinzugsgebiet die Durchschnittstemperatur bereits um 1,2 Grad Celsius gestiegen. Modellrechnungen zeigen, dass ein weiterer Temperaturanstieg von zwei bis drei Grad Celsius bis zur Mitte des Jahrhunderts den Wasserhaushalt im Elbegebiet weiter stark verändern wird. In den berechneten Szenarien verlagert sich das Maximum des von der Elbe und Ihrer Nebenflüsse geführten Wassers demnach vom Frühjahr in den Winter. Zugleich treten Phasen von Niedrigwasser früher ein und halten länger an, wobei die Pegel das bisherige Niveau immer häufiger unterschreiten. Eine Folge davon wären abnehmende Grundwasservorräte. Die Landwirtschaft werde zwar noch einige Zeit von den ansteigenden Temperaturen profitieren, so Wechsung, Wasser werde jedoch zunehmend zum begrenzenden Faktor weiterer Ertragssteigerungen. Im Energiesektor seien Einbußen vor allem bei der von Kühlwasser abhängigen Stromerzeugung in Ostdeutschland und der Wasserkraftnutzung in Tschechien und Deutschland zu erwarten. Die Elbe-Schifffahrt habe ihr Transportaufkommen wegen der verschlechterten Schiffbarkeit des Flusses schon jetzt deutlich reduziert. Was die regionalen wirtschaftlichen Folgen der Klimaänderungen betrifft, geben die Modellrechnungen der Forscher jedoch vorerst Entwarnung. „Die Kosten der Klimafolgen in Ostdeutschland und Tschechien werden zunächst überschaubar bleiben, nicht zuletzt weil der Wasserverbrauch von Industrie und Haushalten deutlich gesenkt wurde und sogar weitere Minderungen zu erwarten sind“, sagte Wechsung. „Die Ergebnisse des GLOWA-Elbe Projektes verdeutlichen, bei allem Optimismus, wie stark sich die vom Wasser abhängigen Gebiete in Zukunft an den Klimawandel anpassen müssen“, sagte der Direktor des PIK, Hans Joachim Schellnhuber, am Montag auf einer Podiumsdiskussion während der Konferenz. „Wie die Region auf die künftigen Veränderungen reagiert, hängt nicht zuletzt von der grundsätzlichen Wertschätzung für die Flüsse und Seen ab, die Ostdeutschland prägen“, resümierte er.
www.pik-potsdam.de/aktuelles/pressemitteilungen
/klimawandel-wird-wasserhaushalt-im-elbegebiet-stark-veraendern

Das GLOWA-Elbe Memorandum und Informationen zum Projekt finden Sie unter:
www.glowa-elbe.de/pdf/glowaiii/elbe_memorandum.pdf
www.glowa-elbe.de/
http://dasvonmorgen.de/pub/glowa_dt-eng.pdf

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12.10.09
Wälder zu Hochhäusern: eine Idee aus Finnland

Ein innovativer Beitrag zur Bindung von CO2 kommt aus der Kleinstadt Kirkenes, rund 2000 Autokilometer von Oslo entfernt, aber nur 10 von der russischen Grenze. In der einst vom Eisenerzabbau geprägten Kleinstadt soll ein Gebäude entstehen, dessen Architektur weit über die Stadtgrenzen hinausstrahlen dürfte: das Barentshaus, mit 17 Stockwerken als höchste Holzkonstruktion der Welt (55 Meter) geplant und mit nichts weiter als dem Anspruch versehen, „ein Leuchtturm für die Entwicklung der gesamten Region“ zu werden. Der bekannte finnische Architekt Nach Ramstad plant das Projekt. Nach seiner Einschätzung mangelt es ihnen aber am Bewusstsein dafür, dass auch der Raum eine begrenzte Ressource ist. „Norweger sind es gewohnt, viel Platz zu verbrauchen - für Flure, Treppenhäuser, Einzelbüros. Dagegen setzen wir nun auf verdichtete Vertikalität.“
www.faz.net/s/Rub5C3A58B4511B49148E54275F4B025915/
Doc~EBE4DB84B79384501A4C3FDEC26C510CB~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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12.10.09
Welternährungstag: Nie war der Hunger größer

1,2 Milliarden Menschen hungern – so viele Menschen waren noch nie von Lebensmittelknappheit betroffen. Schuld an dem Anstieg haben Dürren und die Wirtschaftskrise: Ein ZEIT.ONLINE-Artikel von Susanne Neubert(wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik):  „Investitionen in landwirtschaftliche Entwicklung sind trotz der Rückschläge nach wie vor der einzige Weg, um das Nahrungsmittelangebot zu steigern und um besonders in den armen Ländern mehr Unabhängigkeit von internationalen Getreidepreisen zu erreichen. Landwirtschaftliche Systeme müssen gegenüber stark schwankenden Wetterereignissen als Folge des Klimawandels sicherer gemacht werden …Regionale Führungsmächte wie China und Indien sollten zudem an Krisenplänen zur Erhöhung der internationalen Pufferkapazitäten, beispielsweise der Weltgetreidevorräte, mitwirken. Es müssen Strategien entwickelt werden, wie die immer mehr auf Fleisch basierende Ernährung der Wohlhabenden in dieser Welt eingedämmt werden kann. Für die Schlachtviehzucht werden große Mengen Getreide, viel Land und Wasser aufgewendet – das können wir uns nicht mehr leisten.“
www.zeit.de/meinung/2009-10/hunger-duerre-krise

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Buthan: Ein Land auf Gratwanderung
Aufbruch mit Risiken: Das kleine Königreich öffnet sich der Welt, langsam und vorsichtig. Und die Welt dringt ein, schnell und ohne Bedenken. Was soll aus Bhutan werden? Auf dem Weg in die Moderne nimmt Bhutan seine Traditionen als Leitplanke. Neubauten, vom Wohnhaus bis zur Tankstelle, müssen im Stil der alten Bauernhäuser errichtet werden. Undurchdringliche Urwälder bedecken die Berge. Zwischen hohen Hemlocktannen leuchten weiße Magnolien und rote Rhododendren. Ein Artikel von Johannes Schweikle auf www.merian.de/reiseziele/artikel/a-653923.html

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11.10.09
GUARDIAN-BLOG: Urban population as a percent of total population

In 1950, the population living in UK cities was 79% - already a large figure - but one which is set to rise to 92.2% by 2030. Elsewhere, China's percentage rose from 13% to 40.4% between the years 1950-2005, and is predicted to rise to 60.3% by 2030. With so many migrating from rural areas, what does this mean for Chinese agriculture and its domestic food security? In all likelihood, it will look more like the UK - importing an increasing proportion of its food with the wealth generated by its urban industry and commerce.
www.guardian.co.uk/news/datablog/2009/aug/18/percentage-population-living-cities 

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10.10.09
Klimabericht der Weltbank: Algerische Temperaturen in Berlin
Selbst die optimistischsten Szenarien prophezeien Deutschland subtropische Temperaturen. Die Weltbank fordert einen Umbau der Weltwirtschaft - erstmals. Ein Artikel von Ute Scheub auf TAZ.DE: „’A climate-smart world is possible’, propagierte Alexander Lotsch, einer der Autoren des Weltentwicklungsberichts, in direkter Anlehnung an den globalisierungskritischen Slogan "Eine andere Welt ist möglich". Das Bruttosozialprodukt als Messlatte des Wachstums müsse "schleunigst auf den Müllhaufen", forderte Schellnhuber. Man brauche einen Umbau der Weltwirtschaft Richtung Null-Emissionen, so auch der chinesische Chefökonom der Weltbank, Justin Lin. Entwicklung und Klimaanpassung dürften nicht länger als Gegensätze angesehen, sondern müssten gleichzeitig angegangen werden. Berlin werde seine Infrastruktur neu erfinden müssen, Mogadischu werde dazu wohl aber nicht in der Lage sein, kommentierte Deutschlands oberster Klimaforscher, Hans-Joachim Schellnhuber, auf der Pressekonferenz im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit.
www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/algerische-temperaturen-in-berlin

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10.10.09
Ein Muss für alle Apokalyptiker
Jakob Strobel y Serra befasst sich auf FAZ.NET mit der Welt der Vulkane im Netz und fand eine Website, die uns die Klimakatastrophe als heimeliges Ereignis erscheinen lässt: „Es sieht ganz schlecht aus. Wir stehen vor einer jahrzehntelangen Eiszeit mit Missernten und Hungersnöten, Verderben und Finsternis. Schuld daran ist der gefährlichste Supervulkan der Erde, der im Yellowstone-Nationalpark liegt und den Planeten mit vierundzwanzigtausend Kubikkilometer Magma bedroht.“
http://www.faz.net/s/RubB4457BA9094E4B44BD26DF6DCF5A5F00/
Doc~E27A3009C6E0F48DC8A57AD2F97335340~ATpl~Ecommon~Scontent.html
 

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09.10.09
Argentina's forests dwindle: Biodiversity at risk as forests give way to desert.

Argentina, often perceived as a vast fertile territory, is losing its native forests. Nearly 40% of animal and plant species in the country's arid and semi-arid ecosystems are in danger from habitat loss, a new study suggests. Article from Ana Belluscio: "If deforestation continues at this rate, by 2036 we will only have small patches of native forests" left in the country, says Elena María Abraham, director of the Argentinean Institute of Arid Lands Research in Mendoza.”
www.nature.com/news/2009/091009/full/news.2009.984.html

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08.10.09
Jeder fünfte Europäer ist nachts regelmäßig einem Geräuschpegel ausgesetzt, der erhebliche gesundheitliche Auswirkungen haben könnte: WHO führt Leitlinien zum Schutz der Bevölkerung vor nächtlicher Lärmbelastung ein
Presseerklärung der Weltgesundheitsorganisation – Regionalbüro für Europa
www.euro.who.int/mediacentre/PR/2009/20091008_1?language=german 

Heute veröffentlicht das WHO-Regionalbüro für Europa seine Leitlinien für die nächtliche Lärmbelastung in der Europäischen Region (1). In der Publikation werden bahnbrechende neue Erkenntnisse über mögliche Gesundheitsschäden infolge nächtlicher Lärmbelastung erläutert und Richtwerte für den Schutz der Gesundheit empfohlen.
Der neue Grenzwert ist ein jährlicher durchschnittlicher nächtlicher Geräuschpegel von max. 40 Dezibel (dB), was etwa dem Pegel einer ruhigen Straße in einem Wohngebiet entspricht. Wer beim Schlafen während des Jahres einer höheren Lärmbelastung ausgesetzt ist, kann leichte gesundheitliche Folgen wie Schlafstörungen oder Schlaflosigkeit erleben. Eine langfristige Lärmbelastung über 55 dB, was etwa dem Geräuschpegel einer belebten Straße entspricht, kann eine Ursache für Bluthochdruck und Herzinfarkte sein. Jeder fünfte Bürger der Europäischen Region ist regelmäßig einem solchen Lärmpegel ausgesetzt.
„Lärm ist zur häufigsten umweltbedingten Belastung in der Europäischen Region geworden; immer mehr Bürger beklagen sich über Lärmbelästigung. Die neuen Leitlinien sollen den Ländern dabei helfen, die zentralen Sachfragen in Verbindung mit den Gesundheitsfolgen von Lärmbelastung zu erkennen und in Angriff zu nehmen“, sagt Dr. Srdan Matic, Leiter der Sektion „Nicht-übertragbare Krankheiten und Umwelt“ beim WHO-Regionalbüro für Europa. „Nach einer über sechs Jahre laufenden fachlichen Evaluation der wissenschaftlichen Evidenz in der Europäischen Region verfügen die Regierungen der Mitgliedstaaten nun über eine bessere Rechtfertigung für die Regulierung der nächtlichen Lärmbelastung und über klare Empfehlungen darüber, wo die Grenzwerte liegen sollten.“ An der Ausarbeitung der Leitlinien waren 35 Wissenschaftler aus den Bereichen Medizin und Akustik sowie eine Reihe maßgeblicher Partner wie die EU-Kommission beteiligt.
Auswirkungen auf die Gesundheit
In neueren Forschungsarbeiten wird nächtliche Lärmbelastung eindeutig mit gesundheitlichen Schäden in Verbindung gebracht. Lärm kann nicht nur Gehörschäden verursachen, sondern auch schwerwiegende Gesundheitsprobleme verschärfen, insbesondere durch seine Auswirkungen auf Schlaf wie auch aufgrund der Zusammenhänge zwischen Schlaf und Gesundheit. Auch wenn Menschen schlafen, reagieren ihre Ohren, ihr Gehirn und ihr Körper trotzdem weiter auf Geräusche. Schlafstörungen und Ärger sind die ersten Auswirkungen nächtlicher Lärmbelästigung und können zu psychischen Störungen führen.
Lärmbelastung kann sogar vorzeitige Morbidität und Mortalität zur Folge haben. Nächtliche Lärmbelästigung durch Flugverkehr kann auch dann Bluthochdruck verursachen, wenn die Betroffenen davon nicht aufwachen. Besonders schädlich sind die Auswirkungen von Lärm meist dann, wenn Menschen während des Einschlafens wieder aufwachen. Jüngste Untersuchungen belegen, dass Fluglärm am frühen Morgen sich durch Beschleunigung der Herzfrequenz besonders schädlich auswirkt.
Besonders gefährdete Gruppen
Bestimmte Gruppen sind für Lärm besonders anfällig. Da Kinder mehr Zeit im Bett verbringen als Erwachsene, sind sie nächtlichem Lärm in verstärktem Maße ausgesetzt. Chronisch Kranke und ältere Menschen sind allgemein anfälliger für Ruhestörung. Schichtarbeiter tragen ein besonders hohes Risiko, da ihre Schlafstruktur gestört ist. Generell sind einkommensschwache Bevölkerungsschichten überproportional betroffen, da sie sich ein Leben in ruhigen Wohngebieten oder ausreichend schallisolierte Wohnungen nicht leisten können. Nächtliche Lärmbelästigung kann eine Erhöhung der Zahl von Arztbesuchen wie auch der Ausgaben für Schlaftabletten zur Folge haben, was sich sowohl auf die Finanzen der Familien als auch auf die Gesundheitsausgaben der Länder auswirkt. Wenn der Staat nichts gegen Lärmbelastung unternimmt, muss mit einer Ausweitung der Kluft zwischen Arm und Reich gerechnet werden.
Grenzwerte für Lärm und Maßnahmen der Länder
Die neue Publikation der WHO enthält sowohl neue Erkenntnisse als auch Empfehlungen, die sich die Länder bei der Einführung konkreter Grenzwerte für Lärm leicht zunutze machen können. Die Leitlinien ergänzen die vor einigen Jahren von der Europäischen Union angenommene Richtlinie über Umgebungslärm; (2) darin werden die Mitgliedstaaten verpflichtet, Lärmkarten zu erstellen und die Lärmbelastung der Bevölkerung zu reduzieren, wobei jedoch auf die Festlegung von Grenzwerten verzichtet wird.
Interventionen, die auf eine Reduzierung der Zahl von Lärmereignissen wie auch des allgemeinen Geräuschpegels abzielen, sind das wirksamste Mittel zum Schutz vor erhöhter Lärmbelastung. Die Festlegung von Lärmschutzzonen kann den Planungsbehörden dabei helfen, bestimmte empfindliche Gebiete vor Lärm zu schützen, in dem etwa Verkehr von Krankenhäusern und Schulen ferngehalten wird und Lärmschutzwände errichtet werden. Gebäude in belasteten Gebieten wären u. U. gut für Büros geeignet, weil sich dort bei Nacht keine Menschen aufhalten. Die Verlegung von Schlafzimmern auf die ruhigere Seite eines Gebäudes ist eine einfache Maßnahme. Eine andere Möglichkeit ist die Schallisolierung von Schlafzimmerfenstern, doch ist darauf zu achten, dass sich dabei die Innenraumluft nicht verschlechtert.
„Wie Luftverschmutzung und toxische Chemikalien stellt auch Lärmbelastung eine umweltbedingte Gesundheitsgefahr dar. Zwar ist fast jeder von Lärmbelastung betroffen, doch wurde diese bisher immer als unvermeidbare Folge des Stadtlebens angesehen und nicht in demselben Maße ins Visier genommen und bekämpft wie andere Risiken“, lautet das Fazit von Dr. Rokho Kim, der beim WHO-Regionalbüro für Europa für das Projekt zur Erstellung der Leitlinien federführend verantwortlich war. „Wir hoffen, dass die neuen Leitlinien zu einer Kultur des Lärmbewusstseins beitragen und Regierungen und Kommunalbehörden dazu veranlassen, Zeit und Geld in den Schutz der Gesundheit vor dieser besonders in den Städten wachsenden Bedrohung zu investieren.“
Weitere Informationen über Lärm und Gesundheit finden sich auf der Website des Regionalbüros.
Weitere Auskunft erteilen:
Dr. Rokho Kim
Wissenschaftler, Krankheitslast durch Lärm und Wohnungsbau
WHO-Regionalbüro für Europa
Hermann-Ehlers-Straße 10, D-53113 Bonn, Deutschland
E-Mail: rki@ecehbonn.euro.who.int
PRESSEINFORMATIONEN:
Cristiana Salvi
Fachreferentin, Partnerschaften und Öffentlichkeitsarbeit
WHO-Regionalbüro für Europa
Via Francesco Crispi 10, I-00187 Rom, Italien
E-Mail: csa@ecr.euro.who.int
Weiterführende Literatur
(1) Night noise guidelines for Europe (Kopenhagen, WHO-Regionalbüro für Europa, 2009 (http://www.euro.who.int/InformationSources/Publications/Catalogue/20090904_12)); ersetzen die Guidelines for community noise [dt.: Leitlinien für Umgebungslärm] (Genf, Weltgesundheitsorganisation, 1999 (http://www.who.int/docstore/peh/noise/guidelines2.html)).
(2) Richtlinie 2002/49/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Juni 2002 über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm (http://ec.europa.eu/environment/noise/directive.htm).

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08.10.09
Umwelt-Sachverständiger Hey: "Atomkraft als Verhinderungstechnik"
Längere Laufzeiten für Atommeiler, wie Schwarz-Gelb sie plant, bremsen die erneuerbaren Energien. Das sagt der Generalsekretär des Sachverständigenrats für Umweltfragen, Christian Hey, auf FR-online.de.
www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/doku_und_debatte/1993658_Umwelt-Sachverstaendiger-Hey-Atomkraft-als-Verhinderungstechnik.html 

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08.10.09
Projekt "Desertec: Grüne Wüste oder Schwarzer Plan?
Das Projekt "Desertec" soll Solarstrom aus der Sahara in die europäischen Steckdosen bringen. Die FR-Redakteure Joachim Wille und Jürgen Schultheis streiten darüber, ob das sinnvoll ist.
Wille: „Die Konzerne, die bisher auf atomare und fossile Großtechnologien setzen, nehmen, wenn es so kommt, viel Geld in die Hand, um grün zu werden oder wenigstens grüner. Das ist gut. Europas Strom-Infrastruktur ist veraltet, unflexibel, zudem engstirnig national ausgerichtet.“
Schultheis: „Desertec will eine Infrastruktur in einer Weltregion aufbauen, die politisch nicht stabil ist, die keine Antwort auf die wachsende Zahl von Menschen hat, die wegen sozialer Not oder wegen der Ausbreitung der Wüste fliehen müssen.“
www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/debatte/1800999_Projekt-Desertec-Gruene-Wueste-oder-Schwarzer-Plan.html

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07.19.09
Rechtsstreit in Schottland: Trump gegen Forbes
Ein amerikanischer Milliardär will einen schottischen Arbeiter zwingen, ihm Land zu verkaufen. Nun tobt der Golfkrieg von Aberdeen, ein Lehrstück über Macht und Eigensinn. Planungsamt und die Umweltbehörde Trump hatten zwar festgestellt, das Vorhaben gefährde ein Landschaftsschutzgebiet und entspreche nicht dem Bebauungsplan. Doch Trump habe vorgesorgt, so Reiner Luyken aif ZEIT.DE. Schottlands Ministerpräsident Alex Salmond will sein Land in die Unabhängigkeit führen. Er reist zum Dinner nach New York. Ausländische Investoren sind wichtig. Die Regierung segnet Trumps Pläne ab.
www.zeit.de/2009/42/WOS-Golf 

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07.10.09
Datteln: Legal, illegal – scheißegal?
"Der Bebauungsplan Nr. 105 - Eon Kraftwerk - der Stadt Datteln ist unwirksam." Vor gut einem Monat hat das OVG Münster dem mit einer Investitionssumme von 1,2 Milliarden Euro geplanten Steinkohlekraftwerk das juristische Fundament entzogen. Noch immer tummeln sich 1500 der ursprünglich 2000 Bauarbeiter auf der Baustelle des halbfertigen Kraftwerks berichtet J. Nitschmann auf SZ-ONLINE. Die kohlefreundliche Landesregierung halte das Münsteraner Urteil für "rechtsfehlerhaft" und unterstütze die Stadt Datteln bei ihrer "Nichtzulassungsklage" vor dem Bundesverwaltungsgericht. Auch Eon habe Nichtzulassungsbeschwerde eingereicht, um eine Zulassung der Revision gegen das Münsteraner Urteil durchzusetzen. Was aber soll der Antrag von CDU und FDP "Der Bau des E.ON-Kraftwerks in Datteln muss im Interesse des Industriestandorts Nordrhein-Westfalen schnell vollendet werden", über den an diesem Mittwoch im Düsseldorfer Landtag abgestimmt werden soll? Wir schlagen vor: Schulbank drücken: Grundkurs in Sachen Gewaltenteilung.(SZ-ONLINE/gbk)
www.sueddeutsche.de/,ra3m1/wirtschaft/732/490112/text/

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06.10.09
Rio Tinto schlägt in der Mongolei zu

Wie N-TV meldet, hat sich der australisch-brittische Rohstoffkonzern und sein kanadischer Partner Ivanhoe Mines nach jahrelangen Verhandlungen die Schürfrechte zur Erschließung der Gold- und Kupfervorkommen in dem Bergwerk Oyu Tolgoi gesichert. Es liegt rund 80 Kilometer nördlich der mongolisch-chinesischen Grenze nahe der Wüste Gobi. Der Rohstoffwert wird auf rund drei Milliarden Dollar geschätzt. Damit steigen die weltweiten Kupfervorkommen um wtwa 2 Prozent.
www.n-tv.de/wirtschaft/Mongolei-gibt-Zugriff-frei-article535465.html
Hintergrundinfo aus WIKIPEDIA:
Die Mongolei ist ein sehr dünn besiedeltes Land mit Steppen-, Hochgebirgs- und Wüstenanteilen. Sie besitzt den am südlichsten gelegenen Permafrostboden und mit der Gobi die am nördlichsten gelegene Wüste. Nur zehn Prozent der Landesfläche sind bewaldet (vorwiegend in den Gebirgen des Nordens und Westens) und weniger als ein Prozent ist für den Ackerbau nutzbar.Mit 1.564.116 km² Fläche ist sie die Nr. 18 unter den 193 Staaten der Erde. Von allen unabhängigen Staaten der Welt ist die Mongolei das Land mit der geringsten Bevölkerungsdichte.
Im Zusammenhang mit dem in den Medien wenig beachteten starken Preisanstieg bei Metallen zur Stahlveredelung seit etwa 2000, darunter neben Kupfer auch Nickel und Molybdän, ist an einigen Stellen der Mongolei eine hektische Bergbautätigkeit entstanden. Unter dem Einfluss ausländischer Investoren wurden, meist unter Missachtung von Genehmigungsverfahren und Umweltauflagen, im Tagebau Lagerstätten abgebaut. Eine Bürgerinitiative hat diese Entwicklung und die damit verbundene Korruption angeprangert, und in der Hauptstadt kam es zu Demonstrationen mit teils gewaltsamen Auseinandersetzungen
http://de.wikipedia.org/wiki/Mongolei#Bodensch.C3.A4tze
Weitere Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Mongolei
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/15/Map_of_Mongolia_topographic_de.jpg

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05.10.09
Bundesamt für Naturschutz legt ersten Auenzustandsbericht vor
Presseerklärung BfN

Zwei Drittel der Überschwemmungsflächen vernichtet
Nur 10 Prozent der Auen noch in naturnahem Zustand
Nachhaltige Entwicklung von Gewässern und Auen notwendig

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat erstmalig einen Auenzustandsbericht für Deutschland vorgestellt. Der bundesweite Überblick zum Verlust von Überschwemmungsflächen und zum Zustand der Flussauen in Deutschland macht den Handlungsbedarf deutlich: Die Gewässer und Auen sind für den Hochwasserschutz und die Erhaltung der wertvollen Lebensräume nachhaltig zu entwickeln. Denn zwei Drittel der ehemaligen Überschwemmungsflächen sind an den Flüssen in Deutschland bereits vernichtet. An Rhein, Elbe, Donau und Oder sind durch den Bau von Hochwasserschutzdeichen an vielen Abschnitten sogar nur noch 10 bis 20 Prozent der ehemaligen Auen vorhanden. Zudem befinden sich nur 10 Prozent der noch vorhandenen Flussauen in Deutschland noch in einem naturnahen Zustand. 90 Prozent der Auen sind auf Grund der intensiven Nutzung, ausbleibenden Überflutungen und Gewässerausbau deutlich bis sehr stark verändert.
„Es besteht dringender Handlungsbedarf, den Flüssen wieder mehr Raum zu geben und die Flussauen naturnah zu entwickeln. Denn Auenschutz dient nicht nur dem Naturschutz, er ist zugleich praktizierter Hochwasserschutz und unterstützt angesichts vielfach steigender Hochwassergefahren die notwendige Anpassung an den Klimawandel“, sagte BfN-Präsidentin Professorin Beate Jessel bei der Präsentation in Bonn. „Sieben Jahre nach dem verheerenden Elbehochwasser ist festzustellen: Nach wie vor nutzen wir das Potenzial unserer Flussauen als Rückhaltegebiete bei Hochwasser nur unzureichend. Hier sind in den nächsten Jahren verstärkte Anstrengungen bei Ländern und Gemeinden, aber auch von Seiten des Bundes erforderlich. Gerade in Zeiten des Klimawandels ist es notwendig, den Schutz und die Wiederherstellung der Flussauen als Verbündeten des Hochwasserschutzes in der Öffentlichkeit und bei den Entscheidungsträgern in Politik und Verwaltung stärker zu verankern“, so BfN-Präsidentin Jessel.
Mit der bundesweiten Erfassung des Zustandes der Flussauen hat das BfN eine Verpflichtung aus der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt umgesetzt. Naturnahe Auen sind nicht nur für den vorsorgenden Hochwasserschutz unverzichtbar. Sie sorgen im Naturkreislauf für sauberes Trinkwasser, sind wichtige Erholungsräume für den Menschen sowie länderübergreifende Achsen für den Biotopverbund und damit Lebensraum für eine Vielzahl seltener Pflanzen und Tiere. Lediglich rund 5.700 ha naturnahe Hartholzauwälder sind bundesweit noch erhalten geblieben, was weniger als 1% des ursprünglichen Bestandes entspricht. Feuchtgebiete, die natürlicherweise große Flächenanteile einnehmen würden, umfassen mit rd. 10.000 ha nur ca. 2 % der Überschwemmungsauen und deutlich weniger als 1% der Altauen.
„Intakte Flussauen sind eine moderne Arche Noah. Kein anderes Ökosystem in Mitteleuropa beherbergt eine vergleichbare Arten- und Lebensraumvielfalt. Mit den vorgestellten Ergebnissen wird nicht nur der besorgniserregende Zustand der Auen fachlich dokumentiert, sondern es wird damit gleichzeitig eine bundesweit einheitliche Messlatte für den Erfolg der Schutzbemühungen geschaffen. Diese müssen insbesondere bei den intensiven Nutzungen, bei Veränderungen des Grundwasserstandes sowie der Überschwemmungshäufigkeit und beim Gewässerausbau ansetzen. Der Auenschutz in Deutschland erhält durch die vorgelegten Ergebnisse neue Impulse“, erläuterte Beate Jessel.
Hintergrundinformationen:
Im Rahmen von Forschungsvorhaben, die nach dem Elbehochwasser 2002 begonnen wurden, wurden die noch vorhandenen (rezenten) Auen und ehemaligen Auen (Altauen) von 79 Flüssen auf einer Länge von 10.276 km Flusskilometern mit einer Gesamtfläche von 15.533 km² (4,4% der Fläche Deutschlands) nach einheitlichen Kriterien erfasst und in ihrer Qualität bewertet. Die Ergebnisse wurden in zwei deutschlandweiten Übersichtskarten – eine Karte zu den Verlusten von Auen und eine Karte zum Auenzustand – sowie einer erläuternden Broschüre zusammengefasst. Zudem sind die Geodaten über den Kartendienst „Flussauen in Deutschland“ für jedes einzelne Auensegment im Internet abrufbar. Mit den Karten und dem Online-Kartendienst, der in Kürze verfügbar sein wird, steht nunmehr für jeden Interessierten ein Instrument zur Verfügung, das die Dimension des Problems erkennen lässt und in jedem einzelnen Fall herangezogen werden kann. Insbesondere die Verantwortlichen vor Ort und Planer finden länderübergreifend wichtige Hinweise, wo Potenziale zur naturnahen Auenentwicklung vorhanden sind und wo Nutzungen angepasst werden sollten, aber ebenso, wo bedeutsame Auengebiete erhalten geblieben sind.
Hinweis: Der Auenzustandsbericht ist kostenlos über bmu@broschuerenversand.de zu beziehen. Die Karten zum Auenverlust und zum Auenzustand sowie der Auenzustandsbericht sind unter http://www.bfn.de/0324_auenzustandsbericht.htmlals pdf-Datei verfügbar. Der Online-Kartendienst „Flussauen in Deutschland“ wird in Kürze auf der Homepage des BfN freigeschaltet.
www.bfn.de/5117.html?&cHash=4cb308c9d4&tx_ttnews[backPid]=5116&tx_ttnews[tt_news]=1462 

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05.10.09
Umsatzrückgang um 5 %: Welttourismusorganisation berät in Astana
Chancen der
"Green Economy"
Urlaub muß man hier nicht unbedingt machen. Astana liegt in den Weiten der kasachischen Steppe – einst Nikita Chruschtschows Kornkammer  - und ist die die zweitkälteste Hauptstadt der Welt. Seit heute beraten hier 360 Delegierte aus 112 Ländern, was zu tun ist gegen die Flaute. Dabei stehet auch die nachhaltige Tourismusentwicklung auf der Tagesordnung. Trägfähige Konzepte müssen dringend gefunden werden: Von den fast eine Milliarde Reisenden (die letztes Jahr 650 Milliarden Euro ausgaben) sind direkt oder indirekt 18 Millionen Arbeitsplätze abhängig berichtet AFP www.n-tv.de/reise/Welttourismusorganisation-beraet-article532961.html
Nachfolgend die UNWTO-Presseerklärung im Originalwortlaut:

The 18th Session of the UNWTO General Assembly (5-8 October 2009) - Facing Global Challenges and setting the Framework for increased Efficiency
Astana, Kazakhstan, 5 October 2009
Around 360 delegates representing 112 countries meet this week in Astana, Kazakhstan, on the occasion of the XVIII session of the UNWTO General Assembly. The gathering convened by the UN specialized agency for tourism will set the ground for how the travel and tourism sector can face the current economic downturn while staying on track with the twin challenges of climate change response and poverty alleviation. This Assembly will also initiate a far-reaching internal reform, starting with the election of a new Secretary-General.
Tourism Ministers and senior officials from National Tourism Organizations around the world, as well as public, private and academic Affiliate Members, will discuss the UNWTO Roadmap for Recovery, which is at the centre of the general debate of this Assembly.
The General Assembly will stress the potential of the travel and tourism sector to play an essential role in post crisis recovery by providing jobs, infrastructure, stimulating trade and development and should be a key consideration at future global economic summits. Against this backdrop, the Roadmap calls on world leaders to place tourism and travel at the core of stimulus packages and the transformation to the Green Economy.
On the recommendation of the UNWTO Executive Council, UNWTO Secretary-General ad interim Taleb Rifai is expected to be appointed UNWTO Secretary-General for the period 2010-2013. on taking up his 4 year mandate in January 2010, Mr. Rifai will start to implement his management strategy structured around UNWTO membership, partnerships and governance.
Other key issues to be addressed include, among others, the facilitation of tourist travel, pandemic preparedness in the framework of Influenza A(H1N1), and technical cooperation to promote sustainable development through travel and tourism.
The 18th Session of the UNWTO General Assembly will be solemnly inaugurated by the President of the Republic of Kazakhstan, Nursultan Nazarbayev.
www.unwto.org/media/news/en/press_det.php?id=4882&idioma=E
Contact information:
Assistant Secretary-General & Spokesperson: Geoffrey Lipman
Media Officer: Marcelo Risi
comm@UNWTO.org - www.UNWTO.org 

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03.10.09
UN-Wüstenkonvention: Mehr Geld – aber weniger als erhofft und erforderlich
Vertreter aus 190 Mitgliedsländern der UN-Wüstenkonvention (UNCCD) stimmten für eine Erhöhung der Ausgaben um 4,29 Prozent auf 16,3 Millionen Dollar meldet www.n-tv.de/politik/meldungen/Mehr-Geld-gegen-Wuesten-article532169.html. Zugleich habe es erstmals eine Einigung auf Indikatoren für die Ausbreitung von Trockengebieten gegeben. Seit 1990 hätten die Trockengebiete – die 40 Prozent der Landfläche ausmachten - um 15 bis 25 Prozent zugenommen.

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03.10.09
Tote auf Sizilien Folge von Pfusch und Schwarzbau
Heftige Unwetter hatten in der Nacht zum Freitag in mehreren Vororten Messinas schwere Erdrutsche ausgelöst.20 Tote. 34 Vermisste und 80 Verletzte waren die Folge. Zivilschutzchef Guido Bertolaso  mache "Pfusch und Schwarzbau" für das Ausmaß der Zerstörungen an Häusern in stark geschädigten Vororten Messinas verantwortlich, meldet N-TV. www.n-tv.de/panorama/Immer-mehr-Tote-auf-Sizilien-article531663.html  Die Naturschutzorganisation WWF habe erklärt, dass die Katastrophe müsse vor dem Hintergrund des "Zuzementierens und der wilden Urbanisierung" in der Region Messina gesehen werden. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist eines der größten Probleme Siziliens die illegale Bautätigkeit, die unter dem Namen case abusive (“missbräuchliche Häuser“) firmiert. Illegal errichtete Gebäude sind in Italien keine Rarität. Ob in einem Umweltschutzgebiet oder zwei Meter vom Strand - die Baumafia schreckt vor keinem Gesetz zurück, berichtet Alexandra Barone http://politik-gesellschaft-italien.suite101.de/article.cfm/baukorruption_in_italien. Das Problem ist kein sizilianisches, auch kein exklusiv italienisches. Erst vor wenigen Wochen hatte die gleiche Melange aus Unwetter, Pfusch und Schwarzbauten zu Toten und Verletzten in Istanbul geführt. Weitere Katastrophen rund ums Mittelmeer dürfen als sicher gelten.

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02.10.09
Flächenrecycling mit unternehmerischem Mut: Das Seehotel ohne See
Aus dem 10.000-Einwohner-Städtchen Großräschen, das seit der Wende ziemlich zusammengeschrumpft ist, berichtet Anne Seith von einem mutigen Projekt, das ganz ohne Subventionen auskommt: Der 70-jährige Unternehmer Schellstede hat in Brandenburg gerade dort, wo der Braunkohletagebau die Landschaft durchlöchert hat, ein schickes Seehotel gebaut - dabei gibt es vor der Tür nur einen gigantischen Krater. Bis die ehemalige Kohlegrube voller Wasser ist, dauert es noch Jahre. Der Betreiber gibt sich trotzdem optimistisch: Schellstede sei überzeugt, dass die Zukunft der Lausitz das Wasser ist. Und er sei mächtig stolz darauf, am Ilse-See der "Platzhirsch" zu sein. Das sei der Grund, warum er so früh zugeschlagen habe, als ein Investor gesucht wurde. Wie dem auch immer sei: solche Unternehmer braucht das Land. Unternehmer, die verloren geglaubte Flächen recyceln und gleichzeitig Arbeitsplätze schaffen. Mehr davon brächte dieses Land jenseits der in der Politik erzeugten Luftblasen weiter. Ihnen Mut zu machen wäre Aufgabe der Politik. Ihnen den planungsrechtlichen Weg einfach zu machen auf der Verwaltungsebene ihre Pflicht. Statt dessen konzentrieren sich Landesregierungen auf spektakuläre Großprojekte (siehe unsere Berichte über Wellnessparks und Golfplätze – auch in Hessen).
www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,652261,00.html 

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01.10.09
Warum im Umland bauen, wenn doch der kleinste Platz in der City  genügt?
Christian Tröster berichtet auf WELT.DE über winzige oder unförmige Grundstücke,  hohe Anforderungen an die Architekten stellen: Überall, wo sich Baugrund verwinkelt oder dreieckig zeigt oder Nachbargebäude die Belichtung erschweren, ist die Kunst des Architekten gefragt. Unter extremen Umständen jedoch entstehen fantastische Ideen – perfekt für Stadtbewohner.
www.welt.de/lifestyle/article4690031/Extreme-Umstaende-brauchen-extreme-Architektur.html
Weitere Infos:
Das Buch zum Thema: Adam Mornement, Annabel Biles, "Extrem. 40 Spektakuläre Wohnhäuser", 240 Seiten, Callwey Verlag, 49,95 Euro. 

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30.09.09
Wirtschaftwachstum soll's richten: Flächenverbrauch wird munter voranschreiten

Die Förderung des Wirtschaftswachstums ist das Patentrezept der künftigen Koalition aus CDU/CSU und FDP. Doch Frankreichs konservativer Präsident Sarkozy – immer gut für Überraschungen - hält davon nichts: "Nichts zerstört die Demokratie wirkungsvoller. Werner A. Perger berichtet auf ZEIT.DE unter dem Titel „Aufstand gegen eine Lebenslüge“ über den zum Jahrestag der Lehman-Brothers-Pleite in der Sorbonne von Sarkozy vorgelegten Bericht einer internationalen Kommission über die Messung der wirtschaftlichen Leistung und des gesellschaftlichen Fortschritts. Er hatte die unabhängige Kommission Anfang 2008 eingesetzt. An deren Spitze standen Experten im Anders-Denken: die beiden Ökonomen und Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz (Columbia-Universität) und Amartya Sen (Harvard) sowie deren französischer Kollege Jean-Paul Fitoussi als Koordinator der rund 30-köpfigen Expertenkommission. Die Kommission habe enzyklopädisch gebündelt, was sich in jahrzehntelanger wissenschaftlicher Forschung und politischer Debatte angesammelt hat. Doch die globale Wirtschafts- und Finanzkrise zeige deutlich, dass die Einsicht politisch und praktisch keine Folgen hat. Die Staaten, ihre politische Führer und deren Berater klammerten sich unverändert an die globale Lebenslüge, dass nur die in Dollar, Euro, Yen oder Yuan messbare Leistung ein Beitrag zur Wirtschaftsleistung und zum Wohlstand sei. Alles andere sähen sie als Beiwerk. Familienglück, soziale Bindungen, Befriedigung im Job, Partizipation am Arbeitsplatz und im öffentlichen Leben, Kultur – Sättigungsbeilage.  Sarkozy laut  www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2009-09/wirtschaftswachstum-ideologie   "So fängt man schließlich an, einen Graben des Unverständnisses zu ziehen zwischen den Experten voller Wissen und den Bürgern, deren Lebenserfahrungen einfach nicht übereinstimmen wollen mit dem, was die Zahlen sagen. Dieser Graben ist sehr gefährlich, denn letztlich fangen die Bürger an zu glauben, man wolle sie täuschen. Nichts zerstört die Demokratie wirkungsvoller." Resonanz seiner Kollegen in Europa: Null. Schade. Die Wirtschafts- und Finanzkrise zum Anlass zu nehmen, in einen breiten gesellschaftlichen Diskurs über veraltete Rezepte einzutreten, ist auch im Bundestagswahlkampf versäumt worden. Selbst die GRÜNEN („Aus der Krise hilft nur Grün“) haben das Thema Wachstum und Lebensqualität nur dezent angesprochen. Für den Flächenverbrauch bedeutet die Tatsache, dass die absehbare schwarz-gelbe Koalitionsregierung auf Wachstum setzt, nichts Gutes. Wir fragen uns, wie unter diesen Voraussetzungen das bisherige Ziel, den Flächenverbrauch bis 2020 wenigstens auf 30 Hektar (der BUND fordert, überhaupt keine weiteren Flächen mehr zu verbrauchen, sondern den Bedarf durch Kreislaufwirtschaft zu decken) zu begrenzen, erreicht werden soll. (ZEIT.DE/gbk)
Weitere Infos:
www.scribd.com/doc/19784660/Happiness-and-Measuring-Economic-Progress-by-Joseph-Stiglitz  (Originalbericht)
http://www.josephstiglitz.com
http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_E._Stiglitz

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24.09.09
Earth Overshoot Day: Die Erde ist gross nicht genug
FOCUS-Online-Autorin Steffanie Reiffert macht darauf aufmerksam, daß wir ab morgen über unsere Verhältnisse leben. Dann verbrauchen wir mehr Ressourcen, als unsere Erde in einem Jahr produzieren kann. Das von den Wissenschaftlern Mathis Wackernagel und William Rees 2003 gegründete Global Footprint Network hat diesen Tag als Earth Overshoot Day ausgerufen. Die Wissenschaftler haben das Konzept des Ökologischenb Fußabdrucks entwickelt, auf dessen Basis der Tag berechnet wird. Unter dem Ökologischen Fußabdruck wird die Fläche auf der Erde verstanden, die notwendig ist, um den Lebensstil und Lebensstandard eines Menschen (unter Fortführung heutiger Produktionsbedingungen) dauerhaft zu ermöglichen. Das schließt Flächen ein, die zur Produktion seiner Kleidung und Nahrung oder zur Bereitstellung von Energie, aber z. B. auch zum Abbau des von ihm erzeugten Mülls oder zum Binden des durch seine Aktivitäten freigesetzten Kohlendioxids benötigt werden. Zielsetzung des Global Footprint Network ist die Unterstützung einer nachhaltigen Wirtschaftsweise durch Bekanntmachung des ökologischen Fußabdrucks, ein Managementinstrument, das die ökologische Begrenztheit unseres Planeten für Entscheidungsträger auf der ganzen Welt besser sichtbar macht.
www.focus.de/wissen/wissenschaft/klima/earth-overshoot-day-die-welt-ist-nicht-genug_aid_438423.html
Mehr Infos:
www.footprintnetwork.org
www.footprintnetwork.org/en/index.php/GFN/page/earth_overshoot_day
www.mein-fussabdruck.at/article/articleview/61460/1/20718
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96kologischer_Fussabdruck

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23.09.09
Atomlobby plante Wahlkampf minutiös
Anselm Waldermann berichtet unter dieser Überschrtift über ein SPIEGEL.ONLINE vorliegendes internes Strategiepapier, das eine Agentur erstellt habe, die zum Zeitpunkt der Erarbeitung für e.on gearbeitet habe. Es enthalte eine Liste mit vermeintlich wohlgesinnten Journalisten, Argumentationshilfe für Union und FDP, eine U-Boot-Strategie für die SPD: Die Atomlobby habe den Wahlkampf bis ins Detail vorbereitet - um ihn aktiv zu steuern. Bestritten werde von beiden Seiten, dass das über 100 Seiten umfassende Strategiepapier in Auftrag gegeben worden sei.
www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,650172,00.html

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23.09.09
Welterberegion Nordhessen
FR-ONLINE macht darauf aufmerksam, daß momentan dort gleich zwei Anträge auf Anerkennung als Weltnaturerbe an die Unesco vorbereitet werden: als letztes Überbleibsel der einst Europa bedeckenden Buchenwälder soll der Kellerwald (bereits Naturpark, teilweise Nationalpark) den tourismusankurbelnden Status erhalten. Noch eifriger werde die Erhöhung des Kasseler Bergparks Wilhelmshöhe – einem international bekannten Landschaftspark mit Schloss, Herkules und vor allem den Wasserspielen - betrieben.
www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/1967744_Begehrter-Listenplatz-Hessen-will-sein-Welterbe-vermarkten.html
Weitere Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kellerwald 
http://de.wikipedia.org/wiki/Naturpark_Kellerwald-Edersee 
www.nationalpark-kellerwald-edersee.de/de/1_home/index.php 
www.naturpark-kellerwald-edersee.de/de/1_Home/index.php 
http://de.wikipedia.org/wiki/Bergpark_Wilhelmshöhe

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22.09.09
Nachtflugverbot Flughafen Frankfurt: SPD setzt auf Kooperation mit Flughafen Hahn
Trotz aller Proteste wird der Ausbau kommen. Die Gretchenfrage ist: mit oder ohne Nachtflugverbot. Der hessische Verwaltungsgerichtshof hält die im Planfeststellungsbeschluss genehmigten 17 Frachtflüge in der Zeit von 23.00 bis 5.00 Uhr Zahl für unvereinbar mit dem nächtlichen Lärmschutz. Schäfer-Gümbel (SPG) forderte die hessische CDU/FDP-Landesregierung erneut auf, beim ursprünglich versprochenen Nachtflugverbot keinen Wortbruch zu begehen. Den Ausweg aus dem Dilemma sieht die SPD in der Kooperation mit Hahn. (fr/gbk)
www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/1965455_Nachtflugverbot-SPD-setzt-auf-Kooperation-mit-Flughafen-Hahn.html

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22.09.09
Good bye UWE ZWEI !
Der so benamte Picosatellit der Uni Würzburg (zehn Zentimetern Kantenlänge, ein Kilogramm) soll heute vom indischen Weltraumbahnhof Sriharikota in den Orbit geschickt werden. Die Würfel wurden auch schon zur Erdbeobachtung in Echtzeit eingesetzt und kosten gerade Mal soviel wie ein Mittelklassewagen. Wir fordern erneut, diese Technologie zur Beobachtung der Landnutzung weiter auszubauen. (N-TV/gbk)
www.n-tv.de/wissen/weltall/Mini-Satellit-startet-article515609.html

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21.09.09
Die Deltas der weltweit größten Flüsse versinken
World's river deltas sinking due to human activity, says new study led by CU-Boulder

Dies meldet Rolf Latussek auf WELT.DE unter Bezug auf die Studie einer Forschergruppe um James Syvitski von der University of Colorado in Boulder, die jüngst in „Nature Geoscience“ veröffentlicht wurde. Von weltweit 33 großen Deltas seien nur noch fünf völlig intakt. Viele werden in den kommenden Jahrzehnten verschwinden. Schuld sei aber nicht allein der Anstieg des Meeresspiegels. WISSENSCHAFT-ONLINE dazu: „Vielmehr beeinflussen weltweit Dammbauten die Entwicklung deutlich stärker: Sie halten Sedimente in ihren Staubecken zurück, die der Fluss ansonsten in seinem Delta ablagern würde. Die Forscher warnen daher vor künftigen Katastrophen: Zum einen steigt der Meeresspiegel durch Gletscherschmelze und die wärmebedingte Ausdehnung des Wassers in den nächsten Jahrzehnten. Zum anderen errichten viele Staaten neue große Stauwerke am Oberlauf ihrer Flüsse, welche die für den Erhalt der Deltas notwendigen Sedimente zurückhalten. Besonders dem Delta des chinesischen Perlflusses sowie des Mekongs in Vietnam droht Gefahr: Beide sind dicht besiedelt und sinken schnell ab.“
www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article4582877/Die-Deltas-der-weltweit-groessten-Fluesse-versinken.html
www.wissenschaft-online.de/artikel/1008280
Abstract (Zusammenfassung des Nature-Originalartikels)
Many of the world's largest deltas are densely populated and heavily farmed. Yet many of their inhabitants are becoming increasingly vulnerable to flooding and conversions of their land to open ocean. The vulnerability is a result of sediment compaction from the removal of oil, gas and water from the delta's underlying sediments, the trapping of sediment in reservoirs upstream and floodplain engineering in combination with rising global sea level. Here we present an assessment of 33 deltas chosen to represent the world's deltas. We find that in the past decade, 85% of the deltas experienced severe flooding, resulting in the temporary submergence of 260,000 km2. We conservatively estimate that the delta surface area vulnerable to flooding could increase by 50% under the current projected values for sea-level rise in the twenty-first century. This figure could increase if the capture of sediment upstream persists and continues to prevent the growth and buffering of the deltas.
www.nature.com/ngeo/journal/vaop/ncurrent/abs/ngeo629.html
Weitere Infos:
James P. M. Syvitski e-mail: James.syvitski@colorado.edu
www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,650314,00.html
http://instaar.colorado.edu/people/bios/syvitski.html
http://www.scienceblog.com/cms/worlds-river-deltas-sinking-due-human-activity-says-new-study-led-cu-boulder-25335.html
http://instaar.colorado.edu/index.html (modeling land and seascape processes)
http://earthobservatory.nasa.gov/IOTD/view.php?id=40204

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21.09.09
Studie der Deutschen Bank: Die Welt muss bis 2050 doppelt so viel Nahrung produzieren
Martin Greive von WELT.ONLINE berichtet von der exklusiv vorliegenden Studie. sie identifiziere als Hauptproblem die ungerechte Verteilung. „Das Hauptproblem ist der Zugang zu Nahrungsmitteln“, sage die Projektleiterin: Schaffnit-Chatterjee. Deshalb sei es entscheidend, dass die Entwicklungsländer in die Lage versetzt werden, selber mehr Nahrungsmittel herzustellen. Eine entscheidende Rolle komme dabei der Förderung von Kleinbauern zu. Die Bauern brauchten dringend leichteren Zugang zu Bildung, Kapital und Märkten. Deshalb fordere die Forscherin höhere Investitionen in die Landwirtschaft der Entwicklungsländer  – sowohl von den Regierungen selbst als auch von Spendern.
www.welt.de/wirtschaft/article4577083/Die-Welt-muss-doppelt-so-viel-Nahrung-produzieren.html

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21.09.09
Dinosaurier in der Ingelheimer Aue:  überflüssig
Die Lichter werden nicht ausgehen, auch wenn das Kohlekraftwerk in Ingelheim nicht gebaut wird. Einen weiteren Beleg dafür liefert heute Markus Schug auf  FAZ.NET. Die mit weltweit 600 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zuletzt 600 Millionen Euro stark wachsende Juwi Holding AG der beiden Firmengründer Matthias Willenbacher und Fred Jung biete ihren Kunden als Projektentwickler und Generalunternehmer, was künftig auch in Mainz gefragt sein dürfte: Solar- und Windkraftanlagen zum Beispiel und Technologien zur Nutzung von Geothermie, Bioenergie oder Wasserkraft. Schon im Februar habe Willenbacher im Gespräch mit FAZ.NET gesagt, dass er es für möglich halte, in fünf Jahren rund 50 Prozent und bis 2020 sogar 100 Prozent des in der Landeshauptstadt benötigten Stroms regenerativ zu erzeugen.
www.faz.net/s/Rub8D05117E1AC946F5BB438374CCC294CC/
Doc~E250F7B276F65494D9DF97942F41CB808~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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20.09.09
Bürger-Zoff in Oldenburg: Konsumtempel bringt ganze Stadt in Rage

Deutschlands Innenstädte sollen wieder mehr Kunden anlocken - überall im Land entstehen daher neue Shopping Malls. In Oldenburg wehren sich die Bürger mit aller Macht gegen ein Einkaufszentrum, doch die Stadtverwaltung zieht das Projekt durch. Aus Oldenburg berichtet Martina Scheffler für SPIEGEL.DE die Geschichte einer Provinzposse.
www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,649802,00.html

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19.09.09
Klimakiller in Bedrängnis

Umweltschützer glauben, dass das Urteil des OVG Münster gegen den Bau des Kohlekraftwerks in Datteln auch auf andere Projekte übertragbar ist. Die Konzerne sehen das anders, berichtet Bernward Janzing  auf TAZ.DE- Vor allem könne der Passus im Urteil, der den Klimaschutz betrifft, auch für andere Projekte zutreffen. Das Gericht hatte bemängelt, dass ein Neubau ohne verbindliche Abschaltung alter Kraftwerke Klimaschutzzielen widerspreche, die im Landesentwicklungsplan von Nordrhein-Westfalen festgelegt sind. Das könnte für andere Projekte ähnlich gelten: "Für Lünen und Krefeld ist das Urteil auch von Bedeutung", sagt Gerd Rosenkranz von der Deutschen Umwelthilfe. 
www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/klimakiller-in-bedraengnis/

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18.09.09 
Aktion „Stadt zum Selbermachen“ : Gestalte deine Stadt:

Auf die Parkplätze, fertig, los! Weltweit fanden gestern die Parking Days statt berichten Deniz Tavli und Sascha Chaimowicz auf TAZ.DE. Die Initiative RepairBerlin besetzte Parkplätze in der Friedrichstraße. Ziel ist es, durch kreative Aktionen über alternative Nutzungsmöglichkeiten des öffentlichen Raums aufmerksam zu machen. Zwischen Mercedes und Modeboutiquen wurde getanzt und gegärtnert. Der Trend stamme aus San Francisco und wurde 2005 von einer Gruppe aus Architekten, Künstlern und Urbanisten initiiert. Die Methode sei einfach: Parkplatz mieten, Rasen ausrollen, darauf tanzen, essen, trinken - eben Spaß haben. Nach zwanzig Minuten ist allerdings auch die Polizei da und schreibt sich Paula Hildebrandts Personalien auf. Schließlich sei das, was auf den Parkplätzen gerade passiere, eine Zweckentfremdung.
www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/auf-die-parkplaetze-fertig-los/
Weitere Infos:
http://repairberlin.jimdo.com
www.tagesspiegel.de/berlin/Stadtleben-Parkplaetze;art125,2902277
www.boell.de/oekologie/oekologie-gesellschaft-7355.html

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18.09.09
Das schönste Wunder der Natur heißt Watt
Presseerklärung der Heinz Sielmann Stiftung


Deutschland hat gewählt: Wattenmeer ist Deutschlands schönstes Naturwunder beim Online-Voting der Heinz Sielmann Stiftung. Kampagne für 2010 geplant.
18.09.2009, Duderstadt. Während der gesamten Sommerferienzeit konnten Natur- und Reiseliebhaber auf der Webseite der Heinz Sielmann Stiftung (HSS) aus insgesamt 42 heimischen Naturwundern ihre Favoriten auswählen. Unterstützt wurde die Aktion von Bild.de und Spiegel Online und vielen anderen Online-Plattformen. Unter 20.000 Votern hat sich die Mehrheit für das Wattenmeer entschieden.
„Die hohe bundesweite Resonanz und Beteiligung an der Abstimmung beweist, mit welcher Anteilnahme die Deutschen auf ihre Umwelt reagieren und wie bewusst und positiv sie ihre Natur erleben“, erklärt Michael Spielmann, Vorstand der HSS: „Die Popularität der Naturwunder ist für die HSS ein Zeichen, unseren Wettbewerb auch im nächsten Jahr zu wiederholen.“
Die Top 5 der Naturwunder:
1. Wattenmeer Nordseeküste
2. Bastei – Sächsische Schweiz
3. Kreidefelsen Rügen
4. Lüneburger Heide
5. Donaudurchbruch bei Weltenburg
Dr. Detlef Hansen, Leiter der Nationalparkverwaltung des Nationalparks Wattenmeer Schleswig-Holstein erklärt: „Wir sind sehr stolz darauf, dass das Wattenmeer als Deutschlands größte Wildnis und jüngstes Weltnaturerbegebiet nun auch zu Deutschlands schönstem Naturwunder gewählt wurde. Das Wattenmeer als Dreh- und Angelpunkt der letzten großen Tierwanderungen Europas mit attraktiven Naturerlebnisangeboten ist ein lohnenswertes Reiseziel für alle, die nach bleibenden Eindrücken suchen“.
Auch andere Naturwunder haben gut abgeschnitten: In der Gruppe der Plätze 6-12 finden sich: Lange Anna Helgoland, Teufelstisch in der Pfalz, Geysir Andernach, Dauner Maare, Urwald Sababurg, Breitachklamm, Externsteine. In der Gruppe der Plätze 13-18 liegen der „Urwald vor den Toren der Stadt“ Saarbrücken, Nördlinger Ries, Spreewald, Waldwildnis Bayerischer Wald, Großer Stechlinsee, Wilde Narzissenwiese Eifel.
Kampagne 2010
Mit dem Naturwundersieger wird die HSS 2010 eine Kampagne bestreiten, die die Bekanntheit der Region weiter fördert. Unter anderem ist die Produktion eines Infoflyers geplant. Durch die Einführung des Aufklebers HEINZ SIELMANN NATURWUNDER 2010 kann in der Region mit der Auszeichnung aktiv geworben werden.
Gewinnspiel für die Wähler
Unter allen Wählern, die in diesem Jahr ihre Stimmen abgegeben haben, verlost die HSS insgesamt 10 Reisen für 2 Personen nach Berlin. Diese Preise wurden mit freundlicher Unterstützung der Deutschen Bahn und des Maritim proArte Hotels Berlin zur Verfügung gestellt. Das Paket beinhaltet die freie Hin- und Rückfahrt 1. Klasse nach Berlin, eine Übernachtung in Maritim ProArte in Berlin-Mitte und eine Führung im Wildtiergehege der Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide am Stadtrand von Berlin.
Die 42 Teilnehmer des diesjährigen Naturwunder-Wettbewerbs sind noch weiterhin mit Kurzbeschreibungen auf der Webseite der Heinz Sielmann Stiftung unter www.sielmann-stiftung.de zu sehen.
Pressekontakt für Bildmaterial und weitere Informationen:
Heinz Sielmann Stiftung, Boris Preckwitz: presse@sielmann-stiftung.de 

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17.09.09
Die letzten ihrer Art

Vor zwei Jahrzehnten reiste der – inzwischen verstorbene - legendäre Douglas Adams („Per Anhalter durch die Galaxis“) mit dem Zoologen Mark Carwardine und einem Team des BBC zu einer Reise zwischen Bestandsaufnahme und Abschiedsbesuch rund um den Globus. Neben den Reportagen kam „Last Chance to see …“ (Die letzten ihrer Art - immer noch erhältlich bei Zweitausendeins) heraus. Rastlos - seit den 1980ern - auf dem Globus unterwegs ist bis heute der Schweizer Naturfotograf Karl Ammann. Er dokumentiert mit seinen Aufnahmen die gnadenlose Jagd auf aussterbende Tierarten. Doch er führt einen fast aussichtlosen Kampf - auch weil Verlage lieber heile Welt als drastische Bilder zeigen. Thilo Thielke portraitiert ihn heute unter dem Titel Last Exit Nanyuki: Bilder einer sterbenden Welt:  „Die Tiere sterben", sagt er, "und wir schauen teilnahmslos zu." Die Welt sehe düster aus, wenn sich nicht bald etwas ändere. "Es geht so rasant schnell", sagt Ammann. Kürzlich war er auf Borneo. Was er da sah, hat ihm den Atem verschlagen. "In Weltrekordzeit wird dort der Regenwald gerodet und in Palmölplantagen umgewandelt." Ohne Wald aber sterben die Orang Utans - zu Tausenden werden sie zudem massakriert. Wie viel Zeit bleibt ihnen noch?“.
www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,649482,00.html
Weitere Infos:
http://karlammann.ch/ammann/deutsch
http://karlammann.ch/assets/files/publikationen/world_in.pdf (World in dissorder)http://karlammann.ch/assets/files/publikationen/dark_app.pdf www.time.com/time/specials/2007/article/0,28804,1663317_1663320_1669914,00.html www.bushmeat.org

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17.09.09
Studie zu Einkaufszentren: Gesunde Strukturen werden gestärkt

Die grüne Wiese ist passé. Einkaufszentren drängen zusehends in die Innenstädte. Wie sich die neuen Shopping-Center auswirken, wurde nun erstmals in einer Kooperation zwischen dem Institut für Stadtentwicklung und Bauwirtschaft (ISB) der Universität Leipzig und der IREBS International Real Estate Business School der Universität Regensburg wissenschaftlich untersucht.. Fazit: Negative Tendenzen, die schon vorhanden sind, werden verstärkt. Der Artikel von Silke Wittig. )wissenschaftliche Mitarbeiterin an der IREBS International Real Estate Business School) erschien heute auf FAZ.NET.
www.faz.net/s/Rub3E00EA1DD23648FD935E8008AA708467/
Doc~ECB270394C80640F4A501162C3B893929~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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16.09.09
Datteln: Nur Teil-Baustopp für E.on-Kohlekraftwerk verhängt
Laut SPIEGEL-ONLINE verhängte die Bezirksregierung Münster einen teilweisen Baustopp. Vor zwei Wochen hat das OVG Münster den Bebauungsplan für das Kraftwerksgebiet für ungültig erklärt. Beim Konzern scheint das noch nicht wirklich angekommen zu sein., den eine Sprecherin erklärte gegenüber dem SPIEGEL, auf der Baustelle werde auf Basis der gültigen Teilgenehmigungen weitergearbeitet. (SPIEGEL/gbk)
www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,649514,00.html  

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14.09.09
Der Bauer – Täter oder Opfer?
Drei Monate vor der Weltklimakonferenz in Kopenhagen debattieren die EU-Agrarminister im südschwedischen Växjö darüber, inwieweit die landwirtschaftliche Produktionsweise in der Union den Klimawandel begünstigt - und wie sie als Opfer des Klimawandels auf steigende Temperaturen, sich verändernde Wetterverhältnisse und sich ausdehnende Wüsten reagieren müssen. Ein Bericht von Werner Balsen.
www.fr-online.de/top_news/1946491_EU-Agrarpolitik-Der-Bauer-Taeter-und-Opfer.html

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13.09.09
Mehr Autobahnen!
Verkehrsforscher Michael Schreckenberger (Universität Duisburg) präsentierte am Samstag im Deutschlandradio Kultur eine Hochrechnung, wonach die Deutschen jährlich zusammengerechnet 535.000 Jahre im Stau stehen. Ein volkswirtschaftliches Desaster. Herr Tiefensee, übernehmen Sie. (FR/gbk)
www.fr-online.de/in_und_ausland/auto/1942431_Deutsche-stehen-535.000-Jahre-im-Stau.html

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12.09.09
Windkraft: Sturm im Vogelsberg
Unter dieser Überschrift befasst sich Jutta Rippegather auf FR-ONLINE mit der „Verspargelung“ des Vogelsbergkeises. Offenen Protest der Bevölkerung gebe es nicht, wohl aber Unmut einzelner. 175 Anlagen auf 30 Standorten seien genug meine Landrat Rudolf Marx und fordere eine gerechtere Verteilung. Warum, frage er, bleibe zum Beispiel der Taunus verschont, während der Vogelsberg "verschandelt" werde? Weitere 51 Anlagen seien geplant. Das sei ungerecht und schade dem Tourismus. Bürgermeister Erwin Horst, in dessen Gemarkung Ulrichstein (Hessens höchster Stadt) knapp ein Drittel der Anlagen stehen, könne die Aufregung nicht verstehen. Der Gemeinde gehe es durch die Windkraft gut und manche Touristen kämen gerade wegen der Windenergie. "Man kann erneuerbare Energien auch zu seinem zentralen Thema machen", sagt er und erläutert, wie: "Jede Woche führen wir Wandergruppen durch unseren Windenergiepark."
www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/1941068_Windkraft-Sturm-im-Vogelsberg.html

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11.09.09
Innenraumentwicklung statt Flächenverbrauch: 19 deutsche Städte entwickeln im Verbund neue Konzepte für die Nutzung ihrer Fachwerkbauten
Joachim Göres berichtet für SUEDDEUTSCHE.DE Fachwerk-Triennale, die die Arbeitsgemeinschaft Historische Fachwerkstädte mit Sitz in Fulda veranstaltet, um das Problem anzugehen, daß 30 Prozent der Fachwerkhäuser leer stehen und zu verfallen drohen. Göres gibt ein Beispiel für Aktivitäten der Fachwerk-Trienale: „Im niedersächsischen Celle gibt es 1400 Wohnungen in Fachwerkhäusern. In den Wohnungen leben nur noch 1100, meist ältere Menschen. Studenten aus Hildesheim haben sich vor kurzem bei einem einwöchigen Workshop Gedanken gemacht, wie man Menschen aus ihrem Einfamilienhaus mit Garten am Stadtrand als Bewohner in die Altstadt zieht. Mehrere Hinterhöfe zusammenlegen, nicht mehr benötigte Gebäude abreißen, kleine Wege zwischen den Fachwerkhäusern anlegen, damit Bewohner schnell zu einem geplanten Parkplatz in der Nähe gelangen können - das sind einige der Ideen der künftigen Architekten und Denkmalschützer.
www.sueddeutsche.de/,ra20m1/immobilien/729/487138/text
Weitere Infos:
www.nationale-stadtentwicklungspolitik.de/nn_457400/Content/Projekte/fachwerktriennale.html
www.fachwerk-arge.de  

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11.09.09
Hungersnot in Guatemala: Klimawandel und Agrarsprit
Präsident Álvaro Colom hat nach einem Bericht der Deutschen Welle am Mittwoch den Hungersnotstand ausgerufen und die Weltgemeinschaft um Hilfe für die 400.000 Hungernden in seinem Land (13 Mio Einwohner, 119 Einwohner pro km²) aufgerufen. Colom mache die durch den Klimawandel verursachte Trockenheit in sieben von insgesamt 22 Departments verantwortlich . Besonders betroffen von der Hungersnot seien die Maya. Deren Organisation CONIC macht die Agrarsprit-Produktion verantwortlich. Laut Deutscher Welle sagte CONIC-Mitbegründer Juan Tiney der Nachrichtenagentur epd.: "'Der Staat gibt dem Anbau von Palmöl und Zuckerrohr (für Biosprit) erste Priorität, während er den indigenen Völkern das Recht auf eigenes Land verweigert', Nach seinen Angaben wurden in diesem Jahr bereits 20 Dorfgemeinschaften vertrieben, um Platz für Großplantagen zu schaffen.
www.dw-world.de/dw/article/0,,4664063,00.html
Weitere Infos:
www.cnoc.org.gt/conic.html
www.peuples-solidaires.org/article115.html
http://www.heise.de/tp/blogs/2/145173
http://de.wikipedia.org/wiki/Guatemala

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10.09.09
Katastrophe in Istanbul: Klimawandel und illegale Bautätigkeit
Stadtplanung findet in Istanbul kaum statt. Ungebremst wächst die Stadt seit Jahrzehnten ins Umland. Luxusvillen, Mietskasernen und ganze Autobahnen wurden illegal errichtet. Für das Unglück mit bislang 31 Toten seien Menschen verantwortlich, nicht die Natur, sagte der Oberbürgermeister von Istanbul, Kadir Topbas laut SPIEGEL.ONLINE. Er forderte größere Sorgfalt bei der Auswahl von Standorten für Bauten. Experten hatten kritisiert, es sei auch in Flussbetten gebaut worden. Der türkische Meteorologe Mehmet Caglar hält die ungewöhnlich heftigen Regenfälle allerdings für eine Folge des Klimawandels. Die Melange aus illegaler Bautätigkeit, Hang- und Klippenbebauung, Randbebauung von trockenen Flussbetten und zunehmend heftigeren Unwettern bedroht Menschenleben rund ums Mittelmeer. Es wird Zeit für die Politiker (insbesondere in Brüssel) endlich aufzuwachen und gegen die – eben nicht nur landschaftsverschandelnde, Flora und Fauna zerstörende sondern auch lebensbedrohende Betonverkrustung der Küsten vorzugehen. Der Klimawandel legt keine Pause ein. (SPIEGEL.ONLINE/gbk)
www.spiegel.de/panorama/0,1518,648042,00.html

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10.09.09
OVG Münster: Verändern 400 Meter die Republik?
Das Oberverwaltungsgericht Münster hat letzte Woche die Baugenehmigung für das bereits halbfertige Kohlekraftwerk Datteln für ungültig erklärt. Kernargument: die Nähe zu Wohngebieten. Müssen Kohlekraftwerksprojekte nunmehr unter Artenschutz gestellt werden? WELT.DE meldet heute jedenfalls, daß die Klima-Allianz (ein Bündnis von 140 NGOs, darunter Naturschutzbund Deutschland, "Brot für die Welt" und BUND) das Urteil als neue Waffe sieht, die gegen Kohlekraftwerke eingesetzt werden kann. In Deutschland sollen laut Klima Allianz 29 neue Kohlekraftwerke mit einer Gesamtleistung von 32,4 Gigawatt (GW) und einem jährlichen CO2 Ausstoß von 189 Mio. t gebaut werden. Neun Anlagen mit einer Leistung von 10,4 GW und einem jährlichen Ausstoß von 64 Mio. t CO2 befinden sich bereits im Bau.
www.welt.de/wirtschaft/article4500649/Nach-Urteil-sind-30-Kohlekraftwerke-bedroht.html
Weitere Infos:
Daniela Setton, Antikohlekampagne
setton (at) die-klima-allianz.de 
www.die-klima-allianz.de/staudinger
www.klimawahl2009.de/fakten-analysen/streit-um-kohle
www.klimawahl2009.de/wp-content/uploads/standorte.jpg

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09.09.09
Flächenverbrauch als Freizeitspaß
Wie SPIEGEL-ONLINE heute meldet, geht am Mittwoch geht das legendäre Brettspiel in seiner wohl größten Version online. Unter dem Titel "Monopoly City Streets" wird der Handel mit Straßen, Häusern und Hotels auf die Online-Straßenkarten von Google Maps übertragen, das Spiel zur weltweiten Massenveranstaltung.
www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,647759,00.html

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08.09.09
Mongolische Wüste: Weltweit größtes Solarkraftwerk
Für Juni 2010 sei der Baubeginn geplant, meldet SPIEGEL-ONLINE. Eine entsprechende Absichtserklärung mit dem amerikanischen Modulhersteller First Solar wurde am Dienstag in Tempe im US-Bundesstaat Arizona während des Besuches des chinesischen Parlamentschefs Wu Bangguo unterzeichnet. Die Anlage soll mit zwei Gigawatt so viel Strom erzeugen wie etwa zwei Atomkraftwerke. Bei Nomaden, Wüstenfüchsen und was sich sonst noch so in der Wüste rumtreibt wird die frohe Botschaft kaum für bessere Stimmung sorgen. Ihre Heimat wird mit Solarpanelen zugepflastert, um den rasant wachsenden Energiehunger der Megastädte an der Küste zu befriedigen. (SPIEGEL-ONLINE/gbk)
www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,647787,00.html

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08.09.09
Kohls Minister schönten Gutachten
Neue Dokumente belegen: Die Regierung Kohl hat Forscher massiv beeinflusst, die Risiken des Atomendlagers Gorleben zu vertuschen. Michael Bauchmüller und Wolfgang Roth berichten auf www.sueddeutsche.de/politik/518/486929/text/ über ein Fax des Forschungsministeriums vom 13. Mai 1983 an die Fachbehörde. Danach stehe fest, daß die Ministerien für Forschung und für Inneres, damals unter den Ministern Heinz Riesenhuber (CDU) und Friedrich Zimmermann (CSU), die zuständige Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), darauf drängten, ein maßgebliches Gutachten in wichtigen Passagen umzuschreiben.

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08.09.09
Konsum: Vom Weltall aus gesehen

Forscher der Brown University in den USA wollen mit der Hilfe von Satellitenbildern erkunden, wie sich die nächtliche Beleuchtung verändert und so auf die Wirtschaftsentwicklung schließen, berichtet SUEDDEUTSCHE.DE. "Der Konsum so ziemlicher aller Güter benötigt am Abend Licht", schreiben die Autoren. "Und mit dem Einkommen steigt auch die für Konsum und Investitionen benötigte Lichtmenge." Man kann die Bilder aber auch anders bewerten: als Indiz für den Ökologischen Fußabdruck, den Verbrauch von Ressourcen wie Landschaft und Rohstoffe. (SUEDDEUTSCHE.DE/gbk)
www.sueddeutsche.de/,tt5m1/wissen/424/486836/text/

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07.09.09
Zukunft des Waldes
Michael Miersch berichtet auf WELT.DE über neue Studien, die Ergebnisse lieferten, mit denen wohl niemand mehr gerechnet hätte: In der Sahara, Südamerika und den Alpen erobern wieder Bäume das Land. Gründe sind der Klimawandel, Aufforstung und ein nachhaltiger Umgang mit der Natur. Erdgeschichtlich habe es solche Waldwachstumsphasen immer wieder gegeben. Angetrieben durch den ewigen Wandel des Klimas, wechselte jeder Quadratmeter des Planeten bereits mehrfach seine Vegetationsdecke. Doch im Gegensatz zu vergangenen Jahrtausenden spiele heute der Mensch in der ersten Liga der Geoformer mit. Seien es früher der Klimawandel und die großen Wildtierherden gewesen, die Wälder und Grasland veränderten, so sind es heute zusätzlich Feuer, Bulldozer, Axt und Kettensäge. Besonders in den Tropen schrumpften seit Jahrzehnten die Wälder, weil die Landwirtschaftsfläche immer weiter ausgedehnt werde und die Menschen mangels Öl, Gas und Elektrizität auf Feuerholz zum Kochen angewiesen seien.
www.welt.de/wissenschaft/article4482152/Und-der-Wald-hat-doch-noch-eine-Zukunft.html

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07.09.09
BUND: Antrag auf Baustopp in Datteln
Am Donnerstag hatte das OVG Münster entschieden, das Kohlekraftwerk in Datteln/NRW verfüge nicht über eine gültige Baugenehmigung Dem Energiekonzern E.on droht ein wirtschaftliches Debakel. David Schraven berichtet auf WELT-ONLINE, daß der Bund für Natur- und Umweltschuts heute einen sofortigen Baustopp für das 1,2-Mrd.-Euro-Projekt beantragen werde. Die Chancen, ein Ende der Arbeiten durchzusetzen, ständen nicht schlecht. Zudem könne der Konzern gezwungen werden, alle bereits fertiggestellten Anlagen in Datteln wieder abzureißen und die Baustelle zu renaturieren. Dies wäre der Präzedenzfall, auf den Umweltschützer schon lange warten. (WELT-ONLINE/gbk)
www.welt.de/wirtschaft/article4477303/E-on-droht-Fiasko-bei-neuem-Kohlekraftwerk.html

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06.09.09
Das „Mannahattan-Project“ des Eric W. Sanderson
Unter der Überschrift „Die Biber vom Times Square“ befasst sich Jordan Meijas auf FAZ.NET mit dem Projekt des New Yorker Landschaftsökologen. Der hat in den letzten zehn Jahren die Entwicklung von Landschaft, Flora und Fauna auf der Habinsel untersucht, seit Henry Hudson am Nachmittag des 12. September 1609 an der Halbinsel vorbeifuhr, in deren Wäldern nur einige Lenape-Indianer lenbten. .Daraus entstand eine Ausstellung und ein Buch: Mannahatta/Manhattan. Museum of the City of New York; bis 12. Oktober. Das Buch von Eric Sanderson, erschienen bei Abrams, kostet 40 Dollar. Seine Kernthese: Dem heutigen Manhattener Tohuwabohu entsprach der Naturspielplatz mit Biberteich, Rotahornsumpf und zwei Bächen, ein magnetisches Revier für alle Arten von Arten. Wären keine Wolkenkratzer aus dem Boden gewachsen, hätte die Insel nun keine Mühe, in ihrer Artenvielfalt den Yellowstone Park zu übertreffen, ja sie wäre das Kronjuwel der amerikanischen Nationalparks, versichert uns Sanderson.
www.faz.net/s/RubEBED639C476B407798B1CE808F1F6632/
Doc~E78DA33F07BB44010A52C8B6E121741BE~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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06.09.09
Die Lichter werden nicht ausgehen
Wir brauchen weder Ingelheim noch DESERTEC. Dafür liefert der Ökostromanbieter Lichtblick laut SPIEGEL.ONLINE einen von vielen Belegen. Der wolle mit Volkswagen einen weltweit gültigen Exklusivvertrag zum Bau und zur Vermarktung hocheffizienter Minikraftwerke abschließen und so den Strommarkt aufmischen. Zigtausende Blockheizkraftwerke der Marke VW sollen nach SPIEGEL-Informationen demnächst in normalen Wohnhäusern eingebaut werden. Die Anlagen sollen gewaltige Mengen Strom in das öffentliche Netz einspeisen. So könnten mindestens zwei Atom- bzw. Kohlekraftwerke ersetzt werden.
www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,647227,00.html

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05.09.09
Aus für Kohlekraftwerk Ingelheimer Aue?
„Das war´s dann wohl“ überschreibt Mario Thurnes seinen Kommentar auf FR.ONLINE zur gestrigen Pressekonferenz von Stadtwerke-Vorstand Hanns-Detlev Höhne. Der zeigte gestern auf, wie schwer es sein werde, noch Investoren zu finden. Das Finanzierungskonzept ist vor einigen Wochen gescheitert, weil eine Bank absprang, wie der Bauherr, die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) mitteilte. Die KMW ist eine Tochter der Mainzer und Wiesbadener Stadtwerke. Stichtag soll laut Höhne (SPD) der 16.September sein. Erst wenn das Kraftwerksprojekt offiziell tot ist, können in Mainz SPD und Grüne in einer Koalition zusammenarbeiten schreibt Thumes. Wie wär’s mit einer Solarsatzung für Mainz? Solarstrom vom Dach verbraucht keinen Millimeter Fläche. Und die CO2-Bilanz sieht auch besser aus.
www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/1923873_Mainzer-Kohlekraftwerk-Stichtag-fuer-den-Ausstieg.html
www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/meinung/1923783_Kommentar-Das-war´s-dann-wohl.html   

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04.09.09
Risikoprojekt Kohlekraftwerk
Presseerklärung der Klima Allianz


Kohlekraftwerksbau in Datteln: Halb gebaut ist noch nicht fertig

Das Urteil des OVG Nordrhein-Westfalen, den Bebauungsplan der bereits im Bau befindlichen Steinkohle-Monoblockanlage in der Stadt Datteln für unwirksam zu erklären, schafft einen Präzedenzfall von bundesweiter Bedeutung und gibt den Kraftwerksgegnern neuen Aufschwung.
Thorben Becker vom BUND, einer Mitgliedsorganisation der Klima-Allianz, begrüßt die Entscheidung des OVG: „Das Urteil zeigt, dass Kohlekraftwerke selbst in der Bauphase noch Gefahr laufen zu Scheitern, wenn Vorgaben zum Schutz der Umwelt und der Bevölkerung nicht ausreichend berücksichtigt werden. Für Kohlekraftwerksplaner in Deutschland ist diese Entscheidung fatal: selbst wenn die Politik den Konzernen gegen den Willen der Bevölkerung den Weg frei gemacht hat, bleibt ein enormes Risiko bestehen. Für die Kraftwerksgegner ist die Entscheidung eine Ermutigung, weiterhin mit aller Kraft gegen die klimaschädlichen Kraftwerksplanungen vorzugehen.“
Jürgen Maier, Geschäftsführer des Forums für Umwelt und Entwicklung und Mitglied des Sprecherrates der Klima-Allianz, appelliert daher an die Kommunen, in denen ebenfalls Kraftwerke gebaut werden sollen, sich gut zu überlegen, ob sie Energiekonzernen einen Freischein zum Bau von Kohlekraftwerken erteilen wollen. „Die finanziellen Risiken tragen eben nicht nur die Energiekonzerne, sondern auch die Kommunen, wenn Kraftwerksbauten gestoppt werden müssen oder Planungen scheitern. Wenn eine Kommune erst einmal grünes Licht gegeben hat, steht sie vor der Entscheidung: Schaden wir unserer Bevölkerung mit dem Emissionen, oder verwenden wir ihre Steuergelder, um die Konzerne zu entschädigen?“
Präzedenzfall: Ja. Einzelfall: Nein!
Die Klima-Allianz verweist darauf, dass es sich bei der Gerichtsentscheidung in Datteln keineswegs um einen Einzelfall handelt:
- Anfang des Jahres musste der belgisch-französische Konzern GDF Suez bereits in Stade eine Schlappe hinnehmen, als das OVG Lüneburg in einer Eilentscheidung entschied, dass der Schutz der Bevölkerung nicht gewährleistet sei. Die Planungen stocken seitdem.
- Auch in Brunsbüttel kann GDF Suez trotz eines vom Gemeinderat Ende Juni mit knapper Mehrheit verabschiedeten Bebauungsplans noch nicht sicher sein, dass die planungsrechtlichen Voraussetzungen für das geplante Kraftwerk wirklich gegeben sind. Ein Rechtsgutachten warnt eindringlich vor möglichen planschadensrechtlichen Konsequenzen für die Stadt, da der Kraftwerksstandort faktisch in einem Wohngebiet mit gerade einmal 300 Metern Abstand zu den Wohnhäusern liegt. Auch hier wird geklagt werden.
- Ähnliche Probleme hat der Konzern Dong in Lubmin, wo sich die Planungen aufgrund von naturschutzrechtlichen Problemen ebenfalls bereits um ein Jahr verzögern.
Bundesweiter Kampf gegen neue Kohlekraftwerke
Bundesweit sind aktuell 29 Kohlekraftwerke geplant, an jedem der Standorte kämpfen Bürgerinitiativen und die Klima-Allianz gegen den Bau, da der Bau neuer Kohlekraftwerke den Ausbau der Erneuerbaren Energien verhindert, die veraltete Energiegewinnung durch fossile Energienträger auf 40-50 Jahre zementiert, Menschen und Umwelt massiven Schaden zufügt und zugleich verhindert, dass die Klima-Ziele der Bundesregierung eingehalten werden können.
Daniela Setton, Antikohlekampagne
Tel: 030 / 6781775 – 73
Email: setton (at) die-klima-allianz.de
www.die-klima-allianz.de/risikoprojekt-kohlekraftwerk/1232

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04.09.09
Calp: Küstenbebauung gestoppt
Na also. Geht doch. Das spanische Umweltministerium blockiert ein Urbanisationsprojekt in der Bucht von Manzanera (139 Luxuswohnungen), wie Arturo Ruiz heute auf ELPAIS.COM meldet: „El Ministerio de Medio Ambiente ha forzado en Calp la paralización del proyecto urbanístico que prevé edificar el último tramo virgen de costa que queda en el municipio, en la cala de la Manzanera... Ahora sí: la decisión del ministerio de promover un nuevo deslinde de dominio público marítimo-terrestre sobre los 16 kilómetros de la costa de Calp paraliza por ahora la concesión de licencias en la Manzanera. “
www.elpais.com/articulo/Comunidad/Valenciana/Gobierno/paraliza/urbanizacion/
ultimo/tramo/virgen/costa/Calp/elpepiespval/20090904elpval_2/Tes
  

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03.09.09
Bebauungsplan für Steinkohlekraftwerk in Datteln unwirksam
Presseerklärung des OVG Münster

Das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen hat mit Urteil vom heutigen Tage den Bebauungsplan Nr. 105 – E.ON Kraftwerk – der Stadt Datteln aufgehoben. Dieser sollte die planungsrechtlichen Voraussetzungen für das bereits in Bau befindliche größte Steinkohle Monoblock-Kraftwerk Europas mit einer elektrischen Leistung von ca. 1050 MW und einem Anteil von 0,73 % des deutschlandweit zulässigen CO2-Ausstoßes schaffen. Geplant ist das Projekt am süd-östlichen Stadtrand von Datteln unmittelbar am Dortmund-Ems-Kanal und an der Grenze zu Waltrop. Die nächsten Wohngebiete liegen ca. 400-500m vom Plangebiet entfernt. Der gegen den Bebauungsplan gerichtete Normenkontrollantrag eines Waltroper Landwirts hatte Erfolg. Zur Begründung hat das Oberverwaltungsgericht im Wesentlichen ausgeführt: Die Planung am vorgesehenen Standort verstoße gegen Ziele der Landesplanung. Der Landesentwicklungsplan sehe als Standort für ein Großkraftwerk ein weiter von der Wohnbebauung entfernt liegendes Gebiet im Nordosten der Stadt vor. Hieran sei die Kommune jedenfalls bei einem Projekt von landesweiter Bedeutung gebunden. Der Rat habe auch die Vorgaben des Landesentwicklungsprogramms und des Landesentwicklungsplans zur ressourcen- und klimaschützenden Energienutzung nicht hinreichend berücksichtigt. Die Stadt habe ferner das Gefährdungspotential des Kraftwerks und den Schutz der Bevölkerung im Falle eines nicht auszuschließenden Störfalls in der Abwägung nicht ausreichend beachtet. Der Bebauungsplan bewältige die von ihm ausgelösten Konflikte nicht im erforderlichen Umfang. Die Kommune habe eine Konfliktlösung vielmehr in unzulässiger Weise in nachfolgende Genehmigungsverfahren verlagert. Den Interessen des Natur- und Landschaftsschutzes sei ebenfalls nicht ausreichend Rechnung getragen worden. Der Umfang des geplanten Flächenverbrauchs von ca. 64 ha. sei nicht plausibel. Fraglich sei außerdem, ob die Auswirkungen des ca. 180 m hohen – auch die Abgase ableitenden – Kühlturmes auf die benachbarte Wohnbevölkerung und das Landschaftsbild sowie die zu erwartenden Luft- und Lärmimmissionen ausreichend ermittelt und abgewogen worden seien.
Das Oberverwaltungsgericht hat die Revision nicht zugelassen. Dagegen ist Beschwerde möglich, über die das Bundesverwaltungsgericht entscheidet. 
Aktenzeichen: 10 D 121/07.NE
www.ovg.nrw.de/presse/pressemitteilungen/29_090903/index.php

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03.09.09
St. Moritz in Xinjiang: Das"Beijing Xiedao Ski Resort "
Skifahren ohne Kanonenschnee von November bis Mai: In der Nähe der Stadt Kanas in der Provinz Xinjiang (Uigurisches Autonomes Gebiet der VR China – da war doch was?) soll im nächsten Jahr Asiens größtes Skigebiet entstehen. Für schlappe 514 Mio Euro soll neben Skiliften, Hotels und Villen auch ein künstlicher See sowie der unvermeidbare Golfplatz gebaut werden, berichtet WELT.DE unter Bezug auf die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Die nordwestlichste Provinz gilt als erdbebengefährdetes Gebiet. Und mit  11,5 Einwohner/km² auf 1.660.000 km² dünn besiedelt. Ob Chinas erstaunliche Aktivitäten in Sachen Umweltschutz sich auch auf dieses Projekt erstrecken, ist derzeit nicht bekannt. Allerdings löst alleine die Frage, ob und wie Skitourismus nachhaltiger gestaltet werden kann, bei manchem Alpenbewohner polemische Reaktionen aus. Die Alpenschutzorganisation CIPRA wies 2006 darauf hin, daß der globale Wettlauf im Bereich der Infrastrukturen und der Urbanisierung unter erbitterter Konkurrenz immer heftiger werde. Nachhaltiger Skitourismus – so denn überhaupt möglich – bleibt in diesem Wettlauf auf der Strecke. Wir bleiben dran.. (xinhua/welt.de/gbk)
www.welt.de/reise/article4448827/China-will-Asiens-groesstes-Skigebiet-bauen.html
Weitere Infos:
http://news.ferienwelt.de/ferienwelt_inside/abenteuer/zum-skilaufen-nach-china-002312
http://de.wikipedia.org/wiki/Xinjiang
http://de.wikipedia.org/wiki/Altai
www.cipra.org/de/alpmedia/news/2394

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02.09.09
Kassensturz vor Kopenhagen
Geschrieben von: Hans Joachim Schellnhuber und anderen, WBGU Presseerklärung

Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) hat einen neuartigen Ansatz zur Bewältigung des Klimaproblems erarbeitet. Zentraler Bestandteil dabei ist die Einigung der Staatengemeinschaft auf eine Obergrenze für die noch zu emittierende Gesamtmenge an Kohlendioxid bis zum Jahr 2050. L'Aquila war ein wichtiger Zwischenschritt.
Der Budgetansatz des WBGU orientiert sich am Ziel, die globale Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Die Bedeutung dieser sogenannten "2Grad- Leitplanke" wurde im Juli in L'Aquila von den 16 führenden Wirtschaftsmächten anerkannt. Nach Ansicht des WBGU kommt es nach diesem wichtigen Zwischenschritt jetzt darauf an, diese Temperaturgrenze völkerrechtlich verbindlich zu vereinbaren. Dafür ist engagiertes und zielgerichtetes Handeln führender Staats- und Regierungschefs erforderlich.
Das Konzept
Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass bis zum Jahr 2050 nur noch eine begrenzte Menge an Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangen darf, um einen gefährlichen Klimawandel zu vermeiden. Deswegen schlägt der WBGU eine globale Obergrenze für Kohlendioxid aus fossilen Quellen ("Globalbudget") vor. Da jedem Menschen gleiche Emissionsrechte zustehen sollten, wird diese Menge Kohlendioxid gemäss der Bevölkerungsstärke auf die einzelnen Staaten verteilt. Daraus ergeben sich nationale Emissionsbudgets, aus denen Reduktionsverpflichtungen für einzelne Staaten abgeleitet werden können. Verhandelt werden müssen bei dem vom WBGU entwickelten Verfahren nur noch wenige politische Parameter. Alle Staaten wären gefordert, auf der Grundlage der noch erlaubten nationalen Kohlendioxidmengen nachhaltige und überprüfbare Strategien für eine klimaverträgliche Wirtschaftsweise zu entwickeln. Die Industrieländer müssen aufgrund ihrer höheren Emissionen in der Vergangenheit die Entwicklungs- und Schwellenländer mit Finanz- und Technologietransfer dabei unterstützen.
Ein "Weiter-so-wie-bisher" führt in die Klimakrise
Dieser "Kassensturz" vor der Klimakonferenz in Kopenhagen zeigt auch, dass sehr ehrgeizige Minderungsziele vereinbart werden müssen, die möglichst frühzeitig eine weitgehende Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und CO2-Ausstoss nach sich ziehen. "Die Weltwirtschaft ist auf dem Weg in die CO2-Insolvenz. Für rund zwei Drittel aller Länder ist eine Weiter-so-Politik keine Option mehr. Um gefährliche Klimaänderungen zu vermeiden, müssen alle Staaten heute schon die Weichen für die Transformation in eine klimaverträgliche Wirtschaftsweise stellen. Das schliesst auch Schwellen- und Entwicklungsländer mit ein. Die ganze Welt muss an einem Strang ziehen, um die Klimakrise zu überwinden", so der stellvertretende WBGU-Vorsitzende, Dirk Messner.
Globaler Kohlendioxid-Ausstoß muss bis 2050 drastisch sinken
Bis zum Jahr 2050 dürfen global nicht viel mehr als 750 Milliarden Tonnen Kohlendioxid aus der Nutzung fossiler Energieträger ausgestossen werden, um einen gefährlichen Klimawandel noch zu vermeiden. Gegenwärtig werden weltweit jährlich 30 Milliarden Tonnen Kohlendioxid ausgestossen. Setzt sich der Kohlendioxidausstoss auf heutigem Niveau fort, wäre das Globalbudget daher schon in etwa 25 Jahren ausgeschöpft. Noch steigen die Emissionen von Jahr zu Jahr an. Der WBGU rät dringend dazu, spätestens ab 2020 zu weltweit sinkenden Emissionen zu kommen. "Damit hat ein Wettlauf gegen die Zeit begonnen", so Schellnhuber weiter. Eine weitere Verzögerung würde später so drastische Massnahmen erforderlich machen, dass ein gefährlicher Klimawandel kaum noch zu verhindern wäre. Ein einmal erfolgter Klimawandel ist über viele Jahrhunderte nicht rückgängig zu machen.
Gordischen Knoten der Klimapolitik durchschlagen
Weil der Klimawandel rascher voranschreitet als bislang gedacht, steigt auch der Handlungsdruck auf die internationale Klimapolitik. Der bisherige schleppende Verlauf der Verhandlungen wird dieser Herausforderung nicht gerecht. Wahrscheinlich wird die Aushandlung eines neuen Klimaschutzabkommens noch komplexer und damit noch schwieriger als bisher. Dies liegt nicht zuletzt an der steigenden Zahl von Ländern, die Reduktionsverpflichtungen übernehmen müssen, um gefährliche Klimaänderungen noch zu vermeiden. "Dieser gordische Knoten der Klimapolitik kann durchschlagen werden, wenn die Verhandlungen sich am neuartigen WBGU-Budgetansatz orientieren", so Schellnhuber.
Rahmenbedingungen für eine klimaverträgliche Weltwirtschaft schaffen
Der WBGU zeigt, dass Klimapolitik einen Umbau zu einer klimaverträglichen Weltwirtschaft bedeutet und welche Rahmenbedingungen und Anreize dafür geschaffen werden müssen. Zusätzlich zur Festlegung von noch erlaubten CO2-Budgets für alle Länder sind der Ausbau eines globalen Emissionshandels, die Förderung von Technologiepartnerschaften sowie Kooperation zwischen Hoch- und Niedrigemissionsländern erforderlich. Zur Kontrolle dieser Mechanismen sowie der Dekarbonisierungstrategien einzelner Länder soll eine Weltklimabank eingerichtet werden.
Die "2 Grad-Leitplanke" zur Vermeidung gefährlicher Klimaänderungen
Der WBGU hat bereits 1995 den Vorschlag gemacht, eine Obergrenze für eine noch akzeptable Erhöhung der globalen Mitteltemperatur zu benennen, die sog. "2Grad-Leitplanke", und davon ausgehend in einer Rückrechnung die notwendigen Emissionsreduktionen ermittelt. Der Budgetansatz des WBGU entwickelt diese Sichtweise weiter und macht sie anschlussfähig an die internationale Klimapolitik.  

Weitere Informationen:
Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen
Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber, Vorsitzender
Telefon: +49 (0)30 263948 12
www.nachhaltigkeit.org/200909022891/natur-landwirtschaft/beitrage/kassensturz-vor-kopenhagen
www.wbgu.de/wbgu_sn2009_presse.html
www.wbgu.de/wbgu_sn2009.pdf (Volltext des Gutachtens)

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02.09.09
Risikoreich: Geoengineering im Kampf gegen Klimawandel
Die britische Wissenschaftsakademie Royal Society warnt. Ihr Mitglied Professor John Shepherd stellte vor wenigen Tagen in London das Ergebnis einer Studie vor. Danach sind viele der Methoden unsicher und ihre Wirkung nicht nachgewiesen. „Manche Techniken könnten ernstzunehmende schädliche Auswirkungen auf viele Menschen und Ökosysteme haben" zitiert ihn www.n-tv.de/wissen/weltall/Eingriff-mit-Risiko-article486120.html heute. Methoden, die das Kohlendioxid reduzierten (Carbon Dioxide Removal) wie land-use management und Wiederaufforstung seien vorzuziehen. Hierzu die BBC in ihrer gestrigen Meldung zur Studie: „1. CO2 capture from ambient air: This would be the preferred method, as it effectively reverses the cause of climate change. 2. Enhanced weathering: This aims to enhance natural reactions of CO2 from the air with rocks and minerals. It was identified as a prospective longer-term option. 3. Land use and afforestation: The report found that land-use management could and should play a small but significant role in reducing the growth of atmospheric CO2 concentrations.” http://news.bbc.co.uk/2/hi/science/nature/8231387.stm

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01.09.09
Unverbaut: Coto de Doñana Nationalpark

Der Park ist eines der weltweit wichtigsten Feuchtgebiete und gehört daher seit 1994 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Er liegt an einem der – dank WWF - letzten unverbauten Abschnitte der spanischen Südküste im Mündungsgebiet des Guadalquivir. 54.252 Hektar groß ist er, dazu kommen noch einmal 26.540 Hektar als Pufferzone (preparque). Seine Zukunft ist allerdings ist bedroht - von Erdbeeren. "Durch illegale Bohrlöcher ist die Wassermenge des Rocina um die Hälfte zurückgegangen in den vergangenen 30 Jahren", beklagt Felipe Fuentelsaz vom WWF Spanien gegenüber dem Autor Arnd Petry. http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/698875
Mehr Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Coto_de_Do%C3%B1ana
www.wdpa.org/siteSheet.aspx?sitecode=890
whc.unesco.org/en/list/685  
www.turismodedonana.com
reddeparquesnacionales.mma.es

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29.08.09
DESERTEC – Ein guter Plan?
Das fragt heute Thilo Körkel auf ZEIT.DE. Er kommt zu dem Schluss, daß das in der nordafrikanischen Wüste geplante Mega-Solarprojekt (auf einer Fläche von der Größe Bayerns) alle negativen Nebeneffekte mit sich bringen wird, die von der globalisierten und extrem arbeitsteiligen Wirtschaft längst bekannt sind. Das Benehmen der Investoren im fremden Land sei, so werde berichtet, ohnehin wenig zimperlich. Zwar werde man sich von Deutscher Bank, Münchener Rück & Co. Besseres erwarten dürfen. Ob die Skrupel dem erwarteten Umsatzvolumen von bis zu zwei Billionen Euro standhielten, sei fraglich. “Wollen wir das Risiko, dass es so kommt, wirklich eingehen?“
www.zeit.de/online/2009/36/desertec-sonnenenergie  

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28.07.09
Deutsche Ostseeküste wird Modellregion für die Anpassung an den Klimawandel
Pressemitteilung: ECOLOGIC-Institut Berlin

An der Ostseeküste Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns werden in den nächsten fünf Jahren Folgen des Klimawandels und Anpassungsmöglichkeiten für die Region erforscht. Als eine von sieben Regionen in Deutschland wird sie im Rahmen der Maßnahme "KLIMZUG - Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten" vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit knapp neun Millionen Euro gefördert.
Getragen wird das Vorhaben RADOST ("Regionale Anpassungsstrategien für die deutsche Ostseeküste") von einem Netzwerk aus mehr als 60 überwiegend in der Region ansässigen Partnern. Grundgedanke des vom Ecologic Institut in Berlin koordinierten Projektes ist eine enge Verzahnung zwischen Wissenschaft und Praxis. Neben Forschungseinrichtungen wie dem Institut für Ostseeforschung Warnemünde und den Universitäten Kiel und Rostock sind Behörden wie das Staatliche Amt für Umwelt und Natur (StAUN) Rostock und das schleswig-holsteinische Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) unmittelbar in das Projekt eingebunden. Ingenieurbüros und weitere regionale Unternehmen werden Forschungsergebnisse zur Anwendung bringen.
Bereits heute werden in den beteiligten Bundesländern jedes Jahr viele Millionen Euro in den Küstenschutz investiert. Für einen effizienten Einsatz dieser Mittel sind möglichst zuverlässige Aussagen über die zukünftige Entwicklung der Küstenlinie erforderlich. Die Auswirkungen des Klimawandels - sei es durch den Meeresspiegelanstieg, veränderte Strömungsbewegungen oder eine Verstärkung von Sturmflutereignissen - sind jedoch im Einzelnen noch sehr ungewiss. In RADOST werden führende Modelle zu Wasserständen, Seegang, Strömungen und Stofftransporten miteinander gekoppelt und Veränderungen mit einer feineren räumlichen Auflösung als bisher abgebildet.
Der Tourismus an der Ostseeküste könnte durchaus zu den Gewinnern des Klimawandels zählen. Höhere Durchschnittstemperaturen ermöglichen nicht nur eine Verlängerung der Badesaison, sondern könnten auch Mittelmeertouristen an nördliche Strände führen, denen es an ihren angestammten Urlaubsorten zu heiß geworden ist. Problematisch ist die Erwärmung allerdings für die Wasserqualität der ohnehin überdüngten Ostsee. Detailliert untersucht werden soll in RADOST, wie sich die Bedingungen für Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft ändern.
Weitere Schwerpunktbereiche in RADOST werden Naturschutz, Häfen und maritime Wirtschaft sowie erneuerbare Energien sein. Anwendungsprojekte sollen verdeutlichen, welche wirtschaftlichen Chancen ein innovativer Umgang mit dem Klimawandel birgt. Hier geht es beispielsweise um die Verbindung von Küstenschutzbauwerken mit Tauchtourismus oder der Nutzung von Meereswärme, um Marktchancen für die Zucht von Algen, Muscheln und anderen Meeresorganismen, um die Optimierung von Schiffsentwürfen für Ostseerouten unter zukünftigen Umweltbedingungen oder um Marketingstrategien für den Tourismus.
Der öffentliche Startschuss für das Projekt in der Region ist für den 5./6. Oktober 2009 in Rostock-Warnemünde vorgesehen. RADOST wird dort zusammen mit Forschungsprojekten ähnlicher Thematik auf einer Tagung zu "Küstenmanagement und Klimawandel" vorgestellt. Eine erste eigene RADOST-Regionalkonferenz ist für Anfang 2010 geplant.
Kontakt:
Dr. Grit Martinez (Projektleitung)/Daniel Blobel
Tel.: ++49 - 30 - 86 88 0 - 0, presse@klimzug-radost.de
Ecologic Institut, Berlin
Pfalzburger Strasse 43/44 | 10717 Berlin | Germany
www.ecologic.eu www.ecologic-events.eu
Das Ecologic Institut ist ein Think Tank für angewandte Umweltforschung, Politikanalyse und Beratung mit Büros in Berlin, Brüssel, Wien und Washington DC. Als privates, unabhängiges Institut widmet sich Ecologic der Aufgabe, neue Ideen in die Umweltpolitik einzubringen, nachhaltige Entwicklung zu fördern und die umweltpolitische Praxis zu verbessern.
Verbundpartner in RADOST sind:Ecologic Institut, Berlin – Koordination Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) Institut für Küstenforschung am GKSS-Forschungszentrum, Geesthacht Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), Berlin Universität Rostock, Fachgebiet Küstenwasserbau (URCE) Staatliches Amt für Umwelt und Natur (StAUN) Rostock Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), Berlin Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI), Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei, Braunschweig Institut für angewandte Ökologie (IfAÖ), Neu Broderstorf EUCC - Die Küsten Union Deutschland, Warnemünde Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) Schleswig-Holstein
Über Aufträge eingebunden sind u.a.:GICON - Großmann Ingenieur Consult GmbH, Niederlassung Rostock Büro für Umwelt und Küste, Kiel Coastal Research & Management (CRM), Kiel Geographisches Institut der Universität Kiel Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN), Husum
Mehr als 50 weitere Partner aus öffentlicher Verwaltung (Bundes- und Landesbehörden, Regionalverwaltung/Kommunen), Wirtschaft (Verbände und Einzelunternehmen) und Wissenschaft haben ihre Beteiligung am RADOST-Projekt zugesagt. Das Netzwerk wird kontinuierlich erweitert.
http://ecologic.eu/de/2918
Projektwebsite:
www.klimzug-radost.de

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28.07.09
Oxfam: 75 Millionen Klimaflüchtlinge im asiatisch-pazifischen Raum
„Die Menschen auf den pazifischen Inseln spürten die Auswirkungen bereits. "Wasser und Nahrung werden öfter knapp, sie verlieren Land, sie werden aus ihren Häusern vertrieben, müssen mit einer steigenden Zahl von Malaria-Fällen klarkommen und sehen sich immer häufiger Extremwetterlagen ausgesetzt", erklärte Oxfam Australia-Chef Andrew Hewett.“
www.n-tv.de/wissen/weltall/Millionen-Klima-Fluechtlinge-article435976.html
Mehr Infos:
www.oxfam.org.au/campaigns/climate-change/take-action/pacific-speakers-tour/index.php
www.oxfam.org.au/media/article.php?id=599

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26.07.09
Selbstorganisiertes Bauen ohne Projektentwickler
Bernd Hettlage berichtet auf FAZ.NET vom Bauen in der Gemeinschaft und ohne Bauträger. Baugruppen gibt es inzwischen in jeder größeren Stadt. In der Tübinger Südstadt seien seit 1991 auf ehemaligem Militärgelände mehr als 110 solcher Projekte mit über 500 Wohnungen realisiert. worden.
www.faz.net/s/Rub8E0FC0CD826A4ACA80504FD9153A70F2/
Doc~E26BCF5F2D373416DBFEF2D270591B51F~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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25.07.09
Kaliforniens Küste: keine Wiederaufnahme der Erdölbohrungen
Kaliforniens Kongress hat den Antrag von Plains Exploration & Production abgelehnt, von einer bestehenden Plattform in Bundesgewässern aus in einem küstennahen Gebiet zu bohren, das Kalifornien untersteht. http://www.n-tv.de/politik/Kongress-stoppt-Oel-Bohrplaene-article434445.html

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25.07.09
Ausgeboomt
Minus 6,5 Prozent: Die Übernachtungszahl ausländischer Gäste in Deutschland sinkt laut WELT.DE unter Bezug auf die DTZ.. Die Krise halte sowohl Touristen als auch Geschäftsreisende fern. Bei den Urlaubern aus Russland, Indien und China habe es Rückgänge von bis zu 15 Prozent, gegeben, wie eine Sprecherin der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) sagte. www.welt.de/reise/article4184819/Immer-weniger-Auslaender-besuchen-Deutschland.html
Weitere Infos:
www.deutschland-extranet.de/EXD/pressecenter/news_9652.htm

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25.07.09
Manganknollen: Rohstofflager Tiefsee
In Jahrmillionen sind auf dem weichen Sediment der Tiefsee kartoffelgroße Manganknollen herangewachsen, die Metalle wie Mangan, Eisen, Nickel, Kupfer und Kobalt enthalten. Etwa eine Billion Tonnen liegen auf dem Grund der Ozeane, schätzen Experten. Dies berichtet SPIEGEL.ONLINE www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,638115,00.html. Die der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) habe sich zu Ziel gesetzt, das Heben dieses gewaltigen Schatzes voranzutreiben und bei der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) der UN für Deutschland im Clarion-Clipper-Gürtel zwischen Hawaii und der Westküste Mexikos auf 75.000 Quadratkilometern Abbaurechte gesichert - eine Fläche so groß wie Bayern. Der Geo-Wissenschaftler Sven Petersen vom Meeresforschungsinstitut IFM-Geomar in Kiel äußert jedoch ökologische Bedenken im Magazin "Bild der Wissenschaft". "Dort, wo man die Knollen aberntet, wird der Lebensraum auf großer Fläche massiv gestört". Es sei daran erinnert, daß wir über die Tiefsee weniger Wissen als über die Oberfläche des Mondes. PS: Laut BBR ist die Bundesrepublik Deutschland ist einer der größten Rohstoffverbraucher weltweit. Ein jeder von uns verbraucht im Lauf seines Lebens etwa 1.000 t an Rohstoffen.
Weitere Infos:
www.bgr.bund.de/

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24.07.09
Spanien: Milliarde gegen Urlauberschwund
Die Zahlen sind dramatisch:  im ersten Halbjahr  kamen 11,4 Prozent (23,6 Millionen) weniger als im Vorjahr. Das Kabinett beschloss daher in einer Sondersitzung auf  Mallorca ein Hilfsprogramm. Die Hälfte davon sind Kredite an Unternehmen, die in umweltfreundliche, energiesparende und behindertengerechte Projekte investieren wollen. (dpa/n-tv/gbk)
www.n-tv.de/reise/Spanien-kaempft-article433299.html

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24.07.09
Hoyerswerda: Wendekind Sarah verlässt die schrumpfende Stadt
Die Bevölkerungszahl im Osten Deutschlands sinkt beständig - obwohl viele junge Menschen gerne bleiben würden. Doch leider haben sie dort kaum Perspektiven. So wie in Hoyerswerda. Hier packt Sarah Stötzner ihre Koffer. Sie ist 1989, im Jahr des Mauerfalls, geboren. Till Mayer berichtet für SPIEGEL.ONLINE.
www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,636417,00.html

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23.07.09
Kein Sommermärchen: Sieben Naturwunder verzweifelt gesucht
Im Privatfernsehen sucht Deutschland seit Jahren den Superstar, das Top-Model und was auch sonst noch. Im Öffentlichrechtlichen wurde ("Unsere Besten") der größte Dichter und Denker gesucht. Und einmal im Jahr wählt ganz Europa eurovisionär die besten Table-Dancer (dieses Jahr gind da wohl was schief). Wenn alle über alles „voten“ dürfen, ist es nur konsequent, wenn nun auch die Naturschützer dem Zeitgeist huldigen. Die Schweizer Organisation New7Wonders hat eine Liste mit 28 Vorschlägen unter www.new7wonders.com in Netz gestellt. Zuvor hatte eine Expertenkommission unter Leitung des früheren Unesco-Direktors Federico Mayor aus hunderten Eingaben aus etlichen Ländern der Welt und einer ersten Vorauswahl aufgestellt. Der Schwarzwald konkurriere dabei in der Gruppe "Wälder, Nationalparke und Naturschutzgebiete" mit den Amazonas-Wäldern, dem karibischen Nationalpark El Yunque, dem Grand Canyon, dem Sundarbarns-Wäldern im indischen Ganges-Delta und dem Yushan-Nationalpark in Taipeh, wie SPIEGEL.ONLINE berichtet www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,637562,00.html . 2011 soll das Ergebnis bekannt gemacht werden. Was die Schweizer können, haben wir allemal auch drauf. Nur eben etwas hurtiger. Die Sielmann-Stiftung (wir berichteten) wird das beliebteste Naturwunder Deutschlands noch in diesem Jahr bekanntgeben. www.sielmann-stiftung.de/naturwunder

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22.07.09
Auf dem Mond gibt es wenigstens keine Indianer
Die Idee ist alt. Sie war schon bei Apollo 11 leicht angestaubt. Bereits Jules Verne träumte davon, auch Fritz Lang in einem Film von 1927. Dass die gewaltigen finanziellen Ressourcen, die vor über vierzig Jahren wie heute in die kolumbusmässige Eroberung des Erdtrabanten gesteckt wurden, dem Wissensdurst der Menschheit geschuldet sind, ist ein Märchen, dass uns allzu gerne erzählt wird. Dem Märchen kann man Peenemünde, Wernher von Braun (V1) und den atomaren Rüstungswettlauf des "Kalten Krieges" kaum entgegenhalten, ohne als linker Spießer, Verschwörungstheoretiker und Fortschrittshemmnis zu gelten. Gute PR, was neidvoll anzuerkennen ist. Da müssen wir NGOs, die Aufklären wollen, noch viel lernen. Allerdings ohne zu manipulieren. Der Wettlauf um die Ressourcen des Mondes ist längst eröffnet. Vielleicht ist es an der Zeit, dort Landschaftsschutzgebiete zu errichten. Die TECHNOLOGIE REVIEW www.heise.de/tr/Mission-Mondbasis--/artikel/142175 befasst sich heute damit: „Wohnen auf dem Mond? Im Prinzip jein, sagen die bisherigen Untersuchungen. Aber die Aussichten für das faszinierende Abenteuer einer dauerhaften Mondpräsenz gelten als so positiv, dass den Amerikanern eine neue Mondmission ihr Geld wert ist – viel Geld. Allerdings ist noch nicht ausgemacht, dass die Nasa die technologischen Herausforderungen und deren Finanzierung auch bewältigen kann. Derzeit klärt eine Regierungskommission, ob die jetzigen Pläne für die USA allein nicht eine Nummer zu groß sind.“ Erinnert sei daran, dass die Japaner grade (wir berichteten) den Mond auf ausbeutbare Ressourcen untersucht haben. Dass die Militärs (respektive der sogenannte militärisch-politische Komplex) auch immer ihre Finger im Spiel haben, kann als ausgemacht gelten. Odr? Gerichtstaugliche Beweise in fünfzig Jahren, wenn überhaupt. Möglicherweise eventuell wäre es zaghaft formuliert mit denbereits investierten und noch zu investierenden  Milliarden eine gute Idee (gewesen), auf unserem Heimatplaneten menschenwürdige Verhältnisse zu schaffen. Die Welt hungert. Schon vergessen?

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21.07.09
Schwarzbuch Wald dokumentiert Defizite beim Naturschutz und in der Forstwirtschaft - Presseerklärung des BUND
Berlin: Ein erstmalig vorgelegtes „Schwarzbuch Wald“ des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) weist erhebliche Defizite in der deutschen Waldwirtschaft nach. In 15 Fallstudien aus elf Bundesländern werden u. a. Verstöße gegen nationale und europäische Naturschutzgesetze und -richtlinien dokumentiert. Dazu gehören Kahlschläge, Fällungen wertvoller Altbaumbestände und Bodenschäden. Mehrfach wurde auch die Brut besonders geschützter Arten zerstört, was gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstößt. Zur Begründung für verheerende Eingriffe werde oftmals die Verkehrssicherungspflicht missbraucht.
Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: „Die aufgedeckten Fälle sind symptomatisch für die Missachtung des Wald- und Naturschutzes. Die heutige Waldwirtschaft genügt weder den gesetzlichen Anforderungen noch dem Natur- und Artenschutz. Der Stopp des Artensterbens ist eine der dringlichsten Aufgaben unserer Zeit. Das Bundeswaldgesetz muss diesen Erfordernissen angepasst werden, damit es den Naturschutz fördert und nicht gefährdet. Die Forstreformen, die zu Personaleinsparungen geführt haben, müssen dringend korrigiert werden, damit die naturnahe Waldwirtschaft in Deutschland eine Chance hat.“
Zum Schutz der Artenvielfalt sei es dringend erforderlich, fünf Prozent der Waldfläche als Naturwaldreservate oder Kernzonen von Großschutzbieten vollständig aus der Nutzung zu nehmen. Langfristig sollten diese ungenutzten Flächen durch kleinere Areale um weitere fünf Prozent ergänzt werden. Derzeit seien lediglich 0,5 Prozent der Wälder frei von jeder forstlichen Nutzung. Der BUND kritisierte die schwarz-rote Regierungskoalition für ihr Versäumnis, wie im Koalitionsvertrag vereinbart das Bundeswaldgesetz zu novellieren.
In einem neuen Waldgesetz müssten die Standards der sogenannten „guten fachlichen Praxis" verbindlich definiert werden. Dazu gehörten das Verbot von Kahlschlägen, das Gebot der Nachhaltigkeit in der Holzbewirtschaftung sowie die naturschutzfachlich kompetente Betreuung von FFH- und Vogelschutzgebieten.
Besondere Verantwortung trage Deutschland für den Erhalt der Buchenwälder. Ursprünglich sei ein Viertel der weltweiten Buchenwaldbestände in Deutschland beheimatet gewesen, wovon jedoch der größte Teil abgeholzt oder in Nadelholzforste umgewandelt worden sei. Nicola Uhde, BUND-Naturschutzexpertin: „Nur wenn die Bundesregierung auch hierzulande den Schutz der Wälder ernst nimmt, ist sie im internationalen Kontext glaubwürdig. Ansonsten werden die berechtigten deutschen Forderungen zum Schutz der Regenwälder und des Klimas nicht ernst genommen.“
www.bund.net/nc/bundnet/presse/pressemitteilungen/
detail/zurueck/pressemitteilungen/artikel/
schwarzbuch-wald-dokumentiert-defizite-beim-naturschutz
-und-in-der-forstwirtschaft  
Pressekontakt: Nicola Uhde, BUND-Naturschutzexpertin, Tel. 0 30 / 2 75 86-498 bzw. Katrin Riegger, BUND-Pressereferentin, Tel.0 30 / 2 75 86-464, presse@bund.net

Schlussfolgerungen und Forderungen im Überblick
Um die im Schwarzbuch Wald aufgezeigten Fehlentwicklungen in der deutschen Forstwirtschaft zu stoppen, fordert der BUND die Verantwortlichen aus Forstwirtschaft, Politik und Verwaltung zum Handeln auf: Eine Novelle des veralteten Bundeswaldgesetzes ist unerlässlich und überfällig. Die Umsetzung der FFH- und Vogelschutz-Richtlinien drängt. Die konsequente Umsetzung der Ziele der Nationalen Biodiversitätsstrategie durch alle Ressortpolitiken muss erfolgen. Die letzten Fragmente alter Laubwälder müssen jetzt für die Zukunft bewahrt werden. Mit Blick auf die Ergebnisse des Schwarzbuchs Wald fordert der BUND für die zukünftige Waldwirtschaft insbesondere:
1. Eine "gute fachliche Praxis" definieren und verankern
Eine allseits verbindliche Definition und die gesetzliche Verankerung von Standards der "guten fachlichen Praxis" auf Länder- insbesondere aber auf Bundesebene
2. "Urwälder von morgen" schaffen - Artenvielfalt umfassend bewahren
Mittelfristig Stilllegung (Prozessschutz) von mindestens 5 Prozent der Waldfläche in Naturwaldreservaten und Kernzonen von Großschutzgebieten, im öffentlichen Wald wegen der Vorbildfunktion 10 Prozent; Ergänzung durch prozessgeschützte Trittsteine auf weiteren 5 Prozent der Waldfläche
3. Reduzierung der Verkehrssicherungspflichten der Waldbesitzer in den Wäldern
Befreiung der Waldbesitzer von der Verkehrssicherungspflicht in den Wäldern im Hinblick auf natur- oder waldtypische Gefahren
4. Verbot von Kahlhieben
Kahlhiebe grundsätzlich verbieten
5. Umfassende Nachhaltigkeit der Holznutzung sicherstellen
Holznutzung im öffentlichen Wald muss vorbildlich Arten- und Klimaschutzbelange beachten
6. Hochrangige Schutzgebiete stärken
Naturschutzbehörden bei Eingriffen in hochrangige Schutzgebiete umfassend einbinden; Verstöße verfolgen und ahnden
7. FFH- bzw. SPA-Gebiete naturschutzfachlich kompetent managen
Managementpläne für FFH- bzw. SPA-Gebiete zeitnah erstellen und konsequent umsetzen
8. Rahmenbedingungen der Forstwirtschaft verbessern
Kritische Überprüfung der Forstreformen in Hinblick auf Erfüllung der ökologischen Nachhaltigkeit sowie Korrektur des Personalabbaus; Forstpersonal naturschutzfachlich fortbilden
9. Zertifizierung des öffentlichen Waldes nach FSC- bzw. Naturland-Standards, Ausstieg aus PEFC
Öffentlichen Wald aufgrund seiner Vorbildfunktion nach FSC- beziehungsweise Naturland-Standards zertifizieren; aus PEFC aussteigen
10. Angepasste, waldverträgliche Schalenwilddichten
Modernes Wildtiermanagement anstelle von Trophäenjagd. Angepasste Wilddichten nach dem Grundsatz "Wald vor Wild"
www.bund.net/bundnet/themen_und_projekte/naturschutz/
wald/schwarzbuch_wald/forderungen
  

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21.07.09
Bergbausanierung mit Makeln

Aus aktuellem Anlass befasst sich Christian Senftenberg mit den Hinterlassenschaften des Braunkohlebergbaus in Ostdeutschland: Er weist darauf hin, dass die bundeseigene Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (seit 1994 für die Sanierung des ehemaligen DDR-Bergbaus zuständig) 39 Tagebaue mit einer Gesamtfläche von 107.000 Hektar (etwa die Fläche des Saarlandes) übernommen hat. Zwei Drittel wurden verkauft und auf 23.000 Hektar entstanden Äcker, Weiden und Wälder mit mehr als 100 Millionen neu gepflanzten Bäumen.
www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/
Doc~EDC6EC999B25C451DAAFB4B783D910EEC~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Weitere Infos:
www.lmbv.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Lausitzer_und_Mitteldeutsche_Bergbau-Verwaltungsgesellschaft  

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20.07.09
Erdrutsch von Nachterstedt: ähnliche Risiken anderswo?
Die Katastrophe von Nachterstedt (Harzvorland) in Sachsen-Anhalt dürfte eine Folge des Bergbaus sein. Gibt es ähnliche Risiken auch in anderen Kohlerevieren in Deutschland? Das fragen M. Kasuptke, D. Dehmer und C.-D. Steyer auf ZEIT.DE,. Sie verweisen darauf, daß es im gesamten Ruhrgebiet und im Saarland gibt Bergschäden gibt. Durch den Steinkohleabbau seien ganze Gebiete komplett durchlöchert. Im Rheinland gebe es darüber hinaus auch noch einen großflächigen Abbau von Braunkohle im Tagebau und im Siegerland seien viele historische Stollen überhaupt nicht dokumentiert. www.zeit.de/online/2009/30/ins-rutschen-gekommen

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20.07.09
Westjordanland: illeagale Bauaktivitäten von Siedlern
Die Siedlungen wachsen weiter berichtet Hans-Christian Rößler für FAZ.ONLINE aus Jerusalem – obwohl die israelische Regierung im Nahost-Friedensplan 2003 (Roadmap) versprochen habe, „sofort alle Siedlungsvorposten zu räumen, die seit März 2001 errichtet wurden“. Zudem heißt es weiter in dem Dokument, das sowohl die israelische wie die palästinensische Regierung billigten: „Israel friert alle Siedlungsaktivitäten ein (einschließlich des natürlichen Wachstums).“ Eine Aufgabe aller illegalen Vorposten würde dabei nicht dazu führen, dass in den benachbarten größeren Siedlungen auf einmal der Platz knapp werde. Schließlich habe Israel ohnehin . 25 Prozent des gesamten Gebiets zu Land im Staatsbesitz erklärt. Hier seien die meisten Siedlungen errichtet worden.
www.faz.net/s/RubB30ABD11B91F41C0BF2722C308D40318/
Doc~E1C67D6791D8848F380DB4A9D2864A8B6~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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19.07.09I
Innenstädte können so schnell nicht veröden

„Nach den Insolvenzen von Hertie und Woolworth ist die Angst groß, dass die einstigen Prachthäuser Schandflecke werden. Doch das Ende der Unternehmen, da sind sich die Fachleute einig, bedeute keineswegs ein Todesurteil für die Innenstädte – und auch nicht, dass das Kaufhaus als Handelsform tot ist“ schreibt Christian Tröster auf WELT.DE.
www.welt.de/finanzen/article4148695/nnenstaedte-koennen-so-schnell-nicht-veroeden.html

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18.07.09
DESSERTEC und die Mondlandung
Wird Afrikas Sonnenenergie so selbstverständlich in deutsche Steckdosen gelangen, wie fast auf den Tag genau vor vierzig Jahren der Astronaut Neil Armstrong über den Mondboden hüpfte fragen Andreas Mihm und Henning Peitsmeier auf FAZ.NET. Das Bundesumweltministerium habe errechnen lassen, dass mit Parabolrinnenkraftwerken in der Sahara auf einer Fläche von rund 65.000 Quadratkilometern der Strombedarf der Welt gedeckt werden könnte – und es fehlt nicht der Hinweis, dass 65.000 Quadratkilometer weniger sind als die Fläche Bayerns. Keiner der Industriemanager, die in diesen Tagen auf Desertec angesprochen werden, vergisst zu sagen, dass die Technik ausgereift sei. Gern wird dann erzählt, dass im südalgerischen Hassi Rmel derzeit schon die größte Solaranlage der Welt entsteht.
www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/
Doc~EF9ACEC9DCFAF4F2194F0FEFA03774805~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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17.07.09
Out of Africa
Heute tun wir Europäer alles um zu verhindern, dass auch nur einer rübermacht. Dabei kamen wir vor 100.000 Jahren – auf einigen Umwegen – selbst vom „schwarzen Kontinent“: Eine internationale Forschergruppe um Adrian W. Briggs vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, die erstmals Genmaterial von gleich sechs Neandertaler-Skeletten untersucht hat, gibt der heftig diskutierten "Out of Africa"-Theorie neuen Aufwind. Das eindeutige Ergebnis der Studie ist nämlich, dass der ferne Vetter heutiger Europäer einen abgestorbenen Zweig der Evolution darstellt und nicht in die Ahnenreihe heutiger Europäer gehört. Außerdem sei der populärste Urmensch der Welt ausgestorben, weil sich zwischen Ural und portugiesischer Atlantikküste (ca. 6000 km) vor 30.000 Jahren auf 10.180.000 km² gerade Mal 10.000 Exemplare tummelten. Zu wenig zum Überleben der Art. Heute bringen wir es auf etwa 700.000.000. Das macht 65 Einwohner/km² im Schnitt, aber auch schon Mal 4000 Einwohner/km² im urbanen Rand des niederländischen Ballungsgebiets Randstad (Ringstadt, neuerdings „Deltametropole“) wo die Hälfte der 16.493.156 (2009) Niederländer lebt. Randstad ist nicht singulär. Sogenannte polyzentrische Ballungsräume sind iin Europa weniger selten als man vermuten würde: So zum Beispiel Rhein-Ruhr, das oberschlesische Industriegebiet und Mittelengland. Unsere mitteleuropäische Siedlungsdichte wirde dem in unsere Zeit geworfenen Vetter einige Kpüfschmerzen bereiten. Uns heute ja auch. Zum Glück bauen wir unsere Überlebensstrategie nicht darauf auf, Grosswild zu jagen. Statt dessen leben wir auf Kosten anderer Kontinente. Zum Beispiel des schwarzafrikanischen Kontinents, auf dem unser Milchpulfer und italienesche Tomaten billiger als die einheimische Produktion zu haben sind. Dank der Politik der europäischen Union, deren Mitgliedsländer wiederum Unsummen an Transferleistungen ("Entwicklungshilfe") rüberschicken, um ihr Gewissen zu beruhigen. Dass viel davon bei den korrupten Eliten landet, ist schon lange ein offenes Geheimnis. Und? Passiert was?
Weitere Infos:
www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,636584,00.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Randstad
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/15/Randstad.png
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1b/
Europe_satellite_orthographic.jpg

www.diercke.de/kartenansicht.xtp?artId=978-3-14-100700-8&seite=
109&id=5039&kartennr=1

http://de.wikipedia.org/wiki/Europa
http://de.wikipedia.org/wiki/Geographie_Europas
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4b/
Europa-bei-nacht_1-1024x768.jpg

www.uni-kl.de/stadtplanung/NL/popup/referate/referat_xeniamerkl.pdf
(Freiraumschutz bei hoher Siedlungsdichte am Beispiel der Randstad und des Ruhrgebietes)
http://ec.europa.eu/news/regions/archives_de.htm?Page=1
www.dutchblog.de/tag/randstad/
www.geographie.uni-stuttgart.de/dokumente/aktuelles/LEOPOLDINA_bluemel_2006.pdf

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16.07.09
In China, dem weltweit größten Importeur von Palmöl, verpflichten sich Produzenten und Nutzer zu mehr Nachhaltigkeit
Berlin - Die größten in China ansässigen Produzenten und Nutzer von Palmöl haben mehr Unterstützung für nachhaltig produziertes Palmöl angekündigt. Der WWF wertet die Initiative als wichtigen Schritt, um die Zerstörung der tropischen Regenwälder aufzuhalten. China ist derzeitig der größte Importeur von Palmöl und für ein Drittel des weltweiten Handelsaufkommens verantwortlich. "Wenn man die riesigen Menge Palmöl betrachtet, die mittlerweile genutzt werden, ist jeder Schritt von China hin zu mehr Nachhaltigkeit enorm wichtig, um die massive Zerstörung des
Regenwaldes einzudämmen", erklärt Martina Fleckenstein, Leiterin Agrarpolitik beim WWF Deutschland. Bei der internationalen "Oil and Fats"-Konferenz in Peking verpflichteten sich die Unternehmen die Förderung, Beschaffung und Verwendung von nachhaltigem Palmöl in China zu unterstützen und die nachhaltige Produktion durch Investitionen in den produzierenden Ländern zu fördern. Weltweit werden jährlich über 43 Millionen Tonnen Palmöl produziert. Für Alltagsprodukte wie Margarine, Schokolade, Shampoo oder Fertigpizza ist Palmöl einer der wichtigsten Rohstoffe. Zunehmend wird es auch für die Produktion von Biodiesel verwendet. Für den steigenden Bedarf werden vor allem in Südostasien riesige tropische Waldflächen gerodet und damit der Lebensraum für zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten vernichtet. Die öffentliche Erklärung wurde von Palmöl-Produzenten und Käufern wie Unilever PLC, Premier Foods PLC, Wilmar International, IOI Corporation, KLK Berhad, Kulim Malaysia Berhad und Asi Agri unterzeichnet. "Die Initiative der Unternehmen kann die Nachfrage nach nachhaltigem Palmöl enorm steigern und damit ein dringend notwendiges Umlenken bei der Produktion einleiten", so Martina Fleckenstein. Von den derzeit verfügbaren 1,3 Millionen Tonnen Palmöl, die nach den Prinzipien und Kriterien des Runden Tisches für nachhaltiges Palmöl (RSPO) produziert wurden, sind bisher nur 15.000 Tonnen verkauft worden. Seit November 2008 ist das erste als nachhaltig zertifizierte Palmöl auf dem Markt. Zertifiziert wurde es vom so genannten Runden Tisch für Nachhaltiges Palmöl (RSPO). Dieser Zusammenschluss von Palmölproduzenten, Umweltorganisationen und Palmölindustrie hat seit 2002 Umwelt- und Sozialstandards erarbeitet, die für nachhaltiges Palmöl mindestens erreicht werden müssen und die kontinuierlich verschärft werden sollen. Der WWF ist Gründungsmitglied des RSPO. WWF China arbeitet seit 2004 daran, nachhaltig produziertes Palmöl im eigenen Land zu fördern und ist auf dem "Oil and Fats"-Konferenz in Peking einen großen Schritt weitergekommen.
Ilka Petersen, Pressestelle WWF Deutschland
Tel.: 030 308742-22,info@wwf.de, www.wwf.de

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16.07.09
Mario Bechis' Indiofilm "Birdwatchers"

„Indianer treffen auf Weiße, sie kämpfen um Land und scheinen sich feindlich gegenüberzustehen, doch zugleich kommt es auch zu verqueren, absurden Kulturbegegnungen. Wenn Karl Marx recht hatte, mit seiner berühmten Bemerkung, alle wesentlichen Ereignisse in der Geschichte geschähen zweimal, zunächst als Tragödie, dann als Farce - dann zeigt Mario Bechis' Film "Birdwatchers" eine solche farcehafte Wiederholung der Urszene von Columbus' Landung in der Neuen Welt.“
(Rüdiger Suchsland/TELEPOLIS.DE)
www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30729/1.html
Weitere Infos:
http://birdwatchers.pandorafilm.de

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16.07.09
Weder Agrarsprit noch Staudämme können sich im Flächenertrag mit Solarzellen messen
Fotovoltaik, alles andere ist Quark belegt Wolfgang Pomrehn heute auf TEKEPOLIS.DE. „Die im Dezember 2008 fertig gestellte Anlage im sächsischen Brandis soll es zum Beispiel auf 360.000 kWh pro Hektar und Jahr bringen. Wie bemerkenswert die Zahlen sind, zeigt der Vergleich mit anderen Energieträgern. Ethanol aus Mais bringt es auf 23.000 kWh pro Hektar und Jahr, aus Zuckerrohr auf 38.000 und aus Zuckerrüben auf 42.000. Noch schlechter sieht es beim Biodiesel aus Raps aus, der einen Energieertrag von lediglich 12.000 kWh pro Hektar und Jahr vorzuweisen hat. Dabei ist der Energieaufwand für Aussaat, Ernte, Transport und Verarbeitung noch nicht eingerechnet. (Die Angaben für Mais und Zuckerrüben sind berechnet nach Angaben aus einer Broschüre von Syngenta, für Biodiesel aus einer Studie der Schweizer Bank Sarazin & Cie. Mit anderen Worten: Die Agrartreibstoffe haben selbst in hiesigen Breiten, die bekannter Maßen für die Nutzung der Solarenergie nur suboptimal sind, eine um mindestens 90 Prozent geringere Energieausbeute pro Fläche als Solarzellen. .. Auch im Vergleich zur Wasserkraft, deren landschaftzerstörende Großprojekte oft kritisiert werden, schneidet die Fotovoltaik deutlich besser ab. Der höchst umstrittene Ata-Türk-Stausee in der Türkei, einer der größten der Welt und der größte im Rahmen des umkämpften Staudammprogramms der türkischen Republik, liefert zum Beispiel nach den Angaben von Wikipedia 8,9 TWh (Terawattstunden = Milliarden Kilowattstunden) elektrische Energie im Jahr und hat eine Fläche von 817 Quadratkilometern, was 81.700 Hektar entspricht. Das sind umgerechnet 108.900 kWh elektrischer Energie pro Hektar und Jahr, also bezogen auf die Fläche nicht einmal ein Drittel der Ausbeute in Finsterwalde oder Brandis.“
www.heise.de/tp/blogs/2/142073

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15.07.09
DESERTEC: Großkonzerne wollen Strukturwandel stoppen, sagen Kritiker
„Inzwischen wächst die Kritik an dem Mammutprojekt. Es kommt ja nicht von ungefähr, dass genau die derartige zentralisierte Projekte vorantreiben, die nach dem Atomzeitalter die Stromversorgung weiter unter ihrer Kontrolle haben wollen. So wird nun auch klar, warum Siemens aus dem Joint-Venture mit dem französischen Atomkonzern Areva ausgestiegen ist. Doch solche Großprojekte stünden der Idee der regenerativen Energiequellen entgegen, meinen die Kritiker. Den Stromversorgern Eon, RWE und Co. gehe es darum, ihre Monopole und damit hohe Gewinne zu sichern. Gleichzeitig wollen sie einen Strukturwandel stoppen, meint zum Beispiel Herrman Scheer, der wohl bekannteste Kritiker. (Ralf Streck/TELEPOLIS.DE)“
www.heise.de/tp/blogs/2/141996

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14.07.09
Lovelock: Dämme statt Klimaschutz?
James Lovelock („Gaia“) kritisiert die britische Regierung, viel zu stark auf die Entwicklung erneuerbarer Energien zum Klimaschutz zu setzen. Das sei "vergeblich". Man müsse sich stärker auf das Bauen von Dämmen konzentrieren, sagte er, so gibt ihn der Telegraph wieder, um die Küste und vor allem London vor dem steigenden Meer zu schützen. Erneuerbare Energien "reduzieren den Meeresanstieg, der London ausschaltet, kaum. (Florian Rötzer)
www.heise.de/tp/blogs/2/141955

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14.07.09
Auch die Biospritbranche kann es
Sie hat monatelang mit "PR-Aktionen" (sofern man getürkte Leserbriefe noch darunter subsumieren mag) in eigener Sache die öffentliche Meinung zu beeinflussen versucht. Das ergaben Recherchen des gemeinnützigen Vereins LobbyControl. Die Vorwürfe wurden mittlerweile vom Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V. eingeräumt. (Peter Nowak/TELEPOLIS.DE). www.heise.de/tp/blogs/2/141952
Weitere Infos:
www.lobbycontrol.de/blog
www.biokraftstoffverband.de

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13.07.09
Jahresbericht für 2008: Trotz Wirtschaftskrise mehr Engagement für den Naturschutz – Presseerklärung WWF
Frankfurt - Trotz der beginnenden Finanzkrise hat die Umweltstiftung WWF im zurückliegenden Jahr ihr Engagement für den weltweiten Naturschutz ausweiten können. Das geht aus dem heute vorgelegten Jahresbericht für 2008 hervor. Insgesamt investierte der WWF 23,6 Millionen Euro in seine Projektarbeit. Das entspricht einem Zuwachs von 23,4 Prozent gegenüber dem Jahr 2007. Die Mittel flossen zum einen in die bereits bestehenden Schutzprojekte. Zum anderen konnten im Jahr 2008 eine Reihe wichtiger neuer Schutzgebiete erschlossen werden. Im Kongobecken wurde ein 300.000 Hektar großes Gebiet im Ngiri-Dreieck ausgewiesen, das Tesso Nilo Schutzgebiet auf Sumatra wurde um 86.000 Hektar erweitert. Durch die Anstellung von Rangern konnte die Wilderei von Kamtschatka-Bären in Russland komplett gestoppt werden. Die rund 40 noch lebenden Amur-Leoparden werden in einem neuen Leopardenschutzgebiet, das vom WWF entscheidend voran getrieben wurde, geschützt. "Der Naturschutz ist immer stärker im Bewusstsein der Menschen verankert, und deswegen investieren sie trotz Wirtschaftskrise in den Naturschutz", so WWF Geschäftsführer Eberhard Brandes. "Wir geben alles, um diesem Vertrauen gerecht zu werden und werden auch weiterhin alle Kräfte dafür mobilisieren, einen lebendigen Planeten für uns und unsere Kinder zu erhalten." asis der gestiegenen Ausgaben für den Naturschutz waren weiter steigende Zahlen an Förderern und Spenden.  Der WWF verzeichnete 2008 rund 30 Prozent mehr Einnahmen als im Vorjahr, nämlich 40,2 Millionen Euro. 358.000 Privatspender (2007:345.000) trugen fast zwei Drittel davon bei, was rund 26 Millionen Euro und einem Plus von 14,1 Prozent entspricht. Wie dramatisch der Druck ist, noch viel mehr zum Schutz des Planeten zu unternehmen, zeigte der  im Oktober 2008 vorgestellte Living Planet Report des WWF. Die biologische Vielfalt der Erde ist in den letzten Jahren weltweit erheblich geschrumpft. Bereits im Jahr 2035 würde die Menschheit, wenn nichts Grundlegendes geändert wird, einen dritten Planeten benötigen, um den Bedarf an Nahrung, Wasser, Energie und Fläche zu decken. Der rasante Klimawandel wird das Artensterben und den Verlust ganzer Ökosysteme weiter beschleunigen und die Lebensgrundlagen der Menschen in vielen Regionen der Erde zerstören. Für den Erhalt der Wälder und der Biodiversität würden nach Einschätzung des WWF etwa 20 bis 30 Milliarden Euro jährlich benötigt.“ Anders als in der globalen Finanzkrise hat die Staatengemeinschaft keine gemeinsame Antwort auf die Überziehung des globalen Ökokredits gefunden", so Brandes. "Dabei ist das zwingend nötig, denn die Folgen des globalen Raubbaus an unserem Planeten und des sich bereits bedrohlich auswirkenden Klimawandels werden weit schwerwiegender und langwieriger sein als die Finanzkrise." Der Lakmustest für die internationale Staatengemeinschaft steht nach Auffassung des WWF im Dezember bevor. Dann geht es in Kopenhagen darum, ein neues Klimaschutzabkommen für die Zeit nach 2012 auszuhandeln. Wenn der ungebremste Klimawandel noch abgewendet werden soll, muss der Anstieg der globalen Temperatur unter 2 Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten bleiben. Das ist nur zu erreichen, wenn die Industriestaaten sich dazu verpflichten, ihre Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren.
Christian Plaep, Pressestelle WWF Deutschland, Tel.: 069 79144-214
info@wwf.de , www.wwf.de

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07.07.09
Sonne, Strand und keine Gäste
„Der spanische Tourismus stellt sich auf eine katastrophale Saison ein. Viele Deutsche und Briten verbringen ihren Urlaub diesmal lieber zu Hause oder in der Türkei. Und die verbliebenen Gäste geben weniger aus. ..Konkurrierende Tourismusländer wie Ägypten oder die Türkei wiederum profitieren davon, dass der Urlaub in ihren Ländern auch wegen der Verschiebung der Währungskurse zum Euro günstiger geworden ist.“ Mehr dazu unter www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/
Doc~E89C1B15CA23B42A5A76752FAE5881F0C~ATpl~Ecommon~Scontent.html
 

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06.07.09
16,5% weniger Wohnungen im Jahr 2008 fertig gestellt
Pressemitteilung Nr.248 vom 06.07.2009
WIESBADEN – Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden im Jahr 2008 in Deutschland 176 000 Wohnungen fertig gestellt. Das waren 16,5% oder 39 000 Wohnungen weniger als im Vorjahr. Seit 1995, als mit knapp 603 000 Wohneinheiten ein Höchststand erreicht wurde, ging die Zahl der jährlich fertig gestellten Wohnungen um mehr als 70% zurück. Von den 176 000 fertiggestellten Wohnungen waren 152 200 Neubauwohnungen in Wohngebäuden, das waren 17,8% weniger als im Jahr 2007. Dabei lag der Rückgang der Fertig­stellungen von Einfamilienhäusern bei 22,0% und der von Wohnungen in Zweifamilienhäusern bei 23,6%. In Mehrfamilienhäusern wurden 8,8% weniger Wohnungen fertig gestellt als 2007. Dagegen stieg der umbaute Raum der fertig gestellten neuen Nichtwohngebäude gegenüber dem Jahr 2007 auf 206,8 Millionen Kubikmeter (+ 15,3%). Dieses Plus ist vor allem auf die nichtöffentlichen Bauherren (+ 17,5%) zurückzuführen. Bei den öffentlichen Bauherren wurde das Ergebnis von 2007 unterschritten (– 7,4%).
Weitere Auskünfte gibt Ulrich Krumbein, Telefon: (0611) 75-2884,
E-Mail: autaetigkeit@destatis.de 
Herausgeber: © Statistisches Bundesamt Pressestelle, Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.

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05.07.09
Flughafenausbau Frankfurt
Der Kelsterbacher Bürgerentscheid über den von der Stadtverordnetenversammlung im Februar beschlossenen Verkauf des städtischen Waldes für rund 30 Millionen Euro an den Flughafenbetreiber Fraport hat heute das Quorum von 25 Prozent der Wahlberechtigten verfehlt. Frank Schuster berichtet auf FR-ONLINE.DE , daß der erste Bürgerentscheid in der Geschichte Kelsterbachs am Sontag wegen mangelnder Beteiligung gescheitert ist. Allerdings sind die Gegner des Verkaufs deutlich in der Mehrheit: 2212 Bürger (61,7 Prozent) stimmten dagegen, 1371 dafür (38,2 Prozent). Daher muss die Stadtverordnetenversammlung noch einmal neu entscheiden, wie sie mit der Situation umgeht.
www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/
1823745_Kelsterbacher-Buergerentscheid-Waldverkauf-wird-neu-diskutiert.html

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04.07.09
Paddeln unter Staatsaufsicht
Die vierte Kanusaison im Nationalpark Unteres Odertal wird am 15. Juli eröffnet. Vier Monate lang können Touristen - allerdings ausschließlich in Begleitung fachkundiger Kanuführer - die Wasserwelt des Großschutzgebietes erkunden, wie das Umweltministerium in Potsdam mitteilte.
www.fr-online.de/in_und_ausland/reise/aktuell/1820115_Nationalpark-Unteres-Odertal-Paddeln-unter-staatlicher-Aufsicht.html
Weitere Infos:
www.unteres-odertal.de 

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04.07.09
Costa Rica: ökologisches Musterländle?
Naturschützer und Wissenschaftler geben der Umweltpolitik von Präsident Oscar Arias schlechte Noten schreibt Torge Löding heute für das Internetmagazin TELEPOLIS www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30619/1.html " ‚Frieden mit der Natur’ sei nie mehr als schönes Wortgeklingel gewesen. Und Leonardo Merino, Umweltspezialist im hoch angesehen, unabhängigen Expertenteam Estado de la Nación, das regelmäßig umfassende Berichte zur politischen und ökonomischen Realität in Costa Rica verfasst, findet die Öko-Bilanz der Regierung Arias zumindest widersprüchlich… Für die Vorsitzende des Umweltdachverbandes FECON war das Projekt "Frieden mit der Natur" von vorneherein eine Mogelpackung. "Unter der Ägide von Arias erleben wir ökologischen Notstand wie schon lange nicht mehr", sagte Murillo. Einige Beispiele seien Gemeinden im Süden Costa Ricas, die derzeit um ihren Zugang zum Trinkwasser kämpfen, weil die Regierung Massentourismusprojekte unterstütze, die den Anwohnern im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser abgraben. Anderenorts wehren sich Küstenbewohner und Fischer gegen ihre Vertreibung durch Immobilienspekulanten.“
Weitere Infos:
www.estadonacion.or.cr
http://feconcr.org

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03.07.09
Fears for the world's poor countries as the rich grab land to grow food
John Vidal(environment editor, GUARDIAN): “The acquisition of farmland from the world's poor by rich countries and international corporations is accelerating at an alarming rate, with an area half the size of Europe's farmland targeted in the last six months, reports from UN officials and agriculture experts say… Today it emerged that world leaders are to discuss what is being described as "land grabbing" or "neo-colonialism" at the G8 meeting next week.” www.guardian.co.uk/environment/2009/jul/03/land-grabbing-food-environment

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03.07.09
Mehr als ein Sturm im Wasserglas: Konsequenzen der Aberkennung des Welterbetitels für das Dresdener Elbtal
Die UNESCO hat an Reputation gewonnen. Selbst im ehemaligen „Tal der Ahnungslosen“ (im Tal war während Honnegers Diktatur kein Westempfang möglich), das inzwischen dank moderner Technologie an die Kommunikation mit dem Rest der Welt angeschlossen ist. WELT.De berichtet:In einer Umfrage sprachen sich 64 Prozent der befragten 500 Einwohner (Anm.: dies ist allerdings für Statistiker keine seriöse Grundgesammtheit) dafür aus, den Welterbetitel für die Elbestadt sofort neu zu beantragen. Noch vor einer Woche hatten mehr als 50 Prozent den Titel für verzichtbar erklärt.“ Letzteres eine von der Kommunalpolitik geförderte Arroganz, die dem Ruf der Dresdener, Standort und Tourismusziel noch zu schaffen machen wird. Konsequenzen wird die konsequente Entscheidung wohl auch für die Entscheidung über das Brückenprojekt über das Mittelrheintal haben (ebenfalls Weltkulturerbe). WELT.DE: „Eine der ungeschicktesten Reaktionen auf die Unesco-Beschlüsse kam vom Verband der Metall- und Elektroindustrie Rheinland-Rheinhessen. Sein Sprecher monierte den Aufschub der Entscheidung über das Brückenprojekt am Rhein mit dem offenherzigen Hinweis: Die Wirtschaft warte auf die Brücke. Die schweren Lastwagen könnten die Fähren nicht nutzen und müssten deshalb Umwege fahren, was Zeit koste. Aber eine Nutzung der geplanten Brücke durch Lastwagen soll ausdrücklich ausgeschlossen sein. Nur ein Versprecher oder ein Hinweis auf Manipulationen wie zuvor in Dresden? Dies würde die Chancen für die Rheinquerung auch auf künftigen Unesco-Sitzungen auf Null reduzieren.“. So sei es. Wenn schon der nicht mehr zeitgemäßen automobilen Gesellschaft im Mittelrheintal ein weiteres Denkmal gesetzt werden soll, dann doch mit einem weniger landschaftsverschandelnden – wenn auch teureren – Tunnel. Auch das wäre in Dresden möglich gewesen. (WELT.DE/gbk)
www.welt.de/kultur/article4028999/Welterbe-Komitee-wuehlt-die-Deutschen-auf.html

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02.07.09
Nicht nur auf Mallorca: hier kein Durchgang
Eine Reportage von Christian Wilk, Martin Schiffler. Donnerstag, 2. Juli 2009, 21 Uhr, bei ZDF.reporter.
www.reporter.zdf.de/ZDFde/inhalt/22/0,1872,7600566,00.html

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02.07.09
Suche nach dem beliebtesten Naturwunder Deutschlands
„Zwischen dem 25. Juni und dem 14. September 2009 - in den Sommerferien in Deutschland - stellt die Heinz Sielmann Stiftung die 42 schönsten Naturwunder Deutschlands vor. Begeben Sie sich auf eine faszinierende Reise zwischen Küste und Alpen und geben Sie Ihre Stimme für Ihr Naturwunder ab. So geben Sie Ihre Stimme ab: Einfach den runden Button links neben dem Foto des ausgewählten Naturwunders aktivieren und am Ende dieser Seite "Wertung absenden" anklicken. Ihre Stimme wird dann gezählt. Wollen Sie mehr über die Naturwunder erfahren, klicken Sie auf den jeweiligen „
www.sielmann-stiftung.de/naturwunder
www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,632763,00.html

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01.07.09
NASA: Reliefkarte der Erde
Das Spezialinstrument Aster an Bord des "Terra"-Satelliten hat die Erde 1,3 Millionen Mal fotografiert, wie  www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,633740,00.html berichtet. Daraus hat die Nasa nun eine Höhenkarte der Erdoberfläche erstellt, die so umfangreich ist wie keine zuvor. ASTER (Advanced Spaceborne Thermal Emission and Reflection Radiometer) nimmt hochauflösende Bilder in 14 Kanälen vom sichtbaren Licht bis in die thermische Infrarotstrahlung auf. Die Auflösung beträgt etwa 15 bis 90 Meter pro Bildpunkt. Daraus können Seehöhe, Oberflächentemperatur, Reflektivität und Emissivität des betrachteten Landteils abgeleitet werden.
Weitere Infos:
http://terra.nasa.gov/
http://de.wikipedia.org/wiki/Terra_(Satellit)

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01.07.09
„Die Welt trifft sich bei Freunden“: Fete im demographisch-wirtschaftlichen Krisengebiet
Auch der Vogelsbergkreis ist von der demographischen Entwicklung stark betroffen. Viele Bewohner finden nur außerhalb der Region Arbeit. Die lange Tradition der Leinweberei in Schlitz beschäftigt nur noch Wenige. Das Rohprodukt wird in der Region schon lange nicht mehr angebaut. Nun die gute Nachricht: Meine Heimatstadt Schlitz hat mehr zu bieten als Neubaugebiete, deren Bauplätze schwer verkäuflich sind. Alle zwei Jahre, jeweils am zweiten Wochenende im Juli (dieses Jahr 10.-13 Juli), herrscht Ausnahmezustand im Schlitzerland. Die kleine osthessische Region taucht vier Tage in buntes Treiben mit internationalem Flair. Folklore und moderne Klänge, Trachten und Jeans – nirgends treffen Gegensätze so harmonisch aufeinander (Südafrika/Swaziland: Ligugu LeMaswati, Süd-Korea: Jun Eunja Dance Company, Slowakei: Makovicka, Belgien: Drieske Nijpers, Kolumbien: Carmen Lopez, Schweiz: Jodlerklub Brienz, Ungarn: Hagyomanyörzö Egyesület Bogyiszlo, Slowenien: Akademska folklorna skupina Študent, Griechenland: Lorezentzos Mavilis, Volkstrachtenverein Garmisch). Palma, wo ebenfalls alle zwei Jahre ein Internationales Folklorefest stattfindet, lädt zwar mehr Gruppen aus aller Welt ein. Aber irgendwie verzettelt sich die Veranstaltung. In Schlitz ist alles irgendwie heimeliger. Im Übrigen: auch jenseits des Termins lohnt sich ein Besuch. (Schlitz.de/gbk)
Weitere Infos:
www.schlitzer-trachtenfest.de
www.cioff.org (Consell International des Organisations de Festivals de Folklore et d’Arts Traditionelles – CIOFF)

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30.06.09
Ressorcenjagd: Sonde misst Uranvorkommen auf dem Mond
Die Sonde der japanischen Mondmission "Kaguya" war im September 2007 gestartet und hatte in einer Höhe von etwa 100 Kilometern über der Mondoberfläche mit einem Hochleistungs-Gammastrahlenspektrometer chemische Elemente aufgespürt und identifiziert sowie ihre Verteilung bestimmt auf dem Mond.
www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,633507,00.html

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30.06.09
Symbol für die Gentrifizierung Kreuzbergs: Carlofts oder „Die neue Art zu leben“ (Eigenwerbung)
Alleine die Idee erscheint mir schon ziemlich krank. Sie ist allerdings die konsequente Fortführung der Politik der automobilgerechten Stadt seit den  Siebzigern -  und inzwischen in über 35 Ländern patentiert. Allerdings: ist das Luxuswohnprojekt "Carloft" Kreuzberg (Pilotprojekt) offenbar ein Riesenflop. „Von den elf Lofts in der Reichenberger Straße, bei denen man das Auto mit in die Wohnung nehmen kann, konnten bislang nur zwei vermietet werden, erklärt die Pressesprecherin der zuständigen Business Network Marketing- und Verlagsgesellschaft, Corinna Kaspar, der taz.“ Ursprünglich sollten die Wohngaragen für weit über eine Million EUR verkauft werden. Ob der Flop an dem farbigen Widerstand der Kreuzberger oder der Finanzkrise liegt – darüber wird noch gestritten. Vielleicht sind Carlofts auch nur eine saublöde Idee. Bei genauem Hinsehen wird selbst der verrückteste Porschefan – oder dessen Ehefrau – davon Abstand genommen haben, Pubertätsträume auszuleben. (taz/gbk)
www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/carlofts-werden-ausgebremst
www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/kreuzberger-interessieren-sich-nicht-dafuer

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30.06.09
Ab in die Wüste: IRENA  - International Renewable Energy Agency
Neue Hoffnung für Tuvalu und die Malediven? Am Montag wurde im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich von Delegierten aus rund 130 Ländern die Internationale Agentur für erneuerbare Energien gegründet. Sie soll ein Gegengewicht zu den Lobbyagenturen der Atom- und Ölindustrie aufbauen. IRENA zieht nach Abu Masdar City, einer als CO2-frei geplanten Öko-Vorzeigesiedlung und „Silicon-Valley der Solarenergie“ mit künftig 50.000 Einwohnern in der Wüste von Abu Dhabi. Alleine für IRENA versprach das Emirat, jährlich 50 Millionen EUR lockerzumachen. Gabriel bot für den Sitz Bonn nur schlappe sechs. Die Regierung rettet lieber Quelle. Ist auch zukunftsfähiger. Gerechterweise muß erwähnt werden, daß Bonn eine Art Zweigstelle abbekommen soll. (SPIEGEL.ONLINE/gbk)
www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,633231,00.html 

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30.06.09
Symbol für die Gentrifizierung Kreuzbergs: Carlofts oder „Die neue Art zu leben“ (Eigenwerbung)
Alleine die Idee erscheint mir schon ziemlich krank. Sie ist allerdings die konsequente Fortführung der Politik der automobilgerechten Stadt seit den  Siebzigern -  und inzwischen in über 35 Ländern patentiert. Allerdings: ist das Luxuswohnprojekt "Carloft" Kreuzberg (Pilotprojekt) offenbar ein Riesenflop. „Von den elf Lofts in der Reichenberger Straße, bei denen man das Auto mit in die Wohnung nehmen kann, konnten bislang nur zwei vermietet werden, erklärt die Pressesprecherin der zuständigen Business Network Marketing- und Verlagsgesellschaft, Corinna Kaspar, der taz.“ Ursprünglich sollten die Wohngaragen für weit über eine Million EUR verkauft werden. Ob der Flop an dem farbigen Widerstand der Kreuzberger oder der Finanzkrise liegt – darüber wird noch gestritten. Vielleicht sind Carlofts auch nur eine saublöde Idee. Bei genauem Hinsehen wird selbst der verrückteste Porschefan – oder dessen Ehefrau – davon Abstand genommen haben, Pubertätsträume auszuleben. (taz/gbk)
www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/carlofts-werden-ausgebremst
www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/kreuzberger-interessieren-sich-nicht-dafuer

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30.06.09
Ab in die Wüste: IRENA  - International Renewable Energy Agency
Neue Hoffnung für Tuvalu und die Malediven? Am Montag wurde im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich von Delegierten aus rund 130 Ländern die Internationale Agentur für erneuerbare Energien gegründet. Sie soll ein Gegengewicht zu den Lobbyagenturen der Atom- und Ölindustrie aufbauen. IRENA zieht nach Abu Masdar City, einer als CO2-frei geplanten Öko-Vorzeigesiedlung und „Silicon-Valley der Solarenergie“ mit künftig 50.000 Einwohnern in der Wüste von Abu Dhabi. Alleine für IRENA versprach das Emirat, jährlich 50 Millionen EUR lockerzumachen. Gabriel bot für den Sitz Bonn nur schlappe sechs. Die Regierung rettet lieber Quelle. Ist auch zukunftsfähiger. Gerechterweise muß erwähnt werden, daß Bonn eine Art Zweigstelle abbekommen soll. (SPIEGEL.ONLINE/gbk)
www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,633231,00.html

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29.06.09
Spanisches Küstenschutzgesetz: Abriss des Restaurants an der Playa Portals Vells/Mallorca
Das seit 30 Jahren von der Familie Vidal betriebene Strand-Restaurant (aktuell leben drei Generationen von dem etablierten Restaurant) soll 2010 geschlossen und abgerissen werden. Nach Angaben der Behörden ist das Hauptproblem in Portals Vells, dass das Restaurant zu nah am Wasser gebaut wurde.
www.mallorca-blog.de/balearen/nachrichten/umwelt-natur

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29.06.09
Entwicklungshilfeministerium: 45 Millionen für den Regenwald ?
Unter dem Titel „Ablasshandel im Regenwald“ befasst sich Tobias Käufer auf SPIEGEL.ONLINE www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,632260,00.html mit der Promotionsreise von Ecuadors Außenminister Fander Falconí durch Europa. Der „wirbt“ mit einem Alptraumszenario um mehr Geld für den Umweltschutz. „Der Deal ist einfach: Wenn gezahlt wird, wird kein Öl im Regenwald gefördert.“ Käufer weist jedoch auf Zweifel an der politischen Glaubwürdigkeit der ecuadorianischen Regierung hin, die im Dezember 2008 die Zinszahlungen auf die in den Jahren 2012 und 2030 fälligen Staatsanleihen eingestellt habe und sich damit die Wut voller internationaler Investoren zugezogen habe. Außerdem: künftige ecuadorianische Staatschefs könnten sich nicht mehr an die Abmachungen der Vorgängerregierungen gebunden sehen.

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28.06.09
LandLust: Landleben in der Luxusvariante
"Die schönsten Seiten des Landlebens" verheißt die Zeitschrift LandLust und erwartet bis zum Jahresende ene Auflage von 500.000 Exemplaren. Für die sonntaz war Peter Unfried bei Chefredakteurin Ute Frieling-Huchzermeyer in Münster und fragte: Wie geht das? "Ich glaube", sagt sie, "dass wir eine Leserschaft mit Ansprüchen haben, die bisher nicht bedient wurden." Das Zauberwort laute "Entschleunigung".
www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/die-cash-cow-vom-lande
www.landlust.de

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27.06.09
VGH: Flughafenausbau Frankfurt
Nach einem Bericht von Joachim F.Tornau für FR.ONLINE kritisieren die Kläger den Verwaltungsgerichtshof in Kassel massiv. Er hat im Hauptverfahren über die Rechtmäßigkeit des Planfeststellungsbeschlusses zu entscheiden. Am Freitag fand die 13.te und damit letzte mündliche Verhandlung statt. Verhandelt – so die Kläger – habe das Gericht jedoch mitnichten. Tornau: Weil die Richter kaum Nachfragen gestellt und sämtliche Beweisanträge abgewiesen hatten, warfen ihnen die Anwälte mangelndes Interesse für ihre Argumente vor … Bis auf einige wenige allgemeine Hinweise habe der Senat während des gesamten Verfahrens geschwiegen und keine eigenen rechtlichen Einschätzungen abgegeben.“ Die Urteilsverkündung ist für den 21.August vorgesehen.
www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/1813463_Flughafen-Ausbau-Klaeger-kritisieren-Gericht.html  

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27.06.09
Hauchdünne Mehrheit: Obamas Klimaschutz nimmt Gestalt an
Der nach China zweitgrößte Produzent unterliegt nunmehr bindenden Obergrenzen für den Ausstoß von Kohlendioxid. Mit 219 Stimmen gegen 212 Stimmen wurde das "American Clean Energy and Security"-Gesetz vom Repräsentantenhaus beschlossen. Nur acht Republikaner stimmten für den Gesetzesentwurf, 43 Demokraten dagegen.
www.zeit.de/online/2009/27/usa-klima-gesetz-verabschiedet

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26.06.09
Europäische Bodenrahmenrichtlinie erneut ausgesetzt
Pressemitteilung der Aktionsplattform Bodenschutz

zur EU-Bodenrahmenrichtlinie 
Gesunde Böden sind für den Anbau gesunder Nahrungsmittel entscheidend. Zudem haben sie eine große Bedeutung für den Klimaschutz und sind unmittelbar von den Folgen des Klimawandels betroffen.
Die Böden Europas sind durch Stofftransporte in gasförmiger, flüssiger und fester Form in vielfacher Weise verzahnt. Durch den Menschen verursachte schädliche Bodenveränderungen stoppen nicht an nationalstaatlichen Grenzen. Dazu gehören Veränderungen wie Erosion, Hochwasser mit Überflutung und Bodensedimentation sowie Veränderungen durch den Eintrag von Gefahrstoffen als Feststoffe, Gase und Flüssigkeiten. Aus diesem Grund wird in der Europäischen Union eine europaweite Notwendigkeit zum einheitlichen Schutz des Bodens gesehen. Das zeigt der bereits im September 2006 vorgelegte Vorschlag für eine europäische Bodenrahmenrichtlinie.
Trotz der Bemühungen der verschiedenen Präsidentschaften ist es dem Rat der Europäischen Union nicht gelungen, eine politische Einigung über den Entwurf der europäischen Bodenrahmenrichtlinie zu erzielen. Auch die letzten Diskussionen während der tschechischen Präsidentschaft konnten an dieser Situation nichts ändern.
Das erneute Scheitern der Verhandlungen ist aus Sicht der Aktionsplattform Bodenschutz (ABo) als Zusammenschluss der drei Gesellschaften und Verbände: Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft (DBG), Ingenieurtechnischer Verband Altlasten e.V. (ITVA) und der Bundesverband Boden e.V. (BVB) zu bedauern. Bis heute gibt es in den wenigsten Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gesetzliche Regelungen zum Umgang mit unseren Böden. Aus Sicht der Aktionsplattform ist es deshalb unverständlich, dass eine Minderheit von Mitgliedstaaten die Richtlinie in Brüssel blockiert. Dazu zählt auch Deutschland. Ein Grund ist der befürchtete erhebliche, zusätzliche Bürokratieaufwand.
Deutschland selbst hat mit dem Bundes-Bodenschutzgesetz seit zehn Jahren eine Gesetzgebung, die in vielerlei Hinsicht Vorbild für Europa sein könnte. Deutschland besitzt viele Erfahrungen mit der Erfassung und Sanierung von Altlasten und dem Bodenschutz. Anstelle der Ablehnung sollte Deutschland daher das Wissen und die Erfahrung auf diesem Gebiet in die Beratungen einbringen, um einheitliche und vollzugsfähige Bodenschutz-Standards für ganz Europa zu erreichen.
Schweden hat auf der Sitzung des Umweltministerrates am 25.06.09 in Luxemburg bereits angekündigt, dass man im Rahmen der Präsidentschaft im zweiten Halbjahr 2009 die Bodenrahmenrichtlinie nicht weiter diskutieren wird, da die politischen Voraussetzungen fehlen. Die Aktionsplattform Bodenschutz appelliert an die im nächsten Jahr bevorstehenden Präsidentschaften Spanien und Belgien, die Diskussionen wieder aufzunehmen - mit dem Ziel, die europäische Bodenrahmenrichtlinie (EU-BRRL) und damit den Bodenschutz endlich voranzubringen.
Weitere Infos:
Informationen zur Aktionsplattform Bodenschutz unter: www.itv-altlasten.de sowie direkt bei: Sabine Gier, Ingenieurtechnischer Verband Altlasten e.V. (ITVA) - Geschäftsführung, Tel.: 49 (0)30 – 48 63 82 80, Email: aktionsplattform@itv-altlasten.de
www.bvboden.de/ABo/index.htm
http://www.itv-altlasten.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Gruendungserklaerung_Aktionsplattform_
Bodenschutz_final_31.08.07.pdf

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26.06.09
Weltkulturerbe Wattenmeer
Das Schöne und das Schreckliche liegen oft nahe beisammen. Nach der gestrigen Blamage hat die UNESCO heute das Wattenmeer zwischen der niederländischen Insel Texel und der Nordspitze Sylts zum Welterbe der Menschheit erklärt. Das Gremium würdigte laut STERN.DE das Wattenmeer "als eines der größten küstennahen und gezeitenabhängigen Feuchtgebiete der Erde". Rechtliche Auswirkungen hat die Entscheidung nicht. Allerdings steht fast das gesamte Wattenmeer unter Naturschutz. Der deutsche Teil (bis auf die großen als Schifffahrtsrouten wichtigen Flussmündungen) ist als Nationalpark geschützt.
www.stern.de/reise/deutschland/:Umwelt-Titel-Unesco-Wattenmeer-Weltnaturerbe/704682.html 
Weitere Infos:
www.wattenmeer-nationalpark.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Wattenmeer_(Nordsee)
http://de.wikipedia.org/wiki/UNESCO-Welterbe
www.ikzm-d.de/WerWieWatt
www.waddensea-secretariat.org/lancewad/report.html 

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25.06.09
Letzter Akt mit Zweidrittelmehrheit
Die Blamage für Deutschland ist jetzt amtlich: Das Elbtal in Dresden ist nicht länger Teil des Weltkulturerbes. Damit ist Dresden nach einem Naturschutzgebiet im arabischen Oman weltweit erst die zweite Stätte, die von der Liste gestrichen wurde. Die im Bau befindliche Waldschlösschenbrücke – auch die romantisierende Benamung half nicht - wird die Denkmallandschaft des Elbtals an einer der schönsten Stellen brutal durchschneiden. Das zuständige Komitee der UNESCO hat seit 2006 gewarnt, die Bundeskanzlerin bot ihre Vermittlung an und namhafte Kilturschaffende wie Grass appellierten an die Dresdener Oberbürgemeisterin, die Zerstörung der Landschaft zu stoppen. Keine Chance. In Sevilla fiel nun der Vorhang zum letzten Akt. Die Unesco-Kommission konnte, wenn sie glaubwürdig bleiben wollte, nach dem zweimaligen Aufschub des Ultimatums bei der dritten Überprüfung nicht mehr anders als radikal reagieren. Deutschland zieht nun mit dem Oman gleich, der seinen Titel zugunsten der Ölförderung riskierte und schließlich aberkannt bekam. Und wie geht’s den Dresdnern dabei? „Das geht mir am A…. vorbei“ sächselt eine Dresdnerin ins Mikro des ZDF-Reporters. Und die CDU-Oberbürgermeisterin versteht die Welt nicht mehr. Verantwortung für das Desaster übernimmt sie ohnehin nicht. Klassisch ossimäßig sind alle Anderen schuld. Hat das wunderschöne Elbtal wirklich solche Bewohner verdient? Kritiker der Waldschlösschenbrücke befürchten, dass der Bau einen Dammbruch hervorrufe: Das Elbtal rund um Dresden sei attraktiv für Investoren. Werden wir jetzt einen Bauboom auf den 20 km Dresdener Elbtal erleben? Aus Berlin, das sich längst in die Dresdner Debatte hätte einmischen müssen, kam am Donnerstag eine erste Reaktion. Tiefensee sprach laut SUEDDEUTSCHE.DE endlich den Satz, den Angela Merkel schon vor Jahren hätte aussprechen müssen: "Welterbestätten sind nationale Aufgaben. Die Regionen können diese Aufgabe allein nicht stemmen." Kulturrat und FDP fordern als Konsequenz ein nationales Ausführungsgesetz zur Umsetzung der Welterbekonvention in Deutschland. Ohne ein solches Gesetz gebe es offenbar kein rechtliches Instrumentarium, um alle Länder und Kommunen zur Einhaltung der Verpflichtungen aus der Unesco-Konvention anzuhalten. Merkwürdig nur, dass diese Erkenntnis erst drei Jahre nach dem ersten Warnschuss der UNESCO und absehbarer Sturheit der Dresdener Stadtregierung – die sich auf einen Bürgerentscheid beruft, von dem in den Medien öfter behauptet wird, er sei manipuliert worden - reift. SUEDDEUTSCHE.DE weiter:“ Schmerzlicher und heimtückischer als die reale Wunde in der Landschaft wird aber der geistige, um nicht zu sagen: der moralische Schaden sein, den Sachsen als Kulturstandort und Deutschland als Musterland des Natur- und Denkmalschutzes durch diese berechtigte Rüge aus der Völkergemeinschaft erleiden werden.“ Und weils so schön war, steht Rheinland-Pfalz bereit, den erworbenen Ruf zu verfestigen. An einer der schönsten Stellen im Weltkulturerbe Mittleres Rheintal wollen die Mainzer Politiker eine mächtige Straßenbrücke errichten lassen. Eines sollten die Mainzer seit heute wissen: auf eine milde Beurteilung der deutschen Bauwut durch die UNESCO dürfen sie nicht hoffen. Und wie geht es in Dresden weiter? Achim Weber von der Grünen Liga in Dresden laut ZEIT.DE: "Die Unesco hat auch beschlossen, dass Dresden sich um eine Wiederzuerkennung des Titels bewerben darf, wenn die Brücke nicht vollendet und eine Tunnelalternative gebaut wird. Dafür kämpfen wir jetzt erst recht." Wir wünschen viel Erfolg – auch wenn der Kampf nunmehr eher quijotische Züge hat!  (SPIEGEL.ONLINE/ZEIT.DE/gbk)
www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,631956,00.html
www.sueddeutsche.de/,ra4m1/kultur/546/473064/text/
www.zeit.de/online/2009/27/dresden-weltkulturerbe-aberkennung
www.netzeitung.de/politik/deutschland/1388199.html 

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24.06.09
Brasilianischer Fleischkonzern jetzt aktiv gegen Urwaldzerstörung
„Der brasilianische Fleischkonzern Marfrig wird kein Fleisch mehr kaufen, das mit Urwaldzerstörung in Verbindung steht. Marfrig ist das viertgrößte Fleischhandelsunternehmen der Welt. Damit hat die Greenpeace-Kampagne gegen die Entwaldung im Amazonasgebiet einen weiteren Teilsieg errungen.“ (GREENPEACE/Sigrid Totz).
www.greenpeace.de/themen/waelder/nachrichten/artikel/ 

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25.06.09
Flughafenausbau Frankfurt vor das Bundesverfassungsgericht?
Jürgen Schultheis berichtet auf FR.ONLINE, daß das Urgestein der Umweltrechtler, der Würzburger Rechtsanwalt Wolfgang Baumann im Hauptverfahren vor dem Kasseler Verwaltungsgericht einen Antrag auf Aussetzung des Verfahrens gestellt hat. Er gehe davon aus, dass das Fluglärmschutzgesetz mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist, weil "die Lärmwerte des Fluglärmschutzgesetzes nicht geeignet sind, einen Schutz der Gesundheit betroffener Anwohner sicherzustellen". "Die Regelungen im Fluglärmschutzgesetz sind deshalb verfassungswidrig und gewährleisten keinen gesundheitlichen Schutz und sind darüber hinaus auch nicht geeignet, die fachplanungsrechtliche Zumutbarkeitsschwelle zu markieren", schreibt Baumann. Baumann will erreichen, dass sich das Bundesverfassungsgericht mit dem Fluglärmschutzgesetz beschäftigt. Auch ohne Aussetzung des Verfahrens wird die Entscheidung frühestens für Ende August erwartet. (FR.ONLINE/gbk)
www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/frankfurt/
1810879_Flughafenausbau-Gericht-soll-Laerm-pruefen.html

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24.06.09
Wüstenbekämpfung
In einem Gastkommentar für ZEIT.DE befasst sich Dr. Susanne Neubert (Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung "Umweltpolitik und Ressourcenmanagement" beim Deutschen Institut für Entwicklungspolitik – DIE  www.die-gdi.de ) mit der fortschreitenden Wüstenbildung und Gegenstrategien. Mittlerweile seien etwa 70 Prozent der Trockengebiete der Welt Verwüstungsprozessen ausgesetzt und in rund 110 zumeist armen Ländern ist eine Fläche der Größe Europas betroffen. „In den letzten 40 Jahren wurde somit ein Drittel der weltweiten Ackerflächen aufgrund von Degradierung aufgegeben. Obwohl die Ursachen der Verwüstung und Bekämpfungsstrategien bekannt sind, ist eine Trendwende nicht in Sicht. … Verwüstung wird vor allem durch Entwaldung und nicht-nachhaltige Landbewirtschaftung verursacht, global weiter angetrieben durch den Klimawandeln..“ Dr. Susanne Neubert sieht die Lösung darin, daß Anreize so gesetzt werden, dass sich Investitionen in den Boden rentieren: dass Bauern Bodenschutz von sich aus durchführen. Organische Landwirtschaft verbessere die Speichereigenschaften des Bodens und hebe die Flächenerträge wieder an.
www.zeit.de/online/2009/26/wuestenbildung-kommentar

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23.06.09
Abgekoppelt: Weil nicht sein kann, was nicht sein darf
„Manche Regionen sind nicht förderbar“, heiße es in dem 64seitigen Gutachten des Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung www.berlin-institut.org . In diesen „abgekoppelten“ Gegenden seien keine Investitionen zu erwarten, es fehlten motivierte Lokalpolitiker, gut ausgebildete und innovative Arbeitskräfte. Daran änderten auch aufwendige Infrastrukturbauten, Entwicklungsprogramme oder der Einsatz von Beratern nichts. Das Institut hatte sein Gutachten auf die Website gestellt. Auftraggeber Wolfgang Tiefensee (BMVBS) schmeckte nicht, was ihm die Wissenschaftler vorlegten. So gab er Anweisung, das Gutachten vom Netz zu nehmen. Auch eine Möglichkeit, mit Denkanstößen umzugehen. Dabei hatten die Wissenschaftler noch Glück. Früher hat man die Überbringer schlechter Nachrichten zumindest geteert und gefedert.
www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/
Doc~EF79197E621854F079CF9E23106C4529E~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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23.06.09
DESERTEC: Ach darum geht es!
Neokolonialistische Liberalisierung der Märkte statt Klimarettung. Odr? Wasser braucht der Mensch. Europa ist der Standort der größten Wasserkonzerne der Welt. Homophobe Konzerne wie RWE, Veolia, Suez und Co kümmern sich weltweit darum. Brot braucht der Mensch. Konzerne wie Monsanto kümmern sich darum. Energie braucht der Mensch selbst noch in der schäbigsten Wellblechbude, um sich mit herzzerreißenden Soaps aus dem bitteren Alltag wegzubeamen. So auch in Nordafrika. „Denn noch 2050 sollen 80 Prozent des Sahara-Stroms den rasant wachsenden Bedarf in Nordafrika decken, nur was dann noch übrig ist, würde nach Europa fließen.“  www.zeit.de/online/2009/26/solarstromWie wärs denn stattdessen mit einer nordafrikanischen Solardach-Initiative ?

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22.06.09
Gentrifizierung: Kampf um die Stadt
„Schwarzer Block attackiert Polizei“ titelte gestern die Berliner Morgenpost www.morgenpost.de/printarchiv/berlin/article1116875/
Schwarzer_Block_attackiert_Polizei.html
1800 Polizisten hätten am Samstag die Erstürmung des Tempelhofer Flughafens verhindert. Worum es bei dem Besetzungsversuch eigentlich ging, hat KULTURZEIT heute auf 3Sat in dem Beitrag „Stadtpiraten: Wie Luxus die Subkultur verdrängt“ erklärt: „Ein Gespenst geht um in den Großstädten: die Gentrifizierung, ein Begriff aus der Stadtsoziologie. Er bezeichnet den sozialen Umstrukturierungsprozess eines Stadtteils. Das heißt, innenstadtnahe und mietgünstige Wohngebiete werden von privaten Investoren und Stadtplanern saniert. Die Mieten schnellen in die Höhe, die angestammte Bevölkerung verdrängt. Aus "abgewohnten" Stadtvierteln werden plötzlich schicke und teure Gegenden.“ Auch für das Gebiet auf und um den Tempelhof ist ein „Leuchtturmprojekt“ geplant. Gefragt wurden die Anwohner bislang nicht. Das sollte sich durch bdie spektakuläre Aktion ändern. In dem Beitrag kommt eine Aktivistin zu Wort: "Die Stadt gehört uns allen", erklärt Michaela Pauls von der Initiative "Besetzt Tempelhof". "Wir wollen mitbestimmen können, was in unserer Stadt passiert. Wir wollen die Stadt umstrukturieren, nicht eine Planungsbehörde, nicht Investoren, die mit Geld winken, sondern wir, die Leute, die in dieser Stadt wohnen, wollen unser Recht auf die Stadt wahrnehmen."
www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/sitegen.php?tab=2&source=/kulturzeit/themen/135150/index.html
(Kulturzeit: montags bis freitags, um 19.20 Uhr). 

Wir dokumentieren eine Pressemitteilung der Initiative, in der sie vor der Aktion ihre Ziele zusammenfasst sowie einen Offenen Brief an die Mitglieder des Berliner Senats:

„Squat Tempelhof – Forderungen an Junge-Reyer übergeben
Pressemitteilung vom 10.06.09
Unterstützerinnen und Unterstützer der öffentlichen Massenbesetzung des ehemaligen Flughafens Tempelhof haben heute Mittag der Berliner Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer einen offenen Brief an den Senat und die Senatsfraktionen übergeben. Darin fordern sie die Öffnung des Geländes zum 20.06. und die Beseitigung des Zauns. Darüber hinaus übt der Brief massive Kritik an der Berliner Stadt- und Wohnungspolitik. Sowohl im Fall Tempelhof als auch in der Stadt insgesamt dominieren private und kommerzielle Interessen die Entwicklung der Stadt und die Verteilung von Wohnraum.Wachsende Probleme wie die Explosion der Mieten, Verdrängung von Bevölkerungsteilen und zunehmende soziale Spaltung der Stadt werden ignoriert oder gar noch durch politische Entscheidungen verstärkt.Der Brief macht deutlich, dass auch im Fall Tempelhof ganz akute Probleme drohen. Dazu heißt es: „Wir wollen nicht hinnehmen, dass den Menschen rund um „Tempelhof“ das gleiche Schicksal der Verdrängung ereilt, und stellen uns daher gegen die geplanten Bebauungen. Die Meinungen der Bevölkerung wurde lange genug von Regierenden übergangen, so dass wir nur noch uns selber glauben können und eine Besetzung des Gebietes als letztes Mittel erachten, um die beschriebenen Szenarien zu verhindern oder ein deutliches Signal zu setzen.“ Im Brief werden drei zentrale Forderungen formuliert, die mit der öffentlichen Massenbesetzung verbunden sind:
1. Öffnung des Zauns und freie Zugänglichkeit für alle
2. Keine kommerzielle Nutzung und Bebauung, keine Verdrängung der Anwohnerinnen
3. Schluss mit der Privatisierung und Kommerzialisierung der Stadt, Gentrifizierung stoppen, für eine selbst bestimmte Stadtentwicklung.
Da sich die Squat Tempelhof als offene Aktion versteht, lädt der Brief am Ende auch die Senatorin zur Massenbesetzung ein: „Stoppen sie sämtliche Bauvorhaben in Berlin, die zur Verdrängung von AnwohnerInnen führen! Kommen sie am 20.06.2009 zum Tempelhofer Feld! Eröffnen sie gemeinsam mit uns den größten Freiraum Berlins!“
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Text des Offenen Briefs:
Sehr geehrte Mitglieder des Berliner Senats, sehr geehrte Abgeordnete der
Senatsfraktionen,
wie Sie sicherlich bereits durch Medien und andere Stellen erfahren haben, hat sich aufgrund ihres sauber ausgeklügelten Nachnutzungskonzeptes für das Gelände des ehemaligen Flughafenfeldes „Tempelhof“ ein breites und buntes Bündnis namens „Squat Tempelhof“ gegründet. Das Bündnis stellt einen Zusammenschluss verschiedenster Einzelpersonen und Gruppierungen dar, die mit dem vom Senat entworfenen Nachnutzungsplan nicht einverstanden sind. Das Bündnis wächst täglich und hat inzwischen eine Größe, die uns dazu veranlasst Ihnen mitzuteilen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner Berlins in weiten Teilen Ihre Ideen nicht hinnehmen wollen und lieber selbst entscheiden möchten, wie die Fläche in Zukunft genutzt wird. Um die Anliegen der AnwohnerInnen und AktivistInnen zu verdeutlichen, wird es am 20.06.2009 zu einer öffentlichen Massenbesetzung des Tempelhofer Feldes kommen. Das Bündnis fordert deshalb vom Senat:
1.Öffnung des Zauns und freie Zugänglichkeit für alle
2.Keine kommerzielle Nutzung und Bebauung, keine Verdrängung der Anwohnerinnen
3.Schluss mit der Privatisierung und Kommerzialisierung der Stadt, Gentrifizierung
stoppen, für eine selbst bestimmte Stadtentwicklung
Diese drei Forderungen werden gerne auch noch erklärt:
1.Öffnung des Zauns und freie Zugänglichkeit für alle:
Alle Menschen sollen das Gebiet straffrei betreten dürfen. Eine kostspielige Überwachung der Wiese mit Sicherheitsdiensten oder ähnlichem muss sofort gestoppt werden und wäre bei einer Öffnung des Geländes überflüssig. Es ist unerträglich und unverständlich, warum mitten in der Stadt eine Fläche in der Größe von über 500 Fußballfeldern nicht von den Menschen, die jahrelang vom Flugverkehr belästigt wurden, genutzt werden darf. Es ist nicht hinnehmbar, dass der Senat die Nutzung einer Wiese verbietet, obwohl ständig davon zu lesen ist, dass gerade in den angrenzenden Bezirken zu wenig Sport-und Spielflächen vorhanden sind. Auf der Internetseite von Berlin steht über die Wohnortswahl: „Diese Wahl des Wohnorts unterstützt das Land Berlin durch ein großes Angebot an Spielplätzen, kleinen Grünanlagen und Flächen für sportliche Aktivitäten für Kinder und Jugendliche, insbesondere in den Sanierungsgebieten.“ Wer solch hochgestochene Worte Wählt, sollte auch Taten folgen lassen. Die Öffnung Tempelhofs wäre tatsächlich eine Fläche, die gerade auch den angrenzenden Gebieten helfen könnte, trotz der z.T. durch Sie verursachten prekären Lebensverhältnissen, mehr Lebensqualität in den Alltag zu bringen.
2.Keine kommerzielle Nutzung und Bebauung, keine Verdrängung der Anwohner_innen: Nach einer Öffnung soll es für die Menschen, welche das Gebiet nutzen wollen, die Möglichkeit geben, eigene Ideen ohne Vorgaben durch den Senat auf dem Gelände zu verwirklichen. Von AnwohnerInnen, Inititativen und sozialen Einrichtungen wurden bereits mehrere nicht-kommerzielle Vorschläge gesammelt. Darunter z.B. Offene Wohnräume, Bauwagenplätze, interkulturelle Gärten, Parks, Freiluft-Theater, kulturelle Zentren, großzügige Hundeauslaufmöglichkeiten, Skateanlagen, Abenteuerspielplätze, offene Kunstwerkstätten, Museen, nicht-kommerzielle Landwirtschaft, Gärten für Kinderläden, Touristenführungen, frei zugängliche Sportflächen etc. Die Ideenvielfalt ist groß und lässt nicht nach. Mit jedem Tag finden sich neue AktivistInnen, die in dem Gelände die Möglichkeit sehen, endlich fernab einer kapitalistischen Verwertungslogik ihre eigenen Nachnutzungskonzepte zu entwickeln. Das Gelände würde so zu einem kreativen, kulturellen und sozialen Zentrum werden, in dem Menschen ohne Angst vor Ausgrenzung ihre Lebenswelt erweitern und verbessern könnten. Mit einer kommerziellen Bebauung einher geht auch immer die Verdrängung bestimmter Personengruppen. Denn durch eine sogenannte „Aufwertung“ rund um das Terrain wird nicht nur eine künstliche Mauer zwischen einkommensarmen und wohlhabenden Menschen gezogen, wodurch auch eine innere Parkfläche nur von Besserverdienern genutzt werden würde (Beispiel für solche Entwicklungen ist auch der Mauerpark, der durch die Abschottung in Form einer Brachfläche zur Weddinger Seite kaum von den Anwohnern Weddings genutzt wird). Nein, diese Art der Bebauung würde in den folgenden Jahren dazu führen, dass wie in anderen Gebieten der Stadt auch in den umliegenden Wohneinheiten ein stärkerer Zuzug durch reiche Bevölkerungskreise entsteht, wodurch eine erneute Sanierungs-, Mieterhöhungs- und Verdrängungswelle in den Gang gesetzt wird. 3.Schluss mit der Privatisierung und Kommerzialisierung der Stadt, Gentrifizierung stoppen, für eine selbst bestimmte Stadtentwicklung: „Squat Tempelhof“ spricht sich gegen eine Privatisierung und Kommerzialisierung der Stadt und des Gebietes Tempelhof aus. Hierbei richtet sich das Bündnis gegen diejenigen, die noch immer glauben, dass eine Stadtentwicklung durch Investorenträume eine Lösung für soziale Verwerfungen oder prekäre Lebenslagen ist. Im Gegenteil, wird Berlin zu einer genormten und repräsentativen Metropole geformt, dann bedeutet das zugleich das Ende der Lebensvielfalt in dieser Stadt. Die Gentrification wird dafür sorgen, dass viele Menschen nur aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation ihre anvertrauten Lebensumfelder verlassen müssen. Gentrification, oder Gentrifizierung bezeichnet dabei die schrittweise vorangehende Verdrängung einkommensschwacher Bevölkerungsteile aus einzelnen Stadtgebieten und Kiezen, die einen Aufwertungsprozess durchlaufen. Gleichzeitig ziehen einkommensstarke Menschen nach. Mietsteigerungen, Luxussanierungen, Investitionsprojekte oder Überwachung sind einige Symptome einer solchen Entwicklung. Die drohende Folge dieser Entwicklung ist die soziale Spaltung der Stadt, wie sie in London, L.A. oder Paris anzutreffen ist. Wir wollen nicht hinnehmen, dass den Menschen rund um „Tempelhof“ das gleiche Schicksal der Verdrängung ereilt und stellen uns daher gegen die geplanten Bebauungen. Die Meinungen der Bevölkerung wurde lange genug von Regierenden übergangen, so dass wir nur noch uns selber glauben können und eine Besetzung des Gebietes als letztes Mittel erachten, um die beschriebenen Szenarien zu verhindern oder ein deutliches Signal zu setzen. Stoppen sie sämtliche Bauvorhaben in Berlin, die zur Verdrängung von AnwohnerInnen führen! Lassen Sie der Stadt die Luft zum Atmen und den Menschen die Möglichkeit zu freien Entfaltung. Hören Sie auf, die Stadt wie ein Monopolyspiel zu verstehen – Es geht hier um Menschen! Kommen sie am 20.06.2009 zum Tempelhofer Feld!
Eröffnen sie gemeinsam mit uns den größten Freiraum Berlins!
Gruß, „Squat Tempelhof“
http://tempelhof.blogsport.de/images/SquatTempelhof_PM1006.pdf
http://tempelhof.blogsport.de
http://tempelhof.blogsport.de/presse
tempelhof-presse@gmx.de
Tel: 0175 / 882 06 10

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22.06.09
Bundestag: Unterstützung für Naturschutzinitiative in Ecuador
„Projekt zum Erhalt der Biodiversität statt Erdölförderung vorgestellt :Alle im Bundestag vertretenen Fraktionen haben der ecuadorianischen Regierung ihre Unterstützung für eine weltweit bislang einzigartige Initiative zum Schutz des Regenwaldes und der biologischen Vielfalt zugesichert. Unter der Erdoberfläche des Yasuní-Nationalparks in der Amazonas-Region lagern die größten bekannten Erdölvorkommen des Landes. Doch Ecuador will das Erdöl im Boden lassen, wenn internationale Geber einen Ausgleich für die Einnahmeverluste zahlen. In einem etwa zweistündigen Gespräch informierte der ecuadorianische Außenminister Fander Falconi am Donnerstag, 18. Juni 2009, den Bundestag über den Stand der Initiative, auf die Erdölförderung zu verzichten, wenn sich die internationale Gemeinschaft auf Kompensationszahlungen von mindestens 50 Prozent der Einnahmeverluste verständigen könnte.“ (BT)
www.bundestag.de/aktuell/archiv/2009/24887154_kw25_ecuador/index.html
Mehr Infos:
www.unesco.org/mabdb/br/brdir/directory/biores.asp?code=ECU+02&mode=all 

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22.06.09
Desertec: FAZ-Interview mit Peter Höppe (Münchener Rück)
Peter Höppe leitet bei der Münchener Rück den Bereich GeoRisikoForschung. Er ist die treibende Kraft hinter dem Projekt Wüstenstrom. Nadine Oberhuber und Winand von Petersdorff führten für FAZ.NET ein Gespräch mit ihm. Danach steht das Projekt „ziemlich am Anfang“ – obwohl die erste Studie des DLR (Deutsches Luft- und Raumfahrtzentrum) bereits 2005 vorgelegt wurde. Wie die Münchener Rück zu dem Projekt gestoßen sei? Die deutsche Sektion des Club of Rome habe sie gebeten. Was den Flächenverbrauch angeht, präsentiert Höppe erste Zahlen: „Um ganz Deutschland mit Wüstenstrom zu versorgen, reicht eine Fläche von 50 mal 50 Kilometer. Für Europa wären 150 mal 150 Kilometer ausreichend.“ Er räumt ein, das neue Hochspannungsleitungen durchs Mittelmeer und zu den Endverbrauchern in ganz Europa („Wir müssen das europäische Hochspannungsnetz verändern.“) Widerstände in der Bevölkerung provozieren könnten. Aber auch in Nordafrika, weil die Nordafrikaner (so der Vorhalt von Oberhuber/von Petersdorff) auf die Idee kommen könnten, „dass das Projekt eine moderne Variante des Kolonialismus ist. Sie erobern Land, um es zugunsten Europas auszubeuten.“ Antwort Peter Höppe: „Falsch. Es geht natürlich nur partnerschaftlich. Nach meiner persönlichen Vorstellung sollte mit den Kraftwerken zunächst der Energiehunger der jeweiligen Länder gestillt werden. Danach würde dann Europa beliefert werden. Das Desertec-Konzept hat nur eine Chance, wenn alle gewinnen. Das halten wir für möglich.“
www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/
Doc~E10D9FE2BD6C64D85829F03F3FF67699E~ATpl~Ecommon~Sspezial.html

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21.06.09
Chiringuito

Chiringuito – das ist die spanische Strandbude. Das Umweltministerium – fern der Strände im kastilischen Hochland - will ihnen nunmehr an den Kragen. Unlängst hat sich dort jemand daran erinnert, daß es ein Küstenschutzgesetz gibt („Und wenn die Spanier die Bestimmungen herausholen, gibt es Grund, sich in Sicherheit zu bringen. Sie machen es ja nicht oft.“). Seither geht es einigen an den Kragen, die Spaniens Küsten mit gigantischen Wohnanlagen und Villen überzogen haben. Der Vollzug des Küstenschutzgesetzes überzeugt jedoch bisher nicht. Wenig systematisch, zu willkürlich. Paul Ingenday:in einer Glosse für FAZ.NET:“ Und wer damit Geschäfte gemacht hat, ist längst über alle Berge oder lacht sich immer noch kaputt. Aber die Strandbuden und kleinen Restaurants, die könnte man packen. Es gibt ja Bestimmungen…Doch ausgerechnet dort die gesetzlichen Bestimmungen anzuwenden, wo alle Welt sehr froh darum ist, sie zu ignorieren, scheint doch etwas inhuman. Es passt einfach nicht zu Spanien.“
www.faz.net/s/RubB4457BA9094E4B44BD26DF6DCF5A5F00/
Doc~E7683E28B26594C9DAE0CC5B6FFD57EE3~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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21.06.09
Erde 3.0
Wie sieht ein zukunftsfähiges Verhältnis zur Umwelt aus? Wie lässt sich die biologische Vielfalt erhalten? Ein Themenspezial von ZEIT.DE zur aktuellen Debatte und zu den Hintergründen.
www.zeit.de/themen/wissen/wissenschaft/artenschutz/index

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20.06.09
Scheer zu „Desertec“: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute ist so nah
In einem Gastbeitrag für FR.ONLINE erläutert der SPD-Bundestagsabgeordnete und Präsident von EUROSOLAR Hermann Scheer seine ablehnende Haltung zu dem Großprojekt „Desertec“ – Solarstrom aus der Wüste. Es werde übersehen, „dass wir seit 2000 mit dem Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG9) ein Großprojekt realisieren - jedoch mit vielen dezentralen Anlagen, die Großkraftwerke überflüssig zu machen beginnen.“ Bei dezentraler Energieversorgung sei (wegen der vermiedenen Stromtransportkosten) das Verhältnis zwischen Stromertrag und Investitionsaufwand deutlich niedriger. Die anvisierten Kosten des Saharastroms lägen mit 20 Cent pro Kilowattstunde höher als bei Windenergieanlagen heute (6 bis 9 Cent). Die wichtigste Frage ist für Scheer aber: „Wie sähe unsere Wirtschaftsstruktur aus, wenn alle Produktionen mittelständischer Firmen ersetzt würden durch Großkonzerne, weil diese durch Massenfertigung zu niedrigen Stückkosten kommen können?“ Und er antwortet: „Die Wirtschaft wäre weniger innovativ, es gäbe Preisdiktate, ganze Wirtschaftsregionen würden versteppen und die Verkehrsströme zunehmen, und es gäbe weniger Arbeitsplätze. Eine nur mit erneuerbaren Energien mögliche Dezentralisierung der Stromerzeugung in vielen Händen mit einem Comeback der Stadtwerke ermöglicht überall regionale Wertschöpfung.“
www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/doku_und_debatte/1804073_SPD-Solarexperte-Scheer-ueber-Desertec-Wir-brauchen-keinen-Sahara-Strom.html
FR.ONLINE wird weiteren Experten Gelegenheit zur Stellungnahme geben. In der nächsten Folge: Johann-Dietrich Wörner, Vorstandschef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Alle Beiträge: www.fr-online.de/desertec .

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20.06.09
Ilisu-Staudammprojekt: Deutschland steigt aus
 
Wir berichteten bereits über das seit Anbeginn in der Kritik stehende Großprojekt in Südostanatolien, das Teil eines gigantischen Projektes ist, in dem der Euphrat und Tigris an ihren Oberläufen mit insgesamt 22 Dämmen aufgestaut werden soll. Heute berichtet FOCUS.ONLINE unter Berufung auf FR.ONLINE, daß alle beteiligten Ressorts seien sich einig sind, aus dem Projekt auszusteigen. „Auf Arbeitsebene“ hätten auch Wien und Bern bereits ihre Zustimmung zu einem konzertierten Ausstieg aus der Exportbürgschaft signalisiert. Am 6.Juli läuft für die Türkei die letzte Frist zur Erfüllung von 153 Auflagen (Kulturgüter- und Umweltschutzes sowie der Menschenrechte) ab, die Exportkreditagenturen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit Kreditbürgschaften (um die Bezahlung von Baufirmen wie Andritz, Züblin und Alstom zu sichern) an ihre Zusagen gekoppelt hatten. Im September 2008 hatte ein Expertengremium um den Weltbank-Mitarbeiter Michael Cernea, festgestellt, dass es keine nennenswerten Verbesserungen gebe Die Vorbereitungen seien „so schlecht, dass selbst der 3-Schluchten-Damm in China, bisher Sinnbild für Größenwahn und Rücksichtslosigkeit, sorgfältiger geplant war“, verlautbarten die Experten – so FOCUS.ONLINE.
www.focus.de/wissen/wissenschaft/klima/tid-14635/staudamm-der-superlative-deutschland-steigt-aus_aid_409670.html

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20.06.09
"Deutschland raus!"
Die UNESCO soll den Welterbe-Titel des Dresdner Elbtals aberkennen fordert heute Evelyn Finger in der Meinungsrubrik von ZEIT.ONLINE. „Wenn das Positive das Naheliegende ist, muss man die Brückenfreunde in Stadt, Freistaat und Bund vor allem für ihre Beratungsresistenz rühmen: dass sie sparsame Tunnelalternativen ignorierten, Protestplakate beschlagnahmten und die Kompromisswerkstätten der UNESCO boykottierten.“ Es sei das erste Mal seit ihrem Bestehen, wenn die UNESCO den Welterbetitel nächste Woche wieder aberkenne. Wenn die Nation nicht bereit sei, das nationale Kulturerbe zu schützen solle die UNESCO „unser angeblich so kulturbeflissenes, in Wahrheit kulturbanausenhaftes Land von der Liste streichen.“ www.zeit.de/2009/26/Spitze-26  Staatsziel Kultur? Der Bundestag hat dien Vorschlag gerade endgültig verworfen.

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19.06.09
Bundestag: Fehmarnbeltquerung beschlossen
Der Bundestag stimmte einem Regierungsentwurf (16/12069, 16/13261) zum Vertrag zwischen Deutschland und Dänemark über eine Fehmarnbeltquerung zu, die den Schienen- und Straßenverkehr über die Wasserstraße zwischen der deutschen Insel Fehmarn und der dänischen Insel Lolland leiten soll. (BT)
www.bundestag.de/aktuell/archiv/2009/24880941_kw25_beschluesse/index.html
In seiner Sitzung am 19.06.09 folgte der Bundestag damit knapp drei Monate nach dem dänischen Parlament trotz der Proteste von Naturschützern und Anwohnern (gegen die Stimmen der Fraktionen DIE LINKE. und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) der Beschlussempfehlung des zuständigen Ausschusses.
Beschlussempfehlung und Bericht
des Ausschusses für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (15. Ausschuss)
zu dem Gesetzentwurf der Bundesregierung – Drucksache 16/12069 –
Entwurf eines Gesetzes zu dem Vertrag vom 3. September 2008 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich Dänemark über eine Feste Fehmarnbeltquerung
A. Problem
Auf den Vertrag vom 3. September 2008 zwischen der Bundesrepublik Deutsch- land und dem Königreich Dänemark über eine Feste Fehmarnbeltquerung findet Artikel 59 Absatz 2 Satz 1 des Grundgesetzes Anwendung. Daher bedarf er der Zustimmung des Deutschen Bundestages in der Form eines Bundesgesetzes.
B. Lösung
Zustimmung durch Annahme des Gesetzentwurfes der Bundesregierung.
Annahme des Gesetzentwurfs mit den Stimmen der Fraktionen der CDU/ CSU, SPD und FDP gegen die Stimmen der Fraktionen DIE LINKE. und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
C. Alternativen
Ablehnung
D. Kosten
Wurden nicht erörtert.
Beschlussempfehlung
Der Bundestag wolle beschließen,
den Gesetzentwurf auf Drucksache 16/12069 unverändert anzunehmen
Berlin, den 27. Mai 2009
Der Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
Dr. Klaus W. Lippold Vorsitzender
Patrick Döring Berichterstatter
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/132/1613261.pdf

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19.06.09
Und wenn Morgen die Welt unterginge …
Bei einer Internet-Aktion sind binnen eines Jahres europaweit mehr als 30.000 Bäume gepflanzt worden. Auf der von Halle (Sachsen-Anhalt) aus gesteuerten Website www.iplantatree.com werden Privatleute, Schulen, Organisationen und Firmen zu Baumpflanzungen animiert. Weltweit gibt es mehrere Aktionen dieser Art. Die größte ist die des UN-Umweltprogramms UNEP.
www.netzeitung.de/internet/internet/1383419.html

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19.06.09
Jeder sechste hungert
Und hier die aktuelle Meldung zu Erwin Wagenhofers „Let's make money:“: Die Finanzkrise mache sich auf dramatische Weise bemerkbar: Laut der Welternährungsorganisation FAO steigt die Zahl der Hungernden erstmals auf über eine Milliarde. Das sind elf Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr meldet SPIEGEL.ONLINE  www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,631284,00.html  Die Experten der FAO forderten deshalb verstärkte Investitionen in die Landwirtschaft: "Die internationale Gemeinschaft muss vor allem Kleinbauern unterstützen, damit diese nicht nur Zugang zu Saatgut und Dünger, sondern auch zu den passenden Technologien, Infrastruktur und Krediten haben", heiße es bei der FAO. Für die meisten Entwicklungsländer gelte, dass solche Investitionen die Versorgung nachhaltig sichern - gerade in globalen Krisen.

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19.06.09
"Let's make money": Erwin Wagenhofers Film zur Finanzkrise gewinnt Deutschen Dokumentarfilmpreis

Der Dokumentarfilm geht der Frage nach, wie das weltweite Finanzsystem funktioniert und wohin das Geld fließt. Er „blickt hinter die Kulissen der bunten Prospektwelt von Banken und Versicherern und zeigt die Auswüchse des Raubtierkapitalismus, der in die Finanzkrise führt.“ (Ines Walk/MOVIPILOT.DE). Beispiel Spanischer Immobilienboom: „Wer hierzulande für sein Alter vorsorgt, finanziert an der spanischen Costa del Sol riesige Immobilienwüsten, in denen niemand wohnt außer der Rendite der Investoren.“ (ZEIT.DE). „Das Land hatte im vergangenen Jahrzehnt einen heftigen Immobilienboom zu verzeichnen. Durch niedrige Zinsen angelockt, legten viele SpanierInnen, aber auch Ausländische Investoren ihr Geld, zum Beispiel große europäische Pensionsfonds, in spanischen Immobilien an. Der Immobilienmarkt in Spanien wurde zum lukrativen Spekulationsgeschäft. Weitere Investitionen wurden getätigt, gigantische Bauprojekte hochgezogen. Zum Beispiel an der „Costa del Sol“: hier wurden zigtausende Wohnanlagen gebaut, der gesamte Küstenstreifen ist auf der Breite von einem Kilometer zu 80 Prozent verbaut. „Man kann von einer gewaltigen Verstädterung, einem Zement-Tsunami sprechen, der die spanischen Küsten und Inseln überrollt“, sagt Ramón Fernandéz Durán (Professor an der Universidad Don Carlos III, Madrid, Mitglied von Ecologistas en Acción) im Film Let's make MONEY… „Spanien ist eines der Länder der Welt, wo die Immobilienblase sich in den letzten fünf Jahren am intensivsten entwickelt hat“, so Ramón Fernandéz Durán.(Zitat www.letsmakemoney.at).
Weitere Infos:
www.letsmakemoney.at 
www.moviepilot.de/news/let-s-make-money-von-erwin-wagenhofer-gewinnt-deutschen-dokumentarfilmpreis-103161
www.youtube.com/watch?v=6E6M3Wsyhro
www.zeit.de/online/2008/44/film-let-s-make-money

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18.06.09
Difu-Aktuell zum Flächenverbrauch:: Making the Follow-up Costs of Settlement Development TransparentDear Sir or Madam, we like to introduce to you a new publication of German Institute of Urban Affairs (Difu) that deals with follow-up costs of settlement development: Making the Follow-up Costs of Settlement Development Transparent. Cost-benefit analysis tools and models, by Thomas Preuß, 2009. 20 p., 2 overviews, 1 figure, serial “Difu-Papers”
Content:
The anticipated demographic change in Germany, especially a declining and ageing population, requires sound municipal decisions related to future land use. Inter-municipal competition for new residents and zoning new land for development no longer appear to be adequate solutions. Instead, there is an increasing need for settlement development and urban planning that more forcefully considers the short-, mid- and long-term investment and operational costs of technical and social infrastructures. Greater emphasis on cost transparency can help avert urban sprawl that brings with it unfavourable social, economic, and ecological impacts. In the long term, sufficient settlement and population densities are required in order to ensure the cost-effectiveness of infrastructures for local and private budgets. In many areas, infrastructures must be adapted to changing age patterns and a future decline in population. A systematic assessment of future expenditures and revenues related to zoning decisions will be required to meet these challenges. Municipalities can employ cost-benefit analysis, fiscal impact assessments and urban planning cost-calculation tools to aid them in this endeavour.Creating transparency with regard to the follow-up costs of land use is the central aim of a series of projects in the funding priority area in the Programme “Research for the Reduction of Land Consumption and for Sustainable Land Management (REFINA)” of the Federal Ministry of Education and Research. The paper describes tools and models developed within the REFINA programme.
Outline:
1. Land utilization in Germany
1.1 Demand for land and zoning practices in municipalities
1.2 The challenge of demographic change
2. Issue of the future: follow-up costs
3. Revenues and expenditures and the respective costs and benefits of settlement
area development patterns
4. Existing studies on revenues and expenditures in the context of settlement
development
4.1 Cost-calculation in urban planning
4.2 Fiscal impact analysis
5. Models and tools for cost-benefit analysis
5.1 Potential applications of models and tools
5.2 Selected models and tools for cost-benefit analysis
6. REFINA research on follow-up costs: lessons learned
7. Conclusion
Bibliography
Please visit: http://www.difu.de/index.shtml?/publikationen/
Sincerely yoursThomas Preuss
Deutsches Institut für Urbanistik GmbH/ German Institute of Urban Affairs GmbH
Arbeitsbereich Umwelt / Dpt. Environment
Straße des 17. Juni 112, D-10623 Berlin
fon: +49(0)30/39001-265
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18.06.2009
Kopenhagen-Klimabericht: „Nicht-Handeln ist nicht zu entschuldigen“
Presseerklärung des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)
erstellt von Patrick Eickemeier
Wichtige Klimaindikatoren wie die globale Durchschnittstemperatur, der Meeresspiegelanstieg und Extremwetter-Ereignisse bewegen sich bereits außerhalb der Muster natürlicher Variabilität, innerhalb derer sich die moderne Gesellschaft und Wirtschaft entwickelt haben. Das geht aus einem Bericht hervor, den führende Klimawissenschaftler am heutigen Donnerstag in Brüssel in Vorbereitung der Weltklimakonferenz in Kopenhagen im Dezember vorstellten. Die Übersicht über aktuelle Forschungsergebnisse zum Klimawandel wurde dem dänischen Ministerpräsidenten Lars Løkke Rasmussen, dem Gastgeber der Weltklimakonferenz, übergeben. Wir beschreiben neue Erkenntnisse der Klimaforschung, Klimafolgen für Gesellschaft und Umwelt sowie effektive Werkzeuge und Ansätze, mit diesen Herausforderungen umzugehen“, sagt Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und einer der Autoren des Berichts. „Der neueste Stand der wissenschaftlichen Ergebnisse vermittelt einen Eindruck der großen Dringlichkeit, die, so hoffen wir, die Kopenhagen-Konferenz zu einem erfolgreichen Abschluss bringt“, sagt Schellnhuber, der die Bundesregierung zu Fragen des Globalen Wandels berät. In Kopenhagen wird über ein Anschluss-Abkommen an das Kyoto-Protokoll verhandelt werden. Der Abschlussbericht fasst das neue Wissen zusammen, das im März dieses Jahres auf dem Kongress „Climate Change: Global Risks, Challenges & Decisions“ an der Universität Kopenhagen präsentiert wurde. Rund 2500 Teilnehmer aus fast 80 Ländern konnten dort mehr als 1400 wissenschaftliche Vorträge hören. „Es zeigt sich, dass wir all unseren Erfindungsgeist für die klima-intelligente Weiterentwicklung existierender Strukturen brauchen, um den Klimawandel auf ein beherrschbares Maß zu begrenzen“, sagt Schellnhuber. Dennoch seien auch grundlegende gesellschaftliche Veränderungen notwendig. So sei etwa das Muster der heutigen Landnutzung Ergebnis eines ziellosen historischen Prozesses. Globale Nachhaltigkeit wurde dabei nicht berücksichtigt, berichten Schellnhuber und Veronika Huber vom PIK in dem Report. Künftig werde die Landnutzung den Bedarf von rund neun Milliarden Menschen nach Nahrung und Pflanzenfasern, Energie, Infrastruktur und Naturschutz decken müssen – auf einer nicht erweiterbaren Fläche.Analysen des PIK ergaben, dass zwölf Milliarden Menschen mit den Erträgen von Anbauflächen von weniger als einem Drittel des heutigen Gesamtausmaßes ernährt werden könnten, wenn an optimalen Standorten die best geeigneten Pflanzensorten angebaut würden und es keine Beschränkungen des Nahrungsmittelhandels durch Protektionismus gäbe. Möglich würde dies aber nur durch einen globalen Pakt, der die best geeigneten Flächen (siehe Abbildung) für die Landwirtschaft reserviert. Auf die gleiche Weise könnten tropische Regenwälder als Teil des globalen Allgemeinguts für den Naturschutz reserviert werden. „Wenn die Menschheit aus der Geschichte lernen und die Bedrohungen [durch anthropogenen Klimawandel] begrenzen soll, ist es Zeit menschliche Aktivitäten stärker zu kontrollieren, die die grundsätzlichen Voraussetzungen für Leben auf der Erde verändern“, schreiben die Wissenschaftler im Abschlussbericht. Damit effektive Maßnahmen getroffen werden, müsse das Wissen darüber, wie menschliche Aktivitäten das Klima beeinflussen und wie sich ungebremster Klimawandel auswirken könnte, unter den politischen Entscheidungsträgern der Welt und in der Öffentlichkeit verbreitet werden. Der Abschlussbericht vermittelt dieses Wissen in sechs Kernaussagen:
Kernaussage 1: Klima-Trends
Neue Beobachtungsdaten zeigen, dass die Zunahme der Emissionen von Treibhausgasen und die Veränderung vieler Bestandteile des Klimasystems im oberen Bereich der Erwartungen liegen, die sich aus den Projektionen des IPCC ergeben. Wichtige Klimaindikatoren bewegen sich bereits außerhalb der Muster natürlicher Variabilität, innerhalb derer sich die moderne Gesellschaft und Wirtschaft entwickelt haben. Zu diesen Indikatoren gehören die durchschnittliche globale Oberflächentemperatur, der Meeresspiegelanstieg, die globale Meerestemperatur, die Ausdehnung des arktischen Meereises, die Ozeanversauerung und Extremwetter-Ereignisse. Bei unverminderten Emissionen werden viele Klimatrends wahrscheinlich verstärkt, was das Risiko abrupter oder unumkehrbarer klimatischer Veränderungen erhöht.
Kernaussage 2: Soziale und ökologische Umbrüche
Die Wissenschaft liefert viel Information für die Diskussion über „gefährlichen Klimawandel“. Aktuelle Beobachtungen zeigen, dass Gesellschaften und Ökosysteme sehr verletzlich gegenüber nur geringen klimatischen Veränderungen sind. Arme Länder und Gemeinden, ökosystemare Dienstleistungen und Biodiversität sind besonders gefährdet. Temperaturanstiege über zwei Grad Celsius werden moderne Gesellschaften vor große Probleme stellen und in diesem Jahrhundert und darüber hinaus wahrscheinlich tiefgreifende soziale und ökologische Umbrüche herbeiführen.
Kernaussage 3: Langfristige Strategie: Globale Zielvereinbarungen und Zeitpläne
Um „gefährlichen Klimawandel“ – gleich, nach welcher Definition – zu verhindern, bedarf es umgehender, dauerhafter und effektiver Vermeidungsmaßnahmen durch koordiniertes Vorgehen auf globaler und regionaler Ebene. Zielvorgaben für das Jahr 2020 abzuschwächen erhöht das Risiko schwerer Auswirkungen, etwa des Überschreitens von Kipppunkten im Klimasystem. Zudem wird es dadurch schwieriger und kostspieliger die Zielvorgaben für das Jahr 2050 zu erreichen. Zentrale Aspekte einer effektiven Vermeidungsstrategie sind die dauerhafte Etablierung eines glaubwürdigen Kohlenstoffpreises und die politische Förderung von energie-effizienten und kohlenstoffarmen Technologien.
Kernaussage 4: Fragen der Gerechtigkeit
Der Klimawandel wirkt sich sehr unterschiedlich auf Menschen in verschiedenen, aber auch innerhalb der gleichen Länder und Regionen aus. Er betrifft heutige Generationen anders als künftige und er verändert menschliche Gesellschaften und natürliche Lebensräume auf unterschiedliche Weise – heute und in Zukunft. Die Menschen, die sich am wenigsten an die Auswirkungen des Klimawandels anpassen können, müssen dabei effektiv und solide finanziert unterstützt werden. Es bedarf gerechter Strategien zur Vermeidung des Klimawandels, um die armen und am meisten verwundbaren Menschen zu schützen. Klimaschutz kann als integraler Bestandteil der weiter gefassten Ziele angesehen werden, überall in der Welt sozioökonomische Entwicklung zu ermöglichen und Gerechtigkeit herzustellen.
Kernaussage 5: Nicht-Handeln ist nicht zu entschuldigen
Die Gesellschaft verfügt bereits über zahlreiche Instrumente und Ansätze, die Klima-Herausforderung anzunehmen: ökonomische, technologische sowie Ansätze auf der Verhaltensebene. Werden diese Instrumente aber nicht eingesetzt, werden weder die Anpassung an den nicht mehr vermeidbaren Klimawandel noch die gesellschaftliche Transformation zur Dekarbonisierung der Wirtschaftssysteme möglich sein. Effektive und schnelle Anpassung und Vermeidung bieten eine Reihe von Vorteilen. Dazu gehören die Schaffung von Arbeitsplätzen im Sektor erneuerbarer Energien, Reduzierungen der gesundheitlichen, sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Folgeschäden des Klimawandels und die Wiederherstellung von Ökosystemen und ihren Dienstleistungen.
Kernaussage 6: Die Herausforderung annehmen
Wenn die gesellschaftliche Transformation zum Bestehen der Herausforderung Klimawandel herbeigeführt werden soll, gilt es eine Reihe bedeutender Widerstände zu überwinden und einmalige Gelegenheiten zu ergreifen. Dazu gehört es, die innere Trägheit sozialer und wirtschaftlicher Systeme zu mindern und an die deutlicher werdenden Forderungen der Bürger an ihre Regierungen anzuknüpfen, für den Klimaschutz zu handeln. Zudem gilt es Aktivitäten einzuschränken, die den Treibhausgas-Ausstoß erhöhen und die Belastbarkeit schwächen (z.B. Subventionen), sowie den Übergang von ineffektiver Regierungsarbeit und schwachen Institutionen zu innovativer Führung auf Regierungs-, Wirtschafts- und zivilgesellschaftlicher Ebene. Um Gesellschaften zu einer nachhaltigeren Entwicklung bewegen zu können, kommt es darauf an, die Klimathematik im Zusammenhang mit den weiter gefassten Problemen nachhaltigen Konsums und nachhaltiger Produktion, mit Menschenrechtsfragen und mit demokratischen Werten zu betrachten.
Abschlussbericht “Climate Change: Global Risks, Challenges & Decisions” (englisch, pdf-Datei) 
Kurzfassungen der wissenschaftlichen Vorträge auf dem Kongress „Climate Change: Global Risks, Challenges & Decisions“
http://www.iop.org/EJ/volume/1755-1315/6
Mitschrift der abschließenden Plenarsitzung
http://environmentalresearchweb.org/cws/article/opinion/39126
Weltklimakonferenz in Kopenhagen
http://en.cop15.dk/
IPCC-Sachstandsberichte
http://www.ipcc.ch/ipccreports/assessments-reports.htm
European Policy Centre
http://www.epc.eu/
PIK-Pressestelle:
Tel.: 0331/288 25 07
E-Mail: presse@pik-potsdam.de
www.pik-potsdam.de/

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17.06.09
EG-Agrarsubvenrionen: Kleinbauern bekommen kaum was ab
Endlich ist die Website freigeschaltet. www.agrar-fischerei-zahlungen.de   Die Empfänger von EU-Subventionen bekommen Namen. In erster Linie dokumentiert die Liste, dass bei den Kleinbauern kommt kaum etwas von den fünf Milliarden ankommt. Konzerne wie Südzucker (mit 34,4 Milionen erhält er die meisten Subventionen) Campina, Storck und Tönnies stehen ganz oben auf der Rangliste. Die höchsten Zahlungen bei den Landwirten erhielten große Agrarbetriebe in Ostdeutschland.  Auch angesichts des Beitrags, den die Kleinbauern zur Erhaltung unserer Kultur- und Erholungslandschaft leisten, ist diese Mittelverteilung nicht zu rechtfertigen. (mdr/gbk) www.mdr.de/nachrichten/6443967.html
Weitere Infos:
http://ec.europa.eu/agriculture/funding/index_de.htm

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17.06.09
Fehmarnbelt-Brücke: Nein zum Staatsvertrag
Völkerverbindend – wie Tiefensee schwadronierte – ist sie bereits heute. Sie eint die Gegner beidseits der Brücke. Auf 5,6 Milliarden lautet der Kostenvoranschlag. Zu 80 Prozent vom Dänisch Steuerzahler zu zahlen..Dazu kommen 1,2 Milliarden für den deutschen Steuerzahler. Kosten für Straßen und Bahnwege, die zur Brücke führen sollen. Die ursprünglich für den 28. Mai 2009 geplante Ratifizierung des Staatsvertrages war bereits einmal verschoben worden. Die Gegner der geplanten festen Fehmarnbelt-Querung haben die Bundestagsabgeordneten erneut aufgefordert, die für Donnerstag geplante Abstimmung über das Verkehrsvorhaben zu verschieben. Erst müssten die laufenden Umweltuntersuchungen und Trassenplanungen abgeschlossen sein und Klarheit über alle Kosten des Projektes herrschen, heißt es in der gestrigen Erklärung des Aktionsbündnis gegen eine feste
Fehmarnbeltquerung e.V., wie FOCUS.DE
www.focus.de/wissen/bildung/superlativ-der-baukunst_aid_68651.html heute berichtet. 

Hier die Presseerklärung im Original:
„Nein zur Abstimmung über den Staatsvertrag zur festen Fehmarnbeltquerung
Breites gesellschaftliches Bündnis fordert Aussetzung des Verfahrens
Fehmarn / Berlin (ots) - Ein breites gesellschaftliches Bündnis von Naturschutzverbänden, Gewerkschaften, Verkehrs-Verbänden, Bürgerinitiativen, Wirtschaftsvertretern, Nautikern und Privatpersonen hat die Parlamentarier des Deutschen Bundestages aufgerufen, den Staatsvertrag zum Bau einer festen Fehmarnbeltquerung am kommenden Donnerstag, den 18. Juni, nicht zu ratifizieren (Text unter: www.beltquerung.info ). Auch zahlreiche Lokal-, Kreis-, Landes- und Bundespolitiker aller Parteien schlossen sich der Forderung an, erst nach Abschluss der laufenden Umweltuntersuchungen und Trassenplanungen sowie in Kenntnis aller Kosten das Vorhaben zur Abstimmung zu stellen. Die Erklärung wurde heute allen Abgeordneten des Parlamentes zugeleitet. Dänemark hatte bereits im März ein Planungsgesetz verabschiedet. Endgültig entscheidet das dänische Folketing erst am Ende des Planfeststellungsverfahrens 2012, ob überhaupt und, wenn ja, welche Variante gebaut werden kann. Dänemark, für Bau, Betrieb und Finanzierung der Querung zuständig, bevorzugt aus Kostengründen eine ökologisch höchst problematische Schrägkabelbrücke. Gleichberechtigt untersucht wird im Planungsverfahren aber auch eine 19 Kilometer lange Tunnellösung. "Keiner der politisch Handelnden weiß also heute, worüber er überhaupt entscheiden soll. Ein so fahrlässiger Umgang mit einem derart gigantischen Projekt kann nicht zum Wohle des Deutschen Volkes sein, zu dem die Parlamentarier zu entscheiden verpflichtet sind", so Jürgen Boos, Sprecher des Aktionsbündnisses gegen eine feste Fehmarnbeltquerung. Zudem laufen Beschwerden von Querungsgegnern bei der Europäischen Kommission. Der BUND fordert die EU auf zu prüfen, ob Umweltuntersuchungen vorab vernachlässigt wurden. Das Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung sieht eine Verletzung des europäischen Wettbewerbsrechts. Deutschland übertrage nach Auffassung der Aktionsbündnis-Anwälte mit dem Staatsvertrag Bau und Betrieb des Vorhabens ohne Ausschreibung an Dänemark. Die Gegner des Mammutprojektes bleiben ungeachtet des Votums des Bundestages zuversichtlich, dass die Finanzierung scheitert oder es aus ökologischen Gründen juristisch verhindert werden kann.“
www.presseportal.de/pm/72507/1423529/
aktionsbuendnis_gegen_eine_feste_fehmarnbeltquerung

Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung e.V. (Naturschutzbund Deutschland (NABU), Wasservogelreservat Wallnau, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Inselnaturschutzring Fehmarn (INR), Nautischer Verein Vogelfluglinie, Gesamtbetriebsrat Scandlines Deutschland GmbH, Gewerkschaft Transnet, Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschland (GdED), Gewerkschaft Nahung, Genuss, Gaststätten (NGG), Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, Ostholstein (Ver.di), Verkehrsclub Deutschland, Schleswig Holstein (VCD), DIE LINKE, Kreisverband Ostholstein, Bündnis 90 / Die Grünen, Kreisverband Ostholstein, Sozialdemokratische Partei Deutschland, Ortsverein Fehmarn (SPD), Bürger für Fehmarn (BfF), Bürger für Großenbrode (BfG).
Jürgen Boos (Sprecher des Aktionsbündnisses),  Gold 1a,  23769 Fehmarn,
Tel.: 04371 - 49 93   www.beltquerung.info

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16.06.09
Geniale Lösung ?
Skepsis ist angebracht beim 400-Milliarden-Solarprojekt „Desertec“ in Nordafrika

Bereits Mitte Juli wollen sich die Firmen, darunter die Münchener Rück, Siemens, die Deutsche Bank und RWE, zu einem Konsortium für das spektakuläre Vorhaben zusammenschließen, berichtete www.sueddeutsche.de/,ra3m1/wirtschaft/740/472266/text Auch Bundesministerien und der Club of Rome sollen bei der Gründung mit am Tisch sitzen. Der Plan scheint verwegen. Ist er wohl nicht. Vielmehr entspringt er vermutlich eiskaltem Kalkül. Das "technokratische Monstrum" eines Super-Verbundnetzes zwischen Europa und Afrika solle "dem Kartell der großen Energiekonzerne langfristig seinen Einfluss absichern" erklärte bereits vor zwei Jahren Fabio Longo, Rechtsanwalt aus Vellmar (Kreis Kassel) und Vorstandsmitglied der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien "Eurosolar" im Gespräch mit Wolfgang Riek der : "Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) aus Kassel (www.solarserver.de/solarmagazin/interview_longo_0307.html ). Durch Sonnenstrahlen gelangt binnen 40 Minuten so viel Energie auf unseren Planeten, wie wir derzeit weltweit während eines ganzen Jahres verbrauchen. Unverzeihlich, das nicht zu nutzen. Schließlich geht die Quelle erst in einigen Milliarden Jahren aus. Bis dahin wird uns schon noch was anderes einfallen. Wenn uns dann noch was einfallen muß. Nur: ist es eine gute Idee, dafür die Wüsten mit einem Teppich – in der Dimension kaum vergleichbar ist im spanischen Sanlucar La Mayor bei Sevilla zu besichtigen, wie es später aussehen wird -  aus Solarzellen und Photovoltaikanlagen zu überziehen? Ausgerechnet in Nordafrika, das schon heute als Bollwerk gegen Armuts- und Klimaflüchtlinge ausgebaut wird und der Nah-Ost-Konflikt durch Obamas Kairoer Rede noch lange keine fassbare Hoffnung auf eine Lösung erfahren hat. Sonnenstrom in den strahlungsreichsten Gegenden zu ernten ist nur auf den ersten Blick genial. Und „dezentral, aber minimal“ geht auch an der dezent komplexeren Wirklichkeit vorbei. Nur sind Blockheizkraftwerke und HighTec-Windräder eben weniger sexy als gigantische Projekte wie „Dessertec“. Zumindest in den Augen der Energiekonzerne und Großinvestoren wie der Münchener Rück und der Deutschen Bank. Ich hab mal „Dessertec Technikfolgenabschätzung“ gegoogelt. Unergiebig wie selten. Ein Herr Jaekel aus Oftersheim kommentiert den www.spektrum.de/artikel/940406 zum Thema Solarfarmen: Mich würde mal die Einschätzung eines Meteorologen interessieren, wie sich das Klima regional verändert, wenn durch diese Anlagen die Wärmespeicherung durch Stromnutzung und Beschattung des Geländes wegfällt. Es zeigt sich immer wieder, dass die genialsten Lösungen bei Anwendung in der Masse zu neuen Problemen führen, warum nicht auch hier?“ Eben. Es wäre beinahe ein Wunder, hätte die solarchechnische Verklinkerung großer Wüstenflächen keine Auswirkungen. Und schlussendlich: die Wüste ist auch vor dieser Veredelung kein wertloses Land. Bereits 1953 hat das. The Living Desert („Die Wüste lebt“) von James Algar eindrucksvoll gezeigt http://de.wikipedia.org/wiki/Die_W%C3%BCste_lebt . Wie steht die deutsche Politik zu „Desertec“? „Die Grüne Partei nutzt also alle ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, um DESERTEC umzusetzen.“  schreibt  Hans Josef Fell auf die entsprechende Frage des Tobias Staufenberg auf  www.abgeordnetenwatch.de/hans_josef_fell-650-6012.html . Und zuvor: „ich selbst habe den Gründungsprozess von DESERTEC unterstützt. Die Grünen haben seit Jahren als erste Partei in verschiedenen Beschlüssen die Umsetzung gefordert. Zusammen mit dem Berichterstatter im EU-Parlament für die Richtlinie Erneuerbare Energien, Claude Turmes (Grüne), gelang es, diese grüne Parteiposition auch in europäische Beschlüsse umzusetzen.“ Hermann Scheer (SPD) kritisiert mit EUROSOLAR den zentralistischen Ansatz, der den Gewinninteressen der Energieversorger diene. Dezentrale Ansätze der Energieversorgung würden dann nicht weiter verfolgt. Michael Kauch (FDP) in der 163.Sitzung des Bundestages vom 29.Mai 2008: „Bezüglich des Einsatzes erneuerbarer Energien in Afrika gibt es ein großes Projekt, für das wir uns als Bundestagsabgeordnete hier stärker einsetzen sollten. Es handelt sich um das Desertec-Projekt, die Vision eines Stromverbundes zwischen Nordafrika und Europa, wodurch der Strom aus solarthermischen Kraftwerken in der Sahara nach Europa gelangen könnte. Das wäre eine gute Möglichkeit, Solarenergie kostengünstig hierzulande zugänglich zu machen. Dazu ist Forschung notwendig. Dazu ist aber auch die Öffnung der Energiemärkte notwendig. Solange bestimmte Grenzen zwischen den europäischen Mitgliedstaaten für Strom eine unüberwindbare Mauer darstellen, so lange werden auch solche Projekte zum Einsatz erneuerbarer Energien in Nordafrika keine Zukunft haben.“ Dr. Joachim Pfeifer (CDU/CSU-Fraktion): „Reizvoller Bestandteil eines Energiemixes…. Insofern stehen wir als Union dem Konzept sehr offen gegenüber.“ Eva Bulling-Schröder: „Die Idee gegen die EVU’s – Energieversorgungsunternehmen (gbk) - verteidigen.“ Wie dem auch immer sei: Was wir brauchen ist eine umfassende und unabhängige Technologiefolgenabschätzung/Umweltverträglichkeitsprüfung. Vor dem ersten Spatenstich und ehe wieder Mal Geld verbrannt wird. Denn für die Europäischen Staaten wird das Projekt trotz „privater“ Finanzierung nicht für Lau zu haben sein. Das Mindeste werden Einspeisungs- und Abnahmegarantien sein („Regulatorisches Rahmenwerk“, wie es ein Sprecher der Münchener Rück heute in der ARD blumig umschrieb – normalerweise ordnungspolitisches Teufelszeug für diejenigen, die nun in der sicheren Erwartung von Milliardengewinnen auf dem Ticket der Klimaretter darauf bauen). (sueddeutsche/gbk/wiki/abgeordnetenwatch/HNA)
Weitere Infos:
www.desertec.org  
http://213.133.109.5/wb/pages/konferenz/wirtschaft/desertec-2009.php  
http://de.wikipedia.org/wiki/Trans-Mediterranean_Renewable_Energy_Cooperation  
http://de.wikipedia.org/wiki/Solar_Grand_Plan
www.spektrum.de/artikel/940406  
www.faz.net/s/Rub58F0CED852D8491CB25EDD10B71DB86F/
Doc~E25A63863DBF044C78A79C40CA74B3887~ATpl~Ecommon~Sspezial.html  

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15.06.09
Salar de Uyuni: Goldrauschstimmung in der Andenrepublik
Seit der Eroberungsfeldzüge der Spanier bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts ist die bolivianische Wirtschaft vor allem durch den Bergbau (Abbauprodukte Silber und Zinn) gekennzeichnet gewesen. Durch den Verfall der Rohstoffpreise in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts und durch die zunehmende Erschöpfung der Rohstoffquellen sind die Erlöse aus dem Bergbau drastisch zurückgegangen und viele Bergleute entlassen worden. Von zunehmender Bedeutung für Bolivien ist die Förderung von Energierohstoffen. Nun ist um das Alkalimetall Lithium ist ein wahrer "Goldrausch" ausgebrochen. Lithium-Ionen-Batterie treiben seit längerem Handys und Notebooks an. Für das anbrechende Zeitalter der Elektro- und Hybridautos wird Lithium ohne Ende benötigt. Daher ist das Land – nicht zum ersten Mal – ins Blickfeld rohstoffhungriger Industrienationen geraten. In dem bitterarmen Land soll sich im an der Süd-Westgrenze zu Chile gelegenen Salzsee »Salar de Uyuni« geschätzte 5,4 Millionen Tonnen in Salzstein gebundenes Lithium befinden – mehr als die Hälfte der weltweiten Reserven. Großunternehmen wie der südkoreanische Chemiegigant LG Chem, die französische Bolloré und die japanischen Konzerne Mitsubishi und Sumitomo stehen Schlange wegen der Förderlizenzen. Mit Präsident Morales ist der neoliberale Ausverkauf des Landes jedoch nicht zu machen. »Wir suchen Partner -- keine Chefs« zitiert ihn Benjamin Beutler im Neuen Deutschland www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Bolivien/lithium2.html."Der bolivianische Staat will im Grunde in eigener Regie eine Fabrik zur Lithium-Verarbeitung haben", sagte der Generaldirektor des Bergbauministeriums, Freddy Beltrán, der Zeitung "La Razón". laut AFP www.n-tv.de/wirtschaft/Bolivien-baut-Lithium-ab-article365882.html Die staatliche Bergbaubehörde COMICOL will bis Ende 2009 die erste große Anlage zur Förderung und Verarbeitung des Lithiums fertigstellen. Dabei muß die Regierung eine tragfähige Übereinkunft mit den Bewohnern der Region herbeiführen, die eine angemessene Beteiligung an der Nutzung dieser Bodenschätze beanspruchen.
Weitere Infos:
www.schattenblick.de/infopool/politik/redakt/ltnm2155.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Bolivien#Bergbau
http://de.wikipedia.org/wiki/Salar_de_Uyuni
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f3/
Satellite_image_of_Bolivia_in_June_2002.jpg

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f5/Satellite_image_Salar_de_Uyuni_-_Coipasa_-_Lake_Poopo.jpg

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14.06.09
Bayern soll grüner werden
„Die CSU soll so grün wie möglich werden“, sagte der bayerische Ministerpräsident der „Financial Times Deutschland“ vom Montag laut FOCUS.DE. In der Gesellschaft habe sich etwas verändert, „worauf wir als Volkspartei eingehen müssen“.
www.focus.de/politik/deutschland/wahlen-2009/bundestagswahl/csu-seehofer-traeumt-von-oekopartei_aid_408088.html
Hintergrundinfo:
Täglich werden in Bayern 20,6 ha (Stand 31.12.2006) Freifläche zu Siedlungs- und Verkehrsfläche umgewandelt. Die Flächeninanspruchnahme soll nach dem Willen der Staatsregierung von der wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt werden. Der Flächenverbrauch sei unter den alten Bundesländern am wenigsten fortgeschritten.
www.stmugv.bayern.de/umwelt/boden/flaechensparen/daten_flaechverbr.htm
Der Bund Naturschutz sieht das anders. Mit seiner Aktion "Bayerns Schönheit bewahren" steuert der BN gegen zunehmenden Landverbrauch und Zersiedelung an. Der Flächenverbrauch des Freistaates stehe an der Spitze der alten Bundesländer. Wohn- und Gewerbegebiete schießen wie Pilze aus dem Boden.
www.bund-naturschutz.de/projekte/flaechenaktion/infos.html .
CIPRA geht im übrigen von 28,5 ha aus, die aktuell für Strassenbau, Siedlungs- oder Gewerbeflächen verbraucht werden. www.cipra.org/de/alpmedia/news/757
Viel zu tun für Seehofer.

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13.06.09
Klimakonferenz: Umsonst abgeholzt
Der ursprünglich 50 Seiten starke Verhandlungstext ist bis zu Konferenzende auf über 200 Seiten angewachsen. Starke Leistung. Leider auch das einzig greifbare Ergebnis. Klimaschützer kritisieren, es habe den rund 190 Delegationen an politischem Willen zu ernsthaftem Klimaschutz gefehlt. www.n-tv.de/politik/meldungen/Ergebnislose-Klimakonferenz-article364379.html

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13.06.09
Durchgeknallt: Dresden verliert Welterbetitel
Man wacht auf und reibt sich die Äugen. Was da seit Jahren im Tal der Ahnungslosen passiert ist in Deutschland ohne Beispiel. Gott sei dank. Wie konnte das passieren? Offensichtlich reichen die Schutzgesetzte nicht, um zu verhindern, das eine durchgeknallte Bürgerschaft im Verein mit Leuten, die wussten, weshalb sie es sie unbedingt eine Brücke haben wollten, den Ruf der restlichen 80Milionen weltweit ruiniert. Denn Auswirkungen auf die Genehmigungsverfahren für künftige deutsche Welterbestätten können nicht nur nicht ausgeschlossen werden: sie liegen auf der Hand. „Ich halte das Ganze für ein ungeheures Dilemma, ein politisches Dilemma", sagte die Präsidentin des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz (DNK) Eva-Maria Stange laut www.n-tv.de/politik/meldungen/Dresden-verliert-Titel-article364474.html in Dresden. Stange (SPD) ist auch sächsische Wissenschaftsministerin. Die Natur- und Denkmalschutzgesetze von Bund und Ländern würden das Weltkulturerbe nicht ausreichend schützen. 

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12.06.09
Gesetz zur Änderung der Förderung von Biokraftstoffen abgelehnt
Drucksache 540/09 (Beschluss) – Presseerklärung Bundesrat
Der Bundesrat hat heute mit der Mehrheit seiner Stimmen Einspruch gegen den Einigungsvorschlag des Vermittlungsausschusses zur Biokraftstoffförderung eingelegt. Der Vermittlungsausschuss hatte den Gesetzesbeschluss des Deutschen Bundestages am 10. Juni 2009 unverändert bestätigt. Die Forderungen der Länder nach Steuererleichterungen für Biodiesel und Pflanzenölkraftstoffe sowie einer Änderung des geplanten Mindestanteils von Biodiesel an fossilem Diesel blieben damit unberücksichtigt. Damit das Gesetz dennoch in Kraft treten kann, muss der Deutsche Bundestag den Einspruch des Bundesrates mit der Mehrheit seiner Stimmen zurückzuweisen.
www.bundesrat.de/cln_090/nn_8538/DE/presse/pm/2009/110-2009.html?__nnn=true  

Mit seinem Einspruch gegen das Gesetz zur Änderung der Förderung von Biokraftstoffen folgten die Länder laut FAZ.NET einem Antrag von Mecklenburg-Vorpommern. Der Ministerpräsident begründete ihn mit der nötigen Hilfe für die wirtschaftlich angeschlagene Biokraftstoffindustrie. Sie habe erhebliche Produktionskapazitäten aufgebaut und erlebe jetzt, dass die Biodiesel-Preise erheblich „in den Keller gegangen“ seien. Im vergangenen Monat habe, so FAZ.NET weiter, das Biodieselwerk Premicon in Lubmin Insolvenz angemeldet, EcoMotion habe zuvor angekündigt, in seinen Werken in Malchin (Kreis Demmin) und Sternberg (Kreis Parchim) die Produktion zu drosseln. Die Biopetrol AG mit Standorten in Rostock und Schwarzheide (Brandenburg) fahre nach eigenen Angaben Kurzarbeit.
www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/
Doc~EDCA5C8A5ACC64883A53A2DC381C716F2~ATpl~Ecommon~Scontent.html
  

Hintergrund:
Das 2006 vom Bundestag verabschiedete Biokraftstoffquotengesetz (BioKraftQuG; BT-Drs 16/2709) – das nunmehr geändert werden soll - schreibt vor, dass der Anteil an Biokraftstoffen bis 2010 auf 6,75% und bis 2015 auf 8% steigen soll Nach anfänglicher Euphorie werden heute Biokraftstoffe zunehmend kritisch gesehen. Hauptgrund. Auch Umweltverbände stehen ihnen teilweise kritisch gegenüber, weil der steigende Bedarf an nachwachsenden Rohstoffen nicht durch eigenen Anbau gedeckt werden kann. Beitragen (in Europa wird er meistens durch Umesterung von Rapsöl mit Methanol gewonnen). In Entwicklungsländern wurden große Flächen gerodet (z.B. für Palmölplantagen in Indonesien) und für Monokulturen  genutzt (siehe dazu unseren Nachrichtenüberblick). Dies kann zu Problemen wie Preisanstieg bei Nahrungs- und Futtermitteln (Soja, Mais) und Vernichtung von natürlichen Lebensräumen zur Gewinnung neuer Anbauflächen in den Herstellerländern führen.
Mehr Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Biodiesel
http://de.wikipedia.org/wiki/Biokraftstoffquotengesetz
www.ufop.de/3127.php

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12.06.09
Madagaskar: Geplündertes Paradies
Marc Engelhardt (Antananarivo) berichtet für ZEIT.DE aus Madagaskar vor der Ostküste Mosambiks im Indischen Ozean. Das politische Chaos des Inselstaates - nach Indonesien der flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat der Welt.(„sechster Kontinent“) - nutzten Tierschmuggler und Holzmafia, um die Naturschätze eines der biologisch reichsten Länder der Erde zu verschachern. www.zeit.de/online/2009/25/madagaskar-tiere
Weitere Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Madagaskar
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/e/e2/Madagaskar.jpg

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11.06.09
Amazon deforestation leads to development 'boom-and-bust'

Chopping down the Amazon rainforest to make way for crops or cattle has no economic or social benefit for local people in the long term, according to a major new study writes Alok Jha (guardian)
www.guardian.co.uk/environment/2009/jun/11/amazon-deforestation-development

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11.06.09
Erfolgreich: Perus Indios im Kampf um die Abholzung des Amazonas-Urwalds
Die Verfassung von Peru (1993) erkennt die natürlichen Ressourcen und die Vielfalt der Ökosysteme dieses Landes als nationales Erbe an. Die Realität sieht anders aus. Die Ureinwohner im Amazonasgebiet im Nordosten des Landes protestieren nach einer Meldung von AFP www.n-tv.de/politik/meldungen/Dschungel-Gesetz-ausgesetzt-article349545.html seit Monaten gegen mehrere Dekrete von Präsident Garcia /der Regierungspartei APRA werden Verbindung zu den neoliberalen Fujimori-Anhängern nachgesagt), mit denen die Regierung die Erschließung des Gebiets etwa für Erdölbohrungen, Abholzungen und Landwirtschaft erleichtern will. Die Erlasse widersprechen nach Auffassung der Ureinwohner-Organisation AIDESEP (Asociación Interétnica de Desarrollo de la Selva Peruana) dem internationalen Schutz von Ureinwohner-Rechten. Die Organisation beruft sich auf ein Abkommen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) aus dem Jahr 1989, das Ureinwohnern ein Mitspracherecht bei Regierungsentscheidungen zugesteht. Peru ist neben Bolivien und Guatemala eines der drei Länder Lateinamerikas mit mehrheitlich indigener Bevölkerung. Im Regenwald an der Grenze zu Ecuador leben rund 15 bisher nicht kontaktierte Indianergruppen, die einen international anerkannten Rechtsanspruch auf Isolierung besitzen, da sie nur eine geringe Resistenz gegen Krankheiten wie Grippe aufweisen. AIDESEP klagt daher auch gegen die Ölförderung des französischen Unternehmens Perenco. Sie fordert die Einrichtung einer Schutzzone („unberührbare Zone“), wie sie Ecuador 1999 im Umfang von 7500 km² eingerichtet hat. Nach den blutigen Auseinandersetzungen zwischen peruanischer Polizei und Ureinwohnern  mit 34 Toten in der Umgebung der Stadt Bagua hat lauf AFP das Parlament in Lima ein umstrittenes Dekret zur Abholzung im Amazonas-Urwald (Erlass 1090 zum "Gesetz für den Wald und die Tierwelt des Waldes") bis auf weiteres außer Kraft gesetzt. Die Frist soll nun für Verhandlungen mit den Indios genutzt werden.
Weitere Infos :
http://de.wikipedia.org/wiki/Peru
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9f/Mapa_turismo_peru.jpg
www.infostelle-peru.de/isp
www.regenwald-peru.de
www.panguana.de
www.aidesep.org.pe
www.labournet.de/internationales/pe/jubilaeum.html
http://clajadep.lahaine.org/articulo.php?p=8421&more=1&c=1
http://peru.indymedia.org

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08.07.09
Und ewig grüsst das Murmeltier: Climate change groundhog day
The same nonsense, the same confusions - all seem to be endlessly repeated. But what needs more explaining? From Real Climate, part of the Guardian Environment Network.
www.guardian.co.uk/environment/2009/jun/08/network-climate-change-groundhog-day

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06.06.09
Ausbau Frankfurter Flughafen
Vom 2. bis zum 26.Juni läuft die mündliche Verhandlung von elf Musterverfahren vor dem VGH (wir berichteten). Der Hessische Verwaltungsgerichtshof wird vermutlich an seiner Einschätzung festhalten, dass nach einem Ausbau des Frankfurter Flughafens keine Nachtflüge zugelassen werden dürfen, berichtet heute FAZ.NET. Dies habe der Senat in der seit Dienstag laufenden Verhandlung in Kassel durchblicken lassen.
www.faz.net/s/RubBEFA4EA6A59441D98AC2EC17C392932A/
Doc~EB3DE572639E44019AC76763B51063DB5~ATpl~Ecommon~Scontent.html
 
Weitere Infos:
www.bi-moerfelden-walldorf.de
http://bbi.unser-forum.de

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06.06.09
Lanzarote: Kampf gegen Bauspekulation, Bestechung und Korruption
Na also. Es braucht nur einen beherzten Richter, ein Spezialkommando der Guardia Civil aus Madrid und schon passieren plötzlich Dinge, von denen die meisten meiner Freunde und Bekannten annahmen, sie nicht mehr zu erleben. Die Herausgeberin des deutschen Inselmagazin Lanzarote37 Susanne Bernard berichtet: „Nicht einmal der „Dia de Canarias“ und noch weniger der darauffolgende Sonntag hielten den zuständigen Richter der 5. Kammer des Arrecifer Gerichts, César Romero Pamparacuatro, davon ab, sein Spezialkommando der Guardia Civil aus Madrid, unterwegs unter dem Decknamen “Operation Unión” in Sachen Bestechung und Korruption auf der Kanareninsel Lanzarote, weiter ermitteln zu lassen. Seit den Razzien im Rathaus von Arrecife am Montag, den 25. Mai und im Rathaus von Yaiza am darauffolgenden Donnerstag ist auf Lanzarote nichts mehr wie vorher. Jedenfalls politisch gesehen. Nachdem immer mehr Beamte und Parteimitglieder der Unabhängigen Lanzarotes, kurz PIL, (Partido de Independientes de Lanzarote) im Laufe der vergangenen zehn Tage wegen Verdachts auf Korruption angezeigt wurden oder sogar in Untersuchungshaft gehen mussten, kündigten die Sozialisten der PSOE sämtliche Koalitionspartnerschaften mit der nationalistischen PIL endgültig auf.“ Der umfangreiche Artikel leuchtet tief hinein in die Schattenwelt Lanzarotes. In den nächsten Jahren wird die Justiz der Kanaren sich über Langeweile nicht beklagen können.www.lanzarote37.net/archiv/archiv/detailansicht-jahresrueckblick/article/lanzarote-operation-unionbrfestnahmen-und-anklagen-weiten-sich-aus/14.html?tx_ttnews%5BpS%5D=1243807200&tx_ttnews%5BpL%5D=2591999&tx_ttnews%5Barc%5D=1&cHash=d81cff7fe8

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05.06.09
"Wohnungsfinanzierung und Wohneigentumsbildung im internationalen Vergleich" - Presseerklärungen des IFS zum 44. Königsteiner Gespräch
www.ifs-staedtebauinstitut.de/hi/Listen/hi-aktuell.html  

Auch in Polen ist die Immobilienblase geplatzt – Große Probleme mit Fremdwährungskrediten
Bereits Mitte 2006 hat die polnische Aufsichtsbehörde - Kommission für Finanzaufsicht (KNF) - die Banken gewarnt, auf die Risiken der zunehmenden Hypotheken-Kreditvergabe in Schweizer Franken hingewiesen und neue Sicherheitsmaßnahmen eingeführt, doch der Wettkampf der Banken hat weiter zugenommen. Wohnungsbau in Polen boomte. Leicht erhältliche Kredite machten den Erwerb von Wohneigentum – trotz der dynamisch steigenden Preise – attraktiv. Im Endeffekt haben sich die Wohnungspreise innerhalb von vier Jahren verdoppelt. Dies erklärte Jacek Furga, Vorsitzender des Komitees für Wohnungsbaufinanzierung des Verband Polnischer Banken, Warschau, beim 44. Königsteiner Gespräch des ifs Städtebauinstituts mit dem Thema „Wohnungsfinanzierung und Wohneigentumsbildung im internationalen Vergleich“ in Bonn. Erst der Lehman-Brothers-Bankrott im September 2008 habe für die polnischen Wohnungsbau-Finanzierer das Ende des Booms eingeläutet. Die polnischen Banken verschärften ihre Kreditkonditionen – besonders im Immobilienbereich – drastisch. Um das mangelnde Vertrauen auf dem Finanzmarkt zu retten, habe das Parlament im Oktober 2008 Änderungen im Bankengarantiefondgesetz beschlossen; die Anlagengarantien für Bankkunden seien auf 50.000 € erhöht worden. Zusätzlich sei ein Komitee für Finanzstabilität ins Leben gerufen worden. Die Auswirkungen der internationalen Wirtschaftskrise hätten in Polen immer heftigere Formen angenommen. Das bisher als wirtschaftlich stabil bezeichnete Polen sei von steigender Arbeitslosigkeit betroffen worden. Probleme in der Wirtschaft würden sich in einer Zunahme der Zahl nicht getilgter Kredite bemerkbar machen. Ein Großteil der Hypotheken – etwa 60 Prozent – seien in Schweizer Franken gewährt worden. Angesichts des extrem schwachen Zlotys seien die Zahlungsraten für die betreffenden Schuldner um einige Hunderte Zlotys monatlich angestiegen. Die polnische Hypothekenblase sei geplatzt. Die Immobilienpreise seien stark gefallen. Zum ersten Mal in Geschichte Polens stünden fertig gestellte Wohnungen zum Verkauf, fänden aber keine Käufer. Das Überangebot betrage etwa 50.000 Wohnungen. Trotzdem seien die Bauträger wenig geneigt, bei den Preisen wesentlich nachzugeben. 2008 seien Privatkunden über 290.000 Wohnungskredite im Wert von über 64 Mrd. Zlotys vergeben worden. Ganz anders werde das Jahr 2009 aussehen. Banken vergaben allein im ersten Quartal 2009 rd. 50 Prozent weniger Kredite als im Vorjahr. Diese erste „Lektion" für den polnischen Wohnungsbausektor sei noch nicht zu Ende.
www.ifs-staedtebauinstitut.de/hi/hi2009/hi09-2009.html

Rumänien: Fremdwährungskredite übersteigen Wert der Wohnungen
Zwischen 2005 und 2008 entwickelte sich der Markt für Hypothekarkredite für den Wohnungskauf in Rumänien ausgesprochen dynamisch. Die Banken standen in heftigem Wettbewerb um Marktanteile und boten vielfach Konditionen, die dem gegebenen Risiko nicht angemessen waren. Die verbreiteten Fremdwährungskredite bereiten heute vielen rumänischen Familien angesichts Abwertung und Zwangskonvertierung massive Probleme. Finanzierungsprodukte für institutionelle Investoren für den Mietwohnungsbau haben sich bislang nicht entwickelt. Von staatlicher Seite bestehen unzureichende Instrumente der Förderung des Wohnungsbaus, insbesondere des Mietwohnungsbaus. Auf diese Probleme verwies Dr. Wolfgang Amann vom Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen, Wien, beim 44. Königsteiner Gespräch des ifs Städtebauinstituts mit dem Thema „Wohnungsfinanzierung und Wohneigentumsbildung im internationalen Vergleich“ heute in Bonn.www.ifs-staedtebauinstitut.de/hi/hi2009/hi11-2009.html

Dr. Daehre: Private Eigentümer stärker in Abrissprozess einbeziehen 
Bedingt durch die demografische Entwicklung, die Abwanderung insbesondere junger Menschen im Zusammenhang mit dem wirtschaftlichen Transformationsprozess, den steuerbegünstigten Wohnungsbau und nicht zuletzt bedingt durch den Nachholbedarf der Menschen im Hinblick auf Eigentum an Wohnraum, d.h. den Eigenheimbau, verzeichnete Sachsen-Anhalt zur Jahrtausendwende den Leerstand von etwa 220.000  Wohnungen bzw. ca. 15 Prozent des Wohnungsbestandes. Darauf hat Dr. Karl-Heinz Daehre, Minister für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt, anlässlich des 44. Königsteiner Gespräch des ifs Städtebauinstituts mit dem Thema „Wohnungsfinanzierung und Wohneigentumsbildung im internationalen Vergleich“ in Bonn hingewiesen. Im Zeitraum von 2002 bis 2009 würden im Rahmen des Stadtumbauprogramms in Sachsen-Anhalt ca. 200 Millionen € für den Abriss dauerhaft leer stehender Wohnungen zur Verfügung gestellt. Damit sei der Abriss von ca. 63.000 Wohnungen gesichert. Bei etwa 96 Prozent der bisher geförderten Abrisse handele es sich um Wohnungen aus dem Bestand von städtischen Wohnungsgesellschaften und Wohnungsgenossenschaften, die eine Entlastung von den so genannten Altschulden erfahren hätte bzw. erfahren würden und so in entscheidendem Maße an Liquidität gewonnen hätten, um ihrerseits wiederum in die verbleibenden Bestände investieren zu können. Bei allem Erfolg ob dieser Bilanz sei das Leerstandsproblem in Sachen-Anhalt zw